Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2464 (2.1.1926)
- Date
- 1926-01-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Um Men, TamStag Wsenee Morsrnzektunft?. Aänner IE Heike H $, WIUHEIM ZUM ZÜRICHER SElDENHUJS WIEN, I. BAUERNMARKT 3a GS 11 ü* T T ATA TM HL U! TI ft *!■ 9 Jkr Jbi Jul JL JBm JLü JQL JEN %9F JEm M3ß JL Md el Krim« Friedensbrirs. Paris, 31. Dumper. Brian.- hat (wie schon berichtet) den M-ajor Cunning, den Vertreter Abd el Krinrs, vevstän-rg-en lassen, -aß er ihn nicht empfangen wolle. Der Brief des marokkanischen Rebellensührers ist ein interessantes Dokument. Er lautet: „Amersine, bei Adjdir. Im Namen Gottes, des Barmherzigen, der gelobt und gepriesen sei! Ihr möget erfahren durch diesen Brief, daß Wir, herrschend durch die Macht deS Allmächtigen, Leu Träger dieses Briefes beauftragen, in Unserem Namen die Friedensbedingungen entgegenzu nchmen, die Frankreich und Spanien im Verlauf des letzten Juli Uns unterbreiteten. Sie mögen als Grundlage für die weiteren Friedensverhandlungen dienen. Wir sind breit, alle Vorschläge zu prüfen, ob Wir sie annehmen oder zurückweisen können. Friede sei mit Euch! Am 16. Jomada 1344. Mohammed öch Abd el Krim Khattabi." Die Wische Handwerlerkonserenz in Galizien. Lemberg, 2'.). Dezember. (I. T. A.) Die .Konferenz -er jüdischen Han -w e r k e r v c r b ä n d e Galiziens ging auseinander, ohne daß es zu einer Einigung gekommen sei. Die Vertreter von 20 Städten beschlossen, -ein W a r s ch a u e r zentralen .HanÄwevkerverbanibeiiMreten, mährend td-ie Vertreter von 12 Städten einen eigener: g a l i z i s ch c n Verband begründeten. Bethlehem al» Rame für ein Nachtlokal. Prag, 31. Dezember. Eilt Prager Nachtlokal hat sich den Namen Bethllohe-rn beigelegt. Gegen die P r o fa n i erung dieser Stadt haben die katholischen Organ i'sa t i o n e n Protest erhviden. tzxplofionskataftrovhe in Macao. Paris, 1. Jänner. (Havas.) Nach , einer Meldung des „Matin" aus Hongkong ereignete sich in einer pyrotechnischen Fabrik in Macao eine Explosion, die die Fabrik zerstörte. Aus den Trümmern wurden bisher 40 Leichen und 50 B e r l e tz t e geborgen. Weitere 200 Personen werden vermißt. ' _ General Whndham Ieedes nach Wien einnelade». Der Chessekretär Herbert Samuels. In der zweiten Hälfte dieses Monates findet in Prag die gveite Konferenz der Keren-Hajessod-Zeichner ans der Tschechoslowakei statt. An dieser Tagung wird auch Brigadegeneral Sir Whndham D e e d e s teilnehmen. Bon seiten des ö st e r r e i ch ischen Keren-Hajessod-Bnreaus ist an Sir Deedes die Einladung ergangen, bei dieser Gelegenheit auch nach Wien zu kommen. Brigadiergeneral Sir Wyndham Deedes war tvährend der erstell drei Jahre der Amtstätigkeit des Oberkommissärs Sir Herbert Samuel in Jerusalem dessen Chefsekretär. Er ist Nichtjude mid gehört 31t den angesehensten Beamten des englischen Kolonialdiensies. Deedes ist eilt warmer Freund des jüdische u Aufbauwerkes iu Palästina. IN SEIDENSTOFFEN Für Abend», Tanz- und G es eil Schaft s-Kleider in allermodernsten Farben, in jeder Qualität zu konkurrenzlos Preisen i S. WIUHIIN SEIDENHAUS WIEN, TUCHLAUBIN « Wir offerieren ab heute bis 15. Jänner: Dueheaa-Lame in 30 schonen S Abendfarben.8.50 Gold* und Silber-Lame . . . 5.80 Seid. Filguri, gestreift . . . 7.50 Toil de Soi, alle Farben (Crepe* de*Chine*Eriatz) 8 7.80 . 6,80 Orig. Japan-Pon Is, hunderte Farben, in weiss. . 4.— Crepe-Satin, feiaste Qualität 19. Crepe de Chine, 100 cm, 8 weiss und schwarz 7.80 u, 6.— Kleider Crepe de Chine, alle Modefarben . 11.— n, 8.80 Seiden-Georgette von . . . 9.— Crepe de Chine, brochiert, die neueste Mode.14^30 Brokat-Faconne ...... 8.50 Seiden-Maroceain.18.— Hut-Duchess t und Seiden* *Hut*Ripse in allen Farben p. Met. 3 7.50 u. 6,— Ferner kolossale Auswahl von Gold* und Silberbrokats, Velours, Chiffone u. Samte SPITZEN in Seide, Gold und Silber, grosses Lager Jedermann überzeuge sich von dem Gebotenen! UNSER PRINZIP: SISÄ” Tagung des zionistischen Parteirater sstr Sesterreich. Das Direktorium der, österreichischen zionistischen Landes- Organisation hat r-.'n Partelirat für Sonntag dm 3. d. einüerufen. ch Die Tagung findet int Klublokale der Hakoah. 1. Bezirk, Wipplingerstraße 24—26, statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Organisation. Refereni Präsiden: Doktor Tender Friedmann. 2. Keren Hajessod. Referent: Kommerzialrat Max Markus. 3. Keren Kajemeth. Refereilt: Dr. Leo Aoldhammer. 1. Eventualia. Beginn präzise 3 Uhr nachmittags. Die Leistung der zionistischen Parteistruer. Zweiter Allsweis. Das Zionistische Landerkomitee für Oesterreich gibt nachstehend die Namen derjenigen Zionisten bekannt, die die Parteisteuer für das Jahr 5686 gezeichnet, respektive gezahlt haben: Artur Albers, Dr. Otto EiSler, Dir S. Epler, Moses GotteSmanu, Dr. Grünberger (im ersten Ausweis vgnt 28. Dezember 1925 irrtümlicherweise Dr. Grünberg). Frieda Hudes, Nathan Lioschütz, Klara Otolie Löwenthal. Ignaz Müller, Dr. Meier Präger, Dr. Benno Schallinger. Toni Schreiber, Dr Michael Steinberg, Meier Teichberg, MoKs Tennenblatt, Michael Zipper. Durch die Zionistische Bezirkssettion Landstraße. Dr. Leo Blum, Dr. Arnold Brod. Artur Glogau, Goldfinger, Karl Gclostein, Dr. B. Hahn, Dr. Bertold Hirschl, Bernhard Zolles. Frau Dr. Krasmi, Lina Äatz, Steffi Santyl. Frau Lipschütz, Rudolf Möstk, Herr und Frau Morgen, Jakob Meier, P. Müller, Dr. Seidner, Frau Schallinger, Dr. Heinrich Sch'ffmann, Dr. Emil Schmietz. Spieler, Frau Wechsberg, Dr. Rudolf WieSner, Frau Ing. Wolf. Durch die Zionistische Frauengruppe Döbling. D. Bleier, Olga Böhm, Johanna ChaSka, Fanny TreitmS, Frau Eckstein, Alice Engel, Dr. Jda Fischer, Frau Frommer, Elsa Hochmann, Frieda Heller, Rosa Juffe, G'la Kallai, Frau Löbl, Gisela Löwi. Frau Reumann Theresia Rand, Frau Dr. Rotenberg, E. Salus, Wilma Schauzer, Frau Schapiera, Frau Tartakower, Chaja Tennenblatt, Sophie Traun, Frau Zimmels. Nachstehende Zionistische Bezirkssektionen und Ortsgruppen haben Akontozahlungen für Parteisteuer geleistet: « Seksion Prater 70 S.. Sektion Landstraße 800 S., Sektion IV,V 50 S Sektion Vl/VHI 58 S., Sektion XlX kFrauengruppe) 50 S.. Ortsgruppe Mödling 150 S.. Ortsgruppe Gra» 60 S., Ortsgruppe/Klosterneuburg . 35 S. der „Rdische Hilsstag Niederdstenrich. Burgenland." Bon geschätzter Seite wird uns mitgeteilt: Iu den meisten Tagesblättern erschien in den letzten Tagen eine Notiz, daß in der Zeit vom 3. bis o. d. in Niederösterreich-'Burgenlanü ein Sammeltag für Waisenhäuser und Lehrwerkstätten, die bereits gesperrt werden mußten, sowie für b e st e h e n d e jüdische Waiseichäuser veranstaltet wird. Die Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge in Wien steht, wie uns mitgeteilt wird, dieser Sammlung vollkommen fern. Die Einberufer der voNbereitenden Sitzungen waren fast ausnahmslos dem Vorstand des total zusammengchrochenen Jugendhilfswerkes der Agudas Jisro:.' entnommen. Wir haben gegen eine Sammlung zugunsten armer Waisenkinder niemals etwas emzuwenden und wollen sie in keiner Weise hemmen oder schädigen. Die hier mi tget eilten Tatsache n berechtigen uns aber, d ie größte Vorsicht und öffentliche R e ch n u n g s l e % « n g;n verlangen, wobei felüswerstänolich der persönlichen Ehrenhaftigkeit der Veranstalter in keiner Weise nahegetreten werden soll. Bon seiten der Agndas Jisroel wurden oftmals Beträge, die für bestimmte Zwecke gesammelt oder eingenommen worden waren, anderen Zwecken zugesührt. Ein mit Bezug auf die Höhe der Summe kleines Beispiel: Der Zusammenbruch des Waisenhauses, das zuletzt in den Baracken in Meidling untergebracht war, brachte es mit sich, daß dessen Zöglinge in alle Welt zerstreut und einig: von dein Waisenhause in Baden übernommen wurden. Die Verpflegsgebi'chren für vier dieser übernommenen Kinder bezahlt seit langem das Komiteezur V ersorgung jüdischer Kriegs- Waise n, dessen Sekretär in der Meinung, das Waisenhaus in Baden gehöre tatsächlich dem jüdischen. Hilsswerk der Agndas Jisroel an, durch vier Monate die Gelder im Gesamtbeträge von 720 Schilling diesem Hilfswerk ablieserte. Als sich dann herausstellte, daß das jüdische Jugendhilfswrrk dir für bestimmte vier Waisenkinder bezahlten Gelder nicht an das Badener Waisenhaus abgesührt hat, urgierte der Sekretär den Betrag, doch nach einer erst in den letzten Tagen erfolgten Aentzerung der Leitung des Waisenhauses wurde.die Summe bis heute, wo schon mehrere Monate verstrichen sind, nicht abgeführt. Der Präsident des Badener Waisenhauses ermächtigte unseren GÄvährsmann, öffentlich zu erklären, daß dieses Institut, das wohl den Titel „Agndas Jisroel" im Schilde führt, durchaus nicht im Zusammenhang mit der Agudas Jisroel in Wien sicht. Es wird nur als das einzige. noch bestehende Institut des ehemaligen HUfsiverkes zu Propogandazwecken benützt. Achnlich wie Zum Beispiel das Elisabeth-Heim, das ans einem PropagandaMm, der vielleicht heute noch irgend wo m Amerika läuft, als Werk der Agudas Jisroel dargssteltt wird. Das Waisenhaus Zu Baden wird wahrscheinlich einen geringfügigen Prozentsatz des gesammelten Geldes erhalten, aber in seiner eigenen SammoltäMeit um viel größere Snmnre.n geschädigt 'werden. Die Lehrwerkstätten, die heute nicht mehr existieren, für bi: aber gesanrmelt wird, sind tatsächlich ein Luftgebilde, es gehören noch Baracken und Boden nicht der Agudas Jisroel, sou- Wasser und Bad in Jerusalem. Bon Grete Reiner-Obernik, Jerusalem. Einige Winter waren regenarm, gewesen. Die Frühregen hatten sich verspätet. Die ganze Bevölkerung sehnte sich nach Regeulvetter, aber eigensinnig uns heiß stand dir Sonne am blauen Himmel und kein Wölkchen zeigte sich. Jeder hat feine Ansichten über die Ursache des Uebels. Luna, unsere spaniolische Hausgehilfin ist überzeugt, daß die Chaluzim, welche gegen die Religion sündigen, schuld sind. Moscheh, der beste Lastträger von Jerusalem, der schon viele Jahrzehnte hier lebt rmd aus Ninive stammt, erzählte mir, daß solche Wasserkatastrophen zur Zeit der Türken nicht vorgekommen waren. Zur Zeit der Türken hat rs stets nnl Ehauuka geregnet, spätestens Chamckä. Aber seit der Engländer im Lande ist... Die städtische Wasserleitung, lvelche Wasser aus den salomonischen Teichen nach Jerusalem führt und in den Straßen ihr: Rohre hat, öffnet nur jeden dritten Tag und gibt das Wasser gegen Karten aus. Die Leute warten in langen Reihen aus die Eröffnung der Hähne. Dabei erzählen sie von der bevorstchenden Bitlprozessiou der Rabbiurr. Mer die Rabbiner beginnen ihre Prozessionen erst, lvenn eine bestimmte Aenderung de§ Windes annehmen läßt, daß es doch bald regnen wird. Und schließlich, paar Tage nach Chanuka, konimt Wetterleuchten, starker Sturm, Wolken bedecken den Hinimel; er steht aus, als wäre er niemals blau gewesen und Regen strömt Yernlieder, Regen in solchen Massen, daß nach einer Stunde schon die Oelbäume, Pinien und Zypresseit grün dastehen, grün nnd nicht grau. Die ungepflasterten Straßen Jerusalems verwandeln sich in Teiche oder Bäche und die Autoinobile wirbeln keinen Staub mehr auf, sondern bespritzen uns mit Pfützenwasser und Kot. Im Nu ändert sich das Leben. Gestern haben wir weiße Schuhe und Somnierkleider getragen, heute ziehen wir Wintersachen an, hohe Gumnnschuhe, lvasserdichte Mäntel und Hüte. Zu Hanse holen wir die Peiroleumvfen hervor und zünden sie an. Dann, sorgt man für ein überall regendichtes Dach, denn erst nach dem ersten Regen kann man feststellen, wo es. etwa beschädigt ist und den Regen dnrchläßt. Gewöhnlich sind auch die Wasserrohren nicht gut in Ordnung und müssen repariert werden. Diese Röhren sammeln das Regenwasser und leiten e§ in die Zisternen, welche den Wasservorrat für die regenlose Zeit enthalten. Das Wasser zu sammeln nnd vernünftig zu verwenden, ist eines der größten Kunststücke der Jerusalemer Haushaltung. Es ist schwer durchzusetzen, daß auch in der Zeit des Neberflusses gespart werden muß. Luna, besagte Hausgehilfin, will nun nach Herzenslust „sponschern", so heißt ihre spaniolische Art. Fußböden zu reinigen. Da gießt sie kannenweise Wasser über die Steinfliesrn unserer Zimmer, kehrt diese Wasserflut mit einem Reisbesen vor sich her und sammelt sie wieder mit der Schaufel'"ans. Sie will nicht einsehen, daß auch diie europäische Art, Fußböden zu scheuern, bei großer Wasserersparnis Sauberkeit schafft. Zur Wäsche will sie gar ungezählte Eimer Wasser haben, und zwar nur ganz sauberes Wasser, nicht etwa, wie bisher, zum ersten Vorwäschen das Bade- und Waschwasser verwenden. Auch ist die Versuchung groß, zu Hause WanneMder zu machen. Wer aber seine Erfahrungen gemacht hat, geizt geradezu mit Wasser. Wer schon einmal zu Ende des Sommers mit einer leeren Zisterne dagestanden ist und auf das städtische Wasser angewiesen war, spart auch während der Regenzeit. Neue Häuser sind an die Wasserleitung angeschlossen. Bewohner alter Häuser müssen das Wasser von der Straße holen, sind auf die Gnaden der Wasserträger angewiesen und bleiben oft „trotz guter B^iehuugen" zwei Tage ohne Wasser. * Wir haben in Jerusalem drei öffentliche Bäder. Ein jüdisches Wannenbad und zwei türkische Bäder. In der Zeit der Wasserknappheit sucht mau diese Bäder gerne auf. Im Wannenbad gibt es einen großen Saal, in welchem die Wannen ncheneinandvr stehen. Vormittags baden Männer, nachmittags Frauen. Ich besuchte dieses Bad öfter. Man lernt dort Frauen des alten Jischuw kennen und bekommt einen Einblick in ihre Welt, die unS sonst fremd und verschlossen ist. Einmal verlangte eine junge Frau, die eben dem Wannenbade entstiegen war, in di: Mikwah zu gehen. „Jetzt könnt ihr nicht geh'n in die Mikwah", sagte ihr die Badefrau, „gcht nach Kaust und kommt um ö W wieder, dann gehl man in die. Mikwah". Die Frau wurde böse, sagte, sie hätte kleine Kinder z» Haust und es sei ihr nnnwglich, noch einmal zu kommen. Ließe nmn sie jetzt in die Mikwah gchen, so wäre es gut, ließe man sie nicht, dann würde sie eben nicht in die Mikwah gehen und dann wäre es nicht ihre Sünde, sondern die Sünde der Badesran. Diese blieb unerbitüich, die junge Frau ging nach Hause und nun wurde der Fall besprochen. Die Badefrau und ihre Atthängerinnen meinten: „Will sie in die Mikwah geh'n, so kommt sie zurück; kommt sie nicht zurück, so ist es ein Beweis, daß sie gar nicht in die Mikwah geh'n will und die Sünde list ihre Sünde." Andere vertraten etwas kleinlaut die Ansicht, daß man den Frauen, die ohnedies ein schweres Leben hätten, nicht die Ausübung ihrer religiösen Pflichten erschweren müßte. Ich hörte damals mit großem Interesse zu, ohne zu ahnen, daß auch mir einmal die Mikwah zum Vechängnis werden sollte. Ich kam nämlich einmal ins Bad und sah beim Betreten des Wannenbades, daß nur wenig Wasser, in jeder Wanne war. Aber da ich einen Weg von drei viertel Stunden znrückgelegt hatte, dachte ich, daß ein Bad in wenig Wasser besser ist als gar kein Bad und wollte eine Karte lösen. „Geht ihr in die Mikwah?" fragte die Badeftau. „Nein" antwortete ich, ohne zu ahnen, welche Folgen das haben könnte. „Dann kann ich euch heute keine Wanne geben; wir haben wenig Wasser und brauchen es für die Frauen, die 'm die Mikwah geh'n." Beifälliges Murmeln höre ich aus alles Wannen und es bleibt mir nichts übrig, als „in. andere Regionen —- beispielstveise wegzugehen". Me türkischen Bäder sind nicht so streng; sie scheinen einen unerschöpflichen Wasservorrat zu besitzen. Man kommt Ptnächst in einen überkuppelten Saal, der in der Mitte einen Springbrunnen hat. Die Fußböden sind von Marmor und überall findet man Spuren orientalischer Pracht, welche einer großen Verwahrlosung gewichen.ist. Rings um den Kuppelsaal gehen Nischen mit Banken, wo man sich aus- und antleidet. Hier trifft man fast nur Araberinnen. Verschleierte, städtische Frauen, Fellachinnen in ihren schön gestickten Nationalkleidern. Eines haben sie gemeinsam. Sie besuchen das Bad nicht einzeln, sondern gruppenweise Mige Frauen, junge Mädchen und viele Kinder; für die Säuglinge bringt man Hängemasten mit, für welche es eigene Hake» in iW Wände.» gibt. Diese Matten werben unausgesetzt ik 55