Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2503 (10.2.1926)
- Date
- 1926-02-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«. F««rr me Ae fftion Ar dea «eres Hsjefiod Das Präsidium -er Ssterreichsschm Aereq-HcheM. KcmmvffM fehbet «»$ $oi$ßi$entai‘ «usNls. rn» «e Wfdfe (OMÖtimM« «es». «eMksr Im Lauft des Monates Februar findet im 9. Bezirk eine Werbeaktion für den Anfba« Palästinas (Keren Hajeffob) statt. Didfts Ausibawtverk ist in den letzten Jahren weit Sb« dm Rahmen ei«« Parteiangelegenheü hinausgewachsen. Es arbeitet nur mit geringen Mitteln, ober es hat in der erfolgreichen Besiedelung größerer Landstriche und in der Gründung der Universität in Jerusalem Leistungen aujzittveisen, die gerecht denkenden Menschen ohne Unterschied des Glaubens und Stammes Teilnahme verdienen und auch schon gefunden haben. Selbst in Landern mit hoch entwickelten staatsbüpgerlichem Bewußtsein, wie Amerika und Frankreich, haben sich mcht nur Juden aller Parteien, sondern auch Christen zu Gesellschaften für die Förderung des Mischen Palästinawerkes vereinigt, ohne daß darin irgend ein Llbbruch ihrer Anhänglichkeit zu ihrem Vaterland «blickt wird. ■ Wir kennen die allgemeine wirtschaftliche Swüage und besonders die unserer Wiener WohlistchrtsänMten. Trotzdem richten wir an unsere engeren Mitglieder die herzliche Bitte, die WerbeaMon für den.Aufbau Palästinas (Keren Hajefsod) nach. Kräften zu unterstützen. Wer diese Bitte erfüllt, der fördert die produktive Arbeit unserer Brüder, entlastet gleichzeitig unsere Stadt von Vermehrung, der Arbeitslosigkeit und erhöht überdies seine eigene Ehre. Siegfried Beck; Hoftat Univ.--Praf. Dr. Ehrmaun; Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter; Bövftnrat I. Glück, Obmann des Tempelvereines, 9. Bez., Müllnergasie; Dr. Leo Goldhammer, Vizepräsident des Zionistischen Landeskomitees; S. Kohn, Obmann des Ohel Abraham; Dr. Joses Löwenherz, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemernde; Sophie Lywenherz; Baumeister Edmund Melcher; Sabine Paßweg; Rabbiner Dr. Schwarz; Bezirksrat Dr. Georg Weiner; Mmisterialvat Simon Weiner. Filmvorführungen. SvnnSrg den 14. Februar 1986 findet um Viertel 11 Uhr vormittags im Wiedener Bürger-Kino, 4. Bez., Favoritenstraße 32, eine Vorführung des neuesten Palästinafilms „Der jüdische Pionier" statt. Die einleitende Ansprache hält Dr. Otto Abel es. Donnerstag den 11. Februar, halb 8 Uhr abends, findet im Srtzungssaale der .Bereinigten Zionistischen Bureaus, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, eine Bofprechuug der Vertreter der B^itcke 1, 6 bis 8, 10 bis lt, 12 bis 15, 13, 16 bis 17, 18, 19, 20, 21 in Angelegenheit der Drivc- BorarLeiteu für den März-Dr-ive statt. Ser Vortragszyklus de, zionistischen Lande», komttees. : Iw Rahmen des Vortragszyklus spricht morgen mn halb 8 Uhr abends rm Klttbheim der Hakoah, 1. Betz., Wipplingerstraße Nr. .21-26, Herr Pwftssor Dr. Viktor Kellner über „Äiktm* Probleme des Palästinaaufbaues". Karten sind -im Zionistischen Bureau, 1. Bez^ KärrMverstraße 28, zu lieben. Ser Borkmn-Pastor. .Gegen Katholiken und Juden. Der Pfarrer Münchmeher aus Borkum, gegen den bekanntlich schwere Vorwürfe sittlicher und geldlicher Natur erhoben worden sind, hielt am 4. d. abends im großen Kasinosaal zu Bremen eine Versammlung ab, in der er sich über seinen Kampf gegen Katholizismus und Judentum ausließ.. Die internationale Einstellung des Zentrums, sagte er, ist eine große Gefahr für Deutschland. Der jetzige Papst hat als Nuntnrs eine verhängnisvolle Atolle in der Oberschlesien-- ALst-im'mung zu ungunsten Deutschlands gespielt. Im bayrischen Landtag hatten Redner behauptet, daß. der Verlust des Weltkrieges auf den Protestantismus zürück- Mführen sei. Das ist katholische Diplomatie, die man bekämpfen muss. Das nationalste Volk unter allen Dottern, setzte Münchmeyer fort, sind gewiß die Juden, deren „Hyänenpolitik bis weil in die Vorkriegsjahre zurückreicht." Die Gegnerschaft des Judentrrms gegen Ludendorff begann, als er den Oberost schuf und Spekulationen in Rußland verbot. Reichsaußenminister Stresemann ßai eine Vo llblutjüdin zur Frau und selbst d i e d e u t s ch n a t -i o n a l e Presse ist nicht judenrein. Christus selbst war ein Kämpfer gegen das Judentum und bat . dafür am Kreuze sterben müssen. Das Ziel des Judentums ist die Aufrichtung der jüdischen W e l t h er rscha f t; aber erst mußten die beiden Haupthindernisse, namentlich Rußland und Deutschland, vernichtet lverben. Den Krieg haben einzig und allein die Juden gewonnen. »Lar wahre Antlitz Lestrrrrichr/ tzi« Vortrag Dr. Seipels in der Oesterreichifchen politischen Gesellschaft. Der gewesene Bundeskanzler Dr. Seipel hält morgen abends, in der Oesterreichifchen politischen Gesellschaft einen Vortrag über „Das wahre Antlitz Oesterreichs." Zu dem Bortrag, der um 7 Uhr abends beginnt, haben mir Mitglieder und geladene Gäste Antritt. Zwei Kinderbücher Dem jüdischen Kinde-jüdische Märchen Soeben erschienen: Reich illustriert, in neuer künstlerischer Ausstattung IRMA S1NOJER Das verschlossene Bach Mit einem Nachwort von Max Brod Preis 8 7.— Unter jüdischen Kindern, vor leuchtenden Kinderaugen entstanden,werden diese phantasievollen, künst erlsch dargestellten Märchen jedes Kinderherz erfreuen SasHünl prcls«dtr0Btef Märchen und Sagen Herausgegeben von derJugendschrift.-Komm. d. UOB’naiB’rith Preis S 6 — Mit Sorgfalt, Qeschmack und tiefem Verständnis aus dem reichen Schatz ifldischerSagerv weit ausgewählte Märchen und Sagen Die schönste Gabe für jedes jüdische Kindt R. Löwit Vertag,Wien l. Flelsrtimorkt Hr.l Zionistisches Meeting Heute, V88 Uhr abends, im Kasino Zögernitz, 19. -Bezirk, Döblinger Hauptstraße 76 Redner: Dr. Josef Löwenherz Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, and Dr. Isidor Klober Gäste herzlich*! willkommen Ser Ghettoseist gehl um. Gin ©erlittet jüdischer Reformprediger schmäht die Ostjuden. — Gine Interpellation in dev Berliner Repräsentantenversammlung. Berlin, 8. Februar. (I. T. A.) Die Herren Rechtsanwalt Dr. K l e e, M. L e w i t t und Prof. Dr. Heinrich Löwe haben namens -«der Fraktton der jüdische n Bolkspartei in der Repräfentantenvevfammluug der Berliner jüdischen Gemeinde folgende Interpellation eiugebvacht: Nach stenographischen Aufzeichnungen (vergleiche „Blätter für Erziehung und Unterricht" des ,^JsraeRtischen Familienblattes" Hamburg, vom 28. Jänner 1926, Seite 15) hat der Prediger der Berliner Re-- f o r m ge m e i n d e, Dr. .Karl. Rosenthal, m Duisburg in öffentlicher jüdischer Versammlung folgende Ausführungen gemacht: „Durch den überaus starken Zuzug van Ostjuden (wir dürfen das hier gestehen, wo wir unter uns sind) ist eine gewisse Atmosphäre von Unsauberfeit und Unreinlichkeit in das deutsche Judentum hineingekommen. Wir wollen unsere Jugend nicht einestr Milieu ausgeantwortet wissen, in dem dieses Element eines Tages von ausschlaggebender Bedeutung sein könnte." Wir sehen davon ab, daß diese Aentzevungen i n erschreckendem Maße einen Grad von Lieblosigkeit und mangelndem Gerechtigkeitsgefühl zeigen, der sonst erfteulicherweife bei jüdischen Religionslehrern sich niemals gefunden hat. Bit sehen ferner davon ab, daß diese Bemerkungen eine erstaunliche Herabwürdigung des auch, und zwar seit dielen Jahren, an der R e f o r m g e m e i n d e t ä t i g e n, bekanntlich in Slonim im früheren Russischpolen geborenen, einer oft jüdischen Familie, entstammenden Predigers Dr. Jelski bedeuten. Durch seine Ausführungen hat aber der Redner Zehntausende Berliner jüdische Gemeindemitglioder, die Ostjuden sind oder von ostjüdischen Eltern stammen, aufs Schärfste verleumdet, und zlvar in Ausdrücken, die an die gröblichsten antisemitischen Verunglimpfungen anklingen. Der Redner bezieht von der Berliner jüdisch e n G e m e t n b c Gehalt, er ist als RekigvcmÄehrer innerhalb derselben tättg. Wir fragen den Gemoindevorstand an, welche Schritte er zu unternehmen gedenkt, um die Ehre und Würde der jüdischen Gemeinde und ihrer -Mitglieder in ihrer Gesamtheit zu wahren und darüber hinaus zu verhindern, daß ostjüdische Kinder einem Lehrer anvertraut werden, der ihre Eltern beschimpft, und daß überhaupt jüdische Lkinder in diesem. Geist der Intoleranz erzogen werden, der jeder jüdisch-religiösen Auffassung Hohn spricht. (Die erwähnten Ausführungen hat Herr Dr. Rofen-- thal in einer Versammlung in Duisburg gemacht, die von einem Teil der Duisburger Gemeindemitglieder einberufen worden war, um gegen den Beschluß der Gemeinde, eine jüdische Schule zu gründen, zu protestieren. b. RM Sar Pech der Filmdiva. Lya de Pttttis Mcht. BerÜu, 9. Februar. (Tel.-Komp.) Die bekannte BerV«r Filmfchavfpielerin Lya de Putti, die vor kurzem durch ihren Sprung aus dem Fenster ihrer Wohnung von sich reden machte, ist, wie die Matter übereinstimmend berichten, wegen übergroßer Verschuldung geflüchtet. Obwohl sie mchrere Millionen Mark im Jahre verdiente, befand sich Lya de PuM daüernd in Geldschwierigkeiten. Vor einigen Tagen wurdeit chr nun von einer Moden- und voit einer Möbelfirma Rechnungen überreicht, fcfe auf rund 100.000 Mark lauteten. Daraus hat Lya de Putti, so bevichtet die „Tägliche Rundschau", kurz entschlossen alle Filmaufnahmen auf sich beruhen lassen und ist in Begleitung eines Freundes, des Berliner Kaufmannes Hermann B., dessentwegen sie soinerzeit aus dem Fenster sprang, nach Patts verschwunden. Bon dort will sie nach New-Aork fahren, wo sie bereits für die Famous Players verpflichtet ist. Lya de Putti hat ab^r P e ch. Zufällig befand sich Frau Heß von der Modenfirma Heß u. Marbach in Patts, die auf telegraphische Benachrichtigung die Schuld der Filmdiva sofort einer Pariser Firma zedierte, so daß Lya de Putti an der Seme damit empfangen wurde, was sie gerade hatte vermeiden wollen: Mit einem Zahlungsauftrag und dem Verbot, die französische Hauptstadt vor Begleichung ihrer Schuld zu verlassen. Was die Amerikanerin liebt. Amerika ist das Land der großen Rundfragen. Wenn mcät über «irgendeine Angelegenheit, die allgenreines Interesse beansprucht, ein Urteil haben will, so wird öffentlich aibgestimmt. Jetzt har ■ wieder einmal die Frage, welcher Mann das Ideal der Amerikanerin sei, zur Diskussion gestanden. Und dabei hat sich hemusgestellt, daß nicht mehr der „mondäne" Man«, der Marm der Salons und Abendgesellschaften, der Mann, der sich am elegantesten trägt und am vollendetsten tanzt, der Amerikanerin von hente am besten gefällt, sondern der „Naturmensch", der Sport liebt, sich viel im Freien bttoegt und diie frische Luft draußen der Tabaksluft der Cafes und Battetes vorzicht. Fünfunldsech^ig Prozent aller Antworten sprechen sich in diesem Sinne aus. Die Abstimmung fand zwar nur im Staate Kansas statt, aber man wird im übrigen Amerika kaum anders denken. Fünfundachtzig Prozent der Mädchen antworteten, daß sie keinen Mann haben wollten, der Alkohol trinkt. Die Anttvorten lassen allerhand Rückschlüsse auf den Stand der Prohibitionsbewegung zu. Offiziell ist der Genuß von Alkohol in Amerika ja verboten. Aber im gcheimen wird um so mehr getrunken. Sonst würden sich kaum fünfundachtzrg Prozent der Frauen von Kansas als ausgesprochene Alkoholgegnerinnen bekannt haben. Der Tabak erfreut sich ebenfalls keiner Beliebtheit. Aber er kommt doch schon viel besser weg als der Alkohol. Nur 40 Prozent erklärten, daß sie niemals einen Mann heiraten würden, der raucht. Befremdend >ist uur, daß von den Amerikanerinneu, die st, offen betonen, die ,Mege zu Kraft und Schönheit" warckÄn zu wollen, 16 Prozent ausdrücklich erklärten, sie wollten keine Kinder. Das spricht nicht gerade für das natürliche Empfinden der Amerikanerin. Und die Naturmenschen", die angeblich chr ZAeal sind, werden damit auch Wohl kaum einverstanden sein. öcharlachMe in AiederWerrekch. In den Gemeinden des Triestingtales sind im §byrlauseneu Jahre so wie in verschiedenen airderou Gemeinden Mwerösterreichs vereinzelte Scharlacherkrankungeu vorgekommem Ungefähr/ Mitte Dezember haben jedoch dieft Erkrankungen m St. Beit rnt, der Triefting und seit Anfang dieses Jahres auch in der Gemeinden Pötten st e i n etwas zugeuommen. Zurzeit befinden sich imj Miersprtal von Berndorf noch neun Scharlachkranke aus St. Bürt': an der Triesting unfc aus Witz in Pflege. Aus Pottenstetau liegen elf Scharlachkranke im Jsolierspital in Berndorf, währeud'- drei Kranke mit Rücksicht aus die einwandfreie Isolierung in ihren Wohnungen in Pottenstein belassen wurden. Dxei weitere, unter scharlachverdöchtigen Symptomen erkrankte Personen wurden ebenfalls vorläufig in chren Wohnungen in Pottenstein belassen. In Altenmarkt, woselbst vor mehreren Wochen drei Er- 'krankungen an Scharlach vorgekommen sind, ist ein neuer Schattachfall in den letzten Tagen vorgekommen, der ebenfalls in das Berndorfer Notspital abgegeben wurde. Der Verlauf der Erkrankungen, ist in manchen Fällen durch «ne Nierenreizung und DrüsenschwellunKn ho.M.tzli^ie»r°t, vi er Fältle e-wd°et-sm tödlich. W i e-rr, 10. Februar. * Das Wett«. Es ist Wlter und unfreuMicher geworden. Die Voraussage lautet.: Unsicher, wahrscheinlich Temperatu-rzunahme. * Der diesjährige Stwrmeltag für das SPÜal der Bar», herzige« findet am 7. März statt. * Fra« Sidonie Zimmels gestorben. Die Zionistische Frauengruppe und Bezirkssektion Döbling hat einen schweren Verlust erlitten: Frau Sidonie Zimmets, diie Schriftführerin der Frauengruppe, erlag in ihrem 39. Lebensjahre ihrenr schweren Herzleiden. Zwei Ideale füllten die Seele dieser mustergültigen Frau aus: Das echte Mische Mitgefühl mit den Leiden ihres Nächste« und die große Liebe zu unserer Bttoegung. Trotz schwerer Krankheit, die ihr auch das Gehen unmöglich machte, erfüllte sie die Auft gäbe einer Schvfftfi'chrerin in mustergültiger Weise wie einen wirrt lich heiligeir Dienst. Schwer krank, ließ sie es sich nicht wchme» an der Chanukafeier der Zionistischen Organisation DövliinyS aktiven Anteil zu nehmen. Sie hmtevläßt emm Manu und eat einziges junges Kind. Das Leichenbegängnis findet Donnerstvtz den 11. d. m« 10 Uhr vormittags am Zentvalftieichch 8. %aa statt. * Kantor Philipp Bassel. Fveitag den 6. d. wurde Mter «** gewöhnlich großer Beteiligung der im 81. Lebensjahr «ach kunem Leideil verschiwene Kainor des Mavgareteuer Tempels, Herr Mlipp Bassel, zu Grabe getrogen. Tags vocher wurde dÄ Leiche vom Sterbchauft, begleitet vom Vorstand des Tempel Vereines und einer gwßen Änzchl von Freunde« des. Verstorbenes Ä» die Mtte fefaet MlWhrigW BrtzM, j» de« Mmmvew« WWMUMUMM««U^«WWM^D> wmmmm