Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2451 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 _Wien, Freitag _ Kunst. Bühne. Buch. M-ben Maivin i« tzr-z Israel. Eine Bramin-Woche in den Schule«. — Brainin über die „Religion der harten Arbeit". Reubeu Brainin, der Veteran der hebräischen Schriftsteller und Kritiker, hat soeben Palästina bereist. Brainin wurde überall auss herzlichste empfangen, insbesondere' von den jüngeren Schriftstellern, den Arbeitern und den Schulkindern. In den Schulen wurde eine ,-B r a i n i n - W o ch e" veranstaltet, während der seine Kritiken und sonstigen Werke studiert wurden. Ueber seine Eindrücke äußerte sich ver berühmte Schriftsteller, wie die Palästina-Korrespondenz berichte*, enthusiastisch. Er sagte u. a.: „Ich war entzückt von den greifbaren Anzeichen, daß die Erziehung der Jugend mit den Erfordernissen des Leben? Hand in Hand geht. Die Schüler lernen durch ihre Studien in Geologie, Botanik und Geographie das Land und seine Erzeugnisse kennen, die in ihren Händen zu Werkzellgen zur Beherrschung des Erlernten werden. Das erfreuliche Resultat ist, daß die überwiegende Mchrzchl der Kinder, mit denen ich sprich, im Lande bleiben will, und-das Befriedigendste daran ist wiederum, daß die meisten — vielleicht 99 Prozent — den Wunsch aussprechen, aus dem Lande zu arbeiten und ein drr Natur des Landes entsprechendes Leben zu führen. Ich habe mich sehr kür die Frage der Kwuzoch interessiert. Nach dem, was ich daniüer gehört habe und gelesen hatte, ehe ich hieher kam, war ich mir nicht klar, ob dir Kwuza-H als eine ständige oder vorübergehende Einrichtung gedacht wäre. Ich freue mich nun zu schen, daß das Sartb durch die Privatinitiative allein nicht ausgebaut werden kann; saß obgleich das genossenschaftliche Expermiment anderswo nicht gelingen mag, die Bedingungen des Landes und das Clement der Arbeiterschaft zum Erfolg führen müssen, unterstützt durch den natürlichen Prozeß der Anslese, der in den Kooperativen nur die für dieses Leben Geeigneten übrig läßt, und Die, welche in rem Glauben an ihr System als das geeignetste feschalten. Und so wird in dem Lande, aus dem drei Religionen hervorgegangen sind, eine neue Religicnssorm geschaffen, die Religion der harten Arbeit. Dieser neue Geist erschüttert die Grundlage des alten nicht, denn hier sind die Sitten aller Geschlechter unseres Volkes und aller Länder bewahrt geblieben, hier haben sich die Bestrebungen aller Zeiten unserer Geschichte kristallisiert. Hier sch?n wir endlich dynamische und statische Vollkommenheit — vollständige Ruhe und vollkommene Bewegung. Im neuen Erez Israel, besonders in dem Erez Israel der Chaluzim, versucht man za einer neuen Synthese zu kommen, die das Potentielle mit dem Muellen verbinden soll — und die materielle geschichtliche Kon- Mion wird täglich Lügen gestraft. Unsere Wwluzim sind zu gleicher Zeit — und ganz unbewußt — Dichter und Staatsmänner; und mein Rat an alle Kritiker ist, m den Kristallisationsprozetz, der zu öen neuen Formen und zu neuen Lebensanschauungen, führt, nicht einzugreiferr. Man kann sich in diesem Lande von der Hypnose der Bibel nicht frei machen. Die atmosphärischen Bedingungen des Landes, welche die Entfernungen aufheben und die Gy'chichte zusammendrängen, gewöhnen das Auge an weite Horizonte, und man lernt erkennen, warum die alten Propheten „Scher" genannt wurden. ' , Seit 44 Jahren habe ich die Vertreter jüdischer Typen studiert. Ich habe führende Sozialisten, führende Assimilanten kennen gelernt und ich habe mein Leben lang unter führenden Zionisten gestanden. Aber nie sch ich solche Charaktere, wie sie hier geschaffen werden. Nie habe ich es für möglich gehalten, daß ich einmal Chassidim. Sümpfe austrocknen schen würde, Männer von über 60 Jahren, die körperliche Arbeit nie gekannt haben, die die harte Ausgabe schwerer Arbeit aus Liebe auf sich nahmen. Arbeit macht Männer und Frauen der verschiedensten Klassen gleich. Der Chassid von Jablona wird eins mit dem. Sohn des Assimilanten aus Prag. Palästina bringt Beispiele einer neuen Assimilation..." Aur den Theatern. B u r a t fo e a t c t Morgen. ^8 Uhr abends, »Der e w i g e I ü u g l in g". A ' a v e m et u e a ♦ e t Morgen, '/,8 Uhr abends, «D i e F r a n v o n v i e r z i g I a h r e n". Opernlbeater. Margen, 7. Uhr abends, i e Hugenotte n". V o l k s o v e r. Margen zum ersten Male „Der arme Jonathan". Tdeater in der Josef st ad t. Die Uraufführung von Franj, M o! n a r s Spiel. .Riviera" fi> der vor der unqar schen Premiere am Mittwoch den 23. d. statt. Raimund-Theater. Samstag und Sonntag. '/z4 Uhr nachmittag?, »Schneewittchen und' die sieben Zwerge". Monta.i E.stausfaürung vo Sakcha G n i r r y s Lustiviel »Der Löwe und das Kätzchen" unt Arnold K o r f f. Carl-Tbeaier Das Gastspiel der Internationalen Pantomimen-Gekellschaft «D<e grüne Flöte" wurde auf uubesttmm e Zeit verschoben und bleibt die Leo F a l l i ch e Operette „Die Kaiserin" allabendlich weiter auf dem Spieulcm. Neues Wiener Stadttheater (Girl» Bnh " e>. Heute gelangt „Der Zahltag" von Fritz G o l d n a g l zur Uraufführung Johonn-Strauß-Tdeater. Franz Lehar dirigiert die heutige 50 Aufführung und dir darauffolgenden zw« Wiederholungen .einer Operette „P a g a n t n i" . Rena'siancebübne Samstag und Sonntag abends „Der A u t o w i > d lrn g" mit Hansi N > e' e Montag bleibt da Thea er wegen Vvrbereit ng zu der Erstaufführung oer Komödie „Exzellenz I ton ka" mit Hansi Nt eie von Armin Frredmann geschloffen. A v o l l o t 6, e a! t r. Tie Premiere der Renne ,Avvllo? 4 Nur Apollo l" findet morgen um 8 Uhr abends statt. _ Bilma Aknay scheidet mit 31. d. aus dem Burgtheater. Eine starte Begabung, die jedoch sebr begrenzt ist. Den größten Erfolg hatte sie in Schnitzlers „Schwestern" und hervorragend war sie als Sprecherin in einzelnen Episoden. Die Künstlerin heiratet und überfiedelt «ach Amerika . wiener M^raenreUung 18, DeMber 192-5 N r. 2461 „König David", ein synlphonischer Psalm des Schweizer Tondichters Artur Houegger, hatte bei der Erstaufführung in Bern, sehr starken Erfolg. Dem Tonwerk ist-die biblische Erzählung zugrunde gelegt, von seinem Sieg über den Riesen Goliath bis zur Tötung des Urms, nach dessen Weib Bathlebe dem König gelüstete. Nach vielen Heimsuchungeil steht David als müder Greis vor dem Tempel, deu er zur Sühne seines Verbrechens erbaute, ruft David zum König aus und mahnt ihn, iu der Furcht des Herrn zu waiideln. Tie durchaus eigenartige, rhythmisch und melodisch neue Musik machte tiefen Eindruck. Herrlich gelang dem jungen Komponisten da8 Siegesfest in Jerusalem, der Tanz Davids vor der Bundeslade zum Klang der Pauken und Zimbeln. Mussolini und die italienische Kunst. Die itiälieuMen Theater und Kinos werden autf Grund eines „Abkommens" der politischen Führer Italiens ihre Tätigkeit zukünftig nach f«a>szistiischen Getsichtsp-unllen regekln. MnssMiu hat „-eriiiucht", die Film- und Piühnenmterefsen in eine nationale Ovganifotion MsmumeiMfosseil. - Radiovrogramm. Heute Freilag den 18. Dezember. 16 Uhr 1b Min-: NachmittagSkouzell. — lv uhr 1 Mm : Wochenbericht. für Spott und Fremdenverkehr. Oberoaurat Ing Erwin Deinlein. - J8 Uhr 35 Min : Anleitung zur Betrachtung von Kunstwerken Uulv.* u tof Dr. Max (Hl«. IV. Handwerk. — lUUtit 10 Mim r Franzöfi'cker SvrachkniS. — 18 Uhr 40 Ain. r Engli'ckier Svr ch ms für Boroeichr itene — 20 U'n 15 M n. r Operetten» aufführuna. .Die ge'chiedene Iran" von Leo Fall Mtlwtrkende r Erich Deutsch-Hanpt Lya Bayer, Inion Mat'cheg, Jeuni S äck. Rtchaid Waldemar O Car Oldinger. Ernst Arnold, Wiloetm Sjchra, Hans Stilp. Vvlly tarnst, Rudolf Klausner. Gerichtssaal. drei katscheiduaaea der Berlaffangrgtticht»- Hofer. Die Klagen der llniversitatsprofesioren abgewiesen. Der Berfasiungsgerichtshos hat gestern sente Entscheidung über die Beschwerde der neun Universitätsprofessoren bekanmgegebeu, welche wegen Verkürzung ihrer Personalzula^e geklagt haben. Die Beschwerden wurden mit der Begründung a o gewiesen, daß sie' höheren Zulagen sich auf einen einseitigen Hoheitsakt gegründet haben. Wenn auch Billigkeitsgrmrde für die Erhöhung ver Zulagen sprechen, so seien doch die Bestimmungen der BesoLungsordnung allein maßgebend. Die Beschwerde Ser kommunistischen Partei gegen die nach der Ermordung M o h a p e l s durch den Zuhälter Seidl mr Partersekretarmt vorgenommene polizeiliche Hausdurchsuchung ohne richterlichen Befehl wurde vom Berfassungsgerichtshof mit der Begründung zurückgewiesen, daß ein Eingriff -in Derfassungsrcchte hiedurch nicht stattgesunden habe. Die Beschwerde einer Gruppe von Kommunisten, welchen die Ausstellung von Pässen nach Rußland verweigert worden war, wurde vom Versassungsgerichtshof st a t t g egeben, weil durch sie.das Recht auf Freizügigkeit und. Auswanderung verletzt wurde. Ler de«tlchWlsche RationalveMWer. Die Korrespondenz Gerichtshalle meldet: Bor dem Bezirkslichter Dr. I r l l i n e k, Strafbezirksgericht 1, trat gestern der Hochfchüler Felix Lang, ein Mitglied einer national-jüdischen Jugendgruppe als Privatkläger gegen den Studenten der Medizin Paul Schm. aus. In einer am 23. Oktober von der Gruppe der nationaldeutschen Juden «inberufenen Studentenversammlung war es zwischen den nationaldeutschen Jünglingen und den Zionisten zu erregten Auseinandersetzungen gekommen. Nach Inhalt der Klage soll Schm, dem Kläger eine heftige Ohrfeige versetzt haben. Boc Gericht erklärte der angeklagte Student, verteidigt oon Dr Otto L i s c z i s, daß in der Versammlung der Kläger sich besonders hervortun wollte, daß er mit Angehörigen der zionistischen Gruppe in einen Wortwechsel geraten sei, woraus er (Angeklagter) eüiten Freunden zugerufeu habe, sie sollen sich mit dem jungen Mann (damit meinte er den Kläger) in keinen Streit emlassen. Der Kläger habe darauf ihm spöttisch zugerusen, er solle sich nicht auf sein Alter so viel einbilden, worauf er aus die Verspottung mi einer leichten Ohrfeige reagiert habe in der Erwartung, daß sich der Beleidigte aufStudentenart Genugtuung suchen werde. Der Verteidiger führte an der Hand eines Dokumentes aus, daß Schm., der aus Galizien stamme, sich im Jahve 1921 sehr eifrig an den Kärntner Besreiungskämp n beteiligt, daß er einer Alarmtruppe angeihört habe und -aß er wegen seiner Tapferkeit zur Auszeichnung mit dem Kärntner Ehrenkreu; eingegeben worden sei. Der Richter nahm in das ihm vorgelegte Dokument, welches die Angaben des Verteidigers bestallte, Einsicht und verurteilte unter Ablehnung weiterer Beweisanträge den Angeklagten wegen Ehrenbeleibigung zn einer Geldstrafe von 25 Schilling eventuell zu 24 Stunden Arrest. Freispruch eines Gattenmörders. In dem burgenländischen Orte Kitt fee fand am 20. Juni ein seit längerer Zeit bestehender Ehezwist einen tragischen Abschluß. Der 81jährige Gastwirt und Wirtschaflsbesitzer Josef Ware nies tötete durch einen Revolverschuß seine Gattin, die ihm untreu war und verletzte ihren Liebhaber durch Messerstiche schwer. Gestern stand Warenics vor dem Schwurgerichte des Landesaerichtes 2 unter Anklage des Gattenmordes und der schweren Körperverletzung. Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte, ein stattlicher, sescher, junger Mann mit sympathischenergischen Zügen, sür schuldig, daß er sich in Erregung zu der blutigen., Tat hinreißen ließ. Der Angeklagte erzählt daun, seine Frau Hove mit ihrem Liebhaber Matthias Skerlan jeden Tag Zusammenkünfte gehabt. Skerlan gab als Zeuge an, daß sein seit acht Jahren bestehendes Verhältnis mit der Frau auch nach ihrer Verheiratung keine Unterbrechung erführen have. Er hat von ihr regelmäßig Geld und Kleider erhalten. Sie habe nie in eine Lösung des Verhältnisses einwilligen wollen. Nach dreiviertelstündiger Beratung beantworteten die Geschwornen die Hauptfrage aus . Mord und die Eventualfrage auf Totschlag mit je 12 Nein. Auch die Fragen auf schwere und leichte Körperverletzung wurde mit 8 Stimmen verneint. Der Vorsitzende verkündete hierauf den Freispruch des Angeklagten. Bolk«Mrt. 9'c MrtsÄaftslaqe in w und Jaffa. Tie Meinung d»r Jaffaer Handelskammer. Die Jcvffaer HandelskaMner bosaßte sich in einer Sitzung am 33. November ntit der %ae der Industrie und des Handels in Ja>)sa nnd MMwiw und verHeMicht hierüber folgendes Rchunee: a) Wie den Mitgliedern durch ihre Bechmdrmg mit den anderen Städteit des Landes Erkannt ist, kann man ftststellen, daß Jafta und Dol-Awiw sich in einer exzeptionellen Wirtschaft Klag e defiudon. Ha'.^a - und Jevuisalam haben in der eusten HAft« dieses Jahres nicht jene ß-obechafte Enttvicklnuig durchge-macht wie Jaffa rmd Tell^lwinv und.jlpüven jetzt auch nicht einen ähnlichen Rückgang. In den Kolonien ist überhaupt keine Aenderuug zn verzeichnen. b) Was die I n dustrie betriff-!, so ist zn ömvevkou, daß die industriellen Unternehmungen, denen' Dl Lauise des letzten Jahres gelungen ist, sich «p konsolidieren, auch jetzt gesund sind und keine bes-ondeven Schwicr>>g>kelten verspüven. In drei Fällen befinden sich industrielle Unternchurungen in einer recht schworen Lage, aber nur ein Uatterlt-ehmon kun in seiner jetzigen Gestallt nicht weiteribesiehen, md in dieisvm Fall ist nachgewiesen worden, daß gar kein ZtchMnenha»rg Mffchen der Einfbelluug der Arbeit m diesem U>rtern>chmen und der allyemeimn Wirtschaftslage besteht. Die Schimerigkeiten ldieises Uu-ternchmens sind aus vein innerm Gründen entstanden, die in keiner Weise mit der allMmeinen Lage zufamwenhärrgen. In den beiden anderen Fallen werden die Dinge jetzt geovdnöt: die Unternehmen setzen ihre Arbeit fort. e) Was den Handel mit Banmatecialieu hetrisifl, die den wichtigsten Mischen Handelszweig -biiden, ist zu bemerken, daß die Großkarffleute, die «ihre War-en direkt aus dem Ausland beziehen, größtenteils bereits längst ihr Göschätst, der gegenwärtigen Lage an^npassen vernichten. Für lden Wvuter erwarben sie keine größeren Warmimyorte mehr. Sie werden zwar nranche Kredite an ihre Abnehmer verlängern müssen, über es ist anzumhamn, daß dies den Kauffsutm mit Hillfa der Bawkvn nicht schwer fallen wird. d) Allgemeine Ansicht ist, daß in der letzten Zeit im Hendel mit BaumaberiMen allzu langfristige Kredite erteirlt worden sind, und Zwar auch durch kleinere Kanslante, und diesen fällt es jetzt schwer, die von ihnen Äbernomulenen Lasten zu ttagen. e) Man ist zu der klaren Erkenntnis gelangt, daß die anderen Handotchweige vor allem durch dm jetzügvu Stand der Dan'l«we>Fun,g i^den und des weiterm durch den Umstand, daß in Jaffa und TÄ-Awiw kein Platz .für so viele Läden, wie sie im letzten Jchr enbstantzen find, vorhanden ist. st Es wivb' immer kbarer, daß es keineswegs die Absicht der Banken ist, ihrer ständiigen und gut fundierten Kundschast den Kredit einzuschränken, stndern daß sie im GergenM Willens sind, auch ihveriffits in dieser Krise nzeit ihrer Kundschaft zu heltfen. ' g) Es ist nicht auMlähnwn, daß der Handel auf derisekbeu Höhe bleiben wird wie im ersten HaWahr 1926. A-ndererseAs ist es bevöits jetzt klar, daß mau nmvmchr"eine Periode der normalen Avbvit erwarten kann in der Hcffnung auif eine neue Wüte im Frühjahr 19S6. Alle Anwesenden waren de-r Ansicht, daß nicht der gerivxjste Grund für die in ei-uM Teil der OoffientlichfM vertbreite'ten Besiürchbungeu vorbiegt. Die jetzige Lage hat in jchr hehem Maß zur Gesundung zahlreicher schwacher Pcifitiouen im Hondelslebeu gaführt. Wahl an der Wiener Produktenbörse. Bei ben am 16. d. abaehaltenen Wahlen in die Kammer und in das Schiedsrichterkollegium der Wiener Produktenbörse wurden zu Börstnräten aus der Gruppe der Getvewehändler Karl Bandler, Kommerzialrat Heinrich Eichberg, Hugo Hauser, Heinrich Pollak, Wilhelm Sazl, aus dem Kreise der Müblenindustrie und des Mühlengewerbes Hermann Schreck, aus dem Kreise der mehlverarbeitenden Industrie und des mehlverarbeitenden Gewerbes Kommerzialrat Johann P r e u n i g, Franz M e n g e s, aus den übrigen, am Börsenverkehr teilnehmenden Bernfskrei^en Eduard R e ch n i tz e r, zu Schiedsrichtern Adolf Deutsch, Max Fei gl. Emil S cho ngnt, Heinrich Schl eitzne r, Franz Weitzhaus, Robert Bondy und Adolf Stößler gewählt. Weitere kräftige Erholung des Zloty. Die neuerlich einsehende Jnberventionstätigkeit der Bank Polski macht sich auf allen Devisenplätzen in einer kräftigen Erholung des Zloty bemerkbar. Die Umsätze' vollzogen sich im allgemeinen mit ziemlich bedeutenden Schwankungen, doch konnte die feste Grundtendenz nicht erschüttert werden. In Zürich notierte die Devise Warschau 46, in Berlin besserte sie sich von 36.30 auf 44.10, in Wien von 69.75 aus 7225. Dem Dollar gegenüber besserte sich der Zloty auf zirka 9.60. — Leicht abgeschwächt war ber französische Franken, der sich von 18.925 auf 18.775 ermäßigte. Die übrigen Devisen lagen unverändert. Insolvenzen. Der Konkurs wurde über Haus Gebet, Kaufmann in Leobersdorf, eröffnet. .Das Ausgleichsversahren wurde eröffnet über Enmo Basckus,, Dpietwarenerzenzer, 16. Bez., Esfingergasse 19; über Osias M ä r z, Kaufmann. 2. Äez., Große Schiffgasse 19; über Ignaz Klusacek, Kürschner, 1. B«., Augustinerstraße 12. und über Alois,G r u n n e r, 4. Bez., Schönbrunnechraße 2. — Der vor einiger Zeit eingesetzte Kuretor bat geaen die Ve^ängung -des Konkur'eS gegen den Rennstallbesitzer Kurt J pe u berufen, weshalb die Gläu-bigerversammlung nicht «bgehalten wewen ronnie. — Zu der gestrigen Ausgleichstagfahuug des Jakob N e u m a r k wurde dieser von der Haft vörgesührt. Maßnahme« gegen di« Zlotyspekulation in Polen. Warschau, 17. Dezember. (Pol. Tel.-Ag.) Mit Rücksicht darauf, daß die von der. Bank von Polen ans Devisen gewährten Darlehen Spekulationen begünstigen, hat die Bank von Polen ihre Filialen angewiesen, solche Darlehen nicht mehr zu gewähr««. Sämtliche Reportgeschäfte werden in Warschau kvn-