Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2510 (17.2.1926)
- Date
- 1926-02-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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4mm 1_ (Sie öftmeichffche folftei tml los «apoleo«We Sanhedün. Von Dr. N. R. Gelber. r I. Napoleons Schritte zur Regelung der Judenftage. — Ei«. beruftmg der RotaSelnversammlung und des Sanhedrin. Napoleon wollte schon als Konsul die Regelung der Judenfrage in Frankreich einer endgültigen Lösung zuffihren. Vor allem war ihm daran gelegen, die Beziehungen der Juden und ihrer Konfession zum Staate zu ordnen. Zu diesem Zwecke beauftragte er seinen Kultusminister, Portalis, einen eingehenden Bericht über die Lage der Juden sowie die Möglichkeiten der Regelung ihrer Beziehungen zum Staate zu erstatten. Am 5. April 1802 übermittelte Portalis in der Sitzung der gesetzgebenden Versammlung eine Denkschrift, in der er feilten endgültigen Entwurf vorlegtc, sondern nur eine Anzahl von Beweisen für die Schwierigkeit der Durchführung der Gleichberechtigung ter Juden anführte. Er erklärte, daß die Juden keineswegs nur ein Glaubensbekenntnis, viel eher aber eine Nation darstellen, die sich schwerlich wird assimilieren können. In diesem Zeiträume kam also die Regelung der Judenfrage nicht zustande. * Als Napoleon im Jahre 1805 von feinen Feldzügen über Srraßburg nach Paris heimkehrte, wurden ihm in Straßburg zahlreiche Klagen . und Beschwerden gegen die Auswucherung der Bauern durch die Juden vorgebracht. In diesen Beschwerden wurden selbstverständlich die Juden als die ärgsten Ausbeuter und Wucherer geschildert, die den ganzen Bauernstand in Elsaß-Lothringen zugrunde richten. Damals schon b-schloß Napoleon nach seiner Rückkchr nach Paris, endgültig die Regelung der Judenfrage in Angriff zu nehmen. In Paris beauftragte ex den Grafen Mole, einen Gesetzentwurf -auszuarbeiten. Napoleon hat unter dem Eindrücke dieser Beschwerden den Juden gegenüber eine feindliche Haltung eingenommen. Im Staatsrate sprach damals Mole für die Einführung von Ausnahmsgesetzen für die französischen Juden, nur die liberalen Mitglieder traten dagegen auf. Insbesondere aber bekämpfte Beugnot die Tendenz der Einführung von Beschränkungen der Juden in ihren Rechten. Die Majorität des Staatsrates schloß sich auch Beugnot an. Napoleon erklärte hierauf in einer scharfen Rede, daß die Regierung keineswegs .gewillt sei, mit verschränkten Armen der Ausbeutung der Bauernschaft durch die „zu allen Schandtaten bereite Nation" .zuzuschauen. Die Juden sind als Nation, nicht als Religionssekte anzusehen. Sie sind „eine Nation innerhalb einer Nation" und nehmen nicht die Stellung ein, die beispielsweise die Katholiken oder Protestanten innehaben. Man müsse vor allem die Juden zu Staatsbürgern erziehen und ihnen zü! diesem Zwecke einige Vorteile der Gleichberechtigung entziehen. Er schlägt vor, ihnen den Handel zu verbieten sowie das .Recht zu entziehen, Pfänder auf Immobilien zu geben. Alles in allem, meinte er, sei seine Absicht, nicht die Juden zu verfolgen, sondern durch eine gründliche Reform sie zu bessern. Zu diesem Zwecke sei es notwendig, „die jüdischen Generalstaaten" einzuberufen und ihre Vertreter zu befragen, ob sich denn die schlechtere Verfassung des Judentums verbessern -und der St-aatsverfassung des Wohnlandes anpaffen läßt oder oh gar die Juden unfähig feien, ein staatsbürgerliches Leben zu führen. Die Vertreter der Juden hätten dann die Aufgabe, diese. Frage zu beantworten und der Staat würde dann in diesem Falle inder Lage sein, auf Grünt) der erteilten- Antworten ein genaues Bild übek die Situation des jüdischen Volkes zu erlangen. - ' - te. Unter dem Eindruck dieser Rede entstand dann das Dekret vom 30. Mai 1806, das aus zwei Teilen besteht. Im ersten Teile wird die Vollstreckung aller gerichtlichen Urteile betreffend Schüldforderungen jüdischer Gläubiger an Bauern und an sonstige ländliche Bevölkerung in den Departements des Ober- und Niederreiches und anderer deutschen Gebiete für ein Jahr-aufgehoben. Ferner wird' für den 15. Juli eine „Versammlung von Personen, die sich zum jüdischen Glauben bekennen und in Frankreich seßhaft sind", nach Paris einberufen. *) ' ' - Diese Versammlung sollte aus hundert Personen bestehen, die von den Präsekten unter den geistlichen und weltlichen Vertretern der jüdischen Gemeinden gewählt werden sollten. In der damaligen französischen Presse erschien vor diesem Dekret ein scharfer Artikel gegen die jüdische Emanzipation, doß die Juden, so lange sie keine Christen sind, trotz größter Bemühung der Regierung sich nie zu Bürgern eines christlichen Staates werden erziehen lassen. Wenn auch gegen diese Ausfälle einzelne Juden, so der Spaniole Rodrigues, auftraten, so war dennoch in den Kreisen der Regierung eine judenfeindliche Stimmung vorherrschend. Inzwischen gingen die Wahlen zur Notabelnversammlung vor sich. Die Departementspräfekten wählten aus der *) Der Holagent m Braunschwem, Israel Jacobsohn, hatte an ler.rter Deichchrisi: ,Pes Premiers Vas de la Nation juives verS le bonheur sous -les auspices du Grande Monarque Napoleon Paris 1806", Napoleon um die Einberufung einer Versammlung von jüdischen Vertretern ersucht. Unter anderem verlangte er die Errichtung eines „jüdischen Hohen Rates" unter dem Präsidium eines Patriarchen, der seinen Sitz in Frankreich hätte. Ferner wären alle Gemeinden in Distrikte einzuteilen, wovon jede eine besondere Synode.hatte, die unter der Obhut der französischen Regierung und des jüdischen Hohen Rates alle den jüdischen Gottesdienst betreffenden Gegenstände entscheiden und die Rabbiner ernennen wüßte. Dieser Höhe Rat sollte auch berechtigt sein, jedem Juden die notwerwige „Dispensation" zu erteilen und ihn in den Stand zu setzen, in allen Ländern seine Pflichten als Bürger erfüllen zu können. Graetz ftMschichte der Juden", Band 11, S. 273 m 274) vermutet, daß die Schrift „ Israel Jacobsohns den Kaiser vMeicht daraus gebracht habe, späterhin der Notabelnversammlung den .Vorschlag aus VistitztztW Kinetz AgjMM zu untevbrejtxn,; ~ WUmt MseMkMlMg Mitte der Rabbiner und sonstigen Juden Deputierte zur Notabelnversammlung, die selbstverständlich vorwiegend den gebildeten nud fortschrittlichen Kreisen der damaligen Judenheit angehörten und in der Lage waren, die Absichten der Regierung zu unterstützen. Zur Notabelnversammlung erschienen aus Frankreich, Elsaß-Lothringen und den deutschen Gebieten 74, aus Italien 38, insgesamt 112 Deputierte. Unter ihnen waren führende Juden, wie Abraham Furtado, Ber Jsak Beer aus Nancy, der bekannte ehrwürdige Rabbiner David Sinzheim, der erste jüdische Rechtsanwalt Michael Beer, de Cologna, Rabbiner Segre, Nepi. u. v. a. Die Eröffnungssitzung fand am 29. Juli 1806 statt. Die Notabelnversammlung *) beantwortete die ihr vorgelegten zwölf Fragen zur Zufriedenheit des Kaisers, der am 17. September durch seine Kommission den Deputierten verkünden ließ, daß ihre Beschlüsse ihn befriedigen und er die Absicht habe, in der allernächsten Zeit das große Sanhedrin einzuberufen. Bei dieser Gelegenheit hielt der kaiserliche Hauptkommiffär Mole eine Lobrede auf die Notabelnversammlung, die es verstanden hat, die Intentionen der Regierung zu würdigen. Sie könrrc daher überzeugt sein, daß Napoleon der einzige Erlöser „der über den ganzen Erdball zerstreuten Ueberreste einer auch in ihrem Falle herrlichen Nation" sei. Er wird, das große Synhedrion berufen, um den wahren Sinn der jüdischen Gesetze zu interpretieren und alle bisherigen falschen Auslegungen zu beheben. Das Synhedrion wird zu zwei Dritteln aus Rabbinern bestehen, letztere können auch aus der Mitte der Notabelnversammlung bestimmt oder auch von den Gemeinden neu gewählt werden. Das andere Drittel ist auf dem Wege geheimer Wahlen der Laien zu wählen. Die Notabelnversammlung habe bis zum Schluffe ihrer Tagung das gesamte dem Synhedrion vorzulegende Material vorzubereiten und soll nach dessen Zusammentritt bis zum Abschluß seiner Arbeiten bestehen bleiben. Tie Versammlung begrüßte diese Erklärung mit wahrem Jubel, ohne zu ahnen, welche Pläne eigentlich Napoleon damit zu verbinden wußte. Schon der Name der neu einberufenen Versammlung 'weckte in ihnen vielleicht Erinnerungen an die alte jüdische Institution des Sanhedrin wach. Vom September 1806 bis zum 5. Februar 1807 beschäftigte sich die Notabelnversammlung mit der Vorbereitung des Materials für das zukünftige Synhedrion. In ihrer byzantinischen Demut und Derchrung für Napoleon hatten sie alles nach seinem Wunsche und Willen erledigt. Rackefeller gründet ein Musenm in AegMen. Aus London wird uns gemeldet: John D. Rockef e l l e r teilt mit, daß er dem ägyptischen König Fuadzehn Millionen Dollar zur -Gründung eines archäologischenMuseums zu schenken beabsichtige. 8inr «utenberg-Rbel in Rew-Wrk. Aus Berlin wird 'berichtet: Die aus dem Stift Melk stammende zstmbändige Gutenberg-Bibel wuvde gestern für 106.000 Dollar in New-Iork von einem Doktor R o s e n b a ch meistbietend erstanden. Das erste Angebot von 50.000 Dollar machte die Bibliothekarin Morgen ns. Die Bibel ist im Jahre 1555 gedruckt und um das Jahr 1700 eingebunden. Es befinden sich jetzt insgesamt sechs Gutenberg- Bibeln in den. Bereinigten Staaten. Ae moderne türkische Fra«. Aus Konstantinopel wird geschrieben: Die Modernisierung der türkischen Frau ist schon so weit vorgeschritten, daß sie mit Leidenschaft dem Tanze frönt und in der Schlankheit -der Amerikanerin ihr Vorbild sieht. Die Bewegungsfreiheit der Türkinnen ist vollkommen. Es gibt keine Sondervorstellungen mehr für sie in den Kinos und Theatern, auch keine Sonderabteile auf den Bahnen und Straßenbahnen. Auch in den Restaurants und Kaffeehäusern erscheinen dis Türkinnen am Nachmittag ohne Garde, wie ihre europäischen Geschlechtsgenossinnen, >md abends in den Bars mit ihren Gatten. Der T s ch a r t s ch a f, die türkische Frauentracht, ist nur noch selten zu sehen, hingegen verdrängen die teuren Hüte nur langsam die Kopftücher. - Sröfin Werhaztz ans der Haft entlassen. - Aus Prag wird gemeldet: Die wegen Spionage zu einem Jahre Kerker verurteilte Gräfin Luise Eßterhazy hat heute, nach Verbüßung ihrer Strafe, das Gefängnis von Neutra verlassen. Len Mann der SeNedtrn gelötet. Aus Nürnberg wird gemeldet: In Heilbronn drang heute nachts der Tischler Arnold, der mit der Ehefrau K l u m p ein Liebesverhältnis unterhielt, in das Schlafzimmer des Klump ein und versuchte ihn mit Beihilfe seiner Geliebten zu erdrosseln. Als dies mißglückte, verletzte Arnold den Klump durch Revolverschüsse tödlich. Arnold wurde verhaftet. Er gab die Tat zum Teil zu und bezeichnete seine G e l i e b t e a l s A n st i f t e r i n. Diese wurde ebenfalls verhaftet, leugnet jedoch jede Beteiligung. *) Den Verlaus der Notabelnversammlung und des Sanhedrin schildern wir in diesem Aussatz nicht, wir verweisen auf nachstehende Quellen und Darstellunggen: 1. Gesammelte Aktenstücke und öffentliche Verhandlungen über die Verbesserung der Juden in Frankreich, Hamburg bei A. Brau 1806; 2. Grätz l. c., Band 11, V. 251 m 283; S. 594 bis 599; 3. Dübnow: „Die neueste lveschichte des jüdischen Volkes", Berlin 1920, Bd. 1, S. 125 bis 145; 4. Albert Lemoine: „Napoleon l. et les juiss. Paris 1900; 5. Leo Kahn: „Le juiss des Paris Pendant 'la Revolution e Paris 1898"; 6. „Leiters bet Rabbino maggivre Jac. Jsr. Cavmi üll'asstmblea ed al Sinedrio die Pargii 1806/07". Rvggio-EmW iE 17. Fckimr I92g_Nr. 5510 Brand im Wolkenkratzer. Aus New-York wird gemeldet: Im 3 4. uns 3 5, Stockwerk ber Bureaus der B e r > i ch c r u n g s g c j e l lschaft Eg ui tadle ist ein Brand ausgebrochen. Der Schaben wird auf 6 0.00 0 Dollar geschätzt. Dem Brand ist kein Menschenleben zum Opfer gefallen. Me Knlnnftsgnellen einer Familie. ’ Die Pariser Polizei har dieser Tage eine ganze Familke, bestehend aus Mann, Frau und zwei Töchtern, verhaftet. Diese Familie hat es in ein paar Jahren verstanden, durch ganz eigenartige Praktiken mehr als eine halbe Million Franken zu ,/verdienen". Tie Frau gab sich für die Witwe eines reichen Jndustrellen aus und verlobte sich ungezählte Male. Ihr Mann trat dann als ihr Bermögensverwalter auf und beide schröpften den „Bräutigam" gehörig. War bei diesem nichts mehr zu holen, so löste die Frau unter irgend eimnt Vorwand die Verlobung. Die beiden Töchter mußten an der Vermchrung des Einkommens der Familie initwirken; sie spielten die unschuldigen Nichten der reichen Witwe, die den Versnhrungskttnsten ber Freunde res jeweiligen Bräutigams der Mutter unterlagen und ihre „Schmach" mit hohen Abfindungssummen tilgen ließen. Sine vierfache Mardtat. Aus Berlin wird berichtet: Ueber eine vierfache Mordtat berichtet das „Berliner Tageblatt" aus W a rs ch a u: In dem Dorfe G r a b i c e überfielen Banditen das Ehepaar G r z e w c i k, das im Herbste 1925 aus Deutschlarld gekommen war und 6000 Mark mitgebracht hatte. Die Räuber erschlugen das Ehepaar. Als auf die Hilferufe der Ueberfallenen die tu demselben Hause wohnenden Eheleute G i d u s herbeieilten, wurden auch sie von den Banditen getötet. Nur die Mutter des Gidus konnte sich retten, da sie sich in einem Bette versteckt hatte und von den Räubern nicht gefunden wurh»- Von den Verbrechern fehlt jede Spur. Bubikopf der Oeifftqs. Amerikanische Blätter berichten vom Sieg-cszug d'eß Bubikopfes -in Japan. Aber nicht nur bei ben schlitzäugi-! gen Ladies, sondern noch mehr bei den Geishas fand die neue Haartracht begeisterte Ausnahme. Doch sind es weniger ästhetische als vielmehr recht praktische Ursachen, die das lange schwarze Haar dieser armen Mädchen der Schere überlieferten. So manche Geisha erspart sich jetzt so viel Geld, das sie bisher dem Friseur für das kunstvolle Aufbauen der Frisur Tag für Tag zu entrichten hatte, daß sie sich in kurzer Zeit freikaüsen kann. Diel Eigentümer der Tanzmädchen schreien nun Zeter und Mordio und führen mir allen Mitteln den Kampf um die „guten alten Sitten", die durch bas Eindringen westlicher Ideen so sehr bedroht werden. Man weiß noch nicht, wer Sieger bleiben wird, die „Herbergsväter", die Sitte und Tradition im Munde führen und dabei ihren Goldsack meinen, oder die Geijhas, denen der emanzipierte Bubikopf nicht Selbstzweck ihrer Koketterie, -sondern nur ein Mittel zur Befreiung aus Jahrhunderte alter Schande und Unterdrückung. Förderung der Auswanderung nach Sinblmd. Die Genossenschaft Republikanische Bereinigung ehemaliger! Kriegsteilnehmer und der Kriegsopfer hat mit der Regierung bei? Sowjetrepubliken einen Vertrag abgeschlossen/ wonach an 'ungefähr tausend nach Rußland answandernde Mitglieder dieser Genossenschaft im Vorstadtrayon der Stadt Ksül- O.rda in der Kirgisenrepublik bestimmte Grundflächen verpachtet werden, um diesen Auswanderern die Wirtschaftliche Existenz zu sichern. An die Grunbverpachtung wurde aber die Bedingung geknüpft, daß für jedes auswandernde Mitglied dieser Genossenschaft 12 5 Dollar sichevgestellt werden. Die Grundflächen sollen nach den Vertragsbestimmungen auf zwanzig Jahre an die Auswanderer; verpachtet werden. Die Genossenschaft hat nun der Gemeinde; Wien mitgeteilt, daß die Bundesregierung diese Auswandevungsaktion dadurch fördern wird, daß sie für jedes auswandernde Mitglied, das derzeit die Arbeitslosenunterstützung bezieht, einen Bei-t trag von 8 0 0 S ch -i I ling leisten wird. Für den ersten Tei'ltransport, der 2 0 3'P e r s o n e n umfaßt, beträgt der Beitrag des Bundes 10 6.600 S. Gleichzeitig ist die Genossenschaft auch an! die Gemeinde Wien um eine .BeitraMeistung herangrtreten. In der gestrigen Sitzung des Stadtsenates berichtete Ma-< gistratsdirektor Dr. Hartl über dieses Ansuchen. Es wurde beschlossen, daß die Gemeinde Wien für jeden nach Wien zuständigen Auswanderer dieser Aktion einen Zuschuß von 100 Prn zs n t zu dem aus diesen Auswanderer entfallenden Vundesbeitrag zahlen wird. Daran wurde die Bedingung geknüpft, daß die Bei- 'tragsleistung nicht an einzelne Personen, sondern für die Mion erfolgt. Die Gemeinde hat sich aber noch weiter bereit erklärt, für jede durch diese Auswanderungsakti'on frei werdende Wie-! N e r W o h n u n g mit mindestens zwei Räumen tausend' Schilling zugunsten der Aktion zu zahlen. Es muß aber diese Wohnung dem Wchnungsamt zur freien Verfügung überlassen werden. Für den ersten Austvanderertransporil kommen 41 nach Wien zuständige Personen in Betracht, so daß sich die Bei'trags- 'leistung der Stadt Wien vorläufig aus 32.800 S. belaufen wird, Die gesamte Aktion soll tausend Personen, davon 600 Erwachsene 'und 400 Kinder, umfassen. Der erste Transport soll noch tN dieser Woche von Wien abgehen und am 16. März in Ksü'l^ 'O r d a eintreffen. Für April ist bereits ein ztveiter Transport geplant. Die eGmelude wird auch die folgenden Transporte in der! gleichen Weise,, wie dies be-inr ersten Transport beschlossen -vor« den ist, finanziell unterstützen. wsBsa&mtsasstm ' \