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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-09 · Heft 2471 (9.1.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2471 (9.1.1926)
Date
1926-01-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. SlTf Men, HamMg Aas Not wkd leichter. Da die Brot«rzeuger die Erhöhung der Mehrpreise in #otm einer Preissteigerung von Brot und Gebäck auf d'.e Verbraucher überwälzen wollen, hat, wie berichtet, die Regierung eingegriffen und sich nunmehr entschlossen, zwar ein« Erhöhung des Brctprvises aLzn,lehnen, jedoch -eine mäßige Herabsetzung des Brot- und Gebäckge.Wichtes zu gestatten. Hiezu wird amtlich verlautbart: Im Juli 1925, zu einer Zeit, als bei einem relativ hohen Brotpreis die 'Getreidepreise eine stark sinkende Tendenz auswlesen, wurde bekanntlich d:r Absicht der Broterzieuger, anstatt einer Preisbilligung eine Gewichtsvermehrung eintreten zu lassen, in vebereinstimmung mit >der öffentlichen Meinung mit Erfolg ertgeg!:ngetreten. Ta die gegenwärtige Bewegung auf dem Mehlmarkt es immerhin nicht ausgeschlossen erscheinen läßt, daß die zurzeit bestehenden Ansätze von Poels und Backgewicht des Nor, mallaibes (7 0 Groschen für den 126 Deka schweren ofenwarmen Laib) nicht unverändert beibehalten werden können, hat das Bundes'anz'eramt den Verband der Brotfabriken, der um die Erteilung einer IKalkulationsrichtlinie eingeschritten war, nunmehr verständigt, daß vorläufig bis auf weiteres eine der Lage des Mehlmarktes entsprechende geringfügige Veränderung des La ibg e w'i cht e s toleriert würde, zumal diese übrigens schon im Frieden geübte Borgangsweise im öffentlichen Interesse derzeit einer ziffernmäß^en Erhöhung des Brotpreises vorzuziehen ist. Beabsichtigte Veränderungen im Gewichte müssen vorher dem Bundeskanzleramt mitgeteilt werden, außerdem ist das Gewicht der Brotlaibe in den Verkaufsstellen und Schaufenstern deutlich lesbar ersichtlich zu machen. Wirtschast'spol-izei und Marktamt werden das Brotgewicht kontrollieren. ßlnirechen ift nlcht mehr rentabel. ' Eine vielköpfige Einbrecherbande, die in den letzten Monaten nicht weniger als 13 Einbrüche, darunter vier Kircheneinbrüche begangen hat, befindet sich seit einigen Tagen hinter Schloß und Riegel. Die Festnahme der Verbrecher erfolgte in verschiedenen Gruppen. Es bestanden nämlich mehrere Banden, die aber mittelbar und unmittelbar mit einander in Zusammenhang standen. Ihre Mitglieder sind durchwegs Schwerverbrecher, deren Namen in der Gerichtssaalchronik immer und immer wieder auftauchen. Es sind dies unter anderem die Brüder Najemnik, der berüchtigte Einbrecher Karl Kopecky, der Trechslergehilfe Heinrich Baumgartner, der Pflasterergehilfe Ulrich/der Schuhmachergehilfe Wachowec, der. Hilfsarbeiter Schütz und einige Hehler und Helfer wie der Oberteilherrichter Chmela und sein Berufskollege Krotzmann, die die Verwertung der Diebsbeute besorgten. Bei ihren Raubzügen in Kirchen und Geschäftslokalitäten fiel ihnen Silbergerät im Werte von vielen tausend Schillingen, ferner Kleider, Teppiche, Strickwaren und Lebensmittel in die Hände. Besonders reich war die Beute an Leder. So wurden unter anderem etwa 200 Ziegenfelle und in einem anderen Falle Leder und Felle im Werte von 4000 S. gestohlen. Allerdings brachte die Verwertung des Tiebsgutes bei dem Umstande, daß es durch viele Hände ging und die Preise gedrückt waren, nicht viel ein. Trotz des Milliardenschadens, den die Bande anrichtete, entfielen aus dem Erlös nur etwa 3 0 0 S ch i lling pro Kopf des Einbrechers. Gestern wurden elf Mitglieder der Bande, Einbrecher und Hehler, dom Landesgerichte eingeliefert. Die Polizei setzt die Erhebungen fort, da sie der Meinung ist, daß die 70 in die Angelegenheit verwickelten Personen noch mehr Straftaten auf dem Gewissen haben miissen. I« redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Wien. 9. Jänner. * Distriktsradbiner Dr. Meyer lR-gMSbnrg) gfftorbm. DistriltLrobbiner Herr Tr. S. Meyer lRegensburg) ist feieret Tage in Regensturg nach kur-em Leiden verschieden. Er war Mit» begründcr und erster Redakteur der in Berlin erschienenen Wochenschrift ..Die jüdische Presse". Später wurde er Bezirksrabbiner in Regensturg und verbl'eb auf diesem Posten bis vor wenigen Wochen, dr er sich zur Ruhe letzte. 42 Jahre lang bat er in Regensburg die „Teutsch-Jsraelitische Zeitung und Laubhütte" herausgegeben. * Tod durch Verbrühung. Das 15 Monate alte Söhnchen M a n f r e d des Kaufmannes Adolf K a tz, welches, wie gemeldet, durch Umwersen eines Suppentopfes schwere Verbrühungen erlitt, ist seinen Verletzungen erlegen und wurde gestern beerdigt. ES kann aus diesem Anlaß nur wieder vor unvorsichtigem Hantieren der Haussr.'ucn in der Küche in Gegenwart kleiner Kinder gewarnt werden. * Der dritte Soldatensclbstmord im neuen Jahr. In der Jnsanteriekaserne in K r e m s hat der Wehrmann Martin S u m m e rauer des Infanterieregiments Nr. 6 in selbstmörderischer Absicht mehrere Revolverschüsse gegen sich abgefeuert und sich schwer verletzt. Des Motiv der Tat ist unbekannt. * Ein vermißter Student. Seit vorgestern vormittags ist der 26jährige rand. med. Gustav W e y e r, 9. Bez., Währingerstraß: 22, u,s seiner Wohnung spurlos verschwunden. Ta er in der letzten Zeit wiederholt an Gemütsdepression gelitten hat. vermuten seine Angehörigen, daß er sch ein Leid angetan haben könnte. Auf die Auffindung des Vermißten ist eine-Belohnung von 500 Schilling ausgcsetzt. * Der Ledrndieb mit dem Revolver. In das Geschäft des Gold'arteiterS Johann S e 1 r i l, Margaretenstraße 28, kam am 5. d., gegen halb 7 Uhr abends, ein Mann und verlangte goldene Tawen.'rmLanduhren zur Auswahl. Tie Verkäuferin Kawline M a r ch e r legte ihm Uhren vor und sah. daß der Mann heimlich eine Uhr zu sich steckte. Zur Rede gestellt, gab er die Uhr wieder heraus und wollte schleunigst das Geschäft verlassen. Ter Goldirbeiler Karl Hof ha ns, der im L den weilte, verstellte ihm jedoch r.e Türe. Darauf zog der Manu einen Revolver und drohte, jeden, der ihn hindern würde, das Lokal zu verlassen, nieder- Wiener Morftemeltrmft zuschiexen. Tadnrch emgeschüchiert, gab Hofhans oie Tür frei und vor Dieb lief d.von„ wurde ober bald in der Person des vorbestraften, aus Wien abge-lchafsten L8jähr:gcn Kellners Hubert F u s ch b e r g e r ans St. Gilgen verhaftet. * Mutter und Tochter Ladendiebinnen. Im Wäschegeschäft der Mathilde P o i a s ch e k. Arnstoingasse 16. wurden am 5. d. nachmittags eine ältere Frau und ein Mädchen dabei betreten, a's sic bei der Lusw.'hl vcrgelcgter Waren 24 Meter Reinleinen und Handtücher im Werte von 7 2 S ch i l l in g stahlen. Tie Verhärteten sind die ööjährlgc Wirtschafterin Marie I a s o r a und ihre 21jährige Tochter, die postenlose Schneldergehiisln Margarete. Sie sind wegen Lodcndiebstah's 'chon vorbestraft und lindesverwicsen. E Die Gesandtschaft der Union der Sostalistischen Sowjetrepubliken teilt mit, daß ihre Handelsvertretung der 11. d. S. S. R. in Oesterreich ab 11. Jänner 1926 int Hause 1. Bez., Seitzergasse 2—4, sich befindet. Telephon 22-5-90 Serie. * Gnnnar Tclnars. Ter berühmte norwegische Filmschauspieler trifft Ende des Monats in Wien ein. um am 31. d. im Mnsikvereins'aal und am 4. Februar im Konzerthaus'aal Vorträge zu Helten. Ter Bund der österreichischen Lichtspieltheaterbesitzer will Gnnnar Tolnaes einen würdigen Empfang bereitem Rafeiopropramm. Heute Samstag den 9. Jänner: 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. — 18 Uhr: T-le Novelle der Romantik. Gesprochen von Ferdinand Onno. — 19.15 Uhr: Ing. Paul Bellak: Ter derzeitige Stand des Radioomateurwesens in Westeuropa und Amerika. —20 Uhr: „Der G'wissenswurm" von Ludwig Anzengruber. — Abendmusik. Bereine, BortrSge und Versammlungen. T o y n b e e d a l l e, 20. Bez.. DeniSgasse 33. Heute, 7 Uhr > bends, Konzert — Zionistische KulturgruppeBriaittenau 20. Bez., Karl-Me ßl-Straße 5. Heute, 5 Uür na-dmit agS. außerordentliche Generalver ammlung. Tagesordnung Neuwahlen. — Zionrstische Bezirkssettion. Altergrund. Montag 8 Uhr abends, im Cate Metroorl, 9 Bez, Berggaffe 33, Vortrag oe Herrn Riffen Goldstern über das Themar „Aus dem ittetfefjen Rechte" (Der Embegrist). — Soziologische Gesellschaft. Montaa. 7 t hr abends, Vortrag Prof Dr. Walter S ch t tz Präsident de? statistischen Amtes der Siadt Wien, über: „D i e großen Aararreformen seit 1919". Hörkaal 33 d r juristisch n Fakultät an der Universität. — Jugendgrupve der Zionistischen Sektion Zwilch e n b r ü ck e n, 20. Bez., Leystraße 81. Heute. 8 Uhr abends, Vortrag de? He.rn Leir-r He ' zbera ii er: ..Chassid SmuS". Sonntag, 7 Uar abends. Fortsetzung des G schichtsrefera.S von Herrn B e r g e n b a u m. Mon ag beginnt ein HebiäiichkmS für An'än'ger. Anmelcunoen werden noch entgegengenommen — MaimontdeS-Jnstilut, Hetzgaffe 40. Heu e von 3 bis 4 Um Dr A. K a m i n f a : „Geist ge Ziele als Rettung in physi'cher Not". M mag Dr. K a m t n t a von 6 bis 7 Uhr: „TaS Buch H,ob": von 7 b>S 8 Mrr „More Neouch.m, die dogmatische Bedeutung der Sabba ruhe". L e o v o l d st ä d t e r V o l k 8 h e 1 m, 2. Bez.. ZirkuSeaffe 48. 7 Uhr r Ero» RalKromar: „Einiges über moderne BerkedrSm ttel" pAutomcbil- und Flugwesen). -Mit Versichrungen. Emtritt frei.. Abendheim des Vereines Jüdische Kinderfreunde. Mittwoch um halb .7 Uhr -abends findet im. Lokal des, B.reines, 2. Bez., Obere Donaustraße 91, die Festsetzung, der Seminarstunden start. Neuanmetdungeu sind an fea§ Sekretariat, 2. Be;., Obere Donaustraße 91. bis Diensiag den 12. d, zu, richten.., Dolksover. MIT Es geht vorwärts! Tie Arbeitsgemeinschaft der Volksoper ist in Wahrheit eine Gemeinschaft der Arbeit, d.e lohnenden künstlerischen Gewinn und volle Häuser bringt. Noch ist das Ensemble nicht genügend gefestigt, um allen Erschütterungen einer „Meistersinger"-Aufführung standzuhalten, doch man fühlt wieder schüchterne Aeußerungen eines künstlerischen Geistes und man darf sorgenfreier und vertrauensvoller in die Zirkunst der Volksoper blicken als vor zwei .Monaten/ Die „Meistersinger" führten einen neuen Mann ans Dirigenter.pult, Franz Wilhelm Reuß, der jahrelang in Bayreuth wirkte. So wahrt er gute Bayreuther Tradition, wenn er auch mitunter gar zu derb und heftig ins Zeug geht. Daß er stramme deutsche Ordnung hält, kann dem noch ein wenig verschlantpteu Ensemble nur von Nutzen sein. Den Hans Sachs sang als Gast Herr Ernst Fischer, das ehemalige Mitglied der Wiener Staatsoper, mit guter Tongebung; im Spiel ist er wenig ursprünglich, kein kerniger Hans Sachs, sondern eher ein Theoretiker, der den „Schuhmacher und Poet daou" interpretieren möchte. Die Stimme des unverwüstlichen Herrn R i t t e r s h e i m (Walther Stolzing), der in der Volksoper ebenso für Wagnerwie für Operettenhelden herhalten muß, klang überanstrengt; recht brav sang Frau Böhm das Evchen. Daneben gab es auch schwächere Leistungen, doch, alles in allem: Der Patient am Währinger Gürtel gewinnt neue Kräfte, flb. Goldmi-rk'Frler. Die zionistische Bezirkssektion 6. bis 8. Bez. veranstaltete am 5. d. eine würdige Goldmark-Feier. Musikschriftsteller Doktor Erwin Felder entwarf ein anschauliches Bilo vom Leben und Schaffen des großett jüdischen Tondichters, der sich aus der Enge des ungarischen Ghettos und im heroischen Kampf gegen die quälende Not seiner Jugendtage zu einem der glanzvollsten Repräsentanten des Judentums im Reiche der Tonkunst emporgearbeitet hatte. Die Bedeutung Goldmarks für das jüdisch-musikalische Schaffen der Gegenwart läßt sich mit der Stellung Friedrich S in e t a n a s in der tschechischen Musik vergleichen, welcher ihr durch künstlerische Verwertung des nationaten Melodienschatzes Eingang ins europäische Musikleben verschafft hat. Daß Goldnrark nicht im vollen Sinne des Mortes als Begründer moderner jüdischer Kunstmusik angesprochen werden kann, daran trifft nicht ihn die Schuld, sondern das traurige Schicksal des jüdischen Volkes, das ih>n das geschlossene nationale Milieu für seine Wirksamkeit versagt hat. Nie hat er selbst feen Orient gesehen, aber feen orientalischen Melodienschatz trug er als Erbgut seiner Väter im Geiste mit sich. Die künstlerische Intuition ersetzte ihm die Macht des iiumit'tdbaveh Erlebnisses. So schrieb er seine „Königin von Saba", Auch in seinen anderen Schöpfungen 9. «Jänner 1096 Seite 7 k.hrt die orientalische Melodik immer wieder. Dadurch unterscheidet sich Goldmark von seinen jüdischen Vorgängern in de» Musik, welche, Meyerbeer an der Spitze, mit staunenswert.': Anpassungsfähigkeit jede jüdische Rote Verleugner haben. Ir lebendigen Zügen schilderte der Vortragende sodann auch der Menschen Goldmark, dessen kindlich-gütiges Wesen, feeffen heitere weltzugewandte Gemütsart und Leüensfr.ude sich gleichfalls W in fein fjcljcS Alter hinein in feilten Schöpfungen wicderspiegcln. Es folgte eine R'-ihe ganz ausgezeichneter Darbietungen zum Teil aus seltener gehörten Werken des Meisters. Die b - kannte Konzertpianistiu Frau Julie Golduer-El bogrv brachte in feinfühliger Weise mehrere kleine Klavierstücke aus den ihr von Goldmark gewidmeten „Georginen" zu Gchör, Frau Olga Kau PH sang mit ihrer prächtigen, modulatwnssähigen Altstimme einige von Goldmarks stimmungsvollsten Liederkompositionen und Konzertmeister Zimbler spielte das Violinkonzert A-Moll meisterhaft. Den Schluß des eindrucksvollen Abends bildete das bekannte Trio, welches Frau Julie Goldner» Konzertmeister Zimbler und Professor Lnbowsky prachtvoll Wiedergaben —tz. Aus den Lheateru. Burqtheater. Morgen, nachmittags 3 Uhr, „Weh dem. der lügt". 7^ Ubr avends. „Der ewige I Ü n g l t n g". In vieler Saison gelaugt da« Schauwiel „B as a n t a s e n a" veS S u d a k r a in der Beabrettung von F e u ch > w a n g e r zur Aufführung. Akavem'erheu er Morgen, 8 Uhr nachmittags, „M a m a N i c o l e". Abends, '/,8 Uhr, „Der Querulant".. Overntbeater Heute, '/,6 Uhr abends, unter Leitung von Felix Weingartner als Gast „D i e M eist e r s i n g e r von ''Nürnberg". Alontag „Boris G o u d u n o w", Theatergemeinde, Serie A (weiß). Redoutentaal. Morgen, l/uS Uhr abends, das Ballett „T a n z b i l d e r". B o l k - o p e r. Morgen nachmittags „Cavalleria r u s t i c a n a" und „Der Bajazzo" m>t Kammersänger Eduard Erhard als Gast. Abends „Der a r m e Jona r h a n". , Tie Vr^ben zu S t r a w i n 8 k y 8 „Geschichte vom Soldaten" sind in vollem Gange Die Regie führt Tirektor B. M a r h o l m vom Tairoff-Theäter. Deut'ches VoltSlbeater. Heute. '/z8 Uhr abends, Elstauffahruiig von Georg Kaisers Komödie „Der mutige Seefahrer" mit Albert und Else B a s s e rmann. Marge t, Va4 Uhr nachmittags, lustiger Ei> akterrykluL „D a 8 B e t t Napoleons" von Ri'dolf O e st e r r e ich e r, „Das R e g i e k o l 1 e g t u m" von Max Reinhardt und „D e r H u n d t m H i r n" von Kurt G ö tz. Tbeater in der Josef st ad t. In Vorbereitung stehen gegenwärtig „EinMonatautdemLanoe" von T u r g e n t e f f. „Der Erzherzog" von B o rg e s e. .C h r t st i n a S H e i m r e t t e„ von Hugo v.H o fm a n n 8 1 h a l und „Die g u t e n F r e u n d e" von S a r d o u. Ratmuud-Tbeater. Heute und tnorgen, ‘/,4 Uhr nachmi tags, „T i f ch l e i n d e L d i ch'. Neues Wiener Stadt tbeater (Exl- B ü b » e>. Mont g, */»8 Uät abends. Erstaufführung von „D e r M u s i k a n t Gottes" von Viktor Leon und Emst D s c f e y mit Wilhelm Klitsch als Gast. Modernes Tveater. In Vorbereitung stehen das Schau viel „Sensation" v.n Jobn Galswortdy und das LuiOpiet' „D t e l e tz t e N a ch t" von James N a x o l e y. Jüdisches Künstlerkabarett, 2. Bez-.. Praterftraße 60. Heute und morgen gelangt die Operette „31 eb e k a" zur Aufführung. Das Rauscher-Operettentheater wurde zu Beginn dieser Spielzeit vollständig umgÄaut und hat einen Fassungsrcium von 1500 Sitzen erhallen. Das Pübli'kum braucht im 3ionacher- Theater nicht mehr zu konsumieren. Zur Ausführung gelangt täglich die neue Operette von Jean Gilbert „Das Spiel um die Liebe". Sonntag, nachmittags 3 Uhr, „Madame Potn« padou r". Die Slot der deuffchen Bühnen. Die große wirtschaftliche Slot in Deutschland ist auch an den deutschen Kunit'mftitnten nicht spurlos vorübergegangen. Insbesondere sind es die Provinzt he ater, die chr zum Op,er zu fallen drohen. So sicht sich die Düsseldorfer Stadtverwaltung infolge ungünstiger Finanzlage genötigt, das neuengagierte Orchester abwbauen. Der Mannhermer Jnteifeant hat am schwarzen Brett bekanntgegeben, daß keine Verträge erneut werden können, da man mit der Schließung des Theaters rechnen müsse. Die schlesischen Provinztheater in Hirsch berg, Glogau und Sv rau sichen eben'alls vor der Sperre. Vor kurzem mußte eine Vorstellung abgesagt werden, weil nur zwei Karten verkauft wurden. Auch in den großen Städten sieht es nicht erfreulicher aus. Sogar Vorstellungen mit sogenannten „Stars" finden vor halbleeren Häusern statt. Führung durch das Oesterreichische Museum. Im Oesterreichischen Mlseum (1. Stubenring 5) sind Sonntag den 10. Jänner sämtliche Sammlunosfäle einschließlich der ehemaligen Hofmvbilien, der Teppiche und der Neuerwerbungn. eine Sonderausstellung der Museumsbestände an Kostümen und Kostüm stücken, sowie Bibliothek und Lesesäle von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Um halb '11 Uhr Führung durch die Sammlung: Zinngießerarbeiten (Führer: Kustos Doktor R. Ernst). — Die ehemalige Hoftafel- und Silberkamnier (Hofburg) ist am Dienstag und Donnerstag von 9 bis 2 Uhr, Sonn- und Feiertags von 9 bis 1 Uhr zugänglich. „Der Jude." Die von Martill B u b e r begründete Zerrschrift „Der Iude" ist jetzt in Form eines Sonderheftes erschienen, der Frage „Antisemitismus und; ü d i s ch e s Volkstum" gewidmet. Es ist ein Diskussionsh.st vornehmster und lebensvollster Art. Aus dem reichen Inhalt des 140 Seiten starken Heftes führen wir folgende Beiträge an: Arnold Zweig: Der Jude in der deutschen Gegenwart; Hermann St ehr: Bemerkungen zum Antisemitismus; Otto Flake: Antisemitismus und Zukunft; Oskar A. H. Schmitz: Wünschenswerte und nicht wünschenswerte Juden; Wvlfgana Schumann: Deutsche und jüdische Schuld und Aufgabe; Wilhelm Michel: Deutsche und Juden; Gustav Krojanker: Ter Weg zum Deutschtttin: Alfons Paquet: Die Völker und die Juden; Margarete Susman: Die Brücke; Jakob Wassermann! Ter Jude der Bestimmung: Leon Blum (Paris): Jude und Franzose; B:rnard Shaw: 1. Offener Brief au Henry Bernstein, 2. Nachwort; Heinrich Mann: Das auferstehende Land; Hans Goslar: Der moderne Jude und der Staat; Rudolf G. Blnding: Zwer jüdische Offiziere im großen Kriege; Joses Trumpeldor: Port Arthur und Gallipoli saus Tagebüchern): Martin Bub e r: Pharisäertum. — Außerdem enthält das Hcfi Betrachtungen von Emil Ludwig, L. O u i d d e, Hans K o h n und Aioritz G o l d st k i u.

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