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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-27 · Heft 2489 (27.1.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2489 (27.1.1926)
Date
1926-01-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2489 Men, Mittwoch __ Seteine, Sotttüge und »«tammwngen. Jung-ionistischeGruvpe Vt—VHl, 8. Bez., Vennoplatz 1s. Heute um V#8 Uhr abendS r Fortsetzung des Gesckichtek'lrter Dr. Max Schnabl; EröffnungSoortrag tm Zyklus „Hebräische L-teratur": Prof. Dr Heinrich Glanz; Provhetische Schrifienr Vorlemng Herr Rohlltz. — Atademischer Landesverband. Die Vertreter aller Verb nde erscheinen heute um 7 Ohr abends im Zionistischen Landes komiiee, ll Bez., Kärntnerstraße 28. A u s s v r a ch e, zu der wir vom Landesk o m,i t e e vorgeladen wurden Sodann Landesverbandsfitzuna. — Jugendgruvve der zionistischen Sektion Zwischenbrücken, 20. Dez., Lenstraße 81. Heute um 8 Uhr abends Fortsetzung des Vortrages des Herrn Prof. Menkes über neubebräi che Literatur. - Z ' o n i st i- Frauengruppe Brigittenau. Heute im Lokale Toynbeehatle, 20. Bez., TentSgasse 33 große Frauenversammlung. R< ferent: err Ti, ektor Leon Wechsler über „DtejüdtscheFrauinderGesell'chaft". .— Verein Tikwatb Jehuda, 8. Bez. Bennoplatz 1. Heute um '/,9 Uhr abends Festsitzung. Vortiag des Herrn Prof. Dr. Wilhelm Stein: „JüdiicheS im Chrtnentum"; Lpernfangerin Frau Maria Fia l kor Lieder und Romanzen; an» Ichließend Tanz — wiener B et K-H amt drasch. 2. Bez., Ferdlnandstraße 23. H^ute um 6 Uhr abends: Lektor Doktor Dr. E. G e l b h a us: „Lit ur qi e"; um 7 Ubr abenoSr Lektor Tr. S. R u b' nr „Tie Philosovbie des Maimonid-'S " — Zionistische Sektion Prater. Heute, 8 Uhr abends, im Heim, 2. Bez., Jungstraße 8, Vortrag Dr. Goldhammer über Erez-Jsrael-Kunde. . — jüdische Tischgesellschaft Landstraße, 3. Boz., Löwengasse 36, Cafe Lovrana. Heute Vortrag Prof. Leo K u l k a über Karl Enril Franzos. Anschließend Rezitationen aus dessen Schriften. Klaviervorträge Fritz Iahoda. Beginn halb 9 Uhr abends. Die Rote-Kreuz-Redoute. Die vor Dezennien von der Fürstin Pauline Metternich kreirte Note-Krenz-Rcboute, die stets zu den glanzvollsten und wienerischesten Ballfesten Mit, findet am kommenden Samstag in den Konzerthaussälen statt. An der Spitze des Ballkomitees der Roten-Äreuz-Redoute, deren Ertrag der Tuberkulosenfürsorgeaktion des Landesvereines zufließt, stehen Eleonore Gräfin van der Straten, Ministerpräsident a. D. Doktor Max Hussarek Freiherr v. Heinlein, Franz Graf Thurn-Balsassim, Dr. Josef Pawlitza und Architekt Hans Rögl. Das Arrangement liegt bekanntlich seit Jahren in den Händen be»' Kvmnrerzialrates Benno Lie. Für die Ballmusik wurde das verstärkte Andre-Hummer- Orchester, Robert Dreschers Monster-Jazz. Hermanns Colmnbian- Jazz und Major Berger und Frau gewonnen. Die Ausgaben der .Logen und Eintrittskarten (im Vorverkauf 12 0.) erfolgt int * Bureau des Ballkomiteos, 3. Bez., Hauptstraße i, 1. Stock, Tel. 92-1-10; im Landesverein vom Roten Kreuz für Wien und Niederösterreich. 1. Bez.. Milchgassr 1, Tel. 66-1-69; an der Kasse des Konzerthauses. bei Kehlendorfer und Gusti Schntidi. Nadioprogr^mm. heute Mittwoch den 27. Jauner. 16 Uhr 15 Min.: Nachmilttagskonzert. - 17 Uhr 50 Min: Wohin am Sanmag? — 18 lthr 25 Min.: Das Barockmuseum. — 19 Uhr: Musikali,che Formenlebre. — 20 lthr: Streichquartette Beethovens. 21 Uhr; Populäres Orchesterkonzert. Ginseppe Lndi. Zum fünfundzwanzigsten Todestage. Ist es nicht eip ganz wundersamer Zufall, daß Bert» und Richard Wagner im gleichen Jahre 1813 geboren «wurden! Verdi und Wagner, die denkbar größten Gegensätze, guleich die mächtigsten Genien der OpernWhne des 19. Jahrhunderts, ja vielleicht aller Zeiten, die auf verschiedenen Wegen dein gleichen Ziele zustreben:1 der Vermählung von Wahrheit und Schönheit auf der Opernbühne. Verdi geht vom Belcanto aus. Rossini und Donizetti, der letzte gewaltige Vorkämpfer der ,Opera Luffa" und Bellmi, den Wagner uni der Echcheit seiner Empfindung willen bewunderte, stehen an der Wiege seiner Kunst, desgleichen die Pariser große Oper und Meyerbeer mit fernem falschen Pathos. In strenger Selbstzucht weiß Verdi gar bald die Gaben, welche ihm eine gute und eine böse, Fee geschenkt haben, zu werten, er reißt sich vom Konventionellen und der traditionellen italienischen Opernschlamperei ebenso bald los, wie vom bloßen „Effetto". Er kennt als gesunder Italiener keinerlei literarischen Ehrgeiz und keinerlei musikalische Symbolik, und erreicht doch mit zunehmender Reife immer mehr eine Veredlung-der. Musik, eine Paarung von Sinnlichkeit und Geistigkeit. Freilich, die urwüchsige Sinnlichkeit glüht — wenn auch der Mailänder Konservatoriumsdirektor Basilj die Aufnahme des jungen Verdi, der ihm gar zu untalentiert schien, als Schüler der Anstalt Mehnte — vom Anbeginn an in seiner Melodik, ja ihre Flammen lodern zum Himmel empor, wte es in der ,/Stretta" des Troubadours" höißt. Von „Troubadour" und „Rigoletto" an, mit all ihren im Volkstum wurzelnden Weisen bis zu der triumphalen - „Aida", deren „Ewigkeit" unbeschadet aller Entwicklung und allen Wandels ‘ in Geschmack, Richtung und Mode noch utanches Jahrzehnt überdauern wird, leuchtet seine Melodik mit zunehmender Reife immer reiner, immer schlackenfreier, mit wahrer Elementarkraft. Und so sehr er auch allmählich die .Harmonik verfeinert und die Instrumentation veredelt und so oft er sich auch um fremdes, namentlich /meutalisches Lokalkolorit bemüht, die Gesangslin'ie als souveräne Trägerin des Ausdrucks bleibt für ihn Anfang und Ende aller Mnstk. Er braucht nicht Wagners symphonisches Orchester, nicht dessen unendliche Melodie, noch dessen letimotivische Schwergewichie. Mag er auch eine Zolllang das Wagnerfche Mufitdrama gefürchtet haben, er überwindet es, er bleibt der Stärkere. So hat Franz Werfel nicht ganz Unrecht, wenn er in seinem ,^Verdi-Roman" mit dichterischer Uebertreibung urteilt, ei finde, im Othello" keine Spur von Wagner, „Othello" sei die reine Konsequenz des „Rigoletto". Und so ntag für uns Nachgeborenen der Falstaff wiederum gleichsam" die reine Konsequenz des „Othello." sein. Der Maestro bleibt immer er selbst nnd _ Meirer MorqenzestuiiA__ gibt sich auch im „Falstaff" nicht preis, in welchem er ans dom Geiste der Spräche heranseinen eigensten Parländostil nneinen in seiner Delikatesse unerreicht dastehenden neuen Kammerntusiktyp der langst tot geglaubten Opera buffa-schafft. Wie jugendlich läßt da der fast achtzig Jahre alte Maestro alles durcheinanderwirbeln, eine tolle Fuge für ganze zehn Stimmen ist von jeder Erdenschwere losgelöst und schrntmzelnd verkündet der Meister einer Zeit, die längst das Lachen verlernt hat, der Weisheit letzten Schluß: „Alles auf Erden ist nur ein Spaß". To erfüllt er wahrhaftig das Wort Nietzsches von: „Göttlichen, das auf leichten Füßen dahinsch.ocbt". Giuseppe Verdi, der größte Meister und zugleich der letzte Ritter der italienischen OpernWhne, kann an seinem Gedenktage auf jede Lobpreisung verzichten. (Nicht ihn, sondern die Musikstadt Wien hätte eine Aufführung seines Requiems geehrt, in dem er zu Ehren des lieben Gottes seine blühendsten Opernmelodien anstimmt!) Sein schier endloser melodischer Atem und seine dramatische Fülle wurden von keinem seiner Nachfolger erreicht, mit ihm endet die stolze Periode der Hochblüte des.Belcanto und seine Auswirkung aus künftige Geschlechter ist heute noch gar nicht abzuschätzen. So bleibt er eine einmalige, in ihrer Riesengröße nie wiederkehreude Erscheinung/ ein Heros der Tonkunst, der nur in brr Persönlichkeit Richard Wagners einen ebenbürtigen. Rivalen besitzt. Wagner mag der weitaus universellere Geist sein, Verdi bleibt der stärkere erdennähere, wurzelhaftere Musiker. ' Erwin Felder. gnbMummbend fflt SWlöwrkh unft Asch. Aus Anlaß des 60. Geburtstages von Dr. Ehaim Shytlowsky und des 50. Geburtstages von Schalom Asch veranstalten die Poale Zion Samstag, den 30. Jänner, um halb 8 Uhr abends in den Kunstspielen des A p p o l l o n e u nt 8, 1. Bez., Postgasse 9, einen Abend. lieber Shytlowsky und Asch werden die Herren Dr. Sokal. und Dr. Sternberg sprechen. Es wirken mit: Frau. Weißberg (Jüdisches Künstlerkavarett), Herr Dr. Bruend (Gildene Pawe), Herr Ehrenkranz (Wilnaer Truppe; Rumänien) Ier neue Dramatiker Kai» Bernhard. Zwej erfolgreiche Uraufführungen in einer Woche. Man schreibt uns aus Frankfurt: Der auch in der „Wiener Morgenzeitung" gewürdigten Uraufführung des Dramas „Die Jagd Gottes" von Emil Bernhard (Rabbiner Dr. Emil Cohn, Borlin) am Frankfurter Schauspielhaus,, die einen ungewöhnlichen'Erfolg hatte, folgte in derselben Woche noch die Uraufführung eines Stückes desselben Dichters, des Dramas „Mtrabeäu", an einer der führenden westdeutschen Bühnen, dem Stabttheater in' Bochum. Auch diese Aufsührüng. brachte dem anwesenden. Dichter b e geisterte Ovationen ein.. Die. deutsche Presse aller Schattierungen würdigte beide Uraufführungen' als literarische' Ereignisse. Wie der I. T. A.-Vertreter erfährt, . sind außer an den Reinhardt-Bühnen tu Berlin auch Aufführungen von Werken Emil Bernhards in New-Iork noch tm Laufe dieses Winters zu erwarten. Aus dm Theater«. B u rgth >ea t er. Morgen . ad y Windermer e s Fächer". (Abonnement sechste Gruppe.) ' Akadem: e; heater. Morgen. Kalb 3 Uhr, ,ß) r r Liebh.ibe r". «Abonnement )iü:rr Gruppe.) O p e r n t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr, zum ersten Male „Andre Cbenier" Als nächste Novität gelangt in der zweiten Halste Februar „Der jurrao Aar" k.L'Aiglon^, Drama von Edmond Rostand,. deutsche Nachdichtung von Klabund, mit Jda Roland, zur Ausführung Bvlksoper. Morgen „Die toten Augen". Anne Roselle tritt Sonntag in „Der Bajazzo" auf. In. der gleichen Vorstellung wirkt zum ersten Male der Bruder, des berühmten Baritonisten Za'.cschi, T. O.r d a, mit., Den Santo singt Gustav Chorjan, der erste Tenor der Warschauer Staatsoper. Vorher „Cavalleria rust'eina" mit Kaimnersännerin ElsaBl a nd. Raimund-Theater. Heute, halb 8 Ubr, Erstaufführung der Komödie „E i n ronraniiiches Abenteuer" mit Astr Nielsen. Das Gastspiel ist auf fünf Tage berechnet. L n st s p i e l t h e a t e r. Freitag den 29. d. wird der Schwank „Aschermittwoch" von paus Fischer züm eisten Male gegeben. Konzert Jascha Heifetz. Im überfüllten großen Saal oes Konzerthauses gab Jascha Heifetz gestcrit seinen Biolinabend, der dem Künstler einen großen Erfolg einbrachte. Wir kommen auf den Abend noch ausführlich zurück.- Jda Rokatw für ein weiteres Jahr an das Burgtheater verpflichtet. Von der Direktion des Burgcheaters wich mitgeteilt, daß der Vertrag . mit Frau Jda Roland für das Jahr 1926 perfektuiert wurde. Deutsches Volkstheater. Zugunstett der notleidenden Pensionsanstalt l-aben Albert und-Else Bassermann -denr altbewährten Schwank der Brüder Schonthan „Der Raub der S a b i n e r i n n e n" durchaus, frische und kraftvolle Lebendigkeit verllll-eti. Der Slriese Bassermanns. eine seiner berithmtesten Rollett. tvird von ihm durch eine Fülle witzigster Einfälle in Wort und Geste zu einer durchaus utenschlichen und. danerud währen Gestalt erhooen. Auch Else Bassermanns überbildete Köchin ist eine köstliche chargierte Figur. Unter Friedrich Rosenthals trefflich znsamptensassender Regie bildeten die Mitglieder des .Hattses, woran Hans Ziegler als Professor Gollwitz, ein treffliches Ensemble. Der große Eriolg veranlaßt die Direktiott, das Stück für das vorletzte Auftreten Albert Bassermanns Samstag,-den 30. d., zu wiederholen.. Jüdische Bühne. Jtt der jüdischen Bühne (Hotel Stephanie) gelangte Lateiners Lbensbild „Etner Mutter Herz" zur erfolgreichen Aufführung.- In den. Hattptrollen zeichnete sich besonders Frau B r a s l a w s k a au8 (zu bereit Ehren der Abend veranstaltet wurde), ferner die bewährte Künstle-ritt G l ü ck s m a tt n, solvie die Herren Jungwirth und Reiß manu. Auch die übrigen Mitglieder des Ensentbles, insbesondere Frau Weinberg und dre Herren W a l b e r g und S ch o % boten gvt? Leistungen. Meyers Lexikon in neuer Austage. In Laienwie Fachkreisen wird es mit größter Befriedigung aufgeuomnten iverden, daß -er vor etwa drei Jahren totgesagte „Mey.r" ntln doch wieder ersteht. Der soeben erschienelte erste Band zeigt wieder die 27. Jänner 1826 ' % alte Gesiegelt heil, äußerlich in Papier und Einband, noch «M in o.-r Fülle, Art und Form des Inhaltes. Ein flüchtige- Durch»! blättern schott gewährt geradezu Genuß, und immer neue Stichproben stellt man an, um zu sehen, wte weit dieser schön« Vattd „auf dem Laufenden" ist. wie lveit er die Fortschritte m Werde« und Wissen, in Geschehert und. Erkennen berotts sich einverleÄt hat-. — Auf 12 Bände ist diesmal die Auflage angelet; dies« Zusamntenzi:hung gegen die 20 Bände der vorigen Auflage kann man in Hinblick auf die verringerte Kaufkraft der Allgemeinheit und auf die Verteuerung aller Bücher durchaus verstehen uwd billigen. Dent int Vorwort nieder gelegten Programm merkt man die reichen Erfahrungen eines Berlages <nt. der in zwei Jahre« das Jttbilänm seines hundertjährigen Bestehens begehet kann. Sehr zu billigett ist die Absicht, im neuen Lexikon die Darstellung noch ntehr dem Verständnis der Allgemeinheit anzupassen und ein zu weites Eingchen auf fachliche Einzelheiten zu vermeiden. Denn ein solches Lexikon ist kein Facklehr- und Nachschlagebuch und soll irnmer den Verdacht vermeiden, hierin sich AuMben anzumaßen, in denen es nach Lage der Sache doch stecken bleiben müßte. Das hindert aber nicht, daß wir im Mitarbeiterverzeichnieine Fiille erster Fachgelehrter begrüßen. — Einzelnes beräuszu- Ä ist schwer. Die Zahl der geographischen und htstorischen i, der Schwarztmd Bunttafeln sowie der illustrierten Beilagen ist groß und überrascht durch die Schönheit der Reproduktionsmethoden und durch die vollendete Ausführung. Zahlreiche Beilagen sind zoologischen und botanischen, andere ethnographischen, anatomischen und hygienischen Inhaltes, wieder andere gehören der Kunst und dem Kunstgewerbe an. Auf dett Tafeln „Astronomische Instrumente" finden wir schon den neuen Riejenrefraktor der Babelsberger Sternwarte, auf den Tafeln „Bahnhöfe" bereits den uingcbanten Bahnhof Berlin-Friödrichstraße in seine: neuen Form, sehr beachtenswert und in modernem Sinne ergänzt zeigt sich die Beilage „Aufbereituna". Auch über „Bäder und Badeeinrtchtungen", über „Baggermaschmen", „Bauernhaus" vt. a. m. ist Rühmliches zu sagen. — In den Artck:.n fiel uns auf, daß die Zahl der in den Text eingestreutm Aob'lduttgen augenscheinlich stark vermehrt ist, was das Ganze belebt und die Wörterkläruitgen entschieden weitgehend unterstützt. Lehrreich ist in diesem.Sinne eine vergleichende Abbildung hoher B-iuwerke: nicht minder gilt das von Abbildungen züm Artikel Abbau, und so könnte man noch lange Weiter aufzählen, ohne 'ich oder vielmehr diesen ersten Baud des neuen „Meyer" zu erschöpfen. Im Artikel Awmismus ist der Atomzertrümmerung unter Erwähnung der Mietheschen Quecksilberspaltungsversuche gedacht; in den zahlreichen Artikeln über Arbeiter . . Arbeiterschuhgesetzr, Arbetterwohnunaen usw. usw. finden wir über diese wichtigen Materien willkommenen Aufschluß; sehr lesenswert ist der Artikel Auswanderung usw. — kurz, die Darstellung dieser und aivderer willkürlich herausgegriffener Stichwörter rechtfertigt ein hohes und uneingeschränktes Lob dieses ersten Bandes und verheißt erst recht vieles und gutes für die folgenden Bände. Wir wünschen dem überrggenden Werk schnellen Fortgang, ungestörte Vollendung und -den Erfolg, der seiner wert ist. Gerichtssaal. Die Lanken müffen der Stenerbehörde ihre Knoden nenne». Der Verwaltungsgerichtshof hatte sich mit einer Steuerbeschwerde zu befassen, welche die Kleinbanken gegen die , bevorzugte Stellung der Großbanken, die ihnen bei der Steuerbehövde zuteil wird, angebracht haben. Die Kleinbanken wurden von der Steuerbehörde zur Vorlage eines Verzeichnisse^ mit Angabe von Namen und Adressen einer bestimmten Kategorie von Einlegern aufgefordert. Sie, Kleinbanken haben nun gegen die Vorlage eines solchen Kunderwerzeichnifses eine Beschwerde an den Bertoaltungsgerichtshoj eingebracht, mit der Begründung, daß diese Aufforderung den. Bestimmungen über das Bankgewerbe widerspreche. Eine solche . Preisgabe der Kundenliste würde mit dem Vertrauensverhältnis im direkten Widerspruch stchen. Sie widerspricht auch dem Grundsätze der Gleichheit aller vor dem Gesetze weil die Großbanken zur Vorlage dieser Listen nicht aufgefordert wurden. Die Kleinbanken würben in chrem Konkurretrzkampf durch die wirtschaftlich übermächtigen Großbanken zu Boden gedrückt. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Beschwerde als unbegründet a b g e.w i e s e n, mit - der Begründung, daß die allgemeine Auskunftspflicht in Personalstenerangelogenheiten die Vorlage solcher Listen gestatte. Sin« der besten SIstriere Horthhs. Budapest, 26. Jänner. In dem aus verschiederten Pro^ zessen bekannten Elaborat der Mi-litäranwaltfchaft wird eine ganze Reihe von Mordtaten aufgezählt, dte im Jahre 1919 auf dem Gebiete jenseits der Donau von Offizieren und solchen Leuten, die sich als Offiziere ausgaben, verübt worden waren. Die Zeitungen veröffentlichen sogar photographische Aufnahmen, wo die. Offiziere sich neben den von ihnen ermordeten Opfern veretvigen ließen, sich also dessen gar nicht schämten, als Henker betrachtet zu werden. Als der offizielle Scharfrichter Michael Bali im Jahre IM sich in den Ruhe stand begab, wurde für seine Stelle der Konkurs ausgeschrieben. Am 15. September 1924 veröffentlichte Redakteur Dr. Nikolaus Gal im „Ä Reggel" eine aufsehenerregende Notiz unter dent Titel: „Der ehemalige Britanniaoffizier Gustav Abdah bewirbt sich um die vakante Stelle eines Henkers." Abday strengte durch seinen Advokaten Dr. Roland Karpari gegen den Berichterstatter eine Verleumdungsklage an, doch wurde Dr. Gal vom Gerichtshof (Vorsitz Dr. Schadl) aus formellen Gründen f r e i g e f p r o ch e n. Dr. Gal hatte dett Wahrheitsbeweis beantragt und sich als Zeugen auf Iwan Hejjas, Paul Pronay, Dr. Otto Kövary, Dionys Bibo, Dr. Karl Rassay, Dr. Ladislaus Boros, zum Beweise dessen, daß Abdah tatsächlich Mitglied des Britan- Prof. Dr. Edmund Nemeth und Geza Fozekas berufen, ltiadetachements getvesen fei und sich nach den Modaliräteit erkundigt habe, wie er die Henkerstelle erlangen könne. Der Gerichtshof wies aber den Betveisantrag ab, weil er die Anklage selbst als verspätet betrachtete. Gegen dieses Urteil appellierte Abday an die königliche Tafel, wo dieser Prozeß heute unter dem Vorsitz Dr. Auers verhandelt wurde. Nach dem Referat des öffentlichen Anklägers vertagte die königliche Tafel die Verhandlung zum Zwecke der Bereinigung gewisser Mängel iip erftgerichtlicheu Verfahren,

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