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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-14 · Heft 2507 (14.2.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2507 (14.2.1926)
Date
1926-02-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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fiMfc s Wien. Smrntvg Wiener grpgfttwariimift 14. .J^btuav Iib> Nr. 2607 ^cJt €uv entfettet:! {MWBWMBKBWWBWWBK9ayBB«BBW8BWW8» durch Dr. Hoffbauers Entfettungs -Tabletten Dieselben sind von bester Wirkung, angenehmem Oe* schmack, vollständig omchldllch, stellen eine schlanke, graziöse Figur her, ohne Diättwang oder Aenderung der Lebensweise. Prompte Oewichtsabnahme. Vom Volksgesundheitsamt bewilligt Nr. 911 Kein Abführmittel Keine Schilddrüse Depot: Apotheke „Zun RSmieohea Kalter*, Wien, I., Wellzelle 13 kommt mir Sie Hauptstadt des Landes in Betracht, wo sich der Sitz der Mönchen Oppositionellen befindet und wo reine Wahlen zu erlvancn sind. Hier werden drei Parteien in den Wahlkampf treten: 1. die offizielle RegßermrgZliste Mt der Kultnsgemeinde iDr. Strauch 2. Die soziÄdemolratische Liste mit Deputierten Dr. Piskiner als Listenführer und der Bauernpartei (Zaraniisten) als Bcrbünbeten. Es ist zu bemerken, daß die Partei der Zaranisten in Ceruanti einen jchr kleinen Anhang hat. Die Liste der Einheitspartei, an deren Spitze Dr. Ebner stchi. Diese oppositionelle Gruppe hat bei den bevorstehenden Wahlen die besten Chancen, da chr die Zionisten, die Diffidenten der Straucher-Partei unter Führung des Direktors Fleminger, sie Avarescu-Parki, die Jorga-Partei, die gwße Gruppe der Sbiro- Partei mro schließlich die Podle Zion und die Natronalparteii angehören. Interessant ist die Tatsache, daß diehiesige Hitachduch, die einen sehr Keinen Anhang hat, sich mit den Sozialdemokraten (Bund) verbunden hat, wobei ihnen von Seiten des Bund versprochen wurde, den Kampf gegen den Zionisnms aufzngeben. Es scheint dies cm schr billiges Versprechen zu sein. Es ist im übrigen jchr fraglich, ob die Mitglicdcr der Hitachduch Parteidisziplin halten werden, zumal sich die meisten Mitglieder gegen rin Bündnis nrit den Sozialdemokraten ausgesprochen haben. Sicherlich war es ein Fehler der offiziellen Zionisten, daß sie dis Mitglieder ver Hitachduch, rcfp. die Parteileitung zu einer Besprechung nicht eingeladen hat, was Äs Hauptmotiv für ihren -Anschluß an ton Bund anzuschen ist. Die Juden bekommen, wenn die Dppojition siegt, im neuen Gemeinderate von 30 Mandaten 10 Mandate, darunter 2 Stadiräic. Bei einem Sieg der liberalen Aste mit Dr. Stroucher bekommen die Juden nur 8 Mandate, darunter 2 Stadträte. Gelingt es der vereinigten Opposition unter Führung be£ Herrn Dr. Maier Ebner einen Sieg zu erringen, dann wird dies zur Folge haben, daß die Kulrusgemeinde ebenfalls in die Hände der Einheitsparts. ubergeht, welche sich aus Zionisten und den Dissidenten der Straucher-Partei zusinmnensetzt. Wie dem auch sei, ern neuer Wind weht in der Polkttk Rumäniens, ganz besonders aber in ter Mischen, wo man mit politischen Erfolgen Mvsrsichllich rechnet. Die von allen NationcSitaien des Landes besuchten Versammlungen bilden einen lebendigen Beweis dafür, daß die Snmmrurg in der Pevölksrmrg gegen das jetzt herrschende Regime tzt. Dr. M. R. Schalom. Schalom. wein Schalem. Bon Dr. E. M. ^stveig. Jerusalem. Mit diesen Worten zürnte Gott durch Jeremias Mimo den Juden, dir da, mit Beteuerungen des Fviedens ans den Lippen, nicht Frieden in ihrer Mitte halten konnten. Gewiß wird heute so mancher Palästinasvmmd, form unser Land als eine Insel des Friedens vorschwebto, rvelche zumindest die Juden als ein einig Volk von Brüdern umfaßt, dies Wort des Propheten zitieren, tvenn tifc Nachricht vom inneren Zwist der palästinensischen Judenschaft in die Galuth hinausdringt. In der Assephach Haiirwcharmr, wo, obschon nicht die Grsamtjubcmschaft Palästinas, so doch bei Abseltsstrhen der Llgudas Jisroel alle zicm-istischen Elemente vertreten waren, ging es ja recht einträchtig und friedlich zu. Gwße Beunruhigung aber muß cS stiften, daß T e l-A w i w, das als die jüdische Stadt par exoellence gilt, und mit deffen Aufblühen man vor aller Wett so viel Aufhebens geinacht hat, vom Streite der Parteien widechallt. Disengoff, welcher den Palästinafrcunden überall nicht nur als der Mitbegründer und Führer, sondern geradezu als das Wahrzeichen des aufstrebenden Gemeinwesens vertraut war, hat sich bemüsirgt gefunden, von seinem Posten als Bürgermaister endgültig zufückzutreten. Und er hat dies nicht mit wortloser Resignation getan, sondern mit einer deutlichen, rm ^Doar Hajom^rvffentttchten Kampfansage gegen die linken Parteien, denen er Herrschsucht, Eigemnacht und eine Reche Mißgriffe zum Vorwurf macht. Schon langten von Juden aus dem Ausland Anfragen ctot, ob denn die Einwanderung besitzender Elemente noch möglich sei, da man doch nach dem Wetterleuchten von Tei-Awiw Dermögenskonfiskattonen u-nd »ähnliche sozaalist ischc Experimente" befürchten müsse. Da ist es mm Wohl am Platze, die Befürchtungen auf das richtige Maß zurückzuführen. Allerdings Mt es nicht leicht, bei der naturgemäßen Befangenheit der Gewährsleute von dieser und jener Seite, eine objektive Darstellung der Tatsachen .M geben. Dennoch sei es versucht. In TÄ-Awüv stehen einander heute die Anken mW die Rechten gegenüber. Die Linke umfaßt zunächst die Anhänger der Arbeiterparteien, vor allem der Achduch Haatvoda und des Hapoel Hazair. Doch werden sie in wichtigen Fragen von den Demokraten unterstützt, denen sich bis vor kurzem auch Disengoff seist zugezählt hatte. WiAd er doch von manchem Bürgerlichen bezichtigt, daß er aus Angst vor den „Charedim", den Orthodoxen, die Arbeiter begünstigt und so ihre Vormacht mit herbeigeführt habe. Zur Rechten hingegen zahlt eine bunte Gruppe von Parteien und Parteien, davuerter die Baalebattm,welche den „erbgesessenen" Besitz der Gründer von Tel-Awiw repräsentieren, die Chavedim, Scpharden, Jemeniten ufw. Das geschloffene Vorgehen der Linken hat allmählich auch zu einer UnnHerung der Gruppen von der wideren Seite geführt. Um was also geht der Streit? Der Uiüville der Rechten richtet, sich zunächst Men die Tatsache, daß die Anke in der Jria, das heißt in der Stadtverwaltung, die Herrschaften sich gezogen hat und fcschätt, obgleich das d<L Zusammensetzung der Jickenschaft von Tel-Awiw keineswegs entspricht. Die Rechtsparteien haben schon vor längerer Zeit durch ungeschickte oder doch mißglückte Operationen das Stadtregüment verloren. Schon im vorigen Gemeinderat war, durch den Partergwist verärMrt, «ne Anzahl -.echts^zesiimter Vertreter samt ihren Ersatzleuten zurückgetreten, NxiHrscheinlich um eine Neu-vahl zu erzwingen. Cie hatten jedoch dieses Zikl nicht erreicht, wurden vielmehr durch Ersatzleute der Gegner ersetzt. Die so gestärktv' Linke hat dann das Wahlgesetz durchgeb rächt und, wie man ihr vorwirft, zu ihrem Vorteil ausgelegt. Jedenfalls tvar bei der Neuwahl vor einem Jahve der Apparat in ihrer Hand. Was das für den Wahlausgang bedeutet, Miß man in Europa so wid in Amerika. Ausschlaggebend aber wird denn doch gewesen fein, daß die Bürgerlichen, wie auch anderwärts, nicht nur zersplittert waren, sondevn sich recht indolent gezeigt haben, so 'daß sie vielfach nicht einmal die EnerM anfbrachten, zur Wahlurne zu .zehen. So errangen die Arbeiter. Parteien im Gmwinderat mit seinen U Mandaten knapp die absolute Majorität, und mit Hinzurechnung ihrer demokratischen Hllfstvnppen verfügte die Linke .gar über die Zwsidvtttelmrhchoit. Wenn sie den: min rechts orientierten Disengoff den Dürgermeistcrswsten zunächst beließen, so nahmen sie damit chren Gognorn eine Stimme mehr ab und benützten den wogen seiner Rechtlichkeit, Uneigennützigkoit und Hingabe allgeinein geschätzten Mann zugleich als attraktives Airshäwgüschiik» wie als BRlstnecker ihrer Beschlüsse. Des Nmiteven geht die Anklage dahim, daß die Anke von ihrer Macht ungeibühvlich (Gebrauch mache. Besonders die jungsten Beschlüsse eines Nacht rag sündige ts von nicht weniger als 120.000 ägypt. Pfund, die durch vermehrte Steuern und Gebühren zu decken wären, haben dem Faß den Boden ausgeischlagen und den immittolbarcn Anstoß zum Rücktritt Dilsenigoffs imd einer Reche seiner Genoffen gegeben. Gewiß tmrrde dieses StachtragSbndget nicht .mutwillig ^schaffen. Hauptsächlich galt es der Linken, für die 3000 Arbeitslosen, welche sich jetzt — zur Winterszeit — irr Tel-Awiw angesammalt haben, Beschäftigung und Erwerb zn sichern. So finden sich in dem Nachtragsbudget größere Posten für den Ankauf einer LirnÄsiüche anr Süduser des JarLmr, tioo schon heute Arbeiter und andere Keine Leute sich angesirdelt haben, :md für einen Kwffch, toelchor diesen Bodenkomplex mit hör Sradt derAimdcn soll. An »ven anders hätten sich auch die ArbeiterorgLnisatnonen. für die Sicherung dieser Mttstandsavbertcrt halten sollen? Die Regierung hat tcuvbe Ohren und die Zionistische Orgcrmsativn recht leere Taschen. So mußte denn die .Jvia aushelfen. Die volle Wucht .der n«n Abgaben zur Deckung des Budgets würde natürlich die Beisitzenden treffen. Sprach mau doch schon bisher ohnehin von ttrbersteiuerung und von SSe=> xatvoin mit allen möglichen Gebühren und Ordnungsstrafen. Und wavunr sind die Gomeiindelasten so hoch? Weiöl die Linke ein Heer von Beamten in Brot gesetzt habe. Schon rm Gemeinderat ist die Zahl der Kommiiffionen, deren Vorsitzende Honorar beziehen, von ursprünglich 4 aus 31 gestiegen. Und im stolzen, dreistöckigen Mietbau der Jvia, der sich am Abschluß der Jarkonstvaße orheibt, sollen wicht weniger als 160 Beamte sitzen, ungevechnet die Außenorgcme. .Hört man aber die anfote Seite, so wird .manch Stichhaltiges zur Verteidigung dovgebvacht. Gerade die Leute der vierten Alijah, lveilche aus Polen geflohen find, weK sie durch «ine maßlose Dovsvlgnng mit Steuern dem Rnmr nahegebracht wurden, dürfen über das «um so lbeschvidenere Ausmaß der autorvonren Steuern von Tcl-Awdw nicht klagen. Auch sei es nur menschlich begreiflich, Wir hatten schon beinahe alles „erledigt", als unser Hote'tw:rt uns fragte, ob wir schon die berühmte Fabrik von Nassar n. Co. gesehen hatten, die in der Verfertigung von DamaskuLartikeln Weltruf genießt? Wir verneinten. Außerdem sei vielleicht ein Besuch im Wischen Viertel ganz lohnerL», es gäbe da herrliche Häuser, die sogar im Bädecker erwähnt seien! Wir ließen uns das nicht zweimal sagen und gingen eines schönen Morgens iju der bezeichnten Fabrik. Der Besitzer selbst machte den Führer. Wie wir so durch die Sale gingen rmd die Pracht der dort ausgestapÄten Waren bewunderten, sagte er plötzlich in ziemlich gutem Hebräisch, (unsere Unterhaltung war bis dahin ftanzöftsch geführt worden), sein Name sei L e v y, und ob wir auch Juden feien? Wir bejahten freudig. Gar aus Erez Israel? Natürlich! Das sei eine ganz besondere Ghre für chn, und zu Rösch .Haschanah seien wir selbstverständlich seine Gäste. Beglückt nahmen wir diese liebenswürdige Einladung an. Wie wir so weiter durch die ausgedchnte Fabrik schlendern, da die Herstellung eingelegter Holzarbeilen, hier das Weben wunderbar farbenfreudiger Tücher und Decken bestaunen, kommen imr endlich in einen großen Saal, aus dem schon von ferne das .Hämmern und Klappern der Metallarbeiter herüber-. tönt. Wir treten ein. An niedrigen Tischchen sitzen lauter junge Männer, fast Kinder noch, auf den Knieen halben sie Messingplatten und Teller, die sie bearbeiten. Das Gespräch verstummt etwas, die Arbeit geht weiter. Wie Araber sehen die Kinder eigentlich nicht aus, schon die Kleidung spricht dagegen. Sollen es etwa — —*? Aber schon tönt ein leises ,Kchalom" an unsere Ohren, sozusagen ein kleiner Versuchsballon, und als wir freudig daraus mit einem lauten „Schalom alechem" antworten, da klingt es von allen Seiten „Schalom, Schalom", man vergißt die Avbeit und die Amvosenheit des strengen Herrn Prinzipals, man springt aus und umringt uns, man zicht uns hierhin und dorthin, und wir nmssen zu den einzelnen Tischen treten und alles bewundern. T« gibt es aber wirklich hervliche Sachen zu sehen: Sederschüsseln aus getriebenem Messing mit Silberintarsien, große Tischplatten mit hebräischen Sprüchen und figürlichen Darstellungen geschmückt, .haman und Mordechai, die schöne Königin Esther, Pharao und der Zug durchs Rote Meer und noch viele andere Bilder aus unserer Geschichte. Hier wohnt die Schönheit Sems in den Zelten Israels. * Am Abend dieses erlebnisreichen Tages gingen wir ins Judenviertel. Durch die Nu^ droite, die längste, ganz überdeckte Basarstraße, gelangt man dorthin. Es war schon hmtiel, als wir aojflgtett. Alles dränghe sich ans den Güssen, um die nächtliche Kühle zu genießen. Viel Lavm, viel Geschrei, viel Durcheinander — durch nichts unterschied sich dieses Treiben von den abendlichen Szenen, die man im arabischen Orient überall gtzwvhnt fft. Nur der geübte Blick, der hinter die Kuliffen der Sprache und Tracht zu blicken vermag, weiß den orientalischen Juden von seinem arabischen Bruder zu unterscheiden. Wir brauchten die kritische Sonde erst gar nicht anzulegen. Kaum hatten wir das Judenviertel betreten, als wir schon die Aufmerksamkeit der Jugend erregten. Die Szene in der Fabrck wiederholte sich: eist scheue Blicke, dann das leise Schalom, von uns laut erwidert» und dann stürzte schon ein Rudel Jungens auf uns zu und tritt uns in fließendem Hebräisch mit, daß wir die Mitglieder des jüdischen Turnvereins Ha Makkabi ha zair . vor uns hätten. Man besäße ein Reck und einen Barreti, ferner ein Blasorchester und Sir Alfred Mond hätte sich das sogar angehört (Armer Mond). Ob wir nicht Lust hätten, auch ihrem Klubzimmer einen Besuch abzustatten? Und durch das Gewirr der Gaffen und Gäßchen kamen wir in die jüdische Schule, und war auch das Klubzimmer, voll mit Bildern und Jahnen und Abzeichen; Herz! mit einer blau-weißen Fahne um den Bauch, Sir Herbert Samuel in voller Kriegsbemalung, Wcizmann, Montefiorc und all die Männer, an die sich unser Volk immer wieder klammert. Ich gestehe, viel Geschmack waltete hier nicht und doch war es unendlich rührend, wie diese Jugend, isoliert in einem arabischen Meer, ans eigener Kmst den Weg jüdischer Neugeburt suchte uüd fand. Unser Leben in DautaÄus Mut nun ein völlig anderes Gesicht. Täglich holten uns einige unserer neuen Freunde ab und führten uns durch die Stadt. Das jüdische BierteL macht durchaus keinen ghettomäßigen Eindruck. Hübsche, nicht zu kleine Häuser flankieren sauber gehaltene Straßen, deren breitche und schönste den unoffiziellen Namen ,Herzlstraße" ttägt. Auch die berühmten, im Bädecker erwähnten Prachtbauten sollten wir so zu sehen bekommen. Die Damaszener Häuser sind im allgemeinen so gebaut, daß man von der Straße zunächst einen von Zimmern flankierten Korridor passieren muß, um dann in einen, meist sehr großen quadratischen Jnnenhof einzutreten. In der Mitte ei» marmorgesaßtes Wasserbecken, Mandarinenbaumchen an den Seiten und ringsherum Bänke mit den bekannten schwellenden orientalischen Polstern bedeckt: ein Märchen aus „Tausendundeiner Nacht". Ein reicher Jude, Schmajahn mit Namen, hat sich vor hundert Jahren in dieser Art einen Palast errichtet, der alle anderen durch seine Pracht weit in feg Schalten Mt. Die MgeWteM MmjoMo, Mitz Alabaster und Marmor sind verwendet, kostbare intarsierte Arbeiten schmücken die Jnnenräu-me. Auch unser Freund und Fabviksbesitzer nannte ein ähnlich schönes Haus sein eigen., und so saßen wir denn Crew Rösch haschanah am plätchernden Brunnen, Gottes ftcien Himmel über uns. Bon unseren jungen Kameraden erfuhren lvir manches^ über das Damaszener Judentum. Unter fast 400.000 Einwohnern gibt es nur 20.000 Christen und rund 10.000 Juden. Obwo^, besonders in den ärmeren Schichten, äußerlich fast völlig an die arabische Umgebung assimiliert- — ambisch ist Umgangssprache —, sind die Damaszener Juden deswegen doch keine,-syrischen Staatsbürger Mischen Glaubens" geworden. Die Gebote der Tradition werden durchwegs als nationale Gesetze beachtet. Man ist Angehöriger der jüdischen. Nation i» einem Nationalitätenstaat. Nach dem Kriege wurden von Palästina aus hebräische Bolksschulen gegründet, die von der Mehrheit der schuilpflichtigen Kinder besucht wurden. Aus Geldmangel mußte man sie vor zwei Jahren eingehen lassen, und heute beherrscht die Alliance Israelite das Feld der Erziehung. Versuche, die Richtung der Erziehung in franzosisch-arob'sches Assimilattonsfahr-- waffer zu lenken, scheitern an dein einmütigen Widerstand der Jugend. Diese spricht größtenteils untereinander hebräisch und auch die „Allen" können zum mindesten einer hebräisch geführten Unterhaltung folgen. Sehr entbehrt wird das Fehlen europäisch und jüdisch gleichmäßig gebildeter jüngerer Leute, die durch Gründung und Lerttmg von Jugendvereinen nach europäischem Muster einen Einfluß auf das Gemeindeleben nehmen könnten. Die Beziehungen zu Erez Israel find äußerlich und innerlich schr enge. Ist auch die Auswandemng nach Palästina noch schr gering (in den letzten zwei Jahren nur 160 Personen), so ist man doch schr interessiert an denr Wiederaufbau des heiligen Landes, freut sich über jeden Fortschritt und sitzt zionistischen Bestrebungen keinen Widerstand entgegen. Die Stunden des Abschieds nahten. Noch einmal waren wir mit unseren Freunden vom Makkabi zusammen, spielten und turnten miwinander und sprachen von der Zukunft unseres Volkes. Wie gerne wären sie alle mit uns gegangen m die alte.Heimat! Um so mehr mußten wir ihnen erzählen, und nrit leuchtenden Augen hörten fie uns zn. Wieviele werden wivKlch den Weg nach Palästina finden? Abschied und Händednrck. Noch einmal schlingen stch unsere Arme zum Tanz, zur Horra. Aus jungen Kehle» erbraust die alte Weisheit, die stch auch hier, int fernen Damaskus, wieder so herrlich bewährter »3lm Israel chai* _ hw AM mi hWPBI WMMNM

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