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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-20 · Heft 2513 (20.2.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2513 (20.2.1926)
Date
1926-02-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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wt m% m FMM IM mm § „mm mv Er ist gut, wenn man von Zeit zu Zeit daran erinnert ivird, daß vom Jahre 1914 bis 1918 ein Weltkrieg getobt hat, der an Schrecklichkeit einen Rekord in der Weltgeschichte ausgestellt hat. Es ist gut, iufe man immer wieder durch eine Plötzlich aufblitzende Stichflamme an diesen verheerungSvollen Großbrand gemahnt wird, denn die Menschen vergessen so furchtbar rasch. Da gab es vor einigen Wochen einen Bäckcrstreik, und die Wiener harten sofort den Geschmack des unverdaulichen Maisbrotes im Mund. Jeder wußte in herzerweichenden Tönen von Hungersnot, Anstellen und Brotmarken zn erzah'en und doch waren all diese Martern d.'s Hinterlandes nur ein mit 100 Prozent Wasser verdünnter und Saccharin versüßter Aufguß der bitteren Lösung, die jene draußen auf den Schlachtfeldern Polens oder Süötirols trinken mußten, auch wenn sie von maßlosem Ekel dabei erfaßt wurden. An diesen bitteren Kelch muß man von Zeit zu Zeit erinnern, denn in ihn vergessen die Menschen viel leichter, alS an den Kriegskaffce, dem nur mit der Holzhacke beizukommen tan. Der gestrige Po izeibericht bringt einen Gruß aus der glorreichen Zeit des Stahlbades der Bokker. Wie anders könnte er sich würdiger päfenliercn, als in der Fratze eines grinsenden Totenschädels, den irgend einer, der seinen AMick nicht mehr ertragen konnte, fortgeworsen hat. Schulkinder fanden den Schädel -m Tonauuser bei Nußdorf und verständigten die Polizei. Diese untersuchte ihn und stellte ein« von einem kleinkalibrigen Geschoß Zerrührende Ein- und Ausschußöfsnurrg fest. Der Schädel dürfte nicht lange im Wasser ge'egen sein, weil in der SchädeDecke etwas Humus vorgefunden wurde, was ebenso wie feine charakteristische braune Färbung darauf schließen läßt, daß er längere Zeit in der Erde gelegen ist. Das Schreckliche an diesem Fund sind aber nicht diese mit eisigster Nüchternheit festgestellten Tatsachen, sondern Mi Worte, die aus dem Schädel mit Blaustift geschrieben sind, eine Vignette, etwa wie man sie an Steinen in einer Mineraliensammlung anbringt. „Stochod 1917." Der Polizeibericht fügt hinzu: „Die Bezeichnung „Stochod" läßt vermuten, daß e'H österreichischer So.öJt den Schädel von dem aus den Kriegsberichten bekannten Frontabschnitt „Am Stochod" entweder wegen des charakteristischen Durchschusses cder überhaupt als Trophäe mitgcbracht hat. In die Turchschußöfsnung paßt ganz genau ein österreichisches Jnfanteriegeschoß, so daß vermutet wird, d.ß der Schädel veS gefallenen „Feindes" mitgebracht, hat ihn vielleicht mit Tatbestand liegt kein Anhaltspunkt vor." Irgend ein österreichischer Soldat hat sich also, statt, wie dies üblich war, die Distinktion oder das Bajonett, gleich, den Schädel des gefallenen „Feindes" mitgebr:cht, hat ihn vielleicht mi: Genugtuung seiner Braut oder seinen Freunden gezeigt und sich dabei stolz in die mit der „Großen Silbernen" geschmückte'Bnrst geworfen. Er hat chn dann, wie der Wiener zu sagen pflogt ,/mfs Nachtkastel" gestellt und täglich mußte ihn sein Blick streifen, so lange bis er das nicht mehr ertragen konnte. Bei Tag unid Nicht muß ihn der Schädel des toten Russen wle die Erinnyen verfolgt haben. Dabei war er nicht einmal schuld daran, denn hätte er nicht getötet, so würde vielleicht sein Schädel irgendwo in Wolhynien modern. Langsam ist chm die Erkenntnis gekommen, daß der Schädel einst einem Menschen zugchörte, der, wenn er auch ein Russe war, doch der Sohn einer Mutter, der Mann eines Weibes und der Vater hi'floser Kinder war. Da packte chn Schrecken und er ent'Äigte sich dieser grauenvollen Last, die ihn bedrückte. In den Siegerstatten hat man Denkmäler für den unbekannten Soldaten errichtet. In Wien sollte man an der belebtesten Straße, etwa an der Opernkreuzung oder in er Mariahilferstratze. diesen Schädel aufstellen. Die Borübereklenden werden eine Weile aichalten und lesen müssen: „Stochod 1917." ES ist nicht schlecht, daß von Zeit zu Zeit ein Bäckerstreik auSbricht oder so ein Schädel gefunden wird. Es kann dadurch großes Unheil verhütet werden. Man wird es sich viel länger und gründlicher überlegen, che man ein zweites „Stochod 1917" herausbeschwört. , _ Robert Schreier. Sie falsche Sattln. In einem eleganten Hotel in New-Aork, wo für Gold alles, selbst der verbotene Alkohol, zu haben ist, florierte seit einiger Zeit cm geheimer Lpiolklub. Eures schönes Tages tauchte m diesem Klub ein neuer Gast ans, der sich bald zum Stammgast entw'ck-'lte, em englische-' Oberst namens Blasburry, dessen hohe Einsätze, verbunden mir seinem fabelhasten Pech, bald die allgemeine Ausm iksr'Mlvi: auf ihn lenkten. Der Oberst schien ein schwerreicher GentlMtin zu sein, der sich aus Verlusten nicht viel mach:e, mW Abend für Abend wiederkam, um seinen ObÄus loszrrwerden. An einenr Sonnabend verlor er die Kleinigkeit von <000 Dollar, verzog aber Line Miene und entfernte sich so gegen Morgen mit dem Versprechen, am nächsten Tage Revanche zu hol,n. Durch die Geschwätzigkeit des KlutdienerS kam die Sache iw £v.<S hl rum und bildete bald das Gösprächschema der Hotel- ,7ü:te. D.r ließ sich am Sonntag nachmittags die Frau Oberst Blasburry, eine elegante Dame, beim Inhaber des Klubs melden, machte ihm heftige Borwürfe und wies daraus hin, daß dieser hohe Betrag über die Verhältnisse ihres Mannes ginge. Sie beschwor den verdutzten Mann, ihr das Geld zurückzuerstatten und ließ durchblicken, daß es ja noch eine Polizei gäbe, die sich für verbotene SpielklubS sicher stark interessiere. Das stimmte den In- Haber des Kltkbs milde und nachgiebig und man einigte sich auf die Hälfte der in der letzten Nacht verspielten Summe. Frau Oberst ließ sich die 3200 Dollar gleich ausphlen geMn das Versprechen. daß weder sie noch ihr Gatte sich in dem SpiettlUb wieder sehen lassen würden. Da erschien gegen 10 Uhr abends der Oberst, als ob nichts geschehen wäre. Der erboste Spielleiter, der vom Inhaber wohl m.-rmiert war, stürzte auf ihn zu, beschimpfte ihn, beleidigte chn, bedrohte ihn tätlich —, kurz, es kam zu einer wüsten Schlägerei. Als sich beide auSgetobt hatten, urw als das übrige Publikum vermittelnd eingriff, klärte sich das Mißverständnis sehr bald: der Oberst war nie im Leben verheiratet, seine angebliche Frau war eine Hochstaplern, dir M dem mtfschemrregslWr Verlust. wiiilyf WplptwBflilim des Engländers zufällig gehört hatte und ihn geschickt ausnützte. Natürlich war die falsche Gattin bereits über alle Berge und wenige Wochen später bekam der Oberst uub der Besitzer des Spielklubs eine freu,Gliche Postkarte aus Monte Car o, mit der Nachricht, daß sich das schöne Geld verdoppelt habe. Mllllonenleevttschwiniel. Ans Breslau wird gemeldet: In Neu Waldau tmirde der Millionenkredit schwinde! eines Rittergutsbesitzers. namens B e r g n e r und seiner Frau ausg.deckt. Letztere wuwe dem Saganer Gefängnis eingeliefert, während der Ehemann nach der Schweiz geflohen st in soll. Nicht weniger als 16 0 Haftbefehle sind gegen dos Ehepaar erlassen worden. Die Frau unterstützte die Betrügereien ihres Ehemannes durch den Stempel des Ortsvorstehers, dessen Posten zurzeit unbesetzt war, chn« daß das Landratsamt hievon Kenntnis gehabt hätte. BeMttmg des Hochstaplers Nrnmnd Schwöb. Seit zwanzig Jahren gesucht. In Fiume wurde der feit mehr als zwei Jahrzchntrn vergeblich verfolgt« und schcn wiederholt in contumaciam verurteilte Juttelenagent Armand Schwöb verhaftet. Er wurde zuletzt von Berlin aus als Georg Martens wegen Schechchniindeleien und Betrügereien mit einer Schadenssumme von einer Million Gold mark (eura 17 Milliarden Kronen) verfolgt. Bei Durchsich: der Wiener Erhebungen fand man, daß Schivcb noch ein auf 20 Jahre zurückreichendes Sündenregister Hai. Er soll der Schn eiees im Jahre 1905 verstorbenen Federnhändlers in Basel st in. Nach dem Tcde seines Vaters, vcn er um viel Gels gebracht hat, erbte er eine ansehnliche Dumme, die er in gnvchnt.m Leichtsinn zum größten Teil durchbrachte, Mit den Resten seines Vermögens kam er im Jahre 1905 nach Wie n, tro er nnt.r dem Namen Adolf Schmidt als freigebiger Lebemann auftra:. Anfangs 1900 war er vcn hier verschwunden, nachdem er zahllose Personcrr uich Firmen um große Beträge und Juwelen geschädigt hatte. Arrch irr Amerika, England und Frankreich trieb er sein Unwesen. Er entkam immer zur rechten Zeit. Vcn dm Pariser Behörden wurde er in contumaciam zn fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er bis heute ncch nicht abgesessen hat. Jetzt wird die ganze Hcchslaplerlausbahn Schwöbs, der fast schon ein Siebziger ist, erforscht werden. Jas geheimnisvolle Auto. Gestern um etwa viertel o Uhr früh sah man nächst der Flcridsdorser Brücke ein Auto stehen, das sehr hergrnommen aussah. Es hatte die Tezeichnung A 7 591. Im Innern des Wagens war aus einem PaspcndeckÄ eine Tafel angebracht, auf der mit Tintenblei geschrieben stand: „Nicht betriebsfähig!" Die Echcbungcn ergaben, daß sich rin Zusammenstoß des Autos ereignet hat. Im Innern des Wagens lag brr Mantel des Chans eurs, Auf dem Kragen wann Blutflecke sichtbar. In drm Mantel befand sich die Legitinration des Chauffeurs und eine Brieftasche mit 29 Schilling 3 Groschen und dir Aulcbrille des Lenkers. Dadurch wurde klar, daß das Auto Eigentumdes Fuhrwerksbesitzers Josef Schwarz sei, das ' vom Chauffeur Alois Kordule gelenkt wurde. Ter Chauffeur ist spurlos verschwunden. Kordule genießt den denkbar besten Leumund. Er hat in der letzten Zeit' Zeichen tiefer Betrübnis gezeigt. Für den 15. März tvar eine Verhandlung gegen-ihn wcgen eines Zusammenstoßes angesetzt. Das hat ihn sehr niedergeschlagen gemacht. In der letzten Zeit ist Kordule das Opfer eines Uebersalle8 zweier Fahrgäste geworden. Am 11. d. wurde er im 3. Bezirk nach einer Fuhr von Fahrgcsten, von denen er am Ende der Fahrt den Fuhrlchn verlangte, überfallen und durch Hiebe mit einem Schlagring am Ohre verletzt, so daß er blutete. Davon dürften auch die Muttwpfen am Chauffeurmantel herrühren, die also als verdächtiges Indiz für ein« Bluttat äusgefchaltst sind. Man ließ ^inen Polizeihund an dem Mantel Witterung nehmen. Der Hund verfolgte die Spur in das Jnundaticnsgebiet, umkreiste dort eine Stelle und schließlich führte er znm Donaunfer. Aus all den Umständen schließt man, daß Kordule gestern nach:s eine Fuhr nach Floridsdorf hatte, dort mit seinem Auto einen Zusammenstoß erlitt, tvodurch bas Auto beschädigt wurde. Durch das neuerliche Mißgeschick zerknirscht, dürfte er zum Dvnauuser geeilt sein, und seinem Leben durch einen Sprung ins Wasser ein Ende gemach: haben. Wien, 2V. Februar. * Mission und Palästinafroge. Ein im zweiten und zwanzigsten Bezirk stark verbreitetes Flugblatt der Ortsgruppe Wien der Bereinigung ernster Bibelforscher sorder: zum Besuch eines öffentlichen Vortrages auf, der am Dienstag um halb 8 Uhr abends im Hotel Bayrischer Hof stattsinden soll. Sein Thema lautet: „Palästina für die Juden! — Warum?" Die Vereinigung, die hier genannt ist, hat ihre Zentral« in der „Wachtturm-, Bibel- und Traktatgesellschaft in Magdeburg" und ist, wie der Flugzettel belehrt, „gedrängt durch die schmerzliche Erkenntnis der Verwirrung und Zerrissenheit der Christenheit ins Leben gerufen" worden. Die Erscheinungen der Gegenwart seien „Kenirzeicherr uns Vorboten der unmittelbar bsvorstchcrw.n Verwirklichung der urchristlichen Hoffnung der Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erderr". Es scheint, daß auch die neue Mische Siedlung in Palästina als «m solches Kennzeichen betrachtet wird. Das karrn bie. Bibelforscher* Vereinigung holten wie sie will; aber wir halten es für unnötig hpß sie ihre Auslegungskünst« vor einem jüdischen Publikum übt u'lld sich den Zionismus als Versuchsobjekt tvlchlt. Derlei MissionLjchhisterrien bewachten wir als Kennzeichen des Seelensanges und als schwer« Degradierung der Bibel, die nun einmal jüdisch ist. Wir n.hmen an, daß das jüdisch« Publikum den Bibelforschern nicht den Gefallen tun wird, am Dienstag sich die Traktätchen« chetorik anzuhören. * Das Wetter. Gestern herrschte warmes, tagSüver heiteres Wetter. Abends setzte Regen ein. Xk Voraussage lnrlelt unsicher, veränderlich. * Stcrbesall. Gestern nachmittags ist hier Herr Leon Präge: nach langem, schweren« Leiden im 60. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene erfreute sich wegen seines Wchltätigkeit^innet und stincs reichen Wissens eines großen Ans"hens. In ihm betrauert der Buchhändler Dr. Mayer Präger, Inhaber des Löwtt- Vcrlages. seinen Vater. Das Leichenbegängnis finde: morgen, den 21. d,. um halb 11 Uhr vormittags aus dem ZeiitralfriHhos. drittes Tor, statt. * Der älteste palästinensische Ingenieur gestorben. Am 19. d. starb zu Tel-Awiw Herr Leon Stein im Alter von 66 Jahren. Herr Stcin war der älteste Ingenieur in Palästina. Er hat vor Jahrzehnten die erste Maichinensabrik in Jaffa erbaut. * Slbstmord. Der 50sährige Kaufmann Rudolf Weiß köpf, Clusiusgasse 0 wohnhaft, spümg Donnerstag abends bei der Agentie der Lonaudampfschiffahrtsgesellschaft in den Donmstrom und wurde beim Nußdorfer Steg aus dem Wasser gezogen. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. * Schwerer Motorradunfall zweier Amte in Baden. Gestern morgens fuhren der Assistenzarzt im Krankenhaus Baden. Doktor K a u f m a n ». und der Sekundararzt im Badener Säuglings-- heim, Tr. Heuberger, auf einem Motorrad ins Krankenhaus uno wurden bei der Fahrt auf der frisch asphaltierten Srraße von dem ins Schleudern geratene Motorrad herabgeworfen. Beide Aerzte blieben bewußtlos liegen und mußten von der Rettungsgesellschaft ins Krankenhaus befördert werden, :vo sie mit einer schweren Gehirnerschütterung darnicdcrliegen. Dr. Heuberger erlitt auch einen Nasenbeinbruch und einen Muskelriß, Dr. Kaufmann, eine Oberschenkelt u r mit Splitterung. Die Verletzungen sind schtver. * Diebstähle auf dem jüdischen Friedhof. In der letzten Zeit nahmen die Dielbstähle auf der jüdischen Abteilung des Zentralfricdhoses in besonderem Maße überhand. Biele Grün» sieht man ohne Bronzekränze. Gitter und Ketten, all das stehlen die Gauner. Der letzte Ticbstah. ist an der Gruft der Familie Weiswciller begangen worden. Von der Familiengruft find zwei Vasen aus öunkelpatiniertem Kupferblech mit vier aufgelcgteu Bronzohenke n gestohlen worden. Sie sind je 46 Zentimeter hoch, haben 40 Zentimeter Durchmesser und sind am Boden mit starker Zinkblechschicht oerfchen. Das Gewicht der einzelnen Basen beträgt 6 bis 6 Kilogramm. * Mit dem Hammer gegen den Vater der Braut. Der 26jährige Taschnermeister Franz Kondele htt am Donnerstag seinen zukünftigen Schtviegervater, den abgebauten Postamtsdiener Matthias Prager, bei dem er wohnt, durch Hiebe mit einem Hammer und einem Holzklotz so schwer verletzt, daß Prager in Lebensgefahr schwebt. Die beiden hatten miteinauder persönliche und geschäftliche Differenzen, Prager ist ein Spieler und behandelte seine Familie roh und lieblos. Aus einem unbedeutenden Anlaß wandte sich Prager in heftiger Weise gegen seine 16jährige Tochter, mit der Konvele verlobt ist. D:s regte den Bräutigam so sehr aus. daß er plötzlich mit einem Hammer und einem a s Geigentastennwöell bienenden Holzklotz auf Prager eiithieb und ihn nieder sch lug. Dann stellte er sich der Polizei. Pragers Verletzungen fine sehr schwer. * Sei» Traum. Mittwoch, um oie Mittagsstunde, weilte der Dkontist Josef Kandier im Kassenraum ber Anglo A u st r i a n - B a n k in der Strauchgasse, um dort einen Betrag von 7000 Schilling zu erlegen. Während er den Erlegschein ausfüllte. hatte er das Geld vor sich liegen. Plötzlich trat ein Mann aus ihn zu und machte ihn höflich aufmerksam^ daß ihn: Geld hinuntergesallen sei. Kandier bückte sich, dabei hörte er. wie em Papier rauschte. Er sprang auf und, stellte fest, daß von seinem Gelh eine Banknote zü 1000 Schilling fehle. Daneben stand noch immer der Mann mit der Aktentasche, der seinen Hut ms deir Tisch gelegt halte. Kandier hob den Hut, sah darunter eine Brief-' lasche liegen. Er öffnete die Tasche und fand die fehlende Note darin. Ter Mann wurde verhaftet. Er nannte sich Dimitro 5 ch e iv t s ch e n l o und g:ü an, in Charkow im Jahre 1894 geboren zu sein. Im Erkennungscmtt wurde der Verhaftete a.s intttnationaler Bankdieb erkannt, der im Jahre 1922 unter den». Ncünen Dimiter Zankowicz aus Brest-Litowsk verhaftet wurde. Interessant ist, d:ß der Abenteurer am Tage vor dem Bankdiebstchl seine beiden Koffer aus der Wohnung geschafft uitö au einen unbekannten Orr gebracht hat. S-sinem QuartiergHer hat er erzählt, ihm habe geträumt, er werde von der Po.izei vrrhaltet werden: der Trmm ist in Erfüllung gegangen. * „Beu Nil. der Häupllmg aller Schwarzen." Riesiges Aufsehen erregte gestern in den Abendstunden in der Leopoldstadt oie Anhaltung eines unbekannten Mannes, der offensichtlich geistesgestört zu sein schien. Die Sicherheitswache hielt nämlich gegen halb 8 Uhr abends in der P r a t e r st r a ß e einen zirkr 80jährigen Mann an. der nur mit einer Baoehose bekleidet und von Kopf bis zu den Füßen schwarz angestrichen war. Unter großem Aussehen tvurdr der Mann zum Poli^ikommissariat Leopoldstadt gebracht und er erllärte dort zuerest „Ben Mil. der Häuptling aller Schwarzen" zu sein, Im Zuge der Untersuchung stellte sich heraus. d:ß er der 23jährige Hilfsarbeiter Erwin H. ist. Da er über die Motive seiner Handlungsweise jode Äuskunst verweigert^ wurde er als irrsinnsverdächtig der psychiatrischen Klinik übergeben. * Ausgabe von ermäßigten Sportzugkarten in Meidlmg- Südbchrrhof. Wie die Generadiveltion der österreichischen BmMbahnen mitteilt, werden die für den bei günstigem Sportwetter au Sonn- und Feierten von Wien-Südbahnyof um 6 Uhr 15 Min. u.'ch Mürzzuschlag und zurück verkehrenden Sportzug ge'tendrn mäßigten Sportzugkarten (8.80 Schilling für die dritte Klasse) vo,: nun ab nicht nur in Wien-Südbahnhof. in der Borverkaufsstelkc am Schrarzenbergplatz 3 und im Oesterreichischen Verkehrsbureau. 1. Bez.. Friedrichstraße 1. sondern auch in der Station Meidling-Süd bahn Hof msgegeben. Der Preis oieftr. für die Hin- und Rückfahrt gültigen Fahrkarten beträgt 8.80 S., 13.20 S. und 19,80 S. für die 8.. 2. und 1. Wagenklasse. * Eine „Friedensbriicke" iti Wien. Der Neubau der Brigittabrücke wird noch im Laufe diests Sommers vollendet werden. Der Gemeinderatsausschuß hat beschlossen, der neuer: Brücke nicht mehr den alten Namen zu geben sondern sie „Friedensbrucke' z» nennen. Der Name oll auch daran erinnern, daß es sich h:er um oie erste große nach dem Kriege erbrüte Brücke handelt. Di' bei der Brücke befindliche Station oer elektrrscheu Stadtbahn wird ebenfalls „Fr rede ns brücke",, benanm werden. * Fünfhundert tune Bänke in den Gartenanlage». Der Ge meinderatsulsschuß für technische Allgelegenheiten hat beschlossen, fünihundert neue Gartenbänke anzuschnffen und noch nn Frühjahr in een städtischen Gntenanlageir aufzustellen Damit wiw dir Zahl der Gartenbänke gegenüber der Vorkriegszeit um mehr als zwei t:usend vermehrt, da im Jahre 1914 in Wien 6400. nach Durchführung vieles Beschlusses aber 8700 Gartenbanke in den stadttschen Gartelianlagen sich befinden tverden. * Gedächtnisrede ans Rioses Malmonldes. Ueber Eirrladung des Vereins Nord-Ost hat her Vorstand des Maimonibes-Jnstltutö sich hcreit erklärt, ein« am 7. Adar (Sonntag den 21. d.) um 6 Uhr abends zu veranstaltende Gedächtnisfeier für Moses Malnwnides im Saale dieses Vereines. Wien, 2. Bez.. Taborstraße 21, abzuhalten. Herr Rabbiner Dr. A. K a m i n k a wird über bas Tbema: „Mo'cs Maimcnid.S als geisüser Führ» in MM«» Zeitalter" rinen Bortrahalten.

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