Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2489 (27.1.1926)
- Date
- 1926-01-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«?^i*-y!i "*■* : «eite« Mm. MMtvoch Wiener MorsenzeUung 27. Jänner 1SS6 Nr. m Ser Dolitifcfje radativewlant. Aus Paris wird gemedet: In den Wonde.'gängen des Palais Bourbon erzählt man diese ebenso hübsche wie auchemische Geschichte: Ern sozialistischer Abgeordneter, Bürgermeister einer mittleren Stadt des Lübens, rief das Mißtrauen seiner Kollegen dadurch wach, daß er mchrere Male im Tage mir zwei schweren Koffern * durch den Laal schritt, den man die „Rotunde" nennt, und wortlos durch eine ins Freie führende Tür verschwand. Lange vermutete man dahinter irgendwelche ehrgeizige Absichten: der bish r nicht besonders hervorgelrctene Deputierte mochte wchl ganze Stöße von Berichten und technischen Strwien in seine Heimat schleppen, um plötzlich als Sachverständiger des Finanzproblems emporzutauchen. Dir Wahrheit aber lautete ganz anders. Der Abgeordnete hat in seiner Heimat mit einer starken Opposition zu kämpfen, die ihm das Leben sauer und seine Wiederwahl fraglich macht. Außerdem ist er zahlreicher Familienvater und im Besitz von geringen Ersparnissen, sagen wir 35.000 Franken. Als nun unter Caillaux zum erstenmal die Rede davon ging, die Preise für den Regietabak zu erhöhen, machte sich der Mann seinen eigenen Plan zurecht. Jeder Franzose kennt den „Caporal ordinaire", den gemeinen Knaster, eine Art Jägertabak von ungewöhnlicher Widerstandskraft. Nach der Farbe der Verpackung nennt man ihn auch wchl einfach den „Grauen". Ter Herr Bürgermeister und Abgeordnete kaute nun innerhalb weniger Tage für sein ganzes Vermögen, 35.000 Franken, ordinären Korporal, den er. in solchen Massen nur bei den Tabakverkarffsstellen de: Kammer hchen konnte, schleppte ihn in sein Hotel und von da nach seiner Heimat. Ein paar Woche» später trat die Erhöhung von 22 auf 30 Sous pro Paket ein; die .Mittleren Franzosen" jammerten, verwünschten Caillaux samt der unfähigen Kammer, und verschonten dabei nicht im mindesten -ihren eigenen Vertreter. Der «wer ließ umer der Hand verkünden, dank seiner besonderen Bezichungen könne er den „Grauen" auf längere Zeit noch zu 26 Sous liefern, natürlich nur an seine Wähler. Darob herrschte in der ganzen Siad: nichts als begeisterte Bew'.md-:rung für den einflußreichen Bürgermeister, uiiD mehr als 400 Stimmen der Opposition wurden geivonnen. Ter gleiche Fall ist jetzt wieder eingetreLn: Doumer verkünde: eine Erhöhung des .Forporal" auf 2 Franken 40 Saus, und der Mgeordnete schlepp: von neuem seine schweren Koffsr durck die Rotunde: er wird den Grauen . auf Monare hinaus zu 35 Sous verkaufen können upd' seinen politischen Gegnern den 'etzien Maim abspenstig machen. Ler sich grtroffen Mit. Der Refftnschützler, der sich in einem Roma« erkennt. Aus Budapest wird uns berichtet: Ter Schriftsteller Desid.r S z a b o, der bis vor einiger Zeit noch ein wütender Rassenschützler war, hat, offenbar angewidert von den Erfahrungen, die er mit seinen Gesinnungsgenossen hakte, sich von diesen abgewendet und o.röffentlicht unausgesetzt die heftigsten -Angriffe gegen die Führer der Gegenrevolution/ In einem jüngst erschienenen Roman, der den Titcl ,Hilfe!" führt, enthüllt Szabo, eine ganze Anzahl der rasfenschützlerischen Größen und ihrer journalistischen und schriftstellerischen Soldknechte. Dü in diesem Roman Gekennzeichneten lösten mit dem Autor alle gesellschaftlichen Verbindungen, aber taten so. als wären sie. nicht selbst gemeint. Bloß einer, der rassenschützlerische Journalist Ala dar Bodor, der so deutlich im Roman gekennzeichnet ist, daß Ungarn über ihn lacht, mußte sich zu erkennen geben und tat dies in echt rassenschützkrischer Weise. Im-Cast Philadelphia in Ofcn, wo Tesider Szabo in Gesellschaft seiner neuen. Freunde die Nachmittage verbringt, erschien dieser Tage Aladar Bodor, schritt auf Szabo zu und sagte ohne Gruß: ,Hch bin gekommen, um dich für deinen neuesten Roman abzuohrseigm. Hier hast du für den ersten Band die erste Ohrfeige." Im nächsten Augenblick faß auch bereits de soeben angelündigte Ohrfeige. Trctz der Überraschung konnte sich die Ges.llschast des Lachens nicht enthalten, als der insultierte Romandichter zu brüllen begann: „Hilfe, Hilfe!" Szabo hätte sich, rlich auch die Ohrfeigenquittierung für den zweiten und dritten Band erhalten, wenn die Kellner dem Bodor nicht rechtzeitig in den Arm gefallen wären. Desidsr Szaby, der seit dieser eigenartigen Abrechnung seines Romaüh.lden Gegenstand des Hohns und Spottes ist, leugnet hartnäckig, geohrfeigt worden zu sein, während dev», aktive Teil dieses Intermezzos Aladar Bodor mit derselben Hartnäckigkeit dabei verharrt, daß die Ohrfeige gefallen sei. Er erklärt sich bereit. Szabo bei nächster Gelegenheit auch noch die ausstehenden Ohrseigen für den zlveiten und dritten Band des Romanes m b.c gleichen Münze abzutragen. Irr vhrttoaeisi seht um. '2itic Kundgebung der zionistischen Sektion für die westlich?« Bezirke Wiens. # Bei riwm am 16. d. in einem Vortragssaale der Inneren S:M veranstalteten Unlerhaltungsabend ereignete sich folgender» in unserem Blatte srstgehrliene: und in der Wiener Ookftntlichfeit viel besprochener Vorfall: Im Nahmen der künstlerischen Darbietungen des Abends ge*' langte unter anderem auch ein Couplet zum Bortrag, in welchem sich der Autor anschließend an eine der bekannten geschmacklosen Lebswellgtschichten in spöttischen Anspielungen auf' den Zionismus und das jüdische Aufbauwerkin Palästina erging und dabei selbst vor einer Herabwürdigung der dem gesamten Judentum heiligen Güter unserer religiösen und nationalen Tradition nicht zurückscheute. Der im Saal alz Gast anwesende Präsident der zionistischen Sektion für die westlichen Bezirke Wiens, Rechtsanwalt Dr. Max Bernhardt, jorome den Vertragenden, der übrigens ebenso wie '""iw und der Komponist dem Juderttum entstammt, in energischen Worten auf, seinen Gesang abzubrechen, da das Lied eine gröbliche. Beleidigung einer großen religiöftn und nationalen Gerneinschaft bedeute. Der Appell blieb jedoch ohne jede Wirkung, weil das gleichfalls zu neun Zehntel aus Juden bestehende Publikum an diesem Couplet derartigen Gefallen fand, daß ez sich in seinem Genuß um keinen Preis stören lassen wollt« uns unler denronsttativem Applaus die Fortsetzung des VortrogeS verlang!«. Als der Sänger nunmchr in seinen Verhöhnungen des Judentums fortzusahren versuchte, verließ Dr. Bernhardt zum Zeichen des Protestes den Saal, nicht ohne vorher das beispiellose Vorgehen der Anwesenden in gebührender Meise gkbrandmarkt zu haben. Der Porsall, der die mannigfachsten Angriffe auf die Person des Herrn Dr. Bernhardt zur Folge hatte, gelangte auch zur Äennlnis des Präsidiums der zionistischen Bezirkssektic» 6-8 und wurde von demselben in einer am 21. d. stattgefundenen erweiterten Ausschußsitzung der Sektion, der auch die öffentlichen Mandatare sowie zahlreiche andere angesehene jüdische Bürger der Bezirke zugezogen wurden, zur Sprache gebracht. Nach Darlegung mtb eingehender Besprechung der Angelegenheit gelangte nachstehende R esolution einhellig zur Annahme. „Tie Unterzeichneten AuSschußmitgsieder und Vertrauensleute derzicnisti'chen Sektion für die westlichen Bezirke Wiens sprechen ihrem verehrten Präsidenten. Herrn Dr. Max Bernhard. für seine mutige und entschlossene Zurückweisung der unter dem Mantel eines künstlerischen Vortrages erfolgten frivolen Herabsetzung der jüdischn religiösen und nationa'en Trad'rlon und des zionistischen Aufbauwerkes wärmsten Dank und Anerkennung aus und erklären sich mit seinem Borqch^n vollkommen solidarisch. Das chara kt er- und würdelose Benehmen eines Großteils des jüdlf^en Publikums, welches diesen Angriffen auf dt«' Ebre des jüdischen Namens Beifall zollte, muß jeden anständigen und bewußten Juden mit tiefster Empörung erfüllen. Herr Di-. Bernhardt har durch seine Lattung der gesamten Oelfentlichkeit ein beherzigenswertes Beispiel ehrlicher un^ aufrechter jüdischer Gesinnung gegeben. Gleichzeitig wird der Wunsch ausaesprochen. daß das Zionistische Landeskomitee als die Vertretung des bewußten Judentums Oesterreichs gegen die in letzter Zeit wieder überhandnchmende Verunglimpfung jüdi'cher Ar: uns Sitte durch Erzeugnisse einer pseudvkünstlerischen Varietrlitera'ur öffentlich Stellung nehme und die zum Schutzedes Ansehens der jüdischen Bevölkerung erforderlichen Maßnahin cn ein leite. Rabbiner Prof. Dr. I. Trobinsky: Rabbiner Prof. Dr. M. Bauer; Bezirksrat Moritz Kchn; Bezirksrat Adolf Hirsch: Doktor Alfred Löwy, Vizepräsident der Zionistischen Beurkssekiion 6-8; Berta Berger; Leopold Bauer; M. Krumbein: Adfl» Pol, lak; Leo Schneider: Julius Steiner; Wilhelm Wagschal, städti'ckie Für'vrgeräle der Bezirke 0—8. Cs folgen die Unterschriften der Aus'chußmitglieder und Vertrauensleute der zionistischen Bezirkssektion 6-8: Stephan Barber, Emil Tickstein. Wa'ter Fleischmann, Prof. Tr. Heinrich Glan^ Torit 6flaß. Vib'-lwp Glaß. Prot. Tr. Philipp Goldleraer. Dr. Alfred Grüner, Frieder:!» Grosner, Karl Hirsch. Fine Hofmann. Dr. March« Hofmann. Tr. Norbert Hostnonn, Redakteur Phff'pp Hofmonn, Tr. S. Holdengräber, Dr. Maximilian Horowitz. Dr.. Karl Jellinek. Moritz Kcbl'tz, Rosa Kchn. S. Kricgsmann. Anna Meisess. Isidor Pttf'erbaum. Tr. Kurt Sax'. Dr. Max. Dchnobk, Rösa Schne'der. Dr. Ernst Schncert, Vaul Stein. 5^s d7r Spira^ . Robert Steiner. Lazar Storch. Med. Ch. Verständig Ein Großfeuer in Sber-Zt. Bett. Di« Glasauer Meierei in Nammen. — Wahrscheinliche Brandlegung. ' Großes Auffehen erregte in den gestrigen Abendstunden ein Großfeuer, das in Ober-St. Bert ausgobrochen ist unh das leicht der ganzen Umgebung, oie aus mst Schindeln gedeckten Hgüsepn bestcht, hätte gefährlich werden können. In der Glasauergasse 34-36 befindet sich die große Meierei Glasauer, auZ der gestern abends Passanten plötzlich helle Flammen zum Himmel emporschlagen sahen. Die Wiener Berufsfeuer» wehr wurde sofort alarmiert. Sie traf bereits die Obergeschosse der ' Stallungen in Flammen. Nun erging sofort die Meldung „Groß» feuer" an die Zentrale der Feuerwehr und in wenigen Mirtuten waren auch schon zahlreiche Löfchznge zur Stelle. Der Brand schien im ersten Augenblick ungemein gefährlich, zumal die Feuerwehren mit großem Wassermangel zu kämpfen hatte«. Erst als die Bemfsfeuerwehr unter Anwendung von Kraft* pumpen aus einem zirka 600 Meter vom Brandplatz en^ernte« - Teich- Wasser hrranzichen konnte, setzte erst die volle Löschtätigheii ein. ' •' Der Brandplatz, um den sich inpvi'chen 2000 Perlon«» an*' jPsämmelr hatten, bot ein schauriges Bild. Hellauf lcdrrten die Flammen, durch das trockene, oingelagerte Heu und Stroh ber Vorratskammer genährt, zum Himmel und e8 bestand zu fürchtim, daß sie im Nu auch auf die anderen Objekte übergreifen würden. - Mährend sich Feuerwehrleute bemühten, die ganz wild ge» wordmen P^rüde, denen Decken über die Köpfe geworfen werden mußten, da sie sonst n-icht aus dem Feuerbereich zu führen gewesen wären, in Sicherheit zu bringen, setzten die Kraftspritzen ein und nach einem fast erneinviertelständigen Ringen gelang es, das Feuer zu lokalisieren, und nach etwa einer weiteren - Diertelstunde den Brand so weit zu löschen, daß die Gefahr beseitig! erschien. Die Enfftehungsursache des Brandes ist noch , nickst ganz festgestellt, doch dürfte es sich allem Anscheine nach um Brandlegung handeln. Die Feuerwehr stellte fest, daß das Feuernämlich in zwei mit Heu beladenen Fuhren '.»usge»- bröchen ist. Der Besitzer 'ist;um Teile gegen Brandschaden ver» sichert. Die Gesamthöhe deS verursachten Schadens fft noch unbekannt. * Wiener Ki'ch« in Berlin. Vir machen unsere ' Leser auf die erstklaigen Risiauralirnsbetriebe der renommlertm Restaurateure Vogel und Rosenlaum in Berl'n aufmerksam. Die unter Au sicht des Rabbinats der jüdischen Gemeinde Berlin usth ceS Hamburger Bere'nes stehenoen, streng koscher ge'ühr en Restaurants. Schlüterstraße 60 (am Bahnhofausgang) und AugS.urg;rstraße 23 (Augsburger Hof), lverdcn von den uack B^ in kommenden Fremden wegen der bekannt vorzi-g-licken Wiener Küche, der zivilen Preise und der aufmertsartten Broienung mit Vorliebe ausgesucht. , Sn Ben -sinnen van Sedr'ffeni. Am 83. d. wurde der 30jährige angebliche Kaufmann Jakob Ros.enberg aus Gdow in Polen, im Hotel „Römischer Kaiser" wohnhaft, auf Anzeige eine- Kontrollor« einer Viehfirma wegen Erpressung verhaftet. Der Kon» trollor war seinem eigenen Geständnis zufolge, wegen feinet hcmosextrellen Veranlagung in Erpresferhände' geraten. Sr hatte im Atärz v. I. mit einem Manne, den er unter dem Name» „G i r a" kannte, Beziehungen und hat zu den Zusammenkünften ein Atelier iu der Schottenfeldgasse benützt. Einmal erschien m der Nacht ein.Mann, der sich für den Besitzer des Ateliers ausgab, und drohte mit der Anzeige, wenn der Kontrollor ihm nicht 1000 S. geben werde. In dieser Zwangslage' mußte dieser die verlangten 1000 S. erlegen. Später ka« der angebliche Atelrerbesitzer wieder und erhielt 500 S. Einige Monate später kam wieder ein Mann, der sich unter dem Namen „Fehringer" vorstellie, berief sich darauf, daß er von dem peinlichen Sachverhalt im Atelier Kenninis habe, und ließ sich als Schweiggeld 120 S. auSzählen Um weiteren Erpressungen zu entgehen, entschloß sich der Kontrollor znr Erstattung der Anzeige. Die Erhebungen führten dann zur Verhaftung Rosenbergs, der als der angebliche Atelicrbrsitwr fcstgestellt wurde. Rofenberg, der wegen Betruges mit acht Monaten schweren Kerkers vorbestraft ist, behauptete, den Aufenthalt des Mannes, der sich „Gira" genannt, nicht zu kennen. Es wurde ermittelt, daß er der 19jährige Bauzeichner Johann La patsche! ist. Lopatschek verbüßt gegenwärtig eine einjährige.schwere Kerkerstrafe wegen Erpressung an etnenr Amerikaner. Rosenberg wurde gestern dem Landesgericht eingeliefert. Ter Kontrollor wurde wegen der Verfehlung der Staatsanwaltschaft angezeigt. Auch gegen Lopatschek ist die 3lir zeige erstatte^ worden. Wien, 27. Jänner. , ♦ TmUretttr. Das Tauwetter »'achte gestern weitere Fort« fchriüc. Gegen Abend jetzw Regen e'.n. Tie Prognose für heute lauttt: VorÄergchende Verschlechterung, Regen, Temperaturzunahme, andauerltd starke Lawinengefahr. * Die Lebensmüden. Gestern vormittags bat sich der 71jährige Pensionist Josef D i t t r i ch mit einem .Handtuch an einer Tmschnalle erhängt und wurde tot au gemnden. — Vorgestern früh fand dir bei dem Prwatbeamten Hans Gödel bediensteie Hausgchilsin Josefine Bayer ihre 22jährige Kollegin Amalie Th i l l er m der mit Leuchtgas erfüllten Küche leblos auf. Die Nrsacke deS Selbstmordes dünte eine gegen das Mädchen grundlos Erhobene Beschuldigung bcS Diebstah.s und die dcshalb erfolgt« Künd'gung sein. — Wie berichtet, wurde am 2. d. beim städtischen Lagerhaus eine Froucn'eicke aus dem Wasier gezogen. Sie ist als die der 22jähr.g.en Hausgehilfin Anna Mertz erkannt Warden. DaS Mädchen trug sich schon lange mit Selbstmordgedanken. ♦ Der angckündigke SMtwcrd. Die 37jährige Pau'a K. hat sich am 22. d. aus rhrer Wohnung in Wien entfernt und a wgeküntzlgt,.daß sie in der Gegend des. Troppberges-Sofienalpe Selbstmord durch Morphium unlernctynen werde. Auf die Auffindung der Vermißten ist eins gute Belohnung ausgesetzt. * Angenehme Fehrglfte. Gestern friiJj um halb 5 Uhr mieteten drei Männer im'3. Bezirk ein Auw und fuhren mit ihm nach Hietzing. Dort ließen sie den Chauffeur Josef Nedlik halten und stiegen'ans. As der Chauffeur ''einen Fuhrlohn verengte, fte.en sie über chn her tmd prügeltcn ihn so brutal durchs daß Ncdlik gwße Bluttmlcn am Kopfe^ erlitt. Tann flüchteten die Gewalttäter. sie konnten bisher nicht ausgeforscht werden. * Gestern 53 Wchnmrgen als vermietet angemeldet. Gestern wurde« beim städti;ck«n Wohnungsnachtreis 53 Wohnungen angemeldet. Gleichzeitig wurden aber auch alle als wieder vermietet abgemeldet. . ♦ Klasicnkotlerte. Bei der gestern abgehaltonen Zichung der 2 Klaffe gewannen: 40^00 2. das Loz Nr. 28.841; 20.000 S. das Los Nr. 4231; IOjOOO S. dos Los Nr. 44.622; je 5000 S. die Lose Nr. 860 und 82.757; je 8000 S. die Lose Nr. 23 535, 42.561, 54.203. 57.629 und 63.203; je 1000 S. d e Lose Nr. 9639, 11.828, 12.786, 26.206, 36L05, 43.841, 45.760, 77.206, 92.622 und 98 671. Außerdem wurden 2480 Gewinne zwffchen 500 S. und 96 S. ausgelost. * Ein Gesellschafts- und WirtschaftSmufeum. Im Gebäude der Garteubaugesellschast am Partring hat das Gesellscha'ts- und Wirffchaitsmuseum eine Ausstellung vpn gesell chafts- und wirtfchailswissenschastlichen Lchrbchelfen singerichtet, die ,gestern mittags durch den Bürgermeister Seitz eröffnet wurde. Tie neue Ausstellung umwßt sechs Abschnitte. Zuerst werden in neuer Tarstellungsmethde Land und Leute' gezeigt, worauf der Wohchausüau, die Wchnunasbeschaffung, die Siedlungen und' tichbauten folgen. Im Mfchwitt Städtebau werden alte und neue tadtanlaaen, Bertchr. Grundflächen usw. ebenfalls nach besonderer Methode daraestellt. Ter nächste Abschnitt umfaßt die Dartellung des Wohl'ahrtswesens. ihm schließt sich d'e Tuberkulosebekämpfung an und zum Schluß zeigt in leichtfaßlichen Brldern eitw eigene Meilung Lebenshaltung, Einkommen. Arbeiter- und Produktlonsorganisationen. Bodenreform. Rassen. Religionen usw. Die Ausstellung kann täglich von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags besucht tverden. * Eine „solide" Firma. Gegen den 42jährrgen Kaufmann Heinrich Braun. Johann-Sirauß-Gasse 41, liefen in den letzten Tagen Anzeigen verschiedener GeschäftSieute ein, die bvsag rn. daß Braun bei Kautt-euten Waren bezog, unv mit Postsxarkassenschecks bezahlt hat. die sich aber in allen Föllcn nachträglich als ungedeckt erwiesen. Erhebungen ergaben, daß Braun seit August einen Eier« und Butiechandel zuerst in dcr Spengergasse, bann in der Schallergasse 19 beweibt. Ter anaezeigle Schadensbe.'rag erreicht eine Höhe, von etwa 10.0 00 Schilling. Braun wurde verhaftet. * Buturteilung eims Betrügers. In Amsterdam wurde, wie dem Wiener Sicherheitsburrau mitgeteilt wird, der Artist Marcell Freud, der auch iu Wien Betrügereim mit fal'chm Schecks verübt hat, wegen Wchltätiakeitsschwinoeleien zu vier Monaten, Äe'ängnis verurteilt. Freud ist in Wien lange Zejt hindurch unter dem Namen Fredelli str verschiedenen Bar.eteS aufgetreten. * Auszeichnmlg des OberrabbiuerS von Padua. Auf persönlichen Vorschlag des Königs von Italien wurde dem Oberrabvtner von Padua, Dr. Castel-Byloanesi. der Ritterorden der italienischen Krone verliehen. Oberravbiner Dr. Castel-Bolognest ist vor kurzem von einem Palä'iinabesuch heimgekehrt und war auS diesem Anlatz Gegenstand von Ehrungen seitens seiner Gemeinde. - Keine Sabbatarbeit für Juden an de» polnische» Staatsschulen. AuS W a r f ch a u wird berichtet: Der Unterrichtsmlnifter versandte ein Zirkular an alle staatlichen Volks- und Mittelschulen mit der Instruktion, sämtliche jttdischen Schüler vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeiten an Sabbattagen und an anderen jüdischen Feiertagen zu befreien. -ttsirMsi-A W1,"»IN, I ' 'IN lBliitsiisiM! m e siiig»-F'1r - > —.<rlitt >r r irn«,MmoriwoliiMi « trriiiwuir iirtfnTMifij > ». » ■ .„ni.i. mwi, 5-.I