Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2470 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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m. tfw ggretf, KeMg_ Rickelmünzeu aus Platin! Wm seltsam« Verwechslung Im Paris«« Münzamt. AuS Parks wird uns berichtet: Paris befindet sich in größtem Aufruhr. Ueberall, i» allen Strafen, in allen öffentlichen Lokalen, in den Theatern, Kabaretts und sonstigen Vergnügungsstätten, in der Untergrundbahn ebenso wie am Eifftltürm, überall laufen aufgeregte Leute herum und fragen: Haben Ei« «in A-CentimeS-Stück- Während der Franken auf der Börse jeden Tag «in wenig abbrSckelt und an Wert elnbüßt, machen die bescheidenen Nickel« mfinjen von LS Centimeda- Gegenteil. Die stehen im Mittel« Punkt einer regelrechten Hausse. Die Ursache dieser seltsamen Er« scheinung ist in einer nicht alltäglichen Geschichte zu suchen. Vor einiger Zeit verbreitete sich in Parida- Gerücht, daß ein Teil der Nickelmünzen von 25 .Centimes nicht au- Nickel, sondern aueinem ungleich wertvolleren Metall hergestellt sei. Man höre und staun«: die Nickelmünzen sollen Platin enthalten. Io ein Geld« stück, für daman in Parinicht einmal «ine Tasse Kaffee er« halten kann, soll aus dem wertvollsten aller Metalle, daan Mel selbst da- Gold weit übertrifft, geprägt sein. Wie kam daS? Im Pariser Münzamt werden nicht nur Münzen, sondern für private Zwecke auch Medaillen hergestellt. Ein amerikanischer Millionär, dessen Name vorläufig nicht bekannt ist, soll vor einiger Zeit eine groß, Bestellung im Pariser Münzamt gemacht haben. Da- Münzamt erhielt den Auftrag. 500 Medaillen auS Platin mit dem Reliefhild de- Millionärs herzustellen. Der Amerikaner beabsichtigte anläßlich seine- SO. Geburt-tagcS seinen Freunden und Bekannten, von denen jeder eine Medaille erhalten sollte, eine Überraschung zu bereiten. Zur Herstellung dieser Ge« denkmünzen waren annähernd zwei Kilogramm Platin notwendig. Der Platinbarren war in einer großen Panzerkasse de- MünzamteS nebst anderen Metallen aufbewahrt. Ein Beamter, der mit der Ueberwachung des Materials betraut ist, wurde nun vor einiger Zeit daS Opfer eines seltsamen Irrtums. Cr hielt das Platin für Nickel und händigte den ungemein wertvollen Darren dem Werkmeister jener Abteilung ein, die sich mit der Prägung der Lö'CentimeS'Münzen befaßt. In der Wsrkstätt« wurde der Irrtum nicht bemerkt, und so gelangt« daS edle Metall als ge. meine- Nickel zur Verwendung. Piele taufend Sb-CentimeS-Stücke wurden auf diese Weise aus Platin geprägt. Im Münzamt versuchte man, die Angelegenheit geheim zu halten. Durch daS AuSplaudern eines Beamten erfuhr jedoch eine Zeitung von dem seltsamen Irrtum und am nächsten Tag wußte bereitganz Pari-, daß vor kurzer Zeit neu geprägte A-Centimes« Münzen aus Platin in Verkehr gebracht worden sind. Daraufhin setzte sofort eine ungeheure Nachfrage nach diesen Münzen ein. Wer ein- Sö-Eentrmes-Münze besitzt, bchöilt sie für sich. Man Um doch nicht wissen. Vielleicht ist eS gerade eine jener Münzen, die auS Platin verfertigt sind. Ja, ehat sich rasch eine ganze Gesellschaft gebildet, die durch Agenten die neu geprägten LS-CentimeS-Stücke auflaufen läßt. . Die Juweliere werden überlaufen, ganze Säcke von 26- CentimeS-Münzen werden ihnen vorgelegt und man bezahlt gerne daS Gutachten, ob sich unter diesen Münzen tatsächlich Geldstücke auS Platin befinden. Ein Mathematiker hat berechnet, daß in An« betracht der überaus großen Zahl neugeprägter Münzen die Wahrscheinlichkeit, ein Platinstück zu finden, noch geringer sei, alS den Haupttreffer bei einer großzügigen Lotterie zu gewinnen. Die Pariser lassen sich jedoch von einem nüchternen Mathematiker nicht Lbrrzeugem Die suchen unermüdlich den Platinbarren des amerikanischen Krösus, der dank eines Zufalles durch den Alchimisten de- MünzamteS in Nickel verwandelt worden war. DaS Münzamt hat wiederholt die ganze Angelegenheit abzuleugnen versucht. All« Bemühungen blieben bisher ohne Erfolg und die Nachfrage nach 2S-CentimeS-Itücken dauert nach wie vor an. der Soh« LrebUsch-Linrolos — ein Raubw0tötr. Aus London wird dem „Pester Lloyd" gemeldet: Der Sohn des seinerzeit vielgenannten ungarischen Abenteurers T r e b i t juch- Lincoln, John Lincoln, ist am Weihnachtsabend in der Wohnung seiner Braut von der hiesigen Polizei unter de« B e r« dachte des Mordes verhaftet worden. Die Verhaftung des jungeit Mannes erregt in der ganzen Londoner Gesellschaft, in der Trebitsch-Lincoln seinerzeit eine große Rolle gespielt hat — er war Mitglied des englis^en Unterhauses —, berechtigte» Aufsehen. Der junge Lincoln hat allem Anschein nach ein«» Raubmord verübt, dessen Opfer der steinreiche Londoner Kaufmann C. RochardS ist. RochardS wurde am Weihnachtsabend in dem Städtchen Trowbridge, einige Schritte von seinem Wohnhaus« entfernt, auf der Strotze in st e r b e n d e m Zustand aufgefunde». Aus feiner Stirne sickerte Blut. Der Sterbende hielt «inen Revolver in der Hand, wodurch der Anschein erweckt werde» sollte, daß eS sich um einen Selbstmord handle. RochardS gab wenige Miauten später seinen Geist auf. Die ärztliche Untersuchung des Leichnamhat ergeben, daß Selbstmord ausgeschlossen und der Kaufmann einem Mord zum Opfer gefallen ist. Die Angehörigen de« Ermordeten behaupten, daß sich in seinem Besitz große Summen und Schmuckg«genständ« befunden hätten, die alle verschwunden sind. Einige Stunden später wurde der Mörder RochardS in der Person de- Artillerieoffizier- John Lincoln au-geforscht und, wie erwähnt, in der Wohnung seiner Braut in Hast genommen. Der jung« Lincoln war Absolvent einer Milttärschule und wurde im Jahre 1921 al- Kadett in ein englische- Artillerieregiment eingereiht. Der junge Monn war in den vornehmen Londoner Bürgerhäusern ein gern gesehener Gast. Vor einigen Monaten verlobt« er sich mit der Tochter deangesehenen Londoner Bürgers Thomas Brown. Di« Hochzeit hätte in wenigen Wochen ftattflnde» sollen. Die Verhaftung ging unter geradezu dramatischen Umständen vor sich. Lincoln hatte sich etwaverspätet und entschuldigte sich bei seinem zukünftigen Schwiegervater damit, daß er Jnftzektionsdienst gehabt habe. Die im Hause Bkowu- Wiener Msefte«zeltr»<tzft_8.I5E1986 gttfe» Sie Wiener Wohnungsnot. KlmM will die freie MletziurbUvmig. — Keine Begünstigung der Seschllftslolale. Der Obmann deS Mirtkn.inöschusseZ, Finamzminfftsr a. D. Dr. Kienböck, der Schöpfer d:r neuen Regierungsvorlage über die Novellierung Ve8 Mietengefetzcs, hielt gestern abends ' in der Politischen Gesellschaft einen Vortrag, dem Bmidespräsident Tr. H a i n i s ch, der Präsident der Nationalbank Dr. Reis ch, KultuSvorstaitd Baurat K c m p l e r. Börsenrat Glück und viele andere Persönlichkeiten beiwohnten. In pveistünd'ger Rede besprach Dr. Kienböck alle Probleme der Mietengesetzgebung. „Wir haben," so führte er aus, „auch vor dem Kriege eine Mietenfrage gehabt. Allerdings beschränkte sie sich nur auf die qualitative Beschaffenheit der Wohnungen. Erst die durch die KriegSvechältnifse geschaffenen abnormalen Verhältnisse machten eine ZwangSbewirtschaftung auf dem Wohnungsmävkte nottvendia. DaS Band, das den Vermieter und Mieter zusammenhielt, wurde enger geknüpft und daS bedeutet einen Fortschritt in der Gesetzgebung, den wir nicht preisgeben dürfen. Die Beschränkungen der Kündigungsbestimmungen sollen den Mangel der früheren Gesetzgebung wettmachen. Anders verhält es sich mit der Frage der MietziiEDung. Im Kriege wurde ne dadurch beeinflußt, daß man «ingerückten Wohnungs- und Geschäftsinhabern tvährerch ihrer Dienstleistung keinen höheren MietzinS oktroyieren konnte. Diese Verhältnisse sind nun glücklicherweise vorüber und in allen anderen Staaten Europas, .mit Ausnahme Rußlands, hat wieder die freie Mietzinsbildung Platz gegriffen. Das System des außerordentlichen Jnftanohaltungszinsts ist durchaus unhaltbar, weil es einerseits die Mieter oft schwerer belastet als ein normaler FriedenszinS und andererseits den Hausherren die rationelle Instandhaltung deS Hauses nicht rentabel gestaltet. ES werden oft aus Kosten der Mieter Reparaturen durchgeführt, die bei einer rationellen Bewirtschaftung deS Hausherrn nicht durchgeführt werden würden. Dieses System gibt dem Mieter durchaus keine Sicherheit dafür, was er in einigen Monaten zu zahlen haben wird. Außerdem hat sich eine Auswucherung der Untermieter breitgemacht, die bei der freien Mretzinsbildung verschwinden wird. Die Wohnungsnot ist letzten Endes darauf zurückzuführen, daß infolge der lächerlich niedrigen Mieten WohnungS. und Geschäftsinhaber in bezug auf Mieiobjekte einen Luxus treiben, den sie sich auf anderen Gebieten nicht leisten können. Zahlreiche Firmen, die zu'ammengebrochen sind, behalten ihre oft sehr großen Räumlichkeiten weiter, einfach weil sie der ZinS nichts kostet. Der von sozialdemokratischer Seite vorgeschlagem AusgleichSfondS zur Instandhaltung der Hauser fft nicht zu empfehlen. da er wieder eine Form der ZwangSbowirtschaftung beinhalten wird. Wir müssen die Wiederherstellung normal« wirtschaftlicher Motive anstreben. Deshalb ist eS notwendig, die MietzinSsrage ohne Verzögerung zu löse». Schon der fetzige Zustand der Ungewißheit fft uichaWar. Zweifellos wird die Erhöhung der Mietzinse dazu beitragen, den Hypothekarmarkt zu beleben und ihm neue Quellen im Ausland« zu erschließen. Die Mehrheitsparteien haben sich den vorgelegten Gesetzentwurf nicht eingeschworen. Sie werden über die einzelnen Punkte mit sich rcten lassen. ES soll nicht, wie dies in Deutschland in nicht gerade glücklicher Weise eingesührt wurde, der. 6000sache FriehenSzinL stabilisiert werden, sondern dem Hausherrn soll die M ö g l i ch k e i t gegeben werden, eine Mietzinssteigerung bizur Höhe des -Mfache» FiedenS- Zinses «Intreten zu kaffen. Er wird feine Forderungen nur in der Höhe der Tragfähigkeit der Mieter halten können, so datz bei unS nicht Berhältniffe wie in Deuffchland elntreten werden, wo die Mieter einfach nicht in der Lage sind, den vrlorisierten ZinS zu bezahlen. Ganz unverständlich ist die Begünstigung der GeschästSlokale durch die jetzige ZinSpolittk. Kcin vernünftiger Mensch wird verlangen, daß man einem Geschäftsmann, der ein Lokal zu ErwerbSMcken inns hat, dieses grat'S zur Verfügung stellen müsse. Dieselben Geschäftsleute, die gegen das Preistreibcreigesetz Sturm lausen, wollen eine freie Mietzinsbildung nicht zugestehen. Man darf sich die Regelung der MietzmSfragr nicht derart vorstellen, daß der Staat und die Unternehmer di« Mehrkosten für ihre Angestellten übernehmen werden. Die Zinse werden faktisch nicht in allen Fällen auf )as 6000fache des Frieden-« zinses hinaufschpellen, sondern die Hausherren werden beim freien Wettbewerb froh sein müssen, wenn sie ihre Wohnungen anüringen werben. In einzelnen berücksichtigenswerten Fällen, bei kinderreichen Familien wird der Staat seinen Beamten vielleicht zu Hilfe kommen können. Er wird aber dafür Kompensationen auf anderen Gebieten verlangen müffen. Auch die von sozialdemokratischer Seite mit staunenswerter Genauigkeit errecbnete Teuerungswelle werde seiner Meinung nach nicht eintreten. Der freie Wettbewerb werde ganz im Gegenteil nur günstig auf di« allgemeine Preisbildung wirken, so wie wir dies nach Aufhören der Zwangsbewirtschaftnng bei Lebensmitteln erfahren haben. Znm Schluffe seiner Ausführungen betonte Dr. Kienböck, daß die MchrheitSparteien sich durchaus von keiner Seite einschüchtern lassen werden, wenn sie die Mietenfrage einer vernünftigen Lösung zuführen.. Men hat für den Fall des Ablaufes des Anforderungsgesetzes Revolutionen angekündigt, die nicht eingetroffen sind. Rcdner sei überzeugt, daß auch in dieser Frage bei möglichster Ausschaltung der Politik eine wirtschaftlich richtige Lösung gesunden werden wich. Freie Wohnungen. Gestern sind beim städtischen WobmmgSyachweiS 187 Wobnuagen als frei angemel.ek worden. Dawn sind bei der Anmeldung nicht vermietet gewesen r Leopold st adt: Schiffamte gaffe 8/0 (8 Zi. Ka. KL Tienerz. Vorz); Franz-Hechedliugergaffe 6/8 (1 Zi. Kü.). L a n d st r a ß e r Fasangasse 19/11 (1 Ka); Erdbereeistraße 144/8 (1 Zi.); LLw-nher-gasse 10/20 ll Ka. Kü). Wieden: Mozartgasse 4/3, 5/7 (11 Zi. mit N». benräumen pro Ma>). Margareten: Brandmauergaffe 15/9 kl Ka. Kü). M artah tlfr Webgasse 15,6a (2 Zi.). N e u« baur Schottenseldgaffe 20/10 (10 Zi. Ka. Vorz. Dienerz. Badez.). Favoriten: Hofberrgaffe 14/2a (1 Ka); Faooritenstroße -16/3 (2 Zi. Kü'; Leebgaffo 88/17a (1 Ka); Pernev» storfergafse 364 (1 Zi. KL .L'erkstätte). Simmering: Am Kanal 47 (1 Ka. Kü ). . SR ti b o l f 8 b e i m: Benedttt-Schellirrgergasse 7/8 (1 Ka); Rauchfang^ehrergasse 14/1» (1 Ka.). Fünfhaus: Tannenqaffe 11/21 (1 Ka.). Ottakring: Brestlgaffe 12 (1 Ka Kü ). Hernals: Kulmgafle 22/2 (2 Zi. Ka. Kü); Geblerzaffe 24/4 ll Ka). Brigittenau: Brigittavr tz 16/17 (1 Ka. Kü.); Klosternenburgerstratze 100/15 (1 Zi. Kü). Floridsdorf: Gemmelweißgaffe 10/5 (1 Zi. KL Vorz.); 10/4 ((1 Zi. Ka KL); 84/4 (1 Zi. Ka Kü. Varz.); 32/2 (1 Zi. Kü.); 32/1(1 Zi Kü); 30/8 (1 Zi Kü. Vorz.); 80/4 (1 Zi. KL); .20/5 (l Zi KL); 20/1 (1 Zi Kü); 14/8 (t st. KL); 12/1 (1 Zt. Ka. KL Dorz); GchwammLckergaffe 8S (1 8% Ka. Kü Vürz.); 44 (1 Zi. Ka. KL Vorz.); 44 (1 Zi. Ka. KL Vorz); 50 (1 Zt Ka. KL Vorz.); 52 <1 Zi. Ka. Kü. Vorz); Semmelweißgaffe 8/5 (1 Zi. Ka. KL Vorz.); 8/1 (1 Zi. Ka. Kü Vorz.); 6/3 (1 Zi. KL); 4/6 (1 Zt. Ka. KL Vorz.); 4/4 (1 Zi. Ka. KL vorz.); 2/8 (2 Zi. Ka. Kü Vorz.); 2/5 (2 Zi. Kü Ka. Vorz.); S/S (1 Zk. Ka. KL Vorz.); 11 (1 Zi. Ka. KL Vor-); IS (1 Zi. Kn KL Vor-.); 29 (1 Z'. Ka. Kü. Porz.); Oedenburgerstraße 56/1 (1 Zi. Ka. Kü. Vorz.); 56/8 (1 Zi. Ka. LL Vor-.); Schwammäckergasfe 38 (1 Zi. Ka. Kü. Vor-?. sammelte glänzende Gesellschaft unterhielt sich gerade auf dar vorzüglichste, als unvermittelt zwei Polizeibeamte erschienen und Lincoln zu sprechen wünschten. Lincoln bat die Beamten» di« Festesstimmung nicht zu stören und der Gesellschaft keine Mitteilung von seiner Verhaftung zu machen. Dann entfernte er sich unauffällig auder Wohnung. Bor dem Tor harrten seiner zwei Polizisten, di« ihn abführten. Der Famllie Brown hatte Lincoln erzählt, dctz er sofort in d:e Kaserne zurückkehren müsse. Die Braut Lincoln- und ihre Angehörigen erlangten erst später davon Kenntnis, datz Lincoln unter dem V«rdachte deS Mordeverhaftet worden war. Dabei stellte sich heraus, datz-die Familie Brown b:Sher im unklaren über die Persönlichkeit LincolnS gewesen war. Lincoln hatte seiner Braut und deren Angehörigen erzählt, datz seine Eltern in den Kolonien leben. Bin christlicher Monistenkreund. Mn christlicher Zionistenfrcund, yrederlck W. Branma«, der in Australien als Großindustrieller bekannt fft, hatte in sen letzten Monaten wiederholt die Berichte über die Wanderungen jener opftrmutigen Chaluzlm gelesen, die von Rußland zu Fntz über Persien und di« Wüste nach Erez Israel zogen, um «vi't an hem Aufbau der jüdischen Nationalheimstätte mitzuarbeiten und sich auf dem vom NatipnalfondS ervorbenen Boden anzuücdel t. Die Lektüre dieser Berichte von den Gefahren und Entbr irung-n, ^-nen diese jurgen Ju!;-n deS für,'«den Ideals wegen treae:, übte auf Mr. B r u n m a n einen so starken Eindruck, daß er der Zionistischen Exekutive in Jerusalem den Betrag von hu»chert Pfund überwieß und in dem äußerst herzlich gehaltenem Schreiben der Freude Ausdruck gab, mich elfen zu können, datz „Gottes Kinder endlich an ihre gesicherte Heimstätte gebracht werden". Mr. Brun« man will auch weitechiu dar herrliche zionistisch: Werk nach Kräfte» föpderrk. Sie Bewegung der Ade im Aeiher. Ei» amerttomffcher Angriff auf die Einsteinsche Theorie. Nach einer amerikanischen Meldung hat der Borsitzend» der „American Physieal Society", Dr. Dayron Miller, in einem Bortrage vor bedeutenden Wiffmschaflcrn di: Erilärung abgegeben, datz echm geglückt sei, den Beweis für die Bewegung der Erde und de- LcnnerfystcmS zu erbringen und damit Einsteins .^weites Postulat" zu verwerfen sowie einen tödlichen Stoß gegen seine ganze Relativitätstheorie zu führen. Den ersten Versuch zur Feststellung der Brwrgrmg des Sonnensystems im Welteuraum unternahmen M i ch e l s o h n '.mb Morley m tho im Johre IkA. Sie sandten in zwe. Sichtungen Lichtsignale in rechtem Winlel z-einan-er auS und ließen sie mit Hilfe von Spiegeln auf den Ausgangspunkt zurückmerfen. ES zeigte sich, daß die Geschwindigkeit bei beidm die gleich: war, und hierauf hat Einflem rufgebaut, a!S er öS für unmöglich erklärte, die Vewcg.ng der Erd« innerha.b des Svnnenshstemr nachzuweisen. Miller .behauptet nun, daß er nicht nur die Bewegmvg im Archer konstatiert, sondern m.ch di« Bewegungen der Eide und der Sonne gemessen u»ch ihre Richtung «nb Groß« Wgestellt hat. Nach seinen Angaben bewegt sich die Sonn« 120 Meileir in der Sekunde, ebenso die Erde uied di« anderen Planerem Innerhalb kurzer Zeit glaubt er di« Bewegungen deS gesamten Universum» tm Raum bestimmen zu können. Gr hat, wie er sagt, sich niemals mit den Rssnltaten von Mchelfon Morley -ufrioden gegeben, sondern Jahre hindurch seine Forschungen fordgesetzt. In dem letzten Jahre hat er allein Hundert« tarrselde von Beobachdungen dorgenommen. „Ich bin fest überzeugt, daß di« Bolvegung im Archer existiert, denn nmne Gvlebnisse deweisen es deutüch," ankerte er sich.