Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2463 (1.1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m.%m OHgtdtefl' Gerichtssaal. Sa, Attentat im Varatlleater. PK Generalprokuratur erklärt die Haftentlassung der Lürniedt als rechtswidrig. Der Fall der Meneia Carniciu, der Attentäterin vom Burgtheater, ist mit ihrer Entlassung aus der Strafhaft und ihrer AuSwmsung auS Oesterreich nicht beendet worden^ Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Dr. Schwartz, hat gegen die Entscheidung des OberlandeSgerichteS, das die Enthaftung und Ausweisung der totkranken Attentäterin verfügte, weil ihre Wieder- Herstellung und Haftfähigkeit nach menschlichem Ermessen in abschbarer Zeit nicht zu gewärtigen ist, Protest eingelegt und bei der Generalprokuratur den Antrag gestellt, wegen GesetzeSverletzung die Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes einzubringen. Ein wegen Mordes Derürtoilter. ver schwer krank ist, könne zwar die Wohltat der Sistierung des Strafvollzuges beanspruchen. Diese bestehe jedoch nicht in der Auf. Hebung der Haft, sondern in der Milderung der Haftbestimmungen. Nuümehc ist die Staatsanwaltschaft verständigt Wochen, daß )ie Generalprokuratur ihren Rechtsstandpunkt teilt, jedoch von der formellen Erhebung der Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten GerichtShos Abstand genommen hat, da sie auf dem Standpunkt steht, bei Meneia Carniciu habe es sich um ein-n Ausnahmsfall gehandolt. _ Ser Mord an Mohovel. Der Tater Seidl des gemeinen Mordes angeklagt. Me erinnerlich, wurde am 1. August des vorigen Jahres nach Zusammenstößen Müschen Hakenkreuzlerkolporteuren und jugendlichen Kommunisten der 21 jährige Turner Josef M o h a P e l durch den 19jährigen polizeibekannten G ew a l t t ä t e r und Messerstecher Franz -2 e i d l ermochet. Die Tat ist n i ch t a u s politischen Gründen, geschehen. Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr nach Abschluß der Untersuchung gegen Seidl die Anklage wegen gemeinen MordeS erhoberr. Die Verhandlung wird vor den G/ckuvoriieir . nn Februar dieses JahreS durchgeführt werden. Die unsolide Lebensweise des Prosessionalfützballers. Der Fußballspieler Hans S ch i e r l stand beim Floridsdorfer Athletik, sportklub im Bertragsvechältnis. Sein Abkommen, das bis zum 31. De^mber 1928 lies, sicherte ihm ein Monatseinkommen von 300 Schilling. Der Verein weigerte sich aber, dem Fußballer vom 1. November an das Gehalt auszuzahlen und begründete sein Vorgehen damit, daß Schierl sich durch seine u n s o l i d e Lebensweise eine schwere Knochenerkrankuna zugezogen habe, die ihm in Hinkunft di? Ausübung deS Fußballsportes unmöglich machen dürfte. Der Floridsdorfer Verein stellte unter Beweis, daß Schier! in der Nacht vom 6. auf dem 7. September sich in trunkenem Zustand «ine Verletzung, zugezogen habe, die feine Erkrankung zur Folge hatte. Der Fußballer wandte sich an feine Gewerkschaft, die eine Klage beim Gewerbcgericht erbrachte. Gestern vormittags fand die Verhandlung statt. Der Richter lehnte den Beweis. daß Schier! sich außerhalb deS Sportplatzes verletzt habe, als unglaubwürdig ab. Er riet dem Anwalt des Klubs zu einem Ausgleich, der schließlich auch erzielt wurde. Der Verein verpflichtete sich, dem Spieler anstatt 600 500 Schilling in Raten ju je 100 Schilling zu bezahlen, die immer am 15. eines jeden Monats fällig sind. Hitlers Leute. Aus Wien er. Neustadt wird uns berichtet: Bor einem Schöffenfenat deS hiesigen KreiStzerichteS hätte sich der 25jährige landwirtschaftliche Beamte Joses Gold wegen Verbrechens deS Betruges und der Uebrrtretungen der Falschmeldung und der verbotenen Rückkehr zu verantworten. Im letzten Frühjahr war in Baden ein Mann aufgetaucht. der. als rblchSdeutfcher Leutnant und Teilnehmer am Hitler« Putsch austrat. Er flunkerte viel über seine adelige Herkunft, lebte auf großem Fuß und ging noblen Passionen nach. ES war Josef Gold. Er lockte verschiedenen Personen insgesamt mehr alS 60 Millionen Kronen heraus. Gold, der auch empfindlich vorbestraft ist und steckbrieflich verfolgt wird, wurde m zweieinhalb Jahren schweren ÄerrerS verurteilt. Lollrwirt. Sa, Mrchrn von der Weltherrschaft der jüdischen Kapital». ES ist ein altes Märchen, das schon lange vor dem Kriege verbreitet war, daS aber erst in den RachkrlegSjahren von antisemitischer Seite besonders auSgefchrotet wurde, daß das jüdische Kapital dl« Welt beherrsche. Dieses Märchen wurde nicht nur von den extremsten Antisemiten geglaubt, eß wurde auch von Leuten verbreitet, die dem Radauantisemitismus relativ fern« standen, und. was daS schlimmste ist, auch allgemein ge» glaubt. Diese- Märchen hat dem Judentum furchtbaren Schaden zugefügt. Pogrome, RadauantifemitiSmuS, wirtschaftliche .Unterdrückung der Juden wurden mit diesen Argumenten begründet. Wohl haben dadurch in erster Reihe die ärmsten der armen Juden schweren Schaden erlitten. Es hat aber auch sonst den anderen jüdischen BevölkerungLschichten gar manchen Nachteil gebracht. Bor ztvei Jahren wurde an dieser Stelle der Versuch unternommen, die Nichtberechtigttng dieses Märchens für Oesterreich nachzuweijen. Cs wurde hier nachgewiesen, daß sich der größte Reichtum Oesterreichs lange nicht in jüdischen, sondern in erster Reihe in nichtjüdischen Händen befindet, daß Nichtjuder^den größten Teil de- Industrie, und Agrarkapitals beherrschen. Mittlerweile hat sich in Oesterreich dt« Situation für die wenigen jüdischen Groß« kapitalisten noch weiter -u ihren ungunsten verschlimmert. . Eine Broschüre, die den Titel „Jüdisch« Weltfinanz" trägt und in diesen Tag enerscheinen dürfte, liefert den Beweis dafür, daß die Behauptung einer jüdischen Vorherrschaft auf internationalfinanziellem Gebiete vollkontmen erfunden ist. Der Verfasser dieser Broschüre ist der volkswirtschaftliche Journalist Dr. Lewinlohn. Durch genaue statistische Angaben und Zusammenstellung von Tatsachen wird in unzweifelhafter Weise nachgewivsen. daß da» internationale Kapital sich in arischen Händen befindet und.Uß nur ein ganz geringer Teil davon in jüdischen Händen ist. ES wird jo oft davon gesprochen, Wiener Moraerrzettrrns 1. Jänner .1936 Seite 7 die Weltfinanz von Juden beherrscht wird. An exakten Beweisen für diese Be« hauptung hat es bisher gefehlt. Weil in einer Reihe von Finanz- Unternehmungen Juden in leitender Stellung sich befinden, wurde daraus auch in völlig entstellter Weise auf den jüdischen Besitz der Bermögensmajorität dieser Unternehmungen geschlossen. Wie unrichtig eine solche Behauptung ist, kann besonders in den Vereinigten Staaten g.sehen werden. Bekanntlich ist das amerikanische Kapital jetzt in der Weltfinanz vorherrschend. Es ist interessant und verdient besondere Hervorhebung, daß unter d en Größten der amerikanischen Finanz sich keine Juden befinden. Rockefeller, Carnegie, Sage, Clark, Gould und der bekannte Prerpon, Morgan, jetzt der größte Finanzmagnat der Welt, sind Angehörige der anglikanischen Kirche. Wenn man die zwölf reichsten Männer der Vereinigten Staaten in Betracht zieht, die auf Grund der jährlichen Steuerausweise öffentlich bekanntgegeben werden, so rangiert der bekannte Finanzier Otto Kahn erst an neunter Stelle. Alle seine Vorgänger sind Nichtjuden. Doch wen« man die größten vermögen der Welt überhaupt miteinander vergleicht und ihre Besitzer nach ihren Vermögen rangiert, so stehen der englische Rothschild erst an elfter Stell«, der österreichische und der französische Rothschild sogar erst an achtzehnter und neunzehnter Stelle. Die zehn reichsten Männer der Welt nach ihrer Rangordnung, wie be,r Südafrikaner I. Beit, der Chinese Li-Hung- TschaUg, der Südafrikaner I. B. Robinson, die Amerikaner I. D. Rockefeller und Ford, der Engländer A st o r- Waldorf, der Rusie Fürst Demidow, die Amerikaner Carnegie und V ander bi lt, W. Rockefeller und Astor sind N i ch t j u d e n. Schon daraus kann ersehen werden, wie gering dos Vermögen von Inden im Verhältnis zu den gewaltigen Vermögen der oberwähnten Nichtjuden ist. Dieser Beweis läßt sich nicht nur für die Weltherrschaft, sorrdern auch für sämtliche Staaten einzeln Nachweisen. Nach einer Statistik, die in Deutschland im Jahre 1912 aufgestellt worden ist, wurde festgestellt, daß unter den zwölf Reichsten Deutschlands nur drei jüdische Namen Vorkommen, darunter zwei Angehörige der Familie Rothschild und ein Mitglied der bekannten Bankierfamilie Speyer. Diese Berhältnisie haben sich nach dem Kriege lange nicht, wie allgemein geglaubt wird, zugunsten, sondern zu ungunsten der Juden verschlimm.'ri. Das Vermögen der Rothschilds und Speyers hat eine wesentliche Verminderung erfahren, das Vermöden der jüdischen Nachkriegsgrößen ist unter der Verfolgung der deutschindustriellen Antisemitenmeute zusammengebrochen. Stinnes hat vor dem -Kriege nicht zu den Reichsten gehört, so daß er auch jetzt nicht in Betrachf gezogen werden kann. Dafür verfügen aber noch immer die deutschen I nd u st r i e m a g n a t e n und Großgrundbesitzer über ungeheure Vermögen, welche den jüdischen Besitz vollkommen in den Schatten stellen. Das Grundkapital ist vollkommen in nichtjüdischen Händen. Die größten Grunhmagnaien sind nicht.nur in Nord- und Südamerika, sondern auch m Europa, Asien, Afrika und Australien Nichtjuden. Es wurde auch das Märchen verbreitet, daß sich dar Industriekapital in jüdischem Besitz befindet. Nichts ist erlogener als eine solche Behauptung. Die größten und wichtigsten Industrien befinden sich seit jeher in nichtjüdischem Besitz. Zum Beispiel wurde von Antisemiten erzählt, daß Juden den Krieg aus Interesse für Gewinne ihrer Munitions- und Waffen industrie verursacht hätten. Nun, eS ist Tatsache, daß keine Industrie so j u d e n r e i n ist wie eben die Rüstungsindustrie. Der ganze Dynamit-Nobel-Kon« zern. der in Amerika, in England, in Deutschland und in Japan Sprengstoffe erzeugt, ist nichtjüdisch. Die fvaw'ösische Soriete Francaise de Dynamit und all ihre Tochterunternehmungen sind vollkommen judenrein. Dasselbe gilt von den Krupp-Werken, den Skoda-Werken, den Schneider-Creuzot-Fariken und den großen BickerS-Werken, die erst vor kurzem iu Schwierigkeiten geraten sind. Der Beherrscher der Stahlproduktion der Welt, die Bethlehem Steel Company, die den größten Stahltrust verkörpert, ist von protestantischen Amerikanern ins L.'ben gerufen worden und befindet sich in ihrem Besitz. In keinem dieser Jndustrieunternchmungen haben je Judetl Fuß gefaßt oder auch nur einen Besitznamen erstrebt. Nicht anders verhält es sich mit der Eisenindustrie, der Montanindustrie unb einer ganzen Reihe anderer Schlüsselindustrien, die tiefgreifende Wirkungen ans das Wirtschaftsleben haben. ES ist vollkommen ungerechtfertigt, wenn Juden mit diesen Industrie» insoferne in Zusammenhang gebracht werden, alz ihnen nachgesagj wird, daß sie von diesen Unternehmungen den Profit haben. Der jüdische Einfluß ans das Industriekapital ist seit jeher stark überschätzt worden. ■ Aehnlich sind die Berhältnisie in den übrigen Kapitalszweigen. Die großen B a u m w o l l p l a n t a g e n Nordamerikas, Aegyptens und Indiens, welche für die gesamte Textilindustrie der Welt von ungeheurer Bedeutung sind, befinden sich zum großen Teile in moslemischem, katholischem und protstantischem Bsitz. Di« Zuckerroh r p l a n t a g e n Javas, Südanierikas und der Inseln Westindiens, die mehr als die Hälfte der Weltzuckerproduktion erzeugen und weit über 60 Prozent an Gewinnen bringen, deren Arbeitskraft durch die Ausbeutung der schwarzen Sklaven, Neger und Kulis, enorm billig wurde, haben wohl streng kacholischs Spanier und puritanische Engländer, nie aber Juden als Besitzer aufzuweisen. Det Stahlkönig Schwab ist ein katholischer Deutscher. Die Heimindustrie NordböhnlenS, des Thüringer- und Schwarzwaldes und bet belgischen Jndustriereviers stand nie in jüdischem Besitz. Die Arbeiter dieser Industrien, die zu den ausgebeutetsten gehören, werden ununterbrcchen von ihren bodenständigen Kapitalistengenossen auSgewuchert. England ist daS klassische Land des Handels. Seine Kauihrmn sind nur zum geringsten Teil Juden'. Man kennt nicht die, ungeheuren Reichtum« der schwedischen, norwegischen, irischen und av erlkonMn Kausteute. die Ibsen. Upton Sinclair und antewu Dichtern Stofs für ihre Romane und Dramen gls Darsteller des Snobs gegeben haben und die mit Judentum gar nichts zu tun haben. Man glaubt iu jedem Wirtschaftszweige das Ucbergewicht bc. Juoen.zu finden, wenn auch ihr Prozentsatz oft nur einige Promille beträgt. Ein B a! \; n stach den Antisemiten als Beherrscher oer deutschen Schiffahrt in Die Argen. Es wurde aber dabei nicht bedacht, daß 90 Prozent der Bremer Hamburger, Londoner, Athener und anderer Schi.fsherren nie Juden waren. Es wird aber dafür übersehen, daß in Osteuropa ungeheure Massen der Prilewr'er Juden sind, daß 80 Prozent der dortige.-. Juden vollkommen pr.'le'.urisnrt ino, daß diese Proletarierschiä.t n von Tag zu Tag infolge der furchtbaren Krise, die in Polen herrscht, fortwährenden Zuwachs -Halten uns daß in Rußland fünf Mil- (fetten Juden sich auf c.n.'M Standard bewegen, der nicht einmal die Berechtigung für die B-'.ttt'nnr'g as Proletarier rechtfertige'- kann, weil sie nicht einmal so viel haben, um ihres TageS Bedürfnisie auch nur in der primitivsten Weise zu befriedigen. Trotz alle dem wiiÄ weiter daSMärchen von der weltbeherrschenden. Macht des jüdischen Reichtums in lügnerischer und entstellender Weise von Volk zu Volk, von Generation zu Generation, von Mund zu Mund sortgepflanzt. Dr. MaxRosenberg. Sine drdeuteade SaffottientnB in der amerikanischen Peiroleamindaftrie. Offensivabsichten des amerikanischen Petroleumkapitals. Wir uns aus New-Uork telegraphiert wird, sind gestern die Fusionsverhandlungen zwischen zwei bedeutenden amerikanischen Petroleumfirmen, der Pan American Westend PetroleumCompanyundderGeneralPetrolCompanyzu einem erfolgreichen Abschluß gelangt. Beide Gesellschaften sind zu einem einzigen Gebilde vereinigt worden, das über das verhältnismäßig große Kapital von 200 Millionen Dollar verfügt und nunmchr auf dem amerikanischen Petroleummarkt als entscheidender Faktor auftreten wird. Es ist noch nicht klar, wie sich diese Gesellschaft zu den übrigen Weltpetroleum konzernen stellen wird. Zweifellos bedeutet sie über eine Verstärkung des amerikanischen Petroieumkapitals, das nunmehr versuchen wird, gegenüber der holländischen und englischen Petroleumindustrie sich eine maßgebende Stellung in dem asiatischen Petrvleuingebiet« zu sichern. Diese Fusionierung bedeutet den ersten Schritt zur Ralliierung der amerikanischen Petroleumkräste gegenüber den europäischen Petroleumgebilden. Ein Vierzigjähriges Börsenjubiläum. Heute feiert das Mitglied der Wiener Börse, Bezirksrat Josef H. Waltuch, sein vierzigjähriges Jubiläum der Zugehörigkeit zur Wiener Börse. Bezirksrat Waltuch ist am ersten Jänner 1886 als Börsemitglied eingetreten, hat zehn Jahre in der Kulisse der Karl-Ludwigs-Bahn gearbeitet und betätigt sich seit, dreißig Jahren als Kulissier in der Staatsbahnkulisse. Er hat den Kulissenverband gegründet und ist seit vielen Jahren der Obmann desselben. Bezirksrat Waltuch hat es verstanden, sich während feiner vierzigjährigen Wirksamkeit die Liebe und Hochachtung innerhalb und außerhalb der Börse zu erwerben. In vielen charitativen Angelegenheiten hat er immer mit Erfolg an seine Kollegen appelliert. Abschwächung des französischen Franken. Ms Rückschlag nach ver vorgestrigen Kurssteigerung ermäßigte sich gestern der französische Franken auf allen Weltdevisenmärkten. Die Abschwächung ging von Now-Aork aus, wo die Devise Paris mit 371 cröffnete- und dann weiter zurückging. In Zürich fiel die Devise Paris von 19,60 auf 19,20. — Der Zloty lag weiter fest. — Der Dollar siel in Warschau auf 8,18. In Zürich notierte der Zloth 59,50. ~ Di« übrigen Kursänderungen waren bei geringen Umsätzen unbedeutend. Keine Entlasiungspsiicht der in Oesterreich beschäftigten Ausländer. DaS Gremium der Wiener Kaufmannschaft teilt mit, daß das mit heutigem Tage in Kraft getretene Inlandsarbeiterfchutzgesetz die Neuanstellung von Arbeitern, Angestellten, Hausgehilfen oder Lehrlingen nur dann gestattet, wenn die betreffenden Personen österreichische Bundesbürger sind oder seit mindestens 1. Jänner 1983, also seit drei Jahren, sich ständig in Oesterreich aufhalten. Das Gesetz sagt ausdrücklich, daß eine Kündigungspflicht von ausländischen Dienstnehmern, auch wenn sie sich am 1. Jänner 1926 kürzer als drei Jahre in Oesterreich ständig aufgehalten haben, nicht besteht. Endet jedoch das Dienstverhältnis solcher Ausländer, so können sie in Oesterreich nur gegen besondere Bewilligung neu angestellt werden. Gesuche um Erlaubnis. Ausländer, welche sich nicht bereits seit 1. Jänner 1983 in Oesterreich ständig aufgehalten haben, neu anstellen zu dürfen, sind womöglich unter namentlicher Bezeichnung der Betreffenden an das Bundeskanzleramt zu richten und bei der Industriellen BezirkSkommission, Wien, 1. Bez., Singerstratze 26, einzureichen. Gestrichene Notierungen. Aus dem Kursblatt der Wiener Börse werden die P s r nd v r i e f e und Kommunalschuldscheine der Kärntnerischeil Landeshypothekenanstalt in Klagenfurt, die P f o n d b r i e f e der O e st e r r. Zentralbodenkreditoank und die Aktien der Orsterr. Dynamowerke, letztere wegen Konkurs der Aktiengesellschast, gestrichen. Jnsolvenzeii. Der Konkurs wurde eröffnet über Franz Steiner. 19. Bez.. Himmelstrabe LI. DaS Ausgleichsverfahren wuchs eröffnet über Salomon M ü l l e r. 8. Bez., Wohlmuihstraße 17; über War Weng er. Restaurateur, 8. Bez., Langogasfe 61; über Karl T r o p p e r. Konieknon. 5. Bez. --riargaretenstraße 67; über Leopoldine Eckstein. Werkstatte für Kleider. 8. Be)^ Albertgaffe s. Die Verpachtung de» polnische» Zündholzmonopols wird angesochten. Aus Warschau den 91. d. wrrd uns telegraphiert: Im BudgetauSschuffe des Polnischen Landtages telüe gestern der volrSparteuiche Abg. Byrka fest, daß G r a U ki nicht das Recht gehabt habe, ohne Einbringung eine» üeSbezüglichen Gesetzes beim schwedischen Zündholzkonzern etne Sechsmmionen-Douaranleihe aufzunehmen. Auch Hs« Sprecher der Juden und der radikalen Bauern griffen Grabski wegen de» angeblich Polen schädigenden Abkom- J't'en» mit dem schwedischen Zündholzkonzern heftig an. Man rächte einen Antrag ein. daß sich ÄrahSki vor dem Staatsgerichtshof verantworten müsse. Tue Erledigung bteicv \'tr. träges wird in einer der nächsten Sejmsitzungen erfolgeti. t