Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-01-26 · Heft 1777 (26.1.1924) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1777 (26.1.1924)
Date
1924-01-26
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980860--17572-3013313
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ssa» 2 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung. 26.'Jänner 1924 Nr. 177. is ,' <■' i v.: - i i i i •.!!;•, i |v ü :' - l- ■!;; s l' J s\ l-i 1 i > ih J I! z' ilt 11 f-, ■ :?■ 1. li i, | i i O1 r!-r :■! 's! ' .■: i l! Jetzt §at Hohler, der mit bewundernswerter Ausdauer an seinem Budapests Posten klebte, seine Demission gegeben. Er konnte die früheren Regierungen düpieren und dadurch seinen Freunden, Horthy, Hefjad und Genossen, dienlich sein. Er fühlt es, daß er seine Rolle zu Ende gespielt hat. Wedgwood und Mac Donald, Shaw und Henderson wissen zu viel über ihn, er kann bei diesem Kabinett dem Horthy nicht mehr nützlich sein, weil dieses Kabinett ihm keinen Glauben schenkt So geht er und sein Abgang bietet den einzigen Hoffnungsschimmer für den Anbrück einer besseren Z"it in Vngarn. Hoffentlich. folgen dem Hehler auch Horthy und seine Konrplicen in den Ruhestand. Möglichkeiten - Wirklichkeiten. (Zur kommenden Eröffnung der landwirtschaftlichen Schule in Nahalal.) Für die jüdische Renaissance (wie überhaupt) hat politische Neugierde, das Sichberauschrn an den Möglichkeiten, gar keinen Wert, während des Interesse am Detail des Aufbauwerkes, die Fr.ude an den neuen Wirklichkeiten eine Einstellung ist, die nicht genug gepflegt werden kann. Und das gilt in besonders hohem Maße von den Frauen. Die Periode der bloß platonischen Begeisterung unter den Frauen hat schon zu lange gedauert; im Iben Palästinas hat sich die lebende Anteilnahme konstruktiver Kräfte auf den besonders weiblichen Arbeitsgebieten schon fühlbar g.macht. Erst die intensive Tätigkeit der Histadvuth Olamit Lanoschim Zioni'.h (Weltorganisation zionistischer Franen) hat eine Welle neuer Energien dorthin gelenkt, und heute liegen bereits Berichte vor, di? die größte Aufmerksamkeit verdienen Die Gefahren, welche daraus erwachsen, daß ein großer Tell deS Aufbauwerk 8, die mit Recht von der Frau Äs eigene Domäne beansprucht« Hälfte des privat- und volkswirtschaftlichen Lebens, bisher völlig dem Zerfall überlass::: tvar, veranlaßt« die Weltorganisation zionistischer Frauen in Nahalal, eine Institution zu errichten, die <:ne entscheidende Neuerung bedeutet: Es ist die landwrrischafrliche Frauenschule, in der die jungen Chaluzorh, die in ihrem Lande keine Gelegenheit hauen, die Haus- und Kleinwirtschaft zu erlernen, eine gründliche Ausbildung in allen Zweig n erlange" sollen Es ist bemerkenswert, daß es nicht die Zionistische Weltorganisation als solche, sondern die Frauenorganisalion war, die es unternahm, die Schule zu errichten. Das Pros.kt einer solchen' Schule hatte eine Anzahl Kongresse beschäftigt. Man sah zwar deutlich die Notwendigkeit einer erfahrenen Arbeiterinnen« schaft, die den Ansprüchen des Landes in jeder Weise gerecht werden kaün, doch fehlten di? Mittel, un: diesen Plan auch zur Ausführung zu bringen. Die Mädchen kommen zwar mit dem besten Willen und mit großer Arbeitsfreudigkeit -ins Land, aber in den meisten Fällen f hlt ihnen doch das wichtigste: Kenntnis in der ökonomischen Führung des Haushaltes, an Organisierung und Rationalisiernn-g jeder Hälfte des gesamten Leb ns. die naturgemäß von Fvauenhändcn verwaltet wird. Als nun durch die verstärkte Immigration und Kolonisation der Mängel an gut ausgebildeten Frauen sich mehr und mehr in seinen Folgen und Prospekten zeigte, wurde der Plan einer Schule nochmals erwogen, und als er dasselbe Schicksal erfahren sollte wie bei dem vorhergehenden Kam gresien, da übernahmen es die Frauen, ihn endlich zur Ausführung zu bringen. Tos Programm der Schule sicht eine zwei- bis dreijährige Ausbildung von Farmerinnen vor. Die palästinensische Frau muß mehr wissen als andere Bauersfrau N, denn oft sind die Kolonien oft so weit von einander entfernt, daß man gmy allein auf sich angewiesen ist, sie muß oft für eine große Gruppe von Arbeit rn koch-en, ,därf dübei nicht die Arbeit im Gemüsegarten und Hühnerhof, bei den Dienen und Kühen vergessen, muß im Nähen bewandert sein, Krankenpflege verstehen und dabei noch tausend andere Dinge können, von denen die Städterin keine Ahnung hat. Seit mehvren Monaten arbeitet in Nahalal eine Gruppe von zwölf Mädchen, die die wichtigsten Arbeiten bev its durchgeführt Hab:::, und es fehlt nur an einer größeren Summe, um die Schule in kurzer Zeit ihrem Zwecke übergeben zu können. Me jeder Bauer an seine Ställe zuerst und cm sein Haus zuletzt denkt, so ist es auch in Nahalcrl. Er ift. wie all: Einrichtungen. nach dem modernsten Muster und bietet etwa Bin bis elf Kühen Raum. Anschließend daran sind die Milchkammern, die Buttern und Käserei, und wenn sich die Kühe, die zum größten Teil eine holländische Spende sind, sich so bequem fühlen werden wie im eigenem Lande, so kann mit einem schön m Erfolg gerechnet werden. Zwei Kühe sind schon eingestellt und das Geld für «wei bis drei weitere ist vorhanden. Das palästinensische Geflüael ist eine ärmliche Rasse, magere arabisch: Hühner, die kleine Eier legen. Da hat die Zionistische Organisation mit Hilfe eines erfahrenen Geflügelfachmannes einen Stamm erstklassigen Rassegefliiaels ins Land einführen lassen, und es hat sich erwiesen, das Palästina für die Geflügelzucht sehr geeignet, und daß diese ein passender Arbeitszweig für Frauen ist. Und schon hat die Schule einen modern eiirgerichteken Hühnerhof mit allen erforderlichen Apparaten, lustigen Ställen (an dessen Bcnr ein Mädchen als Tischlerin sehr eifrig mitgeholfen hat, und zu Beginn der neuen Saison kann es mit dent Gegacker im jüdischen Hühnerleben losgehen, dem, wie wir zum Unterschied von manchem Teil des jüdisch n Berem-slebens annchm-en, sich auch sachliche Leistungen des zionistischen Geflügels anschließen werden. - Etwa hundert Dunam Lands sind durch die Arbeit der Mädchen riefgepflügt und warten darauf, den Samen für das künftig: Brot zu empfangen. Und da gibt es auch schon eine Baumschule. Obwohl den ganzen Sommer laug der Wasser mangel sehr fühlbar.war — die Wassereinrichtung für die Kolonie und auch für di: Schule wevd::: erst jetzt ausgeführt werden —. haben die Mädchen doch 60.009 bis 70.000 Baumsetzlinge pflanM körmen; es sind zmn größten Teil Sorten, die im Lande gebräuchlich sind und mit deren Absatz uran rechnen kann. Die Vorarbeiten sind soweit gediehen und die Schule könnte in der nächsten Saison eröffwi werden, wenn auch die Wohngebäude bis dahin fertig wären. Aber eS ist vorläufig noch zu wenig Geld vorhanden, um vre Gebäude zu errichten, wie es die Frauenoraanifa'iion wünschen würde. Dsnn die Schule soll nicht nur Lehranstalt sein, sie soll auch den Mädchen m wirkliches Heim gewähren für die Zeit ihres Aufenthaltes, cm das sie, wenn sie cs einmal verlassen und ein Leben unter harten Bedinguivgei: zu führen haben werde::, gerne zurückdenken. Aber dazu ist viel Geld notwendig: um Hauser zu bauen, bedarf es der Mithilfe eines großen Kreises, der jüdischen Frauen der Welt. Es gibs kanm eine Bewegung der lebten Jahrzehnte, außer dem Zionismus, bei der d:r Frau ohn: jeden Kampf um Gleichberechtigung und von allem Anfang an die Rechte der Mitarbeiterin cingermmrt worden sind. Trotzdem war dr- Zahl der Frauen, die aktiven Anteil an der Arbeit nahmen, bis vor wenigen Jahren relativ gering, und noch immer gibt es allzu viele, die vor Be-goiistervN'g über die großen Konzeptionen deS Zionismus, jede spezifisch weibliche Tugend nicht zu Morte kommen lassen' die die Brück« und der Transformator von der Idee zum Loben ist, die Lieb: zum Detail. Nicht nur von den Posaunenstößen der großen weltpolitischen Ereignisse sich aufrufen lass::: zu neuer Arbeit. Das Säuseln deS Windes in den jungen Forstungen von Nahalal, Bienengesumme und das Lachen brauner Mädchen, die von der Arbeit heimwärts ziehen, das sind die Töne, von donen sich daS Herz der jüdischen Frau etfreifen lassen soll. Dann wird es auch neue Impulse zur Arbeit ausströmen. Daß sich über dem ganzen glücklich gewordenen jüdischen Bol! der blaue Himmel Palästinas Panne, ist ein f rnes Ziel. Daß Mädchen der Pioni-trsteneration bald ein Dach über ihrem Haupt haben, ist nur Sache einer kleinen Anstrengung der jüdischen Frauen der Meli. Kammerdr^atte über den ^rankenftnrz. Das Beispiel Oesterreich. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 23. Jänner. Heute nachmittags ist in der Kammer die Debatte über die Finanzprojekte der Regierung eröffnet worden. Die gestrige Besprechung einer Abordnung des nationalen Blocks mit Poincare läßt dorausfehen, daß diese Projekte von der Mehrheit der Kammer angenommen werden. Die Fraktionen des nationalen Blocks sind der Ansicht, daß ihre Parteien vor einer Niederlage nur dann gerettet werden können, wenn Po ine a re die bisherige Kammermehrheit mit seinem vollen Prestige unterstützt. Vormittags halte Abg/ LüHjol int Namen der Linksrepublikaner eine Unterredung mit Poincare: Er schlug.vor, die Kümmerwahlen so bald als Möglich zu veranstalten und die Beratung der Finanzprojekte der neuen Kammer zu überlassen. Poincare erklärte aber, daß die Annahme der Projekte dringlich sei. Er werde die Vertrauensfrage auch bezüglich der Dringlichkeit der Vorlagen stellen. In der Nachmittagssihung schob der Berichterstatter der Finanzkommission RokanowSky den Franken st u^z vor allem der internationalen Spekulation zu, die besonders von Amsterdam aus operieren. Andererseits hätten auch französische Exporteure zum Frankensturz beigetragen, indem, sie ihre Devisen im Auslande ließen. Die Maßnahmen der Regierung würden die Lebenshaltungskosten höchstens um 3 bis 4 Prozent erhöhen. Durch die Vorlagen würde der Staatshaushalt ins Gleichgewicht gebracht werden, was für die Stabilisierung, des Frankenkurses genüge, wie das Beispiel Oesterreichs, Italiens und der Tschecho-Slowykei bewiesen habe. Gegenwärtig gebe das Sachverständigenkomitee Deutschland den gleichen Rat. Um. 16 Uhr 40 Min. wurde di« Sitzung auf anderthalb Stunden unerbrochen. Nach Wiederaufnahme fordert« Poincare die Kammer am, die Debatte morgen fortzusetzen. Dieser Antrag wurde mit 453 gegen 110 Stimmen angenommen. In Frankreich. «Eigendisnst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 25. Jänner. Dar Mahlreformvorschlag Fribourg, mit dem sich der gestrige Mi-mstervat beschäftigt hat, gehr dahin, di!: Dauer der Kammermandate auf sechs Jahre festqusetzen und alle zwei Jahre je ein Drittel der Mandate zu ernennen. Wie verlautet, habe der Borschlaig die Zustimmung des Kabinetts gesund:::. Um b'-r. Kammer Zeit zu lassen, die vorliegenden Entwürfe zu erledigen, soll die Regierung beabsichtigen, den Wahltermm möglichst spät an zu setzen. In Deutschland. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 35. Jänn.'r. Die Neuwahlen zum Reichstag werden wahrscheinlich noch einige Monate hinausgsschoben werden. Die Legislaturperiode des Reichstages läuft am 6. Juni ab,' und möglicherweise werde.: die Reichsragswahlen erst im Juni statlfindrn. Die HinauSsch-bung der Dahlen entspricht den Wünsch::: der nberwiegrr.>den Mehrheit der Parteien des Reichstages. Wie berichtet, hat dje Negierung eine Reform des. gegenwärtigen Wahlsystems ausarbeiten lassen. Die Führer sämtlicher Parteien des Reichstages haben der Regierung den Wunsch zmn Ausdruck gebracht, diese Wahl» resorm noch zu verschieben, da zu einer eingehenden Beratung bis;:m: Schluß d.r Legislaturperiode des Reichstages die Zeit schlr. Die Wahlen-werden unter diesen. Umständen nach nach dem gegenwärtigen Wahlsystem (tattfinfoen* Sie Sachverständigen. Paris, 25. Jänner. (Hatzas.) Der erste Sachverstäitd!« gervansschust hat heute dm Generalsekretär des europäischen EiseEaihnvechandes Leverne und den Fachmann für internationale EiseiMhnfvagen William Acworth anstchört. Der Ausschuß wird Montag abends nach Bevlin abreiisen. Der zweit« Ausschuß reist am nächsten.Tage ab. Pari-, 25. Jänner. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist gestern abends nach Berlin abgereist. Sie Krise im Ruhrgebiet. Bochum, 25. Jänner. (Telegramm der „Wiener Morgenzc'tung".) Die Feierschichten nehmen einen immer größeren Um lang an. Allein am Mittwoch haben sich 16 tvcitere Schachtanlagen gevötiat gesehen, Feierschichten einzulegen. Auf verschiedenen Zechen ist in den letzten Tagen nicht ein einziger Eisenbahnwaggon für den Abtransport der geförderten Kohle einqetroffen. Unter der Arbeiterschaft herrscht eine starke Erregung, die noch gesteigert wird durch die Nachricht, daß in der lebten Zeit die deutsche ^Eistnbahnverwaltung mit englischen Firmen ein großes K o h l e n l i e f e r u n g s a bkommen geschlossen habe, während auf den deutschen Kohlengruben infolge des Absatzmangels die. Arbeitszeik verkürzt wird. ötteikverbot ln Raver«. München, 26. Jänner. (S. K.-B.) Der Generälkommissar hat ein« Bcrordmiug erlassen, wonach :in Streik wie auch die AuSspervung in landwirtischaftzlichen Betrieben während der Zeit der Saat und Ernte, in Betrieben zur Gewinnung und Verarbeitung der Milch, in den dem öffentlichen Verk hr dienenden Unternehmungen und in den Betrieben zur Vorforgllng der Bevölkerung mit Gas, Wasser und Elektrizität verboten werden. Weiter wird verboten, j>de Betätigung, die darauf gerichtet ist, diese Betriebe stillzulegen, zu zerstören oder zu hemmen. Zuwiderhandelnde gegen dies: Vorschriften werden mit Gefänonis und Zuchthaus geahndet. Die Todesstvcrse wird in jenen Fällen verhängt, wo durch die Straftat da§ Ableben eines Menschen verursacht wurde. Demission Kaljrs und Knillings? In den letzten Tagen mehren sich die Gerüchte, daß Ministerpräsident v. Knilling und Herr v. Kahr ihren Abschied nehmen wollen. Die Gerüchte stützen sich nicht ans öffentliche Nachrichten, sie haben aber trotzdem insoferne eine feste Grundlage, als in der Aussprache zwischen dem Reichskanzler und dem bayrischen Ministerpräsidenten bereits Anzeichen dafür zutage traten, daß Kahr und Knilling in nächster Zeit zurücktretcn werden. Auch der bevorstehende Rück' tritt des Generals v. Lossow ist ein Anzeichen mehr dastrr. daß in Bayern demnächst ein Wechsel in der Leitung der oberste:! Politik eintreten werde. In unterrrichteten Kreisen glaub: man, daß sich dieser Rücktritt noch vor den Wahlen vollsteh? werde. (Sfafs in die AttentatsaWre verwickelt. Berlin, 26. Jänner. Die „Zeit" meldet: Justizr.n Elast, der Vorsitzende des Alldeutschen Verband s, ist vom Untersuchungsrichter in dem Versahren gc^en T l'i i> vma n n und Dr. Grande! wegen MovdanfchlageS gcg'U General v. Geeckt einvernommen word:n. Die Grundla-cu bilden die detaillierten Aussagen, die Dr. Grande! vg: den: Untersuchungsrichter gemacht hat. Er bezichtigte Elast der Anstiftung zur Ermordung des Generals d. 'Geeckt und der Beteiligung an einem damit in Zusammenhang stehenden Untsürrzplanes. Die Angst vor dem Hitter-Rrozeß. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitunc,".) München, L5. Jänner. AlS Vorsitzender im Prozeß gegen Hitler und Ludendorfs wird der Vorsitzende deS Volksgerichtes München 1, Landesgerichtsdirektor Reithardt, fungieren, der seinerzeit den Fuchs-Machhaus-Prozeß geleitet hat. Die Anklage vertritt der erste Staatsanwalt St engl ein. Ob bei der Fülle des Materials noch ein zweiter Staatsanwalt mit der Vertretung der Interessen der Anklagebehörde betraut werden wird, steht noch nicht fest. Bisher haben sich die Angeklagten acht Verteidiger bestellt. Die Verteidigung übernimmt für Hitler Rechtsanwalt Rödex. für Ludendorff Justizrat v. Zeschwitz und Rechtsanwalt Lütgebrune^aus Göttlngen. Die vom Gericht geladenen Zeugen sind in der Zahl vorläufig etwas eingeschränkt tvordcn, wenn man aber in Betracht zieht, daß auch von der Verteidigung eine große Zahl von Zeugen beigebracht werden wird, so ist vorläufig mit mehr als 150 Zeugen zu rechnen. Die Verhandlungsdaner dürste sich auf mehr als drei Wochen belaufen. Oberlandesgerichtsrat Dr. Poehner ist, wie die „Münchener Zeitung" meldet, an einem Magen- und D a r m l e i d e n erkrankt, das er sich in der Untersuchungshaft zugezogen hat. Er wurde ins Krankenhaus überführt. Die italienischen Neuwahlen. Selbstlob -cs Fassismus. Rom, 26. Immer. (Stefan:.) Der Bericht, der die Per» ordnunig betreffend die Auflösung der Kammer eiubogleitei, erinn>rt an den verworre.nen Zustand, der im politischen Leben Italiens geherrscht hat, als im Oktober 1922 der Faszismus die Regierung übernahm. Heute, nach 15 Monaten, hält die Regierung ihr Verspreche::, die ihr Übertragene außerordentlich: gesetzgeberische Vollmacht wieder in die Hände deS PavlamentL zurüchulegen. Das Expose legt sodann die Grundlinien uitfo Ziele des neuen Wahlgesetzes dar und erwähnt die Wiciderherstellung des Anischens der gesetzlichen Gc.wal>t, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.