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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-28 · Heft 2490 (28.1.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2490 (28.1.1926)
Date
1926-01-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Veftetz Me«, DonnerSksg Mletrer WfhtptnptUunn Der Zmelier als internationaler Einbrecher. Milllardeabeate i» Zürich. Srüaa, Prag «ad PrLAel. In den letzten Monaten wurden bei Juwelieren grö- /Ierer stödte des Auslandes auf die gleiche Weise zur Mit» tagszeitgroße Einbrüche verübt. Der erste wurde bei einem Juwelier in Zürich mit einer Schadensumme von etwa 10 Milliarden Kronen, der zweite am 1. November v. I. bei dem Juwelier Bachner in Brünn mit einer Schadensumme von 1 Milliarde Kronen und der dritte am 6. November bei dem Juwelier Riemer in Prag mit einer Schadensumme von 2 Milliarden Kronen und der vierte am 24. November bei der Jmvelenfirma Co osemanns auf dem Boulevard de Waterloo in Brüssel verübt, wobei Juwelen »m Werte von 2,5 M i U Honett belgischen Franken erbeulet wurden. Ter Verdacht, daß sich diese Juwelen in Wien befinden, wurde vnmer stärker, und es gelang der Wiener Polizei, den wahrscheinNchen Tater!» der Person des aus B u d a p e st gebürtigen Julius M or a n s k i zu verhaften. Moranski hat sich in der letzten Zeit ein luxuriös ausgestattetes Juwelengeschäft in der Krater st raße 12 errichtet. In dem Geschäft besindet sich ein Juwelenlager im Werte von 3 Mill arden Kronen. Mo» ransti ist in Wien nicht gemeldet und bewohnt an der Westbahnstrecke eine elegante Villa. Heber seine Person wurde festgestellt, daß ex seinerzeit in Ungarn bei der Roten Garde gedient hat uns im Jahre 1920 wegen Diebstahls und anderer Delikte zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Im Mai 1921 ist er jedoch aus der Strafanstalt Oedenburg entsprungen und tauchte dann im Jahre 1922 unter dem Namen M'chele O r d o c in Mailand auf, wo er ebenfalls wegen Diebstahls zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Nach tuend, daß in Westeurova und später in Amerika ein Denker lebt, der parallel und unabhängig dem gleichen Ziel zustrebt: zu schaffen ein freies Volk, eine Mische Weltnation. Dafür bin ich dem berühmten Jubilar dankbar und sende ihm meinen Segen zu einer noch langen und fruchtbaren Arbeit. Mit freundlichem Gruß Sch. DuLnow." Irr Prozeß Marburg gegen Fritsch. Berlin, 26. Jänner. (I. T. A.) Ter Hamburger Korrespondent der „Vossischen Zeitung" me.'det, daß die Begründung des Urteils gegen Fritsch zu schweren rechtlichen Bedenken Anlaß gibt. Wie der Korrespondent von dem Rechtskeistand der Pr-oatkläger erfährt, schweben Besprechungen^ die wahrscheinlich zur Einlegung der Revision gegen das^ zweite Urteil führen werden. Die „Vossische Zeitung" bemerkt zu dem Urteil: „Die Hamburger Richter haben Verständnis für die Jugend sowohl als für das Aller. Der völkische Redakteur, der dem Kardinal F a u l h a b e r Landesverrat vorgeworfen, wurde ob seiner großen Jugend, Herr Fritsch diesmal ob seines hohen Alters gnädig behandelt. Und beide hatten ein „berechtigtes Interesse" an ihren ungeheuerlichen Verleumdungen." Das „Berliner Tageblatt" schreibt: ,Kann man wirk'ich die teils böswilligen, teils unsinnigen Verleumdungen des -Herrn Fritsch auf eine Stufe stellen mit jener „Kritik hervorragender Persönlichkeiten, die im öffentlichen Interesse gelegen ist?" Daß die Kläger den Wunsch gehabt haben, den alten Starrkopf vor dem Gefängnis zu bewahren — wird man menschlich verstehen. Diese Milderung des erstinstanzlichen Urteils aber bedeutet geradezu einen Freier i e f für künftige neue Verleumdungen." Per „Mbettoul" und der .Me Fnmzl". Verhaftung einer Einbrecherbande. In der Nacht zum 11. Oktober v. I. wurde im Bureau der Oe st erreicht schungarische» Baugesellschaft in der Gluckgasse 2, ein Einbruch verübt, bei dem die Täter einen Betrag von 52.300 Schilling erbeuteten. Die Täter konnten erst gestern a u s geforscht werden. Es sind dies der 35jährige Hilfsarbeiter Rudolf Reiner, der Mechaniker Anton Biber, genannt der „Bibertonl", der Hilfsarbeiter Anton Maschek, der Eisendreher Franz Papetz, der mittlerweile wegeneines anderen Einbruchsdiebstahles verhaftet wurde und eine einjährige Kerkerstrafe verbüßt, und ihre Hehler. Franz Papetz, der in Einbrecherkreisen den Spitznamen „der stille Franz!" führt, weil er sehr verschwiegen ist, steht in dem Rufe, für jedes dosische Schloß, das er nur anzusehen braucht, einen geeigneten Schlüssel anfertigen zu können. Der verhaftete Reiner wohnte unangemeldet bei seiner Geliebten, der 38jahrigen Hilfsarbeiterin Marie Engel, die ebenfalls wegen Mitwisserschaft in Haft genommen wurde. Als Hehler wurde der Hilfsarbeiter Felix Gröger und die Geliebte des Papetz, die 24jährige Anna Pelzer verhaftet. Ein Mitglied der Einbrecherbande, Leopold Huemer, sitzt ebenfalls wegen eines anderen Einbruchsdiebstahles in Haft. Die Beute wurde unter die Mitglieder der Bande verteilt und der Anteil des durch einen UnMcksfall verhafteten Papetz wurde für ihn bei dem Hrlfsarbeiter Gröger bis zur Verbüßung der Strafe aufbewahrt. Der „Bibertonl" hat sich von dem erbeuteten Gelds vollkommen neu eingerichtet, und equi- Piert. Bisher wurden von der Beute etwa 11.000 S. zustande gebracht. Die Mitglieder der Bande, die erst in. langwierigen Verhören überwiesen werden konnten, wurden gestern dem Landesgericht eingellejxrt« Verbüßung dieser Strafe wandte er sich nach Prag, wo er ebenfalls wegen Bedenklichkeit in Untersuchungshaft gezogen, aber wegen Mangels an Beweisen wieder freigelassen wurd.. Am 11. März v. I. wurde Moranski in Zürich unier d«n Namen Jos-of Nazy verhaftet, da man bei ihm E'.nbruchswcrkzeuge fand. Er wurde aus der Schveiz ausgewiesen, kehrte aber bald wieder zurück und wurde im Juni abermals in Zürich wegen Einbruchdielstahls verhaftet. Während der Untersuchungshaft ist er entsprungen und wird seither von der Züricher Polizei steckbrieflich verfolgt. Diese Feststellungen bestärkten d-n Derdachi, daß Moranski den Wiener Juwelenhandel nur zu dem Zweck begonnen hat, um feine aukwäris gemachte Beute unauffällig an den Mann zu bringen. Moranski leugnet hartnäckig, an den Einbrüchen beteiligt gewesen zu sein und will sein Vermögen durch Valutenuns Kokainschmuggel erwerben haben. Man fand aber bei seiner Braut mehrere Schmuckstücke, darunter auch eine Perlenkette im Werte von 50.000 Schilling, d'e einwandfrei als von dem Brüsseler Einbruch herrührend agnosziert wurden. Es wurde ferner festgestellt, daß Moranski in der letzten Zeit häufig Reisen ins Ausland zu unternehmen pflegte, was den Verdacht gegen ihn nur noch bestärkt. Ueber die Herkunft der in seinem Geschäft befindlichen Juwelen befragt, verstrickte sich Moranski in W idersprüche. Zuerst behauptete er, daß er sie von verschiedenen Wiener Firmen gekauft habe, als er aber deren Namen nennen sollre, sagte er, daß er sie von unbekannten Personen gekauft habe. Moranksi wird weiter m polize.- lichemGewahrsam gehalten, um seine Täterschaft klarzustellen. , Ae „Weibe Woche" bei Prüder Schiffmao« wegen des große« Zuspruches verlängert! Den größten Stolz der Hausfrau öei guten alten Zsit bildete der volle un) rk'chcrtierle Wäscheschrank. Dieser traditionelle Haussrauei sck.atz ei thielt, inslesondere bei töchterreichen Familien, ein schier unerschöpfliches Lager von lilienweißem Linnen. Bett-, Tischunü Lerlnasche jeder An waren vutzend-. ia schockweise „rerlre.'en, für Kind und Kindeskinder war reichlich vorgesorgt. Dem ol'gcn einen wirtschaftlichen Niedergang ist nach und nach auch diese üradirion zum Opfer gefallen. Ter Wascheschrein der meisten Hausfrauen — auch der besser situieren Kreise — weist manche Lücken auf und Nachschakküngen werden immer dringender. Die Okkassion der'„Weißen Woche", we'che das renommierte Warenhaus Brüder Sch iffmann, 2 Bcz., Taborstrase 48, bis Samstag den 30. Jänner d. I. veranstaltet, bietet nun allen Hausfrauen sowie Gastwir'en,. Hoteliers usw die Möglichkeit, ihren Bedarf an Weißwaren aller Art in gediegener Qualität äußerst billig einzukaufen.. Die „Weiße Woche" des Warenhauses Bruder Schiffmann hat sich in den letzten Jahren so glänzerd bewährt, daß sie Firma diesmal ihre Leistrngsfähigkeit bescnocrs angespannt hat. um wirklich Außererdei tlichcs zu bieten. Schon das äußere Bild des Warenhauses während der kommenden Woche wiw durch das einzigartige, kürstierische Arrangement der zahlreichen Schaufenster und die wirklich sehet strerte b-nnerv koratton die Großzügigkeit dieses anerkanw führerden Leopoldstödier Kaufhauses zeigen. Die lehensgrrße Tcexuxpe mit dem aus nrka 8Y0 Taschentüchern blumenartig arrangieren Reisrcck. die großartige, effektvoll beleuchtete Szener'e ich Miktelser ster, welche den großstädtischen Transport und oas Einlegern vcn Waren mit dem Bild einer Hoseranlage bei Rächt im Hintergrund — veranschaulicht, werden sicherlich die Pasianten anzichen und -esse'n. Noch welr aber die Warenprv'se, welche, an. der Qualität der Waren gemessen, einen Billigkeitsr e k o r d darstellen, der kaum mehr zu übcrbieterr ist. Set Brand in über-N. Leit gelegt? .Wie berichtet, ist Dienstag abends in der Meierei des Fptterhändlers G l a s a u e r in Ober-St. Veit ein größer Brand ausgebrochen, der von zwei mit Heu beladenen Wagen seinen-Ausgang nahm. Das Feuer hat einen Schaden von ungefähr 2 5.0 0 0 Schilling gestiftet. Die Erhebungen über-die Ursache haben zur Verhaftung eines Mannes geführt, der in dem dringenden Verdacht steht, den Brand gelegt zu haben. Er ist der bei Glasauer beschäftigt gewesene landwirtschaftliche Arbeiter Alexander Pollak, am 8, August 1885 zu Kaposvar geboren, verheiratet. Er und seine Frau arbeiteten bisher bei Giasauer. Letzten Samsrag hat Pollak dem Meiereibesitzer die Arbeit hingewcrsen, weil ihm» wie er sagte, der Lohn zu gering war. Pollak hatte eine groke Wut gegen seinen bisherigen Arbeitgeber und hat, wie geugen berichten, auch Drohungen gegen ihn ausgestoßen. An den Heulvagen. bei deren der Brand entstanden ist, ist in der kritischen Zeit nur Pollak vorbeigekommen. Er stellte bei wiederholten Verhören die Brandlegung in Abrede, wird aber, da der Verdacht gegen ihn sehr groß ist, dem Landesgericht eingeliesert werden. Sie „Weibe Slofa-Aoche" hat alle Erwartungen üiberiroffen. WaS takräftige Menschen zu leisten in der Lage sind, sieht man, wenn man die herr.ich schönen, mit viel Fachkenntnis. Geschmack und Phantasie zusammeuge» stellten Auslagen in der Mariahilfer- und Kaiserstraß.' besichtigt. Gesvaltigrn Emdruck macht die Unmenge Chiffon, die in den Auslagen auf der Mariahilferstraße anfaestapelt rst; insbesondere drangen Hunderte Menschen zu jener Aus.age, in tvelcher sich Par und Patachon eben anschicken. auf einer Leiter einen Berg von Chiffon, Weben, Atlasgradl usw. zu besteigen. Seide und Seiden. Wäsche, die wundervollen Handarbeiten, die Tausende Spitzen und Stickereien, die billige Kinder- Mädchen-, Damen- und Herren- Wäsche, die weißen Leinenschuhe, die weißen Blusen. Kleider» Schürzen und Berufskleidcr, sie alle bieten eine so vortreffliche Einkaufsmöglichreit, daß es kein Wunder ist, wenn die einzelnen Abteilungen stark belagert sind. Auch Wisck-, Gläser-, Hand- und Taschentücher werden stürmisch verlangt. Die Geschirrabteilung, die Teppich- und Borhongabteilung wie auch die Möbelabtöilung m der Wallgasstz werden stark besucht und hat sich sogar die Ra¬ 28. Jänner IKK Nr. ÖÖG dioabteilung zu Ehren d:r „Weißen Woche" festlich geschmückt. Insbesondere in der Seidenobieilung trifft man Frauen bei der Auswahl von billigen Seidenstoffen in vorzüglicher Qualität. Und durch die hier erzielte Ersparnis fällt eS dann doppelt leicht, sich im Büfett b.i Kanzcrt gütlich zu tun, um so mehr. a.'S man die Kleinen in der Momessori-Kmdcrstube unier Aufsicht der Pflegeschwester spielend;urücklassen lann. Denn wir wieder ins Part.rre zurückkommen und noch einmal die Dekoration bewundern, so muß man gestehen, daß es der festlich geschmückten „Stafa". dem Warenhaus, aufgebmit aus dem Prinzip der Selbsthilfe, diesmal wirklich gelungen ist, den Besuchern ein prachtvolles Bild zu bieten. Im rttmklioneven Te le enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesehles E gekennzeichnet. Wien. 28. Jänner. * Das Weiter. Das wärmer: Wittcr holt an. ©vi^n* $;* wegte sich d e Ten peratnr wi^'r 5 bis 6 öna; ü' er Null Tie BerouSage lautet: Werrercharatter unsicher, Westalp.'n iöh- «: g Südalpen heiter. * Samml KohanowSly gestorben. Der populäre hebräische Schriftstell.r Samuel N. Kohanowsky, einer der besten Schilderer des jüdischen Lebens in Warschau, ist im Atter von 71 Jahren gestorben. * Der neue Oberrabbiner vou Czernowrtz. Wie uns aus Czernowitz berichiet wird, fand dort am 24. d. die Wahl d's neuen Oberrobbiners statt. Ter Akt ergab die einstimmige Wahl des Herrn Dr. Abraham I. Mar!, derzeit Rabbiner in Biaia. Mit dem Ami d s Lbcrrabbiners vcn lQerilowitz ist gleichzeitig auch ein Sitz im rumänischen Senat verbunden. * Sellstmcrd im Hctel. In einem Hotel am Neubau hat sich gestern mit ars der 45schr>e Kaufmann Hirsch K a r n i o l, Westoahnstrahe 58 wchnhaft, erhängt. Das Motiv der Tat dürfte Kranlihett gewesen sein. * Wieder ein tö sicher Unfall dmch Leucktges. Gestern früh wurde die 20sckiriae Haussehil'in Josesine Laurrr, Baumgartnerstraße kV, in der Waschküche ihres Tienstcrtes. die mit Leuchtgas erfüllt war, tot aufge>unden. Es kandeit sich offenbar um einen Un'all. Möglichemeise hatte d'e Hausgchilfin bei der Arbeit n'cht bemerkt daß das aus dem Topfe am trennenden G-'Skocher dringende siedende Wasser die Flamme erstickt hatte, so daß das Gas unverbrannt ausströmen konnte. * Wiener Küche in Berlin. Wir machen unsere Leser auf die erstklassigen Restaurationsbetriebe der renommierten Restaurateure Vogel und Rosenbaum in Berlin aufmerksam. Die unter Aufsicht des Iiabbinats der jüdischen Gemeinde Berlin und des Hamburger Vereines stehenden, streng koscher geführten Restaurants, Schlüterstratze 60 (am Bahnhofausgang) und Augsburaerstraße 23 (Augsburger Hof), werden von den nach Berlin kommenden Fremden wegen der bekannt vyrzüg-. lichen Wiener Küche, der zivilen Preise und der aufmerksamen Bedienung mit Vorliebe ausgesucht. * 84:4. Gestern wurden beim städtischen Wohnungsnachweis 9ü Wohnungen angcmeidet. Bis auf vi.r Wohnungen wurde aber zrrgleich auch wieder die erfolgte Vermietung angezeigr. * Kein Detailverkaus auf dem Grotzobstmarkt. Der Magistrat mach: darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen d?r Marktordnung auf dem Großmarkt des Naschmarktcs nur Waren in Originalpackung oder in Mengen von mindestens 3 Kilogramm abgegeben werden dürfen. Bei stückweistm Verkauf muß die Abgabe" 20 Stück überstcigen. Dos kaufende Publikum wird ersucht, kleinere Einkäufe am Detailmarkt des Naschmarktes zu besorgen. * Geben Sie ihren Kindern kein trockenes Brot! Wenn gute, frische Butter zu teuer ist, dann nehmen Sie „Thea"- Milch-Margarine als Aufstrich. „Thea" schmeckt wie feinste Teebutter, ist absolut reinlich und hygienisch, nahrhaft und bekömmlich. Machen Sie Ihren Kindern die Freude und geben Sie ihnen „Thea"-Butterbrote. * Richtigstellung. In dem Artikel „Die Pakästinaanleihe 3" von Adolf Böhm in der Nummer vom 25. d. soll es, zweite Spalte, erste Zeile von oben, statt „Die Ausgabenseite des Keren Kajemeih l'Jsrael" richtig heißen: „Die Ausgabenseite des Keren H a s e s s o d". * Gesellschaftabend der Zionistischen Sektion 6—8. Die rührige Zionistische Sektion der Bezirke 6—8 veranstaltete vorgestern gemeinsam mit der Jungzicnistischen Gruppe einen gut besuchten Gesellschaftabend. Nach der Ansprache und Begrüßung des Präsidenten Herrn Dr. Bernhardt erfolgte die feierliche Aufnahme der neu eingelv.'tenen Sektionsmrlglieder. Nach den künstlerischen Borträgen, die vom Publikum mit lautem Beifall aufaufg nommen wurden, hielt Herr Bezirlsrot K o h n an die Erschienenen eine Ansprache, worin er ihnen die Stärkung der zion!stisck?en Institutionen ans Herz legte. Er wieß unter anderem aus die neuerzeugten Blau-W<itz-Zünder hin. die nunmehr in allen Trasiken und D rschleißen i»um Verkauf gelangen werden und an deren Erlös der Jüdische Nationalfonds beteiligt wird. Proben dieser geschmackvoll ansg statteten Erzeugnisse fanden unter den Anwesenden lebhaftes Interesse. * MeS tanzt in „Del-Ka"-Schuhen. Damen-Lack-Spangenschuhe 24,50 Schilling, Gold- und Silberbrokat'chuhe 28 50 Schilling. Herrenhalbschrye. Lack und Sämisch» rahmengenäht, 34,50 Schilling. Jns:rat Seite 10. *Eine Gedenktafel für den früheren füdkschen Bürgermeister von Pisa. In der Universität zu Pisa wurde eine Gcveuktafe! für den verstorb.nen jüdischen Gelehrten Profeffor Alessandro D'A ncona. der mehr als 40 Jahre einen Lehrstuhl an der Universität Pisa innehatte, feierlich enthüllt. Professor D'Ancona war mehrere Jahre Bürgermeister d r Stadt Pisa. Alz solcher hat er im Jahre 1911 den zum Kardinal ernannten Erzbischof von Pisa, Monsignore Maffi, im Namen der Stadt begrüßt und wurde deshalb von den Radikalen heftig angegriffen, so daß er vom Büraermeisteramr zurücktrat. Mit «ardmal Maffi v.rband ihn herzlichste Freundschaft. Bor seinem Tode erhielt Prof. D'Ancona aü Jude den pästlichen Segen. * Bau eines jüdischen Tempels in Abbazla. In Abbazia fand dieser Tage die feierliche Grundsteinl..gung für drn neuen jüdischen Tempel statt, der zum Andenken an das 25iährige Regierungsiubiläum des Königs Viktor Emanuel des Dritten erbaut wird. D^r Tempel wird nach Planen des indischen Architekten Angyiel erbaut. * Ein italienischer jüdischer Gelehrter gehl nach Palästina. Auf Vorschlag der ltalienischen -zionistischen Föderation wurde Professor Mario Levi vom Königlichen,Lyzeum zu Triest,an das jüdische Gymnasium zu Tel-Awiw als Lchrer der italienischen Sprache berufen. * Titel. In dem Vertrag zwischen Tunis und Frankreich, der unter Karl dem Zehnten abgeschlossen wurde, nannte sich der Bei von Tunis: „Wir, Fürst der Völker und edelster Teil der Großen, aus köntglichent Blut entsprossen, strahlend von Glückszeichen und Tuoenoen, die bis zum Himmel reichen: Hussein Pascha Bei, Gebieter des Königreiches Afrika." Der französische Generalkonsul, der keinen König nicht verdunkelt haben wollte, gab dafür Karl, dem Zehnten folgende Prädikate: „DaS Wunder aller Völker des MeffiaS, die Glorie der Nationen, welche Jefum anbeten, der erlauchte Sprößling aus königlichem Blute, die Krone der Monarchen, der leuch-. tende Gegenstand der Bewunderung für leine Heere uyd Wesire — Karl, de» Zahl nach der Zehnte, Kaiser von Frankreich und Küttig von Navarra."

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