Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2485 (23.1.1926)
- Date
- 1926-01-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wfc»» tHOB «srener MVrgrnzemrirs Seite f lverden. Dis Fortsetzung findet daher Sonntag den 84. d. rrm halb 10 Uhr vormittags im MiSrachi-Lokal statt. Wegen dev Wichtigkeit der auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände (Debatte, Wahl des neuen Vorstandes) werden die Mitglieder ersucht, pünktlich und bestimmt zu erscheinen. * Der Steiger-Prozeß im Kino. Ter Steiger-Prozeß hat wochenlang die ganze Welt in Atem gehalten, waS Wunder dann, wenn sich seiner der Film bemächtigte. Im J f a- Palast-Kino läuft jetzt eine Bilderserie, die beim Publikum, daS jede Phase der Verhandlung mit fieberhafter Spannung verfolgte, großem Interesse begegnet. Alle Figuren, die einem dem Namen und der Charakteristik nach genau bekannt sind, der Schauplatz der Tat und das Gerichtsgebände erscheinen auf der Leinwand. Der unglücklich« Held der Tragödie Stanislaw Steiger, seine Verteidiger Dr. Löwenst e i n, Dr. L a n d a », Senator Dr. Ringel, Dr. G r i e k und Dr. Rosenkranz, die Polizeikommissäre Lukowsk i und K a j d a n unseligen Angedenkens, die Hanptbelasturigs- Zeugin Pasternak, die Entlastungszeugin Orlow 8 ka, der Untersuchungsrichter Rndka und alle anderen Personen, die in dem Prozeß eine Rolle spielten, werden durch daS Lichtbild wahrheitsgetreuer dargestellt als durch irgend eine Schilderung geschehen kann. Das Heer von Journalisten, die die einzelnen Phasen des Prozesses in alle Welt telegraphierten, unter ihnen der antisemitische Pressehetzer Th um er, wird dem Beschauer vorgeführt. Durch diese Reihe von Bildern wird die Erinnerung an oie unschuldigen Leiden des jüdischen Studenten wach. ,* Zionistische Bezirkssektion Wieden-Margareten. Die Zionistische Bzirkssektion Wieden-Margareten geht jetzt daran, die Reaktivierung der Sektion vorzunehmen und ersucht alle Zionisten dieser Bezirke an der am Dienstag den 26. d. um 8 Uhr abends im Terrassen-Cafe, 6. Vez., Margaretenvlatz, stattfindenden Aussprache teilnehmen zu wollen. Bei dieser Aussprache wird ein Mitglied des Landeskomitees anwesend sein. * Wiener Küche in Berlin. Wir machen unsere Leser auf die erstklassigen Restaurationsbetrtebe der renommierten Restaurateure Vogel und Rosenbaum in Berlin aufmerksam. Die . unter Aufsicht des Rabbinats der jüdischen Gemeinde Berlin und des Hamburger Vereines stehenden, streng koscher Ärten Restaurants, Schlüterstraße 60 (am Bahnhofaus¬ und Augsburgerstraße 23 (Augsburger Hof), werden von den nach Berlin kommenden Fremden wegen der bekannt vorzüglichen Wiener Küche, der zivilen Preise und der »ufmerksamen Bedienung mit Vorliebe aufgesucht. * Pressetelegramme nach Rußland. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, sind ab 1. Februar Pressetelegramme im Benehme mit Rußland zu jeder Stunde des Tages und der Nacht anzunehmen und zu befördern. Nadioprograrrnrr. SamStag den 23. Jänner: 16 Uhr 16 Min.: Nachmittagskonzert. — 18 Uhr: Die Novelle Tdeodor Storms. Gelprochen von Kätbe Ehren. — 19 Uhr 10 Min.: Cektionschef Enderes r Oesterreichgroße Eisenbahnbauer. H. — 20 Uhr r Hans-Sacks- Feier. (Zum 350. Todestag.) — Heitere Abendmusik. Benin«, Bortrüge und Versammlungen. JüdtscheTischgeselljchaftLandstraße, Heute A k a d e m 1 e mit anschließendem Tanz. Mitwirkende r Dr. R. Lamp! (Violine), Fr L. MeczeS (Gesang). Grell Fröhlich (Tanz), Frl. R»ns Stein (Rezitationen). Herr Max Hacker (Jüdische Lieder), Frau Adda Ketten (ChansonS). Beginn 8 Uhr abends. S. Bez., Löwengasse 36, Cafe Lovrana. — Zionistrsche Kulturgruppe XX, 20. Bez., Karl-Meßl- Straße 5. Heute, 5 Uhr abends, Referat Max Schartner über „Was sagen uns unsere Genoffen aus Erez Israel". Morgen um v Uhr stütz Büchsenleerung. 7 Uhr abends Heimabend. — Jugendgruppe der zionistischen Sektion Zwischenbrücken, 20. Bez., Leystraße 81. Heute um 8 Uhr abends Bortiag des Herrn Prof. Menkes über Max Nord au mit anschließender Vorlesung — Wiener Beth» H a m t d r a l ch, 2. Bez. Ferdmandstraße 23. Heute um 8 Uhr nachmittags Lektor Dr S R u b t n> „Die Hebräer in Aegypten". — H e ch a l u z, österr. Landesverband Heule um 7 Uhr abends feierliche Eröffnung unseres neuen Heimes, Id. Bez., Herklotzgaffe 21. im Festsaale. — Toynbeehalle. 30. Bez.. DentSgasse 83. SamStag den 30. d., 7 Uhr, Konzertanfführung r „Die Zauberflöte" durch die Opernschule der Frau Schallenberg-Prüwer. — Verein österreichischer Chemiker. Heute um 6 Uhr abends im Hörsaal für Chemie an der Technischen Hochschule 4. Bez., Karlsplatz 13, Vollversammlung Vortrag Pros. Dr. Wolfgang Pauli: „lieber den Aufbau anorganischer Kolloide" (mit Lichtbildern). Leopold st ädterVolkLheim, 2. Bez., ZirkuSgaffe 48. Heute, 7 Uhr abends: Dr. Josef Deutsch: .Die Beziehung von Mutter und Kind vor der Geburt"« II. Teil. (Mit Lichtbildern.) Emtritt frei. & Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Morgen um halb 11 Uhr vormittags rm Heimatkmo, 9. Bez., Porzellangasse 16, Vortrag des Herrn Oberrabiner Prof. Dr. H. P. Chaies über das Thema: „Was ist Politik?" Die Ausschußmitglieder werden gebeten, sich schon um halb 10 Uhr im Kino cinzufinoen. Montag um 6 Uhr abends im Cafe Metropol, 9. Bez., Berggasse 33, Vortrag des Herrn Dr. Otto Abel es über das Thema: „Besuch in Tcl-Awiw und bei den Menschen in: Emer". Gäste herzlich willkommen. Der Beth Waad l'Jwrim eröffnet Dienstag den 26. v., halb 8 Uhr abends, im Saale, Zirkusgasse $8, eine Aussprache über „Das Wesen jüdisch-nationaler Erziehung." Die einleitenden Referate halten Prof. Gelernter (hebräisch) und Dr. Leo Goldhammer (deutsch). Jüdischer Wohltätigkeitsverein Brüderlichkeit. (Sitz: Wien, 2. Be-;., Cafe Rcmbrandt.) Die Generalversammlung fand letzten Sonntag bei sehr reger Teilnahme statt. Unter anderem wurde beschlossen, zur Ermöglichung einer Pessachausspeisung eine Purimfeier zu veranstalten. Für die nächste Amtsperiode wurden gewählt die Herren: Obmann: Oskar Golüschmiedt, Obmann-Stellvertreter: Malkiel G r ü n w a l d,. Schriftführer: Jakob Morgenstern, Schriftführer-Stellvertreter: Adolf Herz, Kassier: Adolf Kolben, Kassier-Stellvertretist: Emauuel Fischl, Revisoren: Jakob Weisz und Bernhard Schlmko, Beiräte: Heinrich Feuerstein, Alois Dukes, Julias Gandl. Sieamund Hochfeld. Moritz Adler und Michael Löwy. Anläßlich der am 18. d. stattgefundenen ersten konstituierenden Borstandssibung wurden ferner in den Vorstand kooptiert die Herren: Siegmund Schwartz, Samuel Ko hu und Salo Pick. Annullierung der Dorstandswahl in der „Rembrcnrdtkchul". Die Ende Dezember sintgefundene Wahl des Vorstandes des Bethausvereines in der Reulvrandtstraße wurde infolge Anfechtung seitens mehrerer Mitglieder von der Behörde annulliert. Dinotwendig gewordene Neumuhl findet am 14. Februar um 2 Uhr nachmittags statt. Wahlrecht haben nn jene Mitglieder, die bis zur Einberufung der Generalversammlung, deren Resultat annulliert wurde, bereits ihre Mitglivdsbeiträge pro 1825 entrichtet haberr. Die Opposition verlangte von der Behörde die Entsendung eines AmtSorganes zur Wahl, unt Gesetzwidrigkeiten der agudisti» schert Minderheit zu verhindern^ Kunst, Bühne, Buch. Herbert kulenberg. Zum 50. Geburtstag des Dichters. Herbert Eulen berg (geboren am 23. Jänner 1876 i>n Mühlheim am Rhein) feiert morgen feilten 60. Geburtstag. Aus ganzem Herzen kann man mitfeiern und dem Kampflustigen, Schaffenssrmdigen gratulieren. Wenn auch nicht alle die Lobeshymne auf diesen allzu oft im Mittelpunkt der Chronique seandaleuse des Theaters stehenden Dichter anstiurmen können oder eher wollen — denn Skandale und Zischereien haben häufiger übelwollende Philister und Schmücke zu Urhebern als solche, welche ans k ü n st lerisch-kriti scher Ueberzcugung empört sind so wird doch jeder uneingeschränkt drtr unheimlichen Berlebendiger der großen Vergangenheit, den Verfasser der vielett Bände der „Schattenbilder", dieser „Fibel für Kulturbedürftige in Deuschland", den Menschenversteher und Menschenfreund, den glänzenden Stimmungs» und Zeitmaler und schließlich den tragischen Künstler des inneren Zwiespaltes bewrtttdern. In Eulenbergs Romantik, in seiner Vorliebe für dunkle, am Naturschicksal leidende Gestalten (Walcwski in „Anna Wa« lcska", das Märchenspiel „Ritter Blaubart" zum Beispiel) oder für Träumer und Schwärttter („Münchhausen") fühlt man deutlich den bewußten Willen zur romantischen Stilisierung, der so weit geht, daß Eulenberg die alltägliche Sprache haßt und meidet. Sein Kampf gegen den „nüchternen" Shaw hat so recht die ganze Hysterie des aussichtslosen Bemühens aufgezeigt, eine Seite des Wesens und Charakters als die einzige vollgütige, weil bejahte und geliebte, auszugeben. Eulenberg hat sicherlich sehr oft, wie er in seinem „Selbstkonterfei" erzählt, bei geschlossenen Augen die wunderlichsten Bisionen gehabt, er war aber nicht minder der Gegenwart, den brennenden Fragen des Alltags ergeben. In den „Letzten Bildern" sagt er es ja selbst und bezeichnet es sogar als Programm seiner Kunst. (Und dann kam: „Der Bankrott Europas".) In diesem inneren Kampf, der so manchen Widerspruch zeitigte — seinem Wunsch nach zeitloser ewiger Kunst steht der Vorwurf an Schiller und Goethe entgegen, daß sie die Gegenwart vernachlässigt haben hat doch der Träumer gesiegt. Auch oer Dramatiker hat den dramatischen Beschwörer toter Genies und einzelner, vielleicht nirgends existierender, aber überall in Erscheinung tretender Gestalten (sozusagen Jdeengestalten im Sinne Platos) zahlenmäßig geschlagen. Die Dramen Eulenbergs haben meistenteils einen sehr guten, kraftvollen Eingangsakt, um dann zu zerfließen und im.letzten Akt in einen unorganischen Epilog oder. sonst eine spürbare „Draufgabe" zu versanden. Er ist eben ein Künstler des dramatischen Bildes und nicht der dramatischen Handlung. Im Krieg war Herbert Eulenberg dem Kommando Ost in Wilna zugeteilt, wo er die Wilnaer Truppe sehr gefördert hat, und vor kurzem ist von ihm ein Büch über „Ostjudrn" erschienen. Bezeichnender noch als dieses Buch für seine Bczichung zum Judentum ist aber das Schattenbild Jehuda Halevis in den „Neuen Bildern". Hier feiert Eulenberg den hebräischen Dichter mit einem seltenen Verständnis und subtiler Einfühlung in die Epoche als ersten Zionisten und bringt den kn Zeit und Wesen so fernen, Dichter dem deutschen Publikum nahe. An dieser Arbeit läßt sich am besten erkennen, wie genial und umfassend die toderweckende Schaffenskraft Eulenbergs ist. Dr. Leopold Thaler. „Wie mau's macht, ist 's richtig." Herbert-Eulenberg-Feier im Raimund-Theater. Hans Rodenberg, ein ausgezeichneter Sprecher, trat zunächst vor und las eine herzhaste, klare, lebendige Betrachtung Oskar Maurus F o n t a n a s über die dichterische Persönlichkeit Eulenbergs. Dieser Dichter sei die verkörperte Jugend, wehrhafte Jugend, welche sich heiter und tapfer gegen das Gesetz stemmt. Dann ging sein Lustspiel „Wie man's inacht, ist's richtig" in Szene. Weniger Lustspiel, mehr frische, derbe Groteske rund um den Lebenskünstler Klemens. Dieser, von Johann dem munteren Seifensieder und vom Steinklopferhans abstammend, .zeigt durch seine Lebensführung, daß einem in dieser Welt nichts geschehen kann oder — das Wort ist bei diesem mit Appetit reichgesegneten Vereinsmeier, Schuldenmachcr und weinseligen Bolksliedersänger besser an: Platz — daß man immer auf die Butterseite fällt, wenn man es nur so will. Sein Bruder, der reichgewordene Auren, kancr, beintrocken, filzig, eine Geiernatur, will den Klemens fertig machen und sich bei dieser Gelegenheit seine Ehefrau, die angenehm rundliche Hermine, bcibiegen. Wie der liebe Klemens im Gleichgewicht bleibt, jeder neuen Sorge eine Nase dreht und sich in den bösesten Augenblicken in das romantische Land seinem Glücksträume flüchtet, während sein sauberer Bruder nur galliger wird, bis er unverrichteter Dinge per Aeroplan abfährt — das ist mit dichterischer Kraft und Ursprünglichkeit enlenbergisch vorgebracht. Kein geglücktes Theaterstück (manche Szene senkt sich bedenklich), aber eine Gestalt von Fleisch und Blut im Mittelpunktdazu noch eine urdeutsche, der leibhaftige Hans im Glück. Eine Nebenfigur ist nicht ohne Interesse. Slops, der Hausknecht, der solange davon überzeugt ist, die Inden seien an allenl schuld, bis ihn der giftige Amerikaner davon überzeugt, daß er einem jüdischen Vater das Leben verdankt. Da gründet der Hausknecht Stops einen Verein zur Versöhnung der Konfessionen. Oskar S i m a als Kl eine ns ein glaubhafter, humorvoller Na« tnrbursch, Hedwig Keller, seine kernige, getreue Hermine, waren vortrefflich. Schade, daß Eulenberg sie nicht gesehen hat. Man las ein Telegramm von ihm vor, in welchem er sein Fernbleiben entschuldigte.) Hans Ziegler als Amerikaner war diesmal mehr griesgrämig als charakteristisch. (Die Rolle schreit nach Pallenberg.) Ergötzlich wie immer Kornelius K i r s ch n e r in der Rolle des Hausknechts. Hans Rodeuberg, der Spielleiter, mühte sich mit Erfolg um eine festliche Ausführung. Otto Zlbe.les. .23. JSnnee im Professor Karl Stiegler einer der Prominentesten unter den Wiener Philharmonikern, de? erste Hornist im Wiener Opernorchcster, ein Künstler von önter« Nationalem Ruf, feiert Dienstag den 26. d. seinen 60. Geburtstag. Stiegler, ein geborener Wiener, hat das hiesige Konservatorium mi!t Auszeichnung absolviert und ist dann einem Rufe an öas Wiesbadener Hofcheater gefolgt, wo er mit dem Tondichter Max Reger innige Freundschaft schloß. Im Jahre 1899 holte ihn Mahler aus Wiesbaden nach Wien in bas Hofopernorchester, dem er noch heute in erster Stellung angchört. Im Jahre 1903 gründete Stiegler mit Ary van Leenwen und Wunderer, dem derzeitigen Vorstand der Wiener Philharmoniker, oie Bläser-Kanrmerrnusikvereiirigung, die zu einem Faktor im Wiener Künstlerlcben wurde. Auch das berühmte Wiener Hornqumtett ist eine Schöpfung Stieglers, der viele Jahre als Instruktor der kaiserlichen Jagdmusik gewirkt hat. Nach dem Umsturz hat Stierer diese eigenartige Musik weiter gepflegt, die heute als Wiener Spezialität gilt. Aus Anlaß des Jubeltages erwarten den ausgezeichneten Mann vitzle Ehrungen. Aus den Aeatern. Durgtheater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, „Di e versunkene Glocke". '/,8 Uhr abends „Lady W t n d e r m e r e 8 F ä ch e r". .... Akademcettzeaier. Morgen, 9 Uhr nachmittags. „Unverhofft". V-8 Uhr abends „Altweibersommer". , . „ Overntheater. Morgen, 7 Uhr abends, „A i d a . Redoutensaal. Morgen, 7 Uhr abends, „Figaros Hochzeit. V o t k S o p e r. Montag nimmt „D e r R i n g d e S Nibelungen mit „N h e i n g o l d" seinen Anfang. DeutichoS VolkStveater. Albert Baffertitattit beendet fein Gastspiel in der kommenden Woche Er wird noch in „R e i n e r Tischin „D e r Raub der S a b t n e r i n n e n" zugunsten des Pensionsfonds der Mitglieder des Deutschen BolkstheaterS. und in „W a l lenste i n S T o d" auftreten und verabschiedet sich Sonntag den 31. d. in einer Nachmittagsaufführung von „N e i n e r T ri ch! Ratmund-Theaker. Asta Nielsen beginnt Mittwoch den 27. d ein ouf fünf Tage berechnetes Gastspiel in dem dreiaktigen Schauspiel „Ein romantische sAbent e U e r" von Edward Sheldon. Exl-Bühne im Neuen Wiener Stadttheater. Morgen. 3 Uhr nachmit ag8, Gastspiel Mizzi Z w e r e n z - Max Neufeld in„JhrKorporal. Johann-Strauß-Theater. Morgen nachmittags, zum ersten Male, „Der R a st e l b i n d e r von Franz L e h ä r. L u st s p t e l t h e a t e r. Als nächste Novität wird der Schwank „Aschermittwoch" von Hans Fischer vor- Ein Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft der Wiener VoWoprr. Die heutige Aufführung von „Aida" mit Anne Ros ekle als Gast ist die 100. Vorstellung, die die Arbeitsgemeinschaft der Wiener Volksopcr veranstaltet. Aus diesem Anmß richtet^ das Direktorium der Arbeitsgemeinschaft an die kunstliobende Wiener Bevölkerung eilten Aufruf, in dem für das bisher entgegengebrachte Wohlwollen gedankt und die Versicherung gegeben tmrv, daß die Arbeitsgemetilschafl auch weiterhin, trotz der mißlichen Verhältnisse, mlter Eroringung der größten Opfer bestrebt fern wird, der Wiener Bevölkerung das Beste zu bieten. Dr. Else Hofmann führt heute Samstag um halb 3 Uhr durch die S ch i e l e - A u s st c 11 u n g bei Würthle. 1. Bez., Weihburggassc 9. Der diesjährige „Concordia"-Ball (Montag den 25. d. im Konzerthaus) verspricht, nicht nur nach der täglich steigendell Kartennachsrage zu schließen, sondern auch durch die Beteiligung aller namhaften Persönlichkeiten des politischen und Wirtschaftslebens. der Wissenschaft und Kunst, wieder ein einzigartiges Gesellschaftsbild zu bieterr. Nach den Mitteilungen der Modeateliers ist auch eine glänzende Toilettenschau zu erwarten. Die Dameng:nde, ein zierliches Büchlein („Galante Lieder und Gedichte", Ed. trache-Verlag, Wien) mit reizenden Rokokobildchen von Franz v. Bayros, wird für die Ballbrsucherinnen ein Geschenk von dauerndem Wert sein. Ballbeginn halb 10 Uhr. Herren: Frack. Darnen: Balltoilette (keine Perücke). Kartenausgabe im Komiteekokal, 1. Bez., Kärntnerring 3, Hotel Bristol, täglich von 10 bis 6 Uhr. Telephon Nr. 74-5-85. Reserviierte Logenkarten sind längstens Samstag zu beheben. Eine Ehrung des Malers Isaak Perlmutter. Die Budapester Szumyri-Gesellschaft, eine Gesellschaft ungarischer Maler und Bildhauer, veranstaltete dieser Tage in London eine Kollektivausstellung. die viel Anerkennung fand. Aus diesen: Anlaß wählte, wie uns aus London berichtet wird, die „International Society of SculPtors, Painters and Gravers" drei der ausstellenden Künstler zu Ehrenmitgliedern. Einer dieser Ausgezeichneten ist der jüdische Maler Isaak P e r l m u t i e r. Diese Auszeichnung ist sehr bedeutsam, da die sehr erlesene Reihe der Ehrenmitglieder dieser vornehmen internationalen Künstlergosellschaft Namen wie Claude- Manet und Rodin enthält. Urania. Einer der führenden Schulreformer Deutschlands und Vertreter der Lebensgemeinschaftsschule, Oberstudiendirektvr Dr. Fritz Karsen aus Berlin, wird am Montag, halb 8 Uhr abends, im Großen Uraniasaale über „Gesellschaft und neue Schule in England, Deutschland und Rußland" sprechen. Gerichtssaal. Las Kind ln die Donau geworfen. » Freispruch der Hausgehilfin Prosegger Gestern wurde der Prozeß gegen Marie Prosegger, die ihr neun Tage altes Kind erwürgt mrd mit Hilfe ihres Geliebten Josef M a ch a c z e k in die Dorum geworfen hat, beendet. Nach Erösfnung der Verhandlung verlas der Vorsitzende. Hofrat Doktor Go Idstein, folgende, den Geschwornen vorg. legten Schnldfragen: Für Marie Prosegger: Eine Hauptfrage aus Mord und eine Zrrsatzsrage auf S i n n e L v e r w i r r u n g bei Verübung der Tat, weiter eine Eventualfrage auf Kindesmord und auch hier eine Zusatzfrage auf Sinnesverwirrung Für Josef Machaczek: Eirce Hauptfrage auf Mitschuld an dem Verbrechen des Mordes und eine Zusatzsrage, ob die Mordtat an einem Verwandten verübt ivurde. Tarn: eine Eventualfrage auf Mitschuld, begangen .durch boshafte Unterlassung der .Verhinderung des Verbrechens