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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-06 · Heft 2468 (6.1.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2468 (6.1.1926)
Date
1926-01-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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*\nm^'^T- .■&m;**.<&»%*v i» 'dMSlHBiMkE'MMW^'-^ Sr^e 8_K^k. MMoN_ MeMr MorgMhM«U« _ 8. Mrrntzr im m. RW oder auch nur ein Vorbild gehabt hatte. J.t rascher Folge entstanden dann 1924 und im letzten Jahre wundervolle Aquarelllverle und Stiche, alle in jenem eigenartigen, etwa gemäßigt expressionistisch zu nennenden Stil. Man hat Bissit den Matisse Englands genannt und tatsächlich erinnern seine Hellen Farbflächen und starken Konturen an den Franzosen. Lein Ruhm wuchs über Nacht. Bald würdigten ihn' nicht nur die Arbeiterkreise und -blätter, die in ihm einen mächtigen Herold revolutionärer Kunst sehen, sondern auch die rechtsstehenden. „Morning Post" und „Tailn Telegraph", ..Times" und „Observer" widmeten Bissil und 'einer Knust spaltculauge Besprechungen. .Seine besten Schöpsungen bis nun dürsten neben der Bergwerksserie „Half black" („Halbschwarz", Proletariermutter mit Säugling) und „The Scrubbers" („Die Llraßenkehrerinnen") sein. Die Ausstellung in den Redsern Galleries war ein mächtiger Erfolg für Bissil. Da er ernst und bescheiden bleibt, ist trotzdem zu hoffen, daß er noch Größeres und Besseres schaffen und damit einer Periode ödester Sterilität in der englischen und vielleicht auch europäischen Malkunst ein Ende bereiten wird. A. T. . Aus dm Theatern. Buratheater. Morgen, 7 Uhr abends. „Romeo tt tt b Juli a". Theatergemeinde Serie C (rote Mitgliedskarten). Akademietbeater Morgen, 738 Uhr abends. „DieWelt, in derma »sich langweil t". Operntbeater. Morgen, 7 Uhr abends. „D k e Fledermaus". Redouten f aal. Morgen, V-8 Uhr abens, das neue Ballett „Tanzbilde r". VolkSooer. Morgen. %7 Uhr abends, „Die Meist e r s i n g e r oonRürnber g". Der deutsche Baritonist Kammersänger Eduard Erhard tritt Sonntag nachmittags als Tonio in „Bajazzo" und Mittwoch den 13 d. als R ig o l e t t o auf. Deut'cheS Vo lkstheater. Samstag Erstausführung der Komödie „Der mutige Seefahrer" von Georg Kaiser Morgen zum letzten Male „D i e S t ü tz e n d e r G e s e l l s ch a f t" mit Albert Vassermann. Raimund-Theater. Heute, l/A Ubr nachmittags, „Prinzeß U e b e r m u t". SamStag und Sonntag nachmittags „T i s ch l e i n d e ck' d i ch". T h e a t e r i n d e r I o s e f st a d t. Heu'e, 7ü3 Uhr nachmittags, „Prinzes > in H u s ch e w i n d". . Theater an der Wien. Heute, 3 Uhr nachmittags, „Wiener Blut". Johann- Strauß-Theater. Sonntag nachmittags „Die F ö r st e r ch r i st l". NeueWiener Bühne. Am 8. d. beginnt Ludwig Stärk ein kurzes Gastspiel in .Doktor Stieglitz", Lvstspiel von A.min Friedmann und Ludwig Nerz. Avollotheater. Heute findet keine Nachmittagsvorstellung statt. _ Der judenreme Film. Wie die Korrespondenz Herwei zu melden weiß, gehen die Vorkämpfer des arisch-rassenreinen Kunstideals daran, einen völlig judenreinen Film herzu- S' Ten. Schon heute wird versichert, daß nach Fertigstellung des mworkes Eintrittskarten zu diesen Kinovorführuagen nur jene nstbedürftigen werden lösen dürfen, welche tadellos arischer Abstammung sind. Dafür werden sie dessen sicher sein, auf der Leinwand ausschließlich rasftnedlen, verläßlich arischen, also (zum Unterschied von Juden) unbedingt vollwertigen Fiknkünstlern zu begegnen. Die gesamte Ausstattung des Filmstückes, die Kleider der Diva, die Musiker im Orchester» die Verkäuferin am Kinöbüfett und' die bei ihr käuflichen Erfrischungen — alles wird garantiert judenrein sein. Thomas Man« wird am 20. Jänner in Paris einen -Vortrag -in deutscher Sprache halten. Thomas Mann ist durch die euroväyche Zentrale des Carnegie-Institutes eingetzden worden, das durch die Abhaltung eines Zyklus europäischer Borträge seiner völkerverbindenden Aufgabe gerecht weck«n will. Hans Müllers „Veronika" im Deutschen Vottstheater. Die Direktion des B u r g t h e a t e rs hat, einem Wunsche des Autors 6itt Glaubensmartyrium. Von Schalom Asch. Erzählung. „Wir schämen uns, alles, was die Kosaken und Tataren den Juden angetan haben, niederzuschreiben, um nicht das Schamgefühl des Menschengeschlechts zu verletzen, das nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist." (Aus einem alten Buche.) Erster Teil. 1. Weit, weit i« der Steppe. Es war nichts zu sehen. Alles war in ein« Rauchwolke gehüllt, die von dom soeben geheizten Ofen ausging und das ganze Zimmer erfüllte. Durch den Rauch tönte eine Knabenstimme, die einer ungeduldigen männlichen Stimme nachsprach: „Wajomar — und er sagte, Adonaj — Gott, ol Moschch — zu Moses, lemor — folgendes." Als die Rauchschwaden dünner wurden, erkannte man wie durch einen Nebel einen riesengroßen Ofen, der die Hälfte des Raumes einnahm, und auf ihm etwas Großes, Plumpes und Dunkles, als hätte sich ein Teil von dem Ofen gelöst und bewegte sich selbständig. Dieser Unbestimmte begann sich zu regen, wurde immer größer und nahm schließlich die Gestalt eines Mannes mit einem riesengroßen Bauch und einem langen roten Bart an, und gleich danach enthüllte der sich zerstreuende Rauch auch den langen und breiten Tisch einer Schenke, auf dem verschiedene kleine Krüge und kleine und große Fässer mit Branntwein standen und Stöße von Schnittwaren herumlagen; Bündel von Kerzen hingen von einem Wandbrett herab — am Tisch aber saß ein Jude mit gekräuselten Pajes und einem Hut voll Federn, eingehüllt in eine Art wattierter brauner Frauenjacke, die mit einem Schal und einem Tuch zugekniipft war. Der Jude schaukelte sich über einem großen Buch. Auf einem der Füßchen mit Branntwein, die auf dem Tische standen, iSTOCKr^l aus naturechten, besten Weinen in amtlich plombierten Flaschen (Erlaß des Ackeibauministeriums ZI. 16199/474 ex 1904) nach wie vor die führende Marke! ÜBERALL ZU HABEN! cnisp/echend, Hans Müllers neues Schauspiel „Veronika" dem Deutschen Volksthcaier überlassen. Die Uraufführung des Werkes findet mit Leopoldine Konstantin und Tr. Rudolf Tyrolt am 11. Februar im Deutschen Volkstheater statt. Das Ballfest der Philharmoniker. Am!). Februar findet der dritte Ball der Wiener Philharmoniker in sämtlichen Sälen des Musikvereinsgebäudes statt. Anton Wildgans wird Donnerstag den 7. d., halb 8 Uhr abends, int großen Uraniasaal aus eigenen Werken vorlesen, wobei er auch einige neuere, noch unveröffentlichte Dichtungen zum Vortrag bringt. Rubin Goldmarks „Negerrhapsodie". Im Musikleben Newports nimmt Rubin G o l d m a r k. ein Neffe Karl Goldmarks, eine hervorragende Stellung ein. Seine „Ncgerrhapsodic" gelangte jüngst mit großem Erfolge in Prag durch die tschechischen Philharmoniker zur Aufführung. _ Radioprogramm. Heute Mittwoch den 6. Jänner: 10.30 Uhr: Orgelvortrag, Tom - oraantst Pros. Georg Balter. — 11 Ubr: Orchestertonzert ses Wiener Sympbonieorchesters. — 16 Ubr: Nachmittagskomert. — 19 Ubr: Uebertragung aus dem großen Konzerthaussaal. -Orchesterkonzert des Wiens Symphonieorchesters unter Leitung von Dirk Fock. — Abendmusik. Serichtrsaal. Totschlag im Mchttasfee. In dem Nachtkassee Schmied in vcr Ronnsterngasse ereignete sich am 18. Jänner 1925 ein schwerer Exzeß, in dessen Verlaus der ehemalige Sichecheitswachmann Georg Montag von dem Drogisten Johann G r e ga n ir-d e rg 2 ft o ch e u wurde. Montag starb an den Folgen der schweren Bauchverletzung. Gegen Johann Grega wurde zunächst das Strafverfahren wegen Verbrechens des Totschlages emgeleitet, nach langwieriger Untersuchung jedoch der Strafantrag wegen fahrlässiger Tötung durch Uebcrschreitung der Notwehr erhoben. Grega hatte sich gestern vor dem EinzÄrichter Oberlandesgerichtsrat Dr. Dörr zu verantworten. Der Angeklagte machte Notwchr geltend. Montag, der ein polizeibekannter Gewalttäter war, habe ihn mit einer vollen Bierflasche attackiert, so daß er für sein Leiben fürchten mußte. Deshalb habe er dem Angreifer den Stich versetzt. Der der Tat vorangegangene Streit sei wegen Anspielungen Montags aus die anwesende hübsche Frau des Ana-Äagten entstanden. Der Richter erkannte den Angeklagten der f a h rl ä s s i g e n Tötung schuldig und verurteilte ihn zu acht Wochen strengem Arrest. Die Strafe wurde durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Der »Kampfbund der Mieter". Der 36jährige Privatbeamte Ernst Redisch war gestern beim Strasbezirksgepicht 1 wegen Ueber-tretnnA des Vereinsge'-etzes angeklagt, weil er einen von chm kürzlich ins Leben gerufenen Verein »Kampfbund der Mieter" bei der Polizei Nicht angemeldet hatte. In einer anfangs Oktober beim Weigl stattgehabten Versammlung des Vereines -hatte Redisch eine grotzangeleate Rede gehalten, in welcher er den Kampf gegen Hausherrenthrannei und Mietzinserhöhung anküMgte und als Kampfmittel den Versammelten den streik bei Zahlung des Mietzinses empfahl. Unmittelbar nach dieser Versammlung traten eine größere Anzahl von Teilnehmern dieser Versammlung zusammen und beschlossen, saß aber ein Knabe, dessen Kleidung ganz weiß war — weißes Röckchen, weiße Schirmmütze; der Knabe war in einen großen „thalis koton" gehüllt, er schaukelte sich wie sein Vater über denk Pentateuch und sprach mit einem dünnen Stimmchen ihm nach: „Wajomar — und er sagte, Adonaj — Gott, cl Moscheh — zu Moses, lemor — folgendes." Allein man ließ Vater und Sohn nicht lange über dem Pentateuch sitzen. Denn vom Ofen her bewegte sich jetzt jenes große, dunkle und ungeschlachte Etwas. Und erst jetzt, da es sich vom Ofen ganz loslöste, konnte man erkennen, was es war. Es war ein großer, plumper, dicker Pope, und es schien, als bewegte sich ein Stück des Ofens selbst und schaukelte auf seinen Beine». Die Hände deS Popen staken in einem breiten roten Gürtel; miteiner bloßen Bewegung der Stirn, ohne feine Hände zu gebrauchen, schob er seine hohe Pelzmütze auf den Kopf hinauif, seine niedrige, kurze Stirn aber bedeckte sich m-tt Angstschweiß, dessen Tropfen auf feine behaarte Nase hmabrollten und in der Unendlichkeit seines langen roten Bartes verschwanden. Einen Augenblick lang betrachtete er den Juden, dann sagte er: „Mendelu, Mendelu, erbarme dich einer christlichen Seele! Noch ein Viertel Branntwein, nur *mn den verfluchten Satan zu vertreiben, den bösen Geist, der mich dazu drängt, mich zu betrinken! Ich werde ihn ein-- schläfern und fortjagen. Hab' Erbarmen, Mendelu!" „Ei, ei, Väterchen, Väterchen! Du wirst ja den bösen Geist doch nicht betrunken machen und ihn auch nicht los werden. Je mehr du seiner unreinen Begierde nachgibst, desto mehr wird er dir zusetzen. Du darfst ihn nicht füttern, sondern mußt ihn verhungern lassen. Wenn er, der verdammte Satan, aber sehen wird, daß er nichts von dir bekommt, wird er dich schon verlassen, er wird in Stepan eindringen — dich aber wird er verlassen." „Vs ist wahr, was du sagst, du Äst klug, Mendel. Ich werde dir gehorchen", erwiderte der große Pope, ging nach der Holzbau? am Ösen zurück, wo er vorhin gesessen hatte, und schickte sich an, ruhig dort Platz zu nehmen, indem er seinen großen Kopf aus die flachen Hände stützte als Kampsouiw oer Mieter citt: eifrige Propaganda gegen Oie öl« absichtigte Erhöhung der Mietzinse zu führen. Es wurden auch von dein Kampfbnnd Versammlungen, die vorher in der Zeitschrift „D c. r M t e t c v ft in: nt" angekündiigt worden waren, in verschiedenen Gast- und Kaffeehäusern abgelMett. Die Poltzeidirektion^die ans diese Bereinigung aufmerksam wurde, erstattete an die Staatsanwaltschaft gegen den angeblichen Gründer des Kampf» bundes Ernst Redisch die Anzeige, weil der Verein nicht angemelüet worden war. Bor Gericht erklärte gestern der Beschuldigte, daß zwar ein Kampsbuna der Mieter bestehe, der eine eifrige Propaganda gegen die beabsichtigte Erhöhung der Mietzinse betreib^ daß cs sich aber nicht um einen Verein im Sinne des Vereins« gesetzes, sondern mn eine föderalistische Vereinigung mchrerer Personen handle, mehr um eine Art Biertischgese'tlschaift, als um einen Verein. Diese Vereinigung habe keine Statuten habe auch keine Funktionäre. Der Richter sprach schließlich den Angeklagten frei mit der Begründung, daß es sich hier Lvar um eine Ver-einignng handle, die eine starke Aehnlichleit mit emem Verein habe, daß jedoch ein strikter Beweis, daß m Verein vor. liege, nicht gegeben sei. Bolkswitt. Ae LMberger Handelskammer «Svlcht ch» Moratorium für die oSgaliMe Kanfmamr- Mast. Wahrscheinlich Bewilligt'.ng in besonders berückfichttgungswürdkgen Fäl-'". Gestern verlautete, -daß die L e in ü e r g e r Handelskaminer sich in einem vertraulichen Schreiben an die Wiener Handelskammer gewendet und ein Moratorium für die Kaufleute ihres Sprengels verlangt habe. Dieser Schritt, der in ganz inoffizieller Weise erfolgte, dürfte auf die Krisenverhältnisse, welche jetzt in Ostgalizien herrschen, zurückzuführen sein. Ostgalisiett steht seit jeher mit dem Wiener Markt in engen wirtschaftlichen Beziehungen. Wiens Industrie und Handel sind an den dortigen Wirtschastsverhältnifsett sehr ittteressiert. Die herrschende Krise, welche einerseits im ungünstigen Absatz der Agrarprodukte, andererseits in den durch die Währungsschwcmknngen entstandenen Erschütterungen ihre Ursache hat, läßt es angeraten erscheinen, den Druck, der aus der ostgalizischen Kaufmannschaft lastet, durch ein Moratorium zu erleichtern. In dem letzten Jahre häuften sich die kaufmämtischen Zusmmnenbrüche in diesem Gebiete. Der Wiener Kreditorenverein ist mit der Verarbeitung der Fälle voll beschäftigt. Eine eigene Abteilung des Wiener Kreditorenvereines befaßt sich fast ausschließlich mit den galizischen Insolvenzen. Es ist nun das berechtigte Streben der Lemberger Handelskammer, wertere tauf. männische Zusammenbrüche zu verhüten. In zahlreichen Fälle» von Insolvenzen habe» die Wien« Gläubiger Einzelmoratorien gewährt. Nun will die Lemberger Handelskammer ein solches Moratornmr für die ihrem Gebiet unterstellten Kaufleute, um auf diese Art eine durchgreifende Entlastung des schweren GläMgerdruckes zu' erreichen. Diese Mion geschieht allem Anscheine nach vollkommen spontan und hat mit einem allgemeinen Prwatmoratorium für Polen nichts gemein. Der Schritt ist nur als ein Wt der seit jcher. mit der Mener Handelskammer in fteundschastlichen Bedungen stchenden Lemberger Handelskammer zu werten, die sich daraus eine Beflerung der allgemeinen Situation verspricht. Wenn es auch selbstverständlich nicht angcht, daß einem ganzen Gebiet ein solches sechsmonatiges Moratorium gewährt wird, so ist es doch wahrscheinlich, daß die österreichischen Wirtschafts-! kreise sich mit Rücksicht aus. die Echalttmg des ostgalizischen Marktes zur Erlassung eines individuellen Moratoriums in berücksichtigungSwürdigen Fällen entschließen werden. und mit seinem langen, dicken roten Bart, der einem Besen glich, sich den Schweiß aus dem Gesichte wischte. „Wajomar -- und er sagte, Moschch — Moses, el bne Jisroel — zu den Kindern Jsmel, lemor — fotzen« des . . nahm der Jude den Unterricht mit dem Knaben wieder auf. Der Pope griff das Wort „Moschch" auf, knetete mit der Hand seinen langen Bart nnd spielte mit dem Worte: „Moschch, Musje, wir kennen ihn, wir wissen von ihm. Wir haben in den heiligen Büchern von ihm gelesen. Er sah Gott, er sprach mit Gott, er hat den Berg Sinai bestiegen, wir wissen alles von ihm. Er war seiner Herde ein guter Hirt, nicht so wie du, Stepan Kwatkow", so schalt der Pope sich selbst aus. „In deinem dicken Wanst aber sitzt ein Satan und quält dich. Ach, du Verfluchter, du Hundeschn, wenn du nicht still wirst, so schlage ich dich tot. Da hast du . . und der Pope begann, sich aus allen Kräften mit seinen beiden Händen auf den Bauch zu schlagen. „Väterchen, Väterchen! Was tust du? Was ist dir?" rief der erschrockene Jude, und seine Pajes bebten vor Angst. „Cr will nicht still werden, der Hundesohn," zeigte dar Pope auf seinen Bauch, „so will ich ihn erschlagen." „Nicht so heftig, gelinde, gelinde", bat der Jude und setzte den Antevricht fort. Aber bald trat der Pope abermals an den Tisch und sagte verschämt zu dom Juden: „Ich habe ihn durchgeprügelt, aber er, der Hunden sohn, will sich doch nicht beruhigen. Weißt du was, Mendel, ich werde ihn behandeln, wie es einem guten Christen geziemt. Er qMt mich, ich tverde ihm aber Branntwein zu trinken geben, will ihn mit christlicher Liebe behandeln — so will ich ihm seine Bosheit vergelten. Dann wird er erschrecken und weglaufen. Hilf meiner Seele» Liebster, hilf mir, den Satan aus de nt sündigen Bauch zu vertreiben, hilf, Mendelu!"

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