Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-01-19 · Heft 2481 (19.1.1926) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2481 (19.1.1926)
Date
1926-01-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981568--25281-3012910
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

» 9h. £481 Men. NenSW Wiener MorAeKMNMs zürMbarekkplostonskatastrophe inBerlik?. Sin einftürzenver Hau» begräbt die Bewohner unter fich. — zahlreiche Lote. Gestern früh gegen ü Uhr ereignete sich in dem vier Stock Götzen Gebäude in derHirschenstraßc9einegewaltigc Explosion. Ein Teil des Hauses, die ganze Eckseite, stürzte zusammen und begrub die Bewohner mit ihren Wohnungseinrichtungen unter sich. In fast sämtlichen Häusern der Straße wurden durch den gewaltigen Luftdruck die T ü r f ü l l u n g e it und Fensterkreuze h e r ausgerissen. In dem Hause, in den: das Unglück geschah, wohnten 24 Parteien. Kaum ein Mitglied dieser 24 Famtlieit blieb unverletzt. Bisher werden neun Tote gemeldet. Unter der» Trümmern des Hauses liegen noch drei oder vier Tote. Die Zahl der Leichtverletzten ist auf 40 gestiegen. Bei der Gasexplosion wurde auch in einem Seifengeschäft ein Faß Benzin entzündet, das in die Lust flog, wodurch der Geschäftsinhaber und ein Kind getötet wurden. Schreckliche Verwüstungen. im schwerer Eisenpseiler des Hauses wurde durch oie Explosion auf ein in der Straße wartendes Lastauto geworfen. Das Auto wurde in die gegenüberliegende Gastwirtschaft geschleudert, wobei die Lokalität gänzlich verwüstet und mehrere Gäste verletzt wurden. Die Bewohner der unilicgenden Straßen' stürzten, durch das d o u n e r ä h n l i ch e Krachen der Explosion aus dem Schlafe geweckt, in dem Glauben, daß es sich um ein Erdbeben handle, schreiend und notdürftig bekleidet ins Freie. Tie ganze Straße ist mit Glasscherben, Holz- und Eisenteilen übersnt und mußte für jeden Verkehr abgesperrt werden. Die Explosion entstand nach den letzten Erhebungen dadurch, daß in einem großen Vorratsraum, in der», Benzin und Petroleum untergebracht waren, die Gasleitung undicht geworden war. Wieso aber das Gemisch von Gas- und Benzindämpfen zur Explosion gelangt ist, ist noch nicht aufgeklärt. Mit zertrümmert er Schädeldecke... Berlin, 18. Jänner. Den Feuerwehrleuten ist es nunmehr gelungen, in den M a h n s ch e n S e i f e n l a d e n einzudringen. Sie fanden in einem an den Laden anstoßenden Zimmer die Leiche eines Mannes mit z e r t r ü m rn e rtcr Schädeldecke und schweren Brandwunden. Man uintmk au, daß der Tote der Ladenbesitzer Mahn ist. Zur Katastrophe bemerkt die Direktion der Berliner städtischen Gaswerke, daß Leuchtgas weder Benzin, Benzol oder Petroleum entzündet. Hiezu.wäre immer erst ein Brennkörper, so das Anzünder, eines Streichholzes/notwendig gewesen. Alle Umstände sprechen dafür, daß es sich um eine Benzinexplosion handelt oder um unvorsichtiges Umgehen mit anderen Explosivstoffen. Unklarheit Wer die EntstehungAuvsache. Berlin, 16. Jänner. (Wolfs.) Das Befinden der meisten bei der Einsturzkatastrophe Verletzten hat sich nachmittags gebessert. Bei keinem der ins Krankenhaus Eingelieferten besteht unmittelbare Lebensgefahr. Die Nachforschung nach weiteren Verschütteten gestaltet sich sehr schwierig, da die Einsturzgefahr noch nicht beseitigt ist und die riesigen Schutthaufen, die die Mauer stützen, nicht abgetragen werden können, ehe die erforderlichen Abstützungsarbeitcn beendet sind. Nach glaubwürdigen Aussagen hat der Seifenhändler in seinen, Lager nur einen kleinen Ballon Benzin lagernd gehabt, der ein so schweres Unglück nicht hätte verursachen können. Ueber die Ursache des Unglücks herrscht daher noch völlige Unklarheit. Plötzlich Millionär geworden. Wie aus Osijek gemeldet wirb, ist der Oberbuchhalter der boriigen Uniondcimpfmühle, Siegmund Weißberger, plötzlich viclsacher Millionär geworden. Er erhielt nämlich von einem Advokaten in Budapest die Nachricht, daß er der Erbe des riesigen Vermögens eines in Australien verstorbenen lveitlänfigen Verwandten sei. Weißbergers Urgroßvater lvar vor vielen Jahren nach Austrrlien ausgewandert, wo er sich ein gewaltiges Vermögen erwarb. Nun ist dort ein Vetter Weißbergers gestorben und hat sein ganzes Vermögen seinem Verwandten hinterlassen. Weißberger erbte die Kleinigkeit von 35 Millionen Dinar. Ile Schnellzugoftrelie Wien—Budapest Aber Bruck n. ß. zweigeleistg. Wien, 18. Jänner. Die Generaldireki'ion der Oesterreichischen Bundesbahnen teilt mit: Am 18. d. fand die Eröffnung des zweiten Geleises von Zurndorf bis zur Landesgrenze bei Hcgyeshalom und im Anschluß hieran auch auf ungarischem Gebiete bis Hegyeshalom statt. Damit ist ■ die Schnellzugsstrecke W i e n—B u d a p e st über Bruck a. d. L.—R«ab mit Ausnahme des kurzen Teilstückes von Bruck a. d. L. bis Zurndorf zweigelei sig ausgestattet. Die ungarischen Staatsbahnen hatten ursprünglich das zweite Geleise nur von Raab bis Budapest gebaut, entschlossen sich jedoch Mit Rücksicht auf die Bedeutung, die der Linie seit Kriegsende zukommt, das Doppelgeleise bis zur östereichijchen Grenze fortzusetzen. Wien, 19. Jänner. * Das Wetter. Der Frost hielt auch gestern an. Mittags gab es 4 Grad unter Null. Nach leichtem Schneefall stieg die Temperatur ein wenig. Die Voraussage kündigt eine vorübergehende Milderung des Frostes an. » Der Wohnungsnachweis der Gemeinde Wie». Bein, städtischen Wohnungsnachweis wurden gestern 66 freigewordene Wohnungen angemeldet. Davon wurden aber gleichzeitig 63 alö bereits vermietet wieder abgemeldet. * Mord und Selbstmord. Der Straßenbahnschaffner Guido Boulanger, der wegen Unregelmäßigkeiten im Dienste entlassen worden war hat am 16. d. seinen achtjährigen Sohn e rschossen uiod sich sodann durch einen Schuß in die Brust e n tleibt. * Wehrmannstod. Sonntag abends hat sich der 23jährige Infanterist Matthias W o s ch n a k des Jnfanterie-Regrments Nr. 5 mit seinem Dienstkarabiner in der Mewlinger Trainkaserne erschossen. Ein Zerwürfnis mit seiner Geliebten, einer Hausgehilfin, ist das Motiv der Tat. * Allandredoute. Trotz Krise und Flaute auf allen Linien, unbekümmert um das Revirement der Regierung, hat die Tanzsaison begonnen. Männlein und Weiblein laufen im Zweivierteltalt hinter dem Karneval her, der gleich einem modernen Rattenfänger, statt die Flöte zu blasen, dre Jazzband schlägt uns jung und alt mit st inen abgehackten Rhythmen in Bann hält. Die erste Station machte er Samstag nachts und an dem darauffolgenden Sonntagmorgen im Großen Konzerthaussaal bei der Ällandredoute. Ließ man sie so vorüberziehen, alle, die seinem Lockruf gefolgt sind, die blendend schöne», Frauen, in noch blendenderen Toiletten, Silberlame ist Trumpf, und die eleganten Herren in Frack und Srnocking. da mußte nran wahrlich sagen: Er hat einen guten Fang getan. Es herrschte die rechte Redoutenstimnzuilg, die den dichtgefüllten, prächtigen Sälen einen eigenartigen Zauber verlieh. Eingesponne»» in die zarten Intrige»» verführerisch aussehender und gekleideter (?) Frauen, konnte man wirklich für wenige Stunden den Sorgen des Alltags entfliehe»». Der Tanz, der früher bei Redouten mir so nebenher zu seinem Rechte kam, ist jetzt ein Essentiale gewvrden. In zwei Sälen wogte eine unzählige Menschenmenge schier ohne Unterlaß hin und her. Ei», farbenprächtiges, stimmungsvolles Bild, das »uai, t nur genieße», konnte, wenn man frohen Mutes war. Für Griesgrämige und Philister war auf der Allandredoute kein Platz. Die Demaskierung wurde nicht, wie früher, aus Befehl mit dm, Schlag 18 Uhr vorgenommen, sonder», jede Schöne lüftete, je nach Bedarf, »», Anbetracht der Situation — und nach de», Chancen. die nachher blühte»» — ihr Inkognito. Das Arrangement besorgte wieder Kommerzialrat Benno L i e. Nach de»», gelungenen erste»» Abend sind die Auspizien für die Battsaison 1926 dir besten, R, S. * Der Vertrag von Locarno hat sich auch auf privatern Weg ausgewirkt. Wie jetzt verlautet, hat sich die Sekretärin Chamberlai ns, die den Vertrag tippte, mit seinem Privatsekrotär verheiratet, den sie in Locarno näher kennen gelernt hatte. Die junge Frau hat sich das Schreib Maschinen band, mit den» her denkwürdige Vertrag geschrieben wurde, einrahmen lassen. RWioProgramm. Dienstag den 19. Jänner: 11 Uhr vormittags: Vorrnittags- . rnulit. — 1' Uhr 15 Min: NaünnittagSkonzert. — 17 tttir 50 Min: Stunde der Frau. Dr. Carla Zawisch-Ossenitz: Grundzüge der Ernährungsphysiologie des KindeSalterS. — 18 Uhr 2b Min.: Amtsrat I. Droegsle' r I. Praktische Berufsberatung. - 19 Uhr 10 Mtn r Französisch. - 19 Uhr 40 Min.: Englisch für Borgeschriitene. — 20 Ulir 15 M n: Ein Jahrhundert heitere Wiener Musik. 6. Abend: Josef Strauß. Vereine. Vorträge «nd Bersammlnngen. Advokatenrunde. Donnerstag um 7*7 Uhr Bortrag Dr. Josef Schell über „Ausgleichsverfahren und Exekutionsrecht-'. Sitzungssaal der Rechtsanwaltskcnmner, 1. Bez., Rorenturmstraße 13. — Vortrag Hrreuweni. Heute um halb 8 Uhr abends 2. Bez., Zirkusgasse 83, letzter Bortrag der Frau und des Herrn Prüf. Dr. H a r e u w e n i vor deren Heimreise nach Erez Israel. -7- I ü d i i ch e r Frauenbund. 9. Bez., Liechlenste instratze Nr. 11-13. Heute um halb 8 Uhr abends im Zeremoniensaal des Teuchels, 9. Bez., Miulnergasse 21, Bibelvortrag („Die Sprüche") Esther Mieses. Gäste willkommen. Eintritt frei. Oesterreichische Politische Gesellschaft. Donnerstag uu» 7 Uhr Bortrag von Frau Anna Tizia Leitich: „Amerikanismus". * Gratiskurse für Italienisch. Hochschullektor Professor Alfonso Vitolo eröffnet an, Samsrag den 30. d Gratiskurse für Italienisch. Anfänger jeden Samstag von 3 bis 5 Uhr, Sonntag von 9 bis halb 11 Uhr oder Mittwoch von 6 bis 8 Uhr. Einschreibungen und Auskünfte im Sekretariat der Sprachschule Vitolo, 1. Bez., Kärntnerstraße 17, von 9 bis 7 Uhr. S.-C. wehrhatter zion.-akad. Verb, zu Wien. Freitag den 22. d. findet Punkt 8 Uhr abends auf der Bude der I. A. B. „Gmunah", 9. Bez., Glasergasse 4, ein S. C. statt. Tagesordnung: 1. Chalnz-Aktion; 2. „Wiener Mvrgrn.zeitung"; 3. Eventuelles. Kunst. Bühne. Buch. „Lar Lebe«, das ich dir gab.- Burgtheater. Eine dreiaktige Leichenfeier mit tränenreichem und tränen« losen, Jammer ist »licht zu ertragen, auch tuen», sie bis an den Rand mit Tiefsinn und Stimmung angefüllt wäre. Dieses Opus von Luigi P i r a u d e l l o ist aber nicht einmal tiefsinnig und stimmungsvoll. Von den» vielgespielten Georg Kaiser brachte das Burgtheater sei», schlechtestes, von ihr»» selbst später verleugnetes Stück „Die Sorina", von Pirandello, dem Erfolgreiche»», just dieses Schauspiel, das Glicht oft in Szene gehen dürfte. Es ist ein Pech. Zu Begin»» des Stückes bewei»»en toskanische Landleute einen Tote»», der im Nebenzimmer liegt. Dan»» lveir»en der Reihe nach der Pfarrer, .die Die»»erin und ganz besonders die Tante des Verstorbener». Bis schließlich aus de»»» Sterbogemach die Mutter erscheint. Sie hat keine Tränen, für Don»,' Anna Luna ist der Sohn nicht gestorben. Der, welcher nach siebenjähriger Abwesenheit in das Mutterhaus zurückkaiiy der Glatzköpfige, Gealterte, lvar nicht mehr ihr Sohn. Und jener, der vor sieben Jahren wegzog, blolldhaarig und frische»», lebensvollen Blickes, lebt in ihre»» Herz«»» weiter. „Kinder, die fortgehen, sterben für die Mütter, sie bleiben nicht dieselbe»»," sagt Don»»' Anna Luna, und um», dürfe de»», der damals fvrtzog, nicht im eigenen Herzen sterben lassen, dann lebe er weiter. Bei bestem Willen konnte der Referent in diesen Feststellungen, . auf tvelchen sich die »volleren Diskussionen, Schmevzcmsbrüche, HerzenLlötte, Enttäuschungen aufbauen —- vor» einer Handu». Jrmnee _MM ff lung kam» wirklich nicht gut die Red« sein -—» keine hirnmelstü»^) ntcitDe Weisheit erkennen, auch lvenn sie Pirandello niederschrieb, > Der Sohn, der plötzlich starb, hinterließ «irren «»gefangenen Brief au seine Geliebte. Sie ist eine verheiratete Frau, war mit ihm in den siede»» Jahre»» seiner Abwesenheit vom Mutterhaus? in idealer, bis in die letzte Zeit (allerdings nur bis in die letzt« Zeit) geschlechtsloser Liebe verbunden, »vährend sie ihre beiden Kinder von den, ungeliebten Gatten empfing. In diesem Briefe bestellt er!>ie Geliebte zu sich. Tonn' Anna Luna vollendet den Brstf nnd will auch dieser Frau gegenüber die Fiktion aufrechthalten, daß der Sohn noch weiterlebe. Die Gerufene eilt herbei, nicht mehr allei»», dem» das Kind, das sie diesmal unterm Herzen trägt, stammt von den», Toten. Damit das Publikum das Gruseln lernt, läßt die Mutter die Geliebte des verstorbenen Sohnes in dcn, Bett schlafen, in dem er starb. Alsbald erfährt die schwangere Geliebte die Wahrheit. Ihre Mutter fuhr ihr nämlich »»ach (dieses Drama wird von einem Quartett erschütterter Frauen bestritten) und bringt die unglückliche Tochter, gleichzeitig aber Donn' Ar»na Luna in die reale Wirklichkeit zurück. Erst am Schl»»sse des dritten Aktes stellt die Mutier des Toten fest, daß nun auch der Sohn für sie gestorben sei. Es »väre unaufrichtig, lvenn der Referent versuchen wollte, diese Ernüchterung aus dem Dialog erklären zu »vollen. Er fand keine Anhaltspunkte. Dunkel blieb-der Rede Sinn i»nd öde der Abend von Anbeginn. In» Burgtheater wurde die dreiaktige Totercklage, bei der die Hauptbeteiligte erst zun, Schlüsse in den vielstiminigen Janimer einfällt, sehr ernst genommen. Ein Gemach nrit lustigen Wänden, Gespenstcrdämmer, »nagischer Mondschein im Mittelakt und eine Reihe ausgezeichneter schauspielerischer Leistungen. Frau Bleibtreu in weißer Gewandung, das Haupt hoheitsvoll erhoben, schritt durch das Stück in tragischer Größe, die verkörperte stumrne Klage. Frau Mayer trug ihre Schmerzensarien ge-' schmackvoll gedämpft Vor »ind Frau Pünkösdy war dis zur letzten Szene als Geliebte des Toten sehr glaubwürdig. Dann allerdings befiel sie der Schrner; mit solcher Gewalt, daß sie i»»s graue Elend geriet. Der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen war getan. ' ' Das Publikum lehnte die Novität ab. O t t o A b e 1 c s. Mischer Kllnftlerkabarett. Die Komödie „Mojsche Telebendik" (hat sie der Autor so betitelt?) ist erzschlecht. Außer einigen Wortwitzen, die mehr dem Wesen der jüdischen Sprache als dem Stofflichen der „Komödie" zu verdanken sind, ist sie öde und ungereimt. Ausschließlich solches Genre zu pflegen, wird »veder den Darstellern des Künstlerkabaretts noch dem Publikum gut anschlage»», vorausgesetzt, daß das Künstlerkabarett auch tatsächlich den Willen hat, einigermaßen erzieherisch zu wirken. Dies wird sicherlich nicht durch „Consereneen" im Kaijargon zu machen sein. (Eine solche war — das wirkt enttäuschend — am Samstag zu hören.) Die Schauspieler waren zum Teil wieder auf ansehnlicher Höhe. Herr Streng in den erste», zwei Men (in, dritten und letzten erlaubte es ihm das Stück nicht mehr). Sehr ergötzlich Herr Sengall als litauischer Schaichen, in Amerika, p. h. Aus den Theatern. Burgtheater. Heute »Major Barbara". (Lheacergemeinde Serie 8. blau.) Morgen, */*8 Uhr abends, „$ a S i Leben, das ich dir gab". (Abonnement IV. Grupve.) Aradem»e,hea»er Morgen, 7a8 Uhr abends, „DiezerbrocheneLeiter". (Abonnement III. Gruppe.) Operntheater. Morgen, 7 Uhr abends, .Samte n". BolkSoper. Heute, 7,8 Uhr abends, „Die toten Auge tt". Morgen „Der arme Jonatha»,". Anne R o f e l l e beginnt ihr Gastspiel Donnerstaa den 21. d. als T o S e a In der gleichen Vorstellung gastieren Kammer! önaer Alexander K t r ch n e r von der Berliner StaatSoper und Tzvetan K a r o l e f f von der Nationaloper in Sofia. Deutsches VoltSttieater. Albert B a s s e rstaitn wird nur noch einige Male in dem Lust'viel „Reiner Tisch!" und nur noch einmal den Konsul Bernick in „Die Stützen der Gesellschaft" spielen. Raimund-TV ealer. Donnerstag gelangt zur Feier des 50. GeburrStaaeS des Dichters Herbert Enlenberg dessen Lust piel „Wie m a n's macht, i st's r i ch t i g" zm Erstaufführung. Theater in der Josef st adt. Dienstag den 26. d. gelangt Iwan Turgeniews Schauspiel „N a- 1 a l i e" (Ein Monat auf dem Lande) zur Erstaufführung. Rena,ssancebüür»e. Sonntag den 24 d., nachmittag» 3 Uhr, gelangt die Komödie „K a m p l" von Johann N e st r o y zur Aufführung. Albert Basferman» für den Pensionssonds des Deutschen BollStheaters. Albert Bassermann hat sich bereit erklärt, zugunsten des notleidenden Pensionsfonds der Mitglieder des Deutsche», Bolkslheaters am 26. d. den Theaterdivektor Emanuel Striese in dem Schwank „Der Raub der Sabinerinnen" von Schönthan zu spielen. Frau Else Bassermann wird die Rolle der Marianne Neumeister oarstellen. Das Jüdische Künstlerkabarett, 2. Bez., Prakerstratze 60, bvinyt morgen Mittwoch die Komödie „21 Tage Arrest" zur Aufführung. Julius Ehajes, der jugendliche Klaviervirtuof« und Komponist, gibt sein diesjähriges Konzert am 9. März in Mittleren Kollizerthaussaal. Warum Böcklin ohne Modell malte. Aus Anlaß des fünfundzwan'iigste»» Todestages Meister Böcklins sei daran erinnert, daß er ohne Modell malte. Schuld daran war feine Gattin. Noch als Matrone war Frau Angela von beträchtlicher Eifersucht erfüllt »md sah eS daher nicht gerne, daß Modelle zu dem Gatten »nS Atelier kamen. „Das »st die Tragik rneines Lebens," so hat Böcklin mit Bezug hierauf einmal auf »»äcktlichem Spaziergang zu einen» Züricher Freund geäußert. Gelegentlich wagte der Künstler doch, das Verbot der gestrengen Gattin zu mißachten und ihr ein Schnippchen zu schlagen. So hat er einst bemerkt, auf „Des Hirten Klage" seien die besten Beine, die er je gemalt habe, und dabei verriet er unter strer^ter Verschtviegenherst daß diese Beine einen» wunderhübschen Balleltmädchen gehört hätten. Auch »nännliche Modelle gebrauchte der Meister nicht: den nackten Körper studrerte er an sich selbst im Spiegel. — Da er selbst r»un gewohnt war, ganz auf Modelle zu verzichten, so spottete er über die ganze Modellmalerei. „Dos ist mir ein schöner Künstler, Schöpfer", so sagte er einst, „»venn er einen kleinen Finger braucht, muß er tvarten, bis die. Sin« Zeit M"-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.