Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2492 (30.1.1926)
- Date
- 1926-01-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ivj, ,.*;.c^-i*cit:.£&..-* '-fc. Sette (* Men. SamSkrg_ Wiener fPfpraeiMcittitt Der geheimnisvolle gnwelenhllndler. Aoranriltz der Anbrüche In Prag. 9rf)fTel nttfe Mich SberMrt. Schmuck im Verte von etwa Liner Mllliar. Nachdem dem Juwelenhawdler Julius Moranszky 8er Einbruch bei Len Juwelieren Mister in Zürich durch die ominöse Aquamarinbrcche nachoewie'en worden rvar, ist es im Laufe des gestrigen Tages gelungen, einen fast lückenlosen Beweis dafür zu erbringen, daß er die großen Juwelendiebstähle in Prag und Zürich gleichfalls ausgeführt hat oder zumindest an ihnen beteiligt war. Juwelier Riemer aus Prag und Juwelier Büchner aus Brünn besichtigten gestern die bei Moranszky be'chlagnahmten Juwelen und erkannten einen Teil davon als aus ihren Geschäften stammend. Moranszky. der schon seit längerer Zeit beobachtet wurde, war sehr mißtrauisch und ließ stch fast nie in seinem L:don blicken, in dem nur seine Braut. Valerie Hohldampf, mit einem 16jährigen Mädchen zu verweilen pflegte. Er war aber auch gegen Einbrecher sehr mitztrauksch Änd hatte nicht nur den Boden seines Geschäftes detonieren lassen, sondern ließ auch am Berkaufspult unauffällig e t n S aut ewerk anbringen, das eine Alarmglocke in der Hausbesorgerwohnung in Tätigkeit setzt. Die Besichtigung des Moranszkyschen Juwelenlagers durch die Juweliere Riem:r und Büchner dauerte den ganzen gestrigen Tag. Es wurde auch festgestellt, daß Moranszky im Hotel Continental einen Schaukasten besaß, der Juwelen im Werte von 1000 Sch'lling enthielt. Die'e Juwelen wurden gleichfalls beschlagnahmt. Bei einer gründlichen Durchsuchung des Ladens in der Praterstraße wurde ei» Bersteck entdeckt, in dem wertvoller gefunden wurde. Juwelier Riemer sah die Pretiosen an und erkannte, daß sie;umeist von dem Einbruch in s p t n; nt Geschäfte herrühren, ja ein grrßer Teil der Juwelen trug sog:r noch die P r e i s z e t t e l der Fir m a Riemer. Es waren unter -een Juwelen auch solche die aus dem Einbrüche aus Zürich stammen. Auch hier konnte der Juwelier L a ch n e r vorläufig keine S'.ücke als nut Sicherheit aus seinem G.schäfte stammend erkennen. Bis zur Mittaastunde hatte Juwelier Riemer folgende Stücke mit Bestimmtheit als eus seinem Lager stammend erkannt: ein Brillantarmband mit 15 0 Brillant e n, einen Smaragdring M't Brillanten, zwei kleine goldene Armbanduhren, dann ein Werk ein r achteckigen Sch'ffhausener llhr. eine Brillantbrosche und einen Brillantring, die charakteristisch aussehen. In den Abendstunden wurden von dem Juwelier Riemer im Lager des verhafteten Mor'-nscky noch zahlreiche goldene Herrenuhren. Hcrrenarmöanduhren, Damenarmbanduhren mit Brillan'en be'etzt. zahlreiche Brillan tringe, Perlenketten. goldene und silberne Zigarettendosen, Zigarettenspitzen als sein Eigentum crk'nnt. Ein ganzes Kouvert mit Preiszetteln der Firma Riemer wurde gleichfalls beschlagnahmt. In verschiedenen anderen Brigantschmuck'achen wurden Beutestücke aus dem Züricher Einbruch agnosziert. meistergebühren wurde schließlich angenommen. D:r Magistrat wird in den nächsten Tagen eine diesbezügliche Verordnung erlassen. Das Sperrgeld wird voraussichtlich in Hinkunft vor Mitternacht 40 Groschen und nach Mitternacht 60 Groschen betragen. In demselben Ausmaß wird auch das Reinigungsgeld erhöht. Ler Vortragszyklus res NouWcheu Lanveskomiieer. Stricker über ^Zionismus in der Weltpolttik". Am Donnerstag fand im Klubheim der Hakoah der zweite Bortrag des vom Zionistischen Landeskomitee veranstalteten Zyklus' statt. Nach den einleitenden- Worten des Mitgliedes des Direktoriums des Landeskomiiees, Dr. Goldhammer, hielt Oberbaurat Ing. Stricker über das Thema „Zionismus in der W el t p o l i t i k" einen instruktiven, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Dortrag. Einleitend führte der Redner aus, daß sich .der Zionismus sehr eingehend mit W e l t p o l i t i k befassen müsse, weil wir Juden von den Mächten, die die Weltpolitik machen, abhängig sind. Wir könnten daraus verzichten, Politik zu betreiben, wenn wir in Palästina schon einen rein jüdischen Staat aufgerichtet hätten. Da dies aber nicht der Fall ist. müssen wir Beziehungen nicht nur zu den nichtzionistischen Juden, sondern hauptsächlich zu den nichtjüdischen Völkern anbahnen. Herzl hat einen Großteil seiner Krananstrengungen nur diesem Zweig der Politik gewidmet. Er hat sich hauptsächlich an die Nichtjuden gewandt. Der letzte Kongreß war nur eine Auseinandersetzung der Zionisten untereinander. Die Außenpolitik wurde nur so ganznebenbei gestreift. Man muß aber dabei immer bedenken, daß die geringste Erschütterung der politischen Konstellation «ns vor die Tatsache stellen kann, daß Palästina für uns gesperrt wird. Wir müssen das Mandat, das wir errungen haben, ängstlich bewachen und behüten. Wir müssen trachten, daß es in das Rechtsbewußtsein und das politische Bewußtsein der anderen Völker übergeht, sonst kann es passieren, daß es eines Tages wertlos wird. Die anderen Völker haben nur dann ein Interesse am Mandat, wenn es chnen Vorteile bringt. W'r müssen die Herzlsche Tendenz, die anderen Völker zionistisch zu machen, wieder in Erinnerung bringen, in dem Sinne, daß sic an der Schaltung des Mandates ein Interesse haben. Wir müssen wachten, die anderen Völker ebenso zionistisch zu machen, wie es jetzt . England ist. Als Zion'st muß man auch bestrebt fern, seine Lebensweise in der Galuch der zionistischen Gesinnung anzupassen. Es geht nicht an, Zionist zu sein, und gleichzeitig Älassenkämpfer. Zionismus ist eine nationale Angelegenheit, die d u r ch den K l a s s e n k a m p f in ihrer Verwirklichung nur gehemmt werden kann. Deshalb ist es auch für die Bewegung durchaus nicht von Vorteil, daß die Jewish Agency erwestiert wurde und Leute in ihre Vertretung gewählt wurden, die den Zionismus nur als Nebensächlichkeit betrachten und sich in ihrem Privatleben der unbequemen Aufgabe gerne entledigen. . Ader auch ein anderes Moment birgt große Gefahr für den Zionismus in sich. Bon nichtzionistischer Seite wird die ganp Bewegung als eine Sache der Philanthropie hingestettt. Der Zionismus ist angeblich nur dazu da, um den notleidenden Brüdern zu helfen. Deshalb hat sich auch M a r s h a l l für das Kr: mprojekt ausgesprochen, weil er auf dem Standpunkt steht, daß es in einer Hilfstätigkeit keinen Vorrang geben könne. Wenn wir uns aus diesen Standpunkt stellen, dann hat der Zionismus jede Berechttzung verloren. Tann geben wir rnlw jüdischnationales Recht preis, denn die Leute werden sagen, daß die'.jüdische Heimstatt: nicht gerade in Palästina, wo schon ein Kolk sitzt, ausgeöaut werden müsse. De: Zionismus steht und fällt mit dem Völkerbund und deshalb hat jeder Zionist die Pflicht, denen entgegenzutreten, die gegen den Völkerbund arbeiten. Man muß j. B. einen Ottp.B.auer und einen Friedrich Austerlitz bekämpfen, n'cht rtzya. M sie MzustlMMv, denn dzs werden wir nicht erreichen — es ist nämlich viel leichter, einen Nichtjuven zionist sch zu machen, als gewisse Juden —, aber um uns zu salvieren. W:r müssen das jüdische Volk soweit bringen, daß es sich von jeder Desperadopolitik sernhält. Es ist keine gesunde Erscheinung. daß die Führer extremer politischer Richtungen Juden si'd. Cs darf dies nicht zum Normalfall werden. Erklärlich ist es aber daraus, daß die Juden bis jetzt kein greifbares Ziel ihrer politischen Bestrebungen hatten. Wir haben die Verpflichtung übernommen, eine ehrliche jüdische Politik zu betreiben und müssen unser Wort halten. Der Zionismus darf keine interne jüdische Angelegenheit mehr bleiben. Er muß in das Bewußtsein aller Volker übergehen und wir haben die Verpflichtung, eine ehrliche und aufrichtige zionistische Politik zu betreiben. Ae Mrrelch'sche Kereu-Haleffod-Mion. Die jüngste Sitzung der österreichischen Keren-Hajrssod» Kommission wurde mit G denkworten des Präsidenten, Liberrabbiner Prof. Dr. C Hajes, für den verstorbenen Hofrat Taust s i g erössnet, der sich um den Keren Hajessod große Verdienste erworben har und der Leitung des österreichischen Keren Haj ssod seit der Gründung ,b:s zu seiner schweren Erkrankung als geschäflssührender Präsident angehörle. Sodann wurde der bisherige Verlauf der Aktion für den Keren Hajessod in Wien eingehend besprochen und das Programm für den Monat Februar festgesetzt. Die Aktion im Pratersprengel wurde mit verhältnismäßig gutem Resultat abgeschlossen. Es wurden 110 neu: Zeichnungen erzielt. Hingegen ist die Aktion in der übrigen Leopoldstadl, welche Mitte Jänner begonnen hat, noch nicht genügend fortgeschritten. Wohl ist dir Arbeit in diesem Stadtteil infolge der großen Ausdehnung des Bezirkes besonders schwer. Dennoch mußten die Referenten des Bezirkes scststellen, daß nicht alle, welche sich zur freiwilligen Mitarbeit genieldet haben, mit genügendem Eifer tätig sind. Die Aktion in der Leopoldstadt wurde bis zum 7. Februar erstreckt, nnd man hoff.-, insbesondere zu Beginn des Monats Februar' das bisher erzielte R sultat erheblich zu verbessern. Es liegen bisher in der Leopold stadt 210 neue Zeichnungen vor. An die Zionisten■ des Bezirkes ergeht hiermit der Aufruf, in Anbetracht der großen Notwendigkeiten des Keren Hajessod und in Erwägung d s Umstandes. daß eine scharfe Krise in Erez Israel eintrtzten müßre, wenn sich die Keren-Hajessod-Eingänge nicht erhöhen, mst ganz r Hingabe an der Werbeaktion in der Leopoldstavt für den Keren Hajessod mitzuwirken. Im 3. und 9. Bezirk beginnt die Aktion am 7. F e b r u a r. Es, haben sich in diesen Bezirken bisher 85, b'zwhrmgswelfe 10 freiwillige Mitarbeiter gemeldet. Montag den 1. Februar findet im Klubheim der Hakoah eine Konferenz der Mitarbeiter, Mittwoch den 3. Februar eine Sitzung der Bethausvereine und son- Serlammlnngstatenfter der Zionistischen Landeskomiiees für Oesterreich, Men. I. Sonntag den 31. Jänner, ‘/s8 Uhr abends. Zion.stische SektUn .'iwuchenmucken, 'j/i o i e i » <& n « i. 2o. ez.. iue«one - ftrafee 51. Re erenten: Direktor Wechsler, Dr Ratzum Blauer. Lei'er des Pa äsiinamte« W-n. Dienstag den 2. Februar, V,8 Uhr abends. Bezirks- Vertretung Al ergründ 0 Be<-, Wä,rnae.lt>a,re 43. Redner: Gemeinderat Dr. Leopold P l a s ch k e 8 Bez>zksrat Dr. Geora Weiner - Mittwoch den 8. Februar. lUS Uhr abends, Cafe Lovr a n a. 3 rcez. Lö cnuoie vecmev: Tr. D e s t o e r Frtedmann. Präsident des Zionisti.chrn Landeskomitees, und Pros Dr Wilsie'n: Stein Donnerstag de» 4. Februar, */»8 Uhr abends, Terrassen- 'JleiiQutiiui, 5. rez, wtmgluerer.ptab Redner: To>»or Hesider F r i e d m a n n u"v Fron Anir>a M ü l I e r»tv o >> e n Donnerstag den 4. Februar, 5 Uhr nachmittags, Cafe Lov ran o, 3. Be.z v'äivenMe 30 Retr.er. Frau 4,* Sophie Löwenherz u"d Dr Isidor « l a der Donnerstag den 4. Februar. */i8 M abends, Lesennd Rede ua i t v. ez., *uxteuitiai<e w Revue: --uni £oioc Else F » n k e l st e i n > nd Herr Dr Jcsef L ö w k ü h e r z, Bizep.äsident der Jsraettt4a,en rtuitu gemeinoe. 1 30. fv>rcr 1926 9h. 2492 stigen jüdischen Vereine des 9. Bezirk s statt, in welcher die Akriou für den Keren Hajessod besprochen wird. Im 3 Bezirk wird die Aktion durch eine Dorsühnrng der neuen Films im Rochuskino eröffnet, bei weicher d r Vizepräsident oer Jsraelitiichen Kultusgemeinde, Herr Dr. Josef Löwenherz, die Ansprache hält. Im 1. und 5. Bezirk bginnl die Aktion am 11. Februar. Auch in der Provinz ist die Keren-Hajessod-Arbcit im Zuge. In G r a; wird der Film am 31. b. vorgeführt und durch einen Portrag von Dr. Otto Abcles eingeleitet. In Salzburg spr:<bt Herr Tr. Abcles am 7. Februar. Im redaktionellen Te le eniheltene entgeltliche Mitteilung«« sind durch ein vorangefetz.es E gekennzeichnet. Wien. 30. Jänner. » Pkr'fr'osnf«stricht. Fr'. Hcnni Feuchtwang. Tochter d?8 Roll ne s Dr. Tarvd Ferchnrang u"d dessen Frau Jeanette geb. Dünner, hat sich mit Derrn Tr. Heinrich Feuchtwanqer, Schn d.s Herrn Tr. August Ferch'.wangcr und dessen Frau Berta geb. Fraenkel, aus München vcr obt. * Professor Voltcrra Msiglsid der russischen Akademie. Der hervorragende jüb'.scke Gelehrte Tr. Gino Bol terra, Profesior an der römischen Unirerimi >no Vors tzcnder des Jn.ernationa en Instituts für wissensclafliiche Forschung uiio der römischen D.:s'enick ältlichen Akedemie, wurde von der russischen Akadem e der W^nschaiten in Moskau zum Cchrrnmitgl'ed ernannt. Prof. Voltcrra gi.r a s eine d r brchsien Autoritäten auf den: Gemere der machewarischcn Wissenschaften. * Todesfall. Gestern starb hier nach kurzem Leiden die frühere langjährige Redaklrice der „Wiener M^'de , Frau Fanny B u r ck h a r v. * S'llstmmd. Gestern vormittags Hot sich die 23'>chr'ge Sänglinespfieacrin Franziska Schimek in ihrer Wchmng, Gloäeneasse L9, aus bis er unbekannten Motiven durch einen R evoi'v e rl'ck u ß in die rechte Tchl'sic d rart schw-cr ver'etzt, daß sie noch vor Eint.essen der berufenen Rettungs.>'scllscha t gestorben ist. * Ein Wöhrmann als Messe: st"chrr. Am 27. d.. abends, versetz'e der Dichrnarn Franz Hubmer noch kurzem Wortwechsel dem 19jil)r.iacn Hi. sa.bcitcr Josef Landgraf mit einem Taschenmesser zwei Stiche in den Rücken ins verletzte ihn in bisher unl-estimn'ilarem Grade. Landgraf wurde in das Wie. euer Kranlcr.lavs gebracht. Hubn.er rechaftet und dem Larrlesgeeichle eingelieert. Der 2. Februar Uutcrrichiktag. Ter S'adtichulrat für Wien teilt amtlich mit. daß für all« dem Stadtch'lrat umersteh.nden öffentlichen und privaten Un errichtsanst-alten oer 2. Februar, der 25. März und der 8. Sepiember als Werkt-ge zi' gelten haben. An die'en Tagen wird rege'mäßigcr Unterricht er'eiit. * Achtung vor einem Schlvindler! Seit einiger Zeit treibt ein Mann mit Besen und Bürsten sein Unwesen, der vorgibt, die Lagerreste der in Auflösung begriffenen Werkstätten der Oesterreichischen Blinden-Jndustrie abzugeben. Er sucht seine Angaben durch eine mit Maschinschrist ausgefertigte Karte, welche die Unterschrift „für die Blinden" trägt, zu beglaubigen. Die Werkstätten der Lesterreichischen Blinden- Jndustrie sind nicht nur im vollen Betrieb, sondern stehen vor einer beträchtlichen Vergrößerung, so daß sich die lügenhaften Angaben des Schwindlers von selbst erledigen. Die Blinden- Industrie bittet, den bezeichneten Schwindler im Vetretungsfalle der Polizeibehörde zu übergeben. * Ein Wiener bci einem Eifendahnnnglsick in Juacssawien getötet. Am 22. d. hat sich in Jugoslawien nächst der Eisenbahnstation Novi Dali ein Eisenbahnunglück ereignet, bei welchem eine Person getötet, der Zugsführcr. schwer verletzt nnd etwa zehn Per'onen le.cht verwundet wurden. Ter bei vi sem Eisenbahnunglück ums Leben Gekcmn'ene war der Disponent der Trol'rnaraßstaichlung Fritz Petzpld u. Süß A.-G., ein Wienrr, namens Josef Bonhauser. * Eisenbahnlcgitimationen für Pensionisten. Die Verlängerung der Fahrtausweise für Personen des Rnhrstandes findet vom 1. Februar 1926 arrsschließlich bei der Finanzlandesdirektion Wien, 3. Bez., Marxergasse 1. 2. Stock, Tür 251 statt. Parteienverkehr von 9 bis 12 Uhr vormittags. Beizubringen ist außer dem Fahrtausweise: der letzte Zahlungsabschnitt, der Betrag für die Gültigkeitsmarke (12 S. für die 1., 9 S. für die 2. und 5 S. für die 3. Wagenklasse), eine Ausfertignngsgebühr von 10 Groschen. Bei NeuauSferUgung von Legitimationen außerdem das Pensionsdekret, eine auf der Vorderseite eigenhändig unterschriebene Photographie (Größe 6.5 mal 10.5 Zentnneter), ein Betrag von 60 Groschen für das Legitimationstäschchen und die Stempelgebühr (2- S. für die 1., 1 S. für die 2. oder 50 Groschen für die 3. Wagenklasse). * Ttur'frnzrg. Heute Samstag verk'hrt im Ansch'i'sse an den von Wien >D.estl.chnhoi) un: 15 Uhr a g hev.den D'ursiten ug Nr. 1027 von Waidhoen a. d. A. lMbsrabahub's) nech Göstling der Scrdcri cisirenzi'g 4912 wit Ab'ehrt von Wadhostn a. d. A. (MstalbcHH'f) um 18 Uhr 30 Min. und Ankunft in Göstling um 20 Uhr 10 Min. * Fahrplankonserenz ln St. Moritz. In den letzten Tagen fand in St. Moritz eine internationale Fahrplankonserenz statt, die stch insbesondere mit der Berbesserung und Beschieunigttng des Schneuzngsverkebres England-Frankreich- Schweiz-Ocsterreich-Ungarn befaßte. Im Zusammenhänge damit wurde die Umwandlung des Schweiz-Arlberg- Wien-Exprcßzuges in einen Schlafwagenzug zum normalen Tarif ab 1. März beschlossen, der auch von Passagieren zweiter Klasse wird benützt lverden können. In der Svnmrerfahrordnnng wird dieser Zug neuerlich beschleunigt werden; namentlich wird die Verbindung nach und von London um mehrere Stunden verbessert werden. * „Zerrissene jüdische Fen Uirn." Ein Leser schreibt unS: „E'ne Skizze, w'e sie S-rgrüd Abel es in Ihrer letzt n D"nntvgsausgabe verösent ichte: muß jev-n Leser intercss eren. Leider ist das jüdische Familienleben in Wien jetzt sehr o't nicht nur untergraten, sondern viellcch eine Karikatur gewordm.,Beende 8 gewisse lüdische, „mcecrue" Märchen machen der jüdischen Bevölkerung keine bhre. Sie sind vielsack', Vlve, „modernen", Mädchen. P-'rschMndcrinnen, Epoistinnen und leiten an Gvösenwahn. Dieser Mädchrnwpus beginnt jetzt immer zahlreicher zu w"wen und die Eltern zeigen leider nicht genügende Energie, um ihre entaucten Kinder zur Raison zu bringen." * Wahl nener Rettiner ln Budcpkst. Die Borstrbung der Pester isroelitischen Religicnsgeweinde teilt mit, daß die Atepräsentanz in ihrer am 21. d. avgchal'enen Gcneralversain'uluug den Trencsener l7terrabbiner Dr. Benjamin Fischer auf die durch das Ableben Dr. Elias Adlers im Nomtachtempel freigewordene Ratbineistelle gewählt hat. In dulelben Gemra'versammlnng wurden die bisherigen Hilfsrabbiner MsieS Feldmann, Doktor Siegwuud G r o ß m a u n und Dr. Mox Weiß zu Gemeinderaltinern gewählt. Tiefe Wehlen bedürfen rwch der Bestätigung durch die Abstimmung aller stimmbercchtigten Gemeinde>ni!glieder. * Sin jüdischer Veteran aus hem polnische» Aufstand gestorben. Ans Warschau wird nnS gejchrieben: In Wloclawek ist vor kurzem einer bei; ältesten jüdisch« s ja f Tlr 11" T iTfi KUTfrv •; ■i-.jk