Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2506 (13.2.1926)
- Date
- 1926-02-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Uk. NW Wm, AamMfls_ MseMv s.?. 1{W Seite 7 Ich kann mir nicht helfen, das Stück ging mir sehr nahe. Die Mache nämlich. (Ein ähnliches Stück, Molnars „Gläserner Pantoffel", stand doch turmhoch über dieser „Veronika".) * Die Titelheldin, das dumpfe, brave Mädchen, das Arbeitstier mit dem goldenen Herzen, gestaltet Leopold'ne Konstantin. Ein neues Rollenfach für die Künstlenn. Sie. hat glänzend bestanden. Daß sie ihre natürliche Anmut nicht wogschminken konnte, daß ihr der aschblonde Scheitel ausgeze chnet zu Gesicht stand, hat nicht geschadet. Aber oaß sie den papierenen Dialog überwand, eine konstruierte Puppe mit Menjchl.chkeit füllte, daß sie als Veronika rühren und erschüttern konnte, zwingt zur Bewunderung. Cacilia Lvovsky gelang die Teufelin. Wäre das Luder Pauli eine Gestalt von Fleisch und Blut, dann hätte man der DwvSky die ihr durchaus wesensfremde Figur nicht mMitrauen können. Aber diesmal ging es ganz ausgezeichnet. ES kam ja nur auf outriertes Komödienspiel an. .Anton Edthofer in der Rolle des braven, verführen Jungen erwies sich wieder alL Künstler ersten Ranges. Hoch erhob er sich über das Stück und die ihm anvertraute Rolle. Prachtvoll auch O-kar Sima als kaltschnäuziger, strizzihaster Bursche, Hans Moser als jüdischer Advokat und lebensecht Dr. Rudolf Beer als Richter. Man entdeckte in dem tüchtigen Theaterdirektor und bewährten Regiffeur einen vortrefflichen Schauspieler. Hingegen hat Herr F o r e st der Wirkung des Abends durch völlig unverständliches Sprechen Abbruch getan. Voll Verdienst noch Fräulein Markus und §m LorHner. Und wieder denke ich, die Darstellung behandelnd, an die trercherzige Blicke Hans Müllers, an seine sympathisch-linkische Bemühung um die Rolle des Staatsanwalts. Dem Publikum gefiel die Premiere ebenso gut wie am Vorabend im Raimund- Theater „Der dreizehnte Tisch". Unsere abfällige Anzeige wird dem Stück gewiß nicht schaden. Ich konnte nicht anders, Gort helfe mir, Amen. Otto A b e l e s. Ae vagen der vnrgtheateManspieler. Wir erhalten vom deutschösterreichifchen Bühnenverein folgende Zuschrift: Die Bewegung der Mitglieder am Burgtheater hat Anlaß zu übertriebenen Gerüchten über die Gagenverhältnisse am Burgtheater gegeben. Es sei hiemit richtiggestellt, daß Monatsbezüge von 40 Millionen Kronen am Burgtheater nicht ausbezahlt werden. Auch, daß es eine mittlere Gruppe von Schauspielern mit einem Monats- Verdienst von 20 Millionen Kronen gibt, ist auf eine irrtümliche Information zurückzuführen. Tatsächlich haben die ersten Mitglieder des Burgtheaters Bezüge von 2 0 b i s 2 4 M i l l i o n e n K r o n e n, die sich durch Spielhonorare in Einzelfällen bis auf 30 Millionen Kronen erhöhen, wobei allerdings zu bemerken ist, daß diese Honorare in den Urlaulbsmonaten und in Krankheitsfällen nicht bezahlt werden. Die Mittelgagen betragen 6 bis 8 Millionen Kronen. Wenn man hiezu die Honorare zuschlägt, so ergibt sich ein Monats- Verdienst von 8 bis 10 Millionen Kronen. In dieser Gruppe sind einzelne überaus prominente Mitglieder. Es gibt aber auch sehr viele Mitglieder, die nur zweieinhalb, drei und vier Millionen Kronen monatlich beziehen. Auch sind Eleven mit 1,6 Millionen Kronen engagiert. Aus den Theatern. Burgtheater. Morgen, 3 Uhr nachmittags *8 u nt» v azi v a g ab un d ir 8", */»8 Uhr abends „Lady ÜS in» oermeres Fächer". Akadem'etdeater. Moraen. 3 Uhr nachmittags. „D a S G l a 8 W a s s e r". 7,8 Uhr abends „Soll man e s sagen?" O p e r n t h e a t e r. In der heutigen „Rosenk a v a l i e r"-Vorstellung singt Herr Kammer änger Rtäiard Mayr zum >00. Mule «in Operntbeater die Rolle des OchS v. Lerchenau. Morgen, 7 Uhr abends „A n d r 4 C h ü n i e r". Redoutensaat. Morgen, 7 Uhr abends, „Figaros Hochzet t". Raimund-Theater. Morgen, 9 Uhr nachmittags. ..Derglalerne Pantoffel". T h e a t e r t n d e r I o s e s st a d t. In der Nestroy» scheu .Zaubervosse „Alles und nichts" oder „Der Traum von Schale und Kern" werden zum erstenmal Hugo Thimig. Helene Thtmig, Hermann Thimig und HanS Thimig gleichzeitig auftreten. Renatssancebühne. Hansi Riese spielt Sonntag nachm ttuc>8, »/,4 Uhr. in der Gesangsposse „Die Näherin" die Titelrolle. ModerneSTbeater. Freitag den 19. d. findet die Erstaufführung der Komödie „Banknoten" von Felix Langer statt Auszeichnung Wiener Philharmoniker. Der Bundespräsident hat den nachbenannten acht Herren vom Orchester ver Dtaatsoper und des Philharmonischen Orchesters den Titel Professor verliehen. und zwar: Josef Klein l Geige), Paul Fischer (Geige), Anton Ruzicka (Viola), Walter Klemecke (Cello), Otto Stix (Kontrabaß), Anton Jandvurek (Oboe), Christian Nowak (Horn) und Wilhelm Wendt (Trompete). Ronacher-Theater. Die Operette.Das Spiel um die Liebe" von Gilbert gnig Donnerstag zum 50. Male im Ronacher-Theater in Szene. Sehr verdienstlich die Herren Kronegg, Artur und Emil Gutlmann. Es gab zahlreiche Wiederholungen, stürmischen Beilfall, insbesondere für Frau Kar ton sch, sowie die Herren K a r l m e i s und Werner, und Blumen in Menge, wie bei einer richtigen Premiere. Amerikarelse H. D. Nombergs. Der bekannte jüdische Schriftsteller und Präsident des Jüdischen Literaten- und Journalistenvevbandes in Polen, H. D. Nomberg, ist nach Amerika abge-- reist, wo er längere Zeit verweilen und Vorlesungen über die gegenwärtige Lage der polnischen Inden halten wird. Eine Jsrael-Zangtvill.Premlere In London. Das jüngste Bühnenwerk Israel Zangwills ist eine Tragikomödie „D a s Treibhaus", welche die Entstehung und die Liquidierung eines Zukunftsstaates behandelt. Das geistreiche Stück wurde osi der Londoner Erstaufführung beifällig auMnonmlew- Niedergang der Musik. Mari schreibt uu§ ans Frankfurt: In der Kammermusikgemeinide sprach der bekannte Kritiker Karl ' Holl über die Stellung der Musik innerhalb der heutigen Gesellschaft. Er kam zu dem Ergebnis, daß die Kunstmusik heu t e eine Angelegenheit exklusiver Zirkel, die Volksmul ik aber zur gemeinen Schlagermusik geworden ist, die einzig von der Passivität des Publikums getragen wird. Aus solcher Feststellung ergibt sich die Notwendigkeit einer neuen Musikgewtnnung, welche die Musik zu einer Kunstäußerung macht, welche aus der Gemeinschaft kommt und in sie mündet. Der Vortragende forderte eine Neubegründung des musikalischen Unterrichtes. Man muß durch Aufnahme des musikalischen Unterrichtes in den Unterrichtsvlan der schulen durch rhythmische Gymnastik und andere taugliche Maßnahmen bewirken, daß sich der Unterzchited zwischen Musikalischem und Unmusikalischem verflüchtigt und die Fähigkeit des Musizierens wieder allgemein wird. vereine, Vorträge «nd Versammlungen. Verein Ere - Israel. Morgen, 6 Uhr abends, Mitglieder Versammlung mit anschließendem Heimabend. — Z i on 1 sttsche Beztrkskektton IV/V. Mittwoch den 17. d.. 7*8 Uhr abends, Tnasseneafe, &. Bez., Margaretenplatz, (Seite* ralversamm ung. Tagesordnung r 1. Tätigkeitsbericht des arbeitenden Aus'chuffes 2 Nenwahlen. 8. Ein ührung neuer Mitglieder. 4. Eventuelles Rach Erledigung der Tagesordnung findet ein Vortrag des Herrn Dr Leo Goldhammer über „Voraussetzungen deS Zionismus" statt. Z i o n i st t s ch e Sektion Prater. Sonntag 8 Uhr abends, im Heime. 2. Bez„ Jungstraße. 8, Heimabend. Mitwirkender Fräulein Braten, Fräulein Grubner (Neue Wiener Bühne), Fräulein Löbensobn, Fräulein Waldhorn und die Herren Gärtner und Samuel Schwager. Die nicht etngeladenen Mitglieder weiden auf diesem Wege eingeladen. - Verein für jüdische Geschichte und LiteraturinWien, 2. Bez.. Ferdinandstraße Rr 23/8. Heute. 7 Uhr abends, im mittleren Saale des Ingenieur- und Archt'e'tenvereins. 1. Bez., Eschenbachgasie 9. Bortrag deS Herrn Direktors Dr. Viktor Kellner: „Plato und die fropbeten". — M a i m o rt t d e S - I n ft i t u t. 8 Bez., etzgaffe 40. Heute. 4 bis ü Uhr, Rabbiner Dr. A. K a m i n k a: „Egoismus und Altruismus als moralische Prinzipien" mit Beziehung aus die Parascha. — Wiener Betb-Hamtdr ai ch. 2. Bez., Ferdinandstraße 29. Heute, 3 Uhr, Lektor Dr. S. R u b i n r „MoieS, sein GotteSbegriff . — Zionistische BezirkS'ektion Alsergrund. Montag. 8 Uhr abends, im Cafe Metropol. 9. Bez., Berggasse 33, Vortrag des Herrn Ludwig B a t o* über das Thema: „Hebräische Dichtkunst in Spanien". Mit Rezitationen. Rezitator: Heinrich R e s t tit Die Ausschußmitglieder werden gebeten, sich das Keren-Haieisod -Material heute zwilchen 6 und 7 Uhr abends in der Wohnung der Frau P a ß w e g 9. Bez., Schlickgasse 5/12. abzubolen. - Zionisti'che Bezirkesektton Brigittenau. Heute, 8 Uhr abends, im Cafe Neptun. 20. Bez., GauSplatz 7, Ausschußsitzung. Erscheinen ist Pflicht. — Jüdisch-akademischer Technikerverband. Der GesellichafSabend findet morgen nm 9 Uhr abends im Gewerbeveretnssaal, 1. Bez., Eschenbachgaffe 11, statt. LeopoldstädterPolkSheim. 2. Bez., ZirkuSgaffe 48. 7'Uhr, Dr. Roland T e n s ch er t: Moz riS „Zauberflöte". Entstehungsgeschichte. Dichtung'und' Musik. Mit Musikdeispielen. Eintritt frei. Urania Der unter Leitung des Dr. Hans P l e ß stehende Uraniachor veran eitet Montag den 1b. d., 7,8 Uhr abends, im großen Saal ein Konzert, mit. vorwiegend heiterem Programm Mitwir end: Konzertjängerin Anna P l e ß, Herta Schacher tu e t e r (Violine), ' Dr. Willi Herz (Cello), Dr. Paul K ö st l e r (Klavier). * Die Redoute des Deutschen Volksthealers, die heute stattfindet, beglnitt um 9 Uhr oben s Lue Miinitlei und Künstlerinnen des Hause" werdi-n ihren Gästen die Honneurs machen. Zionistische Kulturgruppe, 20. Bez.. Karl-Meißl-Stratze 5-1. Der ve: der letzten ausjetoroetilUchen tocneviuueuammutnfl neug wählte Ausschuß hat sich folgendermaßen konstituiert: Geschäftsflchrender Vorsitzender: Herr I. Mittler; Vizeobmann (C aluz. Propagandaorg): Herr M. WeinraNb; Schrtsttührerr Fräulein Sabine Stahl und L. Weinraub; Nationalfon e>skommiffär (Bibliothek): Herr M. Feiwel; Kassiere (Veranstaltung): sträulein T. Grttnfeid; Be-anstaltungSrefe-eiu: Herr F. Jäger; Vertreter der Kulturgnivpe in der Sektion 20: L. Weinraub. Heute um 7,6 Uhr abends Vortrag des Herrn Otto Lang über „Erneuerung der Provbelie". Morgen um 9 Uhr früh Büchlenleerung, um 7 Uhr abends Heimabend mit ganz neuem Programm Gäste, willkommen. Die Akademie der Neutraer in Wien, die am letzten Sonntag in den Festränmen des Bolksgartens stattfatrd, tvar ein voller Erfolg. Dte Neutraer verst.hen es ganz ausgezeichnet humanitäre Zwecke mit Geselligkeit zu verbinden. Es war eine imponierende Zahl von Angehörigen des voru.hmsten Bürgertums, das die Räume belebte und sich gleichsam als eine große Familie fühlte. Die besten Künstlernamen hatten sich in nneigennütziger Weise in derr Dienst der Sache gestellt. Du- Damen Rose ’ Schreiber. Vally Fiorv vom Linzer Stadtthecuter, Sonja Weiß, Grete Wittels vom Simpliztssimus mit dem Komponisten W e r a u, Frau Ei >ka K v r n c r - T i l l e r, Kurt K a r st e n, dann Direktor Fritz G r ü n b a u m und Bogia H o r s k a mit ihrem Partner, dem Komponisten Bela L a s z k y verliehen der Veranstaltung ein besonderes Niveau. Sie.wurden stürmisch gefeiert. Das von Prof 5k e r 1 e s z besorgte Tanzarrang.ment vereinigte die große Gesellschaft bis ist die Morgenstunden. Die Akademie, um welche sich das Bcrgnügungskomitee unter der Führung des Herrn Josef S '. r a n s k y und der Bereinsobmann Fr tedmann besonders verdient gemacht haben, hat den Neulra.m wieder für ihre wohltätigen Zwecke neue Freunde gebracht. Nadiopropramm. Heute Samstag den 13. Fehruar. 16 Uhr 15 Min.: Nachmittagskonzert. — i/ um 5 Mi».: Dto e Hüto offe>er. Aus vee Dichterin Lebenswerk. Gesprochen von Vally Reichert-Heidt und Otbmar Bieoler. — 18 Uhr 50 Min: Univ.-Prof. Dr. R. F. Arnold: Das Rätsel. (Sein Wesen und Werden.' — 19 Uhr 25 M u : Monatsbericht über die Arbeitspläne der verschiedenen Wiener Bolksb'ldungestütteir — 20 Uhr: W euer Wei'en. ^Elster österreichischer omponinenabend.) Mitioirkend: Hilde Lorenr-Neugebauer. Ernst Arnold. Wiener Konzertorchester Fritz Necktenwald. — 21 Ubr 30 Mm.: Heitre Abendmusik Dins füdischeHaus | as füdische Blatt Wenn man Fahrkarten in der Elektrischen wegwirst. Jni November v. I. hatte sich in einem Straßenbahnwagen der 60er-Littie eine.erregte Szene al^espielt. Eine Dame halte beim Schaffner .'ine Karte gelost, worauf sie einige' gebraucht e Karten der Straßenbahn, die sie in ihrem Handtäschchcn hatte, auf den B o d e tt w a r f. Der Sckiafsner forderte sie nun ans, die weggeworfenen Karten wied.'r anszul^eben. Als sie sich weigerte, erklärte er, wenn sie die Karlen nicht rufheben wolle, müsse sie das R e i n t g n n g s g l d zahlen. Er fügte hinzu, wenn alle Leute die Karlen auf die Erde werfen würden, dann würde der Wagen ein „S a u st a l l" sein. Airs diese Bemerkung hin geriet die Fran in große Aufregung urtd fuhr den Schaffner tüchtig an. Nach seiner Anzeige soll sie auch auf ihn loszuschlägett versucht und als er sie zum Aussteigen verantaßre, ihn nach Behauptung eines anderen Fahrgastes als „Schwein" bszeichnet haben. Der Gatte der betrefienden Dame war dann später eigens in den Wagen die'es Schaffners gestiegen, hatte sich oeffett Nationale geben lassen und ihm erklärt: „Ich werde Ihnen schon Manieren beibringen! Sie werden schon Ihre 34 Stunden A r r e st bekommen! Sie glauben, weil Sie im Wagen herumvagabundieren, können Sie Frauen beleidigen." Gestern hatte sich das Ehepaar vor dem Bezirksgericht Hietzing wegen AmtSehrenbeleidigung zu verantworten. Der Verteidiger der beiden Angeklagten gab an daß der Schaffner die Dame, welch« im letzten Stadium der Schwangerschaft war und die deshalb erklärte, ‘ dte weggeworfenen Karten nicht aush den zu können, in ganz ungehöriger Weise bchandelt habe. Der Ausdruck,,Schwein" sei nicht gefallen. Der Gatte, der Arzt ist, habe mit Rücksicht aus den Zustand der Frau, deren Gesundhett durch den Vorfall, arg gefährde: tvevden konnte, lediglich eine berechtigte Kritik än dem Verhalten des Schaffners geübt. Die Frau habe übrigens keineswegs eine Angriffs bewegung gegen den Schaffner gemacht, sondern lediglich, da er auf sie zutrat, eine Abwchrbewegung. Der Richter verurteilte unter Anwenduna außerordentlicher Milde das Ehepaar zu je 16 Schtlling Geldstrafe. Volkswirt. Die HandelrvertragsverbaMunsen Polen». Grabskis schädliche Scherdemünzenpolittk. — Freundlichere Börsentendenz auf Arbitragekäuse. (Von unserem polnischen M. S.-Morreipvndenten.) Die Bilanz der Bank Polski von: 31. Jänner, die soeben veröffentlicht wurde, weist einen weiteren Rückgang des Balutcnvorrates um 2,5 Millionen auf, was der L i q u i d i e r u n g v o u Reportgeschäften und Rückzahlung eines Teiles der Jnterventionskredite zugeschrieben werden muß. Meichzeitig ging nämlich die Höhe der Verpflichtungen in fremden Valuten um 4,6 Millionen Zloty zurück, so daß also der Valutenvorrat pro Saldo uni zirka 2 Millionen Zloty gestiegen ist. Die Abzahlung der Kreditrechnuugen bei der Irving National B a n k, brachte ebenfalls eine Entlastung des SchuDenkontos der Bank Polski und die gleichzeitige Einräumung eines Kredites bei der Bank von England in der bekannten Höhe von einer Million Pfund Sterling, schaffte der polnischen Nationalbank das erwünscht« Rückgrat bei-eventncN notwendigen Stützungsaktionen. Die Berichtswoche brachte ein wichtiges wirtschaftliches und ein politisches Problem zur allgemeinen Diskussion in der polnischen Presse. Minister Zoziechowski befaßte sich in der Finan;-- komtnission mit der. Scheidemünzenpolitik Grabskis, die den größten Anteil an deai Kurssturz des Zloty hatte. Am Tage des Rücktrittes von G r a b s k i waren nicht weniger Wie 410 Millionen Scheidemünzen (Billon) im Umläufe. Dieser Betrag überschritt die vom Sejm genchm'gte Grenze, wobei die Erhöhung keineswegs berechtigt war. Das Gesetz sieht die Emission von 250 Millionen vor und nun muß die neue Regierung langsam und sukzessive die überproduzierten Scheidemi'mM aus dem Verkehr ziehen. Die Handelsvertragsverhandlungert Polens mit Deutschland befinden sich noch immer auf einem toten Punkte, mit Oesterreich schreiten die Besprechungen ebenfalls nur sehr langsam fort und lediglich mi* der Tschechoslowakei Diirie es in den nächsten Tagen zu einenr M'chl-tsse gelangen. Die polnffche Delegation begab sich mit neuen Instruktionen zu den Schlußverhandlungen nach Prag. Der Zloty behauptete sich in der Berichtswoche auf seinem uvsprünglichen Niveatt, verzeichttete eine ganz leichte Neigung zur Schtväche, der gegenüber die Bank Polski energisch einschrttt mrd die auf die oben geschilderten Vorfälle zurückgeführt wird. Die Bank Polski zahlt 7.28. In privaten Umsätzen bewegt sich der Dollar bei 7,30 bis 7,85 Zloty. Ani den Effektenplätzen konnte sich zu Beginn der Berichtstvoche eine festere Tendenz für Arbitragvmerte herauskristallisierett, die auch zum Wochenschluß atchält. Z i e l e n i e m sk i. Gorka und Chodorow waren besonders gesucht und weisen auch leichte Kurserholungen aus. Die Notierungen lauten wie folgt: Zieleniowski 10,75 bis 11, Cl)odorow 4,60, Gorka 8, Galizn'chc Montail 2, Hypothekenbank 0,49, Tepege 0,25 Zloty. Die leichte Hauffe hält zur Stunde noch an. Der Ausgleichsvetwalier soll Fachkeuntuisse vestyen. Die Forderungen der Handelsvertreter nach einer Ausgleichsreform. — Der Gläubigerausschutz soll die Liquidation lebensunfähiger Betriebe fordern dürfen. Die gestern unter Vorsitz des Obmattnstellvertreters, Gremialrat L i ch t e n st e i n, abgehaltene Tagutlg der protokollierten Handelsvertreter im Grentium d.r Wiener Kaufmannschaft beschäftigte sich eitlgehet'.d mit der Reform der Ausgleichsoodtlung. Näch einem Referat des Sekretärs Dr. P u a e r h über die von den Branchenkvrperschaften eittgelangten Vorschläge erklärte Gremialrat Drey, daß insbeson-ere die Autonomie der Gläubiger gestärkt lverdett Nlüsse. Die Kompetenz des Gläubigerbeirates sei auch auf die AuÄvahl deS Ausgleichsvertvalters anzuiveliden. Unter allen Utnständen müsse darauf bestatrden werden, daß der Attsgleichsverwalter gründliche Fächle nutnis in der Ueu'ejjeuoeu Branche utU> im jöuct^x*qeit besitzt. I