Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2505 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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i*b»* säen, AM« t- ---.-— ■■ Der Meistrrdieb Julias MoransM. Eine bewegte Laspbah«. 2Äe Unterfuchuirg über d« Einbrüche des Juwelen- Mchcs Moran^ky wird im Sichercheitsbureau noch immer fortgeführt. Am Mittwoch wurde von Kriminalbeamten im Einvernehmen mt der Gendarmerie eine nochumlige Durchsuchung der Villa in Eichgraben vorgeuommen, die sich Moranszky ans dem Ertrage seiner Diebsboute arigeschasft hat. Es irmrden keine Funde von Bedeutung gemacht. Interessant sind Mitteilungen, de gestern dem Sicherhe'tsbureau vorn Geudarmeriepostenkoummudo Jennersi> o r s im Burgenlande zugokormnen sind. Ihnen zufolge hat Aloranszky seine Verbrecherlaufbahn in Jennersdorf, wo er vorn Herbst 1919 bis zum Frühjahr 1920 aulscissig war, begonnen. Er hat damals in Jermersdorf, das dazumal noch ungarisch tvar, einen Einbruch beim Fleischhauer und Gastw-rt Johann Raffel verübt und ihm Fett im Werte von 1000 Schilling gestohlen. Dann hat er dem Kaufmann Josef Brückl er durch Einbruch Ware im Werte von 5000 Schilling und dem Gastwirt Johann Hirczy Wäsche im Werte von 3000 Schilling entwerrdek. Er tvar auch eines Kafseneinbruches beim Kaufmann Siegnrunh Weber mit einer Schadenssmmne von 1900 Schilling verdächtig. Im Frühjahr 1920 tvurde MoranHky von der Gendauneric in Jennersdors verhaftet mch dem Korrritatsgericht in Steinamanger überstellt. Daraufhin erfaßte auch -seine Verurteilung zu drei Jahren Kerker. Er ist dann, wie berichtet, ans dom Gesängmsie in Qedenburg entsprungen. Jas Neberdrama der TWhOzen. Mord- und Selbstmordversuch auf der Schmetz. Im 13. Bezirk, Hustergasse 14, hat sich gestern vormittags ein Drama abgespielt. Der 73jährige pensionierte Straßenkehrer Franz Lenz hat seine Lebensgefährtin, die 48jährige Emilie M e n s ch i k überfallen und dmch S chnittemit einem Rasiermesser am Hals verletzt. Darauf hat er sich selb st eine schwere Schnittwunde am Hals beigebracht. Die Rettungsgeiellschast brachte die beiden ins Spital. Nach den polizeilichen Erhebungen wollte die Menschik den gemeinsamen Haushalt auflösen und den Mann verlaffen, und deshalb hat er die Tat begangen. Lenz war schon etwas trübsinnig. In der Nacht vor der Tat verlangte er von der Menichtt einen Kuß, den sie ihm verweigerte. Darüber soll er sich sehr aufgeregt haben. Die Verletzungen der Frau find leicht, die des ManneS lebensgefährlich. Selbstmord der Schwester der. StzmtfMerko SrsNa. Ans V e rck i n wird berichtet: Die 27jährige Marches« Gabriele Sera-Manichedda. eine Tochter des russischen Advokaten Bindermann und Schwester der Schauspielerin Maria O r s z k a, ist gestern in einem Hotel Unter den Linde« erhängt ausgefunden worden. Die Beweggründe der Tat sind --«»bekannt. Die Tote war seit längerem schwere K o k a i n-i sti n. Hastbefehl gegen Lha de WM. Aus Berlin wird berichtet: Gegen die Filmschanfpielerin Lha de P u t t i hat das Amtsgericht Berlin-Schöneberg edlen Haftbefehl erlassen, auf Grund dessen ihr großes Lux'usauto gepf ä n d e t wurde. . Bei dieser Gelegenheit wird bekannt, daß Lya de Putti mit ihrem wahren Namen AmalieJanko heOt. Mnh und Matzka. Auch Aratzka verhaftet. Wie erinnerlich, haben zwei ehemalige Offiziere, der 32jährige Friedrich Mutz, und der gleichaltrige Otto Matzka im Jahre 1924' aus raffinierte Weise Betrüge- - reien 'durch. H e r a u s l o cku n g v o n S ch mucksa ch e n im Werte von weit über einer Milliarde verübt. Als der Schwindel anskam und die beiden Täter nach kurzer. Haft auf freiem Fuß gestellt wurden, flüchteten sie beide nach Frankreich und ließen sich zur Fremdenlegion anwerben. Mutz war aber als dienstuntauglich erklärt worden, kehrte nach Wien fern Juni 1925 zurück und siel l t e s i ch s e l b st den: Gerichte. Er wurde daraufhin von: Gerichte zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Er hatte bei der Ende Juni 1925 stattgehabten Verhandlung beim Landesgericht alle Schuld auf Matzka geschoben. Von dem noch flüchtigen Matzka hieß es, daß er bei der Fremdenlegion sei rmd in Afrika weile. Nun hat die Polizei gestern die Verständigung erhalten, daß Matzka, der also jedenfalls bei der Fremdenlegion verhaftet wurde, von den französischen Behörden bei Genf an die schweizerische Grenze gebracht, nach Feldkirch befördert und - dort den österreichische« Behörden arn 5. d. ühergeben worden ist. Sine Mittelklaffe im Spital der Kallas« gemeinde. Dü Arntsdirektion der Wiener Israelitischen Mltusgemeinde teilt uns mit: Den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragend, wurde im Spital der Israelitischen Kultusgemeinde, 18. Bez., Währmgergürtel 97, e i n e M i«t e l k l a s s e errichtet. Die Berpflegsgebühren auf dieser Klafft betragen t ä g l i ch: bei Unterbringruig in einem Zirnrwr mit vier Benell S. 12.50; bei Unterbringung in einem Zimnrer mit dr<: .Betten S. 13.50, _' IUP II M l . -, Letzte Nachrichten. Ae Tschechoslowakei and Sowjetrußlaad. Prag, 11. Februar. Die ,^8 o h e m i a" erfährt von unterrichteter Seite, daß die Anerkennung Rußlands nach Rückkehr des Dr. B e n e s ch von der Konferenz:« TemeSvar erfolgen werde. Die Verschiebung der Anerkennung, die nicht nur außenpolitisch, sondern auch ilmerpolitisch eine feskstchende Tatsache sei, werde auf k o a l i 1: o n s t a k t i s ch c Gründe zurückgeführt. Zum Tode Sr. Kaafmaaa-Kohlers. Dr. 4k a n f m a n n - K o h l e r, über besten im 81. Lebensjahr erfolgte»: Tod wir bereits kurz berichtete»:, war viele Jahre hilldurch Präsident des reformistischen Rabbinerseminars in Ci,:cinnati. Er wurde in Furth in Bayer»: geborerr und erltstamnrte einer angesehenen orthodoxen Rabbinerfomtltc. Er selbst war in Franffurt einer der beliebtesten Schüler des berühmten orthodoxen Rabbiners Samson Rafael Hirsch. Dr. Köhler, der seine Hochschulstudien an verschiedenen Universitäten absolvierte, geriet dann unter den Einfluß Abraham Geigers, in dessen „Zeitschrift" er eiftig mitarbeit.ete und über dessen Zureden er noch Amerika cmswandertc. In Amerika wurde Dr. Köhler bald einer der anerkanntefteu Führer des Reformjudentums, das ihn mit Ehrungen überhäufte. Dr. Köhler schrieb außer unzähligen refornristischen Arbeiten auch eine Anzahl wissenschaftlicher Werke von bleibendem Wert, von denen besonders hervorgehoben zu weiden verdienen: „lieber die Todesstrafe", ,/Das Hohelied", „Die ethische Grundlage des Judentums", „Hiobs Testament", „Die vortalmudrsche Agadah" und andere. Der Verstorbene war auch einer der leitenden Redakteure der ,Hewifh Enc»)clopaedio" rnit den Restorts für Theologie und Philosophie. Wn'e«, 12. Februar. * Das Wetter.' Gestern herrschte wieder naßkaltes. nebelMs Wetter. Die Voraussage lautet: Trüb, zeiüveift Niederschläge, Temperaturabnahme. * Kasteneinbruch im Allgemeine« Krankenhaus. Mittwoch nachts sind unbekannte Täter auf sehr kompliziertem, mühevollen Wege. in die Räuule der Matevialverwaltung des Allgemeinen Krankenhauses in der Lazaretdgastr 14 eingedrungen, haben durch Bloßlegung der Schloter eine eiserne Kasse erbwchen und daraus einen Betrag von 5125 Schilling und außerdem die in der Kaffe verwahrten Pretiosen der im Allgemeinen Krankenhause verstorbenen Patienten gestohlen. Ihre Anzahl und ihr Wert find noch nicht genau ermittelt; doch dürften es 30 bis 4h Stücke verschiedener Art gewesen sein. * Ei» Wiener ermordet auf dem Gailberge einen Kärntner. Aus Klagenfur-t wird uns berichtet: Ein noch ziemlich unaufgeklärter Mord befaßt die Kärntner Behörden: Am Somvtag den 7. d. machte sich - der Schuhmacher Leonhardt Ebner von Kreuth bet Bleiberg auf den Weg,ins Gailtal, um dort ein Paar Schube abgulisfern. tun 2 Uhr nachmittags wurde der; Meister von Jägern in schwerverletztem Zustande aufgesunden. Die beiden Männer. bemühten sich mn den Schwerverletzten, dessen Kopf vier Stichwunden amstvies und trugen ihn ln ein Haus, wo er nach einigen zusammenhmOoftn 'Aussagen den Geist aufgab.■ Aus Grund der Aussagen .des Sterbenden wurde der an der Seilbahn in Kreuth beschäftigte, aus Wien stammende Arbeiter P r ä d i n g e r samt Frau verhaftet. Der Umstand, daß dem Ermordeten das ganze Geld fehlte, laßt auf einen Roubmord schließen. Die beiden Verhafteten wurden dem Bezirksgerichte Villach eingeligfert. * Zwei Palästina-Veranstaltungen in Salzburg. Man schreibt uns aus Salzburg: Im Rahmen der Verarsstaltungeu der neuaegründeten zionistischen Ortsgruppe Salzburg wurde am vergangenen Sonntag vormittags vor sehr zahlreich erschienenem Publikum und . unter großem Beifall der letzte (werte) Palästinafilm vorgeführt. Herr Dr. Otto Abel es (Wien) hielt eine eindrucksvolle Ansprache. — Am Abend hielt Herr Dr. Abeles einen Vortrag, der ausgezeichnet besucht war. In Avangloser Form, doch m sehr fesselnder Weise schilderte der Redner, seine Erlebnisse auf seiner Palästinareise. Es war ein , glückliches Zusammentreffen, daß die Vorführung 'des Films und der Vortrag des Herrn Dr. Abeles an ein und demselben Tag stattfanden.' so daß der tiefe Eindruck, den der Film vormittags ans die Zuschauer gemacht hatte, durch die anschaulichen, eindringlichen Worte am Abend verdoppelt wurde. ' E. P.» * Das Jfa-Palast-Kino delogiert. Rechtsanwalt Dr. Josef Pistiner schreibt uns: Ariif Gvuüd des § 23 des Preßgesetzes ersuche ich in Vertretung meines Klienten, Herrn Forbat, um Ausnahme nachstehender Berichtigung Ihrer Notiz vom 9. d. unter dem Titel „Das Jfa-Palast-Kino delogiert". Es ist unwahr, daß das Isa-Pa^last-Kino wegen pevschiedener Steuer-, Zins- und sonstiger Rückstände delogiert wurde, wahr ist vielmchr, daß die , Delogierung lediglich auf Grund der Kündigung des Hausbesitzers Arch. Emil Reitmann vorgenommen wurde. Unwahr ist auch, daß Herr Forbat in das Ausgleichsverfahren gegangen ist, aber seine darcnls entsprungenen Verpflichtungen nicht einhalten konnte, wahr ist vielmehr, datz Herr Fowat ins Ausgleichsverfahrei» nicht gegangen ist, daher auch nicht irgendwelche daraus eutspringe»»de»r Verpflichtmlgen einzuhälten hatte. * Wiedererscheinen der hebräischen Tageszeitung .Hajom". Aus Warschau wird berichtet: Der „Hajom", die eitrige hebräische Tageszeitung außerhalb Palästinas die vor rirngen Tagen wegen isinanzieller Schwierigkeiten ihr Erscheinen rinstellen mußte, hat gestern wieder zu erscheinen begonnen, nachdem die schwebenden Ungelegenheiter» geregelt »md die materielle Position der Zeitung stchergestellt worden ist. . * Die Kosrher-Bill. Aus Washington mclbet I. T.-A.: .Das jüdische Mitglied des amerikanischen Kongresses, Samuel Dickst ein. hat. wir vor kurM» berichtet, dem GcsetzrsäMchuß des Kongresses eine Bill unterbreitet, tvonach diejerriger: Geschäftsleute, die an ihren» Firmenschilde das Wort .^koscher" führen, 'aber den rituellen Speisegesehen nicht entsprechende Waren feilbieter». br st rast werde»» sollen. Ein ähnliches Gesetz ist bereits im Staate New-Aork in Geltung. Das Kougreßkonntte hat beschlossen, den Geiehentwurf dem Kongreß nicht z p u u t e rhreiten. Dickstcin hat gegen die Entscheidung des Ausschusses protestiert. +99 Wiener Morgeuzeitung"; ■.. — Kunst. Bühne, Buch. „Set dreizehnte Stahl." Raimund-Theater. ' Wo verbarg der 'Doppelmörder das bluibestcckte Messer?''Jnrt ersten Akt, während eurer spiritistischen Sitzung auf swckfinpwr! Bichne, fährt dem, der auf dem dreizehntel» Stuhl sitzt, eine Klinge> Mischen die Rippen. Sie traf gut. Bis ins Herz. Auffchc-ei,, hysterisches Weinen, cs tvird Licht gemacht, toteMasft Gesichts.^ Wer ist der Mörder, wo ist das Mordwerkzeug, damit mau oagj Fingerabdrücken ftstftellt, tvelcher oder welche vo»r den KvW übrige»» Personen der Gesellschaft die furchtbare Tat verübte? Zur Abtvechslurrg einural rin bis an den Ra»td mit Sparurung^ gefülltes Detektivdrama. Für das Publikum dieser Bühlke, dir Mst einen» fthr eruften literarischen Pwgrarnilk begairn, eine recht wDkommene Abwechfl»mg. (Wahrscheinlich wäre sie dem PublAuvr anderer Bühnen nicht »ninder willkommen.) Die Frauen starrten mit gestielte»» Augen auf die Bühne, wie bei Schnitzlers „Reigen". Es sind doch die beiden Pole der Nervenerregung: Erotik dort und Kolportage hier. Räujpm: und Schneuzen wurde mit Entrüstung nledergezrscht. Man wolltekein Wörtchen des kostbaren Textes verlieren. Tatsächlich das technisch vollkoumienste, in der Form straffste, sauberst gearbeitete Stück dieser Art (wenn man dk Art auf einer ernsten Bühne überhaupt gelte»» läßt). Mißt umn ,FDer dveizehntc- Stuhl" von Bayard Beiller an einem Dutzend .Fterarischer" Premieren der letzten Zeit, so muß man die Art gelten lasse»:, ivie der grtt kompmnerte spannende Detektrvwnran GÄtung behält, an den fragwürdigen Romane»: moderner, rvdsähiger ErMer germsser^ Bon Karlheinz Martin sehr lebenÄg msMrert, r>M die aufrege»ü>e Jagd nach dem Mörder — sie spielt sich in emem Salon ab — prachtvoll knapp und scharf disponiert ab. Mir widerfuhr ein klei»:es Malheur. Ich errtdeckte das Messer — wo, ftr dem künftigen Theaterbesucher nicht verraten — schon zu Beginn des dritten Aktes rmd kam um eine Ernotio»:. Hansi Niese spielt eine Abenteurerin von besten Charakteveigenschaften, eine liebenswerte Schwindlerii:, die das Herz am rechten Fleck hat. Man weiß, daß die Niese solches ausgezeichnet trifft. Hans Ziegler gab emen sehr eingebildeten Detektiv, der keine Ursache hat, eingebildet zu sein. Ein Spritzer Satire, von den: trefflichen Schauspieler beigemengt, war sehr arrgebracht. Auch die übrigen Mitwirkenden durchaus verdieirstlich nur Helene Lauterböck war um einige Grade uncmgenLhmsr als es die Rolle verlangt. Stürmischer Beifall, Sieg a»:f allen Linien, offenherzrAes Geständnis, was den Leuten gefällt. Wer die Klagen über urangAhastes Repertoire -der Thoater, über Vernachlässigung der Klassiker und modernen Dramatiker ernst urmmt, betrachte das PrrbÄum bei den Aufsührunger: des „Dreizehnten Strchl", ’jQ, A. „Reiner Tisch" — neu gedsÄ. Deutsches Bottstheater. Ich weiß »licht, ob Basserrnamr und die arrdereu fticher diesem Lustspiel Frederick Lonsdales auf die Berne geholfen haben: ich war nicht dabei. In der jetzigen Neubesetzung liegt es, trotz sichtbarer und sehr lobenswerter Mühe glänzender Schauspieler, schwerkrank rur Vorirrteilsspital entzlischcr Gesellschaftschirnrgre darnieder. Wir werden an dieser Operationsknnst kaum ge»»esen. Noch weniger das Theater. Einige gut gearbeitete Szenen ergeben noch rmmer, wenn. sie nicht zusammenpassen und »rur lose aneinander geleimt sind, ein schlechtes Stuck und aus markanten Zügen werden, verzeichnet, zerbrochene Charaktere. Der erste Akt ist Aaß, der grelle zweite nicht gestaltet und darum kitschig — dem Schrei ist entweder der Meister cbvt der Dernagog gewachsen — her; dritte ganz unmöglich. Hervorzuholeu gab es hier also für den besten SHcmspisler nichts. Hinzugeschaffeu, draufgegeben haben alle etwcS. Romberg mühte sich, durch verbissenen Schmerz die Vorrrehmheit mit bem groben Dranfgängertum, die Werse Fraueukenntnrs mit der lächerlichen Naivität in der Person des Galten zu vereinen. Sogar die Hysterie der orgerrtlrchen „Reinigungsaktion" versta»»d er ins Leidvoll-Menschliche rrmzuzähmen. D»»rch eiliges Sprachtempo überwand Margarete Koeppke die Gezwrmgerrheit der mrgewöhrrliche»: Situatioi: unb die nloralische Seelsorge eines Straßennrädchens. Wundervoll, rührend, ihre zarte, hingehauchte Betonung des Derb-Dirrrenhaften. Leopoldine Konstarr- 1 i n u»:d A n t o n E d t h o f e r, die m»ch früher mitgewückt Haber», finden noch relativ die lohrrerrdsten Rollen in diesem schauspielerqnälendei» Stück. Die Konstantin gibt der unentschlossenen, mondän-ehrbaren Gattin das Elementar-Groteske des naturhaften Weibchens ur»d Edthofer als liebelnder Causeur gewinnt durch seine elegante Sicherheit schließlich d»ch alle Fraueirherzeu. Im allgemeinen sind mir die Engkälü»er lieber tu der Politik, als in» Liebeslustspkel. Als Helden des WelttheaterK sind sie viel, viel interessanter. Leopold Tcha^bove. Jas Burgtheater-IubNSum. Am 8. April 1926, dem Tage, a»l dem im Iah«- JWft die erste Vorstellung des zun» Natio»»al1he<»ter erhobene» Brrrgtheaters stattfand, feiert das Burgtheater das Fest seines/ 150jährigen Bestehens. Das erste deutsche klassische Werk, das im Burgtheater aufgeführt wurde, war Lessings „Minna von Baruhelm". Die Direktion' hat daher dieses Lustspiel als Festvorstellm»g gewählt. Für de» Bor- »nittag des 8. April ist eine Morgenfeier vor geladene» Gasten geplant, bei der Herma»»n Bahr die Festrede halte» toirb. Als zweite Festvorstellung findet am 11. April in der Oporeine Aufführung von Byrons „Manfred" statt, in welcher! Mitglieder des Burgtheaters mit Mitgliedern der Oper «a#‘ mit den» Philharmonischer» Orchester zrlsammenwwke» wenden.