Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-02-05 · Heft 2498 (5.2.1926) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2498 (5.2.1926)
Date
1926-02-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981585--25456-3013102
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Mm, Freitag SStoft* MoiMnzeltuM Sie müssen e ners Isch dazuschauen, sonst wird Ihr Relssen, Ihr Zipperlein Immer u fi erträgt ich er! Sie bewahren und schützen sich gegen alle Folgen der Erkältung, Sie vermindern Ihre Schmerzen durch ständigen Gebrauch von DIANA- FRANZBRANNTWEIN mit Menthol Ueberall erhältlich t Magdiel ist eine Kleinsiedlung in der Ni-Hc Tel-Awiws, die Von 40 polnischen Familien mit Unterstützung des Keren Hajessod gegründet wurde. Der Vorsteher der Siedlung ist Herr Zuchovitzky, der frühere .Vorsitzende -des Keren- Hajessod-Komitees in Men. 6in kmvkang der VMftinenstschen gonrnaliften durch den Keren Haiesiod. Jerusalem, 4. Februar. Das Propagandadepartement des Keren Hajessod hat durch seinen Vertreter in Palästina, Herrn Dr. Hans K o!h n, die jüdischen Journalisten und' Schriftsteller in Palästina eingeladen, und zwar sowohl die Vertreter palästinensischer Zeitungen wie auch die Korrespondenten auswärtiger Blätter. Der Empfang fand am 24. Jänner^ nachmittags, im Hotel Central Amdursky in Jerusalem statt. Die Beteiligung war außerordentlich groß. .Herr Ing. Kaplansky, Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod und Leiter der landwirtschaftlichen Kolonisationsa'bteilung der Zionistischen Exekutive, sprach über die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina auf den verschiedesten Gebieten und wies auf die tragischen Konsequenzen des Umstandes hin, daß der Keren Hajessod nicht imstande ist, sein volles Budget zu decken. Herr Agronsky sprach über die Pflichten der Mischen Journalisten in Palästina; Herr Dr. H elf mann über die Arbeit des Keren Hajessod unter den Juden Palästinas selbst. Herr Dr. Hans Kohn wies zum Schlüsse darauf hin, daß Ende März des Jahres der Keren Hajessod auf' eine fünfjährige Tätigkeit zurückblicken kann. Während dieser fünf Jahre, die die entscheidenden Jahre in der Kolonisation Palästinas gewesen sind, die Jahre der dritten und vierten Einwanderung, des Emek und der städtischen Kolonisation, der Industrieder Universität, hat der Keren Hajessod auf allen Gebieten palästinensischen Aufbaues als der Pionier gewirkt. Es ist -daher notivendig, daß der 1. April dieses Jahres in allen jüdischen Zeitungen als Festtag des Keren Hajessod gefeiert wird, ein Tag des Rückblickes auf die vergangenen Jahre und Leistungen, ein Tag des Aufrufes zur vielfach erhöhten Anstrengung zur Erhöhung der Einnahmen des Fonds. An die Vorträge schloß sich eine lebhafte Diskufsion an, und der Empfang nahm erst in später Stunde seinen Abschluß, nachdem allseitig der Wunsch ausgedrückt wurde, solche Empfänge in regelmäßigen Abständen zum Zwecke der gegenseitigen Information und Fühlungnahme zwischen den Leitern der Keren-.Hajessod-Propaganda und der jüdischen Presse zu wiederholen. 8. Februar 1926 Zeihe 8 ■ - II.. ...liSiiniiMi I Inland. Keine FriftverlSngewng für ßinkommeristeuervelenntniffe. Wie wir erfahren, wird heuer mit Rücksicht auf die Notwendigkeit einer zeitgerechten Vorschreibung der Einkommensteuervon einer allgemeinen Verlängerung des bis zum 31. März d. I. laufenden Einreichungstermines der Fassionen unter allen Uniständen abgesehen werden. Sanierung einer Hakenlreuzlerbank ans öffenttimen Mitteln. Im Nationalrat brachten gestern die Kärntner Sozialdemokraten eine Interpellation ein, in der unter anderem ausgeführt wird: „Die Klagenfurter Bank Lorenz Mich ne r it. Co., Kommanditgesellschaft, hat ihre Schalter geschlossen. Bei dieser Lotterbank sind zahlreiche Einleger zu Schaden gekommen. Die politischen Hintermänner der Bank sind nun daran, einen Ausgleich zu Wege zu bringen, und zwar auf der Grundlage, daß die National b a n k und die P o st s p a r k a s s e ,-Sanierungsbeiträge" in der Höhe von ungefähr 4 0 0 Millionen Kronen leisten. Die Preisgabe öffentlicher Mittel zur Rettung verkrachter Bankgeschäfte von politischen Hasardeuren kann nicht gerechtfertigt werden. Die Regierung wird gefragt, ob sie dem Nationälrat Aufklärung darüber geben wolle, ob die Postsparkasse und die Nationalbank tatsächlich Mttel zur Sanierung der verkrachten Hakenkreuzlerbank Lorenz Michner u. Co., Kommanditgesellschaft, beistellte, und was sie vorzukehren gedenke, um für die Zukunft ähnlichen Mißbrauch öffentlicher Gelder hintanzuhalten." Die Rettorenlonserenz. Wie berichtet, wurde in der vorgestern abgehaltenen R e ttorenkonferenz über die Schaffung eines akademischen Beirates für alle österreichischen Hochschulen beim Unterrichtsministerium verhandelt. Dem Vernehmen nach stieß die Einigung der Rektoren der Wiener Hochschulen einerseits, der Länderhochschulen andererseits auf Schwierigkeiten, da betreffend die Auswahl der für das neue Amt bestimmten Persönlichkeiten und über den Schlüssel der Vertretung der einzelnen Hochschulen Mcinungsdifferenzen sich ergaben. ''"" . Die Lorgiinge an der Welthandelshochschule. Der von uns mitgeteilte Anschlag des Rektors Gruntzel über die Krawalle und die Krawallstifter an der Hochschule für Welthandel ist vorgestern von dem Hakenkreuzler Körber abgerissen worden. Gestern hat an der Hochschule eine Versammlung der radikalen Studentenschaft ' stattgefunden. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit des von dem Rektor gesperrten „Instituts für Rassenpflege" einem Unterfuchuwgsausfchuß zu übergeben. '■ Dr. Ahrer im steirischen Landtag. Finanzminister a. D. Dr. Ahrer, der während^ seiner Ministerschaft als steirischer Landtagsäkyeordneter , ( beurlaubt war, ist gestern im steiermärkischen Landtage zum' j erstenmal wieder erschienen. Aus 8rer Israel. Die Stadt Jesreel. J«usal«M, 4. Februar. (I. T. A.) Die von der American Zwn Commonwealth im Tale Jefreel erbaute Stadt Afuleh wird auf Grund eines soeben gefaßten Beschlusses der Zion Commonwealth und der jüdisch-nanonalen Autoritäten in Palästina in I e s r e e l umbenannt werden. Bekanntlich soll Afuleh, jetzt Jesreel, die Hauptstadt des Emek werden.^ Die American Zion Commonwealth, die die Stadt Balfoüria und Herzlia erbau: hat, teilt mit, daß für die Erbauung, der.Stadt bisher mehr alseine halbe Million Dollar ausgegeben wurde. Eine nraibisch-ftidische Aufbaugesellschnft. Die Gesellschaft Binjan Hajischub erhielt die amtliche Erlaubnis zum Beginn ihrer Tätigkeit. Direktoren sind: Nahum Jaffe,Michel Michlin, 2). Amdusky, I. R. Taomim, Jakob Herlin, Dr. Kamel Bek, Said Al Hussein, Eli Josef Rivlin und Nissim Oplafla. Straßenbau in Palästina. Die Jerusalemer Swdtverwältnng hat den Bau neuer Straßen 'beschlossen und bereits Verträge in der Höhe von 6000 ägypt. Pfund unterzeichnet. Die jüdische Bw-aKooPerative Solelboneh erhielt einen Auftrag in der Höhe von 2000 Pfund. Ferner beteiligt sich Solelbonch an dem Ehausseebau zwischen Haifa und Acre und an der Lieferung des Gesteins. Benzinexplosion im Hafen von Jaffa. Auf einem ägyptischen Segler im Hafen von Jaffa entstand ein Brand, wodurch 3000 Benzinbehälter explodierten. Das Schiff brannte vollständig aus. Das Benzin war für die palästinensische Vacuum Oil .Company bestimmt. Gin Geschenk Sir Ronald Storrs' an die hebräische Universität. General Sir Ronald S t o r r s, der Gouverneur des palästinensischen Süddistrikts, überreichte der hebräischen Universität ein Tonfragment aus dem achten Jahrhundert, auf welchem ein Magen David eingeprägt ist. Air Ronald Storrs fand das Tonstück vor kurzem bei Ausgrabungen in Kairo, in der Nähe der ältesten Synagoge der Stadt. Das Anwachsen der Chaluzimbow^gung. In der letzten Nummer des „Kuntreß" wird festgestellh daß die Chaluzimbewegung nach Palästina nicht abnimmt, sondern im Gegenteil täglich wächst. Große Gruppen kommen in der letzten Zeit nach Palästina, wie zum Beispiel die „Kovesch", „Trumpeldor", ein neuer Teil der Pinsker Kwuzah, „Mcschullasch", eine rumänische Kwuzah, eine neue Abteilung des „Hapoel Hagair" und verschiedene russische Kwuzoth. Wie.aus den neuesten Informationen hervorgehft werden ans PolenundGaliz ie n nach Hunderten zählende Arbeitergruppen ins Land kommen." Der Weizmann-Wald in Magdiel. Die Kolonie Magdiel hat am 16. Schwa: (31. Jänner) vier Ereignisse zugleich gefeiert: Die Pflanzung eines Waldes, der -den Namen C h a i m W e i z m a n n tragen soll, die Einweihung einer Thorarolle, die der Keren Hajessod in Polen gestiftet, hat, die Einweihung des neue n I § u Ihauses und die Namengebung der Hauptstraßen. Ser „Aetherwind" und das Relativitiitsvrinziv. Von Dr. Jakob Grünberg. Die Relativitätstheorie Einsteins ist in der letzten Zeit wieder' in /den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Professor Day.ton Miller in Amerika will durch neue Experimente die. Existenz des „Aetherwindes" sestgestellt und dadurch der Relativitätstheorie den Todesstoß versetzt haben. Die Ergebnisse «der Millerschen Experimente erregten großes Anfse'hen in wissenschaftlichen Kreisen und veranlaßten den Schöpfer -dex Relativitätstheorie in einer Abhandlung, die nach Amerika gekabelt wurde, und neuerdings wieder in einem in dem mathematisch-physikalischen Seminar der Berliner Universität gehaltenen Vortrag, sich «darüber zu äußern. Wie «bereits in der „Wiener Morgenzeitung" mitgeteil: wurde (siche „Wiener -Morgenzeitung" vom 20. und 28. Jänner d. J.^ bestreiket Einstein die Richtigkeit der Millerschen Resultate und' meint, es wäre gar keine Wahrscheinlichkeit Vorhänden, daß-Miller Recht 'hätte. Die Ergebnisse wären unregelmäßig-und-deuteten eher ans eine nicht entdeckte Fehlerquelle hin als auf einen systematischen Effekt. Es ist hier. sclbsWerstaMich' nicht der Ort, den'ganzen Komplex dieser tiefgreifenden physikalischen Probleme zu erörtern; der Zweck dieser Zeilen ist lediglich der, «das Bild /des sogenannten ^Aetherwindes" zu enüverfen und dessen Zusammenhang mit der Relativitätstheorie dem uneingeweihten Leser näherzubvingen. Nachdem, die H u h g o n s f ch e Undulationstheorie über die Newtonsch-e Emissionstheorie den Sieg davontrug und das Licht als Wellenbewegung erkannt wurde, glaubte man, durch eine'Ätiologie mit den Schallwellen, auf die Existenz eines besonderen substantiellen Trägers fürs Licht schließen zu müssen. Denn die' uns bekannte -Materie konnte,' infolge 'ihrer möliekülären Struktur, eher als Störung, denn als Träger der ÄiHtwellen im Wel:enraume in Betracht kommen. Es wurde däher angenommen, daß, neben der Materie mit 'ihreri zirka -90- Elementen, es noch eine Substanz geben müsse, --diedie weiten Räume oberhalb dev AtmoMKre HiS zu den enj. ferntelsten Fixsternen ausfülle, in jedem noch so winzigen Vakuum vorhanden fei und die auch die ganze Materie durchdringe wie das Licht die durchsichtigen Körper. Diese merkwürdige Substanz nannte man Archer. Zunächst also als Träger des Lichtes gedacht, wurde der Aether nach und nach zum Träger einer ganzen Gruppe von Erscheinungen. Denn nachdem die elektrischen und magnetischen Kräfte entdeckt und als Vorgänge in einen: imponderablen Medium angenommen werden mußten, andererseits aber auch das Licht als elektromagnetischer Vorgang erkannt wurde, blieb nichts anderes übrig, als den Lichtäther zum Präger aller elektrischen und magnetischen Kräfte zu machen. Der Aether sollte also nicht nur das Licht und die Wärme von der Sonne uns bringen, sondern die drahtlose Telegraphie vermitteln, die Radiowellen tragen und dergleichen. Er erscheine demnach als eine Art Weltuntergrund für die Materie: er erfülle die weiten Räume zwischen den Himmelskörpern, umhülle und durchdringe sie so, -daß die ganze Materie in ihm wie eingebettet erscheine. Alle unsere Bewegungen erfolgen demnach in, diesem uns umgebenden Aether. Nun wissen wir aber, daß außer den Bewegungen, die wir relativ zur Erde ausführen, wir selbst samt der Erdkugel uns um die Sonne mit -einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Sekunde bewegen. Infolge dieser Bewegung -im Aether müßte ein starker Aetherwind beständig durch die ganze Erdkugel, durch unseren Körper und durch die ganze Materie bläseN. Daß wir gar nichts von ihnr verspüren, würde sich durch die seine Struktur des Aethers erklären, dessen seine Partikelchen für unsere groben Sinne unfaßbar seien. Um aber diesen der direkten Sinneswcchrnchmung sich entziehenden Aetherwind auf -indirektem Wege uachzuwcisen, wurde eine ganze Reihe optischer und elektrischer Versuche unternommen, und alle ergaben ein negatives Resultat. Es wurden die raffiniertesten Kunstgriffe angeivandt und die feinsten Versuchsanordnungen getroffen, die geeignet waren, den Aecherwind, falls -er nur vorhanden wäre, unfehlbar in Erscheinung treten zu lassen und trotzdem ergab sich keine Spur von ihm. Der bodeutsamste war Wohl der von Wiche l s o n unternommene optische Versuch. Er sagte sich nämlich: Da -das Licht sich im Aether ausbreiten sollte, so müßte, von der Erde aus beurteilt, ein Lichtstrahl -in 8er Richtung des Aetherwindes sich rascher ausbreiten als in irgend einer anderen Richtung, da zn feiner eigenen Fortpflanzungsgelschwindigkeit im Aether noch die Geschwindigkeit des Aethers hinzukommt (wie eine Schallwelle, die vom Winde getragen wird). Michelson hat zn diesem Zweck -durch ein äußerst feines Jnterferenzphänomen zwei von einer irdischen Lichtquelle ausgehende Lichtstrahlen gemessen, von denen der -eine in der Richtung des Aetherwindes (das heißt in der der Erdbewegung um die Sonne entgegengesetzten Richtung), der zweite in der zu ihr senkrechten Richtung geschickt wurde, fand aber keinen Unterschied in dett Fortpflanznngsgeschwi-ndigkeiten. Die beiden Strählen haben sich Mit dersÄben aus der Optik bekannten konstanten-Geschwindigkeit c — 300.000 Kilometer in der Sekunde ausgebreitet, ungeachtet dessen, daß der eine mit dem vermuteten- Aetherwinde fortgetragen iverden mußte, während der andere -ungestört seines Weges im Aet'her gehen konnte. Mit anderen Worten: Michelson hat von dem vermuteten Aetherwind keine Spur gefunden. Aber, wie gesagt, nicht nur der Miche'lsonsche, sondern sämtliche Versuche, die dm Aecherwind -oder, -was -dasselbe ist, die Bewegung 8er Erde relativ zum Ae-cher seststellen wollten, haben ein negatives Ergebnis gehabt. Und diesen so ziemlich vonallen Physikern als unauffindbar erklärten Aetherwind will jetzt der amerikanische Gelehrte Miller auf einmal doch g'funden haben, dazu noch durch ein Verfahren, das dem Michelsonschen sehr ähnlich ist. Welcher Zusammenhang -besteht nun zwischen dem Aecherwind und der Relativitätstheorie? Weshalb müßte die Ex^ sten; dieses Windes der Relativriätscheor-ie -unbedingt Todesstoß versetzen? Die Antwort folgt unmittelbar aus 8ent an der Spitze 8er Relativitätstheorie aufgestellten Prinzip. Es lautet nämlich: Die unter Zugrundelegung eines -berechtigten Bezugssystems K formulierten Naturgesetze (das heißt die Gesetze -der Mechanik sowohl als die der Elektrodynamik) bchalten ihre Formen bei, falls man statt K irgend ein anderes BezuE system K* wählt, das gegen K im Zustande gleichfövmiW Translation sich Wndet. Mit anderen Morten: GS M

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.