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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-02 · Heft 2495 (2.2.1926) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2495 (2.2.1926)
Date
1926-02-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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mrmm WHHIH« -WUUUlMUiM«WUMW8MM,.MWMMLWWWWMW MMH En. mnm§__Wsenev Das Tagebuch des Aankovich. AKs Budapest wird berichtet: Gleichzeitig mit der An- Aagefchrist gegen die FrankeiMjchcr wird das Tagebuch des Obersten Iankovich, daS bei dessen Verhaftung im Haag bc schlagnahmt wurde, veröffentlicht. Das Tagebuch ha: Mi Teile; mr ersten sind die täglichen Au-gaben ganz genau verzeichnet, während der zweite Teil genaue Aufzeichnungen enthält, wie der Inhaber des Tagebuches den Tag von früh bis abends verbracht har. Dieser Teil enthalt auch Kritiken über Theaterstücke m,d einzelne Schauspieler. Wir entnehmen diesem Tagebuch di« fol" gnchen Stellen: 1. Dezember: Jägerhorn (tm Budapckter Hotel. Anm. d. Red.) 3. Stock 72. Erster Besuch bei Polizeihauptmonnschaft. Photo- Mchchien. Morgen 6 Stück fertig. Bon hier in die Festung. Um 11 Uhr Io Minmen im Salon teZ Prinzen W. (Windischgrätz.) Lud mich ein, bei chm zu wohnen. Nachmittag üb:rsiedle. Mittagesse» bei W. Was für Antwort gab man dem R. D. (D e s i d e r Raba). Da die Dinge zum größten Teil rwch nicht bemdigt find, werden wir bis Samstag nicht fetrig. In gräßlichem Schneegestöber komme ich um 19 Uhr von der Festung herunter. Nach dem Nachtmahl ms Kabarett in der Andrassystraße. Steffi Sarközy ist auch zugegen. Medgyaszay, Kalotoszegi, Jlosvay, Kökeny. Boroß, Dajbukat. Ich lache viel. Im gwßen Schneegrstöber stolpere ich nach Hause in sie Festung. 2. Dezember: Ich «wache ht einem gutgcheizten Zimmer bei W. Emnpfaur: „Der unsichtbare Saphyr". Nachher verhandeln wir mit Baba und W. Sie begleiten zu N. (N a d o s s y), der die Reise in Aussicht setzte. Für morgen versprach er nne Rekommandation zu Kanya. Wir werden sehen, ob es wahr ist. Photographien find bei chm. Den Reisepaß werden wir Freilag bekommen. Madame Helen. Für morgen werden wir die Reistroitc zusammcnftellen. R. T. in der Wohnung von R. D. Verhandlungen mit jungen Leuten. Von nachmittag 1b Uhr bis 19 Uhr. Keiner von chnen will nach Milano fahren mit Andor. Wir haben keine .Kleider und Geld. Bier bis fünf Millionen Vorschuß erhalten sie. Bon hier inS Lnfispielcheater. Ein Stück von Hel'ai. Gesichter and Masken. Hegedüs, Darsanyi und Rajnai. Nachtmahl im Kaffeehaus. Eis «und Schnee. 23 Uhr abends. 3. Dezember: Gräßliche Kalte, es stiert immer stärker und stärker. Schneegebirge auf den Gassen. Die Donau ist zugefroren. Heut« Frühstück im Be:t. Wiederum kein Resultal. N. har nichts gemacht. Nur zu Raba geht er nachmittags. Weder die Kurierlegitimation, »och die Reisepässe sind fertig. Ich finde es ganz überflüssig, daß wir um 17 Uhr bei W. uns mit übrigen treffen sollen. A. A. (Andreas Arrdor) wird auch bort sein. Za (Zadraveez) wird mittags uns. Ich lebe forrwährend von meinem eigenen Geld. Gespräch von dem Souper bei N. Rendezvous mit der Direktion der Altruistenbank in Gutsangelegenheit in der Nähe von Tata. ein kleines Gut, 200 Joch, welches dem DionyS Kelety gehört, mi: einem Herrmhaufe. Speis: zu Mittag bei W. mit zwei Söhnen und vier Töchtern. Nachher angenehme Diskussion neben dem Ofen. Im Fahrkartenbureau wurde ich schr liebenswürdig empsan^n und mir schwedischen und dänischen Prospekten versehen. In der Wohnung des R. D. Besprechung. Leeres Gerede. In grimmiger Kälte gehe ich nach Hause. Ich l.'sc die Memoiren des W. 4. Dezember: Ich habe einen angenehmen Tag gehabt. In der W.- Lngelegenheit geschehen zwar auch keine ernstlichen Schritte, aber wenigstens muß ich heute nicht mit ihm zusammen sein. Jedem zittern die Zähne vor Kälte. In der Kungasie (tschechisches Konsulat) gaben sie mir kein tschechisches Visum, da ich ein pensionierter Oberst bin. Bei V—s. haben mich I. 8. eingtWben, nach Tesara zur Jagd. Bei der Margit nachmittag. Marie, Louis. Georg, Baranyi großes Gespräch, welches am Ende abflaur; es war von Alb recht die Rede. Guter .Kaffee und ein wenig Pourparlers. Um 19.30: Ueber die Kettenbrücke; n: P o l i z e i d i r e k t i o n. Zwei Reisepässe ließ ich machen. Auf der Kettenbrücke treffe ich d:n Ludwig Rutnay, aer einig' Zeit nicht ins Amt gcht. Mitragessett im Jägerhurn en deux mit S. Ich telephemiere nicht mit B.. sondern gehe nach Hause. Ich packe bis 9 Uhr. Bis sie aus dem Ministerium des Äeußern kommt, muß ich mit Schlüssel die Tü: absperren. Ferry macht aus einig? Minuten die Tür auf. Der gute Varga verlangt drei Millionen. Endlich! Im Smoking setze ich mich ins Autotqxi. Ich bitte um Verzeihung für meine Verspätung. Eine schöne grüne Abettdtoilette har sie an. Helen schaut königlich aus in der Loge. Alexandra" Pechy ist harzig. Somogyi, Ratkai, eine Karikatur. Altes Richtmahl. Zu Fuß in Schur: und Eis nach Hause. 0. Dezember: Sonntag, 3 Uhr, Äonzerr bei der Familie Skohanowski (Frau Dtargir Pejmhevich). Austeilung des ircmden Geldes »nd Franken in Kuverts. Für ge st er n har W. den Gömbös znm Nachtmahl eingelad.'n. Ich habe gefehlt. Est plur important! Briefe, Angelegenheiten und Auszahl Ingen dauern bei W. fort. Ich kann nicht zu M. geh:«. IS 30 Kammermusik. Ein alter Italiener unnbertrefslich in südliche: Virtuosität. Doch bei M. auf Tee. Er ist krank, mit Stcsanich und Paul an Bett gesessen. Stfanich gehr w e d e r' n a ch A r a b i e u, noch nach A m e r i k a. Nachtmahl mit 3., nachher Kino 7. Dezember: Mademoiselle Kern (Anm.: Eine Stenotypistin in» Mini» steriarn des Aeußern) K u r i e r l e g i i i m a t i o n. Ausstellung der Blankette. 8. ist von Paris angeksmmen. Wie ich v.'rnchme, habe viel zu viel Reisegepäck. Diesen: Umstand muß unbedingt abgtferijej! weMn: bei W. e: t»! o»inc l.er Zank mit LajiüS. in welchem er rät, daß wir Wiener und PolnischeKaftanl f u 11 sic auswählen. Bei 20 Grad Kälte komme ick) herunter, wenn ich auch for'reijen muß, länger als zwei Tage bleibe ich nicht fern. Als Adresse gebe ich an: E^eksior, K.^itr. Mittag, ssen 4ei W. Die Madame hört nicht auf mit Fragen. Verschiedene Bemerkungen von den Kindern. Damit ich sie endgültig absp ist» fange ich von Familie Kohmowsky an z» reden. Nachmittag habe ich umsonst Nadossy besucht. Das Kasino? Endlich di« Zahl der protestantischen Schulen, aber das kann auch nur Mittwoch, 16 Uhr, geschehen. Zusammenkunft bei Mankovich. Es fängt an, riesig viel gearbeitet zu werden. Derschi.dene Verhandlungen über die Banken, Hotels und Geldeinw.'chslungrn. Ich habe nicht einmal Zeit, das Buch Conrad von HötzLndarf auszu» lesen. So ßrä: abends. 8. Dezember: (Anm. der Red.: An diesem Tage wurden einige Zellen mit Bleistift geschrieben, von denen ober einige wieder mit Tinte ausgestrichen wurden.) Visum F. 10 Milano schreibt: M. K. Duda heute arbeitet niemand, Feiertag. Ich stehe auf. Lajos expliziere ich meinen Plan über die Aufteilung der Gelder. (Anm.: Unter Lajos >'t Prinz Windischgrätz zu versteh:».) Die Italiener sind fertig, aber wegen gewisser Umstände können sie die Reist noch immer nicht antreten. Nadossy drängt für morgen zur Arbeit. Um halb 11 Uhr stehe ich auf, alles ist fertig, die Kurierlegitimation, das Gepäck ist eingepackt. Nur das holländische Visum fehlt und das schwedische Visum muß ich auch verschaffen. Raba und stine Leute arbeiten nicht so, wie sie sollten. Ich habe Schnupfe»». Ich gehe hinaus auf die Aktausstellurrg. Patzka-, Hatvanh-, Ferry-, Glatter-Akte wunderschön. Mittagessen bei Bos (Baroß?), nachher Besuch im Ankerpalais, nachmittags denke ich über die alte Angelegenheit nach, Algya, der gewesene Adjutant des Erzherzogs Josts, nachdem Takacs, Thalvay, Szurmay, können Minister werden. Csakh ist nicht sehr populär, aber im Kampf mit Janky und Paul von Nagy bleibt er Sieger. Abends im Jnnrrstädter Theater „Die Liede und der Tod". Schönes Stück. Die französische Revolution. Sehr gut Gellert und Maria Simonyi. * 9. Dezember: Endlich wurden wir für heute fertig. Die Visa Haber» wir durch N., Bisitkarte. Berliner Adressenverzeichnis, Nadossy muß den Brief schreiben. Die versiegelten Pakete haben sie zurückgebracht. Ich habe den Billy Röder besuch», er hat aber eben reftriert. (Anmerkung der Red.: An dieser Stelle befinde: sich ein unleserlicher Name.) Wird nie Minister werden, weil er kein Albrechtan Hänger ist a la Lorx. Auf den. Ratschlag von Sebesta habe ich um Beförderung ang.sucht, für den Fall, daß ich gänzlich in Pension gehe. Mittagessen bei W. Danke der Prinzessin, die schr energisch spricht und s e h r energische Dame ist. Sie geh» abends auf das Konzert von Sauer. Lajos begleitet sie nicht. Er spricht auch von der Mordangelegen heit. Ich trage meine sämtlichen Wertsachen zu Raba. Allgemeine Austeilung und e»»dgültiges Sortieren. Jause im Jnnerstädter Cafe. Abends im Nationaltheater das berühmte Stück von Franz Hcrczeg „Die Brücke". Schr interessant, wie er Szechenyi gegen Kossuth ausspielt. Den Bekannten sage ich nur so viel, daß ich nach Wien reise. Mein.« Wertsachen bei Raba. Nadossy schreib» nach Berlin unsere Angelegenheiten m meinen» Interesse. Das Paket von R. wird plombiert. I 10. Dezember: Abends Abfahrt. Mein Gepäck trägt B. D. nach Wien. Vormittags Verhandlung mit einem Direktor der Altruistenbank. Ich mußte lange warten. Ich habe Hoffnung, aber es ist nicht sicher, daß ich da- Gut der Dionys v.u Kelety pachten kann. Gespräch mit Maria W. und mit Ludwig W. Das Schm spiel „Die Brücke" kritisieren wir. Nachher mit Ludwig. Der Prinz hat große Pläne für Wien und Galizien. Seine Leute kommen abends an. Glatter hat ein schönes Gemälde von Maria Windischgrätz gemalt. Nach Weihnachten werden sie ihn auch «ach Sarospatak zur Jagd einladen. Ich fürchte, daß ich mich verspäte, da ich Raba versprochen habe, daß ich den Rest sortieren werde. Zum Glück komme ich ncch vor W. an. der ebenfalls zu Mittag und Nachtmahl eingeladen war. Wi>: arbeiten, bis wir ganz erschöpf» sind. Die Leute vom Kartographischen Institut kommen. Auch die Leute der Wiener Expedition kommen. In der Angelegenheit des Olfhvary mutz ich mich in Wien aufhalten. Es wäre ganz berechtigt, wenn ich mich ausruhe. Ich habe nur »'.«arisches Geld. Mein Gepäck ist in der zweiten Klasse. Ich habe kein österreichisches Geld. Mit mix tot Coupee führ» ein Kaufmann Eugen Fried aus Komorn. Einmal ist ihm warm, einmal kalt. Meine Reise wird sehr interessant sein, aber sie dauert uur drei Wochen, i n b e g r i f s c n Ko p e n- Hagen. Emil Fr ei stad t und Gazsi waren schon dort. Endlich kann ich mich doch ausstrecke»». In Wien Mittagessen im Majolikasaal (Ritz-Hotel, Kärntnerstraße). Wir sprechen von meinem Pech. Ich sehe Andreas P a l f f y. der nach San Remo überwintern fährt. W. »st «in toenig naiv und übechitzt und hat für alles .Feuer. Ich wohne im Dache:, 1. Stock. Tür 36. Um 17 Uhr: Berlin—Kopenhagen. Ich suche unseren deutschen Mann in Dänemark auf. Neue Dispotttione»». Den Winkler müßte man zurückhalte»». W. versucht morgen die holländische Sache m»d wird mir telegraphieren. Das Nachtmahl war billig. Wien ist schläfrig. Strafverfahren gegen „A Reggel". Das Montagblatr „A Reggel" veröffentlichte heute das Tagebuch des Obersten Jankovich in authentischer, ungekürzter Form. Die Staatsanwaltschaft hat, wie das offiziöse „Acht-Uhr-Blatt" meldet, gegen den „Reggel" das Strafverfahren wegen „verbotener Ber offen ti i $|M n g" ejugelZlH mit der BezgrüMing. daß dos Blatt .?. im #r. I Zionistisches Meeting heute halb 8 Uhr abends in der Bezfrlcsvertreteng Alsergrund, IX.. Währingetstrass 43 Red net: Gemeinderat Dr Leopold PLAICNKU. Desnkwat ur. Oeotg WIINIR ’ Thema; „Die MM der MslMn MMm' Juden, erscheinet in Massen! nur auf illegitime Weise in den Besitz des Tagebtrehe» gelangt sein kann. Verhaftung von Kommuniften. . Die Polizei hat die FabrikSarbeiter Eugen I u h a L j, Ladislaus Nay, Kresztes und Stephan Papp wogen Verbreitung kommunistischer, aus Moskau stammender ~ Propaganda schrifteil verhaftet. SÄntliche Verhafteten gehöre»» -er unter dem Namen Vagi-Parir: bekannten Formation an. Sine KunLgebun» der Budnpester .Lideralr« HochschMer". An der B»»ixrpester Universität gibt es eine»» „Verband der liberalen Universitälshörer" (Hochschu'.sektior» des Parteiverbawxs der Kleinbürger nrtb Landwirte). Mai» hörte bisher uidjtö von ihm, m»d es verdient, registriert zu werden. Jetzt gibt dieser liberale Sürdentenverbanb sein erstes Lebenszeichen. Er weist in einer Erklärung die jüngste Hetzrede des Antrserniten Gömbös zu. rück und fügt dam» huyu: „Seit dem sechsmonat-ßzen Bestand des Zentralorga»»s s-er liberalen UniversitätshVrer ist es irgeiwwie gelungen, die Ordnung und den Frieden in den Reihen der Stridenten herzusteller». Der konfesiionlle .Hader und die Raufereien habe»» aufgvhört, allem eben das scheint einzelnen Herren Weh zu tun, die sich bei der Flamme des leicht entzürrdbareu Idealismus der irrcgefnhrten Jugend ihr Hnhnche»» braten »nöchten. Unsere zu drei Vierteln aus christlichen liberale,» Studenten bestehende wirtschaftliche Ge- »neinschaft hat kein gemeinsames Jnteresie mit den Zöglingen des Rabbinerseminars. Wc»m aber jemand die ungarische Jugend dazu ermuntert, die Zöglinge des Rabbinerstminars an der» Toren der Universität in „geziemender" Weise zu empfangen, wenn stmand ungeachtet seiner Eigenschaft. als Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft die aus die Unterstützung der ungeteilten Gesellschaft angewrestl»en Studenten zu Ungesetzlichkeiten anstiftet, so müsse» wir dagegen unser Veto einlegen. Wir werden eilte Wiederholung der betrübenden Ereignisse der jüngsten Vergangenheit nicht dulden. Wir tt>eisen mithin das Gefuchtel der auch in studentrscheu Kreisen abgewirtschafteten „raffenschntzlerischen" Politik mit aller Entschiedenheit zurück und fordern zugleich di« Umversitätsjugend auf, jegliche Ordnungsstörung durch rechtzeitige Verständigung der Hochschul- oder sonstigen Behörden oder, we»m nötig, durch per» sönliche Intervention zu vcchindern." Srvator Ringel beim Miutkek-rMdenleck (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Warschau, 1. Februar. Senator Dr. Ring e l hatte mrt dem Mmisterpräsidenten Skrzynsk» im Auftrag des Jüdischen Klubs eine längere Unterredung, in der akmelle- Frage» der Juden m Polen erörtert wurden. vie Witor-Partei fHr eine Union mit ber Dchechollowakei. (Eigendienst der „Wiener Morgcnzeitnng".) Warschau, 1. Februar. Das Zentralkomitee der Piaft, Gruppe (Wiws-Partei) hat in einer politischen Resolution big: Meinung Ausdruck gegeben, daß es »m Interesse der polnischen Außenpolitik liegt, zwischen Pole»» und der tfchechosiowakische»» Republik dauernd gute B e z i e h u n* ge n zu schaffen sowie die Vorbedingungen zur Herbeiführung einer polnisch-tschechischen Zollunion jn studieren. ' Unter Bnndesgenoffen. Eine »eue SpionageaffLre in Frankreich. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 1. Februar. Eine neue Spionageaffäre wird i« den Boulevardblättern groß ausgezogen und als Sensation behandelt. Aus C h a t e l l e r o u! t, wo sich eine der bedeutendsten französischen GÄvehrfabriken befinvet, wird gemeldet, daß dort das neueste Modell einer automalffchen Flinte auf mysteriöse Weist verschwunden sei. Folgende Einzelheiten werden darüber mitgeteilt: Vor acht Tagen stellte der Werkmeister der Fabrik fest, daß dieses Modell abhanden gekommen sti. Es war bekannt, daß er das Modell einem Kollegen zur Besichtigung gegeben hatte. Trotz langen Suchens konnte das Modell nicht »nehr geq funden werden. Es verbreiteten sich in der Fabrik stnfationelle (Gerüchte, und man erzählte, daß sich in der letzten Zeit ver^ schiedene Ausländer in Chatelleroult herumgetriebe« hätten. Schließlich mußte Anzeige erstattet tverden. Die Nachforschungen verliefen, wie der „Matin" mitteilt, vollkommen! ftuchtlos. Man steht, wie das Blatt nieldet, einer großen Spionageaffäre gegenüber, die besonders in Chateller»mlt großen Eindruck gemacht hat, wo man infolge der Berhaftuug, englischer SPip.ne furchtsam geMrd«» ist.

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