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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-20 · Heft 2513 (20.2.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2513 (20.2.1926)
Date
1926-02-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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MfcS MLh - Wiener Msrse«zetiimg 20. Februar 1926 SiouWche »eMrsektioa Lrovoliftadt. (Frauengruppe.) Heute, r/,8 Uhr, im SeklionSheim, 2. Bez. ZtrkuSgaffe 33, Vottrsr De- Direktors Üeon Wechsler: »Die Mische Fmu in der zionistischen OMnifation." FraurnwSnsche. sind nicht immer leicht zu befriedigen. Auch dann nicht, wenn fie den Ankauf praktischer Bedarfsgegenstände betreffen. Das Bestreben der Hausfrau, ihren Vorrat an Leib- und Bettwäsche zu ergänzen, wird immer wieder durch die Geldknappheit in der Ausführung grheirunt und der Kauf schweren Herzens vm'choben. Es wird daher seitens des konsumierenden Publikums besonders freudig begrüßt, daß das wegen seiner Kulanz und Billigkeit in der Leopoldstadt bestrenounnierte Warenhaus Brüder Schifsmann, 2. «ez., Trborstraße 18. durch seine populäre Veranstaltung der „Weise Woche" erlesene Qualitätswaren zu beispiellos billigen Preisen auf den Markt bringt. Den Wünschen zahlreicher Kunden entsprechend, welche bisher ihren Bedarf an Weißwaren nicht decken konnten, haben Brüder Schifsmann den Okkasionsverkwf der „Weißen Woche" prolongiert. In dem Bestreben, ihre Leistungsfähigkeit neuerlich besonders zu beweisen, haben Brüder Schisfnunn namhafte Fabriksbestände gegen Kassa außerordentlich billig angekauft und verkaufen dieselben unter Hinzurechnung eines äußerst geringen Nutzens zu Preisen, welche auch dem Aermsten den Kauf ermöglichen. Niemand versäume diese außerordentlich günstige Kaufgelegenheit. Besichtigung ohne Kaufzwang jedermann ^-stattet. NadioHrogramm. Hrute Samstag den 20. Februar. 16 Uhr 15 Min.: Rachmittagskonzerr. — 17 Uhr 30 Mm.: Stunde der Landwirtschaft. I. Einleitungsvortrag. Prof. Dr. Hermann Kalerer. — 18 llhr: Das Rätsel. Sein Wesen und Werden. II. Univ- Prof. Tr. Robert Arnold. - 18 Uhr 30 Min.: 25 Jahre Volksheim. (Zum Jubiläum der Wiener Volkshochschule) Univ -Prof. Dr. Friedrich Johann Becke. — 19 Uhr: Das Idyll in der deutschen Landschaft. Gewrochen von Gertrud Lasch. — 20 Uhr: „Dorine und der Zufall", Lustspiel mit Musik von Fritz Gtttnbaum und W'lhelm Sterk. Musik von Jean Gilbett. — 22 Uhr: Heitere Abendmusik. vereine. Vorträge und Versammlungen. Zionistische Kulturgruppe XX, 20. Bez., Karl-Meißl-Straße 5/1. Das Vereinslokal bleibt wegen Renovierung bis auf weiteres geschloffen. Sonntag um 9 Uhr früh Zusammenkunft der Mitglieder im Vereinslokal zwecks gemeinsamen Besuches im Technischen Museum. — Z e i r e M i sr a ch i, Wien. Heute, 7 Uhr abends, im Vereinrheim. 2. Bez, Vtaterstraße 43, M e l a w e - M a l k a aus Anlaß des 7. Adars. Zutritt nur für geladene Gäste. 3 i o n i ft i j d) e Bezirkssektion Leopold st ad t. Heute, 8 Uhr abends, im Sektionsheim, ZtrkuSgaffe 33, Ausschußsitzung. — Zionistische Frauengruppe Leopoidstabt. Heute, */,8 Uhr abends, im SeklionSheim, 2. Bez., ZtrkuSgaffe 33. Vortrag Direktor Leon Wechsler: .Die jüdische Frau und Palästina". Nachher AuSschußsitzung. Erscheine« ist Pflicht. — Zionistische Sektion Zwischenb r ü ck e n, 20. Bez.. Leystraße 81. Heute, *1,8 Uhr abends, Abschiedsfeier für das Ausschußmitglied Jo'ef PohoryleS. Mittwoch im Vereinslokal Vortrag deS Herrn Dr. H. Glan Beginn */,9 Uhr. — Wiener Beth-Hamidras 2. Bez., Ferdknandstraße 23. Heute, 3 Uhr, Lektor Dr. S. Rubin: „Die Estherrolle kriüsch beleuchtet". — Toynbeeballe, 20. Bez., Denisgaffe 33. Heute. 7 Uhr, Konzert. — MatmonideS-Jnftitut, 3. Bez., Hetzgaffe 40. Heute 4 bis 5 Uhr, Dr. A. Kaminka: „Der Einzelne und die Gesamtheit".- Montag. Dr. A. Kaminka, 6 bis 7 Uhr: „Agada aus dem Traktat Megilla". 7 bis 8 Uhr: „More Nebuchim, über den LogoS und die Prophetie". Urania. Der Leiter der geologiich-paläontologischen Abteilung deS Naturhistorischen Museums in Wien, Ho trat Prof. Dr. F. X. Sch a f f e r, wird in vier Vorträgen über die j» den wichtigsten Ländern von ihm auf feiner Weltreise empfangenen Eindrücke sprechen. Der elfte dieser Vorträge, „Kalifornien, der G o l d st a a t", findet Montag den 82. d., */.8 Uhr abends, im großen Uraniasaal statt. ' * Eine« Säuglingspflegekurs mit Lichtbildern und praktischen Hebungen Veranstalter der Verein Säuglings- und Ktnderfürwrge. Die Vortrage hält Herr Primarius Dr. Karl Grünfeld am 26. d., 2.. 5-, 9. und 12. März von 5 bis 6 Uhr im Wissenschaftlichen Klub. 6. Bez., Getreidemarkt 7 (Eingang Dreihufeisengaffe 1-. Anmeldungen an die VeretnSkanzlei, 9. Bez., Zirnmermannplatz 9. täglich zwischen 9 und 4 Uhr. (Telephon 21-0-11). Der Ball der Schaffaer in Wien findet heute abends 'im Hotel bayrischer Hof, 2. Bez. Taoorstraße 39, statt. .Hebräischer Kms. Die zionistische Jugendgruppe Leopoldstadt eröffnet am 1. März einen neuen Anfängerturs tür Hevrärich. Anmeldung täglich von 7 bis 9 Uhr abends im Heime, 2. Bez.. ZtrkuSgaffe 38, 1. Stock. Eine jüdische Familie, die auf der Reise nach Palästina kn Wien stecken geblieben ist, appelliert an vie OesftntlichkZr, ihr wenigstes dir Weiterreise bis Saloniki zu ermöglichen. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" ist bereit, Beiträge entgegenzunehmen. Die neue Auflage von Meyers Lexikon. Der Mit: Band der neuen Auflage von Meyers Lexikon reicht von Bechtol bis Conthey und steht d:m ersten in keiner Beziehung nach. Wer diesen Band 'kritisch prüft, wird hoch befriedigt sein über alles das. was auch er gerade an neuem bietet. So finden wir in dem Artikel über das neu? Burgenland im Osten Oesterreichs auch das erst jüngst dazu bestimmt: Eisenstadt als setinen Haiptsitz verzeichnet. Ganz neue Begriffe, wie „Berufsanalyse" „Berufseignung" sind lach gemäß behandelt. Von manchen Artikeln intö wohl nur die Stichwörter stehen geblieben, der Inhalt trägt den starken Veränderungen Rechnung und fft zum großen Teil oder ganz neu, wie zum Beispiel die Artikel „Bergbahnen". „B.ravau", „Bierbrauerei", „Lhemische Industrie", „China", die vielen lanvwirtfchaftlichen Artikel und solche über alte und neue Kunst. Ausge- >ichnetes bieten wieder die den Text ergänzenden farbigen und schwarzen Tafeln, Beilagen und Tertoildor. Welch einen Fortschritt sn ber technischen Ausführung bedeutet die Tafel „Birne:» und Äepfel" in dem weichen Offsetdruck, "der den Früchten den Hauch d?r Unberührtheit läßt! Den Landwirt werden die in der Tafel „Bosenbearweitungsgeräte" gezeigten neuesten Maschiltei» ebenso -»>cenen wie den Fachmann oder Kunstfreund die künstlerischen Bucheinbände, das herrliche, golddurchjetzte Blati „Eine Seife der G'.mnberg-Brbel" und wie sonst die schönen Beigaben alle heißen, $ie vielen neuen Karten nicht zu verg.ssen. Erfreulich und besonders hoch zu werten ist ,s. daß der Preis des zweiten töandes der allgemein gestiegenen Kosten auf der gleichen Hohe wie der des ersten gehalten werden konnte. ^jiinmmimiinnnimmimmnnnifmmniiMnnnnnuniftimmrimniimiiirmmriiit^, 2 Die zionistische Frauengruppe Landstraße veranstaltet S i heute 1 1 Samstag den 20. Februar 1926 im Cafi „Lovrana", §1 5 HI., Löwengasse 36, eine s (Akademie mit Tanz S 2 unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte 3 2 Beginn 8 Uhr >os Jj ^llllilllillllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllilllllllllllHIIIHIIIIIIIIIll)HlllinilllHIHI))Hlr HOTEL CENTRAL Wien, II. Taborstrass« 8 a Stadtzentrum » 150 neu eingerichtete Zimmer » Zentralheizung, kalt- und warmfliessendes Wasser, Telephone, Lift, Cafe-Restaurant » Preise von 8 5.— aufw., > aufleute 10°/® Rabatt. 665 Die letzte und reifste Dichtung des großen Russen Dostojewski Der Traum eines lächerlichen Menschen // In dieser schlichten und ergreifenden Erzählung voll Güte und Mitleid zeigt uns Dostojewski den im Traum geschauten Mythos vom biindenfall einer im paradiesischen Zustand der Reinheit lebenden Menschheit und deren Erlösung durch das Aufsichnehmen des Leides Abgeschlossen und umfassender als in allen großen Werken erscheint in dieser Darstellung des unmittelbaren Erlebens Dostojewskis Glaube und Weltanschauung Er träumt den Traum einer friedlichen Menschheit, erlöst durch die Liebe Das schöne Bändchen kostet nur 1.80 Schilling Buchhandlung R.Löwit, Wien 1. Bezirk, Roieniurmsira$e Nr. 11 .— Kunst. Bühne. Buch. Londoner Lheaterbrlef. Zwei Premieren. — Die „Unsitte des Applaudierens". (Bon unserem Londoner Mitarbeiter.) Die beiden Erstaufführungen der vergangenen Londoner Dheatevwoche zeichneten sich durch recht schwache Stücke und gute Darstellung aus. In Wyndhams Theatre brachte Laurence Schwab am Montag Edwin Justus M a y e r s „T h e re bra n d" heraus. Im MittelpunLt dieses Schauspieles stecht Benvenuto Celliini, der vielseitige Künstler am Hofe der Mchici. Der Bildhauer ist in eine Liöbesintrige M Viereck verwickelt, an dessen Enden außer ihm noch Fürst Alexander von Medivi, die Fürstin und Angela, sein wunderschönes Modell sichen. Die romantische Geschichte erschöpft sich in allen möglichen Kombinationen, bis schließlich der Herr von Florenz wieder in die Arme seiner fürstlichen Gemahlin und Cellini in die seiner Angela findet. Damit ist es aber nun keineswegs Schluß. Der Fürst läßt Benvenuto wegen eines angeblichen Attentates auf seine Person verfolgen und nur dadurch, daß der Künstler auf seine Geliebte zugunsten des Fürsten verzichtet, rettet er sein Leben. Ihr zynisches Ende findet die Handlung damit, daß Angela durchaus nicht ungehalten darüber ist, wieder zum Fürsten zurück zu müssen. Diese langweilige Affäre ist mit romantischem Flitterwerk umgeben. Nicht einmal das Milieu ist getroffen. Um so höher ist das Verdienst der Schauspieler, die das Stück fast vergessen ließen. Jver Novelle in der Hauptrolle stellte eine prachtvoll bramaobarsierende Figur auf die Bretter, Ursula Jeans als Angela, Huch Wakefield als Duce von Florenz und Constance Collier als die Fürstin bewiesen, daß bedeutende Schauspieler . in das schlechteste Stück schöpferische Ideen tragen können. Der Kitsch, den wir am Montag sahen, wurde durch das Schauspiel, das wir gestern abends im ,^"-Theater genießen mußten, unterboten. Der Autor eines ganz guten Romanes („Grüne Göttin"), William Archer, hat mit dem „Frendenritt" ein Detettivstück verbrochen, dessen. sich die Bovstadtkinos wahrlich nicht zu schämen brauchten. Gin junges Liebespaar geht durch drei Akte laug durch sie schauerlichsten Ereignisse einer Kriminal- und Verbrecherbande, bis zur glücklichen Erlösung. Wieder retteten die Schauspieler den Abend, wobei Clive Curry, Fräulein Gevmaine de Baux und Cunnigham ihre Apachengestalten bewundernswert charakterisierten. Der „Daily Telegraph" hat mit der Veröffentlichung eines offenen Brieses über die „Unsitte oes Klatschen-, insbesondere während eurer Vorstellung", den alten Kampf um diese Form dH Beifalles wieder aufleben lassen. Es ist interessant, haß alle SM« men und Zuschriften aus dem Publikum im Interesse dm agierm« den Künstler selbst, für eine Abstellung des „Unfuges" ÄntreteN, die humorvolle Aeußerung Shaws haben wir bereits pMiyiett (Anm. d. Red.), während Direktoren und Schauspieler, Leute wie Harrison uub Stanley Bell, erklären, daß nichts so erwünscht sei, wie ehrlicher Applaus, wie und wann immer er komme. Sarah Bernhards Anspruch wird zitiert, daß sie lieber ausgepfiffen ÄS je ignoriert werden wolle. Bell behauptet sogar, daß der hemmungsloseste Applaus eine enorme Hilfe für jeden Darsteller bilde und so wogen die Meimtngen für und wider. Die Äte Frage wird nicht früher gelöst werden, als bis Eitelkeit und Ausdrucks bedürfn-is, Verschiedenheit des Geschmacks und Temperaments, der Erzichung itnd des Taktgefühles von dieser Erde verschwinden. _ P. P. D. Aus de» Theatern. Burgtheater. Morgen, 3 Uhr nachmittag». „F l a ch 9* mannalSErzieher", 7 Uhr abends, „P eer G y n t". Operntheater. Morgen, *1,1 Uhr abends, »Lohend r i n". Akademie theater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Die Frau von vierzig Jahren", '/,8 Uhr abends „Onkel Toni". Redoutensaal. Morgen, *(,8 Ubr abends, „D i e Entführung aus dem Serail". V o l k 8 o v e r. ..General d'A m o u r", die neue Operette von Julius B i t t n e r, gelangt am 26. d. zur Uraufführung. Das Buch stammt von Julius Wilhelm und Paul Frank. DeutscheSVolkstheater. Wegen Erkrankung des Herrn Tdeo S h a l l gelangt statt der Premiere von „K r i e g t m F r i e d e n" beute Schnitzlers „Liebelei" und „Das B a e ch u s f e st" zur Aufführung. Als nächste Novität wird das Lustipiel „Die neuen Herren" von Flers und Croiffet vorbereitet. Theater in der Josef st ad t Die für Morttag angefetzte Vorstellung von „I b r k l e i n e r F r e u n d" wurde auf Dienstag den 23. d. verichoben. D e gelösten Karten behalten für Montag („N a t a l i e") Gültigkeit oder werden bis Montag nachmittags, */a5 Uhr, umgetauscht. Theater an der Wien. Die Proben zu Emmerich Kalmans neuer Operette „Die ZirkuSvrinz e f f i n". Buch von Julius Brammer und Alfred Grünwald, haben bereits begonnen. Die Hauvtrollen sind mit den Damen Betty Fischer. Elsie Altmann, Mizzi Zwerenz und den Herren Hubert Marischka, Hans Moser, Fritz Steiner, Otto Langer und Richard Waldemar besetzt. Die Novität wird von Direktor Hubert Marischka inszeniert. Johann-Strauß-Theater. Morgen nachmittags „Der R a st e l b i n d e r". ZVprozentiger Preisabbau in der Renaissancebühne. In der Renaissancebühne sind vielfachen Wünschen aus Publikmnskreisen folgend die Eintrittspreise um 30 Prozent ab ge baut worden. Es finden allabendlich Aufführungen der Schwanknovität „Der wahre Jakob" mit Ludwig Stößel als Gast statt. „Dona nobis paeem". Dies« Oper, für deren Text Scheffels „Ekkehard" benützt wurde, und die ein Schüler von Richard Strauß. Kurt Stiebitz, geschaffen bat, gelangt anläßlich des hnnldertsten Geburtsta-?s Schefsels am stadtcheater in Halle zur Uranfs-ührung. Der neue Tondichter erzielte einen starken Erfolg. ' '__ Gerichtssaal. Sie SteuerrSMSnde im Sari>rhwter. Die Konzeffionsinhaberin des Carl-Theaters, Frau Direktor Dora Eiben schütz, erhielt vom Magistrat einen Zahlungsauftrag über rückständige Fürsorgeabgaben in der Höhe von 20.000 Schilling, die noch aus der Zeit, als Direktor Bernau das Theater leitete, stammen. Der Magistrat stellte sich dabei aus den Standpunkt, daß Bernau nicht als Unternehmer, sondern als'Angestellter anzusehen sei, da eine Aenberung in der Konzession nicht vorgenommen wurde. Das interne Verhältnis zwischen Frm Ekbenschütz und Herrn Bernau könne den Magistrat nichts kümmern. Aus diesem Grunde wurde auch die gegen die,Steuervorsch:cibung eingebrachte Beschwerde abgewiese n. Frau Eibenschütz brachte nun eine ^kage beim Berwaltungsgerichtshos ein, über die gestern unteu, dem Vorsitz des Se.ratspräsidenten Dr. S ch u st e r vechandÄt wurde. Der Beschwerdebertreter führte aus, daß Frau Erbenschütz nach dem Tode ihres Mannes das Carl-Theater verpachten nrußte, weil sie den Anforderungen, die ein solcher Betrieb an sie stellte, sowohl in Physischer als imd, in materieller Hinsicht nicht gewachsen war. Sie habe das Theater deshalb an Direktor Bernau verpachtet und sich i Prozent von den Bruttoeinnahmen, garantiert mindestens 200 M i l l i o n e n K X o u e n jährlich, zusichern lassen. Direktor Bernau habe die faktische Leitung des Theaters übernommen. Daß die Verpachtung nicht angezeigt wurde, komme höchstens als Uebertretung dex Gewerbeordnung in Betracht, ändere aber nichts an der Tatsache, daß Direktor Bernau als Unternehmer für die Fürsorgeabgabe haftbar sei. Ein Beweis dafür, daß der Magistrat ihn auch als solchen anerkannt habe, sei der Umstand, daß alle Zahlungsvorschristen, Mahnungen u!sw. an ihn adressiert waren. Erst nach Zchammenbruch der Aera Bernau habe sich der Magistrat daran erinnert, daß Frau Eibenschütz die Konzessionsiichaberin sei. Der Vertreter des Magistrats gaib zu, daß alle Züschristen an Bernau adressiert wurden, erklärte dies aber damit, daß sich der Magistrat, so lange die Fürsorgeabgabe pünktlich bezahlt wurde, nicht darum kümmern konnte, wer der eigentliche Zahlungspflich-« tige war. Erst bei Einstellung der Zahlungen ergab sich die Rots Wendigkeit zur Prüfung dieser Frage. Der BevwattungKgerichtchof wies die Beschwerde mit der Begründung ab, daß nach der Theaterordnung nur derjenige, auf dessen Namen die Konzession lautet, ckls Unternehmer anzusehen sei. Eine Umschreibung der Konzchion ist nicht angesncht worden und dcher müsse Frau EilbenWtz für die rückstärchjgen Steuern hasten.

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