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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-03 · Heft 2465 (3.1.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2465 (3.1.1926)
Date
1926-01-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. SW Wiener Morgenzeitnns RRESSEKOMITEE der „wiener moroenzeitung“ An alle jüdischen Männer mul Frauen! Ah die jQdlsche Oeffentlichkelt! m Die allgemeine Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist zu einer ernsten Gefahr für die unabhängige Presse geworden. Leitungen, die einer Idee dienen und sich nicht den Interessen einer Spekulationsgruppe unterordnen können, sind vom Untergang bedroht, wenn sie nicht durch eine starke finanzielle und geschäftliche Organisation gestützt werden. In dieser Lage sieht sich insbesondere die jüdische Presse. Sie hat sich keine Fonds bilden können. Dies muss jetzt geschehen. Die Erhaltung und der Ausbau dieser Presse ist mehr denn je eine Notwendigkeit. Die „Wiener Morgenzeitung“ nat die ersten sieben Jahre ihres Bestandes zurückgelegt. Sie hat vielfache und schwere Krisen überstanden und ihre Existenzberechtigung erwiesen. Sie ist dem ganzen Judentum ein Sprachrohr gewesen, hat gegen alles Unrecht und gegen jede Unterdrückung gekämpft und ist durch ihre Unerschrockenheit und den Ernst ihres Auftretens zu einem führenden Organ der öffentlichen Meinung Europas geworden. Das Blatt ist bei aller Welt angesehen und es ist ihm durch seine offene Sprache gelungen, sich im internationalen Leben einen ehrenvollen Namen zu erwerben. Niemandem anderen dienstbar als dem jüdischen Volke, ist die „Wiener Morgenzeitung“ htnit eines der schlagkräftigsten Instrumente, die sich das junge Judentum geschaffen hat. Die „Wiener Morgenzeitunga ist ein neuer Typus in der internationalen- Presse geworden. Sie lehnt jeden Chauvinismus energisch ab, hat sich freiwillig in den Dienst des Völkerbundgedankens gestellt, tritt für das Recht aller Minoritäten auf freie nationale und kulturelle Selbstbestimmung ein und kämpft gegen den Krieg und die imperialistische Hetze. Dadurch unterscheidet sich dieses jüdische Blatt von allen anderen Blättern, deren völkerverhetzende Tätigkeit dem Judentum von dem organisierten Antisemitismus in die Schuhe geschoben wird. Aber diese Presse verfügt über reiche Mittel und darum müssen wir, um unsere Aufgabe erfüllen zu können, neue Mittel zum Ausbau des Blattes zu einem achtunggebietenden grossen Organ erhalten, welches imstande ist, die Brücken zwischen den einzelnen Teilen des jüdischen Volkes in aller Welt ZU schlagen und an der Bildung eines einheitlichen politischen Willens zu arbeiten. Die antisemitischen Strömungen glauben und hoffen, dass die Kraft der jüdischen Presse, die sich allein dem Ansturm entgegenstellt, nicht mehr ausreicht, und sie verdoppeln ihre Angriffe auf das Gesamtjudentum. Die politische und wirtschaftliche Not wird immer grösser, der Steiger-Prozess und die Ausdehnung der Numerus-clausus-Bewegung zeigen, was jetzt geplant wird. Die „Wiener Morgenzeitungdas einzige jüdische Tagblatt des deutschen Sprachkreises, das zur ganzen Welt spricht, muss gestützt, ihr Fortbestand muss für alle Zukunft gesichert werden. Das ist ein starkes und lebenswichtiges Interesse der jüdischen Gesamt» heit. Das Blatt muss einen Pressefonds erhalten, der seine Existenz vor allen Einwirkungen der Krise sichert und ihm die Möglichkeit schafft, seiner Aufgabe in vollem Umfange gerecht zu werden. Wir müssen für die „Wiener Morgenzeitung" in allen jüdischen Zentren der Welt Korrespondenten bestellen und einen über die ganze Erde ge* spannten Nachrichtendienst organisieren. Auch dazu sind Summen erforderlich, die wir im eigenen Lande nicht mehr aufbringen können. Wir wenden uns daher * an alle, die die weltpolitische Einstellung unserer Zeit verstehen und die wissen, welche Aufklärungsarbeit das Blatt geleistet hat und welchen Respekt es dem jüdischen Namen verschafft hat. Wir verlangen von euch allen eure opfervolle Mitarbeit und wir sind überzeugt, das Verständnis aller zu finden, wenn wir sagen, dass es sich hier um eine politische Arbeit handelt, die für die Befreiung des jüdischen Volkes, für den Ausgleich mit den anderen Völkern und für die ruhige Entwicklung der jüdischen Gesamtheit eine unerlässliche Voraussetzung darstellt. Wir erwarten nicht nur, dass jeder, der unserer Meinung ist, zur Schaffung und Stärkung des Pressefonds für die „Wiener Morgenzeitung" selbst beiträgt, sondern verlangen auch von unseren Freunden und Lesern an allen Orten, wo dieses Blatt hinkommt, die Einleitung einer energischen Sammel- und Abonnenten-Werbeaktion. Die Unterzeichneten, die es als ihre jüdische Ehrenpflicht betrachten, das bewährte alljüdische Organ zu stützen, wenden sich an alle Juden, mit ihnen und mit der ganzen, auf allen Punkten angegriffenen jüdischen Gemeinschaft an der Erhaltung dieser publizistischen Position zusammenzuwirken. ZIONISTISCHES LANDESKOMITEE Dr. Leo Goldhammer m. p. Dr. Desider Frledmann Kom.-Rat Max Markus M. p. M. p. G.-R. Dr. Plaschkes M. p. Hl er abirennent Hier abirennen! Ich verpflichte mich, für den „Presse-Hilfsfonds" der „Wiener Morgenzeitung" nachstehend genannten Betrag in sechs aufeinanderfolgenden gleichen Monatsraten zu bezahlen. Name Adresse Betrag Zahlungstermine Bitte Namen und Adresse aeutllch schreiben! Ich abonniere die „Wiener Morgenzeitunga für die Zeit vom . .;.bis.192. Abonnementsbetrag folgt gleichzeitig per Postanweisung — Postscheck. Die Zusendung erbitte ich an nachstehende Adresse; N a m e Adresse Grgts, Gefcbfcbtf der Juden, 3 eleg. Lbde., grell i bei Vorauszahlung d. Jahresabonnements. Bitte Namen und Adresse deutlich schreiben! Abonpementspreise am Kopfe des Blattes

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