Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2497 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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M. SM Men, DsnnerSkag Mlener Wtot$enteUun$ (Auch in Berlin.) Wre Wolff ans Berlin meldet, mußte di« gestrige Vorstellung in der Berliner Oper, die von einem Glänbigeravsschuß verwaltet wird, abgebrochen werben, weil sich die Arbeiter und rin Teil der Schauspiel,re weigerten, ihre Tätigkeit fortzusetzen, w e n n ihnen nicht i h r e B e z ü g e au-gezahlt werde»:. Den» Publikum wurde an der Kaffe das Eintrittsgeld zurückgezcchlt. I Aus den Theater». Burgtheater. Morgen. 7 Uhr abend», .Nathan der Weife". Theatergemeinde Serie E, beschränkter Kartenverkauf.) — Dtensiag „® l« Gommernachtstraum". (Theatergemeinde Serie F, beschränkter Karteinerkaut.) Atadem'etvea'er Morgen, '/,8 Uhr abends, .Altweibersommer" und „Der Selige". — Dienstag, ty|8 Uhr abends, „Die zerb roch ene Leiter". Deutrches VolkStbeater. Leopoldina Konstantin und Anton Edthofer spielen SamStag und Sonntag in „D e m i m o n b e". — Sonntag. ‘/t4 Uhr nachmittags. „3 m weiße» R S ß l" mit Hansi Niete. Raimund-Tdeater. Mittwoch den 10. d.. Premiere von D yard V e i ll e r S Stück „Der dreizehnte Stuhl" m»t Fra» Hansi Niese. Theater in der Josefstadt Die Proben zu der von Friede!! und S a ß m a n n bearbeiteten Zauberposse Nestroys,AlkeS und nichts" oder .Der Traum vou Schale und Kern" haben bereits begonnen. Theater in der Jojefstadt. Das technische Personal veranstaltet Camrtag den 6 d. um da b 1t Uhr vormittags eine WohltätigkeitSakadtmie. Zur Auf'illruna gelangt „D e r H u n d i m H t r n". In der anschließenden Akademie wirken u a. mit: Honst Niese, HanS Mose r. Hermann T h i m i g. Albin R t t t e r S h e t m, Lya Beyer, Siarl Farkas. Renaissoneebübne. Allabendlich die GesangSpoffe .Kamp l" von Johann N e st r o y. ModernesTbeater. Heute und täglich um 8 Uhr abends ,S e n s a t i o n". - Bei der Tanzveranstaltung Tbea v. U y j und Ernst W a l t am Sonntag, «/»4 Uhr nachmittags, stehen außer klaisischen Musikstücken solche von Mussorgrky, Ravel, Milhaud, Salmhofer und Szimanowski im Programm. 150 Jahre Wiener Burgtheatcr. Die vom Deulschösterreichichen Dühnenverem im Warenhaue Gernaroß ver» anst ltete TdeaterauSsiellung .150 Jahre Wiener Theater" ist täglich bei freiem E i n t r i t t in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis & Uhr z« besichtigen. Hermann Romberg im Deutschen Volkstheater. In Lonsvales Lustspiel ,,Reiner Tisch!" hat die Direktion mir Bewilligung durch Prof. Rernhardt di« bisher von Albert Bassermann dargestellte Rolle mit Hermann Romberg und die von Elsa Baffermann verkörperte Partie durch Margarete Koeppkc neu besetzt. In dieser Neuinszenierung erscheint dos Lustspiel Mittwoch den 10. d. wiederum im Spielplan. E Cal^ari-Redoute. SamStag in der» Konzerthau ssälen., Eine Ballnacht der Sensationen! Wahl der Faschin'gSkönigin 1936 »»nd ihrer sechs Hofdamen! Große Preiskonkurrenz: Wer hat die schönsten Beine Wiens? Das o r r g i n e l l st« K o st ü m wivd gleichfalls preisgekrönt! Alle Vreisträgerinnen erhalten kostbare Preise. Balltoilette oder el«gantes Kostü»n. Borverkaufskarier» (10 Schilling) und Loge»» (80 und 50 Schilling): Konzertdirektion Benno Lie, 3. Bez., Larrdstraße Hauptstraße 1, 1. Stock; Konzerthaus. Kchlen-dorfer, Gusti Schmidt und größere Bureaus. Konzert Israel Mter. Dienstag den 2. Februar fand im Saale des Hotels Continental das von der Bvzirkssektion Brigittenau zugunsten des Chaluzfonds veranstaltete Konzert statt, für welches Oberkantor Israel Alter aus Hannover gewonnen wuvde. Lange vor dem arrgesehten Beginn »nutzt« der Saal wegen Uebersullung polizeilich gesperrt werden. Oberkantor Alter loste mit seinen Rezitation und jüdischen Liedern einen »vahren Beifallssturm aus. Ueber Verlangen des Publikums sang der Künstler auch Arie»» vo»» Meyerbeer u»»d Puccini, bei welchen seine herrlich- Stimme außerordentlich zur Geltung kam. Oberkantor Mter urußte immer wieder Zugaben leisten. Der mitwirkende Brigittenauer Tempelchor unter Leitung des Chordirigenten R e i s i n m a n n trug Konrpositionen von Dunajewski. Lawandowski, Gottlieb und Alter vor, sowie die Hatikwah, für Chor bearbeitet von Reisenmann. Die Darbietungen waren ausgezeichnet. Daß mit Knaben im Alter von 8 bis 13 Jahren schwierige Gesänge einstudiert und in solcher Vollkommenheit gesungen werden konnten, erregte Bewunderung. Wie wir hören, wird ein zweites Konzert veranstaltet, werden, wer»»» es Herrn Ob?rkantor Alter geli»»gt, von seiner Ge»nei»rde Urlaub gu erhalten. S. W. Der verband österreichischer Künstler und Kunstfreund« veranstaltet am 6. d. im Eos-Kino un» 10 Uhr abends oine»» Faschings-Komiker-Rummel unter Mittvirkurrg von Anton Amon, Max Brod. Hannerl Glsner, Karl Farkas, Erna Haudek, Ruh» Merstallinger, .Hans Moser,, Lilly Schwarz, Heinrich Strecker und der Leitung von Leopold ReiSz, ferner ain 7. d. im Palais Be rchthold (9. Bez., Strudelhofgaffe 10) um halb4Uhr einen Thee dansant mit erstklassigen Vorträgen. Zuschriften an das Präsidium. 2. Bsz.. Wolmutstraße 93 (Tel. 157836). Her, Grotzbart in Bernhards „Jagd Gottes". In Emil Bernhards (Rabbiner Dr. Emil Cohn) tiefschürfendem jüdische»»» Problemstück, welches im Frankfurter Schauspielhaus niit großem Erfolg aufgeführt wird, — wie die „Vossische Zeitung" berichtet, brach sich der Theaterskandal, welchen Hakenrreuzlcr entfachen wollten, in der Ergriffenheit des Prrolikums—, wirkt ein Mitglied der „Wilnaer". der ausgezeichnete Schauspieler Herz Groß dort. mit. welcher mit der Rolle des Naftali den Üeberga»»g zur deutschen Bühne vollzogen hat. Seine Leistung wird von der gesamten Kritik als ganz außerordentlich gewertet. — Das Bühnenwerk des »»euen jüdischen Dichters, über welches wir eingehend berichtet haben, erweist sich als eines der bedeuteubften Bühnenwerke der letzten Jahre. Ein Denkmal für Tchalom Alejchem in Rußland. Am 10. Todestag von S ch a l o w A l e l ch e IN wird sein Denkmal enthüllt und in vielen Städten der Ukraine eine Straße nach ihm benannt werde»». Zahlreiche Büsten des Dichters wurden angefertigt und an die BildungSklubs verteilt. Nndiovroyramm. Heute Donnerstag den 4. Februar. 11 Uhr: Bormitiagsinusik. — 16 Uhr Ir Min» NachnnttaaSkonzert - Ir Udr 15 Min.» Märchen der Weltliteratur. Sudan- und Kabylenmärcheu. — 18 »ihr 10 Min.r Mitteilungen aus den Bundestheatern. — 18 Nhr 35 M'tt.: Oberbaurat Ingenieur F. Araint: Telefraphle und Stgnalwelen. — 19 Uhr 10 Min.» mverantokuis. 9 Uhr 40 Min.» Englisch für Anfänger. - 20 Uhr 15 Min.» Die Koloraturarte. - 21 Uhr 80 Mm.r Rudslf-Gtür-rr-Fsler. Gesprochen vo» Karl Kueidlngrr. flC JÜDISCHES KONSTLERKABARETT II., PnlmiruK 60 / Leiter : Max Streng we rrvrrrrrv wvw Heute, 1lt9 Uhr abends Jeder Frau ’s Verlang iifimiiiniiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiififiiiiiiiruiiiiiiimiimiimfiiiititriiifiiiHiiifiiiiiifHii Ausserdem reichhaltiges Programm Der jüdische Hilfsverein „Prater" veranstaltet htutt Donnerstag in Kadermanns Prachtsaal, II., Ausstellungsstrasse, eine Masken-Redoute Verschiedene Belustigungen Wohliätigkeits- Tombola Tanxurrungement s Otto Maringer Bertammlunürkalender. Heute Donner-tag um */*8 Uhr abends iift Teraffe n» vt e n a u r a n l, o. Bez, Äiargaietevptatz Redner» Donor Destder Friedman» und Frau Anitta Müller-Coben Heule Donnerstag um 5 Uhr nachmittags im Cafe Lovrano, 3. Bez. ^öwengasse 96. Redner- Frau Dr. Sophie L ö w e n b e r » und Dr. Isidor «lobet Heute Donnerstag um */j8 Uhr abends in der Lese- und Rede halle, 0. Bez., Türkenstiatze 0. Redner: Frau Doktor Else F i n k e l st e t n und Herr Dr. Josef Löweuherz, Vizepräsident der Jsraelitstd'en Kult»Gemeinde. SaulStag den 6. Februar, ll$ Uhr abends. Hotel Müller. 1. Bez.. Graben 19. Redner: He»r Dr Joief Löwenherz, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde und Doktor Desider Friedmann. Präsident des Zionistischen Landeskomitees . Sonntag den 7. Februar, V*8 Uhr abends, im K l u b h e r m der Haroay, 1. Bez., Wtpvlingerstraße 22-24. Redner: Dr. Destder Friedmann und Gemeinderat Dr. Leopold P l a i ch t e 8. Dienstag den 9. Februar, VsS Uhr abends, Eichensäle. 10. B-,.. CoiumbuSgasse Mittwoch den 10. Februar, V»8 Uhr abends, Kasino Zöge r n l tz 19. Bez. Döblinger Hauplstrnße. Donnerstag de« 11. Februar, iIS Uhr abends, Niederösterreich tscher Gewerbeverein, L Bez., Ejchenbachgasse 11. _ Me RavbmSrdertn Helder vor Serlcht. Ein« Greisin mit der Hacke niedergeschlagen. Gestern begann der ■ Prozeß gegen dir 34jährige Hausgehilfin Josefine Herder, die beschuldigt ist, am 6. Juiri vorigen JcchreS die 61jähvige Witwe Davba»^ M i t u r a mit einer Hacke erschlagen und aus chrer Wohnung Effekten geraubt zu haben. In der Untersuchung hat die Hoider ihre Mutter der Mitschuld am Morde bezichtigt und ist deshalb auch wegen Verleumdung angekbagt. Sie hat auch auf verschiedenen Dienstposten Diebstähle und Betrügereien verübt. Arn' kritischen Tage fiel der Hausbesorgerin des Hauses S-tsingaffe 9 ün 3. Bezirk, wo die Witwe Mitura oi«ne ebenerdige Wohnung befaß, auf, daß ein Mädchen, das die Frau oster besucht hatte, wiederholt aus der Wohnung der Mitura Pakete trirg. Die HauSbesoygeuin hielt Nachschau »md entdeckte im finsteren Kabinett die Leich« der Greisin mit schweren Kopfwunden. Sie alarmierte das Haus. Der Clektrrker Friedmann sah die Fremde noch in das Haus Steüigasse 12 eilen, wo nmn sie versteckt auiffand. Es tvar Josostne Heider. Erst leugnete sie, dann gestand sie den Mord ein. Erst will sie »mr an Diebstahl gedacht haben, dann aber habe sie die Ermordung der Greisin beschloffcn. In vollkommener Ruhe trachtete sie dann den Raub in Sicherheit zl» bringen. Die Holder ist ein uneheliches Kind. Im Jahre 1924 wurde sie wegen. GeburtsverheimLichung zu einen» Monat Arrest verurtoitt. Die Gerichtspsychiater bezeichnen sie als zurechnungsfähig. Im Verhör schilderte sie ihren Werdegang. Sie ist bei Bauersleuten im Burgenland aufgezogen worden, wo sie gut behandelt Ivurde. Mit 17 Jahren ging sie in den Dienst, arbeitete dann in einer MunidionSfabvi'k. Schließlich kam sie nach Wien, wo sie sich als Hausgchilfin betätigte. Bors. (OberlarideKgerichtsrat Dr. Kilhof): ES wird bchauptot, daß es bei Ihnen in den Nächten sehr lustig zu ge gangen ist und baß immer Männer bei Ihnen gewesen sind. — An ge kl.: Das ist nicht tvahr. Ich habe mich im»»rer in meiner Kammer cingesperrt. —• Vors.: Aber Ihre Dienstgeber auf dein Lande sagen es. Sie waren als Arbeiterin schr geschätzt, fleißig, pünktlich und arbeitsank. Aber die Nacht hat halt Jh»»en gehört. Sie galten als dnrschennärrisch. Die Diskussion über die Liebesverhältiriffe der Angeklagte» nimmt einen brolter» Raum ein. Dam» werden die verschiedenen kleinen Diebstähle besprochen, die sie sich auf ihren Dienstplähen hat zuschulden kvnrmen lassen. Sie gesicht alle ein und erklärt, daß sie meistens aus Not geschahen. In der Nachmittagsverhandlung bvachte öie A»»- geklagie eine neue Verantwortung vor. Sie behauptete »»äuilich, daß sie nicht von der Absicht erfüllt tvar, die Witwe Mitura uittzuoringen, sondern daß sie sic bestehlen »voltte. Bei diesen» Versuche sei sie überrascht worden und einer plötzlichen Wkgchung folgend, habe sie mit tot Hacke auf die Greisin loSgrschltM. 4. f^Brtwr 1988 Mit r 1" ‘..11 •— Vors.: Sagen Sie, hat Ihnen das vielleicht jemand erngoredei? — Die Angeklagte zuckt mit den Achseln urtd sogt gleichgültig: „Bitte, ich gebe doch zu, daß ich es getan habe. Aber mehe kann ich doch nicht sagen." Dann behauptete sie, baß sie in Abwesenheit der Frau durch das Fenster in das Zirnmer eingestiegen fei, um ettvas zu stehlen. ,Mie die Frau nach Hause gekommen ist," erzählt die He-iber, ^ha'bc ich mich m der Wchnung versteckt. Ne ist in der Küche zum Hevd gegangen und hat gekocht. Dos wollte ich leise aus den» Zimmer hinaus, um zu entwischen. Wie ich aber in die Küche konrme, dreht sie sich plötzlich tunt, hat mich gesehen und schon habe ich oie Hacke gepackt itttb auf sie losgeschlagen." ~ Bors.: Und wie oft haben Sie hiugeschlagen? — Angekl.: Das weiß ich iricht; bas kann ich nicht sagen. Die Holder gibt daun an, daß sie noch vollbrachtem Mord die Leiche aus der Küche in di« benachbarte Kammer geschleppt habe. An Einzelheiten könne sie sich nicht erinnern, »veil sie m großer Au fr: uug war. Sie beschließt ihr Verhör mit den Worten: „Heute kann ich selbst nicht ganben, baß ich so etwas gernacht habe." Ans eine Frage des StaatsaMvalteS, wie sie die Tat vollbracht habe, antwortet die Angeklagte: ,^5 ch w >e i ß nicht." Der Staatsanwalt erklärt dann, daß ein Hieb von rückwärts und drei gegen die Stirne geführt wovden seien. Die Gerichtssachverständigen stelle»» fest, daß ei« Teil der Hiebe gegen die am Boden liegende Greisin geführt worden sei. Ihr« Hände, mit denen sie sich zu verteidigen versucht habe, hätten Wunden aufgewiesen. — Bert.: Bereuen Sie die Tat'? — An ge kl.: Ja. — Bert.: Empfinden Sie das Schreckliche Ihrer Ha»»dlung'? — Angekl.: Ja. — Der medizinische Sachverständige, Hofrat Pros. Dr. Haberda, äußerte sich dann über den Todeskamps des Opfers. Pros. Dr. Pappenheim erstattete das Gutachten über den Geisteszustand der Angeklagten, die er als geistig gesund, ohne Anhaltspunkte für eine erbliche Belastung, bozeichnete. Es gelangen dann fünf Zeugen zur Einvernahme, die übereinstimmend aussagen, daß die Heider an ihren Dienstplätzen lügenhaft gewesen ist. Hierauf wurde die Verhandlung geschloffen und wird heute zu Ende geführt werden. Horntk-Harden «ad Peiver. Wir halben im Oktober vorigen Jahres über die Der-- sammlung des Verbandes der nationaldeutschen Juden in» Saale der Scholle berichtet, bei der es zu Tumültszenen Kvischen de»» Einbcrnsern der Versammlung Fred Hornik-Harden und Robert Peiper und deren Anhang einerseits und den zch'lvüich erschienenen Zron-isten andererseits kam, weil Hornik-Haweri, der in >»ner Rrre heftige Angriffe gegen den Zionismus »nachte, eine fachliche Diskussion über some Ausführungen »dicht zulassen wollte. Die Versammlung mußte selbstverständlich potliizerlich geschlossen werden. Gestern hatten diese Szenen ein gerichtliches Nachspiol. Fred Hornik-Harden hatte den zioivistischen Studenten Theodor Fell wegen Ehrenbeleidigun'g geklagt, weil dieser ihm im Laufe einer Auseinandersetzung während der Versammlung gesagt haben soll: „Es ist viine Feigheit, jemanden awzugrerfen und chm keine Gelegenheit zur Verteidigung zu geben". Gle-ichzeitig wurde über eine Klage verhandelt, die der Hochschüler Feile Lang, der ' ebenfalls dem Verband nadionaldeutscher Juden angchört, gegen densiÄben Beschuldigten wegen EhreickelMgung angestrengt hatten weA Fell chm auf der Rampe der Universität eine Ohrfeige versetzt hat. Der Beschuldigte gab die zuerst inkriminierte Aeuße vurig dem Sinn« nach, jedoch »rächt dem Wortlaut nach Ar und bchauptete, sie in Erregung über das Vorgehen des Klägers ge- »nacht zu haben. Dem Kläger Lang habe er mrr deshalb oiire Ohrfeige gegeben, weil dieser ihm zugemfer» hat: Miit einem Sauz-ionisten schlage ich mich nicht!" Ms erster Zoirge wurde der 26jährige Robert Peiper, Mitgllied des Verbandes nationa>Ideutscher Juden, über das erste Klagofaktum vernommen. Der DertÄdiger des Beschuldigten, Dr. Schubert, deponierte zur Illustration seiner Glaubwürdigkeit Mi ArtM der ,Miener Morgentzeitung" mit der Uetberschrift: ,Der Defraudant als Palästinakorrespon"'ent" (Peipar, der seinerzeit in unserer Adnriiristkation bckieirstet war, wurde tvegen verschiedeirer Mawersationen entlaffen und gerichtlich abgenrtM. Er hat uns wegen der vovgslegten Artikel eine Klage a»»gcdroht, die aber bisher noch nicht emgelangt ist. Die Röd.) Der Zeuge schilderte die Szenen während der Versammilnng urw bestätigte den Inhalt der Klage. Die Dechandlarng wurde jedoch nicht zu Ende geführt, sondern zwecks Einvernahme des Polizo'ikornmiffars, der danmls intervenierte, und verschiedener anderer Zeugen vertagt. An volittscher Monfterdrozeb i« Wilna. Warschau, 1. Februar. (I. T. A.) Heute begann vor dem Wilnaer Kreksgeiicht der sogenannte „Prozeß gegen die 94", ein politischer Monsterprozeß, wie er in solcher Ausdehnung seit drm Bestands der polnischen Republik iwch nicht dageüvesen war. Angiklagt sin) 90 Juden und vier Nichtjuden tvegen Zugehörigkeit, beziehungsweise Sympathien zu der kommunistischen Partei. Unter den Beschuldigten befinden sich »nehrere ältere und angesehene Familienväter, unter ihne»r der 70jährige Chaim ChasanSki, sotvie mehrere Sbrrdenten, Lchrer und Arbeiter, Ein schr großer Te>l der Beschuldigten ist seit fast zwei Jahren in Haft. In der Nacht zum 1. Mai 1984 hatte die Wilnaer Polizei Hanssuchungen veranstaltöt urrd dabei zahlreiche Verhaftungen vorgenommen Die ganze Anklage stützt sich aber nur auf Aussagen von Konfidenten. Die angemeine Ansicht ist die, daß bis auf einige wenige die Angeklagte»» niemals Beziehungen zu der komnrunistische»» ParreunLerhalter» haben. I»» Wilna, wie. in ganz Polen lieht man dem Verlauf und den» Ausgang de- Pro-. zesseS mit gespanntem Jmcresse entgegeu. Mehr als 300 Zvugetz juch gsladen^