Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2469 (7.1.1926)
- Date
- 1926-01-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SW; JÖerfe I_Men. froTmeTttos mäßig. Bei Sen echten Noten hoben sie kräftig schattierte, ettvas plastisch hewortrelc»we Leisten. Die einzelnen Figuren der Um» rahmung zeigen geringe plastische Wirkung. Lchattenwtikrmgen werden meist durch voll ausaesiihrte Strich« hervorgerusen. Tie beiden weiblichen Figuten (Milte unten) zeigen Mnerisch- Mängel in den Details. Der Text weist viele Unregelmäßigkeiten auf. Tie feinen horizontalen Abschlutzlinien der einzelnen Buchstaben V.'S Textes „Misie Francs" sind sicklinig gezeichnet. Aufsallend schlecht ist der in Schreibschrift gedruckte Text: „Le Lon.eoleur gal, 8e Eallsier Principal". Die feinen Uebergänge von den Haar- und Schattenlinien fehlen. Der Strafsatz (weiß ausgesperrt innerhalb blauer Täfelchen), links und rechts oben, trit: aui den Falsifikaten kräftiger und deutlicher lesbar hervor als auf den echten Noten. Das EmissionsLatum ist ziemlich gut, nur grau statt schwarz. Die Mener Unterschriften haben riss.ge, ebenfalls graue 8'Nie». Serien» u>c4 NummerbsZeichnungen sind etwa? verschwommen Rückseite: Schlechter als die Borderseite. a) Untergrund: Aufdringliches Hervortreten, besonders des (links und rcchts vütt den Huuptnguren befindlichen) Sternchenuntergrnndes; b) Druck« biÄ: Verschwommene, sehr schlecht gezeichnet« Ornamente und Figuren, die nicht Plastisch bervortreten. D^e SchattenstelleN zeigen kciire Tiefeivwirttrng. Tie Faisi'ikate tragen verschiedene Emtssionidaten, ZM» Beispiel: „Paris, le 11. Aeptembre 1923" und verschiedene Serien- und NummcrnHezeichnuugeN, pim Beispiel: ,.A. 1898*- 697—42874679". Aus diesen Angaben, die un« vom „ErkemmugSzetthen* §»r Verfügung g.'stekll werde::, gcht hervor, daß die Falsifikate für Fachleute leicht erkennbar sirw. 7. Mnn«r 1SSS_«t. MMj MuffoUnis Amperium. ©in Kaiserreich Italien. ftkigendienft der „Wiener Movgenzeitung^.) Lasel, 4. Jänner. Ter „Messagero" hatte kürzlich deutlich ausgeführt, daß di« Ausrufung Italiens zu« Kaiserreich und die Proklamierung Viktor E manu«!- als Kaiser in naher Zukunft bevcrzustehen scheine. „Westminster Gazette", das gr^ße liberal« Organ, behandelte die Meldung als sehr feriöS und andere englische Berichterstatter in Rom teilten mit, daß der Vatikan seine Zustimmung zu diesem Plane gegeben habe und daß er danch die durch den FakziSmuS erfolgt« Auslieferung der Schule an die Kirche honorieren wolle. „Tie „Baseler Nationalzeitung" berichtet zu diesem Thema: Der Diktator weilte während der Festtage in Mailand, rief die Pressev.rrreter zu sich und verkündigte: „Ihr werdet bald etwas Großes zu melden haben, etwas Großes und An-- oenchnus zugleich." Welches wäre diese Annehmlichkeit? Mussolini setzte dann einem and rcn Amerikaner, dem Korrespondenten der „United Preß", in aller Form auseinander, saß das Jmpermm das große Fiel des Faszismus sei: Der Faszismus sei keine bloße Reaktion gegen di« Anarchie. Denn setzt wäre sein Zweck erfüllt. Nein, de: Faszismus ist mehr. Er ist der Lcbrnsausdruck eines Volkes, daS feit 59 Jahren unauchörlich wächst. Das italienische Kaisertum hieße die Stellung Italiens kraft seiner tvachsenden Bevölkerung, welcher das alte Territcrium nicht mehr genügt, endlich einmal an-- erkennen. Das Kaisertum entspricht dem Kraftbewußtsein des italienischen Volkes. Der italienische Imperialismus wird wirtschaftlich, geistig nnd nicht kriegerisch sein — so sprach Mussolini. zankoff — KammerdrSstdent. Sofia, 6. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitrmg".) In der heutigen Sitzung des Sobranje wurd« die Debatte über die Regierungserklärung des neuen Ministerpräsidenten Liaptscheff abgeführt. Die Führer der Opposition erklärten, daß sie dem neuen Kabinette gegenüber dieselbe Haltung einnehmen werden wie gegenüber der Regierung Zankoff. Der Ministerpräsident gab neuerlich eine Erklärung ab, daß seine Regierung entschlossen sei, das möglichste für die wirtschaftliche Wiederaufrichtung des Landes, für die Herstellung des inneren Friedens und die Aufrechthaltung der guten Beziehungen zu den Nachbarländern zu tun. Sodann sprach die Kammer der neuen Regierung das Vertrauen aus und schritt zur Wahl des Kammerpräsidenten. An Stelle des bisherigen Präsidenten Kuloff und des Vizepräsidenten Naidenoff, die beide dem Kabinett Liaptscheff als Minister angehören, wurden der gewesene Ministerpräsident Zankoff zum Präsidenten, der Abgeordnete Todoroff zum Vizepräsidenten des Sobranje gewählt. Das Sobranje vertagte sich sodann bis zum 26. Jänner. PanMlos für einen Balkandakt. Keine kriegerischen Absichten. Athen, 6. Jänner. (Tel.-Komp.) General Panga» los protestiert in einer Erklärung gegen die ihm in der Presse vorgeworfenen kriegerischen Absichten und stellt fest, daß sich an der Außenpolitik Griechenlands nichts ändern werde. Auch Griechenland sei von dem Geiste von Locarno beseelt und hoffe, eines TageS einen Balkangarantiepakt unterzeichnen zu können» der eine Ergänzung zu den Verträgen von Locarno bilden würde. Pang a l o S hat mit seinen Regierungsmaßnahmen bereits begonnen. So hat er ein Ersparungsprogramm ausarbeiten lasten, in besten Durchführung dieU nkündbarkeitder Staatsbeamten aufgehoben werden soll. Ferner wurde der Korpskommandant von Saloniki, General OthonaiS, durch den Parteigänger des Diktators, Oberst Z a f i r i u, ersetzt. Admiral Botassis ist für den Posten des Marinemini st erS ausersehen. Ser ftanzöfifche Lberfte flrfennat. Paris, 6. Jänner. Zu Mitgliedern deS Obersten Kriegsrates für 1926 wurden durch ein Dekret des Kriegsministers folgende Marschälle ernannt: I o f f r e, F o ch. P e t a iu, Lyautey, Franchel d'Esperey und FayoNe, ferner die Div'.sionSgenerale Gouraud, Berthelot, Guilloumat, Deheney, Rollet, Duport, Targe, Degoutte undWeigand. Frankreich und Amerika. Paris, 6. Jänner. (Tel.-Komp.) Ter neue französische Botschafter in Washington, Henri Verenger, ist heute nachmittags von Paris abgereist, um sich auf feinen Posten zu begeben. Er wird am 13. Jänner in New-York eintreffen und sofort nach Antritt seines Amtes n e u e B e r« Handlungen über die Konsolidierung der französischen Schulden an di« Bereinigten Staaten beginnen. v>d ,l «'im - fluchtberrU k Pari-, 6. Jänner. (Tel.-Komp.) Meldungen aus Taw' ger zufolge hält sich A b d e l K r i m stündlich zur Flucht bereit. In seinem Lager soll ein italienischer Flieger mit einem Flugzeug verborgen sein, daS stets startbereit gehalten wird. Aus -er Galerie der Aaffeufchützler. drffder Ragtz. der Besnier van Karvathoruß'aad und vatrioiische ScheÄMcher. Orden, und zwar der Orden von R u f f i n S ks, mit 1006 D llar >n der Pre'k liste stand. A'?e hierauf bezüg- Neben der sensationellen Frankenfälscherassär« großen Stils verblaßt die Scheckfälscherangelegenheit eines an« deren Führers der Erwachenden Ungarn, des Sekrelärs der Budapester Postsparkaste Dr. Testder Nagy, über dessen Verhaftung wir vor einigen Ta?en berichtet hatten. Aber auch dieser Dr. Nagy ist nur eine Figur in der großen, mit Patriotismus verhängten Korruptionsgalerie der ungarischen Rassen schützler. Auch Dr. Nagy hat in Höheren! patriotischen Interesse Schecks auf hohe Summen gefälscht, gestohlen und betrogen. Er hatte sich daS irredentiftische Gebiet ausgesucht nnd behauptet, die Betrügereien begangen zu haben, um über höheren Auftrag die Befreiung Karpathoruß'ands finanzieren und in Szene setzen zu Wnnen. In allen Kreisen -er Erwachenden Ungarn und selbst in seinem Amt in der Poftsparkaste wurde er der „Außenminister von Russinsko" genannt. Selbst fein Vorgesetzter, der Generalsekretär der Postsparkaffs Dr. Kör men di, erwiderte Beamten, die verschiedene Verdachts-Momente gegen Dr. Nagy vorgebracht hatten, daß die Befreiungsbewegung gegen Russinsk) bekannt sei und daß Tcktvr Naoy zum Außenminister dieses zu befreienden Geb'etes ernannt wurde. Dr. Nagy sprach überall von der Existenz einer „ruMchen V'lksschutzliga", deren Aufgabe die Befreiung. Rsvolutienierung und Medereroberung von Karpathorußland, sei. Diese Aktion war ziemlich tveitverzweigt, und wenn es auch nicht nachqewiestn ist, daß, wie Dr. Nagy behauptet, eine Zweigstelle dieser ruthenischen Volks schutzliga inLemberg existiere, in geren geheimen Sitzungen Dr. Nagy besondere Vollmachten er. hatten habe, so ist es sicher, daß es sehr viele siegecen hat, die dem. Führer der Erwachenden Ungarn Glauben -geschenkt haben. Im Zusammenhang mit dieser Affäre veröffentlicht „Az Gst" das Faksimile eines vom 24. Dezember 1925 datierten Brieses des Dr. Nagy an den D'.rek- -tor einer .Filmunternehmung. Nandor Ne u selb, der geradezu sensationelle Enthüllungen über den moralischen Zustand der ganzen Sippe der magyarischrn Rassenschützler bietet. Ter Brief, der auf dem Papier der PostsParkasse geschrieben, ist, lautet: Lieber guter Herr Neufeld! ‘ Ich babe Sie trotz mehrfachen Suchens nicht in Ihrem Bureau angetröffen. Ich muß iw einer außerordentlich wichtigen Angelegenheit unbedingt mit Ihnen sprechen. Ich brauche ein Zimmer von Ihren Bureau* räu-mlichke'ttLN, «suchen 'Die mich auch ,in dieser Angelegenheit in der Postsparkaffe auf. Tie Russ'nsko-Ang'e'egrnheit steht sehr gut. Ich habe aus Amerika bereits Antworten erhalten und auch die Regierung versprach mir durch Pe kar, daß sie uns von ihren diplomatischen Schiffstarten mehrere;ur Verfügung stellen wird. Bei dieser Mion wäre ich der lmverantw rtkiche Bevollmächtigte dev Erwachenden Ungarn und S i e w ä r e n d e r B e v o l lmachtigte der Juden. Das 'beste wäre, Sie suchten die hiesige jüdische Kultusgemeinde auf und verlangen von ihr Empfehlungsschreibe« an das amerikanische Judentum. Behandeln S'e dies« Angelegenheit vertraulich und sagen Sie den Juden bloß, daß es sich um die Befreiung einer größeren »Zahl von „Polischen" handelt und die Juden werden für diesen Zweck ) u allem zu haben sein! Ich bitte S«, unbedingt mich schon in den nächsten Tagen zu besuchen. Sollte von Charles Ronay aus Amerika Geld ankommen, so nehmen Sie es auf. Die Orden sind bereits sertiggestellt und auch danötige Geld wird uns aus Amerika zur Verfügung stehen. Bis auf Wiedersehen grüßt Sr« herzlich Ihr Freund Dr. Destder Nagy m. p. Me sich nun herausst-ellr, hat die Band« unter der Führung de- Dr. Nagy, um im Ausland und besonders in Amerika Geld zu bekommen, unter anderem auch einen sogenannten Ordensschacher geplant. Es sollten verschiedene Orden förmlich versauft werden. Der einfachste Orden, ein stchkzackiger, dem Megen^David ähnlicher Orden, sc Nie bereits für einen Dollar zu l-aben sein. Ter Offiziersorden für die Betdienste um die BesreiungRussinSkos wurde nach der Form des deutschen Eisernen KronenordenS als «in g eich. falls sechszackiger Stern auf fchwarz^velßem Band ent« worstn. D'eser Orden konnte mit «in«m Spendenbeitrag von 100 Dollar erworben werden, während der höchste l'chen Akisncntwürft finden sich unter dem bei der Hausdurchsuchung saisierl«n Material im Besitze der Budapester Polizei. Ob es Dr. Nagy und seiner Gesellschaft sch.n tatsächlich gelungen st:, die Orden an den Mann zu bringen, konnte b'sher noch nicht ststgestellt werden. Ti« Budapester Polizei schwelgt 'sich hierüber wie ü^er manches andere aus. Sie Stützen der Sri Vkchaft. Es wurde bereits kurz berichtet, daß iu Hanwurg einer der Emissäre der Frmkensäljcher, Cdmund Olchvary, in dem Moment vechaftet wurde, a'.S er ein größeres Paket ge.alschtet Tausendsrankennoten in Umlauf setzen wollte. Nim wurde, wie uns auS Budapest berichtet wird', dort auch dessen Bruder, der pensionierte Beamte Eugen Olchvary, der gleichfalls zur Falscherbande gehört, in Ha't gerwmmen. Die beiden Brüder Edmund und Eugen Olchvary gehören zu den aktivsten Mitgliedern der Nassenschützlergesellschaft. Beide hatten während der kommunistischen Herrschaft an der Gegenrevolution teilgenommen und einen solcher: Einfluß gewonnen. daß Edmund als Leutnant und Eugen alS Oberleutnant zu jener Offizierscharge gehörten, die zum Empstng des damaligen Generalissimus und heutigen Reichsverwesers Nikolaus H o r t h y bestimmt waren. Beide haben auch in der Gefolgschaft Horchhs damals den Einzug des Generalissimus in Budapest mitgemacht. Sie waren auch Mitglieder jener Offiziersdepartements, die zur „Säuberung Transdanubiens" in jene Gegenden gesandt wurden, um durch Terror uns Pogrome dis Bevölkerung in Schrecken zu halten. Sie haben auch persönlich an den verschiedenen Judenmorden und -Verschleppungen mitgetvirkt. Ler Kil-KIvr-Kkan. AuS New-Ucwk wird ge»neldet: In New Hoven (im Staat Connecticut) traten 606 Mitgliever aus dem K-u- Klux-Kla« aus, indem sie gleichzeMg Vas Publikum ansforderten, „dieser s ch I ü p s r.i g st e n, unser nationales Lckben gefähvdenden Schlange den Garaus zu machen." * Der Klu-Klux-Klan hat sich von den Südstaaten aus nach dem Norden auLgcdchnt, wo er aber — einige Landesgobiete ausgenommen — bei weitem nicht den Einfluß errang, dessen er sich im Süden rühmen duvfte. Dieser ultrafaszistische Gehelmorden hat aber auch im Süden in den letzten Jahren an Boden verloren, weil ihm eine llange Reihe korrupter und gewalttätiger Handlungen nachgowie-sm wurde, ja sogar ein von einem „Gvoßwürdenträger" an einem ft.-n>gen Mädchen verübter Meuchelmord. In den Nordstaaten, zu denen auch ConMctieut gehört, macht sich schon seit einiger Zeit eine Abkehr dom Ku-Klux-Klan bemerkbar. H'tler der Meineid« brsikmldist. Nürnberg, 6. Jänner. (Wolff.) Wie der „Fränkischen Tageszeitung" von ihrem Münchener Korrespondenten gemeldet wird, soll gegen Hitler ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet worden sein. Er habe in der Verhandlung Über dag seinerzeitige Vorgehen der Kampfverbände Behauptungen aufgestellt, die der Wahrheit widersprechen. Außerdem sollm di« Behauptungen Hitlers mit den eidlichen Erklärungen im Luppe-Streicher-Prozeß in schärfstem Widerspruch stehen. Sie SfreiftncAunii b« Maffenmilrdn, Rorarerku. m» Htm M JMMt SttatW'. London, 4. Jänner. (I. T. A.) »I-anchesier Guardian" veröftntlicht einen Artikel des Bukarester Korrespondenten, in welchem eS unter anderem heißt: Die Verteidiger des Maffenmörders hatten den Mut, diesen traurigen He.den als mustergültig:» Bürger und graßrn Patriot:» h'.n-<tellsn, und ste hatten mit diesen Argumrntm Ersolz..G'ne alr und andere höhere Offiziere traten für Morareseu in d e Schanzen, di« halboffiziellen Zeitungm wetteiferten in dem Bestteben, diesen mehrmals des Diebstahls. d:r D)k men enfälschung und des Raubes überwiesene» Of.izier as einen Natian^lhelden h'.nzustellen.