Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2451 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr, 2451 Wien, Freitag Wiener Morgenzeitunk 18. Dezember 1925 Seite 7 Irr Wehrbund Rheinland. rie Mvlknger Wärt vor den Schöffen. — La» SmeisveMren geschloffen. Gestern wurden noch einige Zeugen einvernommen. Der Wertmeister Josts Vogel, Genieinderat in Mödling, berichtet über die Geschehnisse, wie er sie aus dem Munde des sterbenden Müller im Spital erfahren hatte. Unter Tränen erzählte ihm Müller, wie übel ihm. von den Nationalsozialisten mitgespielt worden sei. Diese hatten plötzlich einen Feueran.griss eröffnet, ihn auf der Flucht zu Loden geschlagen, mißhandelt und geschleift, so daß er sich sagte, jetzt habe ich mit meinem Leben abgeschlossen. Auf Befragen des Staatsanwaltes erklärt der Zeuge, Müller war einer der r u h i g st e n und sachlichsten Männer, die er kannte. Nun wird das mit Müller nach seiner Einlreserung ins Spital aufgenommene' P r o t or o JI verlesen. Müller gab an. daß er um 11 Uhr nachts von Genossen geweckt und um Intervention wegen des Zusammenstoßes mit den Frontkämpfern ersucht worden sei. Er eilte zur Stelle und erfuhr dort, daß allez schon vorüber sei. Er ging dann mit einem Genossen durch die Nordpolgaffe nach Hause. Plötzlich hörte er von rückwärts einen Genossen rufen: „Halenkreuzler kommen!" Gleich darauf vernahm cr einen lattmäßigen Dchritt, das Kommando „Halt", dann das Kommando „Sturm". Er.hörte hinter sich Leute im Lauffchritt in die Straße kommen, und im nächsten Augenblick ertönte das Kommando: „Schützen s ch i e ß e n!" Es fielen gleich z a h l- ' reicheSchüsse, worauf er mit seinen Genoffen davonlief. Sie wurden in der Mannaaettagasse eingeholt, er wurde zu Boden geschleudert, mißhandelt und dann von einigen Leuten ein Stück Weges durch die Gaffe geschleift. Erst auf Einwirken der Gendarmen wurde er getragen. Der Schießsachverständige Oberst Heidrich gibt sein Gutachten über die Schußspuren, die an den Bäumen in der Mannagettagasse vorgeftmden wurden, ab. Diese Spuren befanden sich ungefähr in Manneshöhe, woraus zu schließen ist, daß die Schützen nicht in die Luft geschossen, sondern zu dem Zwecke, um Leute auf der Straße zu treffen. Nach den Vorgefundenen leeren Patronenhülsen waren die Waffen von zweierlei Kaliber. Neun von den dreizehn Spuren weisen daraus hin, daß ste aus der Richtung der Nordpolgasse, vier Spuren, daß sie aus der Gegenrichtung, und zwar vou der Pavergasse, her kamen, und zwar vermutlich aus größerer Entfernung. ' Ueber den Geisteszustand des Angeklagten Roland Steingruber sagen die Psychiater, daß er zwar erblich belastet, nervös veranlagt, psychopathisch minderwertig und sittlich defekt, aber nicht geisteskrank oder geistesschwach ist. Zur Zeit der Tat war er weder s i n n e s v e r w i r r 1, noch alkoholisiert. Nun werden aus dem Beratungszimmer verschiedene Waffen, und Äu8rüstungsgegenstan.de in den Saal gebracht, die seinerzeit bei d-er polizeilichen Durchsuchung bei den Mitgliedern des Rheinlandbundes vorgefunden -wurden. Es sind; Schlagringe, Spaten, Stahlhelme, StiletS, Hirsch, säpger, Beilpicken, wie sie die Feuerwehrleute verwenden, Gum w ill n ü t 1 e l und Tornister. V o r s i tz < n d e r (zum Angeklagten Rappet): Ihr Name ist in diesem Stilet eingraviert. — An gell.: Das ist doch ein BriesaufschneiLer! — Vors.: Das mag dahingestellt sein. Für diesen Zweck ist es viel zu schwer. Ta die Verteidiger bemerkten, daß es sich nicht durchwegs um eorpora delicti handle,, sagte der Vorsitzende: „wir haben Helme und Handfeuerwaffen gesehen und wissen, daß m i t den geschlissenen Spaten alle Mitglieder des Rheinlandbundes ausgestattet wurden. Nicht wahr, Herr Steingruber? — A n ge kl.: Es war aber polizeilich erlaubt. Ter Psychiater Tr. H ö w e! bezeichnete den Angeklagten B e r g n e r als h Y st e r i s ch. Er ist Wohl nicht geisteskrank und war auch zur Tat nicht sinnesverwirrt, doch muß man zugeben, daß er sich damals in heftiger Gemütsbewegung befunden hat. Der Vorsitzende erklärte hierauf das Beweisverfahren für geschlossen. Heute werden die Plaidohers gehalten. Das Urteil dürfte morgen mittags erfolgen. IWAin in Belgrad und 3agreb. Besprechung mit Minister Nincic. Aus Belgrad wivd uns g> »'.chir'.sien: Um 6. jfont, wie schon kurz gemeldet, in Belgrad Hertl Uss ischkin an, der an der Bahn von einer bogobsterten M>en.ge emppangen und von den Herren Tr. David Alkalay. Präsident der Z'..cii.'sti>schen LandesorganifatLN FuHttslawMus, m hebräischer, und von Dr. Friedrich Pops, Präsident der Belgrader Ortscrgansiation, -in serbischer Sprache 'bsgrüht Wunde. Am Nachml.t1a.ge wurde ein großes Meeting in der Synagoge a^eba'len, bei dem der G-randrabbin des Königreiches S. H. S.. Herr Dr. Isaak Malay, die einfuhv.'N'de Ansprache hielt und die Perjiönliichkeit des Herrn Ussischkin vermittelte. Daraufhin sipach Herr Ussischkin in einer groß angelegen Nc^e über den Auftau Palästinas und d)? Forderungen, die dicifeS Merk an die Mitarbeit des 'Judentums stellt. Besonderen Nach-druck .verlieh er der Bedeutung der hebräisch.-n Sprache und Eedanerte lebhaft, sich der deutschen Sprache bedienen zu müssen-, die ihm wie auch den Zuhörern ftemd ist. Nachher empfing Herr Uffi'chkin in den RauMN des Palaoe-Hctels die Vertreter der mchMdrschen Belgrader Presse wie auch d.r auswärtigen Zeitungen und hatte Gelegenheit, ringelnde Informationen. über die Loge in Palästina zu geben, wie auch v,:rsch>ie.dorie an ihn gestellte Fragen zu beantw'rten. Am nächsten Vc>vmitt<iige emrpsmz Herrn Ussischkin in Breitung der Heroen Tr. Allkalay, Prä,'ident der Zionistischen Lan-desor-aniMon, und Dr. Albala, Mtgl-iod des Landekausschusses der Zionist'schen Landes ovganisatim. -der M i n i st e r d e s A e u ß e r n des Königreiches S. H. S., Herr Tr. Monrcilo Nincic. In der Audienz, die über eine halbe Stunde währt!.', gab Herr Usssichkn dem Minister auf Grunde i ner hebräische n Landkarte eine Darstellung unserer Lage in Paläst'na sowie auch der politischen Sstuaticm der Zionistischen Organisation. Herr Mncie informierte sich insbesondere über die Entwicklung der hehräüfchen Sprache in Palästina und dankte Herrn UffiWn über die warmen Worte, die er in feiner R»:de in der Synagse« dom serbischen Voll): .widmete. Bei d'eser Gelegenheit erkundigte sich der Minister Aber die Verhältnisse -der Zion-istisicheu Organi'-at-i-en zur griechisch-or thodoxen Kirche, woruiöer ihm Herr Ussst'chki-n di« Eeftiedigendst« Au-lknnft geben Lrmnle. Die A-uSsprack-e über dächs Thema ist beü.mders wichtig, mit Rücksicht daraüs, daß König Alexander der Erste voraussichtlich da s P r o t e k t o r a t ü b«r d i e g r i e ch i s chorthodox« Kirche in Palästina, we'-ches früher der r u s s is che Zar in ne hatte, übernehmen dürfte. Die Wichh'gkeit der Klärung diof-r Angelegenheit geht auch aus den Borichlen der Be'grader Presse hervor, deren Vertreter sich sLewfalls von Herrn Ussischkin diesbezüglich auliMrnche AnfonmatLm geben l>:eß. Zuletzt nahm Herr Nincic Gelegenheit, den bei ihm erschieneren Herren >im Namen der Regierung den bela-nnten Br'i.'s des früheren Minister des Aeußern, Herrn D e s n i e, an den Kavitän Herrn Dr. Albala als Vertreter der bübischen Zionisten, -er 'bekanntlich a.s erste Kundgebung einer alliierten Macht, die sich der Bal'fvnr- Deklavabicn an'chicH, neuerlichzu bestätigen, und nochmals d'e warmen CiMvath'en.derjugostawischen Regierung in voM.-mmener Ueb:re'nsti.mmnng mit dem oben-: erwähn len Schreiben auszudrücken. - Diese Erklärung «der jug>o's.ä'w'.>'chrn Reg'erung wurde auch auf o f f i z i e l l e m Wege durch das Pr-ch-ur-rau d:K Auß'MMnffter'.nms vcrfcmiuwt. Um 6 U'br a^imds dokMen Tagewurde im Wi'ein des Herrn UffWin eine Keren-K'6>;-emeth-l'I'-ra-el^cn- »erenz abarhali'-n und am Abend Mt Herr Ussischkin vrr einem, aukgewäh^en iüdischen PnMum -in der B'nai-' B'ri'l>i)-Ä7'e einen Vertrug, der ans die versammelt Ir^lligenz und fiihwnden Männer der Jndenbo't DÄ>irads einen ti>.').n Eindruck übte.. Am Abend wurde zn Ehren des Herrn Ussisch kin e'n Festbankett im De sie'n von 260 Personen aid^la-lten. bsi -welcher Eegerheit er über d'e Rrlle'der jüdischen Fran in d.-r z'.M.i.stisch:n Bewegung sprach. tm.9. d., morgens, traf Herr Uffsich-k'n in Zagreb ein, w) er ebenfalls v?n -einer gr-c-ßen Mens-cher-menge herzlich bcgrüß-t Wunde. Um 10 Uhr vormittags empfng er im Hctel E^'irnabe die Verbaler d.w Pn.'sie, we che Konferenz gleich jener -m Belgrad«sehr ett>lgreich verlief. Mittags wurden a"e Bere'ne und K-rporati'onen Zaqv.bZ empfangen und im Anschlüsse daran wuvd" eine Konferenz üb:r die Ziele und Anbeitsmeth>r.den des Keren Ka/emeth l'Fjrael a,'glatten-, wo H.rr Uffisck!p.n G-elegen- >h«it hatte, die w'chlMrn Prmzipeder KerM Kajemethl'Isv2.el-Politik in 'bezug aus Landka^f und AuKl.au des Landes zu entwickeln. Herr Usstschki-n t-ob die tzrei w'chchigsten Anien hes auHubauf-öN'd.m B:-dws herv-.r: l. die >i genanfttie a g r i k u l t u r e l l e L'nie, das ist dar Landstrich von Haösa über den Emek bis Tsi'wias; 2. dis o k o n o m is che Linie: die Böden «nt'l>ang -der Küste von Haifa bis Jaffa; 3. d'e politische Linie--von I^sir. Tel- Aw'w bis ei'nsch'icßliich I.errsia'c-m. Das'Eme k als die cherckeli^e Krrnva.»mner Pa-lWnas,- der srnchtbarste Tell i des Landes, die Küste als tvicht'gste ökonomische P-sitir-n^ am Meve und Jerna-e-ur als voWl-ck-es/und ku'lt-n-rell>^ . Zentmrm mit dem Meere revlnmden, sind die evstrebens- WertHsten Teile des zu erw'er.den'd >n Bdens in Palästina. Am Fvühnachm'ittage besuchte Herr UssiWin d'e Verein'gung Tarbut, die chm eine Büste von,, Pr Uffor^.Hrr-. «mann Schapira, aii-lgeachettet vm h> m jungen hämischen Mschrn Bi'-häuer S'lavko Brüll/für die Universität m Jerusalem übewail'. Um lM 3 Ulr sprach Herr Uff','Mn in eimer Iugendversam-mlung und im Gnschsuffi? daran hielt er m't d^r.Exebüii've der Zionistischen Landiesoraani'at'ion rn'd des Dren Knie me ch l'Israel eine Sitzung ab, in der die wichtigsten Richtlinien der ^vm-Kaje-nrittH-l'Israel-Arbe'.t in die-'e-m Jaistve besprochien wurden, bei lvelcher Ge?:gen^eiit auch die Frage, -de kWlwftchsnden Landlmsiies für^ die Farm der jugoslawischen C-halnzim bereinigt wurde. Am ÄbM'-d hielt Herr Ussischlm in der großen Symgoae vor ei-n.r an 2(j00 Personen zah.ewdsn Mns'^rn- -mrr,ge de seckislk. Rede TasieS, w"mit er geradezu emen Rekord erzielte aber n'-llttodest:wensier >nttt legeistevien, Mdenden Worten gtwaltigen Erfolg erntete. Herr Usssi-ckkin sprach über -das Berhältuis ter Jungen uckb Alten und vevg.'ich -das tmile, Ecdenlose, stumme jüdische Volk -mst dam gricchstchm Antäus, das g eich diesem der Berührung mit der heimatlichen Schclle bodar-f um zn gesu'nkien rmd unr se'nv alte Sprache -wieder zu erlangen. Am Mcrgen des nächsten Ta'es sichr Herr Ussvsck>ki.r nach Timisoara zur dortigen Kcren-Ka'e.met^-'Landesöni'evenz, wo er'sich über Cluj nach Palästina be. g bt. Bies-enders h.'rvr-rzu heben wäre neilen dem na ölhaltigen Eindruck, den Usssichk'.ns Aufenthalt in Iugosawien auif d'-e gesamte In'denbeit ausübte, die Auswirkung in der nichtiüdistchen Oeffentlichkeit, die sich »btssonders in der Presse Belgrads und Zagrebs z.i'gte, die spalt-enlanoe Berichte mit dem Bilde Uss'>'ck«'ns über seinen Ari'rw-haltt seine Re-den und Jni'.rviews der Vertreter der Presse brachte. _ Im redaktionellen Telle enthaltene entglllllch« Mitteilungen sind durch ein vorangesetz.eS E gekennzeichnet. Wien 18. Dezember. * DaS Wetter. Die Voraussage lautet: Vorwiegenü heiter, leichte Miarrung v.s Frostes. * Karoline Gompen-BettelheimS Leichenbegängnis. Gestern würde die ehemalige berühmte Kammersängerin Karotme G a mperz-Bettelheim zu Grabe getragen. Im Trauer-Hanse hatten sich zahlreiche Traüergäste singemnben. Nach den Ritual' gefangen^ die Oberlantor Kaufmann, begleitet vom Temprb chor, an>1immte, hielt Rabbiner Dr. Bach eine einorucksvolle Trauerrevr. Dann wuwe der Sarg ans den Döblinger Friedhof überführt. * Wieder ein Wehrmannstlbstmord. Mittwoch abends hat sich in der Artilleri-ekaserne in KasereberSoars der 26jähr!ge Kanonier Rudolf B a l l a« n, Sort wohnhaft, ans bisher unbekannter Ursache aus einem Browningrevoiver eine Kugel in den Kopf gezagt. Er starb au; der Stelle. Es besteht die Ansicht, daß Vas Motiv der Tat in ung.ückl-icher Liebe zu juchen ist. * Tod durch Leuchtgas. Gestern mittags wurde der 56jährige Private Bernhard Zinkhoser, Reinbor-'gasse 1, in seiner Wohnung tor aufgesunden. Ter Hahn der Gas.eitung stans offen. Es bürüe sich um einen unglücklichen Zufall durch unvorjicht'rges Hantieren mit der Gasleitung handeln. * Flüchtige Kaufleute. Aus Berlin sind zwei Kausteute,^ der öljährlge Berrcharv He r st e i n und der 27jährige Ernst H e rstein, zwei Ungarn, nach Herauslockuna von Konsekt'.onswaren in der Höhe von mehreren 100.000 Mark flüchtig geworben. E Wohin? Wohin? Zur „Glückstelle" an der „Hohen Brücke", sonst. sind die Glms.ose zur B eihnachlssichung ausocrkaufi. Die Kasjaschalter sind von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends, unun erbrochen geöf'net. Postbestellungen per Postkarte zu richten an: Josef Stern, Wien. 1. Bez., Dipplingersttatze 21, ander „Hohen-Brücke". Geh' nicht am Glück vorbei! » Diamanten um eine Milliarde unterschlage». Aus A n twer-pen ist der 31jabrige Kaujmann Bernhaw Leslau geflüchbet, nachdem er vem Kaufmann van Canwenberghe Diamanten im W.'rte gon 13.000 Dollar unterschlagen hat. Er hat dem'Canwenberghe mstgeteilt, die Diamanten seien ihm rnr Zuge auf der Fahrt von Toronto nach Montreal in, Kanada gestohlen worden. Er gab Dem Kanfnrann als Sicherheit einen falschen Wechsel'bries und oerschwanv dann. ' * Ein vornehmes Restmirant mit ritueller Kost, das mich verwöhnten An'orDerungen entspricht, ist das populäre Restaurant Hotel Guch in der Hollandstraße 11. Seit unaezähtten Jahren ist dieses' Lokal drr Treffpunkt zah.reicher Einheimischer unv Frenrder, die auf Qualität, Reinlichkert. appetitliches Serrpee unv bürgerliche-Preis« reflektieren. Der Name Hstel Guch allein bürgt schon mr Ä-e Erstklassigkeit, um so mehr, als das Hotel-Gutb-Restcurn,t nur. durch >eine Solidität zu dem populärsten Restaurant im 2, Bezirk gewoKen ff't. * Beraubung der „Jndeuinsel" km Rhein. Wie dem „Jsraelitischm Wcchenblart für die Schweiz", pejchrieben wird, ist die historische „Juden nse." im Rhein, die in vergangenen Jahrhunderten den benachbarten jüdischen Gemeinde in der Schweiz und in Bad n ais Friedhof pediem,hat, nunmehr von den alten Grabsteinen fast vollständig entblößt. Die Grabstein« sind entweder vom Hochwasser d.s Rheins weMschwemwt oder gestohlen worden. Sogar Schweizer seien mn Rachen heriibergekommen und hätten Steine geholt, um sie beim Häuser bau zu verwenden. Ter Badische tberrai der Israeliten hat der Ltaatsanwairschaft Waldshm Meldung gemacht, daß der Friedhof geschändet worden ist. * Das böse Karnikek. In den Rheinlümpf-n zwischen Basel und S:ra bürg ha: in den letzten 20 Jahren das Vorhand?- sein von Kaninchen ganz gewaltig zugenommen. Diesen Umstand wallte sich ein Jäger aus Breisach znnnye machen, indem er sich ein Frettchen abrichtele und das kleine Raubtier in die Kaninchmbauien hinunterschickte, damit es ibm dessen Einwohner in die gelegten Schlingen jage. Der erste D-'rsuch glückte A^s„das aufgescheuchte Nagetier in seiner Falle zvPP'lte, legte der Jäger seine F!m:e auf dm Boden, um das Kaninchen besser ergreifen, zu rinnen. In diesem Augenblick sprorig ein zweites Kaninchen aus dem Bau, und 'war gerade auf den gespannten Drücker ds geladenen Gewehres. Dieses entlud sich und traf den Jäger so unglücklich in beide Fersen, daß man ihn in eine Klinik nach Colmar bringen mußte. * Die Katze mutz mit in den Himmel. Eine alte Engländerin, die mit Hinlrr.assunq von einer Vierte'million Franken starb, veriügte im Testament, daß ihre Lieblingskahe va,n, Hausartt mit Blausäure getötet und un gleichen Sarge wie sie selbst bestatret werden sollte. __ Tere’tit, Bortrffge itttli BekfammlmiM. Z i o n t st i ch e B e z: r k s t e f t l o n L e o v o > d» stabt 2. Bez, Ztrfusgasse m3. Heute. '/,y Uhr abenos, Ravdtnrr Dr. W u n d e r m a n n über: „More Nebuch.n". * - Der jüdische Wohltatigkeitsverein Brüderlichkeit (2. Bez.. Cafe Rembrandt) veranstaltete letzten Sonntag im Louterram des Cafe Rernbrandt eine.Makkabäerfeier, verbunden mit Kinderbekleidung. Die schöne Feier vollzog sich bei vollgedrängtem Säole. -Nachdem der kleine Walter Dnüesz, vom Chor des Oberkantors Frankel, die Chanukalichter entzündet hatte» hielt der Obmannstellvertreter des Vereines, Mälkiel chrünwald, die Festrede, in welcher er die jüdischnationalen Motive des Chanukasestes erörterte. Nachher folgte unter Leitung der Herren Morgenstern, Pick und, S ch i m k o die Bewirtung und klomplette Bekleidung von elf Schulkindern. Da es sich um die erste Leistung eines erst seit einigen Monaten bestehenden Wohltätigkeitsvereines handelt, muß denk Vorstand« für seine Rührigkeit die vollste Anerkennung gezollt werden. Tie nächste Aktion des Vereines wird die Versorgung armer Familien niit Lebensmitteln anläßlich der berannahenden D-nacktrae sein.