Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2489 (27.1.1926)
- Date
- 1926-01-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I'poien: aSiitowl Wien. ^umAbhoienindet Expedition, lln laboisti. 1-8, tritt in einei Veischleisstelle rrratikt monatl. o Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure du Finna Go l d schmled, U Wotlzeile 11 M Postversand för Wien und Oesterreich monatlich & Schilling Ischecho-SlowakeU Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 SÄStträrSÄÄS — Wiener MorAmrettmtg ffrr• ii 2iTflT England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire Rn nftnien Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewa. Schweiz und das übrige Ausland monatHcn Frcs. 5 Redaktion, Administration; Wien, II« Taborstr. 1 Telephone 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2*82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei >g. Steinmann) Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nt. 150.69h Rr. 2489 Bien, Mittwoch. 27. ggnner 1928 8. Stahrqnn« Reich zu werden hi heutzutage leichter ata früher Das letzte Oehelmnn des Erfolges der Milliaroire, der .«eherne Wegweiser zu Reichtum, Macht und Ansehen ist die Energie Ku bedarf es sti ilerner Nerven, einer wfdentandsgtn und widerstandski aitigen Konst ituitrn und einer Kampf r ndtgea Ausdauer. Wer von Kinoheh auf DIANA Franzbranntwein mn Menthol dduancht, etih t se ne Nerven, macht die Ronsfuutfon widerstandsfähig, kraftvoll and schaff ene kampffreudige «uadauer. Ueberall erhältlich. ««2 hie Snlaffung Oer Wischen und l e riiischeu «vrnche in Polen. (Eigenbienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 26. Jänner. Der Innenminister Hat an sämtliche Woiwodschaften eine Verordnung erlassen, in -er angeki.ndgt wird, daß die Regierung in der allernachKcn Zeit an die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes Herantreten werde, der die Zulassung der jüdischen und Hebräischen Sprache in öffentlichen Versammlungen, auf Schildern, Plakaten und dergleichen aüSsprechen wird. In etner Verordnung des Handelsministers werden alle unterstellten Aemter angewiesen, die jüdische und hebräische Sprache im Post-, Telephon- und T eie 8. l«.» & e« # «t J «.& *; . lassen. ' . . . Sie Sotnthllfe für «Ofen, (Eiigendienst der „Wiener Movgenzeitnng".) Warschau, 26. Jänner. Die jüdischen Sestnd'epntierten Rosmarin und To mm er stein hatten heute eine Unterredung mit dem Delegierten d:s Joint. Dr. Kahn, der ihnen erklärte, daß die Hoffnungen der polnischen Judenschaft auf die Jointhilfe übertrieben sind; bestenfalls könnte Joint 400.000 Dollar zur Verfügung stellen, aber an eine Millionenhilfe se: nicht zu denken. 8hte Wische Sinlieifsfrartei in Rnmiknien. (Eigendienst der „Wiener .Morgenzeitung".) Bukarest, 26. Jänner. Angesichts der im nächsten Monat bevorstehenden Parlamentswahlen hat der jüdische Abgeordnete Dr. Adolf Ster n, einer der ältesten Vorkämpfer der jüdischen Emanzipationsbewegung in Rumänien, die Initiative zur Gründung einer v e reiniglen jüdischen Partei ergriffen. In allen Wahlkreisen sollen jüdische Einheitslisten ausgestellt und die gewähltn Abgeordneten verpflichtet werden, im neugewählten Parlament einen einheitlichen jüdischen Klub zu bilden. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den einzelnen Parieigruppierungen wurden bereits eingeleitet. Aegypten anerkennt die gratzbrttannlfche Stellung ln PolMna. Kairo, 26. Jänner. (Havas.) Der ägyptische Minister- .at genehmigte eine Note, in der die Stellung Großbritanniens in Palästina und Irak anerkannt, gleichzeitig jedoch Vorbehalte bezüglich der Rechte der Aegypter hinsichtlich der Grenzfestsetznng zwischen Aegypten und Palästina gemacht werden. Kn neuer Krieg Mn Sanftst London, 26. Jänner. „Daily Telegraph" meldet ans Kairo: Blältermeldungen aus Hodeida besagen, daß Jl^n Saud einen neuen Krieg vorbereite, der ihn im Falle eines Erfolges tatsächlich zum Beherrscher d e r g a n z e n arabischen Halb ins e l machen würde. Den Anlaß hiezu biete ihm die Besetzung von Assir durch den Jkdam Aahia. Jbn Sand soll den Emir von Assir unterstützen. Der Aufstand der Kurden. Beirut, 26. Jänner.; (Havas.) Der Aufstand der Kurden nimmt an Ausdehnung zu. Die Brücke über den Batman-Fluß ist zerstört worden, wobei 2 50 türkische Soldaten verwundet wurden. In der Gegend von B i t l i S spielen sich Kämpf« ab, Briand wird energisch. Sine tranMche Demarche in Buftapest. Paris, 26. Jänner. Ministerpräsident Briand hat, wie die Agence Havas mitteilt, an den stanzösischen Gesandten in Budapest die Weisung erteilt, bei der ungarischen Regierung daraus zu bestehen, daß die Anwesenheit französischer Vertreter beim verhör der Angeklagten in der Frankenfälschungssache gestattet werde. Das „Journal" schreibt, die französische Regierung sei entschlossen, in dieser Angelegenheit eine durchaus energische Haltung cinz'inehmen. „Petit Parisien" sa^t, es sei von Wichtigkeit, daß auch Ke politischen Helfershelfer der Frankenfalscher vollkommen ausgedeckt werden. Souerweins Mitteilungen. Paris, 26. Jänner. Jules Sauerwein meldete gestern dem „Matin" aus Budapest, daß sich Polizeikommiflär Benoit in den letzten Tagen mit wichtigen Schriftstücken zum Staatsanwalt begeben wollte, aber nicht einmal a »gehört wurde. Tiefes Verhalten gegenüber der Bank von Frankreich und der französischen Regierung schreibt Sauerwein» zeigt, daß die ungarische Regierung entschlossen ist, die Enthüllungen zu begrenzen. Es ist überflüssig, zu sagen, daß dem französischen Vertreter in Budapest auf seine Anfragen keine Antwort gegeben wurde. Aus einer Angelegenbeir des gemeinen Rechtes macht Graf Bech.'en eftne politische Angelegenheit. Die französische Reg.^Äfg - hat anfra^en lassen,, warum der Bischof Zadravecz nicht verhaftet wurde. Briand hat ferner anfragen lassen, warum eine Kreatur wie Nadossh ncch.immer nicht in aller Form seines Amtes enthoben wurde. Auf diese Anfragen ist bisher keine befriedigende Antwort gegeben worden. Man sucht den französischen Vertretern und selbst den französischen Journalisten den Aufenthalt in Budapest möglichst unangenehm zu machen. Zwischen den zwei Gefabren: den internationalen Kredit des Landes zu ruinieren oder seine politischen Freunde von Rechts zu kompromittieren, hat Graf Bethlen>d i e erste re gewählt. Die Regierung wird nun Stellung zu nehmen haben in einer Angelegenheit, die bisher einzig in der Geschichte dasteht. Die Budapester Auffassung. Ueber die durch das Telegramm Briands an den französischen Gesandten in Budapest geschaffene Lage gibt der „P e st e r L l o y d" folgende Darstellung: Die Angelegenheit der Frankenfälschungen tritt nunmehr in eine bedenklichere Ent wickln ngs Phase, in der sie sich mit W e i t e r u n g e n i n t e r n a t i o n a l e r N a t u r zu komplizieren beginnt. In die Rechtsfrage, was nach ungarischem Gesetz im Verkaufe eines Strafverfahrens zulässig sei, mischt sich nunmehr ein Politikum; und zwar geschieht dies von außen her, indem eine fremde Macht der ungarischen Regierung eine Vorgangsweise oktroyieren will, die diese als mit den Rechtsnormen des eigenen Staates unvereinbar bezeichnet. Einstweilen müssen wir uns damit begnügen, schreibt das Blatt, dies festzustellen. Soviel ist sicher, daß sich mit dem Uebergreisen der Angelegenheit auf das Gebiet der internationalen Beziehungen eine ernste Wendung vollzogen hat. In Budapester politischen Kreisen wird die Instruktion Briands an den Gesandten als eine Einmengung in die inneren Angelegenheiten Ungarns betrachtet. Der französische Fragebogen für den Prinzen Windischgrätz erstreckt sich auf folgende Fragen: . Prinz Windischgrätz soll Auskunft gebe» über alles, was er nicht nur über die gegenwärtige Frankenfälschung weiß, sondern auch über alles, was er von sonftrgen Fälschu rigen französischer Banknoten, namentlich auch von den Fälschungen weiß/ in die er zusammen mll dem Bayern Schulze und Prof. .M e s z a r o s verwickelt mar. Der Prinz soll alles ‘ aussagen, was er von diesen beiden Personen, ihrem Aufenthaltsort in der letzten Zeit und die Rolle weiß, die sie in den verschiedenen Affären von französischen Notenfälschnngen gespielt haben. Ter Prinz soll ferner alles aussagen, was er von Versuchen französischer Notenfälschungen, zurückgehend bis in die Jahre 19W und 1924, und von den Besprechungen, die darüber in seinem Schlcsse in S a r o s p a t a k stattgefunden haben, ferner von dem Cvte weiß, wo die für den Truck erforderlichen lithographischen Steine ausbewahrt waren, bevor mit dem Druck begonnen worden ist. Ter Prinz soll ferner alles angeben, was er von dem Ursprung der P a p i e r e r z e u g u n g s m a s ch i n e n weiß, die sich in der kartographischen Anstalt befunden haben, namentlich soll er aneeben, wann und von welcher Firma diese Maschinen beschafft worden sind. Er soll auch weiter den Ursprung der zum Druck der Noten verwendeten Presse sowie der zur Fälschung des Papiers verwendeten Bedarfsartikel angeben, namentlich wann und von we'cher Firma und in welchen Mengen sie beschafft worden sind. Der Prinz soll auch die Frage beantworten: Von welcher Firma und in welchen Mengen ist die beim Druck verwendete Farbe beschafft worden, wann und von welcher Firma sind die zur Numerierung der Banknoten verwendeten Materialien bezogen worden. Ter Prinz ist Werner darüber zu vernehmen, ob sich die Behörde bereits im Besitz aller Maschinen befindet oder ob nicht etwa die eine oder andere Maschine noch irgendwo versteckt ist. Die Maschinenteile, die bei der Polizei erliegen, erschöpfen nicht das gesamte zur Verwendung gelangte Material, insbesondere ist überhaupt nicht , festgestellt, ob diese Klischees zerschlagen worden sind und wo sich d'ie noch fehlenden Klischees befinden. Justizminiskr Pesthy erklärte ZeitungsLer'.chterstattern gegenübeer.er hoffe zuversichtlich, daß die gan-e Angelegenheit der Frankensälschnngen nächste'Woche restlos'.k,largestel.lt sein werde. Dann werde er sich ausführlich'über'die. ganze Angelegenheit äußern. Benoit noch Paris absereist. Der französische Polizeiinspektor B e n o i t hat die Hauptstadt mit dem Frühzug verlassen und ist über Wien nach Paris abge re ist. Eine neue Wendung $ Die Blätter verzeichnen das Gerücht, daß die gestrige Einvernahme des Prinzen Windischgrätz und R a b a s, beziehungsweise deren Konfrontierung eine neue, sehr wichtige Wendung gebracht habe. Ueber das Wefen dieser.Wendung ist jedoch nichts' näheres bekannt. Der parlamentarische Untersuchungsausschuß hat heute von 5 bis' 8 Uhr abends getagt. In der Sitzung wurden Ministerpräsident Graf Bethlen und Justizm'.nister P c st h y vernommen, die auf verschiedene an sie gerichtete Fragen Auskunft erteilten. Der Ausschuß wird morgen vormittags um halb 12 Uhr seine Beratungen fortsetzen. Bethlen verlangt ein sechsmonatiges Budget- Provisorium. In der heutigen Sitzung der Naiionalversantmlnng brachte die Regierung die Vorlage über das Budgetprovisorium ein, in der sie die budgetäre Ermächtigung bis Ende Juni verlangt. Diese unerwartet lange Fristerstreckung des Provisoriums hat bei der .Opposition, peinliche Neberraschung hervor» gerufen. Die Sozialdemokraten unterbrachen die Verlesung der Vorlage mit stürmischen Rusen: „Das i st d ie D i kta tur!" Sodann wurde der Bericht des Jmmunitätsausschusses zu der Angelegenheit des Abg. P e i d l verlesen, der gegeir den Abg. Peidl wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten eine Maßrege'ung durch Ausschließung von zwei Sitzungen beantragt. Das Haus nahm diese» Bericht, entgegen dem Minderheitsantrag der Sozialdemokraten, zur Kenntnis. Brrtaguns der Nonlerenr der flehten Mente. Belgrad, 26. Jänner. (Tel.-Komp.) Der rumänische Gesandte in Belgrad, I a m a n d i, erschien heute beim Außenminister Dr. Nincie und ersuchte um eine Vertagung der Konferenz der kleinen Entente am 18. Februar mit Rücksicht darauf, daß die rumänischen Gemcindewahlen an diesem Tag stattfinden und Außenminister Duca in dieser Zeit keine Auslandsreise unternehmen will. Außenminister Nineie sagte die Verschiebung der Konferenz zu, die nunmehr gegen Ende Februar in Veldes zusammentreten, dürfte.