Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2465 (3.1.1926)
- Date
- 1926-01-03
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Heile 8 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeilung Nr. 2466 Obwohl, eigenllich — ich kann's Ihnen unter uns sagen — M Polizei der ganzen Welt, ha, ha, haben wir in der Tasche... Wenn ich Ihnen nur die Summe nennen wollte, die wir jedes Jahr allein für die Polizei auLgeben, da würden Sie erschrecken... Bei uns — Sie mögen's glauben oder nicht — ist ein Schmiergeld von Zehntausend, Fünfzehntausend, Zwanzigtausend — hui!" Mein Mann macht eine Handbewegung, wie einer, der die Tausende nur so zum Fenster hinauswirst. Dabei blitzt der Brillant am Finger auf, und der Mann aus Buenos Aires, der so mit den Tausenden um sich wirft, unterbricht sich, schaut mich an, wie mir die Tausende schwindlig gemacht haben, und fährt fort: „Und wenn man einmal mehr geben muh, meinen Sie da hilft ein Sträuben? In der Beziehung können wir uns gegenseitig schon wirllich Glauben schenken. Ich meine, wir, alle drei Kompagnons. Wieviel Tausende wir auf das Konw „Polizei" ausweisen, es wird geglaubt. Me Spesen werden bei uns auf gut Glauben geführt. Wir trauen einander auf's Wort. Keiner wird vor'm anderen, hören Sie, auch nur so viel verhehlen... Und, bitte sehr. Mög' es einer mal probieren, was zu vechehlen — es wird ihm bös auAaufen... Wir. kennen einander, hören Sie, gut, und wir kennen uns aus. in der ganzen Welt wie in unserer Westentasche. Jeder von uns hat seine Agenten und Spione. Was sonst, meinen Sie? Geschäft, das auf gut Glauben geführt wird, kann nicht anders gch'n... Finden Sie nicht, es wäre höchste Zeit, daß wir da auf der Station schnell absteigen und den Hals durchschwenken?" Selbstverständlich habe ich nichts dagegen, wir eilen auf bk Station und schwenke rasch den Hals durch. Ein Limonadefläschchen knallt nach dem anderer:. Und mein Freund trinkt mit solchem Appetit, daß man ihn darum beneiden möchte. Mir aber bohrt die ganze Zeit ein Gedanke im Kopf: Mit was für Artikel handelt er wohl, der Mann da aus Buenos Aires? Warum schmeißt er so mit den Tausendern um sich? Und wieso hat er die Polizei der ganzen Welt in der Tasche? Und wozu brauchen sie Agenten und Spione? Handelt er nicht mit Schmuggelware?... Mit falschen Brillanten?... Mit Diebsgut?... Oder, er ist ein Prahlhans, ein Aufschneider, ein Großtuer? Bon der feinen Sorte jener Leute, aus deren Zunge alles selh'am in die Länge und die Breite wächst... Wenn bei uns Geschäftsreisenden so einer auftaucht, da haben wir für ihn einen besonderen Namen: „Ein Engrofsist". Das heißt ein Mensch, bei dem alles engros ist... Wir stecken wieder jeder eine Zigarre an, uchmen unsere Plätze ein, und der Mann aus Buenos Aires erzählt weiter: „Ho sind wir also wohl steh'n geblichen? Sei meinen Kompagnons. Das heißt: Bei meinen jetzigen Kompagnons. Früher waren sie meine Prinzipale, und ich war, wie ich Ihnen schon ge« sagt' habe, „Junger Mann" bei ihnen. Ich müßte lügen, wenn ich sagen wollte, daß sie schlechte Prinzipale waren. - - Wie konnten sie auch schlecht gegen mich sein, wenn ich ihnen treu gewesen bin wie ein Hund? Ihr Cent war mir, hören Sie, so -teuer wie mein eigener. Und Feinde habe ich mir ihretwegen gemacht, Autige Feinde! Es gab Zeiten — Sie mögen's glauben oder nicht — wo man mich vergiften wollte, weil ich ihnen so ergeben war. Wirllich einfach vergiften.- Ich darf es füglich sagen, hör'n Sie, daß ich ihnen treu gedient habe, wie man's gar nicht treuer.kann. Merdings, ich habe mich selbst auch nicht vergessen: ... Ein Mensch darf niemals sich selbst vergessen. Ein Mensch muß immer wissen, daß er nichts ist als ein Mensch. Heute lebt er und morgen? Ha, ha! Ewig anderen dienen führt zu nichts. Was bin ich ohne Hände, ohne Füße oder ohne Zunge? Und ich wußte, daß sie ohne mich nicht auskommen können, einen. Tag nicht einmal... sie können nicht und dürfen nicht... Weil' es Geheimnisse gibt, hören Sie, Geheimnisse über Geheimnisse... wie das so zu sein pflegt in einem Geschäft... Da überlege ich mir's einmal, hören Sie, eines schönen Tages und gehe hinein zu meinen Prinzipalen und sage ihnen von ungefähr: „Adjö, meine Herren!" Ta gucken sie mich cur: „Was heißt das: Adjö?" „Adjö," sage ich, das heißt: „Leben Sie wohl." Da sagen sie: „Was ist denn los?" Da sage ich: „Wie lange sollls dauern?"... Da werfen sie einander Blicke zu und ftagen mich, wieviel Kapital ich besitze. Da sage ich zu ihnen: „Wie wenig ich auch besitze, sage ich, es wird für die erste Zeit genug sein, sage ich, und sollte' es etwa, sage ich, knapp sein, so'ist Gott, sage ich, ein Baier und Buenos Aires eine Stadt"... Natürlich verstanden sie mich. Warum sollten sie mich auch nicht verstehen, war ihnen der Verstand davongeflygen? Urck so also wurden wir Kompagnons. Drei Koutpagnons, drei Prinzipale mit gleichem Anteil. Bei uns gibt's das nicht — dem mehr, jenem weniger. Wie's Gott gibt... Wozu sollen wir uns zanken, wenn man, gottlob, wirklich schön verdient und das Geschäft wachst... Die Welt wird größer, und die Ware wird immer teurer... Jeder von uns nimmt vovl gemeinsamen Kapital, wieviel er für Spesen braucht. Wir sind alle große Spesenmacker. Bei mir selbst, ohne Frau und Kinder — sie mögen's glaubenoder nicht -r geht dreimal fo viel d'rauf, als bei einem anderen mit Weib und mit Kindern. Was ich das Jahr an Ausgaben allein für Wohltätigkeit habe, das würde sich ein anderer zu verdienen wünschen. ES gibt, hören Sie, keine Sache, die mich nicht Geld kostet. Ein Bethaus, ein Spital, eine Emigrantenkasse, ein Konzert — Menos Pres ist ja unberufen eine Stadt! Und wo bleiben dann die i'anderen Städte? Palästina — Sie mögen's glauben oder nicht — kostet mich auch schon Geld. Erst vor kurzem kriege ich einen Brief von einer Jeschiwah m Jerusalem. Ein schöner Brief mit einem Davidswappen, mit einem Stempel und mit Unterschriften von Rabbinern. Der Brief ist direkt an mich gerichtet und mit einem schönen Titel: Dem hochberühmten Großen, Herrn Mordchai! Eh, eh, eh, denk ich Jänner 1926 Der neue 8«de in vrer Israel. Bon Reuten Kreinin. Reuben B r e i n i n, der Altmeister der neuhebräischen Literatur, der vor kurzem, wie gemeldet, Erez Israel bereist hat, gibt in nachfolgendem Artikel seine Eindrücke wieder. Der Keren Kajemeth hat nicht nur den B.Ven für das jüdische Volk erworben, sondern er hat auch die Herzen des Volkes -für sich gewonnen, von denen jedes einzelne eine Welt für sich bildet. Die Versuche, die derzeit in den Kolonien auf Keren-Kajemeth°B.S>rn gemacht werden, sind von weittragender Bedeutung für die ganz« palästinensische Bevölkerung. Es darf 'deSha'b nicht wundernehmeir, wenn die Blicke der ganzen Iudercheit auf den Cmek gerichtet sind, wo sich ein neues Leben entfaltet. Als ich von den Bergen, die rings um den Emek liegen, herabblickte, öffnete sich meinen Blicken ein weiter Horizont und ein« d e man in anderen Ländern in einem solchen Umfang nicht überblicken kann. Das Billwar einzigartig. Hie und da einzelne Siedlungspunkte, in denen Saaten ausgestreut und Pflanzungen angele^ werden. Diese Punkte erfüllen uns mit Hoffnung, daß der Emek bald dem gangen Land zum Segen gereichen wird. Als ich die Kolmuen im Emek besucht« und das Leben und Treiben der Kwuzoth betrachtete, deren Mitglieder in einer Kommune leben, wurde mir klar, daß sich hier in der Tat eia neues gesellschaftliches Löben voll SchöPfungS- und Arbeitsfreude zu regen beginnt. Ich hatte fügenden Eindruck von den männlichen und werblichen Mitgliedern der Kwuzoth: alle sind sich der Schwierigkeiten und Hindernisse 'bewußt, die überwunden werden müssen, um das ersehnte -Ziel zu erreichen: Wiederbelebung des Landes und des Bolksg-eiste's. Trotz alledem bringen sie bereitwillig und mit Selbstverständlichkeit, ohne Phrasen und ohne eine Miene zu verziehen, jegliches Opfer für jene Kolonien, in denen sie mit Liebe und Freude arbeiten. Auf meine Frage, die ich den Mitgliedern der Kwuzoth stellte, -ob sie die kornmuüistische Kwuzah als ein Uebergangsstadimn ansehen, als eine provisorische Erscheinung oder als etwas Konstantes, da's als Vorbild für den zukünftigen Aufbau des Landes dienen soll, antworteten mir alle Mitglieder der Kwuzah: „Mären wir nicht vom Glauben durchdrungen, -daß man das Land nur mittels kommunistischer Kwuzoth aufbauen kann, dann würden wir nicht unsere Kräfte der Kwuzah widmen." Es gibt zwar Arbeiter, die von Natur aus nicht dafür geeignet find, in einer kommunistischen Kwuzah zu leben. Diese Leute verlassen dann schließlich die Kwuzoth und suchen Arbeit im Moischaw Owdim oder in einem anderen Fache. Aber auch diese Leute, die eine gewisse Zeit in den kommunistischen Kwuzoth lebten, haben mannigfache Erfahrungen einer veredelten und höheren Lebensführung gesammelt. Die Kwuizah diente ihnen ätä Schule einer Arbeit, die von Schaffensfreude erfüllt ist. Jene, die in den Kwuzoth trotz der Mühseligkeiten und Schwierigkeiten eines solchen Lebens bleiben, beweisen durch ihr Bleiben, daß sie eine tiefe Neigung für eine kommunistische Arbeit und ein kommunistisches Leben haben. So nimmt die Statur selbst eine reinliche Scheidung vor, so daß in der Kwuzoth nur jene Arbeiter bleiben, die fähig und ge. eignet sind, ein vorbildliches kommunistisches Leben zu schassen. In allen Sied'ungspunkten des Emek fand ich einen festen, lebendigen und schöpferischen Willen» die Konzentrierung von Kulturkräften und arbeitender Talente, jene Verwogenheit des schöpferischen Menschen, der v^ nichts zurückschreckt. Ich besuchte di« Kinderheime dieser Kolonien und sah, mit welcher Hingabe und seelt» schem Verständnis die auf diesem Beden, dem Boden des Keren Kajemeth, -Heranwachsende Generation behandelt wird. Ich sah gesunde, fröhliche Kinder, die in einer Atmosphäre von Liebe und .Hoffnung unter dem blauen Himmel des Landes heranwachsen. -Ich überzeugte mich davon, daß das neue Losungswort „Religion -er Arbeit", das in Erez Israel geschaffen wurde, nicht mrr ein schönem Wort, sondern der richtige Ilusdruck dafür ist, was im Emek geschaffen wird. Ich sah den Stembruch in Ajn Char-od, wo die Arbeiter sich nach der schweren Tag erarbeit versammeln, um zu singen und zu spielen. Der Emek ist derzeit der einzige Ort in der ganzen Welt, wo die schwere Tagesarbeit mit Gesang beendet wird. Ta^ Echo dieses Gesanges soll nicht nur auf den galiläischen Bergen, sondern in der ganzen jüdisch fühlenden Welt gehört werden. Ich sah in Amerika viel Wunderbares, das durch Energie und starken Willen des erobernden Menschen geschaffen wurde. Ich sah jedoch noch nie, daß sich ans einer Bodenfläche, die sich vorläufig nur aus kleinen Punkten zusammensetzt, so viel produktive intellektuelle und psychische Kräfte und Menschen mit so viel Geduld und An-pasiungLsähigkeit lebendiger Phantasie und klarem logischen Denken konzentrieren. Ter Nörgler und Kritiker, der mit Zahlen und Rechnungen kommt, wird vielleicht in der Arbeit der Kwuzo-th Fehler und Mängel finden. Wer jedoch die universellschöpferische Seite dieser Erscheinung betrachtet, die sich die Wiederbelebung des Bodens und des Menschen gum Ziele setzt, darf nicht mit Beispielen und Rechnungen kommen, die aus einer ganz anderen Welt hergeholt sind. Die -Mitglieder der Kwuzoth werden aus eigenem Antrieb die Fehler gutmachen, die gezwungenermaßen in einem jeden menschlichen Werk vorhanden sind, und 'besonders hier, wo e's sich um ein Werk handelt, das seinesgleichen weder bei den Juden, noch bei anderen Völkern hat. Es gibt keinen Ort auf der ganzen Welt, wo man so schnell le-vnt wie in Erez Israel, besonders jedoch in den Kwuzoth. Diese Arbeiter sind nicht nur Schöpfer, sondern auch Kritiker ihrer eigenen Arbeit. Ich kann als Mensch und Jude mit ruhigem Gewissem sagen, daß ich voller Hoffnung und Drostes bin, daß unser Volk nur in Erez Israel, dem Lande des Zaubers und der Wundertaten, in der Gegenwart zum neuen Leber: erwachen wird, wie einst in seiner großen Vergangenheit. mir, wenn sie solche feine Leute sind und mich mit Namen nennen, darf man sich nicht lumpen lassen und muß ihnen einen Hunderter schicken... Dos sind also gelegentliche milde Gaben. Jetzt, wo bleibt da meine Geburtsstadt? Soschmaken? Soschmaken nimmt bei mir — Sie mögen's glauben oder nicht — jedes Jahr so einen Hut voll Geld weg! Stets kommt was Neues von Soschmaken. Jetzt ist dies passiert und jetzt jenes... Vom Pessach- Armengeld rede ich schon gar nicht. Jeden Pessach einen Hunderter. Das ist schon „Gesetz"... Eben fahre ich nach Soschmaken. Ich weiß es im vorhinein, daß ich mit einem Tausender nicht davonkomme. Was sage ich: Ein Tausender! Ich wollte, ich würde es mit zweien erledigen. Am Ende wird es gar drei Tausender kosten. Eine Kleinigkeit! Ein Mensch ist so lange nicht daheim gewesen. Seit der Kindheit. Ha, ha! Soschmaken ist doch meine Heimat! Die ganze Stadt wird in Aufruhr sein. Die Leute werden zusammenlaufen. Ein Jubel: Motek ist gekommen. Unser Motek von Buenos Aires! Ein Fest! Glauben Sie mir, man wartet dort schon auf mich wie auf den Messias. Furchtbar arme Leute! Bon jeder Station lasse ich sie wissen, daß ich komme. Ich depeschiere ihnen jeden Tag: „Prijeschaju Motek." Ich selber — Sie mögen's glauben oder nicht — wünschte auch, schon bald in Soschmaken zu sein. Einen Blick werfen auf Soschmaken, die Erde küssen von Soschmaken, den Staub von Soschmaken... Was ist mir, hören Sie, Buenos Aires, was ist mir New-Bork, was ist mir London, was ist mir Paris! Ha, ha! Soschmaken ist doch meine Heimat!..." Mein Mann war bei diesen Worten wie umgewechselt. Er bekam geradezu ein anderes Gesicht. Als wenn es jünger geworden wäre. Jünger und schöner. Und die kleinen, öligen Aeuglein kriegten ganz anderes Feuer, neuen Glanz der Freude, des Stolzes, der Liebe, ungekünstelter Liebe... Schade nur. daß ich noch immer nicht recht weiß, womit er handelt.. Er läßt mich aber nicht lange Nachdenken und spricht weiter d'rauf loS: „Tie denken: Wozu eigentlich fahre ich nach Soschmaken? Ein bißchen sehne ich mich wirklich nach der Stadt selbst, und ein bißchen nach den Gräben:. Ich habe doch auf dem Friedhof einen Vater und eine Mutter und Brüder und Schwestern — eine l"nze Familie. Und bei der Gelegenheit möchte ich eigentlich gleich auch heiratetk. Wie lange soll's lwch gehen, daß man der: Junggesellen spielt? Uno heiraten will ich gerade von Soschmaken, von meiner Stadt. Von meinem Stande. Von meiner Familie. Ich habe darüber schon mit meinen Freunden voll Soschmaken korrespondiert, sie möchten nach was Rechtem Ausschau halten... Sie antworteten, ich möchte nur in Frieden hinkommen, da wird's schon so wie so recht sein... Ja, so verrückt bin ich... Man hat mir schon in Buenos Aires —- Sie mögen's glauben oder nicht — die größten Schönheiten der Welt vorgeschlagen. Ich könnte mir, hören Sie, eine leisten, wie sie der türkische Sultan nicht einmal besitzt... Doch ich habe'mir ein für alle Mal gesagt: Nein! Zum Heiraten fahre ich nach Soschmaken. Ich will ein anständiges Kind. Eine jüdische Tochter. Sie kann arm sein, wie sie mag, ich will darauf nicht sehen. Ich will sie in Gold baden lassen. Ihre Eltern mit Gold überschütten. Die ganze Familie glücklich machen. Und sie selbst werde ich zu mir nach Buenos Aires bringen. Ich werde ihr, Hörer: Sie, einen Palast ausstatten, wie für eine Pri^essin. Kein Stäubchen lasse ich auf sie fallen. Glücklich wird sie ihr Leben hei mir verbringen — Sie mögen's glauben oder nicht wie keine Frau in der ganzen Welt! Sie wird sich bei mir um nichts zu kümmern haben, als um ihre Wirtschaft, ihren Mann und ihre Kinder. Die Kinder lasse ich studieren: Den einen Arzt, beit anderen Ingenieur, den dritten Jurist. Die Töchter schicke ich in geschlossene jüdische Pensionat:'. Wissen Sie wohin? Nach Frankfurt!..." Bei den Worten kommt der Kondukteur und nimmt die Billette ab. Immer (das habe ich schon wer weiß wie oft bemerkt) trägt der Teufel den Koduktenr her, tvenn man chn am wenigstell braucht. Im Wagen entsteht ein Aufruhr, jeder nimmt sein Gepäck in die Hand, und ich auch. Ich muß umsteigen. Der Mann aus Buenos Aires hilft mir, das Gepäck zusavunenschnüren. Dabei führen wir ein Gespräch, das ich hier wörtlich wiedergebe: „Ach, wirllich schade, daß Sie nicht weiterfahren, wird law' weilig werden, zu schweigen." „Was soll man tun, das Geschäft ruft." „Gut gesagt. Das Geschäft ruft. Ich fürchte, ich werde neu,, zahle» und in die zweite Klasse übersiedeln. Ich kann mir got. >>b auch Erste leisten. Bet mir, wenn ich ans der Bah» fahre.,