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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-03 · Heft 2465 (3.1.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2465 (3.1.1926)
Date
1926-01-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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3Q9KRt> WfwWJ WirMe Mo^senzeiiun- «l mimt t Wkk» IW) Wer aus Buenos Aires Bo» Schale« Welchem. Swde« JLwfche» Wertragen von Dr. A. Suhl. Ukjere Bekvmtschast Leg»» — mm, wie beginnt ein« Be- Luueschast anf der Eisenbahn- — mit einer Kleinigkeit: Wiflen Nie nicht, wie diese Station heißt- Oder: Wie spät ist'1 doch- Oder: Hatte« Sie wohl ein Streichhölzchen- Schnell, sehr schnell wurden wir gut Bruder^ ganz als wären wir schon wer weiß wie lange 6e» fomtt Auf der ersten Station, in der wir einige Minute» hielten, nahm er mich schon unterm Arm, führte mich ans Buffet und, ohne mich zu fragen ob ich trinke oder nicht, ließ er zwei Gläschen .Kognak einschenken. Gleich danach winkte er mir zu, ich möchte mich an die Sabel machen, und als wir mit den verschiedene» Sorte« non Gesalzenem und Imbisse», die an sede« Buffet zu Men sind, .fertig waren» ließ er zwei Maß vier einschenke», steckte sich «ne Zigarre au und mir eine — und unsere Freundschaft war geschloffen. .Hch muß Ihnen offen sagen, ohne sede Schmeichelei/ wendet sich mein neuer Bekannter zu mix, „Sie gefiele» mir — Tie «Sgen's glaube» oder nicht — von der erste» Minute an, sowie ich Me «blickte. Sau», daß ich Sie angesche» hatte, sagte ich zu mir: Da, das ist ein Mensch, mit dem man ei» Wort reden kann. SS ist mir zflwid«, wisse» Sie, wie eingeschachtelt bazusitzen und zu schweigen. Ich liebe es, mit einem lebendigen Mensche» zu sprechen. Nur deshalb habe ich ein Billet dritter Kaffe gelöst. Tonst fahre ich zweiter Klaffe. Und „Erste" könnte ich mir auch leiste». Eie meinen vielleicht, daß ich vor Ihnen großtue? Da, sehen Sie!* Und er zieht aus der hintersten Hosentasche eine« Beutel, zum Platze» voll mit Geld, öffnet ihn, patscht mit der Hand von oben drauf, wie auf ein wecheS Kiffen, «ttb steckt den Deutel wieder ein. „Erschrecken Sie nicht, er gibt noch mehr." Ich betrachte de» merkwürdigen Menschen und kann absolut nicht «raten, wie alt er ist. Vierzig war nicht unrecht, und einige Mcmzig war auch nicht unrecht. Das Gesicht Mt und rurch, ein bißchen stark sonnverbrannt. Kein Zeichen von Bartwuchs. Kleine, ölige, lachende Aeuglein. Und im ganze» ein runder, ein bewegliches, ein lebendiges Männchen, von oben bis unten nett und nobel. So wie ich es liebe: Ein schneeweißes Hemd mit goldenen Knöpfen, ein reicher PlastronschlipS und eine schöne Nadel hineingesteckt, ein neuer, eleganter, blauer Anzug von echtem, englischem Cheviot, ein Paar Lackschuhe.— kluge Schuhe —, ein schöner goldener Ring am Finger, mit einem Brillanten, der in der Sonne in tausend Farben spielt. (Der Ring, wenn'S nur ein echter ist, muß nicht weniger als vier-, fünfhundert wert sein, wenn nicht mehr.) „Ja, ja, lieber Freund. Me Sie scheu, kann ich schr Wohl zweiter Klasse fahren. Denken Sie, ich will GÄd sparen? Geld ist Mist, doch — Sie mögen's glauben oder nicht — ich liebe die dritte .Klaffe. Well ich selbst ein einfacher Mann bin und mir die einfachen Leute gefallen. Ich bin, versteh*« Sie mich, ein Demokrat. Ich habe meine Laufbahn klein angefangen, schr klein. So klein! (Mein neuer Bekannter zeigt mir mit der Hand am Boden, wie klein er seine Laufbahn anfing.) Und ich bin gewachsen, imurer höher.und höher. (Mein neuer Bekannter zeigt mit der Hand zur Decke hinauf, wie hoch er gewachsen ist.) Nicht auf einmal. Eilen Sie nicht! Amner larysam voran. Teelöffelweise. Teelöffelweise. Erst war ich „Jung« Mann" bei anderen. Was sage ich „Junger Mann"? Ha, ha, ha! Ehe ich eine so hohe Rangstufe «klommen hatte. „Junger Mann" zu sein, mußte viel, viel Waffer m’§ Meer laufen! Wenn ich mir mal vorstellen will, hören Sie, was ich war, als ich ein Kind war, steh'n mir -- Sie mögen's gfcuibeit oder nicht —, die Haare zu Berge! Ich kann mich, hören Sie, gar nicht daran erinnern, ich kann mich nicht erinnern und will mich nicht erinnern. Sie denken vielleicht, weil mir's nicht paßt? Bitte schr! Ich sage jedem, wer ich bin. Wenn man mich fragt, woher sind Sie — schäme ich mich nicht und sage, daß ich aus einer Groß' stadt bin, aus Soschmaken. Wissen Me, wo das liegt, Soschnlaken? Ein Städtchen gibt'« da in Kurland, nicht weit von Mitau, das nennt man Soschmckken. Die ganze Stadt ist so groß, daß ich sie heute gewiß abkaufen könnte samt dem ganzen Gekröse. Es kann sein, daß sich die Stadt jetzt geändert hat, größer geworden ist, das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber zu meiner Zeit besaß ganz Soschmaken — Sie mögen's glauben oder nicht — nicht mchr als eine Pomeranze, die von Hand zu Hand ging, von einer Hausfrau zur anderen, Sabbat nach Tisch die Gäste zu bewirten. Also in diesem Soschmaken bin ich da erzogen worden mit schallenden Ohrfeigen, trockenen Prügeln, eisernen Rippenstößen, roten Funken vor den Augen., blauen Mecken auf dem Leib und einem hungrigen Magen dazu. Kein Ding, hör'n Sie, ist mir so m Erinnerung geblieben, wie der Hunger. Hungrig bin ich auf die Welt gekouunen, mid Hunger habe ich gelitten, seit ich überhaupt zu Verstand kam- Hunger, Herzdrücken und fürchterliches Klemmen ... Doch halt, Kienfluß, wissen Sie. was das ist. Äiensluß? Es wächst auf den Bäumen, und die Musikanten benützen es anstatt Kolophonium. Damit habe ich — Me mögen's glauben oder nicht — fast einen ganzen Souwer gelebt. Das war der Sonrmer, wo mein Stiefvater. ein stülpnäsiger Schneider, mir einen Arm ausrenkte und «ich anmeiner Mutter Hause warf, wo ich fortlies von Soschrmkeu nach Mitau. Hier, diese Hand, seh'n Sie? —. Cs muß noch heute was davon zu seh'n sein." Und mein neuer Bekannter rutscht den Ülermel hoch und zeigt mir einen weichen, gesunden, prallen Arm und erzählt weiter: „Hungrig, halb nackt, barfuß lungerte ich in Mitau herum, wälzte «ich in allen Gossen, bis ich gottlob eine Stelle kriegte. Meine erste Stelle. Ich wurde Führer bei einem alten Borbeter. Diese; KorbM tzg; irgendwo ein beMmter .Vorbeter gewesen, I« Aller war er blind geworden, auf beiden Lugen, und mußte in die Haus« gch'n. Da wurde ich also sein Führer. Die Stelle selber wäre nicht einmal so übel gewesen. Doch die Launen des Alten «rSzustch'n, das ging über die Kraft. Niemals, hör'n Sie, war er zufrieden. Niemals. Fortwährend hatte « war zu brummen, kniff mich, riß mir fast da- Meifch »raus. Sr sagte immer, daß ich ihn nicht dorchin führe, wohin ich sollte. Wohin er geführt sein wollte, daS weiß ich bis heute nicht. Ein schrecklicher, launenhafter Mer! Dazu brachte er mich noch auf schöne Dinge! Er rühmte sich vor jedem — Sie mögen's glauben oder nicht — daß meine Ellern stch getauft hatten, und daß sie auch mich hatten taufen wolle», und da habe er mich mit knapp« Not und unt« großen Gefahren aus de» Händen der Christen gerettet. Und ich mußte solche Phantasien mrtanhören und nicht bersten vor Lachen! Nein, nicht genüg, er verlangte noch von mir, daß ich ein krummes Gesicht dazu ziehe. Kurz, ich sah ein, daß ich und mein Borbeter keinen Sack Salz gemeinsam ausessen werden. Da ließ ich meine „Stelle" zu« Teufel geh'n und «änderte von Mitau nach Libau. Trick «ich ein« Zeitlang hungrig in Libau herum und fand mich zu einer Schar armer Auswanderer. Die Auswanderer hatte» die Absicht, mit dem Schiff abzufahren, irgend wohin, weit fort, bis nach Buenos Aires gar. Da fing ich an zu betteln, man möchte «ich auch mit nach Buenos Aires nehmen. Wie? WaS? ES ist nicht möglich, es hängt nicht von ihnen ab, eS hängt vom Komitee ab, wie es das Komitee bestimmen wird. Da lief ich in's Komitee, weinte, flehte, und erbettelte mit Mühe und Not, daß man mich mit nach Buenos Aires nehme. Wenn Sie mich 'totgeschlagen hätten, hätte ich Ihnen auch nicht sagen können, was das ist, „Buenos Aires". We fahren, da fahre ich auch. Erst als wir i« Buenos Aires ankamen, «fahr« ich, daß unsere Reise eigentlich wo anders hin geht, weiter fort, ruck daß Buenos Aires nicht mchr als ein Punkt ist, von dem aus wir. nach v«schiÄ>enen Orten geschickt wecken. Und so war'S. Wir waren kaum in BuetwS Aires angekommen, so schrick man uns um und verstreute uns in solche Gegenden, wo Adam nicht gewesen ist, Horen Sie, nicht 'mol im Traum, und stellte uns an di« Arbeit. Nun wollen Sie doch wahrscheinlich wissen, was für eine Arbeit? Fragen Sie schon lieber nicht. Unsere Bat« in Aegypten haben gewiß nicht so schwer zu arbeiten gchabt. Und die Leiden, die sie auSsteh'n mußten, wie man da viel erzählt in der Peffachgefchichte, find nicht einmal ein Zehntes hören Sie, von de«, WaS wir ausstanden. . VORM. MALOWAN I..OPERNR NQ 23 & PRAN2 TEL 72*84 MALOWAN BRINGT INFOLGE ÄUSSERST GÜNSTIGEN ABSCHLUSSES EINE GROSSE POST HOMESPUNSCHALS IN DEN HERRLICHSTEN FARBEN ZUM PREISE VON $ 33. - SOVyiE SCHWERSTE REINSEIDEN¬ BINDE R UM S 9.S0 Unsere Ahnen, sagt man, haben Lehm gekneten, Ziegel gemacht, Pithom und Ramses gebaut. Ein großes Essen! Hätten sie probiert, so wie wir, mit den bloßen Händen werte, wüste Steppen bearbeiten, die mit Stechpflanzen bewachsen sind, es mit fürchterlichen, großen Ochsen zu tun zu haben, die sich bloß zu rühren brauchen und der Mann ist tot, mit wilden Pferden, denen man wie die Würdsbraut hundert Meilen nachjagen muß, bis man sie fängt! Versuchen wenigstens eirrmol. Moskitos in der Nacht, die einem fast das Fleisch vom Leibe reißen. Wer Zwieback, der wie Steine schmeckt. Lebendige Würmer im schimmeligen Wasser . .. Ich guckte einmal — Sie urögen's glauben oder nicht — ins Wasser und erblickte mein Gesicht; da erschrak ich vor mir selber. Die Haut abgeschalt. Die Augen geschwollen. Die Hände aufgelaufen wie Pappe. Die Füße blutig. Pon oben bis unten bewachsen. Das bist du? Motek von Sochmaken? So sagte ich zu mir selber und brach in Gelächter aus. Und wirllich, der: nämlichen Tag spuckt« ich aus die großen Ochsen und die wilden Pfecke und die wüsten Steppen und das faulige Wasser und machte mich auf und davon, zu Fuß zurück nach Buenos Aires. Doch mir scheint, auf der Station, in der wir jetzt hatten, mutz ein großes Buffet sein. Schau'n Sie doch in's Büchlein. finden Sie nicht, daß eS wirllich schon Zeit war', WaS zu sich zu nehmen? Das wird uns auch kräftigen, weiter zu erzählen." Nach einem gchörigen Imbiß samt Bierbefeuchlung steckten wir uns wieder einmal Zigarren an — gute, duftende, echte Havannahzkgarren aus Buenos Aires — und setzten uns wieder auf unsere Plätze im Waggon. Mein neuer Bekannter auS Buenos Aires begann, seine Geschichte weiter zu erzählen. „Buenos Aires ist ein Oertchen, hören Sie, wie, seil Gott die Welt erschaffen... doch hall! In Amerika sind Sie gewesen? In der Stadt New-Aork? Nein? Niemals? Und in London? Nein? In Madrid? Konstantinopel? Paris? Auch nicht? lltuu. dann kann ich Ihnen keine Vorstellung geben, was das ist: Buenos Aires. Ich kann Ihnen nur sagen, daß es ei« Ozean ist. Eine Hölle. Eine Hölle und ein Paradies. Dos heißt, für diesen ist es eftre Hölle, für jenen ein Paradies. Allan muß nur keine Schlafurütze sein und den richtigen Moment erfassen, so kann man ei» Vermögen machen. 8 Lanner l(M £^4 7 Dort i-ijgt — Sie mögen's glauben oder nicht — das Gold it fern Straßen umher, Sie gehen, Sie treten über Gold. Bücken Si> sich, strecken Sie die Hand aUS. und nehmen Sie, soviel Sie wollen Doch hüten Sie sich, daß man Sie nicht mit den Füßen zertritr. Die Hauptsache — nicht stehenbleiben. Nicht nachdenklich weck?n. Nicht überlegen: Was paßt für mich und was nicht? Wes muß passen. Bedienter in einem Restaurant sein — ist gut. Bursche in einem Laden. — ist gut. Flaschen waschen -in ein« ' Schenke — ist gut. Einen Wagen mit schicken helfen — ist gm, Ucker di« Straßen laufen und Zeitungen ausschreienist gm. - Hunde waschen — ist guL Katze» füttern — ist gut. Mäuse fanget» — ist gut, und ihnen die Felle abschinden — ist auch gut. Mit einem Wort: Alles ist gut, und alles habe ich ^aus.- probiert, und überall habe ich, hören Sie, eineerkannt: Für den anderen «betten taugt den Teufel was. Tausendmal richtiger, daß der andere für mich «bettet. War soll man An, wann Gott einmal die Welt so gemach i hat, daß dar eine schwitzen muß und das Bier brauen und ich es trinke, der andere schwitzen und Zigarren dreh'« und ich si, rauche. Der Maschinist der Bah« führe die Lokomotive, der Heizer schleppe die Kohle», der Arbeiter schmiere die Räder, und ich mit Ihnen wecke» da, hören Sie, schön im Wagen sitzet und Geschichten er^ zähle«. Gefällt's Ihnen nicht? So möge» sie hmgch'n, mein Licker, und die Wett anders machen." Ich gucke meinen Mann an und denke bei mir: Was kann er wohl sein, der Mensch da? Ein reicher Empockömmling? Cm ehemaliger Schneider in Amerika, der jetzt ein KonferiionSgeschaft ■' hat? Oder vielleicht wirllich ein Fabrikant? Oder em: Hausbesitzer? Oder-sonst ein Mann mit Kapital, der von Zinsen lckt? Doch lassen wir ihn fortfahren. Cr selbst erzähtt das besser. : „S'ist, hör'n Sie, eine kluge Welt und eine süße Welt und eine gute Wett, und 's ist eine Lust zu leben auf der Wett. Man muß nur zusch'n, daß man sich nicht in den Brei spucken läßt/ Ich habe mich, hören Si«, nach allen Seiten geworfen. Wie'' man so sagt, allen Göttern schon gckient. Keine Arbeit -war mir zu schwer. Kein Berus war mir zu häßlich. Und wenn Sie's wissen wollen, gibt's auch gar kernen häßlichen Beruf auf der Welt. Me Berufe sind schon. Wenn. Sie nur rMch handeln, und wenn Ihr Wort-ein Wort isL Ich weiß es von mir selber. . Ich will nicht etwa, hören Sie, hmgeh'n und prahlckr, ich sei unschlb« wie der Papst. Wer das dürfen Sie mir auf Ehre, glauben, ein Dick bin ich nicht. Ein Räuber erst recht nicht. Und ein Schwindler auch nicht. Mochte es uns so gut gch'n, hören Sie. wie- , ich ein rcklicher Kaufmann bin. Ich handle anständig. Ich lege keinen hinein. Ich verkaufe das, was ich habe. Eine Katz' im. Sack — das gibts bei mir nicht. Kurz, Sie wollen wisse», was ich bin? Ich bin nichts anderes als ein Lieferant. Ich versorge die Wett mit W«e. - . Die Ware, die alle kennen, wovon aber keiner spricht... Warum? Well die Well schon eine zu Luge Wett ist und die Men- / scheu schon zu gewitzigt. Sie lieben es nicht, daß man ihnen von dem Schw«zen sagt, daß es schw«z ist. und von. dem Weißen, haß eS weiß ist. Sie hören es Ucker umgekehrt. Man muß das Schwarze weiß nennen und das Weiße schwarz./. Nun, was soll man mit ihnen tun?...." Ich gucke meinen Mann aus Buenos Aires art und dercke mir: Herrgott im Himmel! Was mag doch nur dieser Mensch sein? Was für einen Artikel liefert er wohl. der .Lieferant" da? Und was redet er da nur für komisches Zeug zusammen; „schwarz-weiß, weiß.schw«z"? Ihn unterbrechen und fragen: Verehrtester, womit handeln Sie eigentlich? möchte ich schließlich auch nicht, ich-lasse ihn lieber Wetter reden. . : . .. >Mrrz, wo sind wir also stehen gcklicken? Bei - meinem jetzigen Geschäft in Buenos Aires. Mein Geschäft selbst ist eigentlich Nicht in Buenos Aires. Mein Geschäft ist, wenn Sie's wissen wollen, überall, auf der ganzen Welt: In Paris, in London. m Budapest, m Boston, und das Hauptcomptoir, das Bureau, ist in Buenos Aires. Wirklich schade, daß wir jetzt nicht in Buerws Aires sind. Ich würde Sie zu mir ins Bureau führen, Jhmm ein Comptoir mit Angestellten, zeigen. Bei mir lcken die Angestellten — Sie mögen's glauben oder nicht -- .wie die Rochschilds. Acht Stunde« im Tag ~ keine Minute länger wird bei mir gearbeitet. Bei mit Wird der „Junge Mann" wie ein Mensch behandelt. Wissen Sie, warum? Weil ich selbst einmal „Junger Mann" war. Nämlich bei meinen jetzigen Kompagnons. Wir sind jetzt drei Kompagnons. \ Früher waren es nur zwei. Und ich war bei ihnen „Junger Mann". Ihre rechte Hand war ich. Das ganze Geschäft, kann.man sagen, hiett ich auf meinen Schultern, beim Ware-Einkaufen, beim Ware- Verkaufen, beim Ware-Abschätzen, beim Ware-Sortieren. Uckerall ich... Ich habe Ihnen ein Auge — Sie mögen's glaube« oder möst — ich brauche bloß ein Stück W«e anzuschauen und wecke Ihnen . gleich sagen, wieviel wert es ist und wohin es gch'n kann... Doch das ist noch nicht alles, bei unserem Geschäft.ist ein gutes Auge noch lange nicht genug. Man muß auch noch,.hören Sie. eine Nase haben, eine Spürnase... Auf eine Mile muß man'S wittern können, wo Ware greifbar ist, «an muß riechen können, wo man ein gutes Geschäft macht und wo man die Knochen brich! und in einen Dreck steigt, hören Sie. bis über die Ohren, daß ma» nachher zu singen und zu sagen hat... Zu viel Aufpasser, Horen Sie, sind aus der Wett, zu: viel Blick« sch'n auf unser Geschäft — und unser Geschäft fürchtet, gerade d« „bösen Blick". Ha, ha... Einen falschen Tritt bloß müssen Tie machen und Sie werden sich nicht reinwaschen, mit allen Wassern nicht.. Ein Nicht-, und gleich geht ein Gezeter loS, ein Geschmiere in der Zeitungen. Und die Zeitungen brauchen ja nicht mchr. Die Zettunger sind ja entzückt. Wenn sie nur mal was erwischen, das sie an dii große Glocke langen können, legen sie die Sache auf sickenundsiebzig Tellerchen auseinander, pusten aus Leibeskräften ein Feue! auf und bringen die ganze Polizei aus die Beine..,

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