Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2490 (28.1.1926)
- Date
- 1926-01-28
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. SM_Wien, Donnerstag Kunst, Bühne, Buch. Sascha Seifein Wien. (Sd» Gespräch mit dem Künstler.) AuS dem Wilnaer „Judenjungen", dem musikalischen Wunderkind I a s ch a H e i f e tz, »ist rin reifer Künstler geworden. Der Sohn eines armen ostjüdischen Klesmer, der die Grundbegriffe der musikalischen Bildung von seinem ungebildeten Vater echielt, ist heute diitct der vollendetsten Interpreten der klassischen und modernen Musik. Einer unserer Mitarbeiter hatte gestern, eine Unterredung mit dem berühmten Geiger, in der dieser interessante Mitteilungen über sc/ine nächsten künstlerischen Pläne sowie über sein Projekt zur Schaffung eines hebräischen Konservatoriums in Palästina machte. „Mcht aus Gründen der zionistischen Gesinnung," führte der Künstler aus, ,Hoben ich und mein« Freunde diesen großen Plan gefaßt. Für uns ist lediglich das musikalische Interesse maßgebend. Hiebei habe ich die Ueberzeugung, daß die Musik das zuverlässigste Element der Völkerverbrüderung ist, und daß das hebräische Konservatorium in Palästina , in dtefcm Sinne eine hohe Aufgabe zu erfüllen hat. Unter meiner Leitung," erklärte Hctfetz, „und unter Mitwirkung des bekannten jüdischen Musikers Godowsky wurde in New-Vor! unter dem Namen „The jewish menwrial consrrvatory in Palestine" ein Verein ins Leben gerufen, oer sich den Ausbau und die Erhaltung des hebräischen. Konservatoniums zum Ziele gesetzt hat. Der Verein verfügt bereits über die anschuliche Summe von zwei Millionen Dollar und es ist nach!neincr Ansicht begründete Hoffnung vorhanden, daß das amerikanische Judentum, bei dem das Projekt großen A n k I a n g gesunden hot, auch weiterhin die erforderlichen Mittel berstcllen wird. 2iach Absolvierung meiner europäischen Konzertreise, die mich üurf) England, Frankreich, Belgien, Deutschland, Holland, Italien, Ungarn usw. führt, werde ich gegen Mitte April, zusammen mit meinem Freunde Godowsky in Palästina eintreffen, um die letzten Vorbereitungen zur Grundsteinlegung zu treffen. Wir Wersen in mehreren Städten Palästinas und Aegyptens Konzerte abhalten, deren Reincrträgnis für die Zwecke d es KonserValor iuüls bestimmt sind. Das Konservatorium soll in der Nähe )rr Universität errichtet und ein Zentrum der Musikkultur für den ganzen Orient werden." Eine Reihe pwminenter Wischer. Musikpädagogen aus Euwpa und Amerika hat sich bereit erklärt, an der inneren Ausgestaltung des Konservatoriums als ständige oder gelegentliche Lehrer mitzuwirken. Die Schüler werden sich aus allen Ländern des Orients, aber auch aus Europa und Amerika rekrutieren. Be> dem tiefgehenden Interesse, das die Juden der Musik entgezenbringen, ist wchl zu hoffen, daß diese , Anstalt, die sich nebst der internationalen Muslik insbesondere die Pflege der jüdischen und der Musik der Orientvölker.zur Aufgabe stellt, eine schöne Entwicklung nehmen wird. Seutschnatlonale Hetze gegen einen jüdische« Mufiker. Man schreibt uns aus Darmstadt: Die Ernennmrg des Kapellmeisters Josef Rosen stock zum Generalmusikdirektor des hessischen Landestheaters hatte eine antisemitische Interpellation zur Folge. Abg. Dr. Werner führte als Motiv an, daß Rosenstock als Jude „nicht in der Lage sei, Werke der deutschen Kunst nachschöpferisch zu empfinden." Eine große Enttäuschung bereitete den Deutschnationalen die deutsche Volks Part ei, die diesmal mit der Linken für die Regierung stimmte. Ebenso wurde der Sturmlauf der Rechtsparteien gegen die Berufung des Privatdozenten Prof. Gold st ein als Professor der Philosophie an die Technische Hochschule in Darmitadt von der Mehrheit zurück^ewiesen. Ans de« Theater». Burgtheater. Morgen, 7*8 Uhr abends, .Eine» Jux will er ftch machen". (Theaterarmeinde Serie F.) Opervtheater. Morgen, 7 Ubr abends, .D e r fliegende Holländer". (Theateraemelnds Serie 8 blau.) Botksoper. Morgen .Der arme Jonathan" mit Louis Treumann als Gast. Deutichvs BoltStveater. Morgen um 7,8 Ubr abends findet die Uraufführung des Schau vieles .Der Armen- Doktor" von Karl Schönherr statt Raimund-Theater. Samstag und Sonntag nachmittags .Dornröschen". Renaiiiancebühne. Die Schwanknovität .Der w a h r e I a k o b" von Franz Arnold und Ernst o a ch wurde zur Aufführung erworben. Die Hauptrolle wird der Komiker Ludwig S t ö ß l spielen. Paul Hindemith arbeitet an einer neuen Oper „Cardiae", deren Textbuch Ferdinand Lion verfaßt hat. An—skhs „Dhbuk" wurde in Berlin unter Berthold Viertels Spielleuung im Kleinen Theater in deusscher Ueoer. tragung aufgesührt. Da man seinerzeit rn Berlin dieses mystische Drama von den „Wilnaern" dargestellt sah, konnte diese Ausführung trotz mancher Höhepunkte nicht genügen. Hervprzuheben ist die Leistung Frida Blumenthais in der Rolle der Großmutter. Redout« des Deutschen Bolkötheaters. Für dieses in den Wiener Gesellschaftskreisen ungewöhnlich beliebte Ballfest, das am 13. Februar stattfrndet, werden bereits umfassende Vorbereitungen getroffen. Das Podium, das den Zuschauerraum überdeckt und ihn mtt der Bühne verbindet, aestaltet so das gesamte HauS zu einem mächtigen, architektonisch selten schönen Lanzsaal. Auf dem Balkon, zu dem elne zweiflügelige Treppe emporführen wird, wird der Einbau einer Anzahl von Logen vorgenommen. Dre Eintrittskarten sind nicht nur an den Tageskassen des Deutschen Volkstheaters und des Raimund- Theaters sondern auch im Basar (Rotenturmstraße) mtb in den TheaterkartenbureauS erhältlich. , Wiener Morsenzeltung . . . . 28. Immer 1920 7 Möbelfabrik JACQUES WALLIS Wien, Wollzeile 21 Wohnungseinrichtungen bis tum feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken Wmf sich für jüdisch« BUchsr fnlsrssslsrt verlangt die kostenlose Zusendung des grossen Btlcherkatalog.es Ein VlertelJahrhundert jüdischer Literatur 1900-1925 hcrausgegeben von der R. Löwlt Buchhandlung I. Rotenturmstr, 22 . WIBN, . I. Fleischmarkt 1 * Der Katalog umfasst alle Zweige der jüdischen Literatur in dem ersten Viertel dieses Jahrhunderts, Dichtung und Wissenschalt, Bibel- und Talmudforschung, Geschichte und Philosophie, Schrif.ten zur jüdischen Bewegung und die umfangreiche Palästinallteratur (Geschichte, Geogiaphle, Kolonlsations .röbleme und Reisebücher). Durch übersichtliche Gliederung des umfangreichen Materials wird es auch dem Laien ermöglicht, sich über die Literatur auf allen Gebieten jüdischen Schaffens zu orientieren. Ein ausführliches Vorwort beleuchtet die Zusammenhänge zwischen jüdischer Bewegung und jüdischer Literatur 102 Gratis / Bestellen Sie sofort JÜDISCHES KÜNSTLERKABARETT II., Praterstrasse 60 / Letter: Max Streng n'VTtrvT'nrTTT trrv mry-tr y v -■r rr HEUTE Ehrendbend der Frau Hilda Dalitzkaja REBEKA Operette von Schenkewitz ausserdem reichhaltiges Programm ✓ Beginn 1fi9 Uhr MORGEN FREITAG Z U M 2 S. MALE.- DIE RUMÄNISCHE CHASYNE E Der „Böse-Buben-Ball". Samstag den 30. d. in den Sophiensälen. Das lustigste' Faschingsfest. Die. für den ,^Bösen- Buben-Ball" eigens komponierten Schlager werden dimgieren: Rosy Wer g i nz. (Genußmittelfhimmy). Fritz Grün bäum (Warenumsatzsteuerfoxtrott),. Hans Moser (Lustbarkeitksteuer-. tvauermarsch), Oskar Sachs (Tausend-Franken-Java) und Louis Treu mann (Fürsorgewalzer).. Wie im Borjcchre Bubikopflonkurrenz mit herrlichen Preisen. „Böse-Buben-Rutschbahn" und „Böse-Buben-Zeitung". Der Vorverkauf hat begonnen an der Konzertkässe Benno Lie. Sophiensaalkasse, bei Kchlendorfer, Aida und Gusti Schmidt. Ein Trompeter-Professor. Richard Wagner hat einmal gesagt, daß die Pauke und die Trompete zu den schwersten Instrumenten des Orchesters gehören, und nur der Laie denkt, daß es leicht ist, die Trompete zu blasen. Aber wenn ein kleiner Bube aus seiner Kinoertrompete bläst, so ist es etwas anderes, als wenn ein Künstler dieses. Instrument handhabt. An der Londoner Musikakademie gibt es einen besonderen Professor für Trompetenblasen, eine Stelle, die seit 45 Jahren John Solomon einnimmt. Solomon hat die Trompete bei den größten Musikfesten und unter den berühmtesten Dirigenten geblasen. Besonders zeichnete er sich bei den Krönungsfestlichkeiten für König Eduard und König Georg aus. *Der grkise Trompetenprofessor ist jetzt der Gegenstand hoher Auszeichnungen geworden. Radioprogvamm. Heute Donnerstag den 38. Jänner. 11 Uhr: VormittagSmusiL 16 Ubr 16 Mn. r NachmittaiSkonzerr. — 17 Uhr 90 Min.r Arabische Märchen. -7 18 Uhr 10 Min. r Mitteilungen au* den, BunveStbeatern — 18 Uhr 3b Min.r Elektrotechnischer Kurs. — 'S Uhr 10 Min.r EsvvrantokuiS. — 19 «hr 40 Min r Tng- . lischer Svrachkurs fstr Anfänger —7 20 Uhr 15 Mm.r Orchesterkonzert des Wiener -LymphonieörchesterS. Vereine, Vorträge und Berfamminnsrn. Zionistische B e z i r k S » e k t i 0 n L e 0 p 0 l tzstad t. Heute um 7,8 Uhr abends im GeklionSheim, 3. Bez.. Zirk Saasse 68. Bor.trag des Herrn Dr G 0 l d ham mtt über ^Palästtnakunde". — Oesterretchifche Politische Gesellschaft, 1. Bez., Aunaaaffe 5. Heute um 7 Uhr' abends Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Leo Fi sch mann, Syndikus des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller in Oesterreich, über .Literatur und Wirtschaft". — wiener Beth- Hamidrasch. 2. Bez.. Ferdtnandstraße 39. Morgen um 7 Udr abends: Lektor Dr. S. G e l b h a u »r ..Historiiche Psalmen" — Jüdisch-akademtscherPbilosophenverei«. SamStag um 7«7 Uhr Bortrag des Herr Dr. K a m m k a Über .Betrachtung Marcus AnrelinS' und die Ethik der Psalmen" im Hörsaa e 95 der. philosophischen Fakultät der Un'versität. — Der Verein Erez Israel veranstell am Sonntag den 31. tz. um 7,7 Uhr abends im Sektionsheim der Z onlfHfcfien Vezirwsektlon Leovoidstadt. 3. Bez.. Ztrkusgasse So, eine Eham tjchah- As,ar-Atydß«te. ' .. •*," JVtzssch-akchemischer PhUvsophenverein. Neu« Eurschveibungen, für den unrer Leitung 0.^ Hem» a p l i tp a tz k l stetienven' a r a b t s ch e » lk n r s werden entgegengen^mmen. Außerdem we der: unter seiner Leitung syrische und arabische Kurse für Anfänger eröffnet.''Einschreibungen: Im Jüdisch--vhilosoihischen Verein, 9. Bez., Zimmermannplatz 8, täglich zwischen 1 und 2 Uhr nachmittags? im hebräischen Pädagogium, 1. Bez., Drahtgasse 4, Montag und DonrlerSlää zwischen 7 und 8 Uhr abends. Vorbesprechung: Montag den 8. Februar im hebräischen Pädagogium. Kursbegtnn r Dienstag den 9. Februar. Urania. Montag den 1. Februar wird in der'Urania ein neuer Kulturfilm „Än den Toren der afrikanischen W e lt" (Goldküste und Sierra Leone) zum erstenmal vorgefuhrt werden. Den Film hat Dr. I. E. Panhans rat Vorfahre tvährend seines Aufenthaltes in den englischen Kolonien Afrikas ausgenommen. Der neue Uraniafilm ist vom Privatdozenten Dr.' Robert Bleichst ein er eingerichtet, der auch den Begleit- Vortrag verfaßt hat. SerichtssaaL Pat «ad Patachon vor Gericht. Im Handelsgericht in der Riemergaffe wurde gestem M Film abgerollt, dessen Hauptfiguren die Herren Karl Scheust r e m und H. Mäzen, bekannt Mter dem Namen Pal mtb Patach 0 n, waren. Eine große Menschenmenge hatte sich zu diesem Debüt der beiden Filmkünstler gedrängt. Es handelte sich um den Schütz der populären Namen der beiden. Als Klägerin trat die Filmfirma Lothar Starke als Beklagte die Firma Engel- Emelka auf. Auch der Direktor der Kopenhagen«! PalladiuM' Lustspiele, Nielsen, war anwesend. Den Vorsitz führte Hofrat Szepessy. Der Klagevertreter Rr. Roth führte auS: Die Palladium-Gesellschaft in Kopenhagen hat im Jahre 1921 zmü erstenmal einen Film hergestellt, in dem zwei grotesk^omffche männliche Figuren, eben Pat und Patachon, auftraten. Die Absicht der Firma war, die beiden Gestalten durch ihre verschiedene Größe komisch wirken zu lassen. In den betreffendeil Filmen tvaren die beiden nicht als Pat und Patachon bezeichnet, sondern sie hießen ,chie Lokomotive und der Tender". In Holland wurden sie Matt und Halb Watt" genannt. Im Jahre 1922 erwarb die Firma' Lothar Stack die ausschließliche Lizenz für die Palladium-Filme für Deutschland, Oesterreich, die Tschechoslowakei^ und den Balkan. Stark habe für sie die Namen Pat und Patachon erfunden und diese Bezeichnung für Filme,!üi denen sie auftraten, in Berlin als Wortmarke registrieren lassen. Es seien nicht etwa Künstlermmen oder Pseudonyme, sondern Bcgriffsnamen. In: Jahve 1924 habe nun die Firma Engel-Emelka hier mit den beiden Filme anfertigen lassen und hierbei nicht rmr sich des Namens Pat und Patachon bedient, sondern auch widerrechtlich die Registrierung in Oesterreich erwirkt. Die Klage begehrt nun die Löschung dieser widerrechtlichen Registrierung sowie Einstellung des Gebrauches der Bezeichnung „Pat und Patachon" auf den Filmen der FirinL Emelka. Die beklagte Firma, vertreten durch Dr. Kamillo Herr mann, erklärte, es sei unrichtig, daß die Namen eine Erfindung des Klägers waren. Bereits vor der Registrierung in Deutschland habe ' die Filmwelt es gewußt, daß unter Pat und Patachon lediglich die beiden Darsteller gemeint seien. Dr. Herrmann legte Urkunden aus Frankreich vor, nach welchen bereits im Jahre 1902 dort der Name Pat und Patachon gebraucht wurde. Der Richter beschloß', ha die beiden Künstler demnächst nach Spanien gehen, die nächste Dechandlung, zu der auch Sachverständige beigezogen werden, am 18. Februar abzuhälten. Ae Blüeneiabttch«. Der HLflling mit dem Messer. Gestern wurde die Verhandlung gegen sine Bande von Villeneinbrechern, die.in Döbling und Währing ihr Unwesen trieben, im Landesgericht 3 zu Ende geführt. Der Angeklagte Johann Stodola wurde zu 6^/, Jahren schweren Kerkers mit der Eignung zur Abgabe in eine Zwangsarbeitsanstalt verurteilt'. Karl Arbesam wurde zu 67- Jahren schweren Kerkers mit Abgab? in eine Zwangsarbeitsanstalt, Josef Moder zu 2 Jahren schweren Kerkers, Robert Mali! zu 27- Jahren schweren Kerkers, Johann K a r w a n i! zu 3 Jahreil schweren Kerkers und Landesverweisung, Jakob Wisgott zu 18 Monaten schweren Kerkers, Alexander Nietsche zu 27r Jahren schweren Kerkers, Rosa Padiwy zu 16 Mlmaten einfachen Kerkers, Karl W 0 l s g r u b e r zu 10 Monaten einfachen Kerkers, Max Feld mar zu 13 Monaten einfachen Kerkers, Marie W i s g 0 t t zu 3 Monaten einfachen Kerkers und Engelbert Dirigowski zu 8 Monaten einfachen Kerkers vemrteilt. Während der Urteilsverkündung durch den Vorsitzenden, Hofrat Korn, begannen die Verurteilten Stodola und Arbesam zü expedieren und schimpften die Gerichtssünktionäre in der unflätigsten Weisei Sie machten Miene, den Vorsitzenden zu insultieren und konnten nur mit Mühe gebändigt werden. Stodola zog plötzlich ein Messer hervor hervor, das er sich ans unerklärliche Weise zu verschaffen wußte, und verletzte sich damit an der Brust. Dabei stieß er unarttkulierte Laute hervor. Nur mit Mühe konnte ihm da§ M.'ffer entwunden und die Exzedenten m chre Zellen gebracht werden. 88 Millionen Schadenersatz für onberechtigte Untersuchungshaft. Der Kaufmann Max Pichler war seinerzeit auf Grün) einer Anzeige wegen Veruntremmg, die gegen ihn erstattet wurde, verhaftet worden und saß fünf Wochen in Untersuchungshaft. Nach einer kurzen Verhandlung wurde er über Rücktritt des Staatsanwaltes von der Anklage freigesprochen. Das Bundeskanzleramt ließ ihm den Betrag von 82,160.000 Kronen als Ersatz für di< schuldlos zugeorachte Untersuchungshaft ausbczahlen, verweigerte ober den noch weiter angesprochenen Betrag von 60 Millionen Kronen durch Verlust der Existenz infolge Kreditentziehun-! in der Hast. Pichler brachte nun gegen den BundeSschatz die Klag( auf Zahlung der ihm vom Bundeskanzleramt verweigerten 5ti Millionen Kronen ein. Der Richter. LberlandeSgerichlsrat Doktor Heran, vertagte schließlich die Verhandlung zum Zwecke der Requisitton d.'s Straf- und Prasidialaktes vom Landesgericht urü der Vorladung nrehrerer Zeugen (Lieferanten MchlerS) zur Bestätigung. daß nur die HZt Pichlers die Ursache der KrÄtmttichma war.