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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-30 · Heft 2492 (30.1.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2492 (30.1.1926)
Date
1926-01-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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- v 4 Wien, Gam^iaq g c n ausgestellt bat und die gefälschte Bailltioien in dem Kuriergepäck vetnegc! T-t'.'.rvr ke!!U'7a;.'r!Nier- :>'i die Polizei. die alles unternommen l'at. um das verbrechen nicht bekannt werden zu lassen. Für alles ist die Regierung und vor allem Gras Bethlen verantwortlich. Denn cm Regierungschef mriß von allen diesen Uniernehinungen staatlicher Anstalten Kenntnis buben. Zum Schluß seines mit großen Lär m s $ e u e n und wiederholten ll n t e r r r e ch n n g e n ansgenonnnenen Rede fordert Farkas die Regierung auf, abzudanken. 'Gleichzeitig fordert er die sofortige Verhandlung und Annahme des sozialdemokratischen Antrages, betreffend die A u fhe b u n g e r provisorischen Verfassung und für die Einsetzung eines dreiköpfigen Staatsrates. Abg. Farkas erklärt schließlich, die Arbeiterschaft wolle eine anständige Republik und kein Frankenkönigtum. Die politische Verantwortung der Regierung steh: in ilnzweisell-after Weise f c ft. Es scheine, daß die R eg i e r u n g den Platz deshalb nicht verlassen wolle, weil sie m i t s ch n l d i g sei. Die Sokolfälschungcn stehen mit den Fcankensälschungen im engen Zusammenhänge und an denselben feien auch die gleiche n Personen interessiert. Wir trollen, schloß der Redner, kein e Putsche mehr. Die Arbeiterschaft wird alle Putschversuche vereiteln. Als Ministerpräsident Gras D c L h l e n aussteht, um aus Ausführungen F a r k a s, sofort zu antworten, erhebt sich aus der Linken ein-u ng ehe u rer Sturm; die Sozialdemokraten rufen: „Abdanken!" und der Präsident Hai Mühe, die Ruhe wieder herzustellen. Gras Bcth'en erklärt, daß die Frage der Verantwortung der vom Parlament eingesetzte Untersuchungsausschuß zu Karen habe. Wenn jemand etwas auszusagen habe, so solle er sich melden. Zwischen den Frankenunb den Sokolfälschungen bestehe kein Zusammenhang. Der Untersuchungsausschuß werde die ganze Angelegenheit untersuchen und auch die Hintergründe aufdecken. Nach dem Ministerpräsidenten Grafen Bethlen sprachen noch einige oppositionelle 'Abgeordnete. Nächste Sitzung morgen um 10 Uhr vormittags. Die neuen Untersuchungen. Die Vertreter der Bank von Frankreich erschienen heute vormittags in Begleitung ihres Rechtskonsulenten beim Oberstaatsanwalt und übergaben ihm schriftlich den Antrag zur Ergänzung des Erhebungsoerfahrens. Dieser Antrag wurde angenommen. Die Erhebungsarbeiten werden von der Polizei geleitet. Im Sinne der geltenden Verordnungen über die polizeiliche Untersuchung dürfen nicht bloß Vertreter der interessierten Banquc de France, sondern auch französische Polizeiorgane an den Verhören teilnehmen. Jene Verhafteten, deren neuerliche Einvernahme erwünscht ist, werden von der Staatsanwaltschaft der Polizei vorgeführt. Oberstaatsanwalt Dr. S z t r a ch e erklärte heute abends den Journalisten folgendes: Mit den Franzosen sind wir übereingekommen, daß wir nach Vorlegung der Anklageschrift die ganze Angelegenheit auf den Weg der Recherchen zurückleiten, damit gewisse Verhöre, entsprechend dem Wunsche der Franzosen, noch vorgenommen werden können. Die Franzosen wollen mehrere Umstände klären: technische Fragen, namentlich jene, wo sich die gefälschten Tausendfvankennvten befinden. Morgen oder übermorgen teilen wir der Polizei mit, betreffs welcher Umstände die ergänzenden Recherchen vorzunehmen seien. Kozma von der Staatsanwaltschaft verhört. Die Staatsanwaltschaft verhörte heute abends im Zusammenhang mit der Frankenfälscheraffäre den Ministerialrat und Leiter des Ungarischen Telegraphen-Korrespondenzbureaus Nikolaus v. Kozma, betreffend die Mitteilung, di« er seinerzeit dem Ministerpräsidenten machte. Gömbös' Gorgen. Im Klub der Raflenschützler hielt der Abg. Gömbös gestern abends eine Rede, worin er erklärte, daß in dem Augen blick, wo der Gesandte einer Großmacht der Regierung gegenüber Forderungen geltend gemacht habe, die oppositionellen Parteien die Handlungen der Regierung abzuwarten haben. Schließlich richtete Gömbös scharfe Angriffe gegen den Unterrichlsminister Grafen Klebelsberg, weil er mir Umgehung des Gesetzes über den Numerus clausus den Hörern des Rabbinatseminars die Pforten der Universität geöffnet habe. 2'ollrjauyt — Mitwisser. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Budapest, 29. Jänner. Der Mörder der Kokotte Hey rer, der gewesene Offizier Okoliezanyi, hat durch seinen Verteidiger dem Gericht mitteilen lassen, daß er interessante Aufklärungen über die Fälcheraffäre geben könne. Okoliezanyi wird wahrscheinlich dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß vorgesührt werden. Okoliezanyi ivar, wie noch erinnerlich, Detachemerttoffizier im Burgenland und soll auch an einem Komplott gegen der', tschechischen Minister Bencich teilgenommen Zabeu. SO. Jänner 1920 Nr. 24« JÜDISCHES KÜNSTLER KABARETT > .. Pratersfrafte tto / Leiter: Mat V* V ** t-t".*- * -e e * Heute ‘,49 Uhr abends // Premiere!! Das göttliche Lied Lmit Oesang und Tanz msserdem reichhaltiges Programm Der 2. Februar im Dorotheum. Lienslag Sen 2. Februar sind Die Geschöstsftunden des Sorolheums lür das Pfandgefchsilt. den Spareinlagenverfehr und die Berstelgerungen wie an anderen Werktagen von 8 llhr frEI» bis 3 Uhr, bezw. 6 Uhr nachmittags. (xegr. 1884 Ältestes Üegr. 1884 Wiener Restaurant KRZIWANEK Kleisvelter - H ft 1 s di e r *08, ' ERLIN NW 7 Frledrlehifraise — Elke Mitftelstraße A7/S8, I. Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, Pilsner Urquell, österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise Bsyordt. gen. Modisteufchllle Lampe! 1. Bezirk» Botenturmstratze 31 Aumrldunien für betufsinätufl' .'>»-^niidnng bi» zum k. gcö .uar >-/. Iavri» zur Prütung. Worben- >nd Monat»turse S3LS kütLstins kennen — heisst Palästinas Arbeit kennen 1 Dr. Arthur kuppln gibt die beste Einführung in das Hauptarbeitsgebiet Palästinas in se nein Werk: Die iaudwirtschaftl. Kolonisation der zionistischen Srganisation in Palästina Deutsche Ausgabe: kartoniert 8 5.—. Halbleinen S 8 — Hebräische Ausgabe: 8 4t.— Runpin. der 17 Jahre als Vertreter der Zionistischen Organisation Leiter des Kolonisationsamtes in Palästina war, ist wohl der Beiufenste, über Probleme der Landwirtschaft in Palästina zu schreiben und zu urteilen. Die Geschichte der landwirtschaftlichen Kolonisaton in Palästina, ihre Methoden und Stieitfragen weiss der verd enstvulie Autor eingehend und interessant darzusteilen. Die ersten .landwirtschaftlichen Schulen der Achtzigeriahre des vorigen Jahrhunders, die Kolonien Rothschilds: Peiach-Tikwa und Kischon, Rechowoth und Sichrem, dann die ersten tastenden Schritte der Zionistischen Organisation bis zu den letzten Kwuzoth und Moschawei Owdim — alle die Etappen der mühevollen nationalen Arbeit erstehen plastisch und lebendig vor uns. Huppin schildert aber auch an Hand genauer und umfassender statistischer Tabellen die gegenwärtige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lage der jüdischen Siedlungen ln Palästina. Jeder Jude, dem Palästina etwas bedeutet, muss dieses Buch esen! Buchhandlg. R. Löwit, Wien I. riefscrtmarfct Nr. i, Rotenturmstrasse Nr. 22 *sSm 5.13 wem n ixi pfi wn «CMIfi fm i’N juwiy Nxvt'-N' jyajm too# inj pi i’« nnoty y«w k j^ntna pw tyuwrjjKfiin iyi ^ni tow. JKO R. vn^ix pv w .^ivvRv v-ävxi-v3'zt nxizN jm vnv r« JÜDISCHE MORGEHPOST II. Bez. 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Ter Innenminister hat an die Woidwodschaftett ein Zirkular gesendet, in welchem die Bedingungen für die Einbürgerung der „Staatenlosen" (polnische Bürger, bie über ungenügende Dokninente verfügen) festgelegt sind. In Ausführung dieser Bestimmungen werden zähst reiche Juden Gelegenheit finden, die ihnen zukommenden Bürgerrechte zu erringen und so der ständigen Ausw-eisungsgefahr .zu entgehen. _ Maffentodesurtelle in Moskau. sechzehn Offiziere standrechtlich erschossen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung.") Paris, 29. Jänner. Nach einer Radiomeldung auS Moskau wurden von 187 Offizieren der 19. Sowjetbrigade, die im September gemeutert hatte, vom Kriegsrat 35 zum Tode und 143 zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. 16 Offiziere, darunter General Karpinski, sind bereits standrechtlich! erschossen worden. _ Inland. Au» dem Wiener Gemeinderat. Der Schmutz aus den Straßen. Die gestrige Gemeinderatssitzung gab wieder zu stürmischen Szenen Anlaß. Es wurden nämlich zwei Dringlichkcitsanträge der Opposition abgelehn:, was diese mit wüsten Schimpfsgenen beantwortete. Stadtrat Z i m m e r l beantragte, daß im Lause des Monats Februar die Gemeinde Wien eine gründliche R e i n i g u n g s ä m t l: ch e r W i c n e r Straßen vornehmen lasse, wodurch 10.000 Arbeitslose Beschäftigung finden könnten. Diesem Antrag wurde die Dringlichkeit aberkannt. Der Bürgermeister erklärte, daß ohnehin eine gründliche Straßensäuberung vorgesehen sei. Der Dringlichkeitsantrag des 2tadtra:es K u n s ch a t, der eme Neuaufnahme der Wählerlisten von Haus zu Haus verlangte, wurde wegen Ungesetzmäßigkeit abgelehnt.' - Gemeinderat H a l a u b e k (christlichsozial) stellte die Anfrage, was die Gemeinde zu tun gedenke, um den Konflikt mit den Gasarbeitern, d:e sich weigern, Ueberstunden zu machen, aus der Welt zu schassen. Smdtrat Spei sc r begründete die erhöhte Arbeitsleistung der geschulten Gasarbeitcr mit den in der letzten Zeit häufig vorgekommenen Gasrohrgebrechen und kündigte neue Verhandlungen mit den Gasarbe:tern an. Auf der Tagesordnung standen noch eine Reihe' von Zuschuß- und Nachtragskrediten, die alle genehmig: wurden. Für die Legung neuer Gasrohranlagen werden 140.000 Schilling verausgabt werden. _^ Kurze Nachrichten. Der ReichstagSausschuß für die Untevsuchnng der Fememorde hat sich gestern gebildet. Der französische Oberkommissär in Marokko hat. nach einer M'ldung des „Petit Journal^, alle Maßnahmen für den Frühjahrsfeldzug getroffen, der am 15. April bvgütnen soll. Das britische Kabinett unter Vorsitz Baldwins be- K sich heute vormittags mit der. Ausarbeitung der Thronrede, er König am komntenden Dienstag lm Oberhaus halten wird. Im australischen Parlament wurde ein Gesetzenttvurf eingebrachl. der der Negierung weitgehende Vollmachten für die Bekämpfung des Kommunismus bietet. Der BertrettL der Ageuee Havas in Gens glaubt mitteilen zu können, daß die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Sowjetrußland zur Beilegung des Kouslikts kurz vor dem Abschluß stehen. Eine Verständigung so, so gut wie erreicht. Als Nachfolgerd)es vorgestern verstorbenen japanischen Ministerpräsidenten Kato wurde gestern Wakazuki mit der Bildung der neuen Negierung betraut. Das Kabinett Wakazukis ist mit dem früheren identisch und wird henk den Eid leisten. Eine portugiesische Abordnung wich Mitte Februar in London eintreftzn, um über die Konsoudievung der portugiefischen Schuld an England zu verhandeln. In einem Bergwerk in Westfrankfort (Rorb^ amwita) ereignete sich gestern eine Explosion, durch die einige Personen getötet worden sind. Der Brand gr e i f t mächtig »m sich«

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