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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-05 · Heft 2498 (5.2.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2498 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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wfU. 8K8__ Wen, Freitag A«§ dem Steigek'Proretz. Sin Gespräch mit dem Verteidiger Dr. Landau. In dem KaffoehauS in der Alsechraße, in dem die polnischen Blätter aufliegen und die Studenten aus dem Osten imd Süden um einen Abendbrotkaffee gastliches Heinr finden, ging gestern abends plötzlich ein Rannen von Tisch zn Tisch, als Dr. Landau im Lokal erschien. Die meisten kannten sein Angesicht von den Bildern her, vom Film. Er kam nach Oesterreich, um sein krankes Kind zu besuchen und hielt sich in Wien auf, um Ingenderinnerungen ans dem Studentenlcben aufzufrischen. Als ich ihn zum letzten Make im GerichtZfaal in Lemberg sah — es war in der vorletzten Woche des Steiger- Prozesses — ließ die potentionelke Spannung, in sprungbereiter Schlagfertigkeit und angrisfsbereitem Vorhalten, immer auf der Lauer, die Erschöpfung in seinem Antlitze Nicht merken. Run liegt Müdigkeit aus dem scharfprofiliertem Gesichte und mengt sich mit dem Gefühl des Schmerzes um das schwerkranke Kind. Ein Schulkamerad Tr. Landaus ist in unserer Mitte und Dr. Landau erzählt uns, was man eben nur bei einem Wiedersehen nach vielen Jahren zu erzählen Pflegt. Nichts von all dem, was Zeitungen gebracht, was Journalisten glossiert haben, der Menge Meinung breitgetreten hat. Doktor Landau erzählt von seinem Erleben in dem großen Prozeß. Er schildert jenen tragischen Augenblick, da die Zeugin Ledl im Saale erschien. Und wie sie erschien! Filmhaft adjustiert, im weiten, schwarzen Mantel, verschleiert, ein Kreuz um den Hals gehängt, würdig, bedächtig. Sie wird beeidet, beruft sich auf ihre Beichte und beteuert, Gott als Zeugen anrufend, Steiger als Attentäter agnoszieren zu können. Zwölf katholische Geschworene hören es. Wie sollten sie es nicht glauben! ' „Die Erde schien unter mir zu versinken", sagt Doktor Landau, „Visionen standen mir vor den Augen, Machtlosigkeit, Verzweiflung schien mir alle Kraft zu nehmen, kein rettender Gedanke in mir, kein ratender Blick um mich. Wirr, hilflos saß ich da. Wie kann ich ihr beweisen, wie der Welt, daß diese Frau niemals das gesehen haben konnte, was sie bezeugt? In diesem Augenblicke höchster Verzweiflung, der höchsten in meinem Leben, erhob ich mich wankend von meinem Sessel und näherte mich dem Vorsitzenden, um nach dem Situationsplane zn sehen, den der Vorsitzende der Zeugin vor- Legte, damit sie den Ort bezeichne, auf dem sie zur Zeit des Attentates angeblich gestanden hat. In diesem Augenblicke höchster Anspannung, tiefster Gedankenkonzemplation fragte ich den Vorsitzenden, ob es doch nicht ratsamer wäre, daß Frau Ledl an Ort und Stelle die Situation erkläre; ich fragte es nur beiläufig, und der Vorsitzende stimmte meinem Vorschläge zu. Der Staatsanwalt konnte sich nicht die Blöße geben zn Widersprechen und im nächsten Augenblicke war der Gerichtshof ans dem Wege zum Tatort. Wäre es später oder am nächsten Tage geschehen, wer weiß, ob Frau Ledl sich am Tatorte nicht ebenso gut ausgekannt hätte, wie auf dem Situa? tionsplane. Wohl kann ich mit Recht behaupten, daß dieser rettende Gedanke den Erfolg gebracht hat, denn am Tatorte verfing sich Frau Ledl in Widersprüche und wurde zur kläglichen, lächerlichen Figur." Tiefes Erleben begleitet diese Worte Dr. Landaus, da er von dem Prozesse, von der verruchten Anklage, von der Gemeinheit der Hetze und von dem endlichen Siege der Wahrheit spricht. Nicht das Hochgefühl des Erfolges spricht aus ihm, nur die Demut vor einer erfüllten Pflicht. Der gefeierte Mann, der in der vorigen Woche vor einer vieltausendköpfigen Menge in der Zirknsarena i n W a r s chau gesprochen hat. frenetisch bejubelt, von Beifall umbraust, sitzt nun vor uns und denkt an sein schwerkrankes Kind.BronislavGroß. Dr. Gvek — Präsident der Lemberger Advo« katenkarnmer. Lemberg, 4. Februar. In der Generalversammlung der hiesigen Advokatenkammer wurde nach stürmischen Debatten der bekannte Verteidiger im Steiger-Prozeß Dr. Grek, zum Präsidenten und der jüdische Abg. Dr. Sommerstein zum Vizepräsidenten der Advokatenkammer gewählt. _ Wem die Polizei r« eifrig lll. Die Londoner Polizei wurde kürzlich in fieberhafte Tätigkeit versetzt durch einen Mann, der einen Zeitungsausschnitt vorlegte, wonach ein elfjähriger Junge wegen kleiner Verschlungen ans das grausamste von seinen Ellern geischlagen und barm in die Winterkälte hinauSgetrioben worden war. Als Ort der Tat war eine Londoner Vorstadt angegeben, und es war zwar der Name, nicht aber die Tldresse der Leute genannt. Dir Polizei suchte die ganze Vorstadt und alle öffentlichen Parks nach dem Jungen ab, konnte jedoch nicht die geringste Spur von der ganzen Angelegenheit entdecken. Schließlich fragte man die Zeitung, aus der der Ausschnitt entnommen war. Es stellte sich heraus, daß die be- 'treffende Meldung auS jenem Teil des Blattes stammle, in dom, einer Gewohnheit mancher englischen Zeitungen entsprechend, ein Stück aus der Ausgabe der gleichen Zeitung von vor hundert Jahren abgedruckt tvorden war. Ler Kampf am de« Alkohol. Aus New-Uork wird gemeldet:. Der Inspektor der Temperenzgesellschaft erklärt, daß eine persönliche Injpektionsreise durch die Bereinigten Staaten während der letzten 18 Monate ihm bewiese»« habe, baß cs unmöglich sei, Moral durch ein Gesetz durchzusetzen. Ein au 20.000 Mitglieder der Gesellschaft versendeter Fragebogen hat ergeben, daß eine e rdrück ende Majorität für die Abänderung des Prohibitionsgesetzes sei. Die SWmenzleweveingung, der auch 21 Bischöfe der Episkopatkirche. darunter der Bischof von Mw-Aork, angchören, haben eine Kampagne zugunsten einer A banderung des Verbotsgesetzes e-ingeleitct. Die Bereinigung tritt für den Verkauf von B iter »„d leichten Weinen eü». Wiener M»*»r«zelkrmql 8. Mmar 1926 »r » WeM.G, Die Tragödie eines Sträfling». Vor mehr als vier Jahrzehnten ging ans Frankreich ein Gefangenentransport nach einer der ülerseeischen Straffolouini ab, ein Schiss voll bnnr zusammengewürfelter Sträflinge, die, von der Gesellschaft geächtet, aus den trostlosen Inseln im Ozean ihre Untaten büßen sollten. Mitten unter diesen gewehnhensmäßigen Verbrechern befand sich ein blutjunger Bursche, kann! zwanzig Jahre alt, dessen tragisches Geschick einzigartig in der Geschichte der französischen Strafkolonien dasteht. In jugendlichen! Leichtsinn hatte der Bursche, ein Bäckergeselle namens C h a u t e c a i 11 c, einen Diebstahl begangen und tvar deshalb zu fünf Jahren Z w a n g sa r b e i t mit n a ch folgender fünfjähriger Verbannung verurteilt worden. Ohne sich den geringsten Fehler zuschulden kommen zu lassen, leistete er seine Zwangsarbeit und verbrachte auch vier Jahre feiner Verbannungszeit in den N i ck e l m i it c it der Frchteninsel. Im Laufe der Zeit tvar aber der Wunsch, zu entfliehen, immer stärker geworden, und als ihm eines Tages die Gelegenheit günstig erschien, brach er aus. Es gelang ihnt, aus einem englischen Schiff als Matrose, Bäcker und Koch unterzukommen. Drei Jahre lang lebte er so unter englischen Seeleuten. Schließlich kehrte er, vom Heimweh getrieben, nach Frankreich zurück. Wenige Monate später tvurde er jedcch erkannt, von neuem verhaftet und in die Tlrafkolonic zurückgesührt. Bon jetzt an tvar sein ganzes Sinnen auf die Flucht gerichtet. Zweimal gelang es ihm, nach Holländisch- Guyana zu entkommen, aber stets fiel er wieder in die Hände der Häscher. Bei einem neuen Fluchtversuch schien er mehr Glück zu haben. Unter tausend Gefahren irrte er zehn Tage lang im Urwald herum, dann konnte er ein Schiff erreichen, das ihn nach Venezuela brachte, wo er auf dem Gute eines Generals Arbeit fand. Seine Gesundheit ertrug jedoch das ungewohnte Klima nicht. 1909 wagte er sich deshalb von neuem in die Heimat. Ein Jahr lang blich Chantecaille bei seinen Eltern, dann aber zog ihm ein unvorsichtiges Wort, das seine Mutter fallen ließ, die Polizei von neuem aus den Hals. Abermals ■ wurde er in die Strafkolonie zurück- Kuriositäten des Lager. Wie der Jazz entstand. Man wußte tvohl bisher, daß die Jazzband von Nordamerika nach Europa herübergewandert find, aber über den Ursprung des Wortes Jazz sind sich ivohl die meisten bisher im unklaren gewesen. Jetzt bringt eine amerikanische Zeitung nähere Angaben hierüber. Danach Halle in Boston der Besitzer eines Cafes, das merkwürdigerweise gerade „Cafe Schiller" heißt, einen talentierten Neger namens Jasbo zur Unterhaltung seiner Gäste engagiert. Dieser Neger spielte maj Flöte, mal Trommel, mal Geige, kurz die verschiedensten Instrumente. Er spielte sie alle recht gut, außer wenn er infolge der von den Güsten spendierten Schnäpse zu fröhlicher Laune wurde. In solchen Augenblicken pflegte er in rasender Hast die Instrumente zu wechseln und ihnen die wildesten Töne zu entlocken. Die Zuschauer, die das sehr amüsierte, ermunterten ihn noch und wurden nicht nüidc: „Feste, Jasbo! Feste, Jas>" zu rufen. So wurde der Neger bald berühmt, fand — nicht nur in Boston — Nachahmer, und bald trat „Jazz" seinen Siegeszug durch die ganze Welt mr. Das „kranke Knie". Kaum hat sich drr Skandal in. Madrid über die mchr als häufigen Besuche des spanischen Diktators Prüno de Rivera in gewissen berüchtigten Häusern Madrids gelegt, so hat man in den Klubs einen neuen Gesprächsstoff. Diesmal handelt es sich um keinen Geringeren als um den König Alfons dm Dreizehnten selbst. Dieser, schon immer ein großer Freund der Künstler, respektive der Künstlerinnen, hatte seit drei Jahren ein Liaison mit dem Star des Theaters Fontalbal, einer Frau Carmen M. Seit einigen Wochen ist nun diese Dame nach Florenz gefahren, um dort ihr „krankes Knie" auszukurieren. Die Folge war ein strammes, kleines Töchlerchen, das den hübschen Prinzessinnennamen Helena trägt. Die spanische Hofgesellschaft weiß von Gewitttrstürmen zu berichten, die die gekränkte Königin, rbendrein eine echt britische Prinzessin, seitdem täglich entfesselt. Ein Humorist als Kämpfer gegen die Krebs« krankheit. Seit oer bekannte Humorist Stephan Leacvck Mitte Dezember seine Frau durch die Folgen der Krebskraniheit verloren hat, hat er beschlossen, sein ganzes Leben und sein Einkommen der Bekämpfung dieser Seuche zu widmen. Er will beit gesamten Erlös aus seinen Schriften der amerikanischen Gesellschaft zur Bekämpfung der Krcbskrankheit, die in Montreal ihren Sitz hat und wo Leacock Leiter des Wirtschaslsdepartements ist, zur Verfügung stellen. tzin WenDtutet. Ein Mann, der Haupttreffer voraussagt. Aus R o nr wird gemeldet: Die Blätter berichten über den Erfolg eines Zahlendeuters bei Foggia, der seit einigen Woche n der Bevölkerung die N u m m ern der Lotterie Voraussage und bei der letzten Ziehung einen Tern u, ans den ein Gewinn im Gesamtbeträge von zwei Millionen Lire entfiel, erriet. Er wurde von der Bevölkerung im Triumph durch die Straßen geführt und empfing von den Gewinnern Spenden von 20.0 00 Lire. Das nächstema'l will er einen Quaterno Voraussagen, wofür ihm bereits ein Palazzo versprochen wurde. Er behauptet, seine Vorallssage ans Nummern zu gründen, die er in den h in ierlassenen Papieren seines Vaters gesunden habe, Äer ihm ausdrücklich geführt. Er zählte damals 44 Jahre. Schon aus Ver 1MWP» fahrt dachte er sich einen neuen Fluchtplan aus, und »och ehe das Schiff in Guyana attgekommen w.rr, hatte er sich wiederltm geflüchtet llild nach Venezuela begebell. Zehn Jahre lang arbeitete er dort und erwarb sich durch seinen Fleiß das Zutrauen und Wohlwollen seiner Mitmenschen. Dann aber kehrte er von neuem nach Frankreich zurück, mit der Hoffnung, den Rest seines Lebens ungestört in seiner Heimat verbringen zu können. Er zeigte sich als geschickter, vorbildlicher Arbeiter, konnte sich ein kleines Vermögen eriparen und verheiratete sich vor wenigen Jahren. Ein bescheidenes Glück schien ihm endlich boschieden zu sein. In P u h m o y e n, wo er sich ein kleines Häuschen gebaut hatte, galt er als fleißiger, ordentlicher Familienvater und erfreute sich allgemeiner Achtung. Trotzdem zeigte er oft eine verborgene Unruhe. Ein geheimer Kummer, den er seinen Angehörigen nicht anvertrauen wollte, schien ihn zu quälen. Da verbreitete sich eines Tages in Puymoyen die Nachricht, Chantecaille habe sich der Polizei gestellt, und sich als Sträfling denunziert. In einem Fwberanfall, von Angst und Gewissensbissen gepeinigt, war der Unglückliche zur Polizei gelaufen und hatte sein ganzes Leben enthüllt. Chantecaille, der heute 61 Jahre zählt, sim wiederum hinter Kerkermauern und wartet darauf, von neuem ins Bagno geführt zu werden. Er ist abgearbeitct. sein Lebenswille, der ihn fünfmal zur Flucht aus der H ö l l e v o n Ghana trieb, ist ermattet. Diesmal wird er feinen Fluchtversuch mchr unternehmen. Es gibt für ihn kein Zurück mehr. 'Seine Mitbürger in Puymoyen können es nicht fassen, daß die ihnen vertraut gewordene Gestalt des Papa Chante caille verschwinden, daß er seine alten Tage unter Mördern und Räubern im Bagno beenden soll. Bereits sind zahlreiche Gnaoengesuche zugunsten Chantecailles geschrieben worden. Die Liga für Menschenrechte hat sich der Sache angenommen. Sie sammelt diese Gesuche' und wird den Präsidenten der Republik um Begnadigung Chantecailles bitten. verbot, selbst auf die Nummern zu setzen. Er brauche nur 2 0 Tage Ruhe für seine angegriffenen Nerven, bevor er wieder prophezeien könne. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet, da die Lotterieleitung von der Fortsetzung seiner Tätigkeit eine Schädigung erwartet. Lffensive »ege« die Pariser Mode. Aus Paris wird uns geschrieben: Dem kurzen« Frauenrock, den die Pariser Schneider zu großer Vollkommenheit, namentlich in bezug auf die Kürze, gebracht haben, ist wieder einmal von Amerika aus der Kampf angesagt worden. Diesmal sind es nicht entrüstete Puritaner jenseits d:s Ozeans, die gegen die sündhaften Frauenkleider zu Felde ziehen, sondern geschäftstüchtige Aankee- Schneider, die mit allen Mitteln der Reklame den l a n g e u Frauenrock lancieren, um die Pariser Mode zu enttrohnen. In ihren Kollektionen, so meldet man aus New-Aork, sei in dieser Saison nicht eine einzige kurze Robe zu finden. In weiten Falten hängen ihre neuen Modelle bis auf dieKnöchel hinunter. Rauschende, bunt bestickte Seide verhüllt schonungslos die Reize anmutiger Frauenbeine, zum großen Kummer des Müßiggängers in den eleganten Avenuen der Wolkenkratzerstadt, dem es unter der Herrschaft des kurzen Nockes zur Gewohnheit geworden ist, die Beurteilung einer eleganten Dame mit einem Blick auf die beinfarbigen Seidenstrümpfe zu beginnen. Die Pariser Schneider aber uchmen den neuen Vorstoß ihrer amerikanischen Konkurrenten nicht tragischer als den Versuch des griechischen Diktators Pangalos, den kurzen Rock in Acht und Bann zu werfen. SerWrversahren mit Kavallerie und Lanks. Amerikanische Justiz. Aus New-York wird uns gemeldet: In Lexigton wurde der wegen dreifachen Mordes angeklagte Neger Jones, zu besten Schutz vor der lynchlustigen weißen Bevölkerung zwei Kavallerieregimenter, Tanks und Gasbomben bereitgestellt werden mußten, wurde nach einem nur fünfzehn Minuten dauernden Prozeß zum Tode ur:eilt, Sine Gasexplosion im Schöadoruvarl. Gestern akendS hat sich, vermutlich infolge Gebrechens eines Gaserdleitungsrohres, im Schönbornpark in der Josefstadt eine Gasexplosion zugetragen, die zum Glück keine ernsten Folgen nach sich zog. Gegen halb 5 Uhr vernahmen Passanten Plötzlich fünf dumpfe Detonation e n. die anS den Kanälen zu dringen schienen. Die Nachforschungen ergaben, daß sich in den Ablaustanälen des Parkes Leuchtgas angesammelt hatte und durch Kanalgitter ins Freie entströmte. Woher das GaS kam, konnte jedoch nicht festgestellt werden und kann nach Angabe des Ingenieurs der städtischen Gaswerke nur aus ein noch unbekanntes G a &■> rohrgebrechen zurückzuführen sein. Ter Park wurde sofort abgesperrt und von der Direktion der Gastverke die Arbeiten zur Behebung des Gebrechens in Angriff genommen. Einige Zeit spater wurde festgestellt, daß der IZjährigs Bürgerschüler Emanuel Röhr! offenbar die Explosion her«» vorgerusen habe, indem er mit seinem Feuerzeug das GaS, daS aus dem Masterrohr Parkes ousströmte, entzündete. Nicht weniger als fünf Kanaldeckel wurden durch

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