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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-04 · Heft 2497 (4.2.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2497 (4.2.1926)
Date
1926-02-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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He«rv Men. Donnersrag Wiener Moraenzeiknnn 4. Februar 1926 Nr. SM Sw Proreb mit LS.oaa zeusrn. Me bisher an Zeugenzahl in einem Strafverfahren iilwfgestellten Rekorde dürften in einem in Osaka anhängigen Strafprozesse gebrochen werden. Angeklagt sind Shigetaro Sasaki und dreizehn Genossen wegen eines an nicht weniger als 29.068 Personen verübten Betruges durch schwindelhafte Finanzoperationen, in denen die Betrogenen zusammen 975.563 Den einbüßten. Die Verteidigung besteht darauf, daß sämtliche 29.068 Geschädigte einvernommen werden. In der Tat ist eine Unzahl Ladungen ergangen, aber daß alle vor den Schranken des Gerichtes erscheinen müssen, wird sich wohl doch noch verhindern lassen. 8k» Arbeiter in dm« Wasserbehälter erirnnle«. In einem Betrieb in F a v o r i t e n hat gestern nachmittags «in Arbeiter ans gräßliche Weise den Tcd durch Ersticken gefunden. In einem Raume des Betriebes der Produktivgenossrnschast der KriegsitroalLen in der Schlerergasse 17 wurde der dort beschäftigte 31 jährige Hilfsarbeiter H. Bau mann in einem offenen Wasserbehälter leblos am Grunde aufgefunden. Er wurde, wie seine Arbeitskollegen aussagen, schon mittags gegen 1 Uhr von Krämpfen befallen und ist möglicherweise in einem neuerlichen Anfall in den Behälter gestürzt. Die Rechlsvrox'S in einer wenig beschäftigten Aovokatnrskanrlei — nnggliia. Die Rechtsanwaltskammern haken ihren Mitgliedern zur Darnachachtung eine Entscheidung des Obersten Gericht-Hofes bekanntgegcken, wonach die Praxis eines Rechtsanwaltsanwärters in einer RechrSauwaltskanzlei, in der er nicht hinreichende Beschäftigung finden kann, in die gesetzliche Frist zur Eintragung in die Rechtsanwaltsanwärterliste nicht eingerechnet werden kann. Wie bekommt man aber doch eine Wohnung? Da der Referent über das Bauaufwandbegünstig-ungsgesetz, Abg. Partik, in seinem Schlußwort di» Behauptung aufgestellt hatte, die Gemeinde Wien weise Wohnungen nur an Zahlungsfähige zu und nehme in die Gsmeindchäuser keine Kranken auf, erzwangen gestern die Sozialdemokraten im Budgetausfchuß die Wiederaufnahme der Debatte. Abg. Sever verlas zur Verteidigung des Wohnungsamtes eine Statistik,, aus welcher u. a. hervorgeht, daß seit dem Fallen des Anforderungsgesetzes durch die Hausbesitzer in der Zeit vom 2. bis 18. Jänner 985 Wchnungen vergeben wurden; von den neuen Mietern waren 799 überhaupt nicht beim Wohnungsamt vorgemerkt. Es handle sich fast durchwegs um Gefälligkeitsvermietungen. Das Wohnungsamt habe dagegen in Neubauten der.Gemeinde 2034 Wohnungen zugewresen. Das Gesetz wurde schließlich unter Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge mit einem Zusatz angenommen, der eine größere Steuerbegünstigung für die Errichtung von Arbeiterwohnhäusern beirchattel. Im redaktionellen Te'le enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien, 4. Jänner. ' * Das Wetter. Ter gestrige Tag brachte keine Aendcrung in der Wetterlage. Für heute wird Bewölkungszunahme'und wahrscheinlich Regen vorausgesagt. * Todesfcll. Der Kantor des Wieden-Margaretener Tempels, Herr Philipp Bassel, der sich in seinem Wirkungsweise großer Liebe und Verehrung erfreute, ist am 3. d. gestorbem Das Leichenbegängnis finde: morgen Freitag um halb 12 Uhr auf dem Zentralfriedhof (drittes Tor) statt. * Zum vierten Todestage A. D. Gordons. Aus Anlaß der vierten.Wiederkehr des Todestages d.s palästinensischen Arbeiterführers A. D. G o r d o n veranstaltet die H i t a ch d u t h Sonntag den \7. d. um 7 Uhr abends im Lokale der Hakocch. 1. Be;., Wi^plingerstraße 24, einen schlichten Gedcnkabend. lieber die Perwn-, lichkeit des Verstorbenen wird Herr Dr. Zwi Die sendruck sprechen ■ (hebräisch) und Herr Jchcschuah Vierer. Leiter des Hechaluz, wird persönliche Erinnerungen wiedergcben. - * Vermißt. Die 35jc'hr:ge Kgroline Gräber geb. Pretrarwi'tz, eine Schwägerin des früheren ungarischen Ministers Bela inder, ist >eit dem 13. Jänner aus ihrem Aufenthaltsort im Hotel Bristol in Baden vermißt. Es hieß, daß sie nach Wien gereist sei, doch konnte ihr Aufenthalt nicht ermittelt werden. Sie war vor einiger Zeit an Kopfgrippe erkrankt und hat seither zeitweilig Spuren von Geistesstörung gezeigt. * Der Rockdieb vom Landesgericht erwischt. Wie berichtet, ist neulich dem Staatsanwalt Tr. Wagner aus seinem Amtszimmer im Landesgericht ein Sradtpelz gestohlen worden. Gestern wurden unter dem dringenden Verdacht der Täterschafr cer 24jährige Goldarbeiter Rudolf Schütz und der ehemalige Bankbeamte Bernhard Hirsch rechaf:et. Man fand bei Schütz zwei Pfandscheine, die auf Pelze lauteten. Ter eine wurde als der dcs Staatsanwaltes Wagner erkannt. Ter zweite Pelz ist am 28. Jänner dem Kanzleiöirektor S o u k u p des Exckutionsoerichtes aus einem Saale oicsts Gerichtes entwendet worden. Beide behaupteten. die Pfandscheine von Unbekannten gekauft zu haken und an dem Diebstahl vollkommen schuldlos zu sein. Sie wurden dem Landesgerichr einge'ieferl. ♦ Schießende Elntrecher. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben unbekannte Täter im Hause Barnabittngasse 7 in Mariahilf in een Räumen der Prcduktivgcnossenlchaft der Buchbinder - Wiens eine eiserne Kasse ‘z i b r o n und etwa 2000 Schilling erbeutet. Danach versuchten d:e Schränkcr noch, die Kasse einer im gleichen Hause un erstebrachten Galanteriewarensirrna zu erbrechen, wurden jedoch dabei gestört und flüchte:en durch den Kanal, aus dem sie gekommen waren. Die Einbrecher haben auch einen Sch u ß abgegeben. * Die Villeueinbrrchrr vou Perchtoldsdorf. Dieser Tage wurde eineEinbrecherbonde dingfest gemacht die besonders in der Umgebung von Perchtoldsdorf geyaust hat. Nach langer Beobachtung durch die Gendarmerie wurden der berüchtigte Euchrecher Johann Achatz aus St. Kathrein in der Tschechci cwakei und dir Arveiter Martin Heindl aus Liesing und Front Schwarzer aus'Wien, die gleichfalls schon abgestrast sind, verhaftet. Der Gesamrschaden der ihnen nachgewiescnen Einbrüche beziffert sich ayf Weit mehr als 10.000 Schilling. MVEKLA0E DES N\TIONAL-MUSEUMS „BEZALEL“ IN JERUSALEM erschien soeben Der Tränenkrug 24 Zeichnungen von Abel Patin / Jerusalem mit einem Vorwort von Dr. H. P. Cliajes Eine Leinen » appe 24V31 cm Lichtdruck aut Chamois-Kanon Preis 35 Schil'ing In Paris, m tten im grössten allerT riege, entstand diese gewaltige Anklage ln Bildern inspiriert durch die unversiegbare Liebe zu einem gequälten Vo k, geschahen von einem Herzen, < as aufgepeitscht ist durch die namenlosen Grausamkeiten an schuldlosen Menschen, Es zeigt in erschütternden Szenen die unverschuldeter Leiden eines seinem Gotte treuen Volkes, zeigt aen Fluch des Militarismus, die Untaten einer zügellost n Soldateska, Wer angesichts dieser Bilder, die an die besten französischen Leistungen heranreichen, sich nicht zum Frieden unter den Menschen bekennt, der ist für die Menschheisidee verloren! D e Ausstattung der Mapne ist durchaus vornehm und würdig / Das Werk >>t eine künst erisc1 e, graphische und ethische Kostbarkeit Zu beziehen durch Eflttfllos 8. Mit. V o I. SoM'tfr 22 * Ueberfall von Arabern auf jüdische Fischer. Aus Jerusalem wird uns berichtet: In der Näh? der Fischerei von Kinereth überfielen Araber eine Gruppe jüdischer Fischer, da sie den Juden keincsweos gestalten wollten, am Kin re'.hsee Fischfang zu betreiben. Die jüdischen Fischer, die sich in einer kleinen Anzahl befanden, mussten sich vor der weitaus stärkeren Gruppe der Araber zurückziehen. * Tie erste Reifeprüfung am jiddischen Lehrerseminar in Wilna. An d.m Lryr-rstm.nir in W'.lna, an dem sämtliche Gegenstände m jiddischer Sprache unterrichtet werden, hat kürzlich rm Beisein eines Delegierten des Unterrichisminist riums die Reifeprüfung stattge'unden. Sämtliche Gegenstände wurden in jiddischer Spreche.g prüft. Von 22, Lehramtskand'»va,'.en bestanden 20 die Prüfung mit guMt-ÄLsoHt^ . * Amundsen fei Ccok. Aus WaKng'on wird gemeldet: Amundsen hat den Polch.reisenden Dr. C c o k, tex seinerzeit behauptet hat, den Nordpol entdeckt zu haben, trmGefängnis zu Texas besucht, wo Cook einer Betrugsassäre wesen seine Strafe ecköüßt. Amrndsen hat danach e-klärt. er sei der Meinung, daß Cook unrecht geschahen sei. Cook habe das ekbe Recht, a's Entdecker des Nordpols zu gelten wei Peary. Gelehrte in den verschiedensten aLgern erheben bereits die Stimme, um die Nichtigkeit der Aeußerungen Amundsens zu bestreiten * Sellerie geg"N Rheumatismus. Die Mitteilung, daß Gicht und Rheumatismus durch Impfung kuriert we-.den kenn, ergänzt eine Londoner Wochenschrift öcch.'n, daß auch Sellerie als vorzügliches Heilmittel gegen gichtische Krarcheiwn anzusprechen sei. Man koche, so schreibt des Rezept vor-, etwa 30 G amm Srllern in einem halben Liter Wasser, bis dieses auf die Hälfte eingedämpst ist. Ter Extrakt wirs dann auf Flaschen gefüllt, die fest verkorkt ausbe-wahrt werden. Ter Patient scll davon »weimal am Tage e^nen Teelöfsel mit etwas Wasser nehmen Tie Kur wird 14 Tage fortgesetzt und dann unterbrochen, um nach Bedarf später wieder ausgenommen zu werden. Tas Rezept stammt von einem Mann, den die Gicht fast vollständig ge'chmt und beweg-nasunMig gemacht hatte. Nach vierzehntägiger Kur konnte er bereits einen länge-en Weg ohne Beschwerde zurücklegen. Ein Leidens^enosse, dem er das Rezept mitteiltc. soll, wie behauptet wird, nach drei Tagen ferner Schmerzen ledig geworden sein. Von einem Me'ste spieler im Golf wird berichtet, daß er im Sommer stets an Reißen in den Handgelenken litt, niemals aber im Win'er. wei. er dann Sellerie aß. Auch er hat das cbenerweihme Re'evt des Sellerieextiakts erprobt, mit dem Cr olg. daß er seine durch körper'iche Unzulänglichkeit verlorene Meisterschaft zurückgewinnen konnte. Vereine. Borträqe und Bersammlnngen. Zionistische Bezirks'ektion Leopoldstad t. Heute. V»*». Ulm abends, im Sektionsbeim. 2 Bez., Zi'k isgnsse 33, Vortrag Dr. Goldhammer über „P a l 8st i n a k u n d e" — Wiener Betb Ha m> d r a« ch. 2 Bez. Ferdmandstraße 23 Heute. 7 Ukr ben^s. Lektor Doktor S. G e l b h a u sr i st o r i s ch e P s a l m e n". * Das Natnrhistorische Museum ist von nun ab an jedem Sonnlag in allen Schaurärmen (Hochparterre und 1. Stock) bei normalem Eintrittspreis geöffnet. Zionistische Frauengruppe Landstraße, Z. Bez.. Lötvengasse Nr. 36. Cafe Lovrana (Souterrain). Das Zion'.stiich' Landcskomitee für Sesterreich veranstaltet heute für di- Zionistische Fraucngrupp.' Landstraße eine Fr a u e nver sa m m tu na. bei der Frau Dr. Sophre L ö w e n h e r z und Herr Dr Isidor K l aber sprechen werden. Beginn 5 Uhr nachmittags. Der humaniiäre GeselligkeitSverein „Die Neutrae^ in Wien veranstaltet am 7. Februar in den Sälen des Volksgartens, 1. Be,;., Burgring, unter Leitung seines Ehrenmitgliedes, des Komponisten Herrn Bela Las.sty, eine groß. Künst'erykademie. Mitwirketld: Grete Wittels (am Flügel: Komponist Berau), Erika Koerner-Tiller (am Flügel: Komponist Porten), Hosschauspieler Amon Tiller und Erika Koerner-Tiller (Sketch). Direktor Fritz Grünbaunt, Borgia Horska (am Flügel: Komponist Bela Laszky, Anna Sonja Weiß, eh malige erste Sängerm des Johann-Slrauß-Theaters. Spernsängerin Baüh Florvom Stadttheater in Linz. Rose Schreiber. Vortragskünsllcrin Conferereier: Robert Deutsch. Tanzarrcng ment: Alexander Kertesz. ' Beginn 8 Uhr. Es werden hiezu alle Landsleute. Freunde und Gäste chöflichst eingeladen. 1 Kunst, Bühne, Buch. Mufft. Philharmonisches Konzert. — Ein neues Brucknrr Buch. Das von Franz Schalk geleitete außerordentliche philharuwnische Konzert war in der Tat außerordentlich, sowohl tn der Programmwahl wte in der ganz unübcrtrejftichrn Wndergabe. Mozarts Adagio und Fuge für Streichorchester tst ein Wunderwert an Klarheit und Tiefe. Nicht nur in der Verwendung der C-Moll-Tonart und der verminderten Septakkorde. sondern auch in dem kühnen, durch ein stufenwcises Aufwär.sschreiten vorbereiteten verminderten Septimeiz'prung abwärts des Themas — der sich übrigens in mehr oder wenig r ähnlicher Gestalt in den Fugenthemen so vieler großer Meister, von Händel üb r Haydn, Mozart und Beethoven bis zu Liszt hin, f.nde' —. ist das Werk von Vorahnungen Beethovens crfüllt. — Unmittelbar neben Beethoven wird heu.e An on Bruäner gestellt; eine Ueberschätzung Bruckners als Reaktion gegen seine jahrzehn:eiange Un.ersd)ätzung! Tas Adagio vcn Bruckners „Achten" Ist freilich, zumal, wenn Franz Schalk alle seine Hymnik, ja Ekstalik offenbart, nahezu Beethovens würdig. Welch ein ri. sig^s Programm — wenn auch mt Sinne der gros stad.feindlichen, einsamen Jensettsmet.schen Bruckner völlig unterbewußt, abstrakt, gleichsam unprogrammatisch — bewältigt doch dö.' riesenhafte „Achte"! In der „Totenuhr" und im „Deutschen Mtchel", der die feindlichen Dämonen bezwingt, in den harsenumrauschten, himmlischen Sphären des Adagio und im blcchgepan^rten mächtigen Choral der Glaubet sstreit r im Finale tut sich eine c:ger.. Well des Glaubens und der Liebe aus, für die unser Konzertpublikum kaum noch reif ist Bruaner ist ja in Mode, doch leider noch wett der Gesühlsm lt von heute entrückt, da er an das Aufnahmsvcrmögen des Hörers viel zu hche lechn sche und siltlichs Forderungen stellh Darum kommt ein kürzlick) im Wiener Ler.ag Hart leben erschienenes W.rk „Anron Bruckner" vom Wiener Uni-, versilä'.sdozenten Alfred Drei zur Aufklärung gerade recht. Es ist nicht leicht, aber schön und gu: g sck)riebcn, es ist Bruckners wert und führt unter B rzicht auf schöngeistige feuilletonlstische Schlagworte stilkr'tttsch in die äußeren Leber.sbcdingungen wie in die inneren Widerstände der Brucknrschen Musik ein. Auf die technische Analyse der Harmonik und Rhythmik, der Thematik und Symphonik folgt als Synthese die Zusammenfassung aller technischen Eigentümlichk.iten zu einem eindringlichen künstlerischen Gesamtbild. Es ist hier nicht der Lrt, auf Einzelheiten e'inzugehen, etwa auf txe'.ä Darstellung des Harmoniekomplex?s (Beziehungen zwischen Trugschluß und d?n Funktion n des Baßtones oder Verhältnis von „Spannungsprinzip und Terzenverwandtschaft" llsw.). So sei denn das neue Bruckner-Buch als einheitliches Ganzes um seines Jdeenv?ichtums willen dem gebildeten Musiker wärmstens empfohlen. Erwin Felber. 9ie rheateraursteffung des Bffhnrnvereiver. „150 Jahre Wiener Theater." Der Dcutschö st erreichrs che Bühnend er ein veranstaltet als Vorfeier dcs bevorstehenden 150jährigen Burgthcalerjubiläums unter der Devise „150 Jahre Wiener Theater" eine sehensw rte Ausstellung in den Wintergartenräumen des/ Kaufhauses Gerngroß,' welche gestern vormittags um 11 - Uhr feierlich eröffnet wurde. Der Präsident dcs Bühnenvereincs, Stärk, sagte in seiner Eröffnungsrede: „Wien hatte schon unter Metternich für seine Theater zu kämpfen und es wird seine Theaterkultur behaupten, auch gegen einen Metternich der Nachkriegszeit." Dann sprächt Schris.steller Heinrich Glücksmann, welchem die Anregung zu dieser schönen Ausstellung zu danken ist. Er führte aus, daß^ die Stuf tut des Theaters verloren gegangen sei, weil wir das Kulturtheater verloren haben. Dennoch sei der eigentliche Veranstalter dieser Ausstellung die Liebe der Wiener zu ihrem Theater. Diese Ausstellung, welche frei zugänglich ist, enthält wertvolle Schätze aus dem Wiener Privatbesitz. Man sieht zahlreiche Theaterre.'iquien und Autogramme, darunter ein „Extrablatt" aus dem Jahre 1884, welches den To-d der Fanni Elßler meldete. Porträts berühmter Wiener Schauspieler und Dichter sowie sehr interessante Bühnenausnahmen. Hrnmrgaie eittrs Schalem > Aleichem- Gedenkbuche». Aus New-Jork wird uns berichtet: Anläßlich des/ 1u. Todes.ages des größten jüdischen, Humoristen, S cho l e m Alejchem, haben hiesige Schriftsteller ein Komitee gebildet, das ein umfangreiches literarisches Eedenkbuch herausgeben soll. Das Godenkbuch wird ausschließlich d?r Würdigung der literari-: schen Tätigkeit Schalem Ale.'chems gewidmet sein. Nebstbei wer-! den zahlreiche bisher unveröffentlichte literarisch' Arbeiten, sowie Briefe privaten und literarischen Charakters von und an Schalem Alejchem publiziert. Eine spezielle Abteilung soll Erinnerungen zeitgenössischer Schriftsteller an ihre Mitarbeit mit Schalem Alejchem enthalten. Dem Ncdaktionskomitee gehören u. a. an: der bekannte jiddisd-e Kritiker S. Niger, David P i n s k i, der Dichter Je Hajo sch und der hebräische Scholem-Alejchem- Uebersetzer I. D. Berkowiez, ein Schwiegersohn Schalem Alejchsms. Möbelfabrik JACQUES WALLIS Wien, Wollzeile 21 Wohnungseinrichtungen bis «am feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken /

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