Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2453 (20.12.1925)
- Date
- 1925-12-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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M. W3 " ' WW, G-nÄätz ' . ^Vielter ÄHorrserrLertima T 20. Dezember 192S Gelle 5 Wiener Moraenreitttna » '^E $ä®5» /mysiEUNSJHRE} rfctf > KINDER!! IS»i W/i UNTERHALTEN EINE h I {UESENAUSWAHL IN MÄDCHEN-;LA UNO KNABE NM El DEHN, {W^mELNMJLimN TfUKOT? i >5MSM6k^ u. SPOHTA KTIKELN WA t&EismJM SMKSfcM* IÄ +SWENN SIE MIT WENIG GELD, FREUDE BEREITEN WOLLEN! *, ALLES EILT ZU UNSEREN LETZTEN> MODEN-PALAlS VII *K AISEKS r Ä Ich lachte hell aus. ■. Muuten vergingen. Ich sah MM, hörte. nichts und dachte nichts. Meine Gedanken chatten fichirgendiv-ohin verkrochen, sich irgendwo versenkt, wie um sich in der Tiüse in neuem Schreck .zu tränten. In der Tat krochen sie bald -Nieder hervor. Sofort schien sich die Wand zu heben. Die schwarze Erde hinter der Wund erstrahlte weiß und schien die Totenstube zu verlassen. Dasselbe war bald an einer zweiten Wand zu scheu. Ich beschloß, dorthin zu sehen, wo mir etwas vorzugehen schien, hatte ich aber hingesehen, so geschah gerade dort nichts, sondern I irgendwo anders. ' ' Jetzt glaubte ich wahrhaftig, daß der We mit mir seinen Spaß trieb . . .' Weiß -der Teufel, lvas er ausheckt, während er so ruhig dali-egt. Wer weiß, ob hier nicht tausend Teufel heruntertanzen, die mit -dem Tode des Menschen zum Leben erwachen. Wenn dem auch nicht so ist, cs Wmgt, Laß ich damals daran glauben konnte. Es siel mir zwar wieder ein, die Decke vom Leichnam zu heben und nachMchm, ob nicht nicht irgend ettvas zu bemerken wäre, aber ich hatte nicht den Mut dazu. Ich guckte nur hin, guckte und guckte. . . Ein grenzeBoser Daß gegen den toten Alten wuchs in mir immer mächtiger. Meine Muskeln strafften sich, ich rüstete zum iKwmPf. Ich wartete. . Wieder schwindelte es mir vor 'den Augen, es schien mir, der Tote habe sich gerührt. Ich sah hm. Nichts! Nach -einer Weile. Das schwarze Tucks bewegte (iclj in der Herzgegend des Toten. - Wieder wartete ich. Gin Fuß des Toten erzitterte. Ich erhob mich. Es Vergingen einige Mnuteu. Ich sah nichts. Ich glaube, ich habe mich zu fürchtien, ausge- Hört. Plötzlich bemerkte ich wieder, wie sein Kopf sich nach oben hob. Genug! Ich ergrW den Schemel nitd. ., krach . ... krach-... über den Schädel... Wie hölzerne Grabdenkmäler mit «flachen, runden Köpfen, «so sah jetzt sein Kopf aus... Ob er gelebt hat, das weiß ich auch heute noch nicht,,, ‘ " 1 , V MB dem FüdiMn pW K..M. - Ser r°d des jungen Montefiore. Paris, 17. Dezember. . Vor einigen Monaten ist der junge Marquis Gerald?Guy-de Mont-esiore, den letzte Nachkomme des französischen Zlveiges der angeschenm Lon-. doner Finanzfamilie Montefiore, plötzlich in einem kleinen französischen Provinzort, wo er mit seiner Freundin Madame Doux eine schloßähnliche Billa bewohnte, gestorben. Die Aerzte hatten einen Geh ir r schlag konstatiert, und das Leichenbegängnis hatte in aller Stille stattgesunden, ohne daß jemand von der Familie des Verstorbenen, nicht einmal seine Mutter verständigt worden wäre. Erst durch eine kurze Zeitungsnotiz in dm Pariser Blättern erfuhren die Bekannten und Freunde des jungen Montefiore, der -als Sportsmann einen guten Namen hatte, daß der erst 21jährige Millionär, Erbe eines ungeheuren Vermögens, aus dem Leben geschieden war. Die Mutter des jungen Mannes,.Madame de Bcuret, begab sich sofort mit ihrem Anwalt nach Asnieres, wo Madame Doux ihren Aufenthalt hatte, und nach einer sehr heftigen Kontroverse mit der gewesenen Freundin ihres Sohnes beschuldigte sie diese geradezu, ihren Sohn ans verbrecherische Weise ans dem Wege gerämnt zu haben, um sich .in den Besitz des größten Teiles seines Vermögens, das in Wertpapieren und Bankguthaben angelegt war, zu bringen. Vor ungefähr einem Jahre hatte der junge Mann an der französischen Riviera die Bekanntschaft mit Madame Doux gemacht, der geschiedenen Frau eines Hoteliers, mit „der er in der Folge weite Reisen nach En stand und Italien unternahm und die ihn auch bestimmte, die Schloßvilla in Asnieres zu kaufen, die er gleich auf den Namen seiner F r -e n n d i n schreiben l ieß. Madame Doux, die um fünf Jahre älter war als ihr Freund, ist eine schlanke brünette Erscheinung von Typ der pikanten Französin. Sie gilt als sehr kühne Autofahrerin, und in ihrer Garage hatte sie nicht weniger als zehn Wagen verschiedener Marken stehen, die sie meist selbst steuerte. - . Vier Wochen vor dem rätselhaften Tode des jungen Monte- Ifioire war'ein junger Mann in der Villa des Paares erschienen, dm Madame Doux als ihren Schwager vorstellte. Seit dieser Zeit gab es wiederholt Verdrießlichkeiten zwischen denr jungen Millionär und seiner Freundin; wie das Hauspersonal airgab, hörte man die Streitigkeiten bis in die Dienerwohnuiigen hinunter. Eine polizeiliche Untersuchung der Korrespondenzen und Schriften des Verstorbenen ergab, daß sich über die sehe kostbare Einrichtung der Villa zwei Rechnungen einer Pariser Firma versanden, von denen die eine ursprünglich auf Len Namen Montejjoxe, ML spätere aber auf.den Namen «der Madame Aoux ausgestellt war. Der Vertreter der Firma gab an, daß Madame Doux eines Tages im Geschäftshause erschienen sei und um die Ausstellung der zweiten „G e f ä l l i g k e i t s f a ktnra", ersucht habe, die. p angeblich für Steu e r zwecke benötigte. Da sie weitere größere BestÄnngen in Aussicht stellte, habe man es.sich mit der guten Kundschaft nicht verderben wollen und habe ihrem Willen stattgegebeu. Tie Ausstellung dieser Faktura ist, wie aus den Büchern der Firma festgestellt wurde, acht Tage nach dem Tode des iungeu Montefiore erfolgt. Madame Doux hatte das Datum jedoch eigenmächtig auf einige Wochen vorverlegt. Angesichts dieser und anderer schwerwiegender Verdachtsmomente wurde die Exhumierung der Leiche des jungen. Montefiore angeordnet und Madame Doux bis auf weiteres i* Verwahrungshast genommen. Wölfe bei Trieft. „Giomale d'Jtalia" meldet aus Triest, daß die Beamte« der kleinen Eiseribahnstaton Prestano Mast eg na ene ganye Nacht durch Wölfe in Schrecken versetzt wurden. Ein Bauer der Umgebung hatte einen großen Wolf erlegt und ihn m dem kleinen Güterschuppen der Bahnstation einstweilen aufbewahrt. Mit Ein-, bruch der Nacht erschien plötzlich ein ganzes Rudel Wölfe und suchte unter großem Geheul in den Schuppen einzudringen. Die Beamten der Station waren unbewaffnet und konnten so die Bestien nicht verscheuchen. Sie schlossen sich daher in die Station ein und konnten nicht einmal ihren Dienstv erpslicht u n g e n Nachkommen. Erft gegen Morgen verschwanden Lr» Wölfe wieder. - MagyaroiasMche Mchuugeu. Haag, 19. Dezember. (Havas.) In Amsterdam wurde« drei Ungarn m dem AugeMick vechastet, als-sie den Versuch! machten, mit falschen Tansendfrankenno-ten zu zahlen, Sie behaupteten, - Angehörige vornehmer ungarisch e r Kreise zu sein. Die in ihrer Wohnung vorgenonrinene Durchsuchung führte zur Auffindung salscherBanknaten btt Bn trage von zehn Millionen Franken. Die Verhafteten er« klärten weiters, Mitglieder einer faszistischen ungatk. s ch e n Verein i gn n g zu sein, die beschlossen hche, auf dis Frankenbaisse zu spekulieren. Siebeneinhalb Milliarden können Sie mit emem emzigen Los in der neuen 12. Klassenllotterie gewinnen, wenn Sie rwch heute ein Los bei der GeschäftsstelleAdolfGaedickeu.Co^, Wien, 1. Bez,, Franz-Iofefs-Kai 47. bant hem unserer heutigen Nummer beiliegenden Prospekt bestellen. 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