Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2472 (10.1.1926)
- Date
- 1926-01-10
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981559--25193-3012813- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Geste lß Wien, Sonntag genommen. — Im Lause der Verhandlung wurde ein Stück L e b e n s g e s ch i ch t c des Angeklagten aufgerollt, ein buntes, abenteuerliches Schicksal. Klimz begann als Töpferlehrling, versuchte sich in unzähligen Berufen und machte den Krieg mit. Im Februar vorigen Jahres war er als Kokainist int Steinhof interniert, er hat auch wiederholt Selbstmordversuche begangen. Richter: Was waren Tie zuletzt? — Angekl.: Fakir. — Richter: Sie sind ja kein Inder. Wo haben Sie diese Kunst erlernt? — Angekl.: Im Prater. — Richter: Bitte, erklären Sie das. — Angekl.: Ich war Ausrufer in einer Praterbudc. Eines Tages erkrankte unser Fakir. Ich erbot mich, ihn zu vertreten, und konnte bald ebensogut Feuer schlucken und Stiche aushalten wie er. — Richter: Wie bringen Sie das zustande. — Angekl.: Durch Konzentration des Willens. — Das psychiatrische Gutachten führt die Schmerzunempfindlichkeit des Angeklagten auf sein zerrüttetes Nervensystem zurück. Er glaube sich fortwährend beobachtet und verfolgt, auch die Szene auf dem Ostbahnhof sei auf eine ähnliche Wahnvorstellung znrückzuführen. Trotzdem habe er jedoch als zurechnungsfähig;u gelten. Der Richter verurteilte Klimz zu 4 8 Stunden Arrests, die der Artist anzunehmen erklärte. Die Füllfeder. Eine originelle Episode aus denr Wiener Nachtleben bildete beim Strafbezirksgericht 1 den Ausgangspunkt einer Verhandlung, in welcher eine Dame der Halbwelt wegen Diebstahls angellagt war. Ter Beschuldigten lag zur Last, daß sie kürzlich in einem Stundenhotel, gegen drei rlhr früh, einem Herrn eine goldene Füllfeder im Mindestwert von 150 Schilling gestohlen habe. Die Angeklagte stellte den ihr zur Last gelegten TilLstahl entschieden in Abredes indem sie bemerkte: „In meinem Beruf, Herr Hof rat, brauche ich keine Füllfeder. Ich bin auch nicht intelligent genug, um vielleicht einen Roman zu schreiben, wozu ich eine Füllfeder brauchen könnte. W e n n's eine Brieftasche gewesen w ä r e," bemerkte die Angeklagte weiter, „könnte man d'rüber reden." Der als Zeuge vernommene Anzeiger blieb daboi, daß ihm die Angeklagte eine goldene Füllfeder, für welche sie großes Interesse zeigte, entwendet habe. Auf den Vorhalt des Richters, daß die Angeklagte seinerzeit sofort auf der Wachstube genau untersucht unö. daß bei ihr nichts gefunden wurde, meinte der Z^ge, daß die Beschuldigte auf der Straße jemandem die Füllfeder Zugrsteckt haben dürfte. Der Wachmann, der die Angeklagte arretiert hatte, gab an. daß letztere während der Eskorte keine Möglichkeit hatte, jemandem die Füllfeder zuzustecken. Ter Richter sprach die Angeklagte mangels eines strikten SchuAreweises frei. Prozeß gegen eine,, Ochrana-Provokateur. In Moskau beaann am Dienstag der Prozeß gegen den berüchtigten Agent- Provokateur David Salomonowitsch Krut. Dem Urteil wird in ganz Rußland mit großer Spannung entgegen gesehen. — Im Jahre 1903 schloß sich Krut der jüdisch-sozialistischen Partei „B u n b" an. 1908 ging er zu der russischen sozialrevolutionären Partei über. Einige' Male wurde er von der zarischen Polizei verhaftet und 1913 wegen revolutionärer Tätigkeit nach Sibirien verschickt. Im Jahre'1915 stellte er sich in den Dienst der O ch r a n a (zarischen Gcheimpolizei). Nach der bolschewikischen Revolution bildete Krut eine Anarchistenbande, die vielfach Raub und Plünderung ausführte. Später trat er in die kommunistische Partei ein. Er wurde aber ausgestoßen, als ihm Unterschlagung von Geldern nachgewiesen wurde. Vor kurzem kam er nach Moskau und bat um seine Wiederaufnahme in die Partei. Inzwischen waren Dokumente gefunden worden, die seine Rolle in der Ochrcma unzweifelhaft nachwiesen, worauf er verhaftet wurde. Unter der Wucht des Beweismaterials legte er ein volles Geständnis ab. Volkswirt. Sie Mrtschaslslrise der guden in Volk« «nd ihre Ursachen. Eine vernichtende Kritik der Grabskischen Wirtschastsmethoden ' durch de« Tejmdeputierten Dr. Sommerstein. Aus Warschau wird uns geschrieben: In einem im Warschauer „Moment" veröffentlichten wirtschaftlichen Rückblick über das Jahr 1925 bespricht der jüdische SeMdepulierte Doktor Emil Sommerstein die wirtschaftliche Gesetzgebung Polens im Jahre 1925, die bekanntlich auf Grabski zurückzuführen ist. Er unterzieht dabei die Wirtschaftsmaßnah.nen dieses Fiuanzdiktators, welche die Wirtschaftskrise Polens im allgemeinen und der Juden im besonderen wesentlich verschärft haben, einer scharfen und sehr sachgemäßen Kritik. Unter anderem führt er darüber aus: Es herrscht in diesen Maßnahmen die mehr oder weniger maskierte Tendenz, die Gesetze als Mittel im Kampfe gegen die Juden zu verwenden. Dieselbe Tendenz läßt sich noch stärker in den Ausführungsvorschriften Grabskis;u diesen Gesetzen beobachten. Dabei sind diese Gesetze unsachgemäß gemacht worden. Sie entbehren jeder wirtschaftlichen Erkenntnis. Grabski hat unzählige Gesetze und Verordnungen herausgegeben, die gar nicht wirtschaftlich durchdacht waren. Man denke nur an die Valorisationsverordnung, welche jede Klarheit und jede Anpassung an die Wirtschaftsverhältnisse vermissen ließ. Der Grundsatz einer solchen Wirtschaftsführung nach den Gesetzen der Bank of England hat die Vermögen ans Licht gebracht, auf die aber Herr Grabski seine schwere Hand gelegt hat. Seine Verordnung wegen der Revision der Monopolkonzessionen hat nur die Tendenz sanktioniert, zehntausende jüdische Existenzen unter der Ausrede der Berücksichtigung der Invaliden zu vernichten. Dabei aber ist der Protektion und Korruption Tür und Tor geöffnet worden. Die Wirtschaftskrise Polens lm vorigen Jahre ist in erster Reihe auf die Starrköpfigkeit Wladislaw G r a b s k i s, auf sein F e ft h a l t e n an Doktrinen und auf seine Unkenntnis der realen Tatsachen znrückzuführen. Dr. Sommerstein bespricht alle Gesetze einzeln und zeigt an ihnen, welch gewaltige Fehler dabei gemacht wurden. Das wirtschaftliche Leben wurde unter der Last der Grabskischen Steuerschraube erdrückt. Das Grabskrsche Veto hat jede Steuererleichterung verhindert. Die Umsatzsteuernovelle ist lange nicht derl Forderungen der Wirtschaft gerecht geworden. Die Wirtschaftskreise haben auf eine Besteuerung des Produzenten gedrängt. Diesem Wunsche wurde aber nicht Rechnung getragen. Die Höhe der Umsatzsteuer von zwei Prozent wurde weiter belassen und nur einige ganz unbedeutende Erleichterungen geschaffen. Die Wiener Morftenzeitunst__ Schwere der Umsatzsteuer traf mit ihrer ganzen Wucht den jüdischen Kaufmann und.Handwerker. Schwer lastet die direkte Steuer auf der jüdischen Bevölkerung. Die Wünsche wegen Erleichterung der Einkommensteuer wurden nicht erfüllt. Namentlich die Zusammenstellung der Schätzungskominissionen macht es den jüdischen Wirtschaftskreiserr unmöglich, ihre Wünsche durchzusctzen, daß die Tragsähigkeil dieser Kreise entsprechend berücks'chligt werde. Die Vermöge n s st euer har von ihrer Schärfe nichts cingebüßt. Die Wünsche wegen Verminderung dieser Steuer und die Ermöglichung der Ratenzahlung wurde nicht berücksichtigt. Dadurch sind die jüdischen Vermögen empfindlich getroffen worden. Die Haussteuern sind sehr hoch. Namentlich die Städter, zu welchen der Großteil der Juden gehört, leiden schwer unter dieser Steuer, die sich aus der Mietzinsstcuer, der Hausbausteuer und anderen Belastungen zufainmensetzi. Die Monopolpraxis des früheren Finanzministers hat der gesamten polnischen Wirtschaft große Schäden bereitet. Dabei ist das jüdische Volk am schlechtesten loeggekommen. Auf Grund des Gesetzes über das S p i r i t u s m o n o p v l ist eine ganze Reihe von Verordnungen erschienen, die nicht darauf abzielten, das Monopolwirtschafiliche auszunützen, sondern vielmehr den Zweck verfolgten, viele tausende jüdische Existenzen zu vernichten. Ein höherer Monopolbeamter hat folgende Aeußerung getan: „Das Monopol ist eine schwere Walze, welche über die Gesellschaft fährt, um den Weg für ein neues System aufzubrechen. Dieses System heißt aber nicht anders als Ausrottung der Jude n". Das Salzmonopol ist wohl im vorigen Jahre auf das ganze Reich ausgedehnt worden, hat aber dabei infolge der ungeschützten Verordnungen Grabskis deF Erfolg gebracht, daß das Salz bedeutend schlechter geworden ist. Hingegen sind die Produktionskosten gestiegen. Eine eigene Behandlung verdient das Zündholzmonopol, welches von Grabski an ein englisch-schwedisches Zündholzkartell vergeben wurde. Damit sind die Produktionswurzeln einer Industrie, die in Polen guie Entwicklungsmöglichkeit hatte, förmlich unterbunden worden. Grabski hat eine ganze Reihe von Handelsverträgen abgeschlossen, hat aber gleichzeitig durch den Zollkrieg mit Deutschland dem Handel und der Produktion Schaden zugefügt. Zahlreiche Einfuhrverbote wurden erlassen, wobei aber nicht bedacht ivurde, daß davon Artikel getroffen wurden, welche für die Produktion von ungeheurer Bedeutung sind. Grabskis Gcldumsatzpolitik lvar alles eher denn wirtschaftsfördernd. Wenn rnan alle biejc verkehrten Wirtschaftsmaßnahmen, die im Vorjahre unter dem Reginie Grabskis vorgenommen wurden, zusammenstellr, ist es schwer, rn diesen Maßnahmen ein System der W i r t s ch a f t s p o l itik zu finden. Es läßt sich auch -jedes Programm und jede.Richtlinie vermissen. Trotzdem er gesehen ■ hat, welche unglückseligen Folgen seine Maßnahmen bringen, hat er es doch unterlassen, irgendwelche Gegenmaßnahmen zu treffen. Wenn man die Ausführungen des Dr. Sommerstein genau verfolgt, ist es leicht, die Ursachen zu erforschen, welche den polnischen Juden so schwere Schäden gebracht haben. Dieser Wirtschaftsdiktator, der in feiner wirtschaftlichen Omnipotenz, seinen Wirtschaftsallüren, bar jeder-wirtschaftlichen Kenntnis und Erfahrung, freien Lauf ließ, hat Dem Judentum mehr geschadet, als es noch so viele Elementarereignisse zu Werke bringen können. Die heutige Verdammung der Grabskischen Wirtschaftspolitik durch sämtliche polnische Wirtschaftsfaktoren zeigt, daß die Fehler seiner Wirtschaft nicht nur von den Juden, sondern auch allgemein schwer empfunden werden. Es wird viele Mühe kosten, diese Fehler allniählich wieder gutzumachen. Die englischen Finanzfaktoren, die sich für die polnische Wirtschaft und ihre Sanierung interessieren, werden hoffentlich den richtigen Weg weisen, um der Wirtschaft Polens wiederum zu einer gesunden Entwicklung zu verhelfen. Feste Haltung der Berliner Börse. Andauernde Geldslüssigkeit. (Ei'gendien-st der „Wiener Movgenzeitung".) Berlin, 9. Jänner. Auch der Wochenschlutz konnte die feste Tendenz der Börse nichi ändern. Den Realisationsabgaben, die in stärkerem Maße vorgeuommeu wurden, standen bedeutende Aufträge aus Amerika gegenüber, so daß die Stimmung fest blieb. In einzelnen Werten entwickelte sich ein sehr lebhaftes Geschäft, umsomehr, als die Geldflüssigkeit anhält und eine tveitere Ermäßigung der Zinssätze bewirkt. Monatsgcld ivird jetzt mit 9 bis 10 Prozent, Taggeld mit 6 bis 8 Prozent reichlich angeboten. Die Kursentwicklung war schließlich nichi gleichmäßig, doch überwogen die Erhöhungen. Es notierten: Cefterr. Kronenrente —. Ungarische Kronenrente —, Ungarische Goldrente —Türkenloie 23.50 Süd. Lombarden neue —Lesterreichische Staatsbahn 19 37 Darmstädter Baut 107.75, Deutsche Bam 108 50 Dresdner Ban« 105 —. Oest. Kredit 6.76. Lest. Länderbant —Relchsbank 142.—, Wiener Bankverein 5.— Umonbank 6.50 Daimler Motoren 24.50, Felten & Guilleaume 109 50, Dynamit Nobel 82.—. Strasgerichtliche Bersolgung weg,« betrügerischer Krida. Eine Anzeige des Kreditorenvereins. Der Kreditorenvereiu von 1870 meldet: Der seinerzeit in der Leopoldstadt etabliert gewesene Textithändler Siegfried Blume nst o ck hat zu Beginn des Jahres 1924 eilten gerichtlichen Ausgleich unter Garantie seiner Lebensgefährtin Jolan Mozesko abgeschlossen. Da der Ausgleich iveder von dem Ausgleichsschuldner noch von der Garantin eingchalten wurde, ließ der Kreditorenverein von 1870 namens seiner Mitglieder gegen die Genannten die Klage auf Zahlung der Ausgleichsquote einbriugen. Im Zuge der Prozesse, in welchen Frau Mozesko dir Bürgschastsübernahme bestritt, stellte cs sich heraus, oas; die seinerzeit dem Ausgleichsgericht vorgelegte und von ihr u \x t e r l? x 11 g t? Bürgschaft s v o l a ch t aus dem Gerichisakte e n t w ende t v o r d e iiroi r. Das Zivilgericht hat daher den W wegen 10. Jänner 1926 Nr. 2479 ... ■ . .. * Verdachtes einer strafbaren Handlung an das Strafgericht abgetreten. Auf Grund einer gleichzeitig vom Kreditoreuverein von 1670 au dir Wirtschaftspolizci erstatteten Strafanzeige wurde festgestellt, daß Frau Mozesko ihren wertvollen Schmuck bei einer Freundin versteckt hatte, um iT:n dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen. Frau Mozesko hat auch in letzter Zeit für eine fingierte Forderung durch eine ihr nahestehende Person auf ihre Einrichtunasgegenstäiree Exekution führen lassen, um auf diese Art ihre Gläubiger um wertvolle Befriedignngsobjekte zu bringen. Jusdlge Einschreitens der Kreditorenvereius wurde der genaimte Schmu ck ver Frau Mozesko von der Sicherheitspolizei sicher-gestellt und ihre Wohnung behördlich gesperrt. Die bei der Wirtschaftspolizei geführten Erhebungen sind bereits abgeschlossen. Der Akt ivird nunmehr an die Staatsanwaltschaft wegen Verdachtes des Verbrechens der betrügerischen Krida abgetreten. Wiener Privatverkehr und Geldmarkt. Die Festigkeit der Börse tu den letzten Tagen übertrug sich auch aus den gestrigen Privatverkehr. Es zeigte sich für zahlreiche Effekten auch Interesse aus Publikumskreisen, tvelche sich längere Zeit hindurch von jeder Börseritätigkeit ferngchalten hatten. Fortgesetzte Teckungskäufe der Äontermine führten infolge der Warenknappheit zn weiteren Kurssteigerungen eine Reihe von Effekten. Fast alle Kategorien profitierten bis ans Baulose, welche infolge Gewinstrcalisationen leicht rückgängig waren. — Am Geldmarkt ist eine leichte Entspannung zu verzeichnen, die ihren Ausdruck in einem leichten Nachgeben des privaten Diskontsatzes findet. Trotz des gesteigerten Interesses an der Börse wird Geld reichlich angeboren, ohne entsprechende Abnehmer zn finden. Der Stand der Berhandluugeu zwischen den Verbänden der eisenverarbeUenden Industrie und der Alpinen Montangosellschaft. Das von den Verbänden der eisenverarbeitenden Industrie eingesetzte Berhandlungskomitee ist gestern mit den Vertreternder Alpinen. Montangesellschaft zur Einigung gelangt. Hierdurch wurden jene Bedingungen festgesetzt, zu deren Einhaltung sich die Alpine Montangefellschaft prinzipiell verpfichtct, um so der eisenverarbeitenden Industrie zu ermöglichen, der Erhöhung der Eisenzölle zuzustimmen. Nunmehr ist der diese Bedingungen enthaltene Vertrag durchzuberaten, was int Laufe der nächsten Woche erfolgen dürfte. Hierauf wird das Vechandlungskomitee den einzelnen Verbänden das Ergebnis der Verhandlungen zur Genehmigung vorigen. Insolvenzen. Die elektrotechnische Firm: A. Strauß, 1. Bez., Annagsse 14, hat um die Eröffnung des Ausgleichsverfahrens angcsucht. Das Ausgleichsanbot beträgt 35 Prozent in zehn gleichen Monatsraten. — In der Ansgleichstags a tz u n g der Baumaterialienfirma A. M e y e r, 6. Bez., Brückenbasse 8, wurde einer 5lhirozentige Ausgleichsquote einhellig zugestimmt. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Jakob Kupfer, Pelzwarenhändler, 2. Bez., Haidgasse 7; über Moritz Schreier, 6. Bez., Nelkengasse 2, und über Gilela Plöhn, Gemischtwarenhandlung, 3. Bez.. Salesianergasse 19. Leichte Abschwächung des französischen Franken. Bei äußerst rubiaem Geschäft lag grster» der französi'che Fraukm flau. In Zürich ermäßigte er sich von 19.985 auf 19.775. In Berlin senkte sich der französische Frmiken von 16175 auf 16 01. — Verhältnismäßig behauptet blieb der polnische Zloty. In Warschau notierte der Dollar 7.98. In Berlin ermäßigte sich der Zloty von 51.74 auf 5164. In Zür ch waren d>e me steu Zahlungsmittel eher etwas abgeschwächt da der Schweizer Iran en leicht anzog. — Von den B a l k a n d e v i s e n s e n k t e sich der L e u Von 2.375 ous 2.34 Erhöhung der BörseugebLhren in Budapest. Aus Budapest, 9. o., meldet Ung. Tel.-Korr.-Bur.: In der heutigen Plenarsitzung wurde beschlossen, die Mitgliedergebühr um 50 Prozent zu erhöhen. Der Zahlungsverkehr mit Deutschland. Wie schon berichtet, nimnlt das Postsparkassenamt am 11. d. den vollen Überweisungsverkehr mit der Deutschen Bank in Berlin wieder auf. Es können daher wieder bei den über das ganze Deutsche Reich verteilten Zahlstellen der Deutschen Bank Einzahlungen auf hiesige Scheckkonten geleistet werden. Hierzu sind von den Einzahlern besondere Erlagsevtlärungen zu verwenden, die das Postsparkassenamt mit der Kontobezeichnung und der Kontonummer bedruckt seinen Scheckkontoinhabern auf Bestellung liefert und die die Kontoinhaber mit den Rechnungen an ihre in Deutschland wohnenden Geschäftsfreunde versenden. In der Durchführung von Auszahlungen aus hiesigen Scheckkonten an Empfänger in Deutschland im Wege der Deutschen Bank tritt keine Aenderung ein. Hierbei sei noch daran erinnert, daß das Postsparkassenamt für seine Kontoinhaber auch mit fast allen anderen europäischen Staaten sowie mit Amerika einen Zahlungsverkehr unterhält. Authentische Beschreibung der gefälschten 1000-Dinar-Noten. Die Falsifikate dieser Noten wurden nach dem „Erkennungszeichen" in z w e i Typen h e r g e st e l l t. Beide Typen sind mit kräftigen, stark glänzenden Farben ans einem Papier gedruckt, das dicker ist als das echte und sich fettig anfühlt. Type 1: Papier: Dicker als das echte, glänzend, wenig widerstandsfähig gegen Bruch. Das Papier fühlt sich sehr glatt und fettig) an, obgleich es eine den echten Noten schwach ähnliche Riffelung hat. Wasserzeichen: E>n völlig mißlungener Versuch der Nachahmung ist erkennbar. Vorderseite: a) Untergrund: Die gelb gefärbten Stellen wirken ziemlich patzig, besonders in der Umgebung der Wertzahl „1000". b) Druckbild: Die Bildgruppe wirkt trotz kräftiger Schattierung unplastisch. Das Gesicht des heilige." Georg bat einen anderen Ausdruck als auf den echten Noten. Die Haare sind patzig rot gefärbt, der Hals und Oberschenkel unschattiert. Der frei hrrabyöngende Mantelteil hat einen abweichend gefärbt. An den übrigen —. . t tige Färbung und unreine Zeichnung besonders auf. Die Umrichmullg ist weitaus dunkler als auf den echte:« Noten. Der Text hat dickere, mit satteren Farben gedruckte Typen als lener der echten Noten. Die Unterschriften sind nn Faksimiledruck öergestellt und fallen dadurch auf. daß sie dickliniger gezogen und in kräftigen« Schwarz gedruckt sind. Tie Buchstaben und Ziffern der Nummern und Serien sind größer als auf den echten Noten. Rückseite: Sehr stark glänzende, kräftig herovrtretende Farben. Biele Abweichungen m den Details: So ist beispielsweise beim oberen Mittelbild die Kappe des Landrnannes zu weit nach rückwärts geschoben und überdies nicht eingebucht. Schnurrbart tragt er im Gegensatz zu den eckten Noten aus den gefälschten keinen, die Pflugschar erscheint abgebrochen, während sie auf den echte:« Noten den Eindruck erweckt, zur Hälfte iu der Erde zu stecken Beim rechten unteren Bild (Zagreb) sind nur drei Tramwayschienen gezeichnet, während auf den echten Noten vier sind. Auf der Type 2 sind die Wasserzeichen klar sichtbar. Es hat kräftige Linien, Wicht jedoch