Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2462 (31.12.1925)
- Date
- 1925-12-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 2462 Wien, Donnerstag S. WIUHEIN ZUM ZÜRICHER SEI0ENN4US WIEN,!. BAU ERN MARKT 2a Re Notlage der Faden in Polen. Ministerpräsident Skrzynski verspricht Abhilfe, ^igendienst der „Wiener Mvrgenzeitung".) Warschau, SO. Dezember. Der Mische SejiudeMierte Reich hatte heute mit den: Ministerpräsidenten Skrzy n ski iu:b dem Haudrisministcr eine längere Unterredung, in der er den Ministern eine genaue Schilderung der Notlage der jüdischen Bevölkerung gab lind Abhilfe verlangte. Der Ministiwp-rDdent sagte zu, daß die Regierung .die Lage der-Juden in Polen genauest studieren und sich größte Mühe geben werde, nur eine Abhilfe herbeizu führen. Grabrki soll vor bar Staatsgericht gestellt werden. (Eigerrdieust der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 30. Dezember. Der jüdische Sejmdepntierte Rosmarin hat, von einem sozialdemokratischen Abgeordneten unterstützt, das Verlangen gestellt,, das der frühere ^immzminister Grabski wegen seiner schädlichen Finanzpolitik vor ^as -Staatsgericht gestellt werde. Aushebung vo« Standgerichten. (Eigcndienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 30. Dezember. Die Standgerichte im Lemöerger und Krakauer Kreise sind he::tc aufgehoben worden. Konferenz der Wische« Handwerker in Galizien. Lemberg, 20. Dezember. (I. T. A.) Am 26. Dezember wurde in Lemberg die Konferenz der jüdischen Ha n werter v e reine in Galizien eröffnet. Es erschienen 110 Delegierte aus 32 Städten -es Landes sowie eine Anzahl jüdischer Sejindeputierter. Der Vorsitzende, .Herr Glastrmann, begrüßte die Delegierten, woraufhin ein Präsidium, bestehend aus den Herren G l a s e r m a n n, I a e g e r, K o r» Haber (diese drei Lembckger Bürger waren bekanntlich wegen angeblicher Begünstigungen S t -e i g e r s viele Monate in Hast, wurden aber schließlich sreigesprochen), Architekt Reis, Ing. Ezerniakow, St.eiuberger, Dr. Großberger, Ing. S ch e ch t e r und Eigen f e l d, gewählt wurde. Der Präsident des Jüdischen Parlamentsklubs, Doktor Leon Reich, begrüßte die Konferenz und führte aus, die Linie der jüdischen. Betätigung liege nicht allein in der Tagespolitik, sondern in der energischen Vertretung der jüdischen Interessen. Den Herren Kornhaber, Jaeger und! Glas-ermäm: ivurden großeOvationen bereitet. ’ Deputierter S o m m e r st e i n referierte über die Lage der jüdischen Handwerker in Polen und führte ans, >das Handwerkertum werde einerseits durch die willkürlichen u r: d u n e r t r ä g l i ch e n S t e u e x I o ft e n, andererseits durch den Mangel an bi ll igem K red i t ganz und gar erj drückt. Man könne aber nicht alle Hoffnungen auf das Aus-! tcutb setzen, sondern müsse trachten, im Lande selbst die Kräfte zu entfalten und Kredite zu schaffen. Ing. Ezerniakow referierte über die den jüdische!: .Handwerkern auzs dem geplanten „G i l d e n g e s e tz" drohenden Gefahren und über die Mittel zur Abwehr. Die sogenannten Gilde:: oder Zechen hätten laut dem geplanten Gesetz die Macht, das jüdische Handwerkertum durch Verweigern n g d e r D :p l o m e außerhalb des Gesetzes zu stellen. Es müsse ferner gefordert werden, daß bei Verteilung vonStaatsauf trägen das jüdische Handwerkertum nicht mehr wie bisher übergangen werde. Kleine Geschenke siir die Agrarier. Erhöhung der Zuckerstrmr. Die Agrarier leisten. noch immer heftige.» MdevsAnd gegen die Herabsetzung des Zolls für ungarischen Wein, die bekanntlich die: Vorbedingung für den Abschluß des Handelsvertrages mit Ungarn ist. Man bemüht sich nun, die Woinhauer durch alle möglichen Maßnahmen zu gewinnen. Geistern fand ei n M inister rat statt, und bald darauf verlautete, daß die Negierung den Weirrprodugentie n 500.0 0 0 Schi'l 1 ing zur Höbung der Weinproduk- . tion bewilligt habe, lieber die Art der Verteilung dieses Betrages ist man sich noch nicht ganz Die Landwirt-. schaftstammern werden diesbezüglich Mträge Zu Men haben. Wenn mau den Weinbauern etwas gibt, tarnt man die übrigen Agrarier nicht leer ansgehen lassen, und so wurde -zunächst boschlosten, eine Aktion für die Jutonsivi e rung des Zn ckerrühenanbanes einzuleiten. Der: ZnckerHbenibänern soll Ku nstdünge r zu ermäßigtem Pveiis zur - Borfügnug gestellt werden. Diese SwbvPttioni-eMng der Agrarier werden natürlich die IKonsMien'ten befahlen müssen. Die Deckung für die erwähnte» Ausgaben wird,nämlich in einer Erhöhung der Konsumabgabe f.ür Zucker.gefunden Iverden. Gemeinde Wie» — AWfche Straßenbahnen. Silvesternachtverkehr. 5 Ans den Linien A, Ak, 'T,. A, 5, 13. lö, 18, 25, 28 rr resdnevstraße. Taborstraße, Lästvedenplatz), 31, 37, 38, 11, 13, 16, 19, 52,. 51 ■ (Schönbrunn—DreherPark-7-Mariahilfersträße— Bellariastraßch,' 58, 62, 63, 61,. 67,71,71 wird per Betrieb in der Silvesternacht um etwa vier S t u n'd e n v e r l ä n g e r 1.' Fahrpreis für Erwachsene und Kinder 5Ö Groschen. Die BahnhoftuMmie wird in der Westernacht nicht betrisbeN. Wiener Morgenzeiiung m r»oEi«rop«N Für Abend*, Tanz- und Gesellschafts-Kleider in nllermoderusten Farben, in jeder Qualität zu konkurrenzlos.: Preisen! Wir offerieren ab heute bis 15. Jänner: Duchees*l«aini in 30 schönen S Crepe de Chine, 10O cm, Abendfarben ..... . 8.50 Gold* und Silber-Lame. > . 5.80 Seid. 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Ter Haager Polizei rat sagte in der Unterr edung, daß die Budapester Behörden die Untersuchung nicht mit der erforderti chen Energi e zu 'betreiben scheinen. Das Interview hat in den Kreisen der Qbechtadthauptmannschaft großes Bef r emd e n hervorger-irftn. Oberstadthauiptmann Ma riuov ich erläßt in: ,MagYarorszag" eine geharnis chte Gegenerikiärung, in d>?r er die Aeußerungen des Haager Polizeirates als niederträchtige Berlenm-d-u-ng kbezeichnet, aus die die Oberstadthauptruaniischaft die entsprechende Antwort an'die/Haager Polizei zu erteilen enWoffen ist. . Vpuvlos verschwunden... Budapest, 30. Dezember. (Tel.-Ko-mp.) Hy der Angelegenheit der FrankenMchungen ist die Polizei eMich auf eine posMe Spur gekvmmien. Wie festgestellt wurde, evschien am 18. November in dem: Danrenkonfektionsgefchäst Arvay in der Königsgasse ein junger Mcm-n und; kaufte e i n Damen k o st u m. Er bezahlte mit einer französischeu Tauflendfrankenrrote, drr er, wie er angab, eben aus dem (Ausland gekommen sei und noch k 'ei n u nga r i sch e s^ G e ld besitze. Der Geschäfts- Mhrer wechselte die srantzösiksche Note in einer Filiale der Ungariischen Kreditanstalt -und gab dom Känfer den Restbetrag in unMÜschem Geld heraus. Die Polizei hat die Perfönbichkert des jungen Mannes fest g e,st e i l t, doch konnte der BietreffendL w i ch t v e v h a fl t t' werden, weil er auf die Nachricht von den Berhastnngen im Haag s-kpul rl o s a r: s B u d a p e st v e rs ch w at n d c n ist. Eine Hausdurchsuchung 4n der Wchuung dieses jungen Atannes, dessen Name geheimgchrlten wird, förderte die getauften DameiMidungsstiücke Mage. Da gewisse Anzeichen dafür sprachen, daß der junge ONaun nach Nor'dunga rn geflüchtet ist, begaben.sich Budapester De-tMvs nach Satoraljaujheily, doch hatte sich der Gesuchte schon aus dem Staub gemacht.. Der vertrauenswürdi-ge Jarrkovich. Me der „Pe-ster Lloyd" meldet, besaß I a n k v ich nicht einen ungarischen Diplomatenpaß, sondern bloß eine Legitimation als d i p l o m a i Tt s ch e r Ku r i e r. Wie in anderen Ländern habe sich auch jn Ungarn aus Spa-vsamkeit'srücksichten der Brauch entwickelt, daß Personen/ die durch ihre s-oziale Stellung, vertrauenswürdig erscheinen, als gölegentliche Kuviere in Anspruch genoimnen werden. Als sich JaÄovich zw einem solchen gelegentlichen Kurierdienst anbot, konnte man unmöglich annchmen, daß er in eine GeldMchungsaffäre verwickelt sei. Die höheren pa-triotkfchen Motive. Budapest, 30. Dezember. Die Direktion der Postsparkasse hat gegen ihren Beamten Dr. Desiher Na gy die Anzeige wegen Betruges erstattet. Dr. Nagh, der Sekretär des Vereines der ErwachendenIngarn war, soll unter Berufung auf verschiedene patriotische Vorwände mehrere Personen veranlaßt haben, die'auf ihr Postspartassenkont» erliegenden Beträgt ihn: - austzuzahlen; er soll auch durch Scheckfälschungen die Poistkspavtaffe um mehrere hundert Millionen geschädigt haben. Bom Hakentreuz. In Berliner Blättern-lesen wir: Am Weihnachtsäbeich kam es' in der Tauentzienstraße, Ecke Rankeslrasi^., gegenüber dem . Haken'krenzlerrestaürcinti . W ilhe lma . zu schweren a n i is ew i t: s ch c it. . A u ss ch-r e i t >u n g e n, in deren. Verlauf der RittergutsWtzer Baron v. Engelha r dt, der nach Berlin zugereist ivar, anscheinend 'M Zustand sinnloser .DrunteHeit, mit den Morten ^Dchtagt den Juden tot!" Pen 74 Jahre alten Mehrten Dr. Gvegori-us J1elsom!.ätkaMtel.^.-.'- ' Baron ch.('EngelHächt'/wtlche Draufvon der'Poiliizei wege-n Trunkenheit wnd Sa-chbeschädiigung verhaftet/ Dr. Ftelson wird wegen der ihm zugesilsgten BekletzungA Strafantrag stellen, 5i. Dezember lUSÄ Dette b BOT / S. WILLHEIN SEIDENBAUS WIEN, I-, TUCHLAUBEN I ßmpfangsabevd der zioniftischev NerirksseMon 8—8. Die Monistische Sektion für die weslslichen Wiens hat gestern^ diezionistischen Führer, Mandavare ürft Leiter der anderen Bezirkss-ektiouen als Gäste in ihr schbnei Heim'am Bennoplatz geladen und alle hatten der Gmladuuj Folge geleistet. Der Saal und die N-ebemäume konnten.di« Zahl der Erschienenen, welche vor: den Dämm der BeAMsektion in liebenswürdiger Weise bewirtet wurden', .tan-n Der Qbamml -der zionistischcu Be/ziMstkrivu Dr. Mx Bernhardt begmtzt-e die Gäste, unter ''denen sich die .NAMeder 2-es zionistischen Direktorrmns, Präsident Dr. 'DHder - F r i i dmann ünd Kominerzialrät Marku's, däs.Wtglied M Zionistischen MsionMniitees Oberbaurat S I r i ck er, 'Gemeinderat Dr. P La s.ch^.e s,' .BjOPräWvnt' der- JisMNischen KitltusgemeiM' Dr.' L ö Ivtz n h e r z,. die BÄtre^er der zionistischen.Fonds und zahlreicher BeziMgruPpen Losenden. Die. Z^MneNkilnst mit-hen Wiener ziomstrschen Führern müsse' auch dazu töenützt ^iverdedl, führte ferne: Dr. Bornha.rdt aus, lint über aItn.«il-e z:onist'isch.o Fragen zmsprechen. .Es erscheine.ihm für.a-yßerordenMch.wichtig.und nolwcn'd:g,-.daß gegen.j-rnA:Telik der Indenschaft, Mcher in der Union'de-tttschosterreichiifchoi- Inden sein-en Sammelpunkt hat, von zionistischer Seit: oi-ne schärporo Tonart, angeschlagen: werde. 'Die Herren, die sich unt uns anläßlich der letzte-n KultuAvaULN za einer' Gemeinschaft .zusam!meMMossen-.haben, wenden sich jetzt mit soWr. .Entschiedenheit-gegen.den jchdis ch e n N a t: o u a l i s. ur n s, . och u e w. est.ch e n ' d i .c Jüdische Renasssa «cebewegung . und. dor Ausbau der j>iid-ischen Heimstätte u-udenkbar sind, daß man ihnen mit aller Klarheit entgegentreten muß. In .ihxem asfimilatori.schen Deutschtum Men die Herren von der Union so loeit, daß sie in der.Mossulsrage gegen unsere 'Mandatar,macht EnMnd und: geger den BAtaMnd, unter desstn: Aegide. Erez Israel orrichte.' wird, Sturm gelaufM sind, nur um ihr Deutschijum. gu erweisen. E!s geigt sich, daß - Kompromisse um jeden Ppe« unserer Zionistischen. Sache Abbruch tun. (Stürmische': Beifall.) .... In loinep Autwortrede beglückwünschte-zmiächst de: Präsäent der österreichischen Zionistischen^ OrgqnWihn-. Dr. Desider Friedmmm, die gastNehende zionistische' iDOio« und.-ihren Verdhntev ObntLM KU den' ovganisatorischen und. gesellschaftlichen Erfolgen, welche.sie durch hingebendL zionistische Arbeit erziel habe». Er wies, aber-auch darauf hin, daß eiste Mchmnmfassnng der Bezirksorgamsationen, deren Zweck es «M M ein Eigenleben. Ku Mren, notwendiger sei-denn je ünd.W der Hoffnung AMruck, die eben, begormene. Avbeit des zionistischen Direktoriums durch.BeiMn-ng, der^ersorderllchen rnatariWn MM für Äe Zentrale und . durch DiHiPliniertheit der Gruppen gefördert'.werden Wwb. Atzf die z i»«ist is ch en p o l it i s ch c n Wqgen MSSkemW«id, führte Dr. Friedmann aus: Wir müsse» hie nationale Seite des ZianiSmv Sw icder stark betonen. Wenn wir auch noch so g roß e Ko uzessi au en m a che u: vir werden die Führer der Assimilation nicht da zu b.r i n ge u, d en Z ionLSmus a l s uationale Beloegungauzuerkennen.Die AsstmÄanteu yon der Aickm bringen jetzt Argumente vor, tok sie vor dreißig Jahre» in den Tage« der Mstehuug des politische» Zionismus ins Tuche» geführt wurde«. Die Herre» haben nichts gelernt n u d a l l esvergess e«. Man hat sich in der SÄ« nm die Beschlmoigung des Palüstirpanfbanes aste Mühe gegchen, ih«W entgegenzeÄoitzNch», um das Stof* bauwerk nicht W verkürzen. Wir haben von ihnen keinG.elv bekommen --- aber ih^e Gesknuungist^^dkeselbe geblieben. - Dr. FrieVmann schilch ft,i ne Rede mit den Wovten, ,Zch'1vage ^-dDeMwAwarlmM dapr, wem ich;Wm' .ftge-: Eine kllei-ue, opfersreudiige, ent schloj sent Scha r vo rr Zi anisten ist für der Ausiban vow Erez Ifpael, für die Zio»>:siV rung der Juden in der Diaspora und sü-. d-ie innerpolit-ischtz jüdische Arbeit wich .k.i.g.er al-s^aMo.U^Mp^dMLfs-e.^'. Gemeinherat Dr. P l aschk es drückte seine Genugtuung darüber aus, daß der Aufruf der „Wiener Morgeuzeitumg"" in der jüdischen Bev'ölkeruug eine« so: .starken Widerhall gesunden habe. Dieses.. einzige TageSorgan^^ der Inden Mteleurchiü HrhaS? mahnende Gewissen für die gesamte Pres s e, di« sich »nr deshalb eingehender und aOoichtiger mit jüdischen Frvgcn beschSstige, als es Met der KM war, weil eben, die .HieZer Mo rgenzeitu»da ist. Lichst.Mische.Hag Aatt habe in schweren Zeiten dem DM» VM.chlvergingliche Dienste erwiese», die MMr Rvrgenzeitm^ ward» Hort der FlWKnge, die Beschützerto der durch den. Sever-Ertoß Betross««v> sie HM Vck de« Forum tar SWt bk Mken.'.ltoWO das Wort gchchchm und . He . , ,MHr! war der % chr t t imache 54