Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2475 (13.1.1926)
- Date
- 1926-01-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JtfSt BSfm, TOftSetS / ii...————.i.. -.. somit eine neue entscheLende ftra^roqesfuole Tatsache gegeben, die «in Vkderaufnahmeverfchren notwendig machte. Die DschaMuriA zu der 40 Zeugen geloben sind, wird einige jtage dauern. _ (Hn Miidcaettet «aadSkrsel. Zwei Postbeamte niedergeschlagm. Aus Nordhausen wird gemeldet: Vormittags um 10 Uhr wurden zwei Postbeamte, als sie das Gebäude der Reichsbank betreten wollten, von drei Verbrechern überfallen, die ihnen einen schweren Reisekorb mit Banknoten im Werte von 250.000 Mark entrissen. Die beiden Beamten wurden trytz ihres Widerstandes durch mehrere Schläge auf den Kopf wehrlos gemacht. Die Räuber flohen mit ihrer Beute. Sie wurden jedoch durch die verfolgenden Polizei- und Sicherheitsbeamten in der Umgebung schließlich eingeholt. Einer der Verbrecher wurde erschossen, ein anderer schwer verletzt. Der dritte Mörder, der bei Zer Verfolgung entkommen war. wurde kurze Zeit später erschossen aufgefunden. Er hatte sich durch einen Revolverschuß selbst getötet. Die Jde n 1 it at der Räuber konnte bisher nicht fest ge stellt werden. Mischer Kaufmann und Wische Prrffe. Der laute Radauantisemitismus ist in der letzten Zeit dem schleichenden Wirtschastsantisemitismus gewichen. Diese Spielart ist die gefährlichere, weil sie.mit verdeckten Mitteln die jüdischen Existenzen untergraben will. Das Schlagwort: „Kauft nicht bei Juden!", die Anlage von speziellen arischen Firmenverzeichnissen, die absichtliche Verunglimpfung der bei jüdischen Kaufleuten gekauften Waren gehört zu den Mitteln Aeser antisemitischen Kampsesart. Es bleibe dahingestellt, wie weit sich hinter diesen antisemitischen Praktiken gegnerische Konkurrenz und Lust an Verleumdung verbirgt. Zweifellos widerspricht es nicht den Interessen der in solchen arischen Branchenverzeichnissen genannten Firmen, daß die Käufermassen nur ihnen Zuströmen, selbst wenn die Methoden dieser Elemente alles eher sind, denn seriös. Und da sie mit den richtigen kaufmännischen Waffen, der Abgabe preiswerter und guter Ware, der geschickteren Konkurrenz nicht immer känrpfen können, stoßen für sie die Hakenkreuzler heftig ins Horn. Hier einzugreifen, ist die Aufgabe der jüdischen Presse, welche die von. antisemitischer Seite ausgestreuten Lügen zerstört und bekämpft. Schon der Bestand dieser Presse bietet einen starken Schutz für den jüdischen Kaufmann. Sie bewirkt, daß der Wirtschaftsantisemitismus sich nicht unkontrolliert der Vernichtung des jüdischen Kaufmannes widmen kann. Nur eine Presse, die ihr Judentum betont, kann hier mit dem nötigen Nachdruck auftreten. Es ist deshalb Pflicht des jüdischen Kaufmannes, sein Verständnis und seinen Dank an die jüdische Presse durch die Tat zu bekunden. Dies kann durch moralische und materielle Mitwirkung der Fall sein. Die jüdische Presse ist eine Verteidigungsbastion, welcher der jüdische Kaufmann nie entraten kann. Festabend der sthevra Kadischa I« Ist. vezirf. Eine bemerkenswerte Feier. ‘ Sine so uralte Institution wie die Chewra Kadischa hat wohl km Laufe der Jahrhunderte allmählich Aenderungen mitgemacht, 'aber, die Tradition wirkt hier so hemmend, daß sie kaum mit, dem moderüen Leben Schritt zu halten vermag. Um so überraschender kam^dre Nachricht, daß die Chewra Kadischa für die Bezirk 12 bis. 15 eich feierliche. Einführung von dreißig neuen Brüdern vornehmen will.. Es mußte also diese Chävra Kadischa über beson-. dere Werbekraft verfügen. Der Obmann dieser Bereinigung, Herr Oskar Go.lds ch m i e d, der sich um die Zentralisierung der gesamten jüdischen - Fürsorge in Wien schon seit Jahren bemüht, hat es zuwege ge- - bracht, die Chewra Kadischa in den Mittelpunkt der Fürsorge der Bezirke 12—15 zu stellen. Sie bemüht sich nicht nur um die Kränkheits- und Todesfälle, sondern auch in Fällen von Obdachlosigfeit, Arbeitslosigkeit und allen anderen Elendsfällen und ermöglicht unter anderem durch eine große Subvention die Existenz des Ausspeisungsvereines 12—15, der täglich 7V bis 80 Personen unentgeltlich Mittagskost verabreicht. Es ist also erklärlich, daß diese Chewra Kadischa nahezu 500 Mitglieder gewinnen konnte. . Die feierliche Einführung der neuen Mitglieder fand Sonn- , rag den 10. d. im Vereinsheim, Herklotzgasse 21, statt. Zu dieser . Veranstaltung trugen außer dem Oberkantor des Bezirkes, Herrn Jakob Schleifer, die vom Kantorenverband entsendeten Oberkantoren Fischer, Margu lies und P o st u l o w >durch ihre gediegenen.Vorträge bei. Herr Goldschmied hielt an die neueintretenden Mitglieder eine tiefempfundene Ansprache und nahm ' ihren Handschlag entgegen. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwapg hielt in Vertretung des durch einen Todesfall in seiner Familie, verhinderten Bezirksrabbiners Dr. Taglicht ein längerer Ansprache, in welcher er einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Wiener Chewra Kadischa gab, wobei er besonders betonte, daß die Gründung im Jahre 1673 a u S s ch l i e ß l i ch d u r ch Jugendliche erfolgte. Nachdem Herr Dr. Jakob O r n st e i n, Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, im Namen des KirltuSvorstandes die Anwesenden begrüßt und den Anlaß der Feier gewürdigt hatte, sprachen noch mehrere Redner, unter denen tot Vertreter; der neu ausgenommenen Mitglieder, Herr Ortsschulrat Armin Klein, besonderen Beifall fand. Die Feier machte einen tiefen Eindruck, und mehr noch als aus den offiziellen Reden konnte man aus den Privatgesprächen oer M anwesenden Mitglieder entnehmen, daß hier tatsächlich Mjcheö Leben herrscht und der.Versuch, alter» jüdischen Geist mit vem Geist der neuen Zeit und des erneuerten Judentums wirkungsvoll zu vereinen, völlig gelungen ist. Sin Weg ist gezeigt, mögen ihn auch die gleichnamige» Bereinigungen der anderen Verirre zu gehen tzersucheq. ~ «. A, Me Setetalgtma Milcher Rente. tttt einem Gespräch M de« vorflandSmllgü^ De. M. Weiß. Im Jahre 1914 gegründet, nah« die Dereinigung jüdischer Aerzte ihre durch den Krieg unterbrochene Tätigkeit vor zweieinhalb Jahren wieder auf und vermochte in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit eine rege berufliche, gesellige und nationale Tätigkeit zu entfalten. Im Anfänge stießen die Gründer vielfach auf Mißtrauen auch in den Kreisen der jüdischen Aerzteschaft, doch verstanden sie es, durch eine loyale, jeder Parteipolitik abholde Tätigkeit allseitige Achtung für ihr so bedeutsames Beginnen zu erringen. Die Vereinigung, deren Mi.'gliederzahl im steten Wachstum Wachstum begriffen ist und derzeit zirka 250 beträgt, befaßt sich vor allein mit der Veranstaltung allwöchentlicher Vorträge über fachwissenschaftliche und juristische Fragen, die eine rege Frequenz aufzuweisen haben. Besonderes Interesse wurde durch den großangelegten Vortrag des Hoftates Prof. Dr. Ehrmann über die talmudischeMedizin sowie durch die Referate der Palästinabesuchenden Bereinsmitglieder über die verschiedenen Fragen des Sanitätswefens von Erez Israel wachgerufen. Großes Augenmerk wird der notwendigen Fürsorge für notleidende Aerzte, deren Familienangch'örige sowie für Studenten zugewendet. Die hierzu notwendigen Ausgaben werde« aus einem speziellen Ehrmann-Fonds bestritten. Mit der Exekutive der jüdischen Studentenschaft, dem Jüdischen Hochschulausschuß, steht die Vereinigung in freundschaftlichen Beziehungen, hofft aber auch mit Bestimmtheit, daß die Mediziner nach der Absolvierung ihrer Studien der Vereinigung beitreten werden. An der Sammlung ton Büchern für die Jerusalemer Universitätsbibliothek betelligte sich die Bereinigung ebenfalls, wie sie auch sonst bestrett ist,, einen ständigen Kontakt mit der jüdischen Aerzteschast Palästinas und anderer Länder herzustelleru In letzter Zeit sind wertvolle Verbinduugen mit der AmericanMedical Association durch chr geachtetes Mitglied Herrn Dr. Kaufmann angeknüpft worden. Es wird auch energisch daran gearbeitet, mit jüdischen Aerztekreisen in der Provinz nähere Fühlung zu gewinnen. Bei der Ueberfüllung des ärztlichen Berufes, die den jüngeren Kollegen dos Fortkommen in Oesterreich ganz außerordentlich erschwert, tverden von der Bereinigung die Auswanderungsmöglichkeiten geprüft. Leider bestehen in den meiste» Ländern sehr gwße Schwierigkeiten in dieser Beziehung. Die Verhandlungen sind noch nicht zu Ende geführt, doch scheint es, daß Rußland und die Balkan st aalen Existenzmöglichkeiten für auswandernde Aerzte bieten könnten. Bis jetzt sind keine Angriffe gegen die jüdische Aerzteschast als solche zu verzeichnen gewesen, doch mchren sich die Zeichen antisemitischer Tendenzen.in weiten und maßgebenden Kreisen, so an der medizinischen Fakultät, und es wäre eine zur Abwehr eventueller Angriffe wohlvorbereitete Organisation unbedingt am Platze. An der Spitze der Vereinigung steht als l^renpräsident der Nestor der jüdischen Aerzte, Hoftat Prof. Dr. Ehrmann, den als Vizepräsidenten die Herren Prof. Dr. Braun und Doktor Jerusalem unterstützen. $ ■ . Samstag den 9. d. fand ein geselliger Abend der Bereinigung statt, der ein zahlreiches Publikum vereinigte. In d;m ungemein reichhaltigen Prograurm wirkten unter anderem mit: die. Damen Frl. Da über. Frl. Erika B r ü n au er, die sehr talentiert plastische Tänze vorführte, Frl. Ilona Schick sowie die: Herren Dr. Ornstein, Dr. Löwy und Kch^ertmeister Pxof. Zimbler. Frl. Löwy und Herr Balagur ernteten mit Rezitationen jüdischen Inhaltes' großen Beifall, der. seinen Höhepunkt bei den jüdischen Volksliedern, seelenvoll und urwüchsig. voy Fr!. Rahe! Gafter vorgetragen, erreichte. . «ord i« der Die Geliebte mit de« Bügeleisen erschlagen. — Helbstmord des Täters. V In der B r i g i i t c n a u wurde gestern! im Hause Sachsenplatz 14 eine blutige LiebeStragödi.e entdeckt. Der 41jährige Hilfsarbeiter Ferdinand Nos sek hatte, vermutlich schon vor einigen Tagen seine Geliebte, das. Ajährige Stubenmädchen Käthe Juchs durch mehrere/Schläge. mit einem Bügeleisen getötet und hierauf'sich , selbst am Fensterkreuz erhängt. Die Tat dürft« schon vor mehreren Tagen verübt worden sein. ' Nossek, dessen Frau wegen Geisteskrankheit auf dem; Steinhof interniert ist, hatte vor ungefähr zwei Jahren im Prater die Bekanntschaft der aus Salzburg gebüittigen Hausgehilfin Katharina Fuchs gemacht, die schließlich zu ihm zog. In der letzten Zeit ging es btziden in materieller Hinsicht sehr schlecht und sie mußten sich wiederholt von Wohnparteien kleinere Beträge borgen. Zuletzt hat ein Wohnungsnachbar durch die Türe Samstag abends mit Nossek gesprochen. Erst gestern in. den Mittagsstunden kam man durch Zufall darauf, daß, seitdem in dem kleinen Kabinett, in dem die beiden wohnten. sich eine furchtbare Tragödie abgespielt haben muß. Durch den Hof des Hauses bemerkte die Frau des Schneidermeisters Just, als sie in die Wohnung hinausblickte, daß augenscheinlich ein Hemd am Fenstex häng«. Bei näherer Betrachtung schien aus dem Hemdhalse ein Mannerkopf herauszuragen, der mit dem Gesichte nach dem Innern des Kabinetts gerichtet war. Die Poliezi wurde verständigt und die Wohnung gewaltsam geöffnet. Der Kommission bot sich ein furchtbarer Anblick. Zunächst sah man, daß Nossek, der nur mit Hemd und Hose bekleidet war, am Fenster kreuz tot hing. Im Hintergrund des Raumer fand man die Fuchs bis zum Halse in ihre Tuchentz eingehüllt mit schweren Hiebwunden tot im Bette liegen,' Auf dem Ofen, der dem Bette der Fuchs gegenüberfteht, wurde ein I _ 13. Jänner 1028_ Nr. 2478 Vügeleisenstagel, stark mit Blut befleckt, vor« gefunden. Nossek Hot seine Lebensgefährtin augenscheinlich i m Schlaf überfallen und mit dem Bügeleisen erschlagen. Er hatte dann selbst seinen Holzkoffer zum Fenster geschoben und sich mit dem Wäschestrick erhängt. Die Tat dürfte sich in der Nacht auf Sonntag abgespielt haben. Nossek besaß einen guten Leumund; allerdings war es, wie die Nachbarn behaupten, zwischen ihm und der Fuchs wohl durch feine Eifersucht oft zu heftigen Auftritten gekommen. Me „Seifte Woche" «ei Müder Schiff»««. Den größten Sto'.z der Hausfrau der guten alten Zeit bildete der vclle und re.'chsortierte Wäscheschrank. Dieser traditionelle Haussrauer,schätz enthielt, insbesondere bei töchterreicben Familien, em schier unerschöpfliches Lager von lilienweißem Linnen. Bett-, Tisch- und Leibwäsche jeder Art waren diltzend-, ja schockweise vertreten, für Kind und Kindcskiuder war reichlich vovgesorgt. Dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang ist nach mtb nach auch diese Tradition zum Opfer gefallen. Ter Wäscheschrein der meisten Hausfrauen — auch der besser situier en Kreise — weist manche Lücken auf und Rachschaffungen werden immer dringender. Die Okkasion der „Weißen Woche", welche das renommierte WarerhauS Bruder Schiffmann. 2. Bez.. Taborstraße 48, von Montag den 11. bis DamStag den 16. Jänner veranstaltet, bietet nun allen HauS'rauen sowie Gastwirten, Hotcki'ers usw. die Möglichkeit, ihren Bedarf an Weißwaren aller Art in gediegener : Qualität äußerst billig eiinzukau-fen. Die „Weiße Woche"'des Warenhauses Brüder Schiffmann har sich in den letzten Jahren so glänzend bewährt, daß d'e Firma diesmal ihre Leistungsfähigkeit besonders angespannt hat, um wirklich Außerordentliches zu bieten. Schon das äußere Bild des Warenhauses während der kommenden Woche wird durch das einzig artige, künstlerische Arrangement der zahlreichen Schaufenster und die wirklich sehenswerte Innendekoration die Großzügigkeit dieses anerkannt führenden Leopoldstädter Kaufhauses zeigen. Die lebensgroße Teepuppe mit dem aus rirka 800 Taschentüchern blumenartig arrangierten Reifrvck. die großartige, effektvoll beleuchtete Srener'e im Miktelferster. welche den großstädtischen Transport und das Einlaßern von Daren mit dem Bild einer Haferanlage bei Nacht .im Hintergrund — veranschaulicht, werden sicherlich d'-e Passanten anziehen üud kesseln. Noch mekw aber die Warenprobe, welche, an der Quartär der Waren gemessen, einen Billigkeitsreliord darstellen, der kaum mehr zu übevbieten ist. Sie Freikarten. Brett«« bewilligt eine Erhöhung des Sonttttgentr. Der Stadtfenat hat gestern die Verordnung zur Durch, führung des Lustbarkeitsabgabegesetzes beraten. Gegenüber de» bereits bekannten Daten des ersten Entwurfes wurden auf Antrag des Stadtrates Breitner einige Veränderungen vorgenommen. Die ursprünglich mit 15 Stück für den Tag in Aussicht genommenen Freikarten für Theater erfahren eine Erhöhung auf 25 Stück. Für Orchester-, Chor- und Soliftenkonzerte oder Kammermusikabende können bek einem Fassungsraum von mindestens 1200 Personen nicht 40, solcher» 60, bei geringerem Fassungsramn 40, statt 25 Karten steuerfrei ausgegeben werden. Bei sportlichen Veranstaltungen und Wettbewerben wird an den bisherigen Bestimmungen nichts geändert. Bei allen übrigen Veranstaltungen ist die Zahl der Freikarten mit fünf begrenzt. Außer diese« fünf Freikarten können die behördlich vorgeschriebenen Dienstsitze bei der Steuerverrechnung ausgeschieden werden. Die Verordnung trat am 1. d. in Kraft, doch ist durch UebergangSbestimmungen vorgesorgt, daß Re bis ernschkießlich. 7. d. nachweisbar unentgeltlich abgegebenen Freikarten ohne Rücksicht auf ihre Zahl aus der Steuerbemessungsgrundlage ausgeschieden werden. Die Verordnung würde unverändert angenommen._ Wien, 13. Jänner. * Wer wiw da eigentlich gefrozzelt? Nämlich das Wchnungss amt von den Hausherren cder umgekehrt- Jahrelang Ist. man zu« Wrhmmcsamt gewandert, bis einem ei» langer Bart ge- , wachsen war und wenn einem der entsprechende Zuwachs von Kind, Hund und Kanari schließlich Bodenständig" gemacht hatte, erlangte man die — Aussicht und jetzt wird sogar diese von den Hausbesitzern mit 6000'acher Freude an den Meistbietenden vergeben. Jmmechn, Las Wohnungsamt muß etwas tun. Im Hochsommer hielt es ja stets die Pforten geschlossen, weil zu dieser Zeit Mutter Grün den Mchnungsmarkt „entlastetes. Jetzt aber, da man e8 ausschaltete, muß das hochlöbliche Amt natürlich .kräftige Lebenszsichen von sich geben und es entstand der. „Wchnungsnachweis". Alle ein- und mehrfach verstockten Hausherrenhaben die freiwerdenden Wohnungen bekannt zu geben/ Das geschieht auch pünktlich und am Tore des Wohnungsamtes sind die genauen Adressen ersichtlich. Natürlich ist alles längst vermietet, weil dir Räume ja nur so von den Hausbesitzern angemeldet werden, die jetzt auf diese Weise den hchen Magistrat ausgiebig frozzeln. Der bleibt freilich auch nichts schuldig und verkündet, daß' er den .Hausekgentümern sehr gerne für ihre freien Räume die Liste der Obdach- ' losen zur Verfügung stellt. Ausgerechnet darauf reMreren die Hausherren nämlich. So jagt ein nlunterer Scherzten anderen und gefrozzelt ist im Effekt natürlich nur das Publikum. Ali. * Der Wohnuv-ÄurchwelS der Stadt Wie«. Gestern langten beim städtischen Wchnungsnachweis 82 Meldungen ein. Als noch nicht vermietet wurden folgende Dehnungen qnpezeigt: 3. Bez.. Cerssaugasie 39. Tür 7 (zwei Zimmer, Küche und Vor- - zimmer); 3. Bez., Geologengasse 8. Tür 1 /Zimmer und Küche); . IS. Bez^ Wilhelmstraße 38, Tur 33 lKabinett); 18. Bez., Martinsttaße 77. Tür 8 (Kabinett); 18. Bez., Schopel hauersttaße 24, , Tür 18 (Zimmer und Küche); 21. Bez., Michtuergasse S (Kabinett); A. Bez., Lagrawerstraße 76, Tür 4 (Küche). * Die KLtte. Tie Kälte dauert unvermindert an. Aus NordruUand, von wo die Wells ihren Ausgang nahm, werden minus 30 Grcd gen eidet. Tas Kältegctiet erstreckt sich bmits bis an den - Skwranh der Aipen. In Oesterreich sank die Temperatur bis auf — 16 Grad. Die Vorhersage sür heute kau'et: Trüb, nordöstliche Winde, längere Fort bau er der Kältester rode. - * Die Lebensmüden. Gestern mittags hat sich in der Hauptallee der övsthvige Snstreichergehilfe Max Kisch erschossen. — Auch der LSjchkiö.e Anstreichergehilfe Friedrich Pietro sch hat SeWvrych verübt. Er hat sich im Säuferwchnsinn erhängt.