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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-03 · Heft 2465 (3.1.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2465 (3.1.1926)
Date
1926-01-03
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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1 "■km **.*405 ' RfRt wlW; "vWwWJ fBfeittr MoeMkjMvRft „Verzeihen Sie, daß ich Tie unterbreche, wir habe» nur «sch ■ <ta halbe Minute Zeit. Ich wollte Sie was fragen." „Zum Verspiel?" ^Ja, zum Beispiel, ich wollte Sie fragen... oh, e« pfeift schon!... Was ist eigentlich Ihr Geschäft? Womit handeln Sie? „WomU ich handle? Ha, ha! Nicht mit Gebetbüchern handle ich, mein Freund, nicht mit Gebetbüchern!" . Ich bin mit meinem Gepäck schon draußen und noch steht mir der Mann auS Buenos Aires vor Augen, mit seinem glatten, zufriedenen Gesicht und der duftenden Zigarre zwischen den Zähnen und noch Lingt mir in den Ohren sein: Ha, ha! Nicht mit Gebetbüchern handle ich, mein Freund, nicht mit Gebetbüchern! Erdbeben in Stallen unv Jugoslawien. Auch im österreichischen Alpengebiet verspürt. Die Seismographen der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien registrierten am Freitag von 19 Uhr 4 Min. biS 19 Uhr L0 Mm. ein starkes Beben, dessen Herd in einer Entfernung von ungefähr 100 Kilometern von. Wien (Ostvenerien) zu suchen ist. Der MaximalauSschlag der Ostwestaufzeichnung des 1l)00-Kilogramm- Pendels in Wien erreichte nahezu 80 Millimeter. Die Nordsüdkomponente dieses feinfühligen Apparates ist nach Eintreffen der Hauptwellen nach 19 Uhr 5 Min. durch die starke Inanspruchnahme gestört worden. Das.Erdbeben wurde teilweise auch in Graz und in verschiedenen Orten Steiermarkwahrgenommen, Venedig stark beschädigt. Wie auS Triest gemeldet wird, hat daS Erdbeben mSvcjviwere in Venedig starke Wirkungen gehabt. Biele Häuser und historische . Gebäude haben schwere Beschädigungen erlitten. .; Auch in Oberitalien war dcS Beben stark zu spüren. Menschenleben sind, nach den bisher vorliegenden Meldungen, nicht zu beklagen. Der Schaden ist ziemlich bedeutend. In Triest wurde das Erdbeben sehr stark gespürt. Die von Panik ergriffene Bevölkerung verlieI die Häuser. Beim fluchtartigen Verlassen deö Theaters erlitten, einige Personen Verätzungen. Auch Dalmatien heimgesucht. Belgrad. 2. Jänner. (Tel.-Komp.) Gestern abends, gegen 7 Uhr, wurde im ganzen jugoslawischen Küstenlands ein staickeS Erdbeben verzeichnet, das fedoch nur geringen Schaden .anrichtete. In Fiume.wurden die Dächer von einigen Häusern weggeriffen. In Süsak und Fiume entstand in einigen Kinothaatern, wo die Vorstellung während deS Erdbebens, unterbrochen wurde, eine Panik, bei der einige Persosten.v.er- .-tefc t wurden. . ■■ . ■ ■ Großer Brand in Rew-Votk. New-Doch 2. Innrer. In de» Häuser» Nr. 25, 87 trnd SS rm Bvoadwah, in denen - sich dis Bureauraume der Ha.Pag, der vereinigten amerikanischen Redereien und anderer Firmen befinden, ist «in großer Brand ausgebpoche«. Tai! ganze Börsenviertel, war von dichtem Rauch «v . füllt. Infolge deS Brandes war der Berkehr zwei Stunden lang sehr behinderit. Der. angerichtete Schatze ist jedoch nicht ganz so groß wie die äußeren Umstände zunächst verarmten ließen; er beträgt. insgesamt 85.000 Dollar. DaS Feuer ist, wie verlautet, in den im Keller untevgebrachten Registraturräumen der Hapag ervtistanden. Sine erheb'liche Anzahl von Aktenschranken und Papiere -sind dem Brande zum Opfer gefallen. . . ■ Srnbenmmwck in vtSndach. Fünf verletzte. ^u.f dem „SiebengottsSschacht" der Ä r ä n b a cher KohLenber.gwerkeS ereignete sich gestern sine Kohlenstaubexplosion. Fünf Arbeiter sind verletzt, darunter drei anscheinend schwer. Dis BrrgungSarsbiten sind im Zuge. Alan nimmt an, daß beim Beladen eineS HunteS der entstandene Kohlenstaub Feuer fing. Die Verletzten wurden in bas Krankenhaunach Neunkirchen ge« bracht. , , .; . _ »»»■' .mi i&eammmmusmmmmmmmammmmmmmnmm Feine . ««. Wohnungseinrichtungen Jife DL sittuilimnn I—r (Ecke K arl-Sch weighoter* Gasse) Hervoeragevd bewährt -nr gichtischer, nervöser gdnaer^en sowie gegen Kypffchyepzeji. _„ _jwittcllar ei«. KeUieschStziiche»NM«»ttt»»se». Nttztstch l«»e,b degnrachitt. » -« «»,« «perlten, mmmmt Di» 9lrlii| tritt imilttittit * H E R R E N M O D EHAUS A. BORENSTEIN WIEN, I*. HOLLAND!fRAS!« 10 TBCSPHON Nr. 4f SU gibt bekannt, dass ln Anbetracht der herrschenden Geld* Knappheit den 1 eng]Ihrigen Kunden bei Bestellungen *t»f Harranaarriarob« nach. Mm« ZAHLUNQSIRLKICHTftRlINQSN ohne Pr«l*«uf*et»lMa gewährt werden m Ing. Emil Pfewa Maschinen» und Motorenfabrik Wisn, XVII., WattgMis 78-60 Erzeugt komplette Einrichtungen, für Mazzothfabrikation ate Maschinen Ittr Telgwatehfabrlkätlorts Makkaroni. Waffel. Oblaten, Keks etc. Oeskays Bubikopf-Haarschnitt Ui Kunst, sein Hinne - Haarfärben das Beste, seine Dauerwellen einzig IX., Währingerstrasse Nr. 15 yftWTö üü m OIE WELfHÄRKI I TßETOßN BEGlSTß.MABfc KUNSTMÖBELFABRIK » JOH. GRÜNWALD'S WS L, Flefsdunatkt 17 L, Welhburgg«s«e 11 VohaonfCB, QesdiSffslokale, Crik, Ktaos, Theater, aadt dpatB Entwarfen. Stets froiita assortiertes Lager Der jüdische Volkserzähler GESAMMELTE WERKE Bisher sin d er s c hl e n e n: O N K EL MO SES Leinen $ 18.60 v ■ Ein Roman aus dem Leben der polnischen Juden in Ncw-York MOTTK E D E R DIE B Leinen $ 12 60 - Die abenteuerlichen Erlebnisse des jungen-Moffke, der schon als Kind den Kampf ums: Dasein auf« nehmen muss und sich in dem Sumpf der Warschauer Altstadtgassen vergeblich durchzuringen sucht. DIE ZAUBERIfTvON KASTILIEN Leinen S 9.~ Eine Erzählung, die. die. Greuel der heiligen, In*' quisition schildert und buhte Streulichter auf das Leben im mittels terlichen Rom wirft. EIN G LAU BeUs MARTYR IUM Leinen S 9.90 Auf urkundlichen Forschungen beruhende Darsiel* hingen aus cLr Zeit der von denKosajren Chmiel-; nickis im 17. Jahrhundert veiübten Judenmetzeleien ln Polen DER E LE KT R ISG HE STUHL ' Leinen . 8 0.—: Das tragische Schicksal eines unschuldig ver* , vrteiltenNew-Yorker Bankiers. iTimr ■••••‘‘uv* - —i r— t ' ■ Buchhandlung R.Löwlt, Wien, 1., Fleischmarkt 1 Roten türm stresse 22 msm Set persische Ärouvrluj. Teheran, 2. Jänner. sTel.-Komp.) Der neunjährige Sohn des Schah-, Pehlewi Mohammed R h i z a, ist zum persischen Kronprinzen auSgerufen Wochen. Er erhält eine johrlichs Apanage von 800.000 Dollar, während diejenige des Schahs 600.000 Dollar betragt. Diese.Bezüge sind höher als die der letzten Dynastie. Die Krönungsfeierlichkeiten-für den Schah sind auf den 22. März verschoben worden. Eine b»so n de r e M isf t o» wich an die europäischen Regierungen abgehen und die Einladungen zu den Feierlichkeiten übechringen,.. Sie«. «eWtoi «Uuqq«lllchaft gibt bekannt, daß ihre Verkaufsräume an: Mittwoch den 6. d. von 8 bis halb 1 Uhr geöffnet sind. 8. Mmr tm > .OM» Set z»sa«meubrllch det SkeneMcht» Hatea« ktechet. > , Zu den Wiener Ortsgruppen der natwMlsozialistische« Partei, die gegen die Leitung revoltierten urch den- Rücktritt des Obmannes G a t t e r m a y e r erzwangen, haben sich noch die Gruppen in Kärnten, Steiermark und im Wabdviertel gestellt. In St. Pölten hat die Opposition eilte eigene Kanzlei errichtet, ' ' ' Tie Krise hat auch aus den Vaterländischen Schutzbund übergeqrifsen. Ter Sekretär Onderka uns der Kommandant Major Schuster wurden abgesägt. Ter . Schutzbund ist in einzelne unzusammenhangende Truppst zerstlllen. Daß der.Münchener „VMsche' Beobachter" (der Herren Ludendorff und, Hitler) singegangen rst, haben wir schon mit ,'geteilt.' Ptovaianüa für den gusammenschlutz Dct öftetteichische« MonatchMe». In monarchistischen Kreisen wird gegenwärtig Eifrig für den ArrsammenWutz aller monarchistischen.Gruppen zu einer emhertlichen großen Monarchlstenpartei in'Oesterreich Stimmung gemacht. Die unter Führung des'Obersten'W ö! ff -stehende kaisertreue Volkspartei läßt nun verlaütbaren, daß sie einem solchen Zusammenschluß n i ch t a b g e n esi g t sei, doch. stelle sie unter, anderem folgende Bedingungen: Aus-- Muß aller Ritter des Goldenen Vlieses und des 'Jockeiklnbs, mfolange diese beiden Bereinigungen den ehemaligen Außenminister Grafen Ottokar . Czernin in ihren'Reihen bul-- . den, und klare Stellungnahme zu dem imchristlichen und außerhalb der Intentionen der Dynastie gelegenen Ra sfenanti'semitismus. ' , Sie wiedetetstäadeue« Sdotiel«. Mit Jahresbeginn sind die -Verwaltuttgsreformgrsetze in . Krafr getreten, die neben dem polizeilichen' Mändatsverfahren auch neüe A m t s t a x e n für die Verwaltüngsbehörden vorschreiben. Auf diese. Weise ftietn die seit-Jahrzehnten übgeschafften Sporteln eine fröhliche Wiederauferstehung. Es hat vielleicht zu den größten Errungenschaften des Liberalismus gehört, daß er allüberall, wo er zur Macht gelangte,' die Ü ne n tg e lt l i ch k e i l de r-R e ch t,8'p fl'e geundderVerw a l tu ng'durchsetzte. Dieses Prinzip ist-in der Republik für die' Gerichte durch di'e bedeutende Erhöhung'der Gerichtsgebühren durchbrochen worden, die etzdein' -Minderbemittelten Rechtssuchenden unmöglich macht, zu' seiNent Recht zu ge- - langest. Die Berwaltung^ deren Kosten ohnehin aus dem Steuersäckel gedeckt- Werden MsseN/ hebis nun - gleichfalls' "für ' verschiedene BevwältungSakte Mörteln ein.'- '' . Wien.veröffentlicht: M Wärt-- 4k-ut tzin^S Gesetzes Loex. die Nnhebung von Ämtstaxen samt einer Verordnung des Stadtsenats, nach denen in. Hintunst unter anderem folgende T!'a xe u. emgehoben wevden: ' Für Eingabe», Rekurse,!Vorstellüngen und Beschwerden im Verfahren nach den LandeS- und Gemeindeabgabengesetzen H. 1 Schilling zu entrichten, Von der Entrichtung dieser Laxe-sind befreit: Eingaben, die das Zustandekommen her Bemeffung oder Bövschveibung 'einer . Lan- . deS- oder Gemeindeabgabe ermöglichen. Anzeigen über strafbare Handlungen, Beschwerden, oder-Rekurse, und Berufungen jn.Strafsachen. Für Bescheide, .durch di« eine Berechtigung verliehen wich, sind 3 Schilling, für Bescheinigungen, Legitimationen, . ZeugnM ynd Bestätigungen, ausgenommen 'Heimatscheine.' und ArmütSzengnisse,.ist 1 'Schilling zu eht* richten. Für die mündliche. Protokollaufnahme ist gleichfalls 1'Schilling zu bezahlM hei Abschristen-'ünd. Daptichtür muß jede Seite des Övlginals mit.1 Schilling.vergütet werden. Die gleiche.Taxe trifft Beglaubigungen, Legalisi'erutrgsn und Vidierungen. Die sanitatSpolizell-ichen Taxen sind nicht gering. So ist für di« .Bewilligung zur Üeberführung einer Leiche ein Betrag von 30 Schilling, für die Ausstellung tzines LeichenpäfleS 5'Schilling zu entrichten. Die WNtstaxen für die ftuer-, stcherheitS- und sonstigen lokalpolizeilichen Angelegenheiten bewegen sich zwischen 3 und 30 Schilling. Die Bewilligung zur Aufstellung eines PetroleumapparateS kostet ^.Schilling, die grundsätzliche Genehmigung platzzinspflichtiger Objekte 10 Schilling, die Bewilligung zur Anbringung von Steckschildern und Firmenzeichen, die Bewilligung für WarenauSraumüngeN,!-WarsnauShängungen usw. 1 Schilling. Für die Ausfertigung einet Jagdkarte füx. Wien sind pro Jcchr. 5 Schilling, für die Bewilligung einer Feilbietung sind 10 Schilling, für die Ausstellung einer Zollausfertigungser- ,Mrung 9 Schilling zu bezahlen. Für die Aü-folgung von FundgegenstäNben an Finder oper Verlustträger werden als Amtstaxe 5 Prozent dÄ Wertes, Höchstens absL 100 "Schilling, eingehotzen. ' ' . SthWe Haltung vet Menbahne» fSt Steife* gevlkck. Die österreichischen Eiftnbahne« haften derzeit für Verlust, Minderung oder BeschäbigUng. von Reiisetzepack bekanMch nur bis zum Höchstbetrag von zwei SchiNing für jepeS Kilogramm de-ReisogepäckeSi Ueber Vetanlaffung de- .Bundes Ministeriums für Handel und Verkehr wurde diese einem nahezu gänzlichen HastungSauSschluß , gleichkommende Tarishestimmung mit Gültigkeit vom 1. Jänner 1926 dahin geändert, daß die Höchstgrenze der Haftung der Eisenbckhn für jedes Kilogramm Rchgewicht deS Reisegepäckes auf 96 Schilling hinaufgesetzt »buche. Durch diese KvMung dürfte, in den meisten. Wen rine ausreichende TchodloShaltung des Reisenden bei Verlust' M'nderung oder BejMigung sei«r ReffegeMS gegeben (eitu

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