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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-12 · Heft 2505 (12.2.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2505 (12.2.1926)
Date
1926-02-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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W. HOB _Mm, frtftaa_ Attjüdische Weisheit. sie iener Morgenzci tit »iß" naw den Quellen bearbeitet. Verleumdung. Rabdl Chlsda sagte im Nmnen Mar UlÄas: Ueber ven Verleumder spricht Gott zum Höllenfürsten: Wir werden ihn Heide richten, üh vom oben und du von unten. * ES sprach Rabbi Eleasar ben Parta: Wie schwer -ie Verleumdung wiegt, ersieh' von den Kundschaftern. Was taten die Kundschafter? Sie verbreiteten einen schlimmen Ruf den Bäumen und Steinen. Was ist von dem z,r sagen, der über seinen Nächsten einen schlimmen Riff verbreitet? Amerikanische Ehrenpension für die Witwe 8. L. Perez. M «ns aus Warschau gemeldet wird, hat die Witwe Nach dem bttühmten jüdischen Dichter I. L. P e r e z von dem amerikanischen Joint-Komitec «ine jährliche Ehrenpension von 600 Dollar zugesprochen erhalten. „ftesreel." Wie wir bereits berichteten, hat die Gemeindeverwaltung tum Afuleh um die Erlaubnis angesucht, den Namen ut „Iesreel" umzuändern. Wie uns aus Jerusalem berichtet wird, hat die Palästinaregierung den Beschluß der Gemeindvversval-- ittng genehmigt. Tie zweite Iahrerkonferenz derpalWnevfischen Schriftsteller unv Küuftler. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Die Schriftsteller, Künstler und intellektuellen Führer Erez Israels werden am 1. Adar (14. Februar) in Kiriach Anawim, der Eibischen Siedlung bei Jerusalem, eine Konferenz abhalten. gfidksche Erfinder kn Rußland. Ein Mischer Uhrmacher aus Witobsk, Laites, konstruierte eine Uhr, die die Zeit in jedem Te'l der Welt anzeigt. Die Uhr hat die Form eines Globus und man kann auf ihr jederzeit die Stunde in allen Zentren der Welt ablesen. Ein Charkoiwer Schuhmacher namens Jeriche in erfand ein Rettungsboot, das jeder Schiffsreisende zusammengefaltet bei sich tragen und im Notfälle für sich benutzen kann. Eine Sachverständigenkommission prüfte die Erfindung, eftlävte sie als sehr wertvoll auch gab dem Erfinder ein Patent. 110.889 Baude in der Mischen Rationalbibliothek. 15.00« weitere Bücher harren der Katalogisierung. Die jüdische NationalundUniversitätsbibliothek verzeichnet, wie uns aus Jerusalem berichtet wird, ihren Bücherbestand am 1. Jänner 1926 mit 110.689 Bänden und damit eine Vermehrung um 30 Prozent während des Jahres 1926. 30.886 Bücher in 26.890 Bänden sind neu hinzugekommen. Hierin sind nicht enthalten weitere zirka 16.000 Bücher, die noch sortiert und katalogisiert werden müssen, was infolge des unzureichenben Beamtenstabeö noch nicht geschehen konnte. Um den Fortschritt der Bibliothek richtig zu würdigen, sei darouk hingewiescn, daß zum Beispiel die deutsche Nationalbibliothek, das ist die vom Börsenverein deutscher Buchhändler begründete und unterhaltene „Deutsche Bücherei" in Leipzig, welche Pflichtexemplare von sämtlichen deutschen Verlegern erhält, in ihrem letzten Bericht pro 1924 einen Jahreszuwachs von 88.240 Bänden ausweist. Unter den Seltenheiten, die die Jüdische National- und Universitätsbibliothek im Jahre 1925 erworben hat, befindet sich das erste, in Amerika gedruckte hebräische Buch, eine der Harvard-Universität gewidmete hebräische Grammatik, sowie ein Exemplar des im Jahre 1516 in Venedig gedruckten Jerusalemitischen Talmuds. Auch eine Reihe von Erstdrucken wurden ertvorben, von denen folgende zu erwähnen sind: Großer Kanon, in vier Teiler» iNeapel 1492); Juda Messer Leon, Nofet Zufim (Mantua 1476); Jbn Gabirol,' Miwchar ha-Peninim (Soncino 1484); Jedaiah Bedarschi, Bechinat Olam (Soncino 1484); NachmanüeS, Kommentar zum Pentateuch (Neapel 1490); Kimchi, Tchoraschim (Neapel 1491). Während des Berichtsjahres wurde der Bibliothek daS Archiv der durch Achad Ha am begründeten Gesellschaft B'nai Mosche und das Archiv der englischen Chowewe Zion wm Geschenk gemacht. Fünfte blau-weiße Hakoah-Redoute. £ Sonntag, den 14. Februar l. I. um V Uhr aberrds, in den Sälrn der Hofburg, 6. blau-weiße Hakoah-Redoute. Große Damen-Dchönheitskonkurrenz, Damenspende: Aufnahmen Arelier „Gertrud". Damen: Abendtoilerte oder Kostüm, Maske erwünscht, Herren: Frack oder Smoking. Vorverkauf: (8 Schilling) Sekretariat, 1. Be;.. Mpplingerstraße A. Tel. 68-109, Kehlendocser. 1. Be;., Krügerstraße 8, Aida. 2. Bez., Taborstraße 5, SporchauL Lazrr, 9. Bez., Kolingasse 13 und bei allen Sektionen der Hakoah. lll Schilling. ggteitty ümjemdhitg_ Weirr verhaftet. Auf Anordnung der Stäatsanwattschaft. Gestern vormittags hat der mit der Prüfung der Angelegenheit des „Abend" betraute Pressestaatsanwalt Duktor Schwarz die Untersuchung ausgenommen. Gegen Mittag wurde der gewesene Chefredakteur Weis; zur Staatsanwaltschaft vorgeladen und dort nach kurzem Verhör für verhaftet erllLrt. Diese Maßregel wird mit Verabredungsgefahr begründet. Die offizielle Mitteilung. Die Korrespondenz Wilhelm meldet: Der Untersuchungsrichter beim Landesgericht in Strafsachen Wien 1 hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den gewesenen Chefredakteur des „Abend", Alexander Weisz, wegen Verdachtes des Verbrechens der Erpressung nach § 98 B. St. G. einen Haftbefehl erlassen und der Polizeidirektion übermittelt. In Vollziehung dieses .Haftbefehles wurde Alexander Weisz nachmittags dem Landesgerichte in Straft sachen Men 1 eingeliefert. Eine am Srprefinngrbeschnidignng. Wie die Korrespondenz Wilhelm berichtet, hat der Herausgeber des „Sport-Montag", Herr Ko lisch, die Anzeige erstattet, daß sein Blatt in einer im „Extrablatt" erschienenen Zuschrift der „Germania-Molkerei" der Erpressung beschuldigt werde. Die» Molkerei beruft sich darauf, daß ein „Doktor" von ihr für die Einstellung der Angriffe dieser Zeitung ein Honorar, von 1500 Schilling verlangt habe. Die polizeilichen Erhebungen lassen nun einen gewissen Dr. Eugen Bogl als schuldig erscheinen, doch erklärte er, er habe nur journalistische Recherchen gepflogen. Der Sach- , verhalt wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt. Dieser Vogl ist seinerzeit Redakteur der nationalsozialistischen „Deutschen Arbeiterpresse" gewesen. ßxplofion in einem Wohnhavr. Bei der Desinfektion einer Wohnung. — 22 Personen verletzt. Aus München wird gemeldet: Im Häuft Rumsvrdstraße 8 ereignete sich gestern vormittags eine schwere Explosion. Bei der Desinfektion einer Wohnung explodierte der Apparat. Die Mauern stürzten zum Teil ein. Alle Fensterscheiben im Umkreis wurden zertrümmert. Die Straße ist mit Glasscherben übersät. Bis jetzt wurden 22 Verletzte, darunter 5 Schwerverletzte, festgestellt. Nach den bisherigen Erhebungen ist-anzunehmen, daß die Explosion durch unsachgemaße Durchführung der Desinfektion eines Wohnraumes entstanden ist. Die Äufraumungsarbeiten werden längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Innenwände und der Hausrat sind zertrümmert und auf die Straße geschleudert worden. Nach dem Urteil von Sachverständigen hätte die zur Desinfektion verwendete Menge Schwefellohlenstoff genügt, um das ganze Haus zu zerstören. Abends wurde der Desinfektor, der die Desinfektiön der Erdgeschoßwohnung vorgenommen hat, inzwischen verhaftet. Der in seiner Wohnung lagernde Schwefelkohlenstoff wurde von den Bchöchm beschlagnahmt. Fm Flagzeng tum Spanien nach Südamerika. Aus Madrid wird gemeldet: Nach einem hier eingetroffenen Funkspruch wurde das spanische Flugzeug des MajorS Franco von der argentinischen Grenze bis Buenos Aires von einem argentinischen Geschrvader begleitet. Bei seiner Ankunft wurde Major Franco von lang anhaltenden ArtiHerr e s a l v e n begrüßt. Nachdeni Franco ans Land gegangen war. wurde er vom spanischen Gesandten unter dem Beifallssturm der Bevölkerung willkommen geheißen und hierauf dem Staatspräsidenten vorgestellt, der erklärte, die Flieger seien die offiziellen Gäste der argentinischen Republik. In Spanien hat das Gelingen des 10.000-Kilometer- Ozeanfluges überall einen Begeisterungssturm verursacht. In allen Städten werden Freudenfeste abgehalten. Die Regierung hat dem König eine Verordnung unterbreitet, die eine allgeme i n e A m n c ft i t für politische und andere Vergehen vorschlagt. „Hotel «oolidge.- Das größte Hotel der Welt. AUS N e w - A o r k wird gemeldet: In Chikago witd zurzeit das größte Hotel der Mell gebaut. DaS Gebärlde wird 3 5 Stockwerke hoch sein und nicht weniger als 3000 Fremdenzimmer enthalten. Die Baukosten betragen 5 Millionen Dollar. Das Hotel, das im Jahre 1937 eröffnet werden soll, wird zu Ehren des Präsidenten der Vereinigten Staaten,Hotel Coolidge" heißen. (Ha Famillrndrama. Aus Rastenberg wird berichtet: Hier hat &i' Bergmann Oswald Friede seine beiden jüngsten Kinder lM Alter von zwei und drei Jahren vergiftet und ihnen sodann mit einem Messer das Herz durchstoßen. Darauf erhängte sich der Täter. Ter Grurrd der Tat liegt in unerquicklichen Familien-' "nd s ch l e chte n W i r t s ch a j t s v e r b a l l u r j j e n. 12. Februar 1936 güft» 1, Wein' nicht, mein Schatz! Ich geh’ Dir nicht verloren! Ich gehe nur spazieren vor den Toren. Ich will, gleich allen richt'gen Kavalieren, BERSON-Gunimiabsätze ausprobieren 1 Steiger in Wien. StaniSlauS Steiger, der feit fast zwei Jahren iwi Mittelpunkt des Interesses der gesamten jüdischen Oeffent-- lichkeit steht, trifft heute in Wien ein. Wie einst Beilis, nachdem das freisprechende Urteil gesprochen war, ftine Heimat verließ urü> in die Welt zog, überall dorthin, wo es Juden gab, die unter weniger harten Bedingungen als die Inden des damaligen Rußland lebten, so ungefähr geschieht es mit StanislcmS Steiger. Diese Menschen, die mit nahezu periodischer Gesetzmäßigkeit von einem judüo-- phobcn Teil der Menschheit schauerlicher Verbrechen bezichtigt werden und auf deren Haupt der ganze Haß, den dieser Teil dein Judentum entgegenbringt, nieder fallt, sind das lebendigste Symbol des Galuth-Daseins des jüdischen Volkes. Sie sind das mahnende Gewiffen, das vor das jü-j H-sche Volk tritt und es aus der Lethargie reißt, m die es regelmäßig, wenn sich die Wogen gelegt haben, versinkt. Stanislaus Steiger war nicht, wie Beilis, des Ritualmordes angeklagt. Es sind andere Zeiten und vielleicht auch anders Sitten. Bei uns und bei den anderen. Als Beilis angeklagt war, versuchte das alte, in sich gekehrte, weltfremde und weltabgewandte Ghetto-Judentum, es durch Apologethik abzuwehren, nachzuweisen, daß die gegen das gesamte Judentum gerichteten Anschuldigungen unwahr seien und es glaubte, daß der Nachweis, rein und echt wie er ja war, genügen könne und müsse, um der Welt die Angen zu öffnen und ihr die Niedrigkeit des Hudenhaffes zu offenbaren. Wir aber haben gelernt und erfahren, daß dieses Mittel nicht taugt, das jüdische Volk auS der Atmosphäre dieses Haßsumpfes zu befreien/ Wir haben erfahren, daß wir durch Beweise aus Büchern und Schriften die Hasser und die Verführten nicht umstimmen können, sondern durch die lebendige Tat, durch die Ueberwindung des paffiven Galuthzustandes, daß Nur durch daS Schaffen eines eigenen Lebens auf eigener Erde nnö dienen und so der Welt helfen, den Antisemitismus zu überwinden, an dem sie krankt. Steiger wußte, daß der Schlag, der gegen ihn geführt wurde, das ganze Voll treffen sollte, er wußte aber auch, daß dieses Volk zu neuem Leben erwacht, alle Schicksalsschläge zu tragen versteht um der Zukunft willen. In Stanislaus Steiger grüßt die Wiener Judenschaft ba* neuerwachte jüdische Bewußtsein. Empfang Steigers. Zur Durchführung eines würdigen Empfanges für Stanislaus Steiger, der heute um halb 12 Uhr vovmittags am Ostbahnhof in Wien eintrifft, hat sich ein studentisches Empfangskomitee, bestehend aus den Herren Chaim Gelber, David Buck spann für den Hochschulausschuß, Herrn Josef M a r g u l i e s für die Vereinig gung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel, Herrn Hans Kandl für die zionistische Studentenschaft und Herrn Karl Lodert für den Seniorenkonvent konstituiert. Herr Steiger wird im Namen der jüdischen Studentenschaft am Bahnhof begrüßt werden. Alle jüdischen Studenten werden ausgefordert, sich zu dem Empfang einzufinden._ Rauberunwesen im Silent Bahrrräuber. A«» SD e I it t toi'd gemeldet: Räuber bemächtigten sich bet antomati chen Bremse eines Personenzuges bei Baindt k auf der Strecke Bengalen-Nagpur, zerstSrlen sie, hielten den Zug an. ermordeten den Z u g S l üh r e r und erbeutete» eine G e l d k i st e m i t 150 Pfand. Seeräuber. Au» H ou g k o a g wird berichiet: Seeräuber, die als Fahrgäste an Bord waren, bemächtigten sich de» kleinen französischen Dampfer» .I a d e', der nach Hongkong unterwegs war. Sie leiteten den Dampfer nach der Küste von Kwantung. wo sie GoldtmWertevon 10.000 Pfund von Bord schafften. Die Passagtereblieben unbehelligt. El« Baudenüberfall bel Damaskus. Beirut, 11. Februar. Der Bahnhofvovstand von El Ha me bei Damaskus ist in der Nacht von AnfstäMschertz 4«tjützrt Wd der Batzntzoj geplündert wovdeH

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