Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2489 (27.1.1926)
- Date
- 1926-01-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morstenzeliunst 27. Jänner 1926 _ SekßeR_Men. Mittwoch Ae alten Gespenster. -y. Wien, 27. Jänner. . Die „Fransturter Zeitung" widinet wieder einmal j c«r zionistischen Frage einen leitenden Artikel. Sie hat vor' einigen Tagen eine' Serie von Aufsätzen eines ihrer Mit-; arbeiter veröffentlicht, der in Palästina geweilt und Land und Entwicklung mit seinen eigenen Augen gesehen hatte. Er hat Palästina und die jüdische Arbeit kennen und lieben gelernt. Diesem kritischen, aber wohlwollenden Amzenzcugen hat die „Frankfurter Zeitung" tvenüz oder nichts an fachlichen Argumenten entgegenzusetzen. Da es sich aber ersten jjitD letzten Dinges um die Juden handelt, so be- Mut sich die „Frankfurter Zeitung" ihrer demokratischen Tradition, die ihr gebietet, das Ja mit einem kräftigen Aber zu versehen.-Das ist die Sorte von Demokratie, wie sie in den Kreisen gezüchtet wird, die für alle Schmerzen, für alle Welt ein warmes Herz und ein liebevolles Verständnis zeigen, nur nicht für die jüdischen Dinge. Es erübrigt sich wohl nicht zu sagen, daß diese Kreise jüdischen Stammes sind. Sie klagen iiber das Galuthschicksal, das die deutschen Minoritäten betroffen hat. Die Entnationalisierung der Ausländsdeutschen in Südtirol und in den neuen Staaten greift dieser Demokratie ans Herz. Sie wehrt sich mit Fug und Recht und mit viel Elan und Staatsphilosophie gegen den Borwurf des ' mangelnden Patriotismus; aber sie nimmt unbedenklich dieses Grammen auf, wenn dem Zionismus ein Stein durchs Fenster geworfen werden kann. Wie sieht dieser Stein aus? Die Beweisführung gegen den Zionismus, seine polirische Fundierung, seinen nationalen und sozialen Inhalt, ist heute die gleiche wie vor dreißig Jahren. Die Gespenster gestorbener Gedanken geistern noch immer durch die Diskussion. Es ist hier das gleiche Bild wie in der allgemeinen Politik. Der Befall des Abendlandes schreitet urraufhaltsam vorwärts, weil die aus dem Krieg, aus den Schützengräben und aus der Revolution geborenen Fragen. auj die petrifizierten Parteien und die starr gewordenen Programme stoßen. Es gibt noch immer die alten liberalen, konservativen, sozialdemokratischen und demokratischen Schemata, die das Volk nicht verstehen und die vom Volk nicht verstanden werden. Die Parteien und ihre journalistischen Wortführer wenden ihre aus der Zeit des Kienspans stammenden Grundsätze sorglos auf die Zeit der Elektrizität und der Radiotelephonie an. Sie wissen noch nicht, daß Ideen und Gedanken heute rascher kreisen und sich nicht mehr an Parteien wenden, sondern an Massen, die bis zum .Krieg künstlich in politischer Ahnungslosigkeit gehalten worden waren. Diese Masten dürsten nach der Idee, die sie über das graue Elend der Tage erhebt; sie wollen heraus aus dem schlüpfrig gewogenen Geleisen der alten Parteien. Das Versagen der Parlamente und das Mrzweifelte Suchen nach einer neuen Form der politischen Vertretung ist ein Beweis dafür, daß die Vorstellungen der alten Zeit nicht mehr genügen. In und mit den Masten hat sich auch das Judentum politisch entwickelt und sein lebensstärkster Ausdruck, der Zionismus, ist heute etwas ganz anderes geworden als zu der Zeit, in der die demokratische „Frankfurter Zeitung" das Streben Herzls und des ersten Zionistenkongrestes als Utopie lächerlich zu machen suchte. Dieses Wort war damals ein Unsinn und ist es heute noch mehr, auch wenn es die „Frankfurter Zeitung" in Phantasterei umschreibt. Die „Frankfurter Zeitung" findet, daß der Zionismus zu stark auf die Balfour-Deklaration baut, daß er mit England belastet ist und sie findet schließlich, daß es in Palästina auch Araber gibt.' Der Entscheidungskampf zwischen den Arabern und England siche bevor und das Judentum in Palästina weiche für „gekb oder weiß" optieren müssen. Das Judentum aber außerhalb Palästinas sehe seine Frage durch den Zionismus nicht entschieden, da doch Palästina inklusive Transjordanien nicht die jiwische Gesamtheit werde aufnehmen können. Es entstünde somit wieder die Gefahr des Doppelten Vaterlarwes", die weder bei der Mehrheit der außerpalästinensischen Juden noch bei den Nichtjuden auf Sympathie zu rechnen habe. Das ist alles nicht neu und hmwerttauserwmal widerlegt. In dieser Aufzählung, die wir in den Einzelheiten schon seit dreißig Jahren kennen, ist nur noch der Papst vergessen... Es bleibe dahingestellt, ob die „Frankfurter Zeitung" es auch als eine Belastung des Zionismus* empfinden würde, wenn statt England die deutsche Regierung die Balfour-Deklaration geschrieben hätte. In diesem Falle würde möglicherweise die Einstellung des Organs der deutschen Demokratie eine andere sein und sie würde auf dem Gebiet der politischen Tatsachen bleiben, ohne sich auf dc^s unsichere Territorium der Prophezeiungen zu wagen. Daß die Abrechnung zwischen England und den Arabern so unmittelbar bevorsteht, daß der Zionismus feine Konklusionen schon jetzt zu ziehen hat, erscheint uns als eine Weissagung, für die einstweilen eine sichere Grundlage noch fehlt. In dieser Rechnung besteht übrigens der Fehler, daß die Araber als ein einziger homogener Begriff eingesetzt sind. Es gibt aber in Wirklichkeit etwa ein Putzend arabischer Völkerschaften, die sich weder politisch noch uationaf unter einen Hut bringen lasten. Das Verhältnis zwischen Engländern und Arabern ist, nebenbei bemerkt, absolut nicht so geartet, daß man von eimr besonders akuten Gefahr sprechen darf. Es hätte also, auch wenn man von der durch den Wahabiten-Sultan *Jbn Saud ausgeübten englischen Lupremcuie absieht, noch einige Jache Zeit, che das palästinensische Judentum zu eimr Option schreiten muß, wobei uns die, Formel „gelb oder weiß" nicht ganz entsprechend zll sein scheint. Ueber das „Weiß" besteht auch im Augenblick und leider für lange Zeit hinaus keine Einigkeit. Ist es das Europa des Ludendorff, das der t Orient mit Recht fürchtet und ablehnt, oder das Europa ' Einsteins oder Balfours? ’r Die Balfyur-Deklaration, die uns Eastet, ist heute gar keirte Deklaration. Englands mehr. Sie ist internationales Recht, garantiert vom Völkerbund, einer Institution, der auch die „Frankfurter Zeitung" sympathisch gegenübersteht, so syntpathisch, daß. sie — zu ihrer Ehre — für den Eintritt Deutschlands«.in die Genfer Liga kämpft. 'Wir befinden uns hier auf der gleichen Linie. Lord. Balfour selbst hat erklärt, daß feine Deklaration durch die Unterschrift der großen Nationen zu einer Verpflichtung für diese geworden ist. Je mehr Völker und Staaten an dieser Verpflichtung teiluehmeu, um so starker wird die Garantie durch den Völkerbund und um so sicherer die Bürgschaft dafür, daß unser Recht zur politischen Tatsache wird. Aber die Sache des jüdischen Volkes steht nicht allein auf der Grundlage der Deklaration und des Maudatsvertrages. Wir wissen genau, daß Verträge unter Umständen zu Fetzen Papier werden können, und deshalb stützen wir unsere Sache auf den lebendigen Willen des Volkes und feiner Jugend, deren selbstvergessenes Wirken der Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung" so warm und schön geschildert hat. Hinter dieser- Jugend muß das Volk stehen und wir müssen immer breitere Schichten mit dem Bewußtsein der Lage dieses Volkes erfüllen, das niemals ein politisches Eigenleben führen durste, sondern immer nur für fremde Mühlen die Steine drehte. Wir sehen, daß die europäische Demokratie auf der ganzen Linie versagt, daß sie den Kampf ums Recht nirgends wagt, daß sie sich überall der Diktatur der nationalistischen Clan-Phrase unterordnet und daß sie gerne zu einem Kompromiß mit der Macht bereit ist. Das Judentum hat weiß Gott lange genug sein Vertrauen in die Demokratie gesetzt. Es. kann und will nicht inehr warten. Wir wünschen nicht länger Opfer und Subjekt zu bleibe«; die- Befreiung aus der moralischen und politischen Not kann rächt auf dem Wege der.Selbstverneinung kommen. Gewiß ist der Zionismus nicht die Lösung. Aber er leitet sie ein. Er schafft ein national-autonomes Zentrum, von dem aus die geistige und kulturelle Regeneration wird kommen können. Dieses Zentrum wird mit dem Judentum genau so verbunden sein wie das Deutsche Reich mit den Deutschen in Milwaukee und Brasilien. Niemand würde es wagen, diesen Deutschen das doppelte Vaterland vorzuhalten und die „Frankfurter Zeitung hat sich empört gegen das Wort vom Bindestrich-Amerikanismus gewehrt, ' das doch nichts anderes war, als der Vorwurf,,.den sie heute dem Zionismus ankreiden will. ""' Die Gegnerschaft gegen den Zionismus hat sich wicht zu neuen urrd beweiskräftigen Gegengründen entwickeln können. Sie ist aber breiter geworden und es sind die sonderbarsten Eidgenossen in dieser Front verbunden.. Trotzdem aber geht das jüdische Werk weiter, unbekümmert um die Füll, von papierenen Gegenschriften, von Aufbauschungen unb Mißverständnissen. Wer dieses Werk in Palästina sieht und seiner Sprache lauscht, der weiß, daß das jüdische Volk nur sich selbst, seiner Kraft und seinem Willen vertraut. Bor den Tatsachen, die es geschaffen hat fällt jckres Zeitungsgerede in sich selbst, zusammen. Re geistigen Grundlage« des tür> lifchen Rationalismus. Bo» Professor Dr. Wilhelm Stein. Die Anhänger der materialistischen Geschichtsauffassung halben in dom Streit um' die Zurückführung des Nationalismus auch wirtschaftliche Ursachen zweifellos die entscheidende Schlacht verloren. Denn auch hinter den chauvinistischen und machtpvlitischen Ausschreitungen, die den ewigen Sinn des' Nationalismus aufs gröblichste verzerren, wirken im letzten Grunde kulturelle und seelische Kräfte. An den Auseinandersetzungen mit der Außewvelt— im Falle der türkischen natioualen Idee also an dom türkisch-griechischen Krieg, der jungtüvkischen Revolution, dem Tripolissoldzug und dem Vertrage von Sevres — entzündet sich nur der längst gllmmende Funke zum lodernden Brande. Bon dem Interesse für die. Erzeugnisse türkischer Kunst und türkischen Kuuschandwerks einerseits, der Erforschung der türkischen Sprache andererseits ging die Bewegung aus; zwei Westeuropäer, der Franzose de Quignes und der Engländer L u mbH Dav id, waren die Anreger. Daneben tat sich wieder einmal, wie schon öfter in der türkischen. Geschichte, ein scharfer Gegensatz zu der erdrückenden Uebernracht der persischen Kultur auf.' Sv unendlich reich an Dichtern nämlich die mrkische Literatur ist — Hammer-. P u r g st a l l zählt in seinem vierbändigen Werk bis zum Ende des 18. Jahrhunderts 2200 Dichternamen auf —, so herrscht doch das persische Vorbild bis in die allerneuoste Zeit. Ohne daß ein ausgesprochener Haß zwischen den beiden Völkern bestände, sind doch die Nationalcharaktere dieser beiden .Nachbarn vollständig verschieden; die verweichlichten und leichtsinnigen Perser haben immer die militärische Hilfe der türkischen Stämme benötigt, lvogegen die Türken mit ihrem geringen dichterischen Fonds, den sie aus ihrer zentralasiatischeu Heimat mitbrachten, so sehr in die kulturelle Gefolgschaft der Perser gerieten, daß bis vor kurzem die Kenntnis ihrer Sprache die notwendige Voraussetzung für jede Bildung bei den Türken war. Darum zielte also die evivachende nationale Richmng der Jnngrürken zunächst nach dom Westen und Var aümr «ach Apankreich, pas jest AMM ML AMI ' Mahmud dem Zweiten als das gebildetste und vomehmstlk Land Europas galt. Der Begründer der türkischen Moderne cttuo, Ibrahi in Schinas i, brachte 1869 in seinem ersten Gedicht-bändchen nur Uebersctzungen aus dom Französischen. Inzwischen belebten sich die wissenschaftlichen Bestreu düngen. Schon Ende der Rcgierungszeit des Sultans Abd u I A zr z und anfangs der Epoche A b d u l Hamrds fällt die Ilbfastuug des weitverbreiteten türkischen Wörterbuches von Ahmed Wefig Pascha, der sich auch an Ueber-- tragnngen in seine Muttersprache wagte, wogegen der aus den Känlpfen am Schipkapaß berühmte General Suleiman Pascha, der Inspektor der Mrlitärschulen wurde, die These ausstellte, daß die Hunnen der europäischen Geschichte mit den Hinngen der türkischen Analen identisch waren, was laute Begeisterung weckte. Während aber in der Türkei dieser erwachende Nationalismus unterdrückt wurde, fand er in Rußland bei den oft- und novdtürkischen Stämmen Pflege, besonders aber bei den hochzivilisierten Krimtataren. Ter aus Rußland nach der Türkei cinwandernde Huscinzade Ali Be: erregte mit seinem Gedicht „Turan" jubelnden Beifall und anläßlich, des türkisch-griechischen Krieges 1897 proklamierte. Me h m e d Em i u mit feinem „Ben dir Türkim" zum ersten Male den „Panturan-ismüs", die Zusammengehörigkeit aller turanrschen' Böller von der Save bis Buchara und von Aegypten bis zur Krim. Selbst an die Zurückdrängung des Gegensatzes .zwischen - den. Sunniten und den Schiiten wurde damals gedacht, so daß diesen Enthusiasten ein osmanisches Weltreich, das alle Bekenner des Islam umfassen sollte, vorschwebte. Mit dem Ausbruch der jungtüvkischeu Revolution aber wurde es deutlich, daß bis nun zwei Strömungen, die pantürkische und paniÄamitische, miteinarider verschlungen tvaren, ohne daß sie es dauernd bleiben konnten. Inder Zeitung „Türk Jnrdü" erstand der religiös gleichgültigeren Richtung ein Organ, in dem Roman „Teni Turan" von Hali de Edib das Glaubensbekenntnis und in Köprülü-Zade F u a d der nationale Forscher; Propaganda im Inland, aber auch draußen in Genf und Paris, popularisierte die pantürkifchc Idee, die der Weltkrieg' nur vorübergehend aufflammen ließ und zu einer noch tieferen Kluft den: Panislamismus gegenüber drängte, bis der Ghazi Mustafa Kemal Pascha alle Tenderrzen in seiner Person vereinigte und durch, feine Siege und diplomatischen Erfolge die Möglichkeit für die Verwirklichung bot. . . Der türkische Nationalismus will zunächst das eigene Gebiet durch die Pflege der Volkssprache, durch die Säuberung von arabischen und persischen Fremdwörtern, durch das Interesse an der reichen volkstümlichen Literatur mit ihren Erzählungen, Volkskomödien und Schattenspielen, durch die Hcckung des einheimischen Kuustgewerbes kulturell durchdringen; dann hofft er auf eine anfangs gleichfalls nur..kulturelles Gewinnung/.der stammverwandten Turkmenen-.'und schließlich der übrigen Turanvölker, so daß. er die Einheit eines 100-Millwnen-Gobietes anstrobt. Von hoher Bedeutung ist seine eigenartige Stellung z«m Islam, den er nicht konservativ - berbohalten, sondern den er, dem Charakter des türkischen Volkes - entsprechend, nach der ästhetischen und sittlichen Seite hin entwickeln möchte. Der alte Volksglaube kannte, nur einen Gott der Belohnung; daher sind die Riten und Bräuche, die Schönheit und Güte ausbrücken, weiterzubilden, wogegen Aszese und Dämonenglanbe zurückgedrängt werden müssen. Ist-dieses spezifisch türkische, religiöse Programm der Einheit des Islams nicht gerade günstig, so noch weniger die soziale mu> geistige Einstellung dem mächtigen nördlichen Bundesgenossen, Sowjetrußland. Die türkischen Intellektuellen lehnen den Ntarxismus mit seiner wirtschaftlichen Kausalität energisch ab und stützen sich auf die soziologischen Lehren des französischen Juden Emil Dürkheim, der die sozialen Erscheinungen auf eine Art bewußter Erkenntnisse rm Kollektivgewisten zurückführt. Auch verwerfen sie die Anschauung des Marxismus vom Klastenkanchf und von der Schädlichkeit des Privateigentums. Da der moderne Türke ganz besonders stolz auf seine. Moral ist — er hält sie für seine Schöpfung, wie der Grieche die Kunst, der Römer das Recht, der Deut sche die Metaphysik geschaffen hat —, so ist er auch auf die Beseitigung der Theokratie und des» klerikalen Einflustes in Bevmaltuug und Gesetzgebung aus, wie die Trennung von Staat und Kirche und die Säkularisation der Kirchengüter beweist. Die Hinwendung zum Westen ist nicht die Folge zufälliger politischer Konstellation, sondern bewußte Abwendung vom ostasiatischen Kulturkreis. Jls Ideal schwebt Japan vor, das sich bei aller Aneignung äußerer wirtschaftlicher und technischer Zivili'siati'on seme nationale Eigenart erhält. Aus der Lemberger Kulturftube. (Ergendierrst der „Wiener Morgenzeitung".) Leucherg, 26. JäNner. In der letzte:: jdultusgcmeiiidhitzung wies Kultusvorstand. Ing. F e u e r st e i n in einer längeren R.de darauf hin, daß die Tätigkeit der Lemberger jüdischen Gemeinde im letzten Jcchre infolge der großen jüdischen Prozesse (Jäger- und Steiger-Prozeß) in ihrer Tätigkeit gehindert wurde. Der Ät forderte die Gerneinde auf, gegen die Verdächtigungen der jüdischen Bevölkerung, die die Grundlage dieser Prozeße bildeten, zu protestieren. 5tultu8präsident Prof. Dr. Allerhand erklärte in seiner Erwiderung, daß mit der Urterlsfällung im Jager- und Steiger-Prozeß jedwede Verdächtigung gegen die Irrden von selbst auS der Welt geschaffen wurde. Diese Erklärung hat in den hiesigen zionistischen Kreisen große Unzufriedenheit heworgerufen und dürste rwch Weiterungen zm Folge haben. In derselben Sitzung wurde auch eine Denkschrift vo» 8000jüdischen Arbeitslose» behandelt, die um die GÄvchrung von- Arbc stswjenunterjtützungw echrchtru.