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Wiener Morgenzeitung · 1925-12-23 · Heft 2456 (23.12.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2456 (23.12.1925)
Date
1925-12-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. MS _MME_ Wiener Morgenzeitims Sie Amsterdam« SMAscher. BMrzuog i« Mdatzeft. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnflg".) Aus Hrhdapest wird: uns berichtet: Die in Amsterdatst erfolgte Verhaftung der drei B'auknvtensälscher Georg. Marsovsky, Aristid Jankov ich und Georg Mankovits, denen die Fälschmrg von Banknoten un Mrsi von 30 SQfcittiaybeu ungarischer Kronen zur Last gelegt wird, hat in der sogenannten Budapester guten GesellsDtft eine unbeschreibliche Bestürzung hervorgerufen. Kein/Wnnder, denn alle drei gehören zur Creme de la Creineder heutigen Budapester Kasinogesellschaft und alle drei lyaretr die anerkannten verhätschelten Stützen der RafsenMtzlerorganisationeir und -GeseSschaftey. Der 32jährige Georg M a r s o v s k y hat eine bereits sehr bewegte politische Vergangenheit hinter sich. Im Kriege war er auf allen Fronten, aber niemals in der Feuerlinie, dafür aber gehörte er zu den anr.reichsten ausgezeichneten Offizieren. Mch dem Zusammenbruch schloß er sich dem Führer der Rassinschützler Julüls G ö m bös an, der ihn sofort für wichtige Rollen in A-ussicht nahnt, denn Marsov sky gehörte zu Men Offizieren, die sich selbst mit dem EHMtit-ä „g e g e n r e v.o l u 1 ionäre H u l igans" schmückten. Zu besonderer Geltung gelangte Marsovsky zur Zeit des burgenländischen Aufstandes, wo er eimr der Führer der Guerillcckämpfe im Burgenland war und er zu den Masseunlördern Ivan Hc jjas, Paul Pro nah, Pater Erzengel Bonis u. a. m. in Ärgere VerWdüng trat. Seine. Verdienste tombcit von Gömbös damit belohnt, daß er den jungen Offizier zu seinent Sekretär ernannte und als Gömbös im Jahre 1922 von der- Regierung mit der diktatorischen Leitung der Wahlen betraut wurde, lag das Schicksal der Mandate de facto in den Händen des Georg Mrsovsky, der rechten Hand des Diktators Gmnbös. Als Lohn für den damaligen Sieg der Regierung erhielt Marsovsky eine erträgnisreiche Stelle 'als Oberstnhlrichte r in eineni transdanubischen Bezirk, aber der irnruhige Rassinschützler läßt auch dieses Amt bald im Stich und kehrt zu den Fleischtöpfen der „Erwachenden Ungarn" und sonstigen rassinschützlerischen' Pfründen zurück, wo er bis in die letzten Tage, da er aus Budapest Verschtvand, an der Seite des gewaltigen Julius Gömbös zu sehen war. Eine weit' vornehmere Persönlichkeit als MarsovÄH ist der ztveite.in der Fälschevbande Ar ist id Jan kotz ich. Dieser war während des Krieges Generalstabschef -es Generals Lukachich und ging nach dem Zusammenbruch als Generalstabsoberst in. Pension. Jankovich tvar eine der bekanntesten und beneidetesten Gestalten der Budapester Gentry- und Magnatengesellschaft. Auch durch Fmnilenhande ist Jankovich mit den chigesihensten Familien der hohen Aristokratie verschwägert. Seine. Frau ist eine Baronesse Ordodh. Durch diese Heirat wurde Aristid Jankovich der Schwager - des gegenwärtigen Honvedministers Grafen Karl Csaky. Jankovich war von Hans aus reich begütert. Seine ausgedehnten Besitzungen in der Slowakei wurden nach Abtrennung der Slowakei von der tschechoslowalischen Regierung für Zwecke der Bodenreform in Anspruch genommen. Jankovich galt als das Muster eines Gentleman, weshalb die:Nachricht von ,siiner Verhaftung im Zusammenhänge ' mit den Notenfälschrmgen . gerade in Magltatenkreisin, wo Jankovich den Juden stets als nachahwenswerM Beispiel angeführt e tvnrde, nirgends Glauben fand. Huch der. dritte im Bruche der aristokratischen Barrkrwftnfälscher,. der 21jährige „Georg Mankovits, ist mit einer ganzen Reihe von Aristokratenfamilien verwandt und auch dieser junge Müßiggänger zeichnete sich durch sein intransigentes Nassenschützlertrmt aus, das ihm den Zutritt zu den höchsten Kreisen sicherte. Sonderbarerweise zeigt die Budapester Polizei, obgleich es bereits fast evident geworden ist, daß die Fälschungen in Budapest ausgeführt werden mußten, in diesern Falle nicht jenen Eifer Ln den Erhebungen und in der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse der Vomntechrchimg, wie sie es sonst zu tun pflegt. ZasrMche Franlenkoniekmine. Budapest, 22. Dezember. (Tel.-Komp.) Bei der Oberstadthnlptmannfchaft ist heute ein Telegramm der Haager Polizeidirektiou eirtgelangt, in welchem die Nachricht über die Verhaftung der drei Ungarn Jankovich, MarsovsKY und Mankovich bestätigt wird. Die drei Genannten wurden in eine m A nt st er dam er Hote l festgenommen, da sie falsche Tau send fr an kenn ölen in Verkehr gebracht hatten. Eine größere Anzahl von Fälschungen wurde in den Zimtnern der drei Ungarn beschlagnahmt. Bei ihrer Einvernahme gestanden alle drei Verhafteten, daß sie die Falsifikate in Budapest hergestellt haben. Jankovich und Marsovszky gaben an, sie hätten die französischen Taufettdsrankennoten gefälscht, um auf diese Art beit französischen Franken zu konterminiere:, und f mit dem Gewinn die Sache des Faszismus in Ungar» zu fördern. , Ferner erklärten die drei Ungarn bei ihrer Einvernahme vor der Amsterdamer Polizei, daß sie die Fälschungen nicht allein vorgenommen hätten und daß verschiedene hochangesehene Budapester Persönlichkeiten Mitwisser . ihrer Machenschchen seien. Die Haager Polizei ersucht in dem Telegramm die Bndapester Behörden, eine strenge Untersuchung zur Ueberprüfung dieser Angaben der drei verhafteten Ungarn einzul-riten und der Haager Polizei über ta§ Ergebnis der Mchsorschungen zu berichten.! Die Oberstadthauptmannfchaft hat unverzüglich Nachforschungen angestellt, obdie FäWrzentrale tatsächlich in Budapest ihren Sitz habe. Bis zur Stunde hat aber die Untersuchung noch keine Positiven Resultate erbracht. Die verhafteten Komniunisien. Budapest, 22. Dezember. (Tel.-Komp.) Bei denc megen kommunistischer Spionage verhafteten ehemaligen Ministertalrat Eugen M a r i ch wurden verschiedene siir die Sowjetregiernng in Moskau bestimmte Berichte über die politische und wirtschaftliche Lage in Ungarn gefunden. In einem dieser Berichte schreibt Manch, daß die Stimmung unter 'den Arbeitslosen ztvar ä n ß e r st gedrückt sei, doch rönne man nicht behaupten, daß die Lage für die bolschewikische Agitation besondere Aussichten biete. Die äbgehauten Intellektuellen seien trotz ihrer Not nach wie vor der nationalen Idee, ergeben. Die fünf Verhafteten werden morgen der Staatsanwaltschaft übergeben. Dröhnen der: Tanks, das Raffeln der Panzerwagen, den 'Hufschlaggaloppierender Kavalleriepatrouillen und bisweilen durch den fernen Widerhall der 7,6-Zentimeter- Geschütze, die dsi. Aufständischen inden Gärten der Oasen bombardieren. Zwischendurch erklingt von den Minaretts der klagende Gesang des ÄlueWn, der die Gläubigen ztvn Gebet ruft... Die AilfstaMvewegung in Damaskus scheint zwar niedergeschlagen, aber,das Feuer.glimmt nach unter der Asche, und es wich noch lange ivähren, bis die Franzosen in der Lage sein werden, die Kontrollmaßnahmen zu erleichtern, üitz auch nur den Schein einer Zivilregier«nz zu gestatten. Die Tätigkeit der Rebellen im Süden ist beendet, aber Banden durchziehen noch immer das Land..Wt eigenen Augen > sah der Vertreter, der „United Preß", als er auf seiner Reisi nach Damaskus von einem.Trupp Gendarmen 'eÄorchrt. wurde,- eine Gruppe Aufständischer, die die Eisenbahn zerstörte' und angesichts der Stadt die zur Wiederherstellung beorderten Mannschaften angriff. Die Franzosen Men die 'Bäume der Haine und zerstören.die Gärten in. bau Vororten, wo sich die Ausständischen verstecken. Die ganze? Stadt ist'mit Stachelvrahl umzogen, jaden Militärposten durch . MaMnengewehrmster hinter Sandsärkm, geschützt, während auf den Dächern Weichen stehen. Die Batterien des Forts Äourand sind ,auf die. 'anf-- standrschestlStadteile -e\.n'gcschvss.en, und die strengsten MMahmeu werdest, .getrpssett, -um alle v er-- dä'chtrtze n.-'R-'e ifenden zu - ühevivachen.. Dnn Vertreter der' „United Preß" gelanges erst nach größten -Anstrengungen eine n-Er l a ub n i s s ch ü it zu erlangen, „nachts" auf der Straße zu verweilen, das' heißt bissie b e n Nh r.^ Der'Aufenthalt für Fremde ist iiberha-upt gefährlich. Die Operationen werden nunmehr weiter weg von Damaskus gelegt. Eine Truppe von 5000 Mann ging nach dem Osten, wo starke Kräfte der Ansständischen stehen sollten. Nach einern Tage mußten die Franzosen, nachdem sie 50 Verwundete hatten, zuri'ukkehren, ohne mit den AuMndischen zusammengetroffen zu -sein. Diese zogen sich in die Wüste zurück und versuchten, die Franzosen dahin zu locken, tvas ihnen die Gelegenheit gegeben Härte, die rückwärtigen Berbind-nngen der Franzosen zu zerstören. Das Zentrum der Unruhen liegt offenbar jetzt mehr int Norden, wo zahlreiche Unzufriedene sich den Rebellen anschließen. Die türkischen Sympathien sind besonders durch die Mofsul-Entschoidung etlkflammt, und es zeigen sich Bestrebungm, eilten Konflikt zw i s ch e n d e r T ü rke i und F ra nkre i ch hervorzurnsen, indem, man den syrischen Aufstand zum Anstalt einer großarabifchen Bewegung zur AbsäÄtielung >der fretnden Kontrolle macht. Letzte Kurte. srew-Aaekz, 22. Dezember. >Te!.-Komp.) LerttnL6.8V, London skavel 4.85, London Scheck-4.801/*, Antsterdm« 40.19, Paris 3.87, Brüssel 4.53V-. Rom 4.03»/.. Madrid 14.13. Zürich 19.31, >2tqckhotm 26.76 Oslo 20.29 ttovenhagen 24.83. Wie» 14^/„, Budavest 14V>«- Brac, 296'/.. Belgrad 1.77V,. Achen t.2879. Buenos Aires 411/» Ria öc Laueiro 14.30 Bukarest 46s/s. Rew-Nprk, 32. Dezeutber, (Tel.--Komv., Weizen rot Wiuter 184. Weizen, harr Winter i867t Mais 88'/„ 5 Hafer 50% Nsggen 106. - Chikag». 22. Dezvmoer. ^Tet.-Komo.) Wetzen per Dezember Mai lOHVs Juli 141®/«; Mats vor Dezember 73V«, Mai 841/,, 3»it 823/t; Hafer uer Dezember W/t Mai 43’/«, Jnli 44J/4t Roggen per Dezember 91. Mat 99, Juli 98'/,. 88. 1035 GOOOOOCOOOOCX)OOOOOQOOOOOO □ 0 8 Der gro»sc g j Räumung sverkauf ö bei ' ■ Scho»ial L Härllein Wien, l« Karninersira&se Nr.! 4 hat wirklich grossen Zuspruch. älS // Es wird in jeder Beziehung bei grosser Auswahl nur Restes bei Üussersi Preisen geboten. U Der Vertreter der „Urtited Preß" rttiternahnr in Begleitung dos Vorstandes des Freut den-Waisenhauses, der griches Vertrauen bei den Drusen genießt, eine Anionrabilsahrtins Herz des Djebel -Drüs. Er sprach mit zwei Führern, die dem Snlt.an.ALrasch nahestehen. Sie^ erklärten mit großer Bestimmchei:. daß fie .sich niemals ergeben würden. Noch vor ftWnr tvareu sie zu Verhandlungen -bereit, nnnmchr aber.sei-es zu spät. Der Aufstandsei zu ««er nationalen arabischen Bewegung geworden. Die Drusen hätten alles Vertrauen in die Versprechungen der Französin verloren und seiest nicht willens, Delegierte -ztt. entsinden, s e l b st n n L e r Z u s i ch e r u n g freien Geleits. Wo die'Französin durchzögen, würden die Dörfer verbrannt, die Krieger streiften durch die Berge, wahrend Frauen und Kindes Hunger litten. Nunmehr kommt die kalte Jahreszeit mit heftigen Regengüffen, so'daß die Bevölkerung schlimmen Tagen «ntgegensieht. Der Borstche'r des Wärsinha-nsis erklärte, daß er 300 Warfen: versorge,, ^hauptsächlich aus Mitteln aus Amerika. Wenn nicht bald Frieden gsschlofsen wiirde, müßte er Zehntausinde unter seine Obhut nehmen., Der Gouverneur von Syrien zurülksetreten. Paris, 22. Dezember. DÄff.) Der Odevkommifsär für Syrien de.Jouvenel hat den Rücktritt des Gouverneurs des Staates Syrien, Subhy Bei Bara'eat, der türk i s ch er Staatsangehöriger ist, angenommen. Ruhe in Dmnasfns. Wie der „Politischen Korrespondenz" von der hiesigen französischen Geßmdtschast mitgeteilr Itiiüb,. d e mentiert der Oberkommiffär der ftanzösischen Repfthlik in Syrien entschieden die Meldungen, ^ß in DamqÄus gegenwärtig S t r a tz e n k ä m Pf e stattftrwen ttnd die französischen Truppen kleine Blockhä n s c r errichtet hätten,, um nach allen Richtungen'Ausschau lhalten zu iönnert. Diese Mel-, düngen sind v y l lik o m m e n f a l f ch;-/ in Damaskus herrscht R uhe,'bfcBewohner gehen ihr ö n G esch äft e n nach. / ' " Nr Fahuenseter in gemsÄe«. Jerafale«, 2l>. Dezdmber. (I. T. N)/ Die DMiere Utch Soldatein. des . 40. Mdifchen) Bataillon^ der Gmglichen Füsiliere sandten aus Anlasi der HültevlaAUng der Fahnen des BataNons sic der Jerusilemer großen Synagoge einen - -t e i e g.ru p h i s ch e u Gr uß - an den König. Aus dev Privatkonzlei des Königs langte ein Drmk-- telegrarmn ein.. - Dem von den OMsiren imd . Soldatan des 40. Bataillons gegebenen F e.ft eff e n tvohnte ier Gouverneur von Jerusalem, Dir Ronald Stör r's, als Ehvengast bei. In seinem Trinkspruch' bezeichnete'er den jüdischen Ans bau in Palästina als eines der größten Ereignisie der Geschichte. Während der Ae^iDhrungszerenwnie verteilten K o m m'u n ist e n PrEamatimeir gegen Zionismus und Engla^Ä. a»r der mWetztzW. Paris, 32. DeMHer. (Tel.-Komp.) Das Brrreau der B o t sch a ft e r ko n ferenz hat die folgende Bilanz dex Rlchrbesitzung veröfsintlicht: Die Einnahme, die die französische, belgische und italienische Regienrng in der, Zeit vorn 11. Jänner 1K3 lns 11. September 1924 aus der RulMesetzung erhalten haben, Lelausin..sich insgesamt auf 894,230.569.41 Goldmark. Davon entfallen auf.Sachleistungen 469,868.656.41 Goldmavk, und zwar schielt F r a n k r e i ch Sachleiftungort im Werte von 312,901.159.37, Belgien 98,993.140.49 und I t a l i en 62>974,356.55 Goldmark. An B a r e i nnahmen^ echielt.MgiM auf Gmnd seiner Priorität 355,781.489.46, m 3 i/ii (en für die im Jahre 1922 Belgien übergsLenen deutschen Schahscheine 6,766.218.26 Goldmark. Die ReparatzionSkommissfov erhielt zur Woiwrlcitung an die Vereinigten Staaten für lßje Kosten der «mrWWen ÄsschWWUW Golvmmck. w , . V : .

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