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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-27 · Heft 2489 (27.1.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2489 (27.1.1926)
Date
1926-01-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Me. SM MM. MMöH "'.'Lsu'erS'.ngS machen die Sozialdemokraten auch ,'c/^n VundeSkanzler Ramek selbst scharf, mit dem sie sonst schicklich wü> friedlich zu verkehren wußten. Sie verlangen jetzt auf einmal, Haß die Arbeiterversicherung im Expreßtempo erledigt werde. Die Mehrheit treibe, so sagen sie, im Ausschuß Obstrukuon gegen das Pler-v.rflchcrungsg«setz. Könne Dr. Ramek nichtdagegen tun, tarn werden eeben andere mit anderen Mitteln treffen müssen. Tatsächlich obstruiert ist nur der Finanzausschuß hier steht das Bouaufwanübegünstigungsgefttz, dessen Gltungsdauer mit Jahresende abgelaufen ist, zur Beratung» Di« Sozialdemokraten haben sich fast voll'ählig zu Worte gemeldet md fassen^ sich nicht gerade kurz, wenn sie auch nicht zugeben Zollen, daß sie obstruieren. Gestern kamen Dr. Bauer und Abgeordneter Schi«gl zu Wort. Bauer behauptete, seine Harteigenossen hätten keine Obstruktion unternommen. Sie werden eS aber bei jeder Gelegenheit unternehmen, den Mehrheitsparteien nachdrücklich klar zu machen, welche Verantwortung sie aus sich nehmen, wenn sie dem Skandal, der durch das Ablaufen des Anforderungsgesetzes im Wohnungswesen herrscht, nicht schleunigst ein Ende setzen. Für di« Epezialdebatte kündigte er einen Abänderungsantrag zum Bauauf. wandbMstigungSgesetz an, das in Hinkunft „Gesetz über Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnotheißen soll. Ferner soll ein neuer Artikel 1 eingeschaltet werden, nach welchem in, WohnungSanforderungSges.tz die Klausel über das Ende der WirksamkeilSdauer des Anforderungsgesetzes am 81. Dezember 1925 zu entfallen habe. Finanzminister Ko'.lmann behielt sich zu diese« Antrag« Stellungnahme für die Spezialdebatte vor, Stefltttmt« und fwffe. Edte Red« de- Bundeskanzlers Dr. Ramek aus de« Concordiaball. Am Montag, abends, fand im Konzetthaus der diesjährige /oneordiaball statt, zu welchem der Bundespräsident Hainisch, der Bundeskanzler Dr. Ramek, der Unterrichtsminister Doktor Schneider, der Landeshauptmann von Niüderösterreich Doktor B u r e s ch, der Polizeipräsident Dr. Schober sowie die Spitzen der Wiener Gesellschaft erschienen waren. Auf die Begrüßungsansprache des Präsidenten Wen graf Antwortete der Bundeskanzler mit einer Rede, in der er u. a. sagte: „Die wahre Demokratie kann der öffentlichen Meim»n£ nicht entbehren, oie demokratische Legislative bedarf ihrer, um die manchmal außerordentlichen harten und schweren Bedingungen, denen die Volksvertretung unterliegt, auch der großen Oeffentlichkeit begreiflich zu machen. Unsere Republik hat in den sieben Jahren ihres Bestandes Schweres erlebt. Aber die staatSflnanziielle Sanierung ist gelungen, unsere Währung stcht unangreifbar da, die Reformen, die wir aus dem Genfer Vertrag übernahmen, sind beendet, damit gewinnt auch Oesterreich — natürlich immer in den möglichen wirtschaftlichen Grenzen — seine finanzielle Bewegungsfreiheit zurück. Die Regierung verschließt gegenüber diesen großen Erfolgen, heroorgegangen aus der Men Energie unseres Volkes und seiner Vertreter, ihre Augen Nicht vor den außerordentlich großen Schwierigkeiten, in denen sich gerade gegenwärtig die österreichische Wirtschaft befindet. Sie wird alleoaran setzen, umauch über diese FäZrlichreiten hinwcgzukommen. ■ Die Schwierigkeiten der österreichischen Privatwirtschaft sind allerdings nur ein kleiner Aus- Sjnitt aus der Lage Gesamteuropas, und volle und ganze Heing kann auch uns nur erstehen, wenn der Geist der Beruh,- «urig, der seit den Tagen von.L o earno sich auf poll 1 bschem Gebiet allmählich bemerkbar macht, auch daS europäische Wirtschaftsgebiet in seine beruhigende Atmosphäve einbezieht. Ich weiß, dazu wird noch Zeit vonnöten sein, um auch für Oesterreich volle Resultate erstchen zu lassen. In der Zwischenzeit sind wir auf eigene Kraft erstellt, UNS so wie oie junge Republik Oesterreich schon zu wiederholten Malen große Schwierigkeiten mit Ersolg bekämpfte, so wich auch diesmal unserem zähen ausdauernden Willen Erfolg beischieden sein. Eine unentbehrliche Mithilft in diesen Bestrebungen der Bundesregierung . bildet Ihre Arbeit. So wiie die gewählte Volksvertretung, die Trägerin der repräsentativen Demokratie, sind auch Sie, meine Herren, sich der Ziele bewußt, um die das österreichische Volk kämpft. In diesem Sinne begrüße ich Sie als die Mit-arbriter an unseren gemeinsamen,, großen, staat- Men Zielen." ..' Reuenmim in der ungarischen Soll» behandln«». Im Interesse der Bequemlichkeit de's reisenden PubllkumS wird bei der ungarischen Zollbehandlung die Neuerung eingeführt, daß die Verzollung in Hinkunft ausschließlich auf den Eingangsstationen erfolgen muß, wo den Zollbehörden zu diesem Zwecke dreißig Minuten zur Verfügung stehen. Nur m Ausnahmefällen dürfen die Zollbeamten den Zug bis zur nächsten Station begleiten. Gleichzeitig werden Maßnahmen getroffen, durch die eine neuerliche Kontrolle auf den Eisenbahnstationen im Innern des Landes durch städtische 83m* zehrungssteuerkonlrollore beseitigt wird. Kurze Nachrichten. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist in den italieuisch-englischm Gchuldenvechandlungen gestern eine endgültige Einigung erzielt worden. Die formelle Unterzeichnung des SchuldenattommenS wird voraussichtlich morgen stattfinden. Die Besprechung Chamberlain-Briand soll sich u. a. mit der Frage der Entwaffnung Deutschlands. der Zulassung Deutschlands zum Völkerbund, der Besetzung des Rhein- 'andkS und der vorbereitenden Abrüstungskonferenz beschäftigen. Die alliierte Militärkontrollkomnnssion verbleibt noch weiterhin in Berlin, da »aih chrer Feststellung die Mrüsiungsbedinaungen nicht erfüllt sind. Die belgische S« naist ommrs fron für auswärtige Angelegenheiten hat heute die Verträge von Locarno gebilligt. Dw Arbeitslosen Deutschlands betrugen am 18. Jänner laut offizieller Statistik 2,092 958. Der Chef der französischen Militärmission in der Tschechoslowakei. General M ittelhaus er. verläßt Prag und übernimmt ein Kommando in Marokko. Tein Nachfolger als Ehek der franMchrn Militärmission wird Geueral Fauch er. Zwischen der Schweiz und Italien wird der Visum« Kir Touristen, Handelsreisende. Studenten uiw. ohgejchM ttsucheM Wtt « bestehen. Men» ___ ragerbericht. 91« Aursrkaltung der hebMchen LniversiM. Beginn des Neubaues für das Einstein-Institut und die Bibliothek. Jerusalem, 26. Jänner. (I. T. A.) Architekt F. C. MearS, der gemeinsam mit Pros. Patrick Geddes die Pläne für den Aufbau der hebräischen Universität ausgearbeitet hat, hat soeben die Pläne für den Aufbau des Einstein-Instituts (mathematische Fakultät) der Universität sowie die Pläne für den Ban der Nationalbibliothek beendet. Beide Gebäude werden auf dem Berge Skopus Platz finden; mit dem Bau wird schon in den nächsten Wochen begonnen werden. Der Grundstein für das Einstein-Institut wurde, wie erinnerlich, am 2. 'April 1925 in, Rahmen der Feierlichkeiten für die Eröffnung der hebräischen Universität gelegt. Ter Zeremonie der Grundsteinlegung wohnten bei: Lord B a l f o u r, Sir Herbert Samuel und Vertreter von 25 Universitäten. Die jüdische Nationalbibliothek ist gegenwärtig in einem ganz und gar unzureichenden Gebäude untergebracht. Die Verwaltung der David-Wolfsohn-Stiftung beschloß deshalb, dtzn von dem verstorbenen Präsidenten der Zionistischen Organisation hinierlassenen Fonds für die Errichtung eines der Nationalbibliothek würdigen Gebäudezu verwenden. Mfenftreit in Ser'alkles. Paris, 26. Jänner. Nach einer Meldung aus Versailles sind die Angestellte» der dortigen Börse heute zum Zeichen dcS Protestes gegen die beabsichtigte Erhöhung der Börsenumsatzsteuer nicht an der Börse erschienen. Die Berufsvereinigung der Bankiers ihrerseits hat im Namen von 130 Bankiers sowie Börsen« und Wechselinstituten in einem Schreiben an den Finanzminister gegen die beabsichtigte Börsenumsatzsteuer Protest eingelegt. Telephons!«» in Polen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeituug".) Warschau, 26. Jänner. Infolge von Lchndifftrenzen sind heute alle Telephouangestellten Polens in den Streik getreten. Der innere Telephonverkehr' im Lande ruht vollständig. Rein WrUkonoreb &tt Pekbranche in Mm. Absagen aus dem Auslände. Für die Zeit vom 14. bis 20. Mai dieses Jahres war in Wien tote-Veranstaltung eines Weltkongresses der Pelzbranche seitens der hiesigen führenden Organisationen dieser Branche und den Kommerzialräten Jly, Penizek und Tuma an der Spitze beschlossen und von der Kongreßkanzlei, di« sich im Messepalast (ehemalige Hofstaüungen) befand, auch die Einladungen hierzu m alle Weltteile verschickt Wochen. Gleichzeitig sollte auch eine internationale Pelzmodenausstellung uw) eine AutomMschau stattfinden. Die Antworten aus diese Einladungen lauteten nicht sehr erfreulich, denn sie bildeten Absagen. So kam von Amerika die Mitteilung, daß dort bereits die Abhaltung eines Weltkongresses d?r Pelzbranche im heurigen Frühjahre m London beschlossen wurde und alle hierzu erforderlichen Vorarbeiten schon zum Abschluß gebracht worden seien. Von London selbst kam die Erklärung, daß mit Rücksicht daraus, daß der gesäurte Welthandel sich in erster Linie in London abspiele, eine solche Veranstaltung wie ein Weltkongreß doch nur dort siattsinden könne. Dieser letzteren Begründung pflichtete sogar dir am Pelzmarkte führende deutsche Branche bei und verzichtete daraus, in Leipzig einen Kongreß abzuhalten. Die.österreichische Pelzbranche wird sich infolgedessen ebenfalls am Londoner Weltmarkt beteiligen. -ie Gründung einer Wiener sephardischen Lokalorganisation. Anläßlich des 14. Zionistenkongress-s in Wien' lagtauch die Weltkonferenz der sephardischen Juden und schuf die s e P h a rbische Weltorganisation. An dem Ausbau dieser wichtigen Organisation arbeitet nun mir großem Veranttvortungs« gefühl ein Exekutivkomitee. Als Delegierter dieser Exekutive traf Herr Dr. Braco Pol jo kan in Wien ein, um hier eine Lokalorganilsation zu schaffen, welche noch die besondere Mission hätte, den sephardischen Gedanken m den westlichen Ländern zu verbreiten., Herr Dr. Poljokan hat in Wien ernste Arbeit geleistet. Zunächst sin engeren Rahme» des Hochschülervereins Esperanza, später in einer unter dem Protektorat der Wiener sephardischen KultuSgemeinde von sämtlichen sephardischen Korporationen emberufmen Massenverfanimlung, welche am 21. d. im türkischjüdischen Tempel statt fand. Er berichtete über die Arbeit des Exekutivkomitees, welche teils in Saloniki seinen Sitz hat, teils -in Jerusalem. Bon Saloniki aus wird sie organisatorische Arbeit in den Ländern der Diaspora geleitet, während der in Jemsalem amtierende Unterausschuß sich auf die Behandlung der Kolonisationsprobleuke der Sephardim in Palästina beschränkt. Die Weltorganisation der Sephardim stcht auf dem Standpunkt, daß ohne intensivste Arbeit in Erez Israel auch eine Renaissanee der sephardischen Judenheiit in der -übrigen Welt unmöglich ist. Der Vizepräsident der sephardischen Kultusgemeiche, Herr Robert de M a j o, dankte dem Redner im Namen aller sephardischen Löorporationen. Es hatten Esperanza, Union Espanola. Jehuda Halevy uns La Societad de bienfesensja de las Hamas sefaraditas, teilgeuommen. Auch der Rabbiner der sephardischen Gemeinde, Herr Nissim Ovadia, sprach warm für den Zusammenschluß, woraus be« schlossen wurde, ein« ftphardische Lokalorgamsation in Wien gemäß den Statuten der Weltorganisation zu gründen. Mit den Vorarbeiten wuch« rin aus sechs MitglietzA» bev^ickr^ _ Mner IM DM 8 9er BortrageMur vre iloMischeu Laave» komltee». Geschichte des Zionismus und Ideologie der zionistischen VevegmG Den nächsten Bottrag im Rahmen des Vortragszyklus delj Zionistischen Landeskomitees hält Oberbaurat Ing. Robert Stricker über „Zionismus in der Poriti^ am Donnerstag den 28. d. pünktlich um halb 8 Uhr abends rm Kludheim der Hakoah, 1. Bez., Mpplingrrstraße 24 Die vorgsmcrkten und noch zu habende» restlichru Karten sind im Zionistischen LandeSkomit«. 1. Bez., Kärutnerstraße 88, bis spätestens DonnrrStavormittags abzuholen. Legende vom toten Lastttügrr. Rabbi Jvhanan ben Zakkai erzählte: Ich ging einst det Weges und sah einen Mann, drr Holz suchte. Ich redete ihn an, er gab mir aber keine Antwort. Danach ging er auf mich ju und sprach: „Ich bin ein Toter und tet» Lebender.- Da fragte ich ihn: ,MaS soll dir das Holz, wenn du tot bist?- Der Lastträger erwiderte: „Mein Herr, höre mich an, bis ich dir alles erzählt habe. AIS ich noch am Leben war, beging ich einst eine Sünde mit meinem Genossen auf dem Hofe. Als wir mm ins Jenseits kamen, wurde über uns verhängt, im Feuer täglich verbrannt zu wer. den; mit dem Holz, das ich sammle, wird mein Freund verbrannt. mit dem, was er sammvlt, verbrennt man mich." Da sprach ich zu dem Manne: „Wie lange noch wich eure Straft währen?« Er antwortete: , „Als ich hierherkam, hatte ich aus Erden «in schwangereS^ Weib Mrückgrlassen und ich weiß, daß sie einen Knaben geboren hat. Gewähr' mir nun die Bitte, und sorge für ihn, bis er fünf Jahre alt geworden ist; alsdann führe ihn zu einem Lehrer, der chm das Lesen beibrmgt. In drr Saunde, wo er rufen kann: Benchsit den Herrn, den Allgebenedoiten — werde ich aus >dsr Hölle geführt.". (Aus: ,Ser Born JudaS".) . kar Urteil gegen den „Hammer"'Frilfch. Mild« Behandlung des Verleumders. Wir haben gestern daS Urteil der Hamburger Straftamm< in drr Sache Max Marburgs gegen den „Hammer"-Fritsch mitgrtrilt. Fritsch hatte in einer „Der heimliche Kaiser" betitelten Bwschüre sowie in mehreren Artikeln im „Hammer" eine Reihe von Verleumdungen gegen Marburg u,w Melchior in die Welt gesetzt, so u. a. die, daß Marburg als einer der Sachverständigen Deutschlands bei den Versailler Friedensvechandlungen di« deutschen Interessen verraten habe zugunsten der Entente, auf deren Seite sein Bruder Felix Marburg Sachverständiger in Versailles war. (In Wirklichkert ha: Felix Marburg an den Versailler Verharwlungen nicht teilgenommen.) Fritsch schrieb ferner, Marburg lasse Juden zu Diplomaten auMden, um die Völker unter das Judenjoch zu bringen.. Ms die Herren Marburg und. Mlchior dir erste Klage gegen Misch emreichten, tat Fritsch in aller Form Abhitte, worauf die Klage zurückgezogen wurde. Sofort aber begann Fritsch aufs neumit seinen. Angriffen. Die Klage wurde erneuert und Fritsch zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. . Gegen dieses Urteil hatte Fritsch Berufung eingelegt, die mit seiner Verurteilung zu 1000 Mark Geldstrafe endtte. Ucker die Urteilsfällung wird uns noch berichtet, daß Fritsch für die in der Broschüre „Der heimliche Kaiser" ausgesprochenen Verleumdungen straffrei AM; er hat, wie die Begründung ausführt, leichtfertig Bchauptungen aufgestellt, die den Kläger verächtlich machten. Diese Behauptungen sind nicht n.achzuprüfen. Aber da er diese Ucherzeugungen von der Mindettvertigkeit der Juden feit 40 Jahren vertritt, kann er nicht wegen Leichtfertigkeit belangt werden. Böswillig war sein Artikel „Wer ist an der Niederlage schuld?" und deshalb wird er zu 1000 Mark verurteilt. Die Begründung sagt wörtlich: Das.Berufungsgericht kommt zu einer w'esrntliÄ milderen Auffassung als die erste Instanz. Die Einstellung des Angeklagten, feine einseitige Ausfassung des Antisemitismus, die lange Gewohnheit und sei» Alter führten ihn zu Ungerechtigkeiten und Maßlosigkeit gegen das Judentum. I» einem Punkt ist er dieser Abneigung gegen das Judentum . unterlegen und über das maubte Maß hinausgegangeu. Für diesen einen Fall der üblen Nachrede erschien eine G e l dstrafe angemessen. . ES braucht also ein Kerl dieses Schlages nur vierzig Jchre lang zu lügen, um von den Richtern mit Handschuhen angefaßt zu werden. Dieser Fritsch kann jetzt lustig weiter feint „LeichtftrM seit" betreiben,- * Der Muierhanvlmann im »rtt. Verhaftung Dominik Vers. Wie berichtet, wurde neulich daS Haupt einer Räirhe^ bände, die in Nftderösterreich in der St- Pöltner Gegend ihr Unwesen trieb, der berüchtigt« Dominik Eder, in Favoriten gusgeforscht. Er sollte vor einer Woche verhaftet werden. Allein er lag angeblich krank darni-cker und sollte ins Jnguisitenspital überführt wertM. Er lag in einem ganz engen Zimmer, das für kaum viel mehr als das Bett Raum freiläßt. Als sich ihm Krimmal- und Wachebeamte nähertest, hielt «r ein großes Küchenmesser in der Hand und drohte jeden, der sich ihm näherte, niederzustechen und sich dann selbst das Msser ins Herz zu stoßen. Um Bluwergießen zu vermeiden, wurde damals von seiner Verhaftung Abstand genommen, doch blieb das Wohnhaus bewacht und man wartete die Genesung der scheinbar Kranken ckb. Gestern wurde er schließlich durcheine Li st aus seinem „Bau" herauSgelockt. Auf der Straße wurde er vom Kriminalinspüktor Ja klitsch, von hinten erfaßt und Jaklidsch selbst brachte'aus der Tasche der Banditen das kcharfgelchliffenc, spitze Küchenmesser zutage. Mit Hilfe von andere» Kriminalbeamten wurde Eder überwältigt und dem Sicher« bejtSbureau übergeben, wo er sein, alt, Methode, sich als I r rsinniger aufzustzisL»^ flM «S vwd AL -esW tiWlirjch,

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