Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2457 (24.12.1925)
- Date
- 1925-12-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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1 Vksn. DMeWätz | T"WWi»ty « >ni;iww^1! Debatte m&imvtm* Hchandeli wurde m Antrag -er WemeLn^ BEa« (Avtlogswllex G^höi-ttt^t <ätok{«Ib) Wreffend bfe Ero'chdU'Ntz «Im Ä * «t o 11 »«(4«i t, Die Wahl des Herr« Dr. JLmar Freund pm gejchSfUührenbvn MitKkd de- Engsrerd N-teS wurde ein- MmHg bestätigt. - , Von »er iSdlche« Vnndernnst. Die „ty'ftttttbeNtt* in Frankreich. W 20. Dezember. A. T. A.) Mm Ersuchen der Jüdischen DelthilfSkonserenz und der russisch-jüdischen Hilskvereinr entbrechend, hat dar M in ifltt\ u m der Inner» gesttttet. daß die in den franzSsi'chen Häsen Lherdourg und Havre infolge der amerikanichen EinwanderungSgesetzeS zurückgebliebenen Emigranten überall k» Frankreich, mit Ausnahme der Departements Seine »nd Oise. Wohnung nehmen und sich Arbelt suchen dürft». M» »«trag tat amerikanischen Kongreß. Sdtyjfatgtai, 18. Dezember. (I. T. Ai) Dar jüdische Mitglied des Kongresses der Bereinigten Staaten, Dr. 9to* cha» P e r l m a », hat eine Bill vorgMägen, laut der die i» den europäischen Häfen gestrandete» Emigranten außer» halb der Quotvizahl nach dm Bereinigten Staaten kommen dürfe». Einem Vertreter der Jüdischen TÄlegmphen-Agrritur er. körte Herr Perlman, er werde eine zweite Bill ein-Srm. ge», laut der Frauen amerikanischer Bürger unabhängig von ihrem Alter außerhalb der Oüote nach Amerika komme» dürfen. Tabei sollen die Dsklaranlen, das sinsolche amerikanische Einwohner, die noch noch nicht Bürger sind, aber die ersten Bürgersthajtsdokumente ‘ bereits erhalten haben, mit Bezug auf die Herbringung von Verwandten den amerikanischen Bolkbürgeru gleichgestellt werden. Sie Schwei»« Sewskrstie. Lern, 28. Dezember. (Schweiz. Dep.-Ag.) Im diatirnalraL erklärte Bundespräsident Mush Lei der Debatte über die militärischen Ausgaben in Erwiderung auf die Ausführungen des Kommunisten Welti, in denen dieser die Revolution verherrlichte und für die Minderheiten daK Recht der Gewalt beanspruchte, in der schweizerischen Demokratie muffe sich die Minderheit der Mehrheit fügen. Die Regierung stutze sich reicht auf die Armee, sondern auf den Wille» deS Volkes. Die schweizevffche Arm« sei ein Volksheer, nicht eine Klassenarmee wie die sowjetruffische. In Beantwortung , einer Interpellation betreffend die Schädigung der einheimischen Produktion durch die Rundholzeinfuhr aus Oesterreich erklärte Bundesvat Schultheß, daß im HcmdÄsvertvage mit Oesterreich die Interessen der Grenzgebiete weitgehend gewahrt erscheinen. _ SB lener Seme nderat. Das Budget angenommen. Gestern in den späten Abendstunden wurde das Budget der Gemeinde Wien unter Dach und Klch gebracht und der.Gemeinderat mit den Glückwünschen des Bürgermeisters in die Ferien geschickt. Am letzten Tage wurden die Budgetkdpitel „Städtische Unternehmungen" und „Ernährungs- und Wirtschasisangelegenheiten" u^'das Kapitel ,Ä'rlanz und Bedeckung" erledigt. Einige bezeichnende Stellen aus der Debatte seien hier vermerkt. Der christlichsoziale Gemeinderat Lehninger führte Beschwerde darüber, daß bei der Straßenbahn nur sozialdemokratisch organisierte Leute außzenommen werden und daß man Mar einem Mann geraten habe, aus der katholischen Kirche auszutreien, um zu einer auskömmlichen Stellung zu gelangen. Darauf warf Gemeinderat Pr eher (chrisüichsozial) ein: „Das nächste Mal werden Sie verlangen, daß der Mann s i ch b e s ch n e i d e» l a s s e n muß, um bei der Straßenbahn ausgenommen zu werden." (Allgemeine Heiterkeit.) Gemeinderat Haider (christlichsozial) kritisierte einen Bericht des Organs der freien Straßenbahner, in dem erklärt würde, daß ein Jude namens Haas für die Lueger- Fahns 30 Millionen gespendet habe unb bezeichnete dies als Verleumdun g. Daraufhin verlas unter ungeheurem Lärm der sozialdemokratische Gemeinderat Weigl den Origlnalbries, in dem Herr Haas als hochgeschätzter Wohltäter, ausgefoübert wurde, „mittels beiliegenden Erlagscheines" für den Lueger-Fonds zu spenden. Um 1V Uhr war die Sitzung zu Ende. He» niederlSMche «efnntzie in »ien «estorden. Ge-bsrn früh fft in einem hiesigen SanatoMm der niederländische Gesandte in Wien Jonkheer van Weede de Bereuvamp gestorben..Der Mfan-te, der im 77. Lebenstzahve «stand, erkrankte vor uwgesahr zwei Wochen angeWch nach einer Fleiischvergistiung und -muhte in Sanatorium gebracht werden. Er gehörte dem diplcmatischen Dienst feit dem Jahre 1880 an imd «war such' Eurge lZert Minister in dem Kabinett K «ip e r. Stratil gerettet? Paris, 83. Dezember. (HavaS.) Me die Blätter a»S Kabul melden, sei der deS Mordes beschuldigte deutsche Professor St rat il, der seit einigen Tagen verschwunden war, an her afghanischen Grenze im Automo brl des d r u t sch e« A e s ch ä s t S t r ä g e r r augetrossen worden. MckMkr MovOe^zektung KKL» Rodel-Anzüge i» « r ö fe t e t tl itl tu (i ( ELady"-Strickmode VU., AailahUfeistrabe 114; Vlll , Lerchenfelderstraße 124; IX., Rußhorferstraßs 16 r Wien, /., Wollzeile 21 Wohnungseinrichtungen bis zum feinsten Genre, reichhaltiges Lager in fünf Stockwerken Möbelfabrik JACQUES WALLIS IMWWIIIMlMWIIWNIIMMNMMEItWM«. ZUM SIBIRISCHEN ZOBEL Wien,VI Mariahilferntraese 101*103 Kurse1'nernici&ter Nor letale Neuheüen in bester Ausführung Sie öftemichiiche Reeen Haieffrü-Aktion. Jänner bis März 1926. Durch dis Anerbieten der Zionistischen Sektion Prater, die Aktion für den Keren Hajeffod im Jänmr durchzujühren, ist es notwendig geworden, die Vorarbeiten für diese großzügige Werbeaktion in Oesterreich zu beschleunigen, denn an die Werbearbeit im Prätersprengel. welche in der Zeit vom 10. bis zum 19. Jänner stattfinden wird, muß sich bi* weitere beziräweise Aktion für das wichtigste Finanzinstrument des Ausbaues, den Keren Hajesstd, sofort auschließen. Es werden noch innerhalb des Monats Jänner die Leopoldstadt und in weiterer Folge die anderen Bezirke so zubearbeiten sein, daß in der zweiten Hälfte des Monats März die Aktion beendet ist. Ziel dieser Aktion ist es, d i e K e r e n - H a j e s s o d- Eingänge in Oesterreich zu verdreifachen. Trotz der schweren wirtschrftlichen Situation ist diese'Erhöhung der Leistungen der österreichischen Juden in diesem Ausmaß unschwer zu erreichen, w e n n e i n e g e n ü g e n d e Z a h l freiwilliger Mitarbeiter zur Verfügung steht. Groß ist der Kreis derjenigen Juden, welche mit Liebe und Begeisterung das Wer! Mischer Arbeit auf palästinensischer Scholle verfolgen und die bisher nur 'deshalb sich an dem Aufbaujonds nicht beteiligten, weil sie nicht darüber aufgeklärt wurden, d^ß sich die jüdische Heimstätte, insbesondere, bei der jetzigen Steigerung der Einwanderung auf das Dreifache, nur dann normal entwickeln kann, wenn durch regelmäßige Steuereingänge der Palästinafreunde das für die Immigration, für die Erschließung des Bodens, für Sanität und Kulturzwecke notwendige Budget sicher ge stellt ist. In den beiden letzten Jahren haben in Form eines Propagandamonates für den Keren Hajeffod derartige Aktionen in Oesterreich stattgefunden und dank der aufopjernden Mittat . freiwilliger Propagandisten bemerkenswerte Ergebnisse gezeitigt. Der Erfolg dieser Aktion erlitt dadurch Einbuße, daß man ein Territorium von solcher Ausdehnung, wie es die Großstadt Wien ist, nicht gleichzeitig für diesen Zweck bearbeiten kann, da ja der Keren Hajeffod bekanntlich k e i n Spendenfonds ist, sondern persönliche Fühlungnahme mit dem einzelnen jüdischen ^Mitbürger vor aus fetzt, d-er zur Selbst besteuern n g veranlaßt werden muß. Deshalb haben sich nach ernstlicher Beratung die kompetenten Faktoren dchin entfchloffen, diesmal die Propaganda für den Keren Hajeffod bezirksweise vorzunehmen und es zeigt von dem reifen Verständnis für die Notwendigikeit dieser Aktion.'daß sich schon jetzt eine sehr beträchtliche Zahl von Männern und Frauen für eine, weit' größere Zeit zur Verfügung gestellt haben als im Vorjahre, um in den aufeinanderfolgenden Zeitabschnitten in verschiedenen Bezirken tätig zu sei». * Wie uns die österreichische Keren-Hajeffod-Kommifsion mitteilt, werden bedeutende Redner und Kenner Erez Israels während dieser Mion . nach Wien kommen, um durch aufklarende Vortrage für di« Beteiligung der Wiener Judenschakt an dem Keren Hajesso») zu werben. Auch der neueste Palastinasilm wird in größeren und kleinerm Beranstattungen z«.Vorführung gelangen. __Ä. VezeMr 19S8 WOT Es ergeht hiermit an alle diejenige^ welche durH freiwillige Mitarbeit, durch Beratung und Anregungen'zu dem gute« Gelingen der so dringlichen Aktion bei. tragen wollen, die dringende Bitte, sich unverzüglich mit dem Bureau des östevreichischen Keren Hajessod. Wien, 1.Bez., Kärntnerstraße 28. in Verbindung zu setze». „Ser Wische Pionker in 6rea Sfroel." Vorführung des neuesten Palästtnaftlms dm 9. Bezirk. Der neueste Halastinafilm „Der jüdische Pionier in Erez Israel" wird' Sonntag den 87. d. um 10 ühr vormittags im Heimatkino, 9. Bez., Porzellangasse 15, aufgeführt. Karren in der zionistischen Bezirkssektion, 9. Vez., Liechttnsteinstraßc 11-18, täglich von 5 bis 7 Uhr abeM; bei Timo« Pickt«, 1. Bez., Gon^rgagaffr 1, und im Heimatkino. Billige Kinderkartt». Serlin-Wlndiwofttt. Berlin, 23. Dezember. Das ,ß Uhr-Blatt" meldet aus Moskau: Die deutsch-russische Eisenbahnkon-' f e r e n z hat eine Bereintarung getroffen über die Eröffnung eines direkten ReiseverkehrS zwischen Berlin und W l a d i w o st o k mit unmittelbarem Anschluß nach Tokio, der am 16. Jänner begonnen werden soll. Die neue große internationale Verbindung hat in Berlin auch Anschluß nach Paris und über Ostende nach London. SrSfin Sothmer - ans der Hn't entlassen. Berlin, 28. Dezember. (Wolfs.) Die SpätabeMlätter melden, daß Gräfin B o t h m e r heute nachmittags aus der Hast entlaßen worden fft. versuchter Slraßenranb in Mhrisch-Sßrnn. Mährisch-Ostrau, 28. Dezember. (Dschechosiow. P.^S.) Mitten m der Stadt wurde heute um 9 Uhr vormittags ein kühner Raub veM. Unt die genannte Zeit verließen die Filiale des Bankamtes beim Finanzministerium zwei Angestellte der Filiale der ZivnostenÄa Banka, von denen einer eine Aktentasche mit Gold im Gesamtbeträge von ungefähr 700.000 bschech. Kronen halte. AIS die beiden Bediensteten die Michael-Hodza-Gaffe paffierten, sprang Plötzlich ei» j u n g e r M a n n auf sie zu, entriß dem einen Bediensteten die Aktentasche und floh. Er wurde jedoch von der ihn vivfolgenden Menschenmenge aufgegriffen und der Polizei übergeben. _ vom “ Muse««. Rückkehr deS ProsesiorS Schaffer vo« fein« Weltreise. Hofrat Professor Dr. F. $. 8 ch aff er ist dieser Tage^ von . seiner Weltreise zurückgekehrt. Üeber .^Einladung amerlkanischer Umversitäten hat er, besonders in Kalifornien, Vorlesungen gehalten und daran eine Reife in die p a z i fi s ch e n G eb i e te nach Mexiko, Hawaii, Japan, Malakka und Hollandifch-Jndien angeschlossen. Unter den wissenschaftlichen Fragen, die Professor Schaffer verfolgte, ist vor allem das Studum der klaffischen Gebiete von Erdbeben und Vulkanismus und der Zusammenhänge der pazifischen und inländische» Inselwelt von Bedeutung. Seine Haupttätigkeit war darauf gerichtet, für das. Naturhfftorische Museum neue und innigere Bezichungen mit den Schwestermstttuten jener Länder herzustellen, pas dank dem Entgegenkommen aller Fachgenossen auch möglich war. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, es jüngeren, heimischen Forscher» ermöglichen, zu Studienzwecken jene Forschungsinstitute zu besuchen, was schon seit langem wegen unserer finanziellen Lage nicht »wglich war. Professor Schaffer hatte Gelegenheit, unter der Führung der besten Kenner der verschiedenen Länder die interessanten Gebiete eingehend kennen zu lernen und eine überaus große Anzahl w e r t v o l l e r S t lt b i e n und photographischer Ausnchmen zu machen, die dem großen Publikum in nächster Zeit in einer Reihe von Vorträgen vorgeführt werden sollen, die zugunsten des Vereins der Freunde des Natuchistorischen Museums abgehalten weiden. Sie Statistik der gnden in der öawietukraiue. Die Mitteilungen des statistische» Zentralamies der Sowjetukraine fassen die Ergebnisse der städtischen Volkszählun, m der Sowjetulraine im Jahre 1928 zusammen, Die Ziffern geben unter anderem ein ziemlich genaues Bild der jüdischen Bevölkerungsdichte in der Sowjetulraine. Die Volkszählung umfaßte alle Ortschaften mit über 500 Einwohnern, so daß nur ein ganz geringfügiger Prozentsatz Juden — die bekanntlich in der Hauptsache in den größeren Ortschaften ansässig sind -- bei der Volkszählung unberüäsichtigt blieb. Städte wie Odessa und Kiew haben eine bis zu 30 bis 40 Prozent zahlende jüdische Einwchnerschast. Insgesamt zah len die 612 größeren Ortschaften der neun sowjetulrainischen Gouvernements 5,087.695 Einwohner, davon waren 1,297.557 oder 25,6 Prozent Juden. Die jüdische Vevöllerunxsdichte nimmt im großen ganzen vom Nordwesten nach denr Südosten in der Sowjetukrame ab. So werden die größeren Ortschaften Podoliens von einer Mchrheit von 64,7 Prozent Juden bewohnt. In Wolhynien wohnen 30,5 Prozent, im Gouvernement Odessa 30,7 Prozent, im Gouvernement Kiew 28 Prozent, dagegen im Gouvernement Charkow nur 12,6 Prozent Juden, und im Donezgebiet sinkt ihr Anteil aus 6 Prozent herab. So ergibt sich, daß das Judentum sich verhältnismäßig wenig über die Grenzen feines ursprünglichen Siedlungsgebietes--des geschichtlichen Polens des 16. und 17. Jahrhunderts — hinaus ausgedehnt hat. In den südöstlichen Gebiete» wohnen nur halb so viel Juden wie im Nordwesten. 37584013