Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2472 (10.1.1926)
- Date
- 1926-01-10
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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M M AM. GoWäg , I-M.» . >!>M>WW»WW» I» IW»«,!»»! I-• ' —., ' in -er Zeichnung vom echten ziemlich ab. Auch wirkt es sehr um plastisch. Druckvilb: Das Maul deS Drachens, auf Type 1 fast weiß, erscheint auf Type 2 fast ebenso rot als aus den echten. Günstig« Aussichten des Diamantenhandels. Aus Amsterdam wird unS geschrieben: Ueber die Aussichten im neuen Jahre schreibt das offizielle Organ derBereenigingBeurS voor Äen Diamanthandel, baß diese als günstig genannt werben können. Der Markt für geschliffene Sorten sei lebhaft, Amerika kaufe in unvermindertem Maße, ebenso sei der Handel in Rohdiamant lebhaft und für verschiedene Sorten nicht wenig Kauf« ruft vorhanden. Was Produktion und Preispolitik betreffe, so bestehe kein Anlaß zur Furcht. Der Amsterdamer Diamantenhandel kann insbesondere nach dem recht befriedigenden Dezembergeschäft sagen: „Ende gut, alles gut". Die Stimmung war fast stets fest, und ganz zu Jahresende traten auch einige europäische Händler neben den Amerikanern als Käufer auf. Die Ansprüche der ersteren sind öfters höher alS di« der letzteren, welche auch für mittlere Ware Interesse zeigen. Die Nachfrage richtete sich stets nach Mele, „Quarten" bis „4-grains" und größer, kleinem Brillant guter und feiner Qualität in weißer und „silver-cape" Farbe,, daneben nach größeren Steinen. Im Rohdiamantenhandel galt die Nachfrage größeren Ganzstücken, größeren Kappen, Spaltgut, auch Sägegut. Das Interesse für Röschen war gering. Was den Bortpreis betrifft, so ging dieser 1926 nach und nach von 10,29 fl. zu Jahresanfang bis auf 8,36 fl zurück, zog dann auf 9,30 fl. au, welcher Preis einige Monate behauptet wurde, und blieb, nach neuerlichem Rückgang,.schließlich 7,80 fl. Vor einer Diskontsteigerung ln England. Aus London wird gemeldet: Laut „Westminster Gazette" wird die Bank von England wahrscheinlich dem amerikanischen Beispiel folgen und die Bankrate erhöhen. Wiener Produktenbörse. Bei vollständigem Mangel an Rotweizen, . der besonderaus dem Ausland gesucht war, waren Primasorten höher. Dagegen lagen Roggen, Hafer und Mais etwas stau. Die Kursänderungen baren unbedeutend. Es notierten: Wetzen: Inländischer 40.- bis 40.50, Ungarischer Tbeiß 79/80 Kilogramm 45.— b s 47.-, Ungarischer 42.50 bis 4450, Jugoslawischer 76 Kilogramm —.— bis —. Jugollavischer 77/78 Kilogramm —.-bis—.—. Roggen: Inländischer Marchfelder 28 25 bis 28.75, Poster Boden 28.50 bis 28.—. Gerste: BraUtvüre inländische 35.— bis 41.—, böhmische mährisch« —bis —. M a i s: Jugoslawischer 3175 biS 22.75. Ci n q u a n ti n neu 32.— bis 38.— Hafer: Inländischer 27.50 bis 29.—. Ret 8: Italienischer 82.— biS 68.—. Burma 62.— biS 63.—. M a h l p r o d u k t er Grieß inländischer 81.— biS 82.— Weizenmehl 0 inländisches 77.— bis 79.—, Kochmehl 9 inländisches 67.— 918 69.—, Brotmehl inländisches 46.— bis 50.—. Ae Sttifentarle. Zürich, S. Jänner. (Devisenkime von 12 Uhr.) Berlin 12325 (123,22*/,;, Holland 2(8.10 <20605,. New-Rorl 517.62V,. 1617.62*/,), London 25.10 25.10*/,,. a*ntto 19 77»/, (19.9S8/,,. Mtnlnud 20 98'/, (20.90, Brussel 23.46*/, (23.46. Dover,haaeu 128.90 '129.—i Etoctdolm —(18865, Oslo 10525 '105.75,. Madrid 73.20 (73.12*/,,. Buenos Aires 214.25 (214.-). Prag 15.82*/, (15.82.*/,>, Budavest 0.007250 (0.007265 .. Butarest 7.34 (2.37*/*), Belgrad 9.16*/, (9.17 Sofia 3.70 (9 67*/,), Warschau —(—.—). Übten 72 90 172.95, >üi 100 Schilling. Warschau» 9. Jänner. (Devisen.) Belgien 96.66bis36.84, Berlin —.— bis —Holland —.— dis —.—, London 88 74 bis 88.76, Rew-Pork 798 - bis 802 —. Paris 30.92 biS 31.08 Schweiz 15419 bis 154 96, Budavest-.- bis —. Prag —bis -.— Wie» 112.47 bis 113.09 für 100 Schilling, Italien 32.67 bis 82.63 Stockholm bis —Bukarest — bis —., Ein Glaubensmartyrium.<tv Roman von Schalom Asch. „Einfach so: ich bin ein kleiner Schneider und, Gott sei Dank, bei allen Pächtern der Umgegend bekannt. Ich mache Pelze und Kleider für kleine Kinder — gesund sollen sie sein — Aussteuern für Brautleute und andere Dinge, deren die Juden bedürfen. Nun hörte ich in Korsun, daß in Slotschow ein jüdischer Schankwirt wohnt, und dachte gleich, ich will doch mal hingehen und sehen, was ein Jude an einem so abgelegenen Orte macht, und vielleicht wird sich nebenbei für mich auch eine Arbeit finden: ein Kleid abzuändern oder mit den Kindern zu lernen — ich bin doch, Gott sei Dank, auch ein Lehrer." „Es ist, als habe Gott selbst euch int richtigen Augenblick hierher gesandt! Wir leben allein tu der Steppe zwischen den Gojim und haben vergessett, welchen Tag der Woche wir heute habett," sagte die Frau. „Wißt ihr nicht, Reb Jude, welchett Tag wir Juden heute haben?" „Ihr wißt nicht, welchen Tag ihr habt? O Weh! Wozu braucht ein Judo in der Wüste den Tag zu wissen? — Doch sicherlich wegen Sabbat, um zu wissen, Wattn man den Teig für die Barches kneten muß. Siehe, Vater im Himmel, wie treu deine Juden dir selbst in der wildert Steppe bleiben. Sie vergessen dich nicht unter den Gojim, sie beobachten deinen Sabbat und sind daher traurig, wenn sie nicht wissen, welchen Tag der Woche sie haben. Nun, ich werde es euch gleich sagen, laßt mich's nur an meinen Knoten abzählen," sagte der Jude und nahm den Bindfaden von seinem, Säckchen ab. „Es kommt ja häufig vor, daß man vergißt, welchen Tag der Woche man hat, da mache ich mir Merkzeichen," fuhr er fort. „Jeden Tag mache ich mir einen Knoten in den Bindfaden. Nun, meine Knoten sagen mir, daß wir heute den vierten Tag der Woche haben, wir Juden also den Mittwoch. Ich Word' euch aber einen guten Rat geben, näntlich Hölzchen .auf den Ofen als Merkzeichen für Tage zt: legen, so wie j,es auch andere Pächter tun. Sonntag legt man ein Stück! Holz auf den Ofen, Montag ein zweites dazu, Dienstag j ttnebet eins, und wenn man sieben Stück Holz zahlt, so > weiß man, daß der heilige Sabbat da ist. Das pflegt die > Hausfrau zu tun," wandte sich der Jude an Jochewed, '//denn es ist gefährlich, sich auf die Männer zu verlassen." ttlcneg Morsr«zettrmg Sportnachrichten. Hakoah—W. A. C. In oem heute stüttsindenden Freundschaftsspiel dieser beiden Rivalen tv!rd die südliche Mannschaft, erträgliche Bodenverhältnisse vorausgesetzt, zu beweisen haben, daß ihre in den letzten Spielen gezeigte Formverbcssening kein momentanes Anff.'ackern ihrer Spielfähigkeii bebcucet, sondert! baß sie das Ergebnis -ihres reellen Könnens ist, das Kampfgeist und Siegeswille leiten. Die Pratermannschaft, gegen die Hakoah das letzte Meifterschafts piel 1:1 erledigt hat, gab für die BlamWeißm immer einen sHveren Gegner ab. Sie wird auch heute alles daran setzen, um einen Erfolg der südischsn Mannschaft zu verhindern. Wen» aber die Hakoahner, in deren ausgeglichene Mannschaft sich Heß auch weiierhitt als auß« dauernver Mittelläufer einsügm müßte, zielbewußt an ihre Aufgabe berantreten, dann werden sie kcS Vertrauen des jüdischen Publikums nicht tauschen und die Hoffnungen auf eine bessere Zeit verstärken. Hakoah tritt, wie schon gemeldet in folgender Aufstellung an: Fabian, Megner 1. Gold, Fried. Heß, Pollak Schwarz. HäüSler, Neufeld. Mortmann, Eiscnhofer. Beim W. A. C. wird WackerS ehentaliger Goalgetter Haft! Mitwirken. Bocher spielen die Jungmannschaften. DaS Spiel leitet Herr Müller. Der Hakoahner Willi Rosenthal Vetter veS Makkabi in Tel-Atotw. - (Bon unserem Erez-Jsrael-Korrespondenten.) Vorige Woche fand in Tel-Awiw die Generalversa mmlütta des dortigen Sportklubs Makkabi unter großer Beteiligung statt. Der Rechenschaftsbericht wurde zur Kenntnis genommen, doch fand eine erregte Debatte nach dem Bericht über die vorjährige Auslandsreise der Fußballmannschaft des Vereines statt. Schließlich wurde ein neuer fünfgliedriger Ausschuß gewählt, der sich folgendermaßen zusammensetzt: Willi Rosentyal (früher Hakoah Wien), M. Erbes, M. Hack. H. Kurensky und I. Tureknitz. Die neue Leitung hat sich vor allem die Aufgabe gestellt, alles daranzusetzen, damit der Makkabi sobald als möglich in Tel-Awiw seinen eigenen Sportplatz erhalte. Ein Fußballmatch zwischen der jüdischett A u S w a h l j u n g- Mannschaft Tel-Aw:ws und dem Sportklub Allenby gewann der letztere nach aufopferndem Spiel der jüdischen Jungmannschaft 2:0. _ Dev Ausbau des Hakoah-Plahes. Die Leitung der Hakoah hat im Sinne des AuSbauplanes des Sportplatzes in der Krieau für die nächste Zeit geevisse Maptierungen beschlossen. Nach den Projekten des Platzreferettten Ing. Beck wird das Klubhaus a n s g e b a u t werden, um insbesondere fürdi «Leichtathleten den längst nötig gewordenen größeren Platz in den Umkleideräumen zu schaffen. Die Arbeiten werden bald in Angriff genommen, so daß noch im Frühjahr für 300 Personen umkleidegelegen- W.A.C.-PLATZ / ,«&&& KSSt» Heute halb 3 Uhr nachmittags Hakoah*W.A.C Vorher die Jungmannschaften Eintrittspreise: Stehplatz 8 1.20, Sitzplätze von 8 2.90 aufwärts. mos „Gott soll euch stärken für den guten Rat, den ihr uns gebt," erwiderte Mendel, während seine Frau beschämt dastand. „Geh, koch' eine Graupensuppe für den Gast," sagte er dann zu-seiner Frau und wandte sich wieder an den Juden. „Bis meine Frau die Graupensuppe fertig hat, wollen wir inzwischen das Abendgebet sagen. Es wird spät." Bald daraus verwandelt« sich die Schenke in eine kleine Synagoge. In einem Winkel stand der Vater mit seinem. Knaben, in dem andern der Gast, und alle drei sagten das Schmona-Esre-Gebet her. Vom Ofen aber drang der Geruch der Graupensuppe her, die Jochewed mit einer Zutat von Zwiebeln zubereitete. Dieser Geruch reizte stark den Appetit des Popen, der inzwischen ganz wach geworden war. Er sog durch seine großen Nasenlöcher den Geruch der kleingeschnittenen Zwiebeln und der Graupen ein, das Wasser lief ihm im Munde zusammen, und er schmatzte nur so mit den Lippen. Aber da er wußte, daß er nur wenig Aussichten hatte, an der bevorstehenden Mahlzeit tellzunehmen, wurde er.sehr traurig. Er rieb sich mit dem Rücken am Ofen, benetzte sich die Lippen mit der Zunge gleich einer Katze, und sprach mit sich selbst int Ausdruck größten Mitleids: „Ach Göttchen, die lästigen Juden effen Graupen mit kleingeschnittenen Zwiebeln, eine fromme christliche Seele aber lassen sie darben! Räche dich, Väterchen, räche dich!" Mendel gab sich den Anschein, als sähe er die glühendett Augen in dem erhitzten roten Gesicht des Popen nicht. Er bat den Gast, mit ihm in das zweite Zimmer zu treten, ließ aber Maruscha am Schenktifch stehen und die Fäßcheu mit Branntwein vor dom Popen bewachen, worüber dieser traurig seufzte. 9hm schlvand ihm jede Hoffnung und er versuchte, sich in fromme Gedanken zu vertiefen. Beim Essen, als der Gast in den Dampf gehüllt war, der aus dent irdenen Gefäß mit den Graupen, das mitten auf dem Tisch stand, aufstieg, bgann er den Knaben zu prüfen. Er kniff den kleinen Salomon m di« Backe und fragte: „Nun, Bürschchen, sag' mir mal, war lernst du schon?" „Er ist schon sechs Jahre alt, unberufen, und hat erst angefangen, Chumesch zu lernen", antwortete Mendel für 10. Jänner 1026 Seite 13 heit gegeben jcut nr.vo. Weiler Ml endlich den Fußballern und Duschemöglichkeit geboten werden, da die bisher vorhandene Anlage kaum den notdürftigsten Anforderungen ent r). Am Hockeypla n gehen ebenfalls Veränderungen vor Die ihn seitlich begrenzende Böschung soll abgegraben uno er dadurch so erweitert werden, das; es auch möglich sein wird, aus ihm im Notfall Fußballwettspiele auszutragen. Diese wird sich so fort ergeben, weitit die notwendige u m arbeit:t ng deS großen Spielfeldes begonnen wird, weit dieses/um es wieder mir Rasen zu versehen, durch mindestens zwei oder drei Monate völlig geschont werden muß. DK heutigen Spiele. Rapid—Sportklub (Meister schast), Schiedsrichter Andres, Hütteidorf. Admira—Wacker Meidling). F. A. C.-B. A. C. (Floridsdorf). Hertha- Jnternational (Favoriten). 2 t m m e t i tt g—N c u 5 ölt Mmmeo.ng). Rudolfshüge l—D onau (Donau-Platz). C r i ck e t c r—W. 21. F. (Krieau, vormittags). Vienna komb.— Bewegung 20 (Brigittenau). Die nächsten Hakoah-Spiele. Nächsten Sonntag tritt die jüdische Mannschaft wahrscheinlich auf dem W. A. C.-Platz gegen S l o v a n an. Am 24. a. kommt ein Freundschaft s s p i e! gegen Admira oder die Amateure in Betracht. Jüdischer Sportverband. Mittwoch mit 8 Uhr wichtige Sitzung im Cafe Continental. Die Schiedsrichter werden vorn Kollegiunt ersucht, die Legi timation betreffs Erneuerung im Sekretariate abzugeben. Lutz, der bekannte Spieler Makkabis, Hai sich bei der Hakoah airgemeldet. Eine jüdische Sportgriindung in Südafrika. Die zionistische Ortsgruppe in I oha n n c 8 b u r tz hat eure Sportsektion ge gründet. In einem Sck)reiben an 2llfred T y s s e r verlangt sie In sormationen über den Makkäbi-Weltverband. Ein muer Sieg der Amateure. Bordeaux, 9. Jänner. (Havas.) Die Wiener Amateure schlugen eine Fußballmannschas! von Bordeaux mit 6:2 (2:1). DaS Hakoah-Orchester wird die für Ende Dezember ht Prag projektierten Zwei Konzerte über Wunsch der dortigen Veranstalter um dir Mitte des Monats Februar abhalten. Der beste Rugbyspieler' Amerikas ist der Jiwe Benie Friedmann von der Michigan-Universität. Er ist 22 Jahre alt und Kapitän -der Auswahlmannschaft Llmerikas, wo es 80.000 Rugbpspieler gibt. _ Dr. Altar, früher Hakoah (Wien), derzeit Mitglied der Lon« dotier Hakoah, hat bei den englischen Universttätsmeisterschasten für das Kmgs College die 200-Yard-Rückenmeisterschaft ge wonnen. ' __ Generalversammlung des slowakischen Haschomer. Sonntag den 27. Dezember vorigen Jahres fand in Brutky die Generalversammlung des s l o w a! i s ch en Hascho m rrv er b and es statt. Unter den in großer Zahl Erschienenen befanden sich auch Vertreter der Äadimah-Kautbewegung von Podkarpatska Ruß Die tschechoslowakische Svaiz hatte gleichfalls em leitendes Mitglied entsendet. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Dr. M. Eisler aus Hlchovec, wurden die Referate erstattet. Nach erfolgtem Stbsolutovium wurde als Ergebnis der dteuiwahlen Dr. Eisler zum Präsidenten des Verbandes wiedergewählt. ’ In Polens repräsentativer Eishockeymannschaft, die an den am 18. d. in DavoS beginnenden Meisterschaften von Europa teilnehmen wird, wirkt auch Redler von der Lemberger Hasmonea mit. . Aus den Vereinen. Bar-Ko'chba. Wochenprogramm: Montag uns DiensiaA von 8 Uhr: Ping-Pong. . Mittwoch um 8 Uhr: Vorstandssitzung. Donnerstag um 8 Uhr: Theatersektion. Freitag: Kmbkampr der Ping-Pong-Sektion. Sonntag: Geselligkeitssektion und PingHong. feinen Sohn. „Es ist schwer, ein Jude zu sein in der Steppe." „Gott wird Euch helfen," tröstete ihn der Gast, „Ihr werdet noch der Freude teilhaftig werden, tn Slotschow eine jüdische Stätte zu sehen und der Patron der Juden zu sein." Ddendel versank für einen AugeMick in Mchdenkeu. „Der Ort braucht aher auch eine Synagoge", fügt der Gast hinzu. „Eine so große, weite Steppe und keine Synagoge ist da! Wenn aber der Herr der Welt wünscht, daß seine Inden zu ihm beten sollen, wird der Gutsbesitzer schon eine Synagoge bauen lassen müssen. Er tvird müflen. Man wird ihn zwingen. Man wird ihn vont Himmel aus dazu zwingen, und was bedeutet es dann, wenn er nicht will?" 3. Eine Synagoge! Eine Synagoge: Der königlich polnische Bannerträger Konieepolski kam zur Jagd nach Slotschow und gab in seinem Jagdschloß einen Ball für seine Gäste. Der Gutsverwalter von Slotschow schickte Mendel nach Nemirow, um von da eine jüdische Musikkapelle zu holen und Handschuhe zu besorgen, die Mendel dann den „erlauchten Herren" fitt den Tanz mit den Gnädigsten verkaufen sollte. Das Jagdschloß war im schwedischen Stil mit hohetc Tüvnten gebaut. Die Säle waren durch viele Kerzen in eisernen Leuchtern erhellt. Die Herren, in polnischer Nationaltracht, mit breiten Zobelkragen, die von den Schrülern herabhingen, und Husarenhütten mit großen Federbüschen in Händen, führten die Damen, die in Weißen Atlas gekleidet und mit königlichem Hermelin geschmückt waren, zur Mazurka. Die Geige stimmt« eine Melodie an, jauchzte auf, zog die Töne lang, und die Zimbeln der Nemirower Kapelle begleiteten sie im Takt mit süßen weithallenden Klängen. Die erlauchten Herren aber stampften zum Takt der Klänge der Musik mit ihren spitzen Sporen aus Bronze, die sie an ihren Stiefelabsätzen trugen. Auch die Damen stampften mit ihren goldenen Absätzen, mit denen ihr« pelzgefütterten Sliefelchen geschmückt waren. Mendel aber lief unterdessen von einem Herrn zum andern mit den neuen Handschuhen herum und bot sie an: „Ein Paar Handschuhe zum Tanz mit der schönen, erlauchten Pani?" (Fortsetzung foigt.) -