Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2507 (14.2.1926)
- Date
- 1926-02-14
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. SM Wien, Sonr. Kunst, Bühne, Buch. Sin neue» Wttberikt>StvS. .Pool« PelllanS Pl-II«." - R-Iimd-BSH»«. Der Spielleiter dankte namens der Autoren Armin Friedmann und Ludwig Nerz „und ihrer genialen Mitarbeiterin Gisela Werbezirk". Damit wurde bescheiden zum Ausdruck gebracht, daß die Dramatiker der Komikerin nur einen neuen Anlaß geben wollten, ihre Arbeit selbst nicht zu überschätzen und die Werbasirk fleißig „mitschreiben" ließen. Die Künstlerin hat tatsächlich Gelegenheit, ihre drastische» unnachahmliche Komik zu entfalten. Wenn sie p.r Aeroplan aus Sisenstadt in Wien ankommt und' die Erlebnisi« der Luftfahrt schildert, ist ein Rekord Werbezirkscher Wirkung auf das Publikum geschlagen. So hoch gingen die Wellen stürmischer Heiterkeit schon lange nicht. An „Doktor Stieglitz" und „Citfel Bernhard" darf man bei dieser Premiere freilich nicht denken. Aber ausnahmsweise ist der dritte Akt der beste, neben Frau Werbezirk helfen der prachtvolle Eitgen Jensen, der vornehme Herr Biktora, die ge' schmackvoll? AU« Bach, ferner die Herren Aurich, Neuhardt und T a b o r i über Schwächen des Stückes und der Dar» stellung einzelner Rollen hinweg, und so kommt man auch bei diesem neueften Werbezirk-Abend auf seine Rechnung. O. A. Beruhig««» im Burgtheater. Amtlich wird verlauibart: Die Verhandlungen mit den Mitgliedern des Burgtheaters über di« BertragSerneuerungen und die Spielzeitverlangernng, die heute vormittags begonnen haben, nehmen einen befriedigenden Verlauf und dürften schon am Montag zu einem Ergebnis führen, das sowohl dem Interesse der Bundesfinanzen als dem Interesse der Künstler Rechnung tragt. Sie .Habimah* in Kaum«. (Ergendienst der „Wiener Morgenzeitrrng.*) - Begeisterter Empfang. Kowno. 13. F bruar. Das hehräische Theaterensemble dimah" ist hier zu einem längeren Gasch)!el eingetrofsen. Am Bahnhof wurden drc Schauspieler von einer tausendköpfigen Menge erwartet, die ihnen begeisterte Ovationen bereitete. 32 jüdische Organisationen waren zur Begrüßung der Künstler erschienen. Namens der jüdischen Gemeinde begrüßte sie Dr. Wulf. Der Leiter der „Hcrbimah", H.'rr Zcmach, dankte in einer hebräischen Ansprache für die Begrüßung und erwähnte, daß es der .Habimah" zur bclonderen Ehre gereiche, in der Stad: des bekanntesten hebräischen Romantikers und Vorkämpfers der jüdischen Renaissancebewegung, Abraham Mapu, in hebräischer Sprache tzneleii zu kömren. Die „Habimah" verbleibt hier zwei Wochen und begibt sich '«dann nach Polen auf ein längeres Gastspiel. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Es ist unbegreiflich, warum das berühmte hebräische Theater Moskaus, habimah", wohl in Berlin, Paris und London, nicht aber auch in Wien gastieren wird. Die ,Habimah" zu sehen, wäre ja nicht nur für die Juden Wiens, sondern auch für die nichtjüdischen Kreise der Dhealerstadt Wien von großem Interesse. Es scheint doch angebracht, daß die maßgebenden Kreise das Theater der jüdischen Renaissance auch nach Wien e i aladen — wenn es nicht schon zu spät ist." per zweihundertfte Geburtstag Roser Mendelssohn». Vorbereitung ein« kritischen Gesamtausgabe. Wir erhalten von dem Komitee zur Herausgabe der geittnraielten Werke Moses Mendelssohns nachstehende Zuschrift: Anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns im Jahre 1929 bereitet ein Komitee eine kritische Gesamtausgabe der Schriften Moses Mendelssohns vor. Da es nach Möglichkeit alles erreichbare Material zu verwerten bestrebt ist, bittet es alle Besitzer von Handschriften, Erstdrucken oder Briefen Moses Mendelssohns um Nachricht über diese und um eventuelle leihweise Ueberlaffuug. Alle Zuschviste» sind an Herrn Professor Julius Guttmann (Berlin NW., Wullenwoberstraße 2) zu richten. Sine SIruik-AusfteVung in Rom. Wie uns aus Ro:n berichtet wird, hat eine vorn dortigen Mischen Kultusverein veranstaltete Ausstellung von Werken Hermann Strucks in den weitesten Kreisen Anklang gefunden. Die Ausstellung, welche die besten Arbeiten des jüdischen Künstlers aus seinen verschiedenen Schaffensperioden umfaßte, hatte auch zahlreichen Besuch aus nichtjüdischen Kreisen aufzuweisen und schloß mit durchschlagendem Erfolg für den Künstler. Anr dm Thealem. Bursttheater. Morgen, V*8 Uhr abends, „il «*» »erhofft" 'Theatergkmelnde Serie r). Als nächste Neuheit wird „L'A iglon". Drama von Edmond Rostand, deutsch von Klabund, anfangs Mär» in Szene gehen. Alavemietveaier. Morgen. V,6 Uhr abends. „DieWelt, inderman fick langweilt' (Abonnement VI. Gruppe). Samstag den 20. d. findet die erste Auf» Minna de» Lust-piel» .Onkel T o n t" von C. Karlwei» statt Als nächste Neube't folgt „Marte oder auf fa n ft e A r t" Komödie von Cloude Roger Merx. deutsch von Berta Zuckerkandi. Dentiche» BolkStheater. Gegenwärtig wird «tt Arnold Korff in der Hauptrolle da» Lustspiel .Krieg in Frieden" von Gu av v. Mostr und Franz v. Schönthan vorbereitet. Dis Erstaufführung ist für SanMag de« 20. d. an- »etstzt. Wiener Mor-enzettunK ll. Februar 1926 Seit!.' 11 im Modenhaus Damenkonfektion Wdssc Jumper aus Trikot neue rassons s 2.90 Welsse Panama-Blusen, Kassakfasson s 5 90 Weine Sdidsse aus (.einen, letztes Genre . s 6 90 Wefsse Sefden-Tanzkleidchen aus Kristalline, reichgezogene schicke rassons . . 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Mittwoch den 17. d. wird die Komödie „Der sprechende Affe" (,l.e singe gui parle-) von Rene Fauchot» zum erstenmal gegeben. ... 3 o h a n n «- Strauß-Theater. Hcn'e nachmlttaas bei ermäßigten Preisen „Die Fledermaus", '/,« Uhr abends „P a g a u i n t". Theater an der W i e!n. Die Granichstädtensche Operette „D e r O r l o to" kann nur mebr durch vier Wochen gegeben werden, da der Termin für die nächste Novität, „D i e u sp r i n z e s s i n" von Emmerich Kalman, bereits festgesetzt ist. Die Direktion hat für die letzien Aufführungswochen die Preise auf 2 hrs u Schilling herabgesetzt. Fünfzigmal „Donna Gloria". Die leichtbeschwmgte Geschichte dom Baron, der unter falfdjcm Namen heiratet uitb dann dem wirklichen Namensiräger die noch unberührte Frau überlasten muß, feierte Freitag den 12. Februar das Jubiläum ihrer fünfzigsten Aufführung. Ellie Kreith lieh der Hauptrolle ihr lebendiges Temperament und ihre schöne Stimme, Tautenhäyn, ausgezeichnet wie immer, sowohl im improvisierten Witz als grotesken Tanz. Alle anderen, mit Alexander Haber, Ernfr R o l l e, Melly F o r st und Grete F r e i an der Spitze, sehr verdienstlich. Die Borstelluna leitete persönlich Oskar N e d o a l, der nach dem Aktschluß, zusammen mit allen Darstellern, für reichen Beifall danken durfte. Die Wünsche der Stammsitzabonnenten. Die Vertreter des Bundes der Slammsihabonnenteu der Bundesiheater erschienen in den Direktionen der Oper und des Burgtheaters, um verschiedene Wünsche und Beschwerden vorzlrbringen. Sie verlangten vor allem den Abbau der Preise bvsonders jener der Galerie im Burgtheater; dann den endlichen Uebergang aus gleichbleibende Preise, rveiters die Berücksichtigt mg der verichicdetten Befuchergruppen — der Jalires- und Stammsitzabonnenteit — bei Festsetzung des Svielplanes. Die Herren fichrteu z. B., um den Uebclstand aufzuzoigen, an, daß „Andre Chenier" ßrchsnral an geraden Tagen gegwen wurde, wobei sowchl die Theater, als auch das Besucherpublikum zu kurz kanren. Dann führte die Abordnung Beschwerde, daß Ucberpreise bei Auftreten eines bestimmten Sängers eingehober» werden, der dann absage. Die Vertreter baten, auch solche Vorfälle, wie sie nritunter im Burgtheater, so z. B. 'im Falle Marverg vorgekommen sind, zu vechindcrn, da dadurch ein ruhiger Betrieb nich: möglich ist. Die Direktionen mögen in künstlerischer Hinsicht ihre Unabhängigkeit von der Bnndestheaterverwaltung anstreben. Das Lied Gustav Mahlers. Unter Mntwrkung des Reue,» Wimer Orchestervereines findet Dienstag, halb 8 Uhr, im großen U ra n iasaa l eirr Liwerabeiw „Das Lied Gustav Mahlers" mit einem einleitenden Vortrag des Musikschriftstellers und Mahler-Biographen Prof. Richard Specht statt. Der Abend bietet als besondere musikalische Selieiiheit die Originalfassung der Mahler-Lieder nnt großem Orchester. Das Zirkusfest der Wiener Bühnenkünstler, iveläses von» Journalisten- und Schrifrstcllerverein Concordia uno dein deutschösterreichijckM Buhnen verein veranstaltet wird, verspricht einen ungewöhnlich anregenden und interessanten Verlauf. Das Komitee hat befchlosien. die vier der Eröffnung des Vorverkaufes voraugeliendeit Tage für Vormerkungen auf Logen und Sitze zu reservieren. Der Tag der Borverkaniseröfsnuna wird demnächst bekanntgegeben. Biele hervorragende Bühnenkünstler werden in rein artistischen, sportlichen. choreographisck)en und humoristisckcrt Produktionen in der Manege flläujeu, wobei zu bemerken ist. daß auch wilde Tiere vorgoführt norden. Es wirb dontgAnäß besoltderc wberraschungen geben. Radioproaramui. Heute Sonntag den 14. Februar, 10 Uh: M Mir».: Orgc-worrcag (Prot. Karl Bafter). - Nllnr r OrchesteUonäerl de» wiener Sumpbonieorchesters. Mi'wirkend: Äammeriäuger Pr Emil Schivver. W A. Mozart: Shmv'onie C-Dur iJuvitersymvhonie). Gesauasvortrag Dr Emil Schipper: Karl Löwe: GpWad — $tn Oluf. A» Flügel Prof. Erich Melkr (Staat»« oper). -- 16 Uhr: Populäre» Orchesterkonzert. — 18 Uhr 15 Min: Trioabend. Triovereinigung Zimbler. — 20 Uhr: „Ein SommernachtStraüm" von Shakeweare. Mitwirkende: . Julius Strobl, Franz Kammauf. Werner Schott. Heinrich Jensen, Lia Landt, Anna Kainz-Schrötier. Ferdinand Ostno, Luise Liebstöckl, Aurel Nowotny, Julius Karsten, Fritz Dagbofer, Theod. Weiß. Morgen Montag den 15. Februar. 11 Uhr: Bormittagsmusik. — 16 Uhr 15 Mm.: Aachmmagskonzert. - 17 Uhr 15 Min.: Da» Märchen in der Dichtung. Undine. Bon bp Ia Motte Fouque- Gesprochen von Käthe Ehren. Mliwirkend Kapelle Silvina. — 18 Uhr 25 Min.: Elektrometallurgie und Elektrochemie. Prof. Dr. Heinrich Paweck. — 19 Uhr 10 Min.: EsperanioknrS. — 19 Uhr 40 Min.: Englisch für Anfänger.— — 20 Ubr 15 Min.: Robert-FuchS-Abend. Mitwirkend das Wiener Symphonieorchester unter Leitung des Pwf. Niltus. Ouvertüre zu „Meere» und der Liebe Wellen"; „Elfen und Zwerge", dreistimmiger Frauenchor mit Orchester; Klavierkonzert C-Moll (Klavier: Anna Nikel); Erster Satz aus dem Klarinettenquintett op. 102; A-capella-ftrauentfior; Letzter Satz der Johann-Stnulß-Serenade. — 32 Uhr: Heitere Abend- Gerichtssaal. zwei Mordprozeffe ia dieser Woche. Bor dem Schwurgericht des Londesgerichtes 1 werden in tat ikommenven Woche zwei. Morckprozesse zur Durchführung gelangen. Morgen beglinnr die auf zwei Tage anberaumte Verhandlung gegen den 58jährigen Marktsahrer Karl Hübscher, der am 15. Juni vorigen Jahres seine Lebensgefährnu Karoline Horvath mit einem Bierschlogel erschlagen und aus ihrem Besitz Wertgegenstände und Pfandscheine entwendet hat. Die Leiche Web vierzehn Tage hindurch in der Wohnung liegen und Hübscher brachte mehrere ^rächte in dem Zimmer neben oer Ernwrdeten zu. Die vorr Staarsanivalt Dr. N i ck e r l vertretene Anklage tautet aus Mord und Diebstahl. Den Vorsitz in der Verhandlung führt Hofrat Dr. R a m s a u e r, Verteidiger, ist Dokto»' T e i r i ch. Der Mord an Mohapel. Am Mittwoch den 17. d. wird sich, wie berichiei, ver beschäftigungslose HWarboiter Franz Seidel vor beit Geschtvoreuen wegen Mordes zu veranßvorten haben. Er hat anr 1. August v. I. nach der Kundgebung am Pratevstern den Turner Joses Mohapel erstochen. Den Vorsitz in der Verhandlung wird Hosrat Dr. Schaupp führen, die Anklage der Erste Staatsanwalt Dr. S ch w a r tz vertreten, als Verteidiger stcht oem Augeklagtev Dr. RcVert Klein zur Seite. Darf der Hauseigentiimer Ablöse verlangen'? Der Over» leuinant ü. R. Max Kralenburg hat gegen den Fleischhauer und Hauseigentümer in Klosterneuburg, Karl R o s ch H tz, eine Klage auf Zahlung von 100 Schilling einaebracht. Der Kläger betrieb im Hause des Beklagten einr Tabaktrafik, die er anfangs 1924 an den Invaliden Friedrich Töltch verkaufte. Für die .Zu stimmung des Hauseigentümers verpflichtete sich oer Kläger, diesem 500 Schilling von dem erzielten Erlös zu bezahlen. Diesen Betrag forderte er jedoch dann mit dem Hinwe's daraus zurück, öafe diese Leistung gegen -je guten Sitten verstoße. Das Bezirks^ geuch: zklosterueuburg, vor dem erste VerhaMuna itarrfanö, verurteilte den Hauseigentümv. Rückzayumg von 400 Schilling samt Zinsen und Kostetl. Das Gericht erklärte die Vereinbarung über die Leistung für die Zustimmung oes Hauseigentümers als ungültig. Der Hauseigentümer brachte Berufung ein, über die vor tem Landesgericht in Zivilrechrssachen oechandel: wurde. Dieses gab oer Berutung Folge, wies das K t a g e b e g e h r e n a b, und legte der« Kläger, die Prozeßkosten aus. In der Aus-» sührung dieser Entsst-eioiulg umri* darauf hin>iewieieu, oaß tatsächlich nicht der akläger. sondern de neue M>-.'ter 400 Schilling gezalstt habe. Datier sei nur dieser zur Klage bewchtigt. Der .O-verpe KerichzZhpf W dieses Mch tzestütjft,