Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2468 (6.1.1926)
- Date
- 1926-01-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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9lt. S468 Men. Mittwoch Ae Uelierlchwemmuasskatahrophen. yn Holland flüchtet dte Bevölkerung vor dem Hochwasier. Amsterdam» 5. Jänner. (Wolfs.) Wie ans Venlv berichtet wird, hat in Nordlimburg, Nordbrabant unin der Gegend von B e e r S und M i l l, in Gebieten, die noch nicht von dem sich rasch ousbreitenden Hcchwasser erreicht, aber ernst bedroht sind, ein allgemeiner Auszug der Bevölkerung in nördlicher Richtung begonnen. Die Landstraßen sind mit langen Re-hen von Bauernrragen bedeckt, aus denen Hausrat und Vieh der Flüchtigen mitgeführt werden. In U ngarn hat sich die Lage gebessert. Der durch die Überschwemmungen angerichtete Schaden wird auf LOOMilliarden geschätzt. Ter Baeskaer Nabob Fernbach hat wegen Ueberschwemmung seines Großgrundbesitzes bei A P a t i n Selbstmord verübt. GeschSftgstunden des «orochevms am Dreitüttig'taae für da» PfanvsechW und den Spareiulaqenverredr. L Am Dreikönigstage sind die Schalter für das Pfandgeschäst (Belehnung, Auslösung und Umsetzung) in der Hauptanstalt und in sämtlichen Zweiganstalten des Dorotheums in der Zeit von 9 bis 12 Uhr mittags offen. Mit Rücksicht auf die erhöhte Inanspruchnahme zu Anfang des Jahres tverden auch alle Kassen für den Spareinlagenvcrkrhr in der Zeit von 9 bis 2 Uhr ohne Unterbrechung geöffnet sein. . Das Dorotheum verzinst gegenwärtig Spareinlagen bei täglich abhebbaren Geldern mit sechs Proz.nl, bei einer dreimonatige» Bindung mit acht Prozent und trägt die Rentensteuer aus Eigenem. im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen * ' sind durch ein vorangefetztes E gekennzeichnet. Wien, 6. Jänner. Das Wetter. Die Voraussage meldet anhaltendes mildes Wetter. * Der Wohnungsnachweis der Gemeinde Wien. Beim städtischen Wchnungsnachweis langten gestern 14 9 Anzeigen über freie Wohnungen oder Wohnränme ein. Die Adressen sind au^ dem schwarzen Brett des Wohnungsamtes in der Bartensteingasse ersichtlich. * Schwere Verbrühung eines Kindes^ Montag nachts erlitt der 13 Monate alte Schn des HandelsaNaestellten Manfeld K a h, Herminengasse 19, dadurch schwere Bevöruhungen am ganzen Korber, daß er einen Topf mit heißer Supp? umsticß, wodurch sich die Flüssigkeit über seinen Körper ergoß und ihn verbrühte. * Massenverhaftungen von Einbrechern. In den letzten Tagen wurde hier van der Polizei, eine große Anzahl von.'Einbrechern dingfest gemacht, denen bereits eine ganze Reche von Geschäfts-, Kassen, und Kircheneinbrüchen nachgetbiesen wurden. Die Bande bestcht zumeist aus jüngeren Individuen. Insgesamt sind von der Bande mehr als vierzig Personen, teils Einbvecher, teils berufsmäßige Hehler, in Haft. .Biele von ihnen waren schwer bewaffnet. . - * Wer hat die Fijnfzig.Milliouendtmmle der Wasserkrafi. Werk-Aktiengesellschaft gewonnen? Im RachauS wurde gestern die . Ziehung der Prämie von fünfzigMillionenKronen der fünfprozentigen Teilschu-dverschreibunaen - (Prioritätsobligationcn, erste Emission) der Wasserkraitwerke-Aktiengesellschast vorgenommen. Gezogen wurde die Nummer 3,203.857, auf welche die Prämie von fünfzig Millionen Kronen für daS Jahr 1926 entfällt. Der. Gewinner kann sich siefen Betrag am 1. Februar, an der Kaffa der Niederösterrerchischen EskomptogeseWasi in Wien, 1. Be;., Am Hoi 2, oder an der Kassa der Wasferkraftworke^Aktiengeseuschaft in Wien, 1. Bez.. Löwelstvaße 18, beheben. * Der ThphuS ln Böslau erloschen. Die TyphuSerkrankungen in BöSlau, die auf den Genuß infizierten BrunnemvafsrrS m. einem Hause der Hochstraße zurückaeführt werden .konnten, haben, wie amtlich veriantbart wird,' aufgwört. Die Erkrankten sind zurzeit genesen, ein Todesfall ist nicht zu Verzeichnen. Durch die rasche. Auffindung der Ansteckungsquelle konnte die Weitevverbreitung -es TyvhuS verhindert und..eine Gefahr für den Kurort BöÄau abgowenoet werden. * Dle Sterblichkeit in Wien. Im November 1928 starben in Wien 2106 Personen, gegenüber 1961 im Monat Oktober. Im November 1924 sind m Wien 2113 Personen gestorben. Vereine. BorttSge und Bersammlungen. Zionist sche B e i t r f 8 f e l i i o » 2 e ot> o I b* st adt. 2. Bez. ZirluSgasie 88. Morsen. »/,« Ukir abeneS. im SektionSheim, Zirk'iSgajse 93. Vortwg Dr. Golddammer über „Palestinak. nde". — Ingen d gruvve der Z t onistifckeuGektionZwiichenbrücken, 30. Bez., Lerstraße 81. Heute, 8 Mr abends. Fort etzuug de» VorlraaeS des Herrn Prof. MenkeS über: .Neutiebräiiche Literatur". — Wiener Beth-Hamidraich. 2. Bez, Ferdnandstr tze 28. 6 Ubrr Lektor Dr. S. G e l b.b a u »r ^Liturgie". 7 Uarr Lekt"r Dr S R u b i n: Die Philosophie des Maimouidesr .Die Providenz". — Jüdisch-arademtfcher Pdilofovdenverein. Sam t g, 6 Ubr abenvr, im Lokale der Mensa Judalca, 9. Bez, Zlmmermannplatz 8. Bortrag der Schrift''ellers Otto Lang Üb rr „Die besonderen geistigen Aufgaben de« Judentums in der Gegenwart". — IÜd fche T t ich g e f e l l t ch a f t Landstraße. Heute Vorlesung des Herrn SiegmupdHaber aus «I \ b b t* ichen Dichtungen". An chließend must'allsche Vorträge der Herren r Dr. Albert Schars (Klaviers. Dr Siegfried S e i d n e r (Oboe* und Fritz Iahoda (Klavier^. Beginn l/.ß (ihr abends rm Ca>ö Lovrana 9. Be,.. Löwengasse 66 — Verein Tikwatb I e b u d a, 8. Bez. Bennoplatz 1. Heute. 7,9 bt abends. Bortrag Dr. B. Doll: Die Inf ktronskrankhei'en im KindeSalter (mit L chtbildern). Leopold Schwarz: GeiangSvorträge (am Ktav er Fräulein Haust Drill). Fritz Hollenbergr Borleiung. Anschließend Tanz.. . ch ' Ball der Wiener Tierschutzvereine-. Dieser Ball findet DienS- (ag den 12. d. statt. Der Btmvespräsiaent Dr..Michael H a l n i s ch, der sein Erscheirren dem Präsidium der Wiener Tierschutzvereines bestimmt zugesagt hat. wird um halb 10 Uhr feierlich empfangen werden. Das Interesse, das sich allseits für diesen ersten Elite- Ball der Saison kunogwt, ist jchr groß. Karten bei Kehlendorfer, l*'usti Schmidt, A. .Gerngroß, Moraw und in der BereinNanzlei, 1. Bez., Schulhof 6 (Tel. 66160). Der Verein Jüdische Kinderfreunde veranstaltet heute um 5 Uhr nachmittags im Hotel Müller, 1. Bez., Graben, den ersten Jültf-Uhr-Tre mit Tanz in dieser Saison. Entree inklusive Jause »S. Organisation zion'stischer Frauen Oesterreichs. Sitzung der *>'.nstände der FraucnEez.rkssekiil.meu, Tonuerstag den 7. d. um .3 lUjv nachmittags im Klubheiut der Hakoalj, 1. Bez.. Wipplingerstraße 24-26. Die Mitglieder ericheinen pünktlich. Mienei: Oor jüäiZolis VoHrgerLÄklsr SCHALOM ASCH GESAMMELTE WERKE Bisher sind erschienen: ONKEL MOSES Letnen S 12 60 Efn Roman aus dem Leben der polnischen Juden in New-York MOTT-KE.DER DIEB Leinen S 1260 Die abenteuerlichen Erlebnisse des Jungen Mötike, der schon a<s Kind den Kampf ums Masein auf« nehmen muss und sich ln dem Sumpf der Warschauer A-tstadtgassen vergeblich durchzuringen sucht. DIE ZAUBERIN VON KASTILIEN Leinen 8 9 — Eine Erzählung, die die Greuel der heiligen Inquisition schildert und bunte Lire I chier aut das Leben im mitteia terlichen Rom wirft. EIN GLAUBENSMARTYRIUM Leinen 8 9.90 Auf urkundlichen Forschungen beruhende Darstellungen aus d r Zeit der von den hosaken Chmielnickis im 17. Jahrhundert verübten Judenmetzeleien in Holen. DER ELEKTRISCHE STUHL Leinen 8 9.— Das tragische Schicksal eines unschuldig verurteilten New-Yorker Bankiers, Buchhandlung R.Löwit.Wien, I., Flcischmarkt l Rotenturmstrasse 22 Kunst, Bühne. Buch. Rene rarnbilder im Neüoutenkaal. Bizet — Braunfels — Milhaud — Musiorgskh. . Nachdem sich StrawinStys „Pulcinella" trotz allem Radukalismus im höfischen Rchoutettsaal eingedÜDgert hatle, wagte sich Ballettmeister Kroller nunmehr an DariuS Mi lcha uds Tän^e ,/Saud'ades do Brazil". Diese brasilianischen Erinnerungen de'8 jungfranzosischrn Tondichters .sind tangoartige Tänze, oft genug trivial und ermüdend in ihren gleichförmigen Synkopen urrd doch von einem Feuer der Leidenschaft in der Rhythmik, in ver eigenartigen Inisirumentati-on und ÄKordik, wie sie eben nur die schwüle brasilianische Landschaft selbst dem modernen jüdischen Künstler offenbaren konnte. Schwüle, heiße Sinnlichkeit, Sehnsucht und Schmerz liegt in den schrillen Klängen der banalen Gassenhauer, die gleichsam die Zunge herauMcken in dem MißklangSalarm, der von wilden Trompeten geblasen, wird. Freilich, für Milhaud bergen diese Mißklange eben den Reiz der exotischen. Landschaft und zugleich ein Mck Entwicklung einer polytonalen Zeit. Wie urterlt doch Milhaud über die gleichzeitige Mehrheit von Tonarten: „Die Polytonalität ergab sich in der sranzoisischert Muisik wie die Atonal!tat (das Resultat der Wagnerschm Chrowatik) in der deutschen. Der Kanon in der Quinte (schon bei Bach) ist >da's erste Anzeichen für die Polhtonalität." Das Urteil eines subjektiven FeuergeifteS, für den ,-Brasilien nur eine exaltierte Provence" ist. . . l Die brasilianischen exaltierten Danze hat Kwller «m ganzen richtig bühnemnähig gedeutet. Rote Bühne mit goldenen Zacken, derhWte Erotik! Männer und Meiber locken einander an und sioßen einander ah, das ewig Erotische, die Urzelle hes Tanzdramas, wird ebenso in Milhauds Klängen wie in den exotischen Tanzbewegn-ngen der Damen Losch und Pfundmeyer und der Herren Fränzl Ereignis. Hingegen schien mir die Tanzlegende nach Musforgskys ,-Bilder einer AussteNung" völlig mißgiückt. Tie berülMen MussorgSkyschen Klavierstücke, die' schon so oft — in Wien mit bescheidenen Mitteln und immerhin netten Einfällen vom Hellerau-Ensemble — getanzt wurden, werden vom Ballettmeister Kröller, der sie in tiefe Mystik tauchen möchte, geradezu vergewaltigt. Die Mnsik von Mufforgsky bekennt trotz der Feierlichkeit des Finale doch vor allem die Absicht einer scharfen Wiedergabe der Wirklichkeit. Der Gnomus mit seinen kleinen verkrümmten Beinen, die ifpielenden Kinder, der mächtige Karren mit den -ungeheuren Mdern, die Küchlein in ihren Schalen, die streitenden und keifenden Marktweiber, dev .reiche, und der arme Jude Samuel Goldenberg und Schmuyle und das gewaltige.altrufsifche Tor von.Kiew mit feiner Kuppe in Form einer slawischen Mütze, das alles siyd Bilher, die Mufforgsky auf der Gemäldeausstellung feines Freundes Hartmann geschaut hat, doch in der musikalischen Gestaltung ist es zugleich ein Stück Leben, kraftvoll. -erdhaft, russisch! Und nun kommt Kröller, verzichtet auf den Spaziergang durch die Ausstellung und auf ihre Bilder und setzt Himmel und Hölle in Bewegung. u>m ein fauftisches und doch flügellahmes Tanzvranur mit kitschigem Klimbim-Finale zu inszenieren. Wozu der ntystische Kampf zwischen guten und bösen Mächten um das Mäd- _ft. fflrnit« 190b _tnffli » chen, wozu Engel und Priester und Dämonen ans Nibela heim? Nichts davon ist aus dem Geiste der MufforgÄY- Musik'geboren! So gut uns auch Fräulein Lasch gefiel — man befreist, daß diese reizende Tänzerin von Himmel und Hölle angefordert wird — die mystische Idee des Herrn Kröller, die er sich wohl aus „Boris Gvdunow" geholt hat, hat Mufforgschs lebendige Bilder zu Tode getanzt. „Tanz-Divertissement" nennt Herr Kröller die Musik zu B i z e t 8 „A r l e s i e n n e". in welcher eine Beihe von Orchesterzwischensätzcn des Daudetschrn Schauspiels „Das Mädchen von Arles" zur Suite vereinigt ist. Sie erreicht ja nicht die Rassigkeit von BizetS „Carmen", Und doch fühlt man Carmens Nähe in dem Reichtum an gallischem Esprit, der sich am schönsten in den pvovencalifchen Volksweisen auSsingt. Merlieibst wurde das immer wiederkehrende Duo der Spott-Tänzer von den Damen Fräulein Losch und Raab getanzt, Fräulein Pichler brillierte in ihren Pas und Spitzentänzen und Herr Birkmeyer stemmte sie immer wieder mit Wahrer Athletenkraft, ein abgebrauchter und unzeitgemäßer Birtuofentrick! Als viertes Ballett gab eS das in Wien von der Bolksoper her bereits bekannte Tanzintermezzo „T a u b enhoch z ei t" aus B r a u ns e l s' Sögeln". Frösche deu-tsche Musik, urvsinnlich und doch in ihrem Charme entzückend: Der Täuberich (Fräulein Dirtl) spreizt sich, die Taube (Fräulein Krausenecker) ziert sich, die Taubengecken möchten zudringlich werden und die Tanben-Brautjung. fern halten sie schamhaft davon ab. Werbung, Kehvaüs und Einkehr ins heimische Nest; ein Stückchen Wirklichkeit, menschliche Schwächen in einer freundlichen Fabel mit gutmütigem Spotte in Tiermasken vorgeführt. * Der letzte Tangabend im R-edoutenfaal evldbte anfangs April 192o seine Evstzaufführung. Bolle neun Monate waren also zur Austragung der vier kleinen Ballettchen« erforderlich, v'e Herr Reichenberger dirigierte. Sie.brachten mehr Al-twiener Tanzkultur als Beachitung der neuen Danzpvcibleme, die von Rußland her längst in Frankreich und Schweden heimisch und auch mancher deutschen Provintzbühne geläufig sind. Mit guter Erziehung und strammem Ballettdrill, mit artigen Pas und mit dem seligen Mädchenlächeln einer rosenroten und himmelblauen Zeit ist es heute nicht mehr getan. Angespannter seelischer Ausdruck, Einklang detz Bewegnngsspieles mit den melMsch-rhythmischdramatischen Linien und scharfe Charakteristik bis ins kleinste Detail tut >der modernen Tanzbühne not. Auch an der Wiener Staalsoper muffen die schönen.Puppen endlich le-bendig werden! __ Erwin Felder, „180 Zähre Wim« Lhealer." Theateranöstellmig des Bühnenvereines. — Im Kaufhaus Gerngroß. Aus Anlaß des 160jährigen Bestandes des Burgtheaters veranstaltet der deutschösterreichische Bühnenverein eine Dheaterausstellung unter dem Titel „160 Jahre Wiener Theater". Das Kaufhaus Gerngroß hat seine künstlerisch dekorierten Wintergarten raume für diese Ausstellung, die mit der Hilfsaktion für die in Not befindlichen engagementslosen Bühnenmitglieder im Zusammenhang steht, zur Verfügung gestellt, deren feierliche Eröffnung für den 23. Jänner in Aussicht genommen ist. Der Bühnenverein ersucht die Besitzer interessanter einschlägiger Gegenstände, durch deren leihweise und in jeder Art gesicherte Uvberlassung das AuSstellungswerk zu fördern. Die Gegenstände werden abgcholt, bestätigt Md nach Schluß der Ausstellung wieder znrückgestellt. Für ausreichende Wertversicherung und Ueberwachnng wird gesorgt sein. Anmeldungen werden bis spätestens 10. Jänner d. I. an den deutschösterreichischen Bühnenverein, Wien, 1. Bez., Dorocheergaffe 6, erbeten. Ser AMieg einer KLnftlers. BiM. — Stratzenbettter, Briefträger, Meister. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitnng".) London, im Jänner. Die allgemein verbreitete Ansicht über die völlige Bedeutungs« losigkeit der modernen englischen Malerei stimmt nicht mehr. Denn nach einer langen Zeit unsruchtbaren Schaffens ist in England ein junger Meister aufgetaucht, dem zuliebe man diese Ansicht berichtigen muß. Georg William B i s s i l ist der neue Stern, dessen jüngst in dm Redfern Galleries abgehaltene Ausstellung berechtigte Sensation in London und Paris hervorrief. Die Laufbahn des erst 29jährigen Biffil ist ein Roman, wie ihn so romantisch und merkwürdig nur das Lebm selbst erdichten kann. In einem kleinen Dörfchen SüdenglandS geboren, kam er schon mit fünf Jahren in die Kohlmgebiete der MidlandS und von seiner ftühesten Jugend bis zu Kriegsausbruch schuftete er in den schrecklichen Schächten utib Stollen der dortigen Kohlenbergwerke. Der Krieg riß ihn aus den Kohlenminen, um ihn in die Schützmgräben Frankreichs zu werfen. Nach FriedenSschluß trachtete er, sich in allen möglichen Stellnngm — unter anderem als Briefträger — durchs Leben zu schlagen. Erst vor etwa drei Jahren entschloß er sich, ganz der Malkunst zu lebm, und sollte er darüber auch verhungern müssen. Als einer jener in London so häufigen Straßenpflastermaler, die auf das Mitleid der Passanten angewiesen sind, brachte er sich durch. Bald konnte er auf kurze Zeit eine Malschule in Nottingham besuchen, wo er interessenterweise als der unbegabteste Schüler galt! Endlich wurde er „entdeckt", das Haupwerdienst daran fällt dem berühmten englischm Kunstkritiker Artur HaSkel! zu, und bald hatten sich seine Holzstiche, die ln einem ganz eigenartigen Stil die grauenvolle Arbeit der „MinerS", der Bergleute, behandelte», die allgemeine Anerkennung errungm. Nicht nur seine traurigeR Jugendeindrücke, nicht nur die Liebe für seine ehemaligen Kameraden, sondern auch ein großes, unbeeinflußtes Können sprach aus den „Miner» serieL" diese» Jungm. der niemals irgend einen Meiste»