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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-02 · Heft 2495 (2.2.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2495 (2.2.1926)
Date
1926-02-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wi cn /.um ADhoien in der Expedition, II* labotstr. 1-3, orte» In einer Veisehleisstelle Tratiki tnonati. o Schilling Strassenverkaui ln Wien diirdi die Kolporteure der Finna Ooi dschmied, I, Wottzelle II Mit Poslversand ffir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling I sch ec h o- Slowakei. Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 aaduah'mi«ii m* *•»•*•- erliSbva'iea Vorbehalten Wiener liVrers agSl England. Mon. iSchilling Italien: Monati 18 Ure Ru nanien Mon. 170 Lei Bulgarien Mon.lOOLew« Schweiz und das übrige Ausland monatlicn Frcs. •: Redaktion, Administration Wien, II. Taborsh*. 1 Telephone 44-0-38, 43-3-12 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69)i Rr. 2495 Wie«. Dienstag. 2. Februar 1929 8. SatirnanA Sin Handstreich der Dtufen auf Lamaslus. Uten Gchrvagee des Bürgermeisters entführt. London, 1. Februar. (Tel.-Komp.) Wie aus Beirut gemeldet wird, ist es syrischen Aufständischen gelungen, in Damaskus einzudringen und in dem Iladlviertel Amara den Schwager des Bürgermeisters von Damaskus gefangenzunehmen und zu entführen. Für die Freilassung des Gefangenen fordern feine Entführer ein Lösegeld von 5OÜ Goldpfund. Aegypten «nd die Mandate. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) . Kairo, 1. Februar. Der Ministerrat hat (wie bereits kurz berichtet) einen Beschluß gefaßt, der d:e Stellung Englands zu Palästina und dem Irak anerkennt. Wie nunmehr bekannt wird, hat Aegypten in der bezüglichen Note Vorbehalte bezüglich kr Grenzz'.ehung zwischen Aegypten und Palästina gemacht. znrückziehnng der briiifchen Gendarmerie an« Metullah. Jerusalem, 1. Februar. Lord Plumer hat einen Teil Jfer in Metullah stationierten britischen Gendarmerie wieder zurückgezogen, nachdem die palästinensische Nordgrenze von Ueberfällen der syrischen Rebellen nicht mehr bedroht ist. Bin Renda» für die zionistische« Bnreaar in .gern a e«. ....7. ■ London, 1. Februar. Wie ,^ewifh Times" berichtet, hat die Zionistische Paläst'naexekutive beschlossen, für die vereinigten zionistischen Bureaus in Jerusalem auf Nationalsondsbcden ein Bureauhaus zu erbauen. ' Die Vorbereitungen für den Neubau eines Stadthauses in Tel-Awiw stehen vor ihrem Abschluß. Mit der Ausführung des Baues wird demnächst begonnen werden. Die Mandatskommission. Genf, 1. Februar. Tie permanente Mandatskomm'ssion des.Völkerbundes tritt zu ihrer nächsten Sitzung , am 16. d. in Rom zusammen.. - , Auf der Tagesordnung steht der Bericht der französischen Regierung über.Syrien und den Libanon. Lloyd George — Frattionrvorsttzrnder. London, 1. Februar. In der Sitzung der Unterhausfraktion der liberalen Partei wurde Heute nachmittags Llcyd George zum Vorsitzenden der parlamentarisch:« Fraktion mit 17 gegen 7 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen gewählt. _ Morkan agitiert unter den Arbeitslosen Europas. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Moskau, 1. Februar. Das Vollztlgskomitee der Komintern hat beschlossen, zur „R e g i st r i e r u n g" der Arbeitslosen eine neue Abteilung für die westeuropäischen Länder und Amerika zu gründen. Der Leiter der Abteilung erhält im Zusammenhang mit einen: besonderett Ausbau der Abteilung größere selbständige Rechte zur Verwendung der kommunistischen Parteien zur. Propaganda unter den Arbeitslosen. Ler Fememordvrozeß. Geheime Verhandlung. Berlin, 1. Februar. (Wolfs.) Im Fememordprozetz gap Lchirrmanu und Genossen weeen Ermordung^es Schützen Panier Hai das Schwurgericht beschlossen, die Oesfentlichkeit für dic Dauer der Verhandlung auSzu sch ließen, da sich aus einer öffentlichen Verhandlung eine Gefährdung der Staatssicherheit ergeben könnte. . Der Ausschluß erstreckt sich auch auf die Mitglieder der Piche. Bethlen mitschuldig? Sensationelle Bnihstlnngr» der Pariser Preffe. — Bi» Brie! Sethlrnr an Brland. Paris, 1. Februar. „Le Journal" behauptet heute morgen, daß der französische Ministerpräsident Vriand im Besitze eines Brieses des ungarischen Min sterpräsidenten Grafen Bethlen sei, nach dem die Mitschuld des GrnfenBethlenan dem Budapest er Falschungskomplott einwandfrei fest ge stellt sei. Der aus Bidcptst in Paris cingetroffene Sonderber'chterstalter des genannten Blattes, B a r b h, schreibt heute unter anderem: ,Maf Bethlen wurde über die kriminellen Handlungen des Prinzen Windischgrätz und des Polizeichefs Nadossy fortlaisend unterrichtet; er kannte diese Handlungen und hat sie unterstützt. Seit Donnerstag ist Bricmd im Besitze des schriftlichen Eingeständnisses des Grasen Bethlen. Dieser hat, niedergeschmettert, in Budapest das Dokument dem französischen Cesondtm C l r n ch a n t übergeben. Ohne Zweifel hat der ungarische Ministerpräsident sich zur Unterschrift nur hergegeben, als er keinen anderen Ausweg mehr hatte."* Der „Quotidien" pellt fest, daß die Aussagen des Barons P r 0 n a h vor dem parlamentarische» Untersuchungsausschuß für den Grafen Bethlen ebmsalls vollständig vernichtend waren. Der Korrespondent des „Petit Pari sie n" in Budapest teiste heute mit, daß an der ergänzende» Untersuchungsaktion nicht nur der Vertreter der Bank von Frankreich, sondern auch dle Vertreter der fräVzSslschen^ Polizei mit ausdrücklicher Erlaubnis der Regienmg direkten Anteü nehmen können. Scho« im Rodember verftöndlgt. Erklämngen Kozmas. . Ministerialrat Kozma gibt im „Pester Aoyd" folgende Erklärung ab: Ende November 1925 wurde ich von einem mir bis dahin persönlich nicht bekannten Mitinhaber eines Privat bankhmses, Herrn Roland v. Horvath, ausgesucht, der mir unter dem Siegel der Perfchwiegewheit, von der ich jetzt enthoben worden bin, Mitteilung davon machte, daß eine nicht näher bezeichnet phantastische Ziele verfolgende Frankenfalsch u n g s a n g e l e g e n h e it im Zuge sei. Zwei chm gleichgesinnte Herren hielten es. so wie er, fiir notwendig, daß diese Affäre umnöglich gemacht werde, weshalb, er mich ersuchte, den Ministerpräsidenten Grasen Bethlen auf divfe Angelegenheit aufmerksam zu machen. Die Nanien der ihm gleichgesinnten Herren hat mir Herr v. Horvath nicht genannt. Wie sich nun aus der Anklageschrift des Staatsanwaltes herausstellt, ist einer dieser Herren der Generaldirektor der Postsparkasse, Gabicl B a r 0 ß. Als ich von dem Projekte dem Ministerpräsidenten Mitteilung machte, konnte ich den Minen des Generaldirektors Baroß nicht nennen, da er auch mir nicht bekannt war. Auch davon, daß der Polizeichef Nadossy in die Affäre verwickelt sei, konnte ich dem Ministerpräsidenten keine Mitteilung machen. Die Sache schien kaum glaubhaft und ich erstattete dem Ministerpräsidenten Bericht mit dem Bemerken, daß es sich wohl um eine phantastische Sache handle. DK Franzosen nicht brsrieUgt von der Anliageschrist. Wer ist Schulze? Die Anklageschrift gegen die Frankenfälscher wurde heute den französischen Emissären in wortgetreuer Uebersetzung überreicht. Die Franzosen sind von der Anklageschrift nicht befriedigt. Ihrer Ansicht nach wird die Frage, woher die Notenfälscher das Papier bezogen haben, durch die Anklageschrift in keiner Weise geklärt. Die Franzosen behaupten, daß Windischgrätz von einer deutschen Papierfabrik um 400 Millionen Kronen das Patent für ein Verfahren erworben habe, mittels dessen alle Spezialsorten von Notendruckpapier mit den einfachsten Mitteln auch in Budapest selbst hergestellt werden konnten. Auch sei die Rolle des Deutschen Schulze auftlärungsbedürftig, da dieser, wie die französischen Emissäre behaupten, die rechte Hand des Prinzen bei der Frankenfälschungsaktion gewesen sein soll. Ueber die mysteriöse Persönlichkeit des Schulze verlautet, daß er vor dem Krieg Direktor der russischen Staatsbank gewesen sein soll. Er hatte seine Hand in allen Geldfälschungsaktionen der verschiedenen revolutionären russischen Regierungen nach dem Sturze des Zarismus. Schulze, ein Experte ersten Ranges für das Banknotenherstellungsverfahren, soll der eigentliche technische Berater des Beamten des kartographischen Instituts, Ladislaus Gero, gewesen sein, der die französischen Tausendfrankenoten im Auftrag des Prinzen Windischgrätz herftellte. Kurz vor Entdeckung der Fälschungen verschwand Schulze spurlos aus Budapest. Die Franzosen verlangen, daß die neue, ergänzende Untersuchung womöglich den gegenwärtigen Aufenthaltsort Schulzes llarstelle. Auch die Opposition unMfrieden. In politischen Kreisen bildet die Anklageschrift den Gegenstand lebhafter Erörterungen. . Die oppositionellen Kreise machen aus ihrer Unzufriedenheit kein Hehl. 'Zahlreiche.wichtige Einzelheiten sind nach oppositioneller Auffassung in der Anklageschrift überhaupt nicht berücksichtigt. Namentlich enthalte die Anklageschrift keinerlei Hinweis auf die Frage, wer der intellektuelle Anstifter des Fälschung?planes gewesen sei und z u wel chem Zweck die ganze Aktion unternommen wurde Die neue Untersuchung. Oberstadchauptmann Marilovich hat vier Referenten mit der Durchführung der neuen Verhöre betraut. Die Verhöre werden nicht auf der Oberstadthauptmannschafi, sondern im Gebäude der Staatsanwaltschaft, im Beisein der französischen Polizeibeamten als „behördlicher Zeugen", stattfinden. Mit den Verhören wurde heute nachmittags begonnen. Es soll in erster Reihe festgestellt werden, wo sich jene 6000 Stück Falsifikate befinden, welche der Direktor des nationalen Verbandes, Oberregierungsrat S z ö r t s e h, in einem Militärkoffer in seine Wohnung gebracht hat und die bir'her nicht beschlagnahmt werden konnten. Der Präsident des Angeklagtensenars, Dr. Desider Ottruhay, ließ sich heute vormittags alle 21 in Haft befindlichen Angeklagten vorführen und befragte sie einzeln, ob sic gegen die Anklageschrift Einwendungen erheben. Me verneinten diese Frage. Dagegen bea'bsicht'gen bie fünf auf freiem Fuß belassenen Beschuldigten, Einwendungen gegen die Anklageschrift geltend zu machen. Zndvaveez. Der Feldbischof der nationalen Armee, Stephan Z a d r a v e c z, ist, wie nunmehr amtlich verläuttart wird, mit 14. Jänner seines Postens enthoben worden. Bisher wurde nur das Ausland über die Amtsenthebung des Fcldbischos informiert. „Magyarorszag" zufolge wurde der Oberst- Feldpaicr Arvay-Nagy mit der Vertretung des Feldbischoss betraut. Auch Lirenoten gefälscht. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Berlin, 1. Februar. „Die Welt am Montag" veröffentlicht folgendes, ihr über Zürich aus Mailand zugegangene Telegramm: Der „Corriere della Sera" erhält aus Budapest die Nachricht, daß auch italienische Lirenoten vom nationalen Fälschorkonsortium in Budapest in g r.o ß e n Mengen angesertigt und in Verkehr gebracht wurden. Die italienische Regierung hat an die Regierung Bechlen scharfe Forderungen gestellt. Glänzende Einkaufsmögl chkeit tür Private, Hotel»» Gastwirte n»w. im Warenhaus ' II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-71 En gros En detail

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