Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2483 (21.1.1926)
- Date
- 1926-01-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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} <ewi% ® Win, apuirtmyi«g Sie Westliche Knmtrsvstese «ch die Sud«. Boa Fürsorger Be!« Aifch«. Der Stadtsenat hat neuerdings beschlofien, daß m den Krankenanstalten den Ausländern nicht mchr wie bisher vier« bis fünffache Spita.'sgebühren anzurechnen find, sondern die gleichen wie den Inländern. Was aber geschicht mit den Ausländern, nein, was geschicht auch mit den Inländern, die das Unglück haben, schwer krank Aufnahme ins Spital verlangen zu müssen, ohne daß sie bezahlen können? Das Sanitätsgesetz gibt unzweideutig Auskunft darüber, wie diese Fälle zu bchandeln find. Es schreibt nämlich vor, daß jeder ohne Unterschied in die allgemeinen öffentlichen Krankenanstalten aufznnehnwn ist, der mit einem ärztlichen Zeugnis, welches die Notwendigkeit der Spitalspflege nachweist, dorthin gebracht wird, oder der sich selbst znr Aufnahme meldet und von dem Anstaltsarzt als zur Aufnahme geeignet befunden wird. Ausdrücklich ist wcitechin gesagt, daß niemandem die Aufnahme wegen Mangel der die Zuständigkeit oder die Zahlungsfähigkeit nachweifenden Dokumente zu verweigern ist. Die Praxis sieht leider anders aus als man nach diesem humanen Sanitätsgefetz annehmen sollte. Wenn die Bettenzentrale — welche die neugemeldeten Kranken je nach den verfügbaren Betten auf die einzelnen Spitäler vertellt — an-. gerufen wird, so fragt man dort zunächst, ob die Spitalskosten zumindest für einen Monat vorhanden sind. Wird diese Frage verneint, dann ist für den Patienten auch kein Bett frei. Nicht anders verfahren die Aufnahmsstationen der einzelnen Krankenanstalten. Zahlungsunfähige Schwerkranke, sogar fiebernd, irren von einem Spital zum andern, ohne Aufnahme zu finden; sind sie aber Juden, so gibt man ihnen an' Stelle der Aufnahme einen Rat: nämlich den, sich an das Spital der Kultusgemeinde zu wenden. Dieser Rat ist ebenso billig wie überflüssig. DaS Spital oer Kultusgemeinde ist ein Privatinstitut, das nicht dazu geschaffen worden ist, um Staat und Gemeinde ihrer Verpflichtungen zu encheben. Es kann natürlich nicht alle jüdischen zahlungsunfähigen Kranken aufnchmen, es könnte das nicht einmal, wenn es nichts werter als Gratisbetten enthielte. . Dieser Hinweis auf die Kultusgemeinde, von der man verlangt, daß sie Juden Hilfe angedeihen lassen soll, auch wenn Staats- oder Gemeindeeinrichtungen hierzu verpflichtet wären, muß i»r auch noch aus einem anderen Grund aufs schärfste bekämpft - werden. Er entstammt der bekannten Ansicht, daß die Juden „eh genug Geld" haben. Je nachgiebiger oder auch unachtsamer man sich hier zeigt, umsomehr jüdische Hilfsbedürftige werden mit diesem billigen Ratschlag von den allgemeinen Fürsorgestellen zurückgewiesen werden. Dem klaren Wortlaut des Sanitätsgesetzes muß Achtung und Beachtung verschafft werden. Gibt es hierzu Möglichkeiten? Gibt es eine Instanz, die vor allen anderen berufen ist, die Verantwortung für die Durchführung dieses Gesetzes zu wagen? Beide Fragen können bejaht wecken. Das Heimatsgesetz, das sich auch mit dieser Materie befaßt, bestimmt in seinem § 28, daß die Gemeinde auch auswärtigen Armen im Fall eines augenblicklichen Bedürfnisses die nö- Unterstützung nicht versagt darf, und im § 29 wird gesagt, daß sie auswärtige Arme, welche in ihrem Gebiet erkranken, solange zu verpflegen hat, bis sie chne Nachteil für ihre oder anderer Gesundheit aus .der Verpflegung entlassen werden können. Der Gemeinde obliegt es also, falls di« Fondskrankenanstalten auswärtige mittellose Kranke zurückweisen, diese m ihre Anstalmi aufzunchmen und sie zu verpflegen (wobei sie Ersatz nach. ihrer Wq^L entweder von der Heimatgemeinde oder von den gesetzt' lich Verpflichteten verlangen kann). Ganz besonders bedeutungsvoll ist das auch für die Bchandlung der sremdzuftändigen mittellosen Tuberkulösen, welche bei der gegenwärtigen Praxis so gut wie über«: Haupt nicht in Anstaltspflege unterzubringen sind. Und doch läge eine Aenderung dieses Vechaltens nicht nur im Sinn der humanen Verfasser solcher Gesetze, sondern vor allem auch im Interesse: der/ Allgemeinheit, da sich die Tuberkelbazillen nicht in fverndzuständigr: und Wiener eiyteilen lassen, sondern unterschicklos infizieren.. ■. Fragt man, wie die Gemeinde imstande sein soll, derartig ausgckshnte Verpflichtungen zu erfüllen, sobald die Fondskrankenanstalr^n sie von sich abwälzen, so ist die Antwort hierauf nicht allzu schwer;u geben: Da der Bürgermeister alS Landeshauptmann mch auf letztere einen großen Einfluß ausübt, liegt es an ihm, eine gerechte Verteilung der Lasten durchzusetzen. . .Auf keinen Fall aber kan» eine Maßnahme wie die Herab-' setzung der Gebühren Wer den Ernst der Sachlage hinwegtaufchen, daß.mittellose, in Wien ansässige Fremdzuständige in einer den (Sesetzen widersprechenden Weise oftmals von der Krankenhaus bchandlung ausgeschlossen werden. Da anstatt Hilfe, wie bereits oben gesagt, gar zu oft zulammen mit dem abweisenden Bescheid der Rat gegeben wird, sich an die Kultusgemeinde, bezw. an das Rothschild-Spital zu wenden, so drängt sich die Frage auf, ob nicht umgekehrt eine Verpflichtung von Staat oder Gemeinde bestcht, die sozialen Einrichtungen der Kultusgemeinde zu unterstützen. Diese Frage ist unbedingt zu bejahen, und zwar auf Grund der Minoritätenschutzgesetzes. Dieser besagt, daß native na len oder religiösen Minderheiten entsprechend Anteil an drn staatlichen Einkünften für ihre sozialen und kulturellen Einrichtungen zu gewähr« sind. Daß die Juden in. Wien eine beträchtliche Minorität darstellen — ob man diese' Minorität nun alz eine nationale oder als eine religiöse bezeichnen will' —, ist außer Zweifel, und es kann daher auch nicht bestritten wecken, daß sie einen entsprechenden Anteil an den allgemeinen Einkünften als chr Recht zu verlangen haben. Die Tendenz gcht heute in umgekehrter Richtung, nämlich oahin, die Verpflichtungen zu mindern, die Staat und Gemeinde zum Schutz der Hilfsbedürftigen auferlegt find, und in erster Reihe und es, wie immer, die jüdische» Hilfsbedürftigen, jU hierunter zu leiden haben. Umso notwendiger ist eS. mit allem .'i>. chbruck dafür zu sorgen, daß die Schutzgchtze für dir Armen urch iranSen tatsächlich durchgeführt werden, » fwt»> vnvaenz<iri»ßtW I Letzte Nachrichten. GM gemrtreflell. Budapest, 20. Jänner. Der Jmmunitätsausschutz der Nationalversammlung behandelte heute die Angelegenheit des Abgeordneten Julius P e i d l, der in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung dem Ministerpräsidenten gegenüber einen beleidigenden Ausdruck gebraucht hatte. Der Jmmunitätsausschuß beschloß, den Abgeorkreten Peidl von zwei nacheinander folgenden Sitzungen auSzuschließen, womit ter Verlust feiner HalbmonatSgebühre« verbttnden ist. Abgeordneter Györki schlug vor, die Angelegenheit einer neuerlichen Verhandlung zu unterziehen und dem Abgeordneten Peidl eine protokollarische Rüge zu erteilen. sin sehr'«« dentfche» Waffenlager entdeckt. Berlin, 20. Jänner. (Tel.-Komp.) Auf dem Rittergute des Herrn v, Oertzen in Mecklenburg wurde ein geheimes Waffenlager entdeckt. Das Ärger enthielt 40 Jnstmteriegewehre, 25 Kisten Munition und mehrere Maschinengewehre. U öviene in «ntzlnad verhaftet. Berlin, 20. Jänner. (Tel.-Komp.) Nach einem Moskauer Funkspruch des „Berliner Tageblatts" hat die po-- lttische Polizei der Sowjetrepublik 4 8 S p i o n e, sämtlich Staatsangehörige der an Rußland grenzenden Länder, verhaftet, die des Versuches beschuldigt werden, sich militärische Pläne der Sowjetrepublik zu verschaffen. Das Haupt der Spione soll ein angeblicher englischer Oberst Frank sein. etrM-Sanrr zmn Lode derarteftt? Paris, 20. Jänner. (Tel.-Komp.) Nach einer Meldung des „Petit Parisien" aus London, die jedoch von keiner Seite bestätigt wurde, ist der Geograph der Universität Leipzig, Doktor 2 t r a t i l - S a u e r, wegen der angeblichen Ermordung eines Afghanen zum Tode verurteilt worden. Der deutsche Generalkonsul habe erklärt, daß das Todesurteil durch die fremdenfeindliche Partei erzwungen worden sei, die das Land von allen Europäern befreien wolle. die üontoncr Polizei gegen die neue Hnimade. Die Londoner Polizeiverwaltung ist unt den neuen Damenhüten nicht zufrieden. Die neue Mode schreibt nämlich einen Hut vor, welcher dir Ohren verdeckt und nach vorn schirmähnlich hevuntevgebogen ist, so daß die Augen kaum sichtbar sind. In zahlreichen Fällen, behauptet nun die Polizei, macht der neue Hut die Londoner Dame blind und taub, so daß es für-die Verkehrspolizei fast unmöglich ist, solche Modckamen aus dem Motorrädervovkchr der Londoner Citystraßen zu retten. In einer Zuschrift an die Londoner Presie weist ein Polizeioffizier darauf hin, daß diese Mcbe nicht nur eine Gefahr für die Trägerin fei, sondern auch eine für die Veckehrsschutzleuie und Wagenlenker bedeute. *50009 «rfeitilofe. Mitte Jänner wurden in Oesterreich 212.378 « n i e rstützte Arbeitslose gezählt. Zu der angegebenen Zähl von 212.378 kommen noch rund 7000 ausgesteuerte Arbeitslose, die im Genüsse einer außerordentlichen Pechilfe stehen, und jene Arbeitslosen, die in den Arbettsnachjveisstellen zur Arbeitsvermittlung vorgemerkt sind, aber keinen Anspruch auf Unterstützung besitzen; sie find mit etwa ,30.000 P e rsonen veranschlagt. Tie Steigerung der, Zahl. der unterstützten Arbeitslosen gegenüber Dezember (200.226) beträgt etwa 12.000. Sie ist wesentlich geringer'als ' in. den vohergegangenen 14tägigen Berichtsperioden, so daß angenommen werden kann, daß die Steigerung na.chläßl und der Höhepunkt, der in den letzten Jahren zwischen Anfang und Mitte des Monats Februar lag, bald erreicht ist. Wieder Lenchtnnsveeeiftnnsen durch Saarohrgebrech«. Die 56jährige Papierhändlersgattin Eugeme K u n z .wurde gestern nachmittags in ihrer mit Leuchtgas erfüllten Küche-in''der Musnergasse tot aufgefunderi. Ob Unfall oder Selbstmord vorliegt, äst bisher unbekannt. — In einer Wohnung im Erdgeschoß des Hauses Württemberggasse 3 wurden gestern vormittags -die 75jcchrige Julianne Kliepa, dir fünfjährige Julie Scheuer und die dreijährige Josefine Scheuer von Uebelkeiten und' Unwohlsein befallen, aufgefunden. Die Rettungsgesellschaft leistete den drei Personen erste Hilfe. ES scheint sich um einen durch Sickergas her-: vovgcrufenen Unfall zu handeln. Ein Gasrohr vor dem Hause war schadhaft geworden, und das Gas ist d'urch Erdboden und Mauerwerk oingedrungen. Im NZbenhanse erkrankte das Ehepaar Chaim David M e l zer und Frieda M el z e r ' ebenfalls an Bergiftungscrscheinungen, die man zuerst auf einen S-elbstmordverfuch mit Rauschgift zurückführte. Nun stellte es sich heraus, daß die Bergiftungserscheinungen auf dieselbe.Quelle .zurückzuführe« sind. 3« rckattiouellen Teile enthaltene entgeltliche SRiUeiltmgett Hut durch ein vorangesrtzteS E gekennzeichnet. Wien. 21, Jänner. * Das Vetter. Die Lage ist unverändert. Die Temperatur ist. etwas gestiegen. Die Voraussage meldet: Unbeständiges Wetter, im Westen wärmer als un Osten, zu Schneefällrn neigend. ’ * Eher«- Tr. T. Rubins. Dem durch seine Werbe auf talmudischem und philosophischem Gebiete bekannten Gelehrten Dr. S. Rubin wucke die en Samstag nachmittags eine'ange- , nchme Ueb.'rraschung zuteil. Feinv alle: Jubiläen, wollte er seinen i si. garnier rs8d -kr. -488 <;o. Geburtstag in aller Stille begehen, aber seine FreunH und Verehrer vereitelten je.n Vorhaben. Als Herr Dr. Rubin it» Bech-Hamivrasch erschien, um seinen üblichen Vortrag zu halten, bat Herr Konsul R a p a p o r t von der niederländischen Botschaft — ein fleißiger Hörer — um das Wort. Im vollgefüllten Saale hielt er eine Ansprache an den Jubilar, in der er für die geistigen Genüsse, die Herr Dr. Rubin der hiesigen Gemeinde durch ,e!ne Borträge bietet, dankte. Herr Dr. Rubin erwiderte mit bewegten Worten und, indem er daraus hinwies, daß das „Beh-Hamckrasch" zn allen Zeiten die Quelle war, aus der das Judentum fein« Lebenssäfte sog, sprach er den Wunsch aus, seine gan-e AckeitSkraft dieser' Stätte widmen zu können. Die zahlreiche Hörerschaft bereitete dem Gelehrten eine Ovation. * Schalom-Aleschem-Gedenkftiern ln der Ukraine. Das Volksbildungskommissariat der Ukraine erließ eine Verordnung an alle Erziehungsanstalten in der Ukraine, am 10. Jahrestag des Ablebens des jüdischen Dichters und Humoristen Schals« Alejchrm Schulgedenkfeiern abzuhalten Der ukrainisch« Staats« Verlag wird ein Schalom Alejchem gewidmetes Sammelwerk erscheinen lassen und im Verlaus der nächsten drei Iah« eine Gesamtausgabe der Werke des Dichters veranstalten. Das jüdische Museum in Ldessa wird ein besonderes Schalom-Alejchem-Kabinett^ erhalten, in welchem Materialien über Leben und Arbeit des Dichters ausgestellt sein werden. Einige Erziehungsanstalten in der Ukraine wecken von jetzt ab den Namen „Schalom Alejchem" führen. * Verhaftung der Jiwenmörder von BobruiSk. Aus Moskau meldet I. T. A.: Tie Mörder der zwei Juden Helm a n und Grovetzki, die vor einigen Tagen m der Nähe des Dorfes Cchirkowka, Distrikt Bcbruisk, Weißrußland, toi aufgefunden wurdet, sind endlich eruiert und verhaftet worden. Bekanntlich hat die Ortsbevölkerung gegen die Ortspolizei die Beschuldigung erhoben, daß sie die allen bekannten Mörder ungeschoren lasse. * Verhaftung eines Spediteurs. Ter 33jährige Spediteur Viktor Pollak aus Neuira, in Dunakeszi bei Budapest wchnhaft. vorübergchend in Wien, Große Mohrengasse, wchnhaft, wucke, wie die Korespondenz Wilhem me.der, verhaftet uw gestern dem Lanöesgerichte eingeliefert. Ter Bwapcster Kaufmann Nikolaus Gy u l'a i beschuldigt ihn, ihm einen Betrag von 25 Millionen ung. Kronen, den er zum Ankauf von Waren erhalten hat, veruntreut zu haben. * Selbstmeck. Der 58jährige Hilfsackeiter Karl Seidel hat sich gestern in seiner Mhnung mit seinem Hosenriemen an der Küchenkredenz erhängt. Er hat die Tat in einem Anfall von Geistesstörung verübt. * Tödlicher Unfall beim Schlittenfahren. Der zchnjahrige Chaufseursschn Franz Pimpel vergnüg.e sich gestern gegen 5 Uhr nachmitlags an der Ecke der Kudlichgasse und Gellertstraße mir Schlittenfahren. Er fuhr dabei an den Avhängewagen sine» Autos an uw geriet unter das Hinterrad. Dabei wucke er derart, schwer verletzt, daß ihn die Rettungsgesellschaft nur mchr als Leiche fand. * Unter dem Verdachte des Totschlages. In d:r Nackt zum 19. April v. I. wucke auf d^r Hütteldocierstraße ein Totschlag vegangen. Im Cafe S: m i c z hatten die Hilfsarbe'.wr Rudolf P e t r o w a l s k y und Franz Wagner grzechr un'» waren ^ann in Streit geraten, in l»?ssm Verlauf Wagner dem Pewawalsky das Messer in den Bauch stach. D r Gestochene ll noch am selben Abend gestochen. Wagner wurde gleich verhaft::. An der Sache war. wie. spater erheben wucke, auch der frühere Branurwe-nichänker Josef Holy beteiligt. Vorgestern wurde er vechaftet und dem Landesgericht eingeliesert. * Wegen Aufreizung zum Hochverrat. Aus Bozen wick beachtet: Der Wiener Student der Mevizin Karl Urs in, ein- Schn des ehemaligen großdeutschen Nationalrates Dr. Urs in, btt bekanntlich vor kurzem gelegentlich einer Ferienreise, ckie er nach. Südtirol unternommen halte von den Italienern vechaftet wörd enwar. wird sich hier >:m Februar wegen Aufreizung;um Hochverrat zu verantworten haben. * Der Wehnnngsnachweis der Stadt Wien. Gestern wucken beim städtisö^n Wcbnungsnachweis dreiundsiebzlg Wohnungen als frei geworben angemeldet. Gleichzeitig wucken aber davon einundsäebzig als bereits wieder vermietet abgemcldet. * Aenderung der Bahnhofbezeichnuügeu PurkerSdorf und PukerSdorf-Ort. Die bisherigen Bahnhofsbezeichnungen „Purkers- - dorf" und „PurlerSdorf-Ort" haben eine Aenderunh dchin erfchren, daß die im Orte gelegene Haltestelle Pur!erÄorf-Ort numnchr die Bezeichnung P u r k e'r s d o r f - G a b l i tz und' der außerhalb des Ortes gelegene Bahnhof Purkersdorf die Bezeichnung Unter- Purkersdor fführt. Diese Aenderung fat' den Zweck, die häufig vorgekommenen Mißverständnisse und Frhlabi-rtigungen zu b:-. seitigen, die dadurch verursacht wucken, 0I3 Fchrkarren nach „Purkersdors" von Passagieren verlangt wucken. die „Pmiersdorf- Ort" fahren wollten. * Scheußliche Abschlachtnng von Rennttrrrn. Die norwegische Regierung hat sich entschlossen, den in den Lappendistrikten üblichen grausamen Methoden bei der Abschlachtung von Ronnticren ein Ende zu machen. Sie hat unter anderem auch einen Film aufnehmen lassen, der die Schlichtungen vormhrt und eine große agitatorische Wirkung haben soll. Ein norwegischer Abgeordneter, welcher, die Verhältnisse untersucht hat. schildert den Vorgang der Schlachtung folgendermaßen: „Ein Rudel von 100 Tieren^kam vom Gebirge herunter und wurde in eine Renntierhücke gejagt, welche die Tie« hindert, auszubrechen. Die Schlachtung begann damit, daß ein Tier mit dem Lasso gefangen wucke. Ein Mann — Lappe oder Norivcger — warf das Tier zu Boden, brach ihm das eine Vorderbein, knickte es nach vorne, so daß es unter die Hörner zu liegen kam — angeblich um das Renntier am Aufftehen zu hindern. Ein. Lappenmesser, ungefähr 30 Zentimeter lang, wucke beim Schaft genommen. und zwar mit der linken Hand, und gegen die Brust deS Tieres gesetzt. Dann wurde es mit der rechten Hand durch zahlreiche Schläge in die Brust des Tieres hinemgchämmert. So wurde eines nach dem andern behandelt, während di« übrigen zusahrn. Das letzte Tier war vollständig raiend vor Schreck und ließ sich schwer fangen. Das Messer blieb eine Weile sitzen, bevor es wieder herauLgezogenwilcke. Das Keuchen und Stöhnen des Tieres — ein rauher, gurgelnder Laut — bannte man noch eine Zeit, nachdem das Messer hineingetrieben war. hören." Vereine, Vorträge und Verfonunlnnaen. Frauengrupve der zionistische« SB e* zlrkSsektion Leopold st ad t. Heute um V«5 Ubt nackm trag« im Sektionstzeim. 2. Bez. Zirtilsgaste 88 erf;e oroent iche Generalversammlung der Frauengiupl. : der L opolvstadt. - Wiener Beth»Hamtdr a> c 2. Bez. Ferd nandstraße 28. Heute um 7 Uhr abends Lektv Dr. S. G e l b h a u s: „Historische Psalmen". . RckdioHrogramm. Donnerstag den 21. Jänner: 11 Uhr vormittagr Bormu mu if. - irt u»r lo M,n.: AachmittagSkou-erk. - 1‘ uur 1b Min.: Märchen der Süd'ee. - 18-M 10 Mi«.: Mitteilungen aus den Bunde ^iheatnn. — 18 Udr 2b Mm r Ministerialrat Dr. Artur Hmschka: Elektrische Bahnen, - 1V Uür r Englisch für Anfänger. IS Udr »0 Min r ttebertragung au» dem großen Konzei tbauSfaa!. Deutsch- Musik von Bach bi» Pfitzner. - AuslatidSübertragung (bei günstigen Empfangs-