Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2470 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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sfr, s •; «*e $* >Gr,7?"/ Geste i Men. ^re'kaq Sie volnüche SJlinotiiöteniomraiffion. Warscha«, 6. Jänner. (Poln. T«l.-Ag.) D'.enStag abemds fand unter dem Vorsitz des Mnisterpröstdienlen SkrzynSki eine Sitzung des Ministerkom.teeS für die Ange.egen Helten der nationalen Minderheiten und für bt Ostgebiet < statt. ES wurde «in Programm von Reformen aufgestellt, d'e in der allernächsten Zukunft durchgesührt wcrden sollen. rie polnische sozsaldemotratle «Ni» dar MindrihrlttproUem. sEigendienst der „Wiener Morgen^itung".) Warschau, 7. Jänner. Ter eben geschlossene 20. Kongreß der polnischen Sozialdemokratie hat in Angelegenheit der nationalen Minderheiten eine Reihe von Re olutionen gefaßt, in denen die parlamentarische Vertretung der Scziald.motra::« beauftragt wird, für einen energischen Kampf f ü r e i n e t e rritoriale Autonomie in jenen Gebieten «inzutreten, die von den Ukrainern und Weißrussen bewohnt werden. Ferner Hit die parlamentarische Vertretung für den Schutz der nationalen Minderheiten vor Mißbrauchen der Polizei und Staatsbehörden einzutreten. Ter Kongreß protestiert gegen die Verfolgung der Bevölkerung. In einer Resolution wird die Eröffnung der ukrainischen Universität in Lemberg und die Abschaffung des uttaquistifchen (zweisprachigen) Schul dstemverlangt, da dieses System verfassungswidrig sei und jede- Volk de- Recht besitze, seine Schulen in seiner eigenen Sprache einzurichten. Der Kongreß beauftragt ferner die Parteileitung, einen eng«, ren Kontakt mit den Sozialisten der nationalen Minderheiten herzustellen, um einen gemeinsamen Kampf gegen den Chauvini-mu- und die Reaktion aufzunehmen. Besonders charakteristisch und der Herren Diamant, DaSzynSki. Liebermann würdig ist die Tatäche, daß für die polnische Sozialdemokratie eine nationale Minderheit mit ungefähr drei Millionen Seelen überhaupt nicht existiert, scheinbar nur audem einzigen Grunde, weil es den Herren Diamant und Genossen unangenehm wäre, von der Existenz der Juden als nationale Minderheit Kenntnis zu nchmen. Bor der SrSsftnma e'ner ukrainischen UnIverM». (EigendienÜ der .^Diener Morpenzeitimg".) Warschau, 7. Jänner. In den nächsten Tagen beginnen die polnisch-ukrainischen Verhandlungen in Angelegenheit der Organisation einer ukrainischenUniversität. Als Vertreter der ukrainischen Universitätsprofessoren nimmt an diesen Beratungen der gewesene österreichische Abg. Prof. S m a l - S t o ck i teil. Di« Konferenz soll sich vor allem mit internen Organisationsfragen des Universitatsbstriebes sowie der Ernennung von Professoren beschäftigen. Tie hiesige Presse sicht in diesen Verhandlungen den Beginn einer polnisch-ukrainischen Verständigungsaktion. Lloyd George»?oditer erkrankt. London, 7. J'inner. (Wolfs.) Lloyd George wird Won in dieser Woche aus Italien zurückkehren, da seine Tochter an Blinddarmentzündung plötzlich erkrankt isst. Di« von ibm angeblich beabsichtigt« Bi-.dung einer Mittelpartei w'rd, wie „DaUy News" melden, v?n maßgebender Seite als absurde Erfindung in Abrede gestellt. ________ 8«BemfA uod ttnaom. Eins Spende für die Opfer der Hochwasserkatastrophe. Budapest, 7. Jänner. Der österreichische Gesandte Franz Lalice hat namens der österreichischen Gesandtschaft und des österreichischen Generalkonsulats dem ungarischen BolkSwohIsahrlsminister Dr. Baß einen Betrag von drei Millionen Kronen für die Opfer der Hochwasserkatastrophr zur Verfügung gestellt. »er verhaftete von vad «offer. Graz, 7. Jänner. Ter unter dem Verdacht des Mordes an Erzberger beim Bezirksgericht in Bad Aussee in Haft befindliche vermeintliche Heinrich Schultz hat nunmehr angegeben, richtig Heinrich Bogt zu heißen. Er sei wohl Mitglied eine- Geheim bundein Deutschland, steh« aber dem Morde an Erz. b erg er vollkommen fern. Infolge eidlicher Bereich, tung könne er über seine persönlichen yerhältiüss« kein« weiteren Auskünfte erteilen. Er stellt, da- Ersuchen, an da- Krei-gericht in Leoben überstellt zu werden, was heut« oder morgen erfolgen wird. rie Haken'rrnikrr. Es« Leser unfcr«'- Blattesendet «neinen ihm ßsstern -uge-ommenen Bettelbrief der Wiener Haken, kreuzler, ln welchem Beiträge für einen Kampfopferschatz erbeten werden, wobei Hitler akleuchtende- Borb..d hingestellt wird. Er Hab« sich im ,/völkischen Beobachter" in einem Aufruf an seine Kampfgenossen gewendet und „er hatte Erfolg". Ter Erfolg bestehr darin, daß der „Völkisch« Beobachter" eingegangen ist. Unterschrieben sind aus dem Bettelbrief die folgenden Parteifunktionär«: Karl Schu'z, Parteiobmann; Leo Hautenberger. geschäft-führender Obmann de- Lande- Wien; Franz Knifchka. Major Leopold Vd«r, Franz Umlauft, Franz Schmid. Kreisohmänner de- Lande- Niederö'terreich; Fritz Knau-, Lande-obmann von Steiermark; Vaurat Ing. Breithenthaler, LandeSobmann von Ober« Österreich; Nikclaus Scham, LandeSobmann von Salzburg; Heinrich Lang, Lande-obmann vUn Tirol; Ortis, ***t»*f«M< **«•*«* Landesobmann von Kärnten; Sumetinger» Vorarlberg; Ado»f Bauer, Obmann der Vereinigung nationa fozialistischer Arbeiterjugend: Major Anton Schuster, Kommandant deS Vaterländischen Schutzbundes; Landtagsakgecrdneter Hans Prodingcr, Salzburg; Landtagsabgcordneter Alois M chner. Kaaenfurt. — Ter Gattermayer fehlt in dieser Liste. Bereicherung des haken kr«u-lerisch«rr Sprachschatzes. „Entlaßt." Zn Weihnachten, dem Fest der Lieb«, fand sich in einen: haklukre'zlcrischen Karnpfblatt, hi/.'sch eingrbett-ct in einen himmelblau festlichen, von Güte und Treue Überfließenven Fcstarnkrl, ker nach>tche:we Satz: „Ein deutsches Mädchen, das je einem Fremdrassigen, einem Neger, Mongolen cder Jawen, zu eigen war, ist entvaßt . . Ein kurzes, prägnantes Wort! Deutsche Mcdchen, di« nickt nur mit böser Neigung zu Freindrassigem behaftet sind, sondern auch mit deutschem Sprachgefühl begabt, tverdrir gewiß jene Neigung übeuwindeir, wenn sie nachher fürchten müssen, daß sie aus dem Mn>rde ihrer Volksgetwsseu das Wort „entrecht" vernehnren werden. Die Faszisten in Bayern. München, 7. Jänner. (Südd. Korr.-Bur.) Ter Abgeordnete Graf Treuberg hat mit Unterstützung von Mitgliedern der deutschnationalen Fraktion an die Staatsregierung eine Anfrage gerichtet, ob ihr die Bildungen faSzistischer Ortsgruppen in Bayern, vor allem in München, bekannt seien und tvelche Beweggründe sie habe, diese deutschfeindlichen faszistischen Gruppen in Bayern, vor allen: in München, zu dulden. Wirtschasisvorschläge der Svvofition. Im Laufe der kommenden Woche wird gelegentlich der Neuwahl der Bundesregierung der Kanzler Tr. R amek Aufklärungen über die wirtschaftspolitrschen Maßnahmen geben, di« von der Regierung in Verfolg der von Steiermark ausgehenden Anregungen zur Linderung der Wirtschaftskrise geplant sind. Tie Sozialdemokraten haben sich beeilt, selbst mit Vorschlägen vor die Oeffentlichkett zu treten, um so einem bürgerlichen Wirtschaft-Programm das Prävenire zu spielen. Zwischen den beiden Koalitionsparteien laufen nämlich bereits feit einigen Tagen Verhandlungen über die nach Ablauf der Genfer Sanierungsperiodcn notwendig gewordenen Grundzüge eines neuen Koalitionsabkommens, das sich im Wesen auf wirtschaftliche Reformarbeiten erstrecken soll. Tie Großdeutfchen haben bereits vorgestern ihre Bedingungen bekanntgegeben. SamStag werden die Wiener Christlichsozialen und am Montag der NationalratSklub der christlichsozialen Partei sich zu den Vorschlägen ihrer Koalitionsgenossen äußern. Die Sozialdemokraten haben nicht erst das Wirtschaftsprogramm der Mehrheit abgewartet, sondern für Tonnerstag eine Konferenz der Spitzenorganisationen zusammenberufen, die unter anderem von der sozialdemokratischen Parteivertretung, der Gewerkschaftskommission, dem Zentralverband der Konsumvereine, dem Verband der Abgeordneten und den Arbeiterkammern beschickt war. Das Ergebnis der Beratungen war eine umfangreiche Denkschrift, die zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter anderem folgendes fordert: Abschluß von Handelsverträge«, die die Ausfuhr erleichtern. Tie Handelsverträge mit Polen, der Tschechoslowakei und Deutschland müssen revidiert, der Handelsvertrag mit U ngarn endlich abgeschlossen werden. Insbesondere sei ein Handelsvertrag mit Rußland anzustreben. Zum Zwecke des Ausbaues der produktiven Arbeitslosenfürsorge sei diese auf einzelne Zwe'ge der Industrie und des Gewerbes zu erstrecken. AuS dem ArbeitSlosenversichevungSfondS sollten der Industrie Beschäftigung-Prämien gewährt werden, die auch als Kampfmittel gegen die Hochschutzzollpolitik der anderen Staaten wirken würden. Tie Denkschrift schlägt sogar die Erhöhung einzelner Zollsätze vor gegenüber Staaten, die selbst Schleuderexport betreiben, sich aber durch hohe Zölle gegen die Einfuhr spetren. Ter Bund soll wieder ein Drittel der Aufwandes für die Arbeitslosenversicherung auf sich nehmen. Natürlich sei am uneingeschränkten Mieterschutz festzuhalten, das Wohnungsanfovderungsrecht wieder herzustellen und die Länder dazu zu verhalten, die Erträgnisse der Gebaudesteuern den: Wohnungsbau zu widmen. Ferner wird in der Denkschrift die Schaffung eine- JndustriefSrderungSgesetzeS verlangt, das neuen Industrien Steuern- und Gebührenbegünstigungen verspricht. Um den inländischen Arbeitsmarkt zu entlasten, lei es ferner notwendig, Verträge über die Gewährung von Freizügigkeit mit Ländern ab« -uschließen, die österreichische Arbeitskräfte aufnehmen könnten. Schließlich wird der Vorschlag gemacht, um den Zufluß jugendlicher Arbeitskräfte einzudämmen, die Schulpflicht bis zum vollendeten fünfzehnten Lebensjahre zu verlängern. Sie Neuwahl de» VrSlidium» der Wiener Naikyegkmelnee. Im An'K'uß an unseren gestrigen Berickt über die Neuwahl des Präsidiums der Wiener Kultusgemcinoe ist n.ch zu er» wädnen. dciß d r B rtreter der A ch d u t h, Kultnsvorsteher Schärfste in, i» keine Kommission gewühlt wurde. 8. J'nner 7026 M. Asuleh. Di« Fovts^vitt« des Aufbaues. Wie das Jüdische JirformationSbureau e» , wiw das Hotel, das der Solel Boiwh fe leh baut, voraussichtlich am 20. Februar eröffnet werden. Elektrisches Licht wird in kurzer Zeit durch eine eigene Kraftftation in AjM gel:cfcrt werden. Im Hochsommer 1925, als em Vertreter unserer Blatte« Erez J'rael bereiste, begannen die Aufbauarbeiten in Afuleh. Einige Baracken in der Nähe der Bahnstation für die Chatuzim, eine Tiefbchrmaschine, die einen Brunnen erschloß. da» weite Arbeiisftld, mit Trassierungsgräben und Kalkstreifen bereits obgesteckt, einige Mmerstümpfe, die hier und dort alldem Boden wuchsen — sonst war damals weit und breit nur der steinige, kahle Boden zu sehen und ein Arbe'terbataillo» von 400 Jünglingen un) Mädchen, wertvollste jüdische Jugend, über das Arbcitsfeld verstreut. Aber mau sah in der Kanzlei der BerwaltungSbaracke den Ge ne ra l ba u p la n, den Richard Ka u f fma nn entworfen hat. Di« Emek-Stadt wird sich an der Kreuzung der wichtigsten Verkehrslinien erheben, mitten in der fruchtbaren, durch dar neue jüdisch« Bauernvolk erschlossenen Ebene. Sie wird ein Wohnviertel, einen Handelsbezirk und inSbe-' sondere ein modernes Industrieviertel umfassen, eine, neuartige Schöpfung KauffmannS, des genialen Städtebauers, für die er kein Vorbild benützte. Die Frühjchrstouristen werden bereits in Afuleh wohnen können und Zeugen drS Wachstums dieser neuesten Schöpfung in Erez Arael fein. Hankins 60. CMiutidtatt. Jerusalem, 6. Jänner. Die Palest:ne Land Developrnent Company chatte zur Feier von Joshua Hank ins 60. Geburtstag Vertreter verschiedener Institutionen nach Pahalal geladen, dem Zentrum 6es Emek und der Haupttätigkeit des Herrn Hankin. Etwa 150 Personen versammelten sich zu einem Festmahl in dem großen Speisesaol der Mädchenfarm. Die Herren Ruppin und Thon gaben einen Ueberblick über Herrn HankinS Tätigkeit auf dem Gebiet der Landkäufe in Palästina :tt fast den ganzen 45 Jahren feines Aufenthaltes im Lande. Von den zirka eine Million Tunam, die sich jetzt in jüdisch m Besitz befinden, wurde über die Hälft« durch die Mitwirkung des Herrn Hankin erworben. Herr K a p l a n S k y überreichte namens der Zionistischen Organisation und des Jüdischen Nationalfonds eine Adresse, in der Herrn Hankin mitgeteilt wurde, daß r» Zukunft „Tel Schemen" den Namen „Tel Je'chu^ führen wird. Herr Pewsner vom Komitee „Had:r Hakavmel" tellte mit, daß eine der Hauptstraßen dieses Haifaer Biertels ebenfalls den Namen .^ofchua-Hankin-Straße" erhalten werde, und die American Zion Commonwealth und der Meschek gaben einen gleichen Beschluß in bezug auf eine der Straßen.. in Afuleh bekannt. Die Gruppe Tel Josef will den Wlld, der auf dem Abhang des Gilboaaebirges ongepflanzt wird, den ,^oschua-Wlld" nennen. Die Beamtenschaft der P. L. D. C. schenkte ein Album mit Photographien aller Böden, welche durch die Bemühungen des Herrn Hankin in jüdischen Besitz. gekommen sind. In seiner AnNvort mtf die Reden verwies Herr Hankin bei den Möglichkeiten, die ihm durch die P. L. D. C. gegeben worden sind. Bor dem Zusaurmenarbeiten mit der P. L. D. C. war seine Arbeit sehr behindert. Hätte er vom Anfang eine solche Unterstützung gehabt, so hätte er viel mehr erreichen können. Die Feier fand ihre Forffetzung in Merchawia, wohin die Zionistische Organi'ation auch die landwirtschaftlichen Siedlungen des Emek geladen hatte. kam Geren Gatemellj. Wachstum der Büchsenanzahl in Oesterreich. Ende Avril 1925 betrug die Zahl der Büchsen 56*4 „ Juni . » 0 0 » » 6428 , November „ „ » . , » 8181 , Dezember . „ * » - « 8521 Früchte aus Palästina für Chanischa-Assar. Ter « e r e n K a j e m e t h Wien hat aus Palä ina Mandel« erhal en, die von den Siedlungen auf Keren-Kajemetd-Laud stammen Tiefe Flüchte eignen sich aanz veionder« für Chamischa.Assar.veranstaltunpeu. das 'st für das Baumsest, welcher tu Palästina zu einer f«»8 neuen Bedeutun« gelangt. Lestellunoen sind an das Bureau de» Steten Kajemetd. Wle«, l. Be».. Kärmnerstraße 28, Tel 77.4*6, 77*4 86, zu richten. Di« neu« Palästinakart« des Keren Kajemeth. D.'s Jerusalemer Hauptbureau des Keren Kajemeth hat soeben eine neue interessante Palästinakarte herausgebracht. Die Karte wurde nach der bekannten Reliefkarte des Palest ne Exploration Fund hergestellt und gibt demgemäß ein gutes Bild von der Oberflüchengestaltung von Erez Israel. . Die Berge. Täler. Ebenen. Flüsse usw. kommen in plastischer Darstellung zur Geltung. Tie in drei Farben hergestellt« Ktrte entölt die jüdischen Kolonien nach dem neuesten Besihstand. Die eigenartige Ausführung und der billige Preis <100 Exemplare inklusive Porto IV« Pfund) machen die Karte zu einem sehr wirk.alnen Demonstralionsun>d Propagündamittel. . 2K Mannschaft drr .R. 33* entlassen. Berlin, 7. Jänner. (Tel.-Komp.) Nach einem Londoner Tel»« gramm der „Bossischen Zeitung" ist die Mannschaft deenglische» GroßlustschiffeS „R. 88" mit viertägiger Kündigung entlassen worden, da erst nach Fertigstellung des neuen im Bau befindliche» Großiustschisses im Jahre 1888 in England die Fahrten mit Lustschisjen wieder ausgenommen werden solle«,