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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-21 · Heft 2514 (21.2.1926) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2514 (21.2.1926)
Date
1926-02-21
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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ft*» 2514 Wien, Sonntag Bolkswitt. #fe Nezelung der MerrelchMen vorkrlegrschulden durch die Achechoilowalei. Fakukiatldae Umtausch in KvnsoWdrmigSankeihe gegan Brktraysleistung der Prioritiittnbesitzer. Die tschechoslowakische Regierung hat in einer Kundmachung, welche zu Wochenbeginn erlassen wurde, die Ausgabe einer sechs« prozentigen Konjolidi erungsanleih« angekündigt, mit welcher die auf die Tschechoslowakei entfallende Quote der VorkriegSprioritätSschuIden und einiger nichr fundierter Borkriegsschulden konsolidiert werden sollen. Gleichzeitig soll im Wege dieser Anleihe auch die Einziehung der von der tschechoslowakischen Finanzoerwaltung herausgegeb.nen, im Jahre 1926 fälligen Schatzschein« erfolgen. Diese Einlösung der fälligen tschechoslowakischen Schatzscheine in der Höhe von 660 Millionen ist der pr imäre Zw«&, Me Umwandlung der BorkrlegStitreS ist der sekundäre Zweck der Konsolidierungsanleihe. Die Verbindung geschieht derart, daß die Zuzahlung, welche von den Besitzern der Vorkicgstitres zum Zwecke der Umwandlung ihrer Anrechte in Titres der Konsolidierungsanleihe vorgenommen wird, auch durch Hingabe von Kassenscheinen erfolgen kann, beziehungsweise daß vjS diesen Zuzahlungsgeldcrn die Kassenscheine eingelöst werden sollen. Es hat nämlich jeder, welcher DorkriegStitres zur Umwandlung bei der tschechischen Finanzverwaltung anmeldet, in derselben Höhe, in welcher die Umwandlung durch die Finanzverwaliung erfolgt, auch noch Konsolidierungsanleihe zu zeichnen. Infolgedessen heißt auch diese Anleche A r o s i o n 8 a n l e i h e. Welche BorkriegstlircZ können umgetaufcht werden? Es werden sämtliche Prioritäten der auf tschechoslowakischem Gebiet befindlichen Eisenbahnen, außerdem die nordwest- und südnorddeutsche Berbinduugsbahnschuldverschreibungen ex 1900, die Franz-Josefs-Bahn-Prioptätcn ex 1881,. / Franz-Josrfs-Bahn- LchuLverschreibungen 1886, Oesterreichische Lokalbahn-Gesellschaftsprioritäten vom 20. März 1894, die zweite Emission der fünftinhalbprozentigen Elisabeth-Schuldverschreibungen vom 1. Juli 1869, die.dreiprozerüigeii Steg-Prioritäten, altes Netz, Emission 1 bis 10, Ergänzungsnetz 1 bis 4, eingelöst. ■, Dazu kommen folgende Schuldverschreibungen mit polnischer Quote: Die Ferdinands.Nordbah.n-Prioritäten, .die U n ga r.i s ch - ga l i z i sch c n Dahnprioritäten. Endlich noch di« bereits jetzt in tschechoslowakischer amtlicher Verwahrung befindlichen Vorkriegsschuldverschreibungen, wie die vierpwMtige ungarische Rente von 1910, österreichische Kassenscheine von 1914, 4Z6prozentige Versicherungsanleihe vom- Jahre 1912. Nicht eingelöst werden^die auf Mark lautenden Staatsbahnprioritäten ex 1883, die vierPwzentiM Steg-Obligationen von 1900 und die vierprozeytigen Elisabech-Schuldverschreibungen in Gold. - . ... Das Mse« der Kontzckidierungsanleih«. 'Die Anleihe ist sechspwzentig und in 20 Jahren verlosbar. Die Verlosungen finden halbjährig, und zwar am 1. September und 1. März, die Auszahlungen der verlosten Stücke und der Coupons am 1. April und am 1. Oktober statt. DaS tschechoslowakische Finanzministerium bchäkt sich aber das Recht vor, jährlich mehr alS ein Zwanzigstel auf dem freien Markte anzukaufen, eventuell die Anleihe nach vorheriger dreimonatiger Kündigung jederzeit entweder zur Gänze oder mit Teilbeträgen einzuilösen. Jeder Besitzer der vorerwähnten vorkriegstttreS, ohne Rücksicht darauf, ob er tschechoslowakischer Staatsbürger ist oder nicht, kan« seine Titres anmelden. Wiener Morftenzeltung Alle Bank- und Börsenaufträge besorgt kulantest «n< Bankhaus S. Mayer Societe en nom coilectif Bukarest, Passage Villagros 17 / Tel. 76-66 TS werden zu diesem Zwecke von der tschechoslowakischen Finanzverwaltung eigene Formulare auSgegeben. Diejenigen BorkrisgStitreS, bei welchen nur die Tschechoslowakei allein alS Schwldner fungiert, werden von der tschechoslowakischen Finanzverwaltung zur Ganze übernommen. Diejenigen Titres hingegen, bei welchen neben der Tschechoslowakei auch Oesterreich und Polen Schuldner firib, wie z. B. die Ferdinands-Nordbchn-Prioritäten, di« Ungarisch-galizischen Bohnpriorlräten usw., werden nur mit der tschechoslowakischen Quote entgegengenommen. Den Besitzern bleibt weiter das Recht auf die österreichische und polnische Quote vorbchalten. Dies geschieht dadurch, daß zur Geltendmachung des Anspruches gegen Oesterreich dcm Uebergeber der BorkriegstitreL der Talon iiberlassen wild. Bei den polnischen Quoten muß ein Anmeldeformular ausgestellt werden, dieses Formular gilt als Beweis der polnischen Quote. In welchem Ausmaße werden die VorkriegstttreS übernommen? In einer besonderen Tabelle ist genau angegeben, mit welcher Summe die einzelnen Vorkriegstitres in Konsolibierungsanleche umgewanbelt werden. Es handelt sich um 36 verschiedene Emissionen. Hier seien nur einige Beispiele erwähnt: Es beträgt der Uebcrnahmskurs für je 100 Kronen, beziehungsweise 50 Flor in Nominale für:. 5°/0ige Oesterreichische Nordwestbabnpliori täten. 130 tschech. K. Lestrrrelchi>äie Nordwestbabn-Verbindungsbahn- Schuldverichre bungen, ex 1909 . 87 „ , Ferdinands-Nordbatm-Vrioritäten, 5% ex 1872 84 * „ FerdincindS-Nordbadn-Prioriräten, 4% ex 1886 75 „ „ Ferdinandtz-Nordbabn°Priori>äten, 4®/0 cx 1888 74 „ w Ferdinands-Nordbabn-Prtoritäten, 4*/* ex 1904 60 „ m Ungarisch-galtztsche Bahnprioritäten, 5°/0 ex 1870 43l/a „ , Ungartsch-galizische Batinprtoritäten, 3'/,°/,. . . 30 „ m Steg-Priorttälen, 3%, 500 K. Nominale .... 676 „ „ Sänulichen Schuldverschreibungen müssen alle nach dem 1. Slpril 1926 fälligen Coupons anhaften. Fehlende Coupons sind zu ersetzen. Die fälligen Coupons, von: Jahre 1919 angefangm, werden nach einem gewissen Schlüssel eingelöst. So z. B. die fälligen Coupons der Ferdinands-Nordbahn-Prioritäten ex 1872 für die Jahre 1919 mit 27 Prozent, von 1920 aufwärts mit 18,81 Prozent. Dir Coupons der Ungarisch-galizischen Eisenbahnprioritäten vom 31. Dezember 1870 für 1919 und 1920 mit 12,83 Prozent, für 1920 und 1921 usw. mit 11,46 Prozent. Auf Grund der in dieser Tabelle angegebenen' Zahlen'wird der Uebernahmswert berechnet. Es fet betont, daß jeder, der auf eine Konsolidierung seiner Borkriegstitrrs reflektiert, gleichzeitig bei der Anmeldung in derselbe» Höhe, zu welcher die VorMegstittes in di« neue tschechoslowakische Anleihe umgewandelt werden, eine ebenso hohe Summe gegen bar in tschechoslowakischen Kronen oder gegen tschechoslowakische Kassenscheine zeichnen muß. Wenn also z. B. eine Steg-Priorität in der Höhe von 500 Franken, bezw. 800.000 K., zur Konsolidierung augemeldet wird, so erhält der Einreicher für diese Priorität sechsprozentige tschechoslowakische Konsolidierungsank ihr in der Höhe üo» 675 tschech. K-, muß aber gleichzeitig auch noch weitere 676 «schech. K. zeichnen, so 21. Februar IM_ Seile 13 daß er icusächuch für feine Steg-Priorirät von Nominal« 500 Franken nach seiner Zuzählung Konsols im Werte von 1350 tfch.ch. K. erhält. Di: fällige» Coupons lverdcn eventuell in Abzug g:brackt. Die «nmeldungssrist dmtert für die Kronenprirritäten und die stmdürrten Renten vom 18. d. bis 17. Mär,, £*• ^teg- Priorttäten vom 18. d. bis 3. März. Es muß auch beton: werden, daß die Tschechoslowakei die Einlösung der Borkriegstitres nur in der Quote vornimmt, die ihr durch das Innsbrucker Protokoll, beziehungsweise den Prager Akkord, vorgeschrieben ist. Tie in drx Tschechoslowakei zur Konsolidierung vorhandenen Vorkricgstitres sind nur in geringer Meng« vorhanden. Es wird also damit gerechnet, daß auch aus dem Auslände die Besitzer von Vorkriegstitres eventuell auf die Konsolidierungsanleihe reflektieren werden. Es sei noch einmal betont: Die Umwandlung ist nur eine fakultative. Kein Besitzer der obenerwähnten Borkriegstitres ist gezwungen, sie vorzumhmen. Er kann sich hiebei von seinen Rentabilitätserwägungen leiten lassen, zumal da jede Vorlage zur Umwandlung in die neue tschechoslowakische Konsolibierungsanleihe auch an die finanziell« Potenz des einzelnen große Anforderungen stellt, da er tschechische Kronenbeträge in derselben Höhe zur Verfügung stellen muß. Dr. M. Rz. der Niedergang der Handelemoral. Ein Bortrag Dr. BrichtaS. Im Verein für kaufmännische Interessen hielt der erst» Sekretär des Gremiums der Wiener Kaumranwschast, Dr. Rudolf B r i ch t a, einen Vortrag über das Thema, das geeignet erscheint, gerade in der gegenwärtigen Zeit das besondere Augenmerk der Oeffentlichkeit, hervorzurufen. Dr. Brichta führt aus, daß zu den bedenklichsten wirtschaftlichen Erscheinungen der Gegenwart die Verschlechterung der Hanbelsrnoral gchöre. Das gegebene Wort hat nicht di: Bedeutung wie einst, die Einstellung der Zahlungen hat einen Ninsang angeuoMnen, daß man von einer Ausgleichsseuche' sprechen könne. Aber auch der unlautere W e t t b e w e r b, die betrügerische Reklame, der Verrat von Betriebsgcheimnissen, die Liefenung schlechter Qualitäten, die Ungenauigkeit in' der Führung der Gsschäftsbücher sind heute keine Einzelerscheinungen. Einen wesentlichen Teil des Niederganges der wirtschaftlichen Sitte führt Dr. Brichta aus den Krieg zurück. Während des Krieges ist der Staat Äs Haupikontrahent aufgetreten und da ist ja bekannt, daß es hier bei geschäftlichen Verbindungen mehr auf die persönlichen Beziehungen als auf kommerzielle Erfahrungen ankam. Hiezu kommt die Vermehrung der Zahl der Kaufleute und das Eindringen von hand.'lsfremden Elementen in das konwnerzielle Gebiet. Diese Personen waren vielfach spekulationsluftig und skrupellos, entrissen dem legitiuren Handel seine Beziehungen und wurden durch die Zwangswirtschaft und ander« Maßnahmen außerordentlich unterstützt. Schleichhandel, Schmuggel, Uebertretungen, es kam zur staatlichen Preisfestsetzung und weiter..zur.Inflation, die alles Wer den Haufen warf. Und so stehen wir am Ende der Kriegs- und Inflvtronsperiode vor folgendmr vrschütternden Bilde: Weite Kreise des Handels stehen außerhalb des Gesetzes im erzwungenen Kampfe gegen unerträgliche und unmögliche Normen, die noch verschärft wurden durch eine unmögliche Gesetzgebung nach dem Kriege. Im Handelsverkchr entschied üicht mehr die kaufmännische Tüchtigkeit, sondern das Hinwegsetzen über gesetzliche und sittliche Hemnuungen. Zahllose Existenzen, die nichts zu verlieren haben, sind Kaufleute geworden und stchen nun in den: AugrMick, wo der Hexensabbat der Jnflationsperiode vorüber ist, Copyright 1926 by J. Ladyechnlkow Verlag, Berlin Sin Glaubensmartyrium.(<1) Roman von Schalom Afck*. 10. Im kahle« Felde. „Wie heißt du, Jüdin?" fragte der Kosak. „Dwoira." „Ich heiße Jerem", lächelte der hochgewachsene Kosak und zeigte dabei seine großen Weißen Zähne. Dwoira bebte. „Warum zitterst du? Ist dir kalt, Jüdin?" Dwoira schüttelte den Kopf. . „Komm näher zum Feuer!" Allein Dwoira erinnerie sich jetzt an die Amme und blicktg' umher. „Was suchst du? Die Alte?" fragte der Kosak. Er ttät auf die alte Diaruscha zu, die immer noch unbeweglich auf der Erde lag nach dem Stoße, den sie bekommen hatte, und ,schleppte sie ^u Dwoira. Dwoira umarmte den Kopf der Alten und drückte chn an ihr Herz. „Marie, ich werde sie schon gesund machen", sagte Jerem. ,^e, Alte, trink mal aus dem Horn!" Der Kosak hielt ein Horn mit Branntwein, das er bei sich hatte, an den Mund der Alten. „Trink tüchtig! Genier' dich nicht, die Brüderchen haben genug." Maruscha trank, öffnete die Augen, blickte um sich, und als sie Dwoira neben sich sah, umarmte sie diese. „Du lebst, mein Bögelchen? Oh, Gott sei Dank!" Sie kroch auf allen vieren zu Jerem packte seine Hände und küßte sie. „Du Mer. du starker, du hast uns vor den Händen des Satans gerettet! Rette uns, in Goties Namen, rette das Bögelchen! Oh, du bist ein Engel, den Gott herniederfandte!" „Und wer ist sie? Deine Tochter?" „Mehr als meine Tochter; sie ist mein Mes, mein Leben, meine Seele." Die Alte umarmte Dwoira, als wollte sie sie lieschützen. P aber eine IM» und du bist EtzristilM. ,^ch weiß selbst nicht. Sie ist mir ans Herz gewachsen, obwohl sie fremden Glaubens ist, wie ein Vogel aus einem fremden Nest. Ich Hab' sie doch von Kindheit auf erzogen. Sie und ihren Mann, als sie noch ganz klein waren." „Sie hat einen Mann?" ,^Ja, Adler, und die Hochzeit ist erst vor kurzem gewesen. Er ist von der Schule zurückgekommen, sie heirateten sich und bauten sich ein Nest, um Kinder anszubrüten — da ist aber das Unglück gekommen." „Wo sind denn die Ihrigen?" „Gott allein weiß es. Entweder haben sie sich gerettet, oder aber sie sind in die Hände der Kosaken gefallen. Wer weiß, ob sie noch leben." . „Wie sollren sie auch am Leben bleiben, unter den Kosaken sind sie doch sicher zugrunde gegangen", sagte der Kosak in Lestiynntem Tone, trar auf Dwoira zu, faßte sie an der .Hand und fragte: „Willst du die Mine tverden, Jüdin?" Dwoira blieb stumm. Wieso die Deine, Adler? Sie hat doch einen Mann!" sagte die alte Maruscha. „Schweig, Alte, die Ihrigen leben ja nicht mchr! Die Kosaken haben alle Juden niedergemetzelt. Sie hat keinen Mann mehr. Willst du meine werden, so sollst du am Leben bleiben. Sonst mußt dn sterben! Wie du willst." Dwoira blieb stumui. „Nun, tvarum antwortest du nicht, Jüdin?" Es wird dir schlecht ergehen, wenn du nicht antwortest. Bon Rechts wegen hätiest du Jefrcm angehören müssan. Er hat dich im Mrfelspiel gewonnen. Allein, er hat falsch gespielt, da Hab' ich ihn erschlagen und dich gereitet. Für mich habe ich dich gerettet, weil du mir gefallen hast, weil ich dich liebgewonnen habe, sowie ich dich sah. Also sprich, Jüdin, willst du die Meine sein? Du hast es doch versprochen?" Dwoira blieb immer noch wortlos. „Du bist gut. du bist ein Engel. Eine Frau har dich geboren, nicht aber ein Hund, wie die anderen dort. Du hast doch Gott im Herzen! Du wirst so eüvas nicht tun. Du wirst dich doch nichl vor Gott versündigen? Sie hat einen Mann!" beteuert« Maruscha weiter. „Schweig, Alte, sonst erschlage ich dich wie den Jefrem. Ich habe dir doch schon gesagt, daß ihr Mann nicht nichr lebt, sondern tot ist. Mo Juden sind ja erschlagen." „Und wenn er sich doch gerettet hat?" fragte die Alte, „Er ist tot — und wenn nicht, so werde ich ihn töten! Du, Alte, aber schweig, du Teufelsseele! Du bist eine Kosakin und mußt es mit den Kosaken halten, nicht aber mit den Juden! Du hast deine Seele dem Judensatan verkauft. Hüte dich, Alte!" sagte der Kosak zornig, setzte sich neben Dwoira ans Feuer, nahm ihre Hand und sagte ihr, so weich wie er konnte: „Du gehörst mir. Ich habe zuerst erkannt, daß du jung und schön bist. Ich habe dich trotz der Lumpen erkannt, in die die Alte dich eingchüllt hatte. Als ich dich sah, erbebte mein Herz und gleich We ich dich liebgewonnen und Mitleid mit dir gefühlt wie mit einem jungen Täubchen. Ich werde dich niemandem abtreten, weder dem Hetman noch dem Chan. Ich werde alle löten und dich für mich allein behalten!" Einen Augenblick lang schwieg Dwoira. Dann aber blickte sie plötzlich dem Kosaken in die Augen und sagte: „Ich bin in deiner Hand. Du kannst mit mir tun, was du willst. Und doch habe ich keine Angst vor dir! Ein Stärkerer als du beschützt mich. Du kannst mich schlagen, ich Hab' aber keine Angst vor dir! Wenn ich will, habe ich dich lieb, tvenn ich aber nicht will, werde ich dich nicht lieb haben!" „Wenn ich will, habe ich dich lieb, und wenn ich nicht will, werde ich dich nicht lieb haben — gut gesagt Jüdin, gut! Nun, ich will dich nicht zwingen, mich lieb w haben. Willst du es aber nicht, dann tveiß ich, was ich tue!" sagte der Kosak und ging auf die Alte zu. „Ich weiß nicht, was die Al!e dir ist: deine Mutier oder etwas anderes? Aber einerlei. Sprich, Jüdin, daß du die Meine rverden willst, dann laste ich sie leben — wenn nichl, so töte ich sie!" Dwoiras Augen funkelten. Nur einen Augenblick schwankte sie. Doch sogleich wurde ihr instinktiv klar, daß sie die Alte reiten mußte. Sie wußte selbst nickt wie, nxir aber zu allem bereit. Sic aiiliooricte verschämt: „Dein Weib will ich sein, aber nicht deine Geliebte!" (Fortsetzung solgt.)

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